Diesen Samstag: Female Clash in Berlin

von Anna-Sarah

Seit Januar gibt es auf Facebook die Künstlerinnen­plattform Female Clash. Die Inititatorin, Musikerin Pretty Paine, erklärt warum:

Logo der Facebookseite, mit freundlicher Genehmigung

Es gibt so viele talentierte Frauen im Genre Hip Hop, die gehört, gesehen und gefühlt werden müssen. Das Ziel von FEMALE CLASH ist eine Bewegung der Ladies im Hip Hop zu festigen und ein dauer­haftes Netz­werk zu bieten, bei dem sie sich aus­tauschen, informieren plus ihre Werke – sei es Rap, Gesang, Tanz, Instrument oder Graffiti – vor­stellen, posten, weiter­leiten und Kontakte knüpfen können.

Unterstützt wird diese Bewegung durch ein Event, das morgen, am 5. Mai im Calabash Club in Berlin-Mitte statt­findet. Das Line-Up bestreiten u.a. Yarah Bravo, Sookee, Pyranja, BadKat, Candy Zuckerschock und Lady Scar. Aufgelegt wird von That Fucking Sara und Pat Bernetti. Außerdem gibt es ein Dance Battle, Graffiti im Outdoor-Bereich sowie einen Rap Contest für Newcomerinnen.

Nochmal Paine:

Female Clash ist eine Bewegung, denn es wird Zeit dafür!
Wir hoffen auf viele Teil­nehmerinnen und Mitglieder um dieses Netzwerk zu ver­breiten, also teilen teilen teilen!




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Eintrag geschrieben: Freitag, 4. Mai 2012 um 16:30 Uhr unter Terminkalender. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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8 Kommentare

  1. Franz sagt:

    „Das Ziel von FEMALE CLASH ist eine Bewegung der Ladies im Hip Hop zu festigen und ein dauer­haftes Netz­werk zu bieten, bei dem sie sich aus­tauschen, informieren plus ihre Werke – sei es Rap, Gesang, Tanz, Instrument oder Graffiti“

    Erinnert mich an die kulturellen Veranstaltungen damals im kontrollierten Rahmen der Pionierorganisation „Ernst Tählmann“. Wir festigen die Pioniere bei Gesang und Tanz.

    Die Beasty Boys haben sich hochgepöbelt UND mit ihrer Musik etwas neues geschaffen. Die Girls hinterlassen m.E. keine eigenen Spuren, wenn sie auch hier auf den bereits ausgelatschten Pfaden der Boys wandeln, indem sie artig versuchen auf einen längst abgefahrenen Zug aufzuspringen. Hip Hop, Graffiti gehört inzwischen zum popkulturellen Mainstream – ist also genau wie Punk dem Kommerz anheim gefallen und somit tot tot tot.

    Guten Morgen.

  2. Anna-Sarah sagt:

    Ah, ok. Sorry, ich wusste nicht, dass das ganze Thema popkulturell komplett irrelevant ist. Da haben all die Ladies und Girls sich wohl vertan. Umso wichtiger, dass mal ein Experte kommt und es ihnen erklärt. Zumal anhand eines so einleuchtenden wie bestechenden Vergleichs wie dem mit den Thälmann-Pionieren. Danke für die Erleuchtung!
    P.S. Wie du als Hip Hop Culture-Kenner sicherlich weißt, nennt die Band, die du glaube ich meinst, sich Beastie Boys und hat bekanntlich eher wegen anderer Qualitäten als „Hochpöbeln“ ihre Relevanz erlangt, so viel Liebe zum Detail muss sein. Der Zusammenhang, in dem sie hier genannt werden, erschließt sich mir zwar nicht ganz, aber hey.

  3. Franz sagt:

    Na sicher genügt allein Pöbeln nicht. Der Verweis auf das lose Mundwerk bringt jedoch den Gedanken der gezielten Grenzüberschreitung zur Sprache. Punk und Rap entspringt nicht soziologischen Händchenhaltens sondern den revoltierenden Niederungen isolierter Gruppen, die in ihren sozialen Verhältnissen alles andere als gefestigt waren – im Gegenteil. Gerade diese Position des Outlaws bildete erst die verzweifelte Basis für wütenden Punk, Rap und Hip Hop. Insofern kann eine punkig-authentische, weibliche Wut mit Sicherheit nicht durch kontrollierte Maßnahmen, möglichst noch vom Frauenministerium gefördert, herbeigenetzwerkt werden.

    Adam Yauch wuchs in Brooklyn auf und startete als Punkrocker. „Kill your idols“ war die Parole. Die Relevanz da kommender Biestie Girls wird sich hieran messen lassen.

  4. Anna-Sarah sagt:

    @Franz:

    Punk und Rap entspringt nicht soziologischen Händchenhaltens sondern den revoltierenden Niederungen isolierter Gruppen, die in ihren sozialen Verhältnissen alles andere als gefestigt waren

    Ach, echt? Wow. Wieder was dazugelernt, ich dachte, das hätten alles MTV und die BRAVO erfunden. Na dann ist das ja erst recht alles nichts für Frauen. Und was ich auch nicht wusste und echt spannend finde: dass dieses Female-Clash-Ding anscheinend ein von ganz oben gefeaturetes und gefördertes Strippengeziehe ist. War mir nicht klar, dass Pretty Paine die rechte Hand von Kristina Schröder ist. Und auch nicht, dass (nur) ein (einziger) Wohnort (der Welt) per se subversives Potential und popkulturelle Relevanz von unerreichbarem Ausmaß erzeugt.

    – Und jetzt können wir diese „Diskussion“ bitte beenden, ok? OK. Danke.

  5. Franz sagt:

    Na, die Überzeugung um nicht zu sagen Gewissheit, dass Punk und Rap bzw. die gesamte revoltierende No-Future-Bewegung – angefangen von den Last Poets und Dead Kennedys über die Goldenen Zitronen bis hin zu den Beasties – nichts denn mediales Produkt ist, macht ein „Mitspielen“ doch nur um so fragwürdiger. Vielmehr wäre an dieser Stelle doch eher die Offenlegung jenes medial gefakten „No-Future“ als in Wirklichkeit vorteilsnehmende „Dividende“ hegemonialer Männlichkeit anzustreben.
    Auf die Beweisführung bin ich höchst gespannt. Insofern, eine wirkliche Diskussion nicht nur schnippiges Abwiegeln könnte hier beginnen, liebe Anna-Sarah.

    Nein, wie ich bereits sagte: Punk und Rap sind tot WEIL MTV inzwischen damit Kasse macht. Curt Cobain hat sich u. a. auch aus diesem Grund ganz hegemonial den Kopf weggeschossen.

    Ende.

  6. Anna-Sarah sagt:

    Franz, ehrlich gesagt, ich verstehe Null, worauf du hier hinaus willst mit dem ganzen kulturkritisch verbrämten Namedropping, musikhistorischen Schaulaufen und semi-informierte Gewissheiten-Verkünden, was angeblich alles tot ist und warum (inklusive küchenpsychologischer Schnellschussanalyse von Cobains Suizid) – Pardon, aber das erinnert mich irgendwie an den popkulturell abgehängten Musiklehrer, der seiner Klasse erklärt, dass es seit den Beatles keine relevante Popmusik mehr gegeben habe (also zufälligerweise seit seiner eigenen mehr oder weniger wilden Jugend). Dass ‚Female Clash‘ ein staatlich gefördertes Mainstreamprojekt of Corporate Kommerz ist? Dass du Hip Hop neueren Datums persönlich Kacke findest? Dass du ein Problem mit Frauennetzwerken hast, wenn die sich ihre Agenda nicht von dir in Punkto „Relevanz“ absegnen lassen? Nochmal in kurz: Da machen sich Hip Hop-affine und szeneaktive Frauen und Mädchen eine Plattform, über die sie bestimmte Interessen teilen und weiterentwickeln können – wo the heck ist eigentlich dein Problem damit? Ich sehe hier auch überhaupt keinen Grund für irgendeine „Beweisführung“, wer soll sich denn hier bitte rechtfertigen, und für was, und worüber genau willst du ausgerechnet hier jetzt diskutieren? (Disclaimer: Rhetorische Fragen.) Female Clash: Die haben da Bock drauf und fertig. Das allein wäre schon Argument genug. Und wenn du mit dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit vertraut bist, wie du ja andeutest, sollte dir umso klarer sein, warum so ein Netzwerk wichtig ist. Diese „Diskussion“ hier ist dafür 1a Anschauungsmaterial.

  7. dieTilde sagt:

    Danke, Anna-Sarah für den Female Clash-Hinweis. Sehr cool, das schaue ich mir näher an!

    @Franz

    Ich wusste bis eben nicht, warum Kurt Kobain sich suizidiert hat und dass Punk und Rap tot sind. Endlich mal was dazu gelernt.

    Ich glaube, ich schmeiße den davon betroffenen Teil meiner Plattensammlung gleich in die Restmülltonne.

    Von der Riot Grrrl-Bewegung bin ich jetzt auch ziemlich enttäuscht. Jetzt, wo mir klar wird, dass die seit den 90ern in toten Gewässern mit dem Quietscheentchen spielt.

    Alles lebloses Gewäsch. Oh shit, ich hab’s nicht bemerkt.

  8. dieTilde sagt:

    @Franz

    Mein Problem ist nicht Nick Cave (wobei, der jetzige, resp. nicht frühe N. C. schon mit seinem mistigen nicht-politischen Zeug, weil der Geld damit macht).

    Ich habe Platten aus den genannten Genres, die sind nicht mal 5 Jahre alt!

    Aber jetzt mal Ironie off.

    Die Intention deiner Diskussionsgestaltung im Female Clash-Kontext erschließt sich mir nicht und erinnert mich an das pseudo-wissenschaftliche und dogmatische Gewäsch des Professors einer Freundin (heute Musikwissenschaftlerin), die sich in ihrer ganzen Studienzeit anhören musste, dass Mozart nur seichter Müll ist und Stockhausen das Maß aller Dinge. Im wissenschaftlichen Kontext mag eine solche „Diskussion“ legitim sein, im Artikelkontext tut sie nix zur Sache.

    In diesem Sinne:

    “Das Ziel von FEMALE CLASH ist eine Bewegung der Ladies im Hip Hop zu festigen und ein dauerhaftes Netz­werk zu bieten, bei dem sie sich aus­tauschen, informieren plus ihre Werke – sei es Rap, Gesang, Tanz, Instrument oder Graffiti”.

    That’s it.

    Ende Gelände.