Einträge von Anna


Applaus für… Sharon Adler

7. März 2012 von Anna
Dieser Text ist Teil 21 von 22 der Serie Applaus für

Morgen wird der Berliner Frauenpreis verliehen. Preisträgerin ist in diesem Jahr Sharon Adler, Herausgeberin des online Magazins AVIVA-Berlin. Wir haben mit Sharon gesprochen und sie gefragt, was der Berliner Frauenpreis genau ist und warum sie ihn bekommt.

Bild von Sharon Adler

Sharon Adler
(Copyright: Aurélia Vartanian)

Sharon, du bekommst am 8. März den Berliner Frauenpreis. Herzlichen Glückwunsch! Was genau ist das für ein Preis?
Danke Dir!
Der Berliner Frauenpreis wird seit 1988 jährlich vergeben, laut Senatsverwaltung an “Berlinerinnen, die sich in herausragender Weise und mit überdurchschnittlichem Engagement für die Emanzipation der Geschlechter einsetzen.”
Über die Vergabe des Preises entschied eine Jury, der neben Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt die Sozialwissenschaftlerin und Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, die Wissenschaftlerin vom Institut für Management der FU Berlin, Gertraude Krell, die Vorsitzende des Verbandes polnischer Unternehmerinnen e.V., Lucyna Krolikowska, und die Preisträgerin des Jahres 2011, Jutta Allmendinger, angehören.

Und warum bekommst du ihn?
Gern möchte ich an dieser Stelle auszugsweise meine Freundin Mo Asumang zitieren, die mich für den Preis vorgeschlagen hat und auch die Laudatio im Roten Rathaus halten wird:
“Sharon Adler setzt sich mit ihrer Arbeit seit mittlerweile mehr als zwölf Jahren unermüdlich und an beinahe 365 Tagen im Jahr für Emanzipation und gegen Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung aller Art und für universelle Menschenrechte ein. AVIVA-Berlin wurde von ihr allein am Küchentisch gegründet, allein aus ihrer Vision heraus, ein Online-Frauenmagazin zu etablieren, das es in dieser Form nicht gab und auch heute noch einzigartig ist”. Das vollständige Statement könnt ihr gern auf AVIVA-Berlin nachlesen.

Kannst du mir ein bisschen mehr über AVIVA erzählen? Worum geht es bei euch, wer liest euch?
Unsere LeserInnen sind so unterschiedlich wie unsere Themen und die AVIVEN. Kurz gesagt, geht es bei AVIVA um Politik, Jüdisches Leben, Literatur, Musik und Informationen, wie etwa Veranstaltungshinweise zu Seminaren, Kongressen, Tagungen etc. – immer von Frauen für Frauen mit Fokus auf frauen- und genderpolitische Entwicklungen. Themen, die in den Mainstream-Medien so nicht vorkommen und bestenfalls als Randthemen behandelt werden. Generell finden wir, dass Frauen und ihre Leistungen nicht ausreichend gewürdigt werden. Wenn sie vorkommen, dann als Glamour Girls oder mit dem Zeigefinger darauf, wie viele Frauen doch schon in der Politik zu finden sind und wir deswegen keine Quote brauchen…
AVIVA-Berlin ist bis heute ein verlagsunabhängiges Medium und immer noch lieben wir die Herausforderung, kontinuierlich Beiträge zu Themen und Inhalten ins Netz stellen, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit und ihren Platz im Netz verdienen.

Welche Seiten liest du denn regelmäßig? Was möchtest du uns bzw unseren Leser_innen empfehlen?
Ich lese u.a. die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung, FemBio Frauen-Biographieforschung, das Weblog des Journalistinnenbunds, und, ja, auch sehr gerne die Mädchenmannschaft.

Nochmal zurück zum Frauenpreis: Die Verleihung ist ja öffentlich. Was muss ich machen, wenn ich gerne kommen möchte?
Einfach hinkommen! Mensch braucht keine Einladung.
Am 8. März ab 18 Uhr geht es im Roten Rathaus los – erst wird Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, den Preis an mich überreichen, dann Mo Asumang die Laudatio halten. Die Musik kommt live von Sookee und Vivian Kanner. Und danach haben wir uns ein vegetarisches Buffet gewünscht – ich hoffe, wir sehen uns und feiern gemeinsam!


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Selbermach-Sonntag (26.02.2012)

26. Februar 2012 von Anna

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Und schon ist wieder Sonntag. Und wie jede Woche fragen wir euch an dieser Stelle: Was haben wir in den letzten Tagen verpasst, was ist euch aufgefallen, das wir übersehen haben? Schreibt es in die Kommentare!

Einen schönen Sonntag euch allen.


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PETA, VIVA und Swingerclubs: die Blogschau

25. Februar 2012 von Anna
Dieser Text ist Teil 146 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Babykram & Kinderkacke erklärt uns, wie wir über die Organisation “Adopt a revolution” Revolutions_patinnen für die Aktivist_innen des Syrischen Frühlings werden können (der im Text verlinkte Beitrag aus der ZDF Mediathek ist dort anscheinend leider nicht mehr verfügbar geht wieder).

Theoriehappen gefällig? autotrans* & w.i.r. schreibt über Gewalt durch Sprache und “Verbindungen von Rassismus und Transphobie in LSBTI- Zusammenhängen”.

Ich kann mich denkwerkstatt nur aus vollstem Herzen anschließen: Bitte alle die Golden Girls schauen!

feministisches Bild aus Bügelperlen

Puzzlestücke zeigt, was Bügelperlen auch können

Afrikawissenschaft schreibt über die Dokumentation “Audre Lorde – The Berlin Years 1984 to 1992″, der dieses Jahr bei der Berlinale gezeigt wurde.

Nochmal Berlinale: Ingeborg Boxhammer berichtet in einem Gastbeitrag bei l-talk über die Filme, die sie gesehen hat.

Lena Schimmel analysiert die Frauenfeindlichkeit im neuen PETA Werbespot.

Die 2. Riot Grrrl Compilation zum freien Download verfügbar! Bitte einmal hier entlang.

“Ich sehe was, was du nicht siehst” heißt ein “Lightfaden”, der in Zusammenarbeit mit dem Genderkompetenzzentrum entstanden ist. In diesem werden unter anderem folgende Fragen geklärt: “Wie werden Diversitäten und Machtverschränkungen im Bild hergestellt? Warum ist eine Strichfigur automatisch ein Strichmännchen?” Mehr erfahren und den Comic bestellen könnt ihr bei 123comics

““Schwul” ist keine Beleidigung und sollte als solche auch nicht verwendet werden”, so das Statement vom Musiksender VIVA, nachdem dieser auf der zugehörigen facebook Fanpage hunderte entsprechender Kommentare gelöscht hat. Alexander von Beyme meint “Bravo, Viva”.

Katrin Schuster schreibt auf VOCER anlässlich des Falles eines Münchner Ehepaares, das in einer Sendung über Swingerclubs unverpixelt gezeigt wurde über die im Fernsehen allgegenwärtigen Kuppeleiformate und Sex-”Dokumentationen”.

Die Gitarre als Phallussymbol? Jap! Beweisfotos gibt’s bei ProChange.

milenskaya schreibt über eine etwas seltsame Printkampagne (“get noticed”) und Postfeminismus. Wie das zusammenhängt erfahrt ihr hier.

Termine haben wir wie immer nach dem Klick gesammelt: (weiterlesen …)


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Heute ist der internationale Tag gegen Genitalverstümmelung

6. Februar 2012 von Anna

Am heutigen 6. Februar findet zum neunten Mal der “Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung” statt. DieStandard.at schreibt:

Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden etwa drei Millionen weibliche Personen jährlich einer Genitalverstümmelung unterzogen.
[...]
Mädchenbeschneidungen sind vor allem in Afrika kulturell tief verwurzelt, auch wenn sie von keiner Religion vorgeschrieben sind. [...] Immer wieder sterben Mädchen an den Folgen, häufig kommt es zu Infektionen und chronischen Entzündungen. Viele beschnittene Frauen leiden ihr Leben lang an Depressionen und Angstzuständen; auch bei Geburten sind sie vermehrten Risiken ausgesetzt.

Genitalverstümmelung ist jedoch kein Problem einzelner afrikanischer Länder, auch Frauen und Mädchen in anderen Staaten sind davon bedroht, wie zum Beispiel diese Reportage des Deutschlandfunks eindrucksvoll darstellt. Integra, das deutsche Netzwerk gegen Genitalverstümmelung, fordert daher einen nationalen Aktionsplan zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung. Solche Aktionspläne gibt es bereits in anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich oder den Niederlanden.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org weist anlässlich des heutigen Tages darauf hin, dass jeden Tag “in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt” werde. Sie betrachtet die so genannten “korrigierenden oprativen Eingriffe” bei angeblich “unklaren” Geschlechtsteilen der betroffenen Kinder als “westliche Form der weiblichen Genitalverstümmelung”. Mehr Informationen dazu gibt es im Blog von Zwischengeschlecht und auch in diesem Streitgespräch in der Zeit zwischen Lucy Veith (Leiterin des Vereins Intersexuelle Menschen) und Olaf Hirot (Professor für Kinderheilkunde mit dem Spezialgebiet Hormonstörungen und Sprecher des Netzwerks DSD/Intersexualität).


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Selbermach-Sonntag (08.01.2012)

8. Januar 2012 von Anna

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Und schon ist sie vorbei, die erste Woche des Jahres! Sicher gab es auch in dieser wieder genug Dinge zum Ärgern oder drüber lachen. Hier ist euer Platz dafür.

Schönen Sonntag!


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Geschlechterrollen, Nordkorea und Rassimus: Die Blogschau

7. Januar 2012 von Anna
Dieser Text ist Teil 140 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Beginnen wir mit dem Aufreger der Woche: Einem Zwei wirklich unsäglichen Artikeln in der Zeit zum Thema Geschlechterrollen und -unterschieden (an dieser Stelle auch danke an die Leser_innen, die uns darauf hingewiesen haben). Dazu müssen wir aber zum Glück gar nichts mehr sagen, da sich schon einige andere schlaue Menschen diesem angenommen haben: Lest die klugen Kommentare von Nina LaGrande, Julia Seeliger und Joachim Schulz.

Anonsten standen die Blogs diese Woche noch ganz unter dem Eindruck des Jahreswechsels:

canonball hat die besten Platten 2011 zusammengestellt. Huch, die wurden ja alle von Frauen aufgenommen.

Christiane Link von Behindertenparkplatz hat für das nächste Jahr Wünsche an die Medien formuliert.

post_gedanken blickt ebenfalls zurück. Allerdings nicht auf die typische Art und Weise.

Karin Schuster kommentiert die Aufregung um die retouchierten Fotos vom Staatsbegräbnis in Nordkorea. Recht hat sie!

Homo- und Bisexuelle Männer dürfen kein Blut spenden. Die haben nämlich alle dauernd wechselnde Geschlechtspartner. Heteros hingegen scheinen völlig monogam zu leben. Nun ja. Mehr dazu bei karlu.

This is just a test hat versucht, dem Schlossparktheater Berlin zu erklären, warum dieses Plakat bzw das Stück, das da beworben wird rassistisch ist. Hat nur so halb geklappt, denn das Theater meint, man folge schließlich einer langen Theatertradition, und die ist anscheinend per se “nicht rassistisch”. Urgs! Den gesamten Briefwechsel könnt ihr hier lesen, bei afrikawissenschaft geht’s weiter. Das Schlosstheater ist nämlich auch bei facebook aktiv.

Das Referat für feministische Politik in Wien sucht Schreiber_innen für eine geplante Sex-Politiken Broschüre. Alle Infos gibts beim Mädchenblog.

Feminist_innen verstehen keinen Spaß. So weit, so bekannt. Der Kegelclub hat zusammen gefasst, warum spaßbremsen trotzdem Spaß macht.

Im Rheinsalon gibt es einen sehr spannendend Gastbeitrag von Nina Horré zum Thema “Gleichstellung in anderen Teilen der Welt” zu lesen.

kritisch-lesen.de bespricht feministische Lektüre.

Videotime: “Shit white girls say to black girls” ist der schöne Titel, anzusehen bei girls can blog. Ist auf Englisch, leider wohl ohne Untertitel (?).

Termine, Termine, Termine gibt es wie immer nach dem Klick:
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“Frauen und Frieden” – zum Tode von Christa Wolf

1. Dezember 2011 von Anna

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist heute morgen im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. FemBio nennt Wolf neben Günter Grass “Deutschlands renommierteste Schriftstellerpersönlichkeit”. Eines ihrer bekanntesten Bücher (wenn nicht sogar das bekannteste) ist “Der geteilte Himmel”, ein Buch über eine Liebe, die schließlich an der Teilung Deutschlands scheitert. “Der geteilte Himmel” war für Wolf auch über die deutschsprachigen Grenzen hinaus ein Erfolg.

diestandard.at schreibt in ihrem Nachruf:

In ihren Büchern griff die DDR-Autorin immer wieder Schicksale von Menschen auf, die von der deutschen Teilung gezeichnet waren. [...] Für viele Menschen in der DDR galt sie auch als eine moralische Instanz.

Wolf hatte sich lange für gesellschaftliche Reformen in der DDR eingesetzt und als SED-Mitglied gegen Willkürmaßnahmen der Staats- und Parteiführung und gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestiert. Zeitweise arbeitete sie aber auch mit der Stasi zusammen.

Über ihr Buch “Kassandra” schreibt Die Zeit:

Im Roman Kassandra versteckte sie eine Botschaft für den Zensurapparat der DDR. “Ich wartete gespannt, ob sie es wagen würden, die Botschaft der Erzählung zu verstehen, nämlich dass Troja untergehen muss. Sie haben es nicht gewagt und die Erzählung ungekürzt gedruckt. Die Leser in der DDR verstanden sie.” Sie habe dieses Land DDR einmal geliebt, schrieb Wolf nach dem Ende der DDR an ihren Kollegen Günter Grass. Sie meinte damit die Menschen, nicht den Machtapparat.

Und FemBio zum gleichen Werk:

In Kassandra (1983) griff Wolf auf den antiken Mythos zurück, um die Anfänge des Krieges in der patriarchalischen Kultur der Griechen zu untersuchen. Wolfs schon längst feministische Ansätze werden durch Auseinandersetzungen mit Schriften der »westlichen« Frauenbewegung vertieft und erweitert; sie wird jetzt als gesamtdeutsche Schriftstellerin anerkannt.

1989 gehörte sie zu jenen Intellektuellen, die sich für den Fortbestand einer vom Westen unabhängigen DDR einsetzen. 2003 erschien ihr Buch “Ein Tag im Jahr. 1960-2000″, ein Protokoll persönlicher Notizen, die sie jedes Jahr am 27. September niedergeschrieben hatte: “Entstanden ist ein beeindruckendes Zeugnis ihrer Existenz aus Autorin, als Zeitgenossin, als Frau, Mutter, als Bürgerin der DDR und schließlich der BRD” (Klappentext).

Wolf wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie dem Bremer Literaturpreis, dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Deutschen Bücherpreis.

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Das Buch über diesen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.

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“Es gehört wohl zur Geschichte des Feminismus, dass das Wort für manche ein Schimpfwort ist”

7. November 2011 von Anna

In der Sonntagsausgabe der taz, der sonntaz, gab es ein spannendes Interview mit der Sozialwissenschaftlerin und ehemaligen Vorsitzenden von “Pro Familia” Gisela Notz zu lesen, das nun auch online verfügbar ist. Hier ein paar prägnante Auszüge, die aber keinesfalls ein Ersatz für die Lektüre des ganzen Interviews sein sollten.

Was ist Feminismus genau?
In erster Linie ein historischer Begriff, der Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Frauenkongress in Paris aufkam. Feminismus wurde Maskulinismus gegenübergestellt. Von dort soll der Begriff wie ein Lauffeuer durch die Frauenrechtsbewegung gezogen sein. Feminismus ist also kein Wort, das erst um 1970 aufkam.

Was ist Maskulinismus?
Die Vorstellung, dass Männer naturbedingt den Frauen überlegen sind. So wird männliche Dominanz legitimiert.

Kann man dann Feminismus als Gegenteil von Maskulinismus deuten?
Ich deute es nicht so.

Wie dann?
Es gibt keine einheitliche Definition. Ich sage mal so: Feminismus heißt, dass ich Kenntnis davon habe, dass Frauen in dieser Gesellschaft – neben ihrer sozialen Schicht, Herkunft, körperlichen Besonderheiten – auch aufgrund ihres Geschlechts Diskriminierungen ausgesetzt sind. Eine Feministin erkennt das, belässt es aber nicht dabei, sondern überlegt, wie dieses Unrecht geändert werden kann. Übrigens kann auch ein Mann Feminist sein, wenn er das Unrecht, das Frauen aufgrund ihres Geschlechts erfahren, erkennt und versucht, es zu ändern.

[...]

Es gibt, schreiben Sie, auch heute viele Facetten von Feminismus. Welche?
Ökofeminismus etwa. Oder schwarzen Feminismus. Ich habe lange bei den Beiträgen zur feministischen Theorie und Praxis gearbeitet. Wir waren die führende Publikation für Feminismus, und dann kamen Frauen, die eine anderer Herkunft oder eine andere Hautfarbe hatten, und sagten: Ihr habt einen eurozentristischen Blick, was ist mit unseren Problemen? Die hatten wir wirklich zu wenig wahrgenommen. Mich hat die Auseinandersetzung mit den schwarzen Frauen nachhaltig beeindruckt.

[...]

Warum hält sich der Eindruck, Feministinnen arbeiten sich auch heute an den Männern ab?
Das wird Feministinnen meiner Generation vorgeworfen, weil wir uns von den Männern separiert haben. Es ging dabei aber eher darum, sich zurückzuziehen, um eigene Thesen zu entwickeln und sich dann mit den Männern auseinanderzusetzen und im Idealfall Strukturen, die allein den Männern dienen, gemeinsam außer Kraft zu setzen.

Und wie sieht es mit jungen Frauen heute aus? Die sind auch mit Geschlechterungerechtigkeit konfrontiert, nur sehen sie die Männer nicht als Gegner.
Das liegt daran, dass viele Probleme heute nicht nur die Frauen, sondern auch Männer betreffen. Wenn ich an prekäre Arbeitsverhältnisse denke – das war lange ein Frauenproblem. Gut, zwei Drittel der Personen in prekären Arbeitsverhältnissen sind immer noch Frauen, aber ein Drittel sind mittlerweile eben Männer. Es gibt heute auch mehr Männer, die Kindererziehung und Beruf nicht unter einen Hut kriegen. Solche Entwicklungen zeigen, dass die Mann-Frau-Polarisierung nicht mehr so greift.

(Vielen Dank an Antje Schrupp für den link.)


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Gesucht: Surftipps für engagierte Omas und feministische Mütter

27. Oktober 2011 von Anna

In der letzte Woche erreichten uns gleich zwei Anfragen, die wir gerne an euch weiter geben würden.

@Anjjab fragte über twitter nach Blogs, Foren und anderen Möglichkeiten des gemeinsamen Austauschs mit anderen feministischen Müttern. Ein paar sind uns schon eingefallen, aber da muss es noch mehr geben!

und Raupe fragte im Selbermach-Sonntag nach Surftipps für ihre Oma:

Habt ihr Linktipps, die ich meiner Oma empfehlen könnte?
Sie ist fast 90, kann Emails abrufen und Nachrichten lesen, richtig gut googeln jedoch nicht. Dementsprechend sind Netzpolitische Themen nichts für sie. Sie ist Witwe, vielseitig interessiert, bildet sich gern weiter & möchte auch Dinge erfahren, die über Hausarbeit hinausgehen (nix gegen Hausarbeit, aber die hat sie ihr Leben lang gemacht).
Ich suche nun schon eine ganze Weile herum, und finde nichts. Vielleicht fallen mir auch nur nicht die passenden Schlagwörter ein. Über eure Tipps bin ich superfroh!
[...] Sie selbst denkt, es gibt eh nichts für sie. Ich denke, ein Blog wäre ein guter Einstieg. Fürs austauschen ist sie noch zu skeptisch mit diesem Internet. Ein Blog, der von mehreren (Frauen) geführt wird, persönlicher Touch, aber vielseitige Themen / Alltagszeug / … ?

Ich möchte sie für die vielen Möglichkeiten des Internet begeistern, damit sie nicht in ihrem Dorf sitzt und Klatschmagazine liest, obwohl sie die doof findet und sich einsam fühlt.

Wer von euch kann den beiden weiter helfen? Über sachdienliche Linktipps und Hinweise freuen sich sicher nicht nur @Anjjab und Raupe!


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Selbermach-Sonntag (23.10.2011)

23. Oktober 2011 von Anna

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim SpielenUnd schon wieder ist eine Woche vorbei! Was war los, das wir vergessen haben? Über was würdet Ihr sonst gerne mal reden? Habt Ihr Fragen an die anderen Leser_innen?
Ab mit all dem in die Kommentare!

Wunderschönen Sonntag Euch allen!


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