Gekommen, um zu kassieren

von Verena

Die Notwendigkeit des männlichen Orgasmus’ ist unbestritten. Mit der Ejakulation des Mannes wird die Befruchtung der Eizelle durch die Spermien ermöglicht. Die Bewertung des weiblichen Orgasmus’ dagegen hat so manche Achterbahnfahrt hinter sich. Mal als Bedingung zur Empfängnis verklärt, dann wieder als nicht existent negiert, mal zwischen klitoral und vaginal unterschieden oder schlicht als evolutionäres Almosen bezeichnet – über den biologischen Nutzen weiblichen Kommens wird nach wie vor spekuliert. Eine aktuelle Theorie veröffentlichte jetzt Spiegel Online, wonach sich die Orgasmusfähigkeit der Frau nach der Finanzstärke ihres Liebhabers richte.

Ich weiß, das Thema haben hier schon einige beim Selbermach-Sonntag kommentiert, aber ich habe da noch einige Fragen:

  • Ist Bill Gates als reichster Mann der Welt das Objekt endloser Selbstbefriedigungsphantasien?
  • Wieso finden dann manche Damen einen Blaumann oder sonstige Handwerkerlooks erregend?
  • Erleben Prostituierte nicht einen Höhepunkt nach dem anderen, wenn die Scheine schon in unmittelbarer Reichweite rascheln?
  • Droht dem weiblichen Orgasmus angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise ein Konjunkturtief?

Fast überflüssig zu sagen, dass sich die Studie auf die Aussagen von 1.534 Frauen stützt. Obendrein Chinesinnen, deren Lebensumfeld und Rollenverständnis anderen Prägungen unterliegen. Überhaupt, meiner Meinung nach werden hier billig eingekaufte Forschungsergebnisse mal wieder dahingehend verwendet, die Rolle des Mannes auf seinen finanziellen Status und seine Ernährerfunktion zu manifestieren, während der Frau ihr Orgasmus als Erfüllung weiblicher Sehnsucht nach Versorgtsein ausgelegt wird. Das ist nicht nur uns Frauen gegenüber eine Unverschämtheit, auch spricht es jedem Mann ein Talent an sexueller Kompetenz ab.

Vorstellbar wäre, dass sich das an ein höheres Einkommen gekoppelte gesellschaftliche Ansehen positiv auf das Selbstbewusstsein auswirkt. Selbstbewusstsein und der Glaube an die eigenen Qualitäten begünstigt auch die sexuelle Leistung. Oder wie jj es in der  Diskussion formuliert hat:

Frauen mögen selbstbewusste Männer, und wenn ein Mann durch Geld selbstbewusst wird, dann steigert das natürlich auch seine Attraktivität und damit vielleicht auch die Bereitschaft von Frauen, sich sexuell “gehen zu lassen“.

jjs Vergleichsstudienvorschlag:

selbstbewusste, arme Künstler, mit Sendungsbewusstsein.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2009 um 14:03 Uhr unter Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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27 Kommentare

  1. Miriam sagt:

    Was ich mir auch noch überlegt habe: Vielleicht liegt es ja gar nicht an der Kompetenz eines reichen Mannes, eine Frau besser zu befriedigen, sondern vielleicht fahren finanziell erfolgreiche Männer einfach nur auf sexuell freiere Frauen ab. Und dass eine Frau, die sich sexuell fallen lässt, leichter kommt als eine Klemmschwester, ist wohl unbestritten.

  2. Tami sagt:

    Wäre zum Lachen, wären solche Studien nicht traurig. Man könnte mit dem Geld und Aufwand viel sinnvolleres machen.
    Kann man denn einer Befragung trauen? Sind nicht gerade wohlhabende Frauen (wohlhabend auch Dank eines reichen Mannes) nicht eher bereit, offen über ihr Intimleben zu diskutieren? Bei armer Landbevölkerung vielleicht ein Tabu.
    Wurde der Zusammenhang mit der Gesundheit der Frau und des Mannes berücksichtigt? Gesundheit hängt viel vom Geld ab.
    Oder das Alter der Frauen? Ernährung? Konsum von künstlichen Hormonen (Pille)?

    Den Nutzen können sich nur chauvinistische Männer nicht erklären. Ist doch ganz klar: Eine Frau, die einen Orgasmus erlebt, ist viel eher bereit, sich zu paaren, auch mit unterschiedlichen Männern, wenn der eigene es nicht bringt, Risiken einzugehen. Ein Orgamsu ist stärker als die Vernunft. Sonst hätten sich in Urzeiten viele Frauen gesagt, es sei doch unvernünftig jetzt schwanger zu werden. Geburten sind riskant und schmerzhaft. Erst Dank des Orgasmus, der ein viel stärkeres Glücksgefühl verursacht als „normale“ Erregung, tun Frauen dies. Überlebenswichtig für die Menschheit in Urzeiten.
    Wer die Frau aber nur als Anhängsel des Mannes sieht, das eine Vernunftbeziehung eingeht, mit dem Mann schläft, nur um ihn zu befriedigen, wird schon in Erklärungsnöte kommen….

  3. d. sagt:

    erstmal ot: Wieso sieht man den Autorennamen nicht mehr?

    und zum Thema:
    Die Reduktion der Überschrift auf: „Gekommen, um zu kassieren“ ist unzulässig, die wird auch nicht im Spiegel-Artikel suggeriert. Erstmal hat man nur einen Zusammenhang zwischen dem Geld des Mannes und dem Orgasmus der Frau festgestellt. Von ‚kassieren‘ und dessen Implikationen ist doch gar keine Rede.

    Viel mehr ist anzunehmen (was nicht aus einer Korrelation herauslesbar ist, wie ja auch im Spiegel steht), dass das Geld für viel mehr steht beispielsweise Selbstbewusstsein, aber auch Zufriedenheit, Mangel an Zukunftsangst, geregeltes Leben, Beständigkeit etc. Alles Dinge die bei einer Vergleichsstudie mit mittellosen, sendungsbewussten Künstlern selten vorkommt, weswegen deren Partnerinnen keinen so hohen Orgasmusquotienten erreichen dürften.

    Weiterhin kommt hinzu, dass Frauen für gewöhnlich einen guten Einblick in ihre eigene Sexualität benötigen, um zu wissen, wie sie zu einem Orgasmus kommen (im Gegensatz zum Mann), von daher dürften Frauen mit beständigem Partner (mit dem das herausgefunden werden kann) oder schlicht viel Sex, eine häufigere Orgasmusrate aufweisen. Für erstere Gruppe, also dem beständigen Partner, ist es sicherlich sehr hilfreich, wenn er Geld verdient und eine Lebensgrundlage bieten kann.

    Aber ich sehe keinen Grund, warum in der westlichen Hemisphäre, Frauen seltener einen Orgasmus bekommen sollten, wenn sie eigenes Geld verdienen und der feste Partner aktuell arbeitslos ist.
    Das wäre für mich eine gute Vergleichsstudie :-)

  4. Miriam sagt:

    d. in China verdienen die Frauen auch ihr eigenes Geld…

  5. Schnatterinchen sagt:

    „Wieso finden dann manche Damen einen Blaumann oder sonstige Handwerkerlooks erregend?“

    ‚Handwerk hat goldenen Boden‘!

  6. Verena sagt:

    @ d.

    Der Autorennamen ist unseren momentanen WordPress-Problemen zum Opfer gefallen – ich habe den Text geschrieben.
    Was die Überschrift angeht, so ist das kein Nachrichtentext, der eine inhaltliche Überschrift benötigt …

    @ Schnatterinchen

    Nun, ich dachte, was so manchem Mann die Krankenschwesterkluft sei, wäre für manche Frau der Mechanikerdress… ;)
    Und gilt der goldene Boden im Handwerk nicht erst für den Meister?!

  7. flawed sagt:

    Verena, bezieht sich Dein Artikel eigentlich auf die Studie selbst, oder auf die Berichterstattung über die Studie in Spiegel Online?

  8. Rahab sagt:

    jetzt versteh ich, weshalb die jungs so wild auf geld sind! denen hat die evolution eingegeben, damit seien sie für frauen begehrenswerter… mir ist zwar noch nicht so klar, wie die evolution aufs geld gekommen ist, aber das werde ich bestimmt auch noch rausfinden.

  9. Schnatterinchen sagt:

    Verena, Du sagtest ja auch, nur „manche“ Frau fährt auf Blaumänner ab. Auf Seiten der Blaumänner ist halt auch nur manch einer Meister. Vielleicht treffen die dann zufälligerweise aufeinander? Was heißt schon zufälligerweise. Gott würfelt nicht. Darwin auch nicht.

  10. Cassandra sagt:

    Ganz kurz herzlichen Glückwunsch an jj – der Beinahe-Quotenmann mausert sich. Jetzt schon in echten Beiträgen zitiert ^^.

  11. Judith sagt:

    verwirrend, verwirrend.

    sollte ich mich also an die besseren liebhaber wenden in der hoffnung, dass da auch viel geld zu holen ist,
    oder aber soll ich mich an reiche männer wenden in der hoffnung, dass da auch toller sex zu holen ist?
    könnte man nicht genauso schlussfolgern, dass frauen das geld von männern eigentlich schnurzpiepegal ist und sich die reichen männer nur suchen, weil sie mit denen eben den besseren sex haben?

    warum führen britische wissenschaftler eigentliche eine studie in china durch, hab ich mir gedacht.
    weil mir folgende studie in den sinn gekommen ist, die die sexualität von euro-canadierinnen mit der von asia-canadierinnen vergleicht.
    die kommen nämlich zu dem schluss, dass diejenigen frauen, die in europäisch-canadischer tradition aufgewachsen sind „significantly more sexual knowledge and experiences, more liberal attitudes, and higher rates of desire, arousal, sexual receptivity, and sexual pleasure“ zeigten.
    vielleicht sind die reichen männer also einfach westlicher oder sie suchen sich die westlicheren frauen aus?

    wie auch immer, raum um wilde schlüsse zu ziehen, bietet die studie allemal und das allein ist doch berechtigung für die studie genug.

  12. Verena sagt:

    @flawed

    Ich beziehe mich auf die Art und Weise, wie spiegel.de die Ergebnisse einer Studie zu dem Fazit: „Frauen haben mit reichen Männern häufiger Orgasmen“ verwurschtelt …

  13. Judith sagt:

    @Verena

    wieso, das fazit “Frauen haben mit reichen Männern häufiger Orgasmen” stimmt ja. der titel der studie lautet
    „Partner wealth predicts self-reported orgasm frequency in a sample of Chinese women“.

    voraus gesetzt da wurde nicht sowieso rumgepfuscht bei der erhebung, ist der zusammenhang, die korrelation eindeutig.

    nur über das „warum?“, darüber kann man halt noch viel spekulieren. sowohl der spiegel als auch die wissenschaftler selbst führen evolutionspsychologische spekulationen an (was sollten die wissenschaftler auch anderes tun, wenn sie am „center of behaviour and evolution“ arbeiten und in der „evolution and human behaviour“ veröffentlichen)
    andere theorien wären mit der selben empirie aber eben auch möglich, meine ich.

    @Schnatterinchen: du bist keine freundin der quantenmechanik?

  14. Miriam sagt:

    Also ich fand, der Spiegel-Artikel war überraschend kritisch im Vegleich zu dem, was man sonst von populärwisschenschaftlichen Veröffentlichungen in Tageszeitungen oder dem Spiegel gewohnt ist. Klar, die Überschrift ist reißerisch, aber im letzten Absatz wird ja nun eindeutig gesagt, dass die Korrelation aus Wohlstand des Mannes und Orgasmushäufigkeit der Frau gar nichts beweist. Sowie ich den Artikel verstanden habe, hat nicht der Autor des Spiegel-Artikels

    die Ergebnisse einer Studie zu dem Fazit: “Frauen haben mit reichen Männern häufiger Orgasmen” verwurschtelt …

    , sondern die Autoren der Studie selbst haben sich in diese Richtung gegenüber „The Times“ und „Telegraph“ geäussert.

    „Die Orgasmus-Häufigkeit bei Frauen steigt mit dem Einkommen ihres Partners“, sagte Thomas Pollet von der Newcastle University der Zeitung „The Times“. Es handle sich um ein Evolutionsphänomen, das Frauen bei der Auswahl ihres Partners helfe. „Es hilft ihnen, die Qualität von Männern zu unterscheiden“, sagte Pollett dem „Telegraph“. Die Theorie werde Kontroversen auslösen, erklärte Pollet, weil sie nahelege, dass Frauen quasi auf reiche Männer programmiert seien.

    Werde aber gleich mal den Original-Artikel, der in „Evolution and Human Behavior“ erschienen ist, lesen, um herauszufinden, wie sehr (mal wieder) wissenschaftliche Aussagen verkürzt wurden, um möglichst reißerische Statements zu produzieren. Aber wie gesagt, das haben wohl schon „Times“ und „Telegraph“ gemacht, der „Spiegel“ macht da auf mich einen fast seriösen Eindruck (ausnahmsweise ;-))

  15. Patrick sagt:

    Dass reiche Männer selbstbewusste und sexuell freie Frauen wollen, wäre meinem Alltagsverständnis neu – eher die Häschen, die das machen, was die Herren wollen, oder? Ich meine, bei Assauers bringt Frau Thomalla den Müll raus und Herr A. schaut nicht mal ihre Filme an.

    Es liegt vielmehr daran, dass Frauen von reichen Männern es sich leisten können, teure Sexspielzeuge zu kaufen und, wenn der Mann auf der Arbeit ist, den Gärtner zu verführen oder sich den jungen Künstler ins Haus zu holen. Das wurde nur nicht genau genug nachgefragt. Mehr Orgasmen also ja, aber nicht vom Ehemann.

    Kann man für die Vergleichsstudie auch ein armer Student sein, wenn man nebenher schreibt? Dann melde ich mich freiwillig :)

  16. Miriam sagt:

    (was sollten die wissenschaftler auch anderes tun, wenn sie am “center of behaviour and evolution” arbeiten und in der “evolution and human behaviour” veröffentlichen)

    Ungefähr das gleiche habe ich auch gerade gedacht ;-)

  17. Patrick sagt:

    Ach so, und selbst wenn das in Punkto Sicherheit für den Nachwuchs ein Evolutionsphänomen sein sollte, kann es immer noch sein, dass es nicht der einzige Einfluss auf den Orgasmus ist und vielleicht nicht mal der wichtigste.

  18. jj sagt:

    Verena,

    „die Rolle des Mannes auf seinen finanziellen Status und seine Ernährerfunktion zu manifestieren, während der Frau ihr Orgasmus als Erfüllung weiblicher Sehnsucht nach Versorgtsein ausgelegt wird.“

    da gebe ich Judith Recht, ich finde nicht, daß die Berichterstattung eine Versorgerrolle/Versorgtenrolle nahelegt.

    „könnte man nicht genauso schlussfolgern, dass frauen das geld von männern eigentlich schnurzpiepegal ist und sich die reichen männer nur suchen, weil sie mit denen eben den besseren sex haben?“

    Möglich ist das. Aber das ändert ja dann nichts an den potentiellen Verhaltensimplikationen wenn Geld sich als statistisch sinnvoller Proxy erweisen sollte, wenn es um die Paarung geht, egal welche Variablen Frau eigentlich sucht. Wenn Frauen eigentlich etwas anderes suchen (guten Sex), aber in Ermangelung einer Möglichkeit zum einfachen direkten Identifizieren von „guten“ potentiellen Partnern in „Geld“/Status einen akzeptablen statistischen, wenn auch vermutlich nicht kausalen, Proxy gefunden haben.

    Denn das statistische Mehrinteresse von Frauen an Männern mit Geld/Status wird zu einem verstärkten Investment von Männern führen, um die Chance zu bekommen, ihre sexuelle Attraktitivität zu signalisieren. Ich will’s mal so sagen – die Korrelation bietet einen individuell „rationalen“ Erklärungsansatz für die ja oft beklagten gesellschaftlich mitunter (aber sicher im Feminismus zumeist so gesehenen) problematischen Konsequenzen weiblicher Auswahl an Sexualpartnern, die nichts mit der „Versorgerrolle“ zu tun hat…

    „* Ist Bill Gates als reichster Mann der Welt das Objekt endloser Selbstbefriedigungsphantasien?“

    Keine Ahnung. Vermutlich nicht. Aber wäre er arm, wäre er es sicher noch weniger. Ausnahmen und Regeln… und die Korrelation gilt ja nur „ceteris paribus“: Andere Kriterien sind vermutlich bei der individuellen Partnerwahl deutlich relevanter.

    „* Wieso finden dann manche Damen einen Blaumann oder sonstige Handwerkerlooks erregend?“

    Auch Ausnahmen und Regeln und ceteris paribus.

    „* Erleben Prostituierte nicht einen Höhepunkt nach dem anderen, wenn die Scheine schon in unmittelbarer Reichweite rascheln?“

    Die Studie stellt doch keinen Zusammenhang zwischen materiellem Gewinn der Frau und ihrer Orgasmushäufigkeit her, sondern einen zwischen dem Vermögen ihres Partners und ihrer Orgasmushäufigkeit.

    *Droht dem weiblichen Orgasmus angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise ein Konjunkturtief?“

    Das mag schon sein. Wobei auch hier die Frage nach den Kausalzusammenhängen von der Korrelation nicht beantwortet wird. Sicherheitshalber schon mal jetzt mein Beileid ;)

  19. Miriam sagt:

    ? Ich meine, bei Assauers bringt Frau Thomalla den Müll raus und Herr A. schaut nicht mal ihre Filme an.

    Die Zeiten sind wohl auch vorbei, bist im Boulevard wohl nicht ganz up to date, Patrick ;-)
    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,602509,00.html

  20. Schnatterinchen sagt:

    „Es liegt vielmehr daran, dass Frauen von reichen Männern es sich leisten können, teure Sexspielzeuge zu kaufen und, wenn der Mann auf der Arbeit ist, den Gärtner zu verführen oder sich den jungen Künstler ins Haus zu holen.“

    Der war gut! :-)

    Ich hätte noch die These anzubieten, dass Frauen, wie wir alle wissen, ja am liebsten die bösen Buben mögen, also bloß kein Blümchensex und all das. Und da Frauen es gleichzeitig schaffen, sehr fromm zu sein (jedenfalls im statistischen Durchschnitt frommer als Männer), kennen sie sich in der Bibel gut aus und wissen: ‚Eher kommt ein Reicher in den Himmel als ein Kamel durchs Nadelöhr‘ oder so ähnlich. Reichtum sagt also Höllenpotenzial vorher, sprich schmutzige, teure Sexspielzeuge… Auweia.

  21. Ariane sagt:

    Ich sollte mal durchrechnen, ob die Rechnung stimmt. Habe eher das gegenteilige Gefühl. Aber Studenten sind ja angeblich auch nur „Scheinarme“….

  22. Also ich finde das echt unglaublich… Zum einen denke ich nicht, dass eine Studie, die unter Chinesinnen durchgeführt wurde, die aus einem vollkommen unterschiedlichen kulturellen Raum kommen, als wir, für uns und unsere Gesellschaft representativ sein muss. Das hinkt in meinen Augen sehr, ich denke, dass die Art der Erziehung und Bildung, wie diese vermittelt wird, zusammen mit den Werten der jeweiligen Kultur das Bewusstsein maßgeblich prägen. Was ich mir denken kann ist, dass eine Chinesin mit einem wohlhabenden Mann wohl selbst aus einer bildungsnahen Schicht kommt und somit aufgeklärter ist, als eine bildungsferne Chinesin, somit sexuell offener und einfach auch wissender und deswegen mehr Orgasmen erlebt.

    Doch alles in allem finde ich diese Studie mehr als fragwürdig. Zudem ich auch die Art, in der über den weiblichen Orgasmus geschrieben wird, ziemlich diskriminierend finde. Ob dieser nun einen biologischen oder evolutiven Sinn hat, bla, bla… es gibt den weiblichen Orgasmus nun mal und ich kenne keine Frau, die ungerne Orgasmen erlebt und Orgasmen als unnötig empfindet. In dieser Form über ihn zu rätseln halte ich für ziemlich abwertend. Das liest sich so, als wenn der weibliche Orgasmus, da er keinen spezifischen Zweck hat, eigentlich überflüssig sei, oder man erklärt ihn zum evolutiven Selektionsfaktor.

  23. tessa sagt:

    großartiger beitrag, super fragen. ich zitiere christine eichel, die die klatten-affäre in der dezemberausgabe des cicero interessant erklärte und wohl damit eher die these aufstellte, dass die reichen schnösel gerade nicht das sind, was frauen sich wünschen.

    „es bedarf nicht allzu viel fantasie, um sich vorzustellen, welchem genre die männer angehören, die eine frau der klatten-liga bei vorstandssitzungen, societypartys und golfturnieren trifft. sie erlebt die öde selbstgefälligkeit gestandener herren, die sich mithilfe routinierter beeindruckungsprosa in bewunderung sonnen wollen. ungefragt geben sie anekoten aus dem allzu umfangreichen repertoire ihrer heldengeschichten zum besten. frauen sind ihr publikum, ihr spiegel, ihre claque.“

  24. flawed sagt:

    Klattens Ehemann ist kein reicher Schnösel. Spricht das jetzt für oder gegen diese Erklärung?

  25. jj sagt:

    tessa,

    „sie erlebt die öde selbstgefälligkeit gestandener herren, die sich mithilfe routinierter beeindruckungsprosa in bewunderung sonnen wollen“

    Also, das trieft ja auch nur so von Vorurteilen. Ich kenne zufällig ein paar ziemlich reiche Leute, wenn auch nicht in der Klatten Liga, und die haben genau die gleichen Unsicherheiten wie jede/r andere. Und meist haben sie noch das zusätzliche Problem, daß sie nicht wissen, was jetzt interessanter ist an ihnen – sie selbst oder ihr Geld. Manche reagieren darauf dann so wie Paris Hilton, die sogar ihre „Freundschaft“ im Fernsehen verhökert. Das soll jetzt kein besonderes Mitleid erzeugen, dafür haben sie auch an anderer Stelle weniger Probleme, aber soll doch derartig krude Vorurteile relativieren.

    Ich finde es interessant, daß immer extreme Beispiele (Gate, Klatten) herangezogen werden, um eine Korrelation anzugreifen, bei die Kausalität unbekannt ist und die sicher nicht der einzige Attraktivitätsfaktor ist. Ich fände es viel interessanter über die zugrunde liegenden Kausalitäten zu spekulieren als die Statistik in Frage zu stellen…

  26. Sonnenschein sagt:

    Wäre es nicht viel wichtiger, dass wir Frauen wieder selbstverständlicher mit unserer Sexualität umgehen, und zwar in allen Schattierungen!
    Was interessiert uns eine Umfrage bei den Chinesinnen? Wenn in unserem Lande, die jungen Frauen magersüchtig, etc., das „mittlere“ Alter hin- und hergerissen, zwischen Mutter- oder Berufstätigkeit wird, weil in unseren Landen/in unserem System, das „Mutterkreuz“ immer noch mehr Anerkennung findet (sonst hätten wir schon seit Jahren anständige Krippen/Kindergärten/Ganztagsschulen, etc. – keine privaten), und die älteren Frauen, ab dem – – so „verteufelten“ Wechsel – gar keinen Sex mehr haben sollten, am Besten gleich von der Bidlfläche verschwinden sollten! Außer in „ehrenamtlichen“ Tätigkeiten.
    Vor lauter Resentiments, Machtansprüchen und Vorurteilen nahm uns das System/die Kultur wieder das Wissen, den Spass, und vor allem die Zeit (bei dieser Hektik) für einen wunderschönen Orgasmus, der vor allem gesundet (gleichgültig mit oder ohne Mann/Männer)! Die Zellen werden dabei zur allgemeinen Gesundung aktiviert, und vor allem kann Stress abgebaut werden. Ist aber nicht gefragt, eine ausgeglichene Bevölkerung, vor allem ausgeglichene Frauen. Diese könnten“gefährlich“ werden, bzw. Mann könnte vielleicht weniger über sie spotten, Forschen etc.

  27. j sagt:

    ich stell mal gewagte 2 hypothesen in den raum:
    1. klug fickt gut
    2. klug macht mehr kohle

    das ist jetzt nicht zwingend meine meinung; mir ist schon klar, dass 1 doch recht provokativ ist. ich wills nur mal in den raum stellen und interessier mich für eure meinungen.