Archiv für Juni 2009


GenderGenderGender

30. Juni 2009 von Verena

Unter dem Titel Love me Gender – Gender is Happening findet vom 6. bis zum 12. Juli eine spannende Aktionswoche in Berlin statt.
Jeder Tag steht thematisch unter einem der Jubiläen des Jahres 2009 – von 90 Jahre Frauenwahlrecht bis zu 20 Jahre Mauerfall.


Love me Gender – Gender is Happening

Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet das Happening und verspricht:

In Workshops, Diskussionen, Filmscreenings, Lectures, GenderWalks, GenderSports und Performances wird Gender einerseits in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gestellt und werden andererseits Handlungsmöglichkeiten und Strategien der Selbstermächtigung aufgezeigt. Zentral ist immer die interaktive und praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Thema Gender in all seinen Facetten. Es soll gebloggt, musiziert und gefilmt, es soll gelacht, getanzt und genossen werden.

Auch die Mädchenmannschaft nimmt an der Happeningwoche teil. Am Dienstag, 7. Juli, diskutiert Meredith über Simone de Beauvoir. Am Donnerstag, 9. Juli, laden Katrin und Verena zum Politischen Salon. Dort geht es um die Chancen des Feminismus, on- und offline.

Undbedingt mitmachen!


Facebook | |


Vom Ficken und Lecken

29. Juni 2009 von Helga

[Achtung, dieser Post enthält wirklich viele Schimpfwörter!]
PZ Myers, Professor und Pharyngula-Blogger, ist derzeit in Deutschland unterwegs und bat um Vorschläge für deutsche Schimpfwörter. Dabei fiel mir auf, dass wir zwar “fick dich” aber “leck mich” sagen. “Fick dich”, wie auch “Wichser” scheint noch aus einer Zeit zu stammen, als Masturbation als unmoralisch angesehen wurde, wenn vielleicht auch nicht mehr zwingend als zu Schwachsinnigkeit führend. Bei “leck mich” frage ich mich nun, ob es lediglich als Verkürzung von “leck mich am Arsch” entstanden ist (was auch heute noch die wenigsten toll finden) oder vom lecken (Cunnilingus) herrührt, das auch heute noch nicht die mediale Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfährt, die dem Blow-Job seit einigen Jahren zu Teil wird.

Schimpfwörter sind allgemein ein interessantes Thema. Es gibt Hurensöhne, aber keine Zuhältertöchter, mit Nutte, Hure, Schlampe gibt es mehr Wörter für promiskuitive Frauen, als mir für ihre männlichen Gegenparts einfällt…

Zum Abschluss noch einige Schimpfwörter, die nichts mit Geschlechtsteilen zu tun haben, und die viel zu selten verwendet werden: Dreikäsehoch, Teufelsbraten, Himmelarschundzwirn!, Gartenzwerg, Rotzlöffel und Göre.


Facebook | |


Blog statt Massen-Emails

29. Juni 2009 von Susanne
Dieser Text ist Teil 9 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

TRESPLUSCOOL.com

Wie heißt du?
Fenke Gabriel-Schwan.

Seit wann bloggst du?
Ich blogge seit zirka zwei Jahren.

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich habe angefangen zu bloggen, um das, was ich so auf meiner tägliche Reise durchs Netz fand, der Welt mitzuteilen. So konnte ich aufhören, Massen-Emails an alle meine Freunde zu schicken, denn die brauchten sich ja nur noch meinen Blog zu Gemüte zu führen.

Worüber schreibst du?
Ich schreibe hauptsächlich über Mode, aber auch über vieles andere, was mich interessiert wie Illustration und Musik.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich habe durch das Bloggen, wie viele andere auch, schon einige Leute “in der echten Welt” kennengelernt, was immer supernett war und ist. Außerdem habe ich auch das Internet besser zu nutzen gelernt – es ist jetzt weniger ein wahlloses Surfen, als eine gezielte Suche nach Input.

Wovon braucht das Internet mehr?
Ich wünsche mir mehr interaktive Seiten, die einem auch im echten Leben irgendwie nützlich sind.

Frauen im Web sind…
leider manchmal noch zickiger als im wahren Leben.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Vieles lese ich täglich, aber eine kleine Sucht ist die Seite www.tastespotting.com geworden, auf der über Fotos zu allen möglichen Foodblogs verlinkt wird.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an mannschaftspost(at)web.de.


Facebook | |


Selbermach-Sonntag (28.6.09)

28. Juni 2009 von Susanne

Ihr wisst ja, wie’s geht.

Schönen Sonntag!


Facebook | |


Und da war das Kind weg

27. Juni 2009 von Helga

Nicht erst seit der Tode von Kevin und Lea-Sophie nehmen die Jugendämter Eltern mit Problemen die Kinder öfter weg, berichtet Zeit.de. Von der Politik wird dies als Erfolg gefeiert, inzwischen habe sich eine “Kultur des Hinschauens” etabliert. Doch nicht alle sind dieser Meinung:

Seit Jahren weisen Sozialarbeiter auf die stetige Zunahme familiärer Notlagen und Krisen hin und fordern, darauf mit dem Ausbau präventiver Hilfen zu reagieren. Das Gegenteil geschieht, jedenfalls in armen Kommunen. Gerade dort, wo es aufgrund der Bevölkerungsstruktur am nötigsten wäre, können sich die Kommunen keine gut ausgestattete Jugendhilfe leisten.

So gibt es heute nur noch wenig Geld für präventive Maßnahmen, außerdem trauen sich immer weniger Eltern, diese in Anspruch zu nehmen, aus Angst, ihre Kinder zu verlieren. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz und am schlechtesten stehen am Ende die Kinder da.

Inobhutnahmen und Sorgerechtsentzüge sind gravierende Eingriffe in das Leben von Familien. Für alle Beteiligten und besonders für die Kinder bedeuten sie eine traumatische Erfahrung, selbst wenn sie ihrem Schutz dienen. Und was wird dann aus diesen Kindern? Die allermeisten kehren doch in ihre Familien zurück und dann werden endlich ambulante Hilfen gewährt, nicht zuletzt auch, um die hohen Kosten einer längeren Unterbringung zu vermeiden.

Seit Jahren ist bekannt, dass die Jugendämter zu wenig Personal haben. Wird der Rotstift angesetzt, sind Erziehungshilfen trotzdem immer die ersten Streichkandidaten.

Über ihre Erlebnisse in einem Familienzentrum berichtet auf Zeit.de Elisabet Cantero.


Facebook | |


Diese Woche warmgebloggt

27. Juni 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 46 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche war Sommeranfang und trotzdem fröstelten angesichts Dauerregen so manche Finger an der Tastatur. Gebloggt wurde trotzdem:

Das side-glance blog stellt die Frage, inwiefern Leistung oder Know-How im Zusammenhang mit Aussehen bewertet werden.

Das Väterblog berichtet über den Startschuss eines neuen Internetportals für Väter in Niedersachsen.

Bei flannelapparel macht Tessa sich – zum wiederholten Male – Gedanken über die weibliche Bloggersphäre. Aber das Thema kann ja nicht oft genug aufgegriffen werden.

Das Missy-Magazine hat seine Netzkultur-Rubrik „Electric Ladyland“ von Verena Kuni jetzt auch online im Angebot.

Frau Langstrumpf löst ein Was-ziehe-ich-heute-an-Problem.

Im pudri blog weist Mary auf die Versammlung der Modebloggerinnen in Berlin hin. Motto: „Aus der Umkleide an die Front Row“. Termin: 4. Juli in Berlin.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


Facebook | |


Wer wen küsst

26. Juni 2009 von Helga

Seit sich vor 40 Jahren in New York erstmals Homosexuelle in der Christopher Street gegen Polizeigewalt wehrten, ist in der vorher heterosexuellen, männlichen, weißen, christlichen cisgender Welt schon viel ins Rollen gekommen. Dass noch viel zu tun bleibt, erläuterte Jan Salloch in der Sueddeutschen. Er ist Vorstand und Organisator des Berliner Christopher Street Day, der morgen, am 27. Juni, zum 31. Mal gefeiert wird.

Es ist Schulterschluss in der Community geglückt, es gibt bei fast allen Veranstaltungen in Deutschland ein Kernthema: die Ergänzung des Artikels 3 im Grundgesetz um den Passus der sexuellen Orientierung. Gerade weil die sexuelle Identität nicht im Gleichheitsgrundsatz steht, bleiben uns viele Dinge verwehrt. Die Ergänzung würde uns auch vor politischen Veränderungen im Land schützen.

Wie hier werden sexuelle Orientierung und Identität oft synonym gebraucht, dabei schließt ersteres z.B. Intersexuelle oder Transgender aus, wie Medienelite.de erklärt:

Männer und Frauen, die jeweils auf ihr eigenes Geschlecht oder beides stehen, sind entweder schwul, lesbisch bzw. bisexuell. Genau das nennt man sexuelle Orientierung. Zumindest einen Teil davon – denn da gibt es ja noch die Heteros ^^

Sexuelle Identität, soziales Geschlecht oder auch Gender (=englisch, heißt übersetzt Geschlecht, bitte nicht verwechseln mit Frau/Mann, das ist im Englischen nämlich “sex”) genannt, bedeutet hingegen das Zusammenspiel von biologischem Geschlecht, meiner Annahme davon, sexueller Orientierung, Charakter, sozialer Interaktion, Kleidung, Verhalten, Aussehen, Mimik, Gestik – also alles, was mich als Person ausmacht. Was wiederum Transvestiten, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle, etc. mit einbezieht.

Doch selbst wenn die sexuelle Identität mit ins Grundgesetz aufgenommen wird, dauert es wohl noch eine ganze Weile bis es wirklich keine Rolle mehr spielt, wer wen küsst und wie man dabei aussieht.


Facebook | |


Das Testosteron ist schuld!

26. Juni 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 7 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Männer sind eben aggressiv. Frauen nicht. So denken viele und manifestieren damit alte Stereotype. Wie unbrauchbar die sind, zeigt sich gerade wieder in der Finanzkrise.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Ein Mythos, der sich seit Wochen in den Medien hält, besagt, dass die Finanzkrise nur deshalb ein so schlimmes Ausmaß annehmen konnte, weil vor allem Männer in den Führungsetagen der globalen Wirtschaftskonzerne säßen. Viele wittern nun ihre Chance, die Rundum-Moralkeule rausholen zu können und fordern als Konsequenz mehr Frauen in den oberen Führungsetagen. Ein richtiges Anliegen wird damit durch eine Argumentation legitimiert, die alte Geschlechterrollen-Stereotype verfestigt: Männer sind aggressiv. Frauen nicht. Meistens wird dann noch das Testosteron als Beweismittel herangezogen.

Frauen wird hingegen unterstellt, dass sie hinterlistig seien. Dass sie nicht fähig seien, offen zu sagen, was sie wütend macht. Tatsächlich richtet sich weibliche Aggression oftmals vor allem nach innen, gegen sich selbst, gegen den eigenen Körper. Das liegt daran, dass Jungen und Mädchen von klein auf lernen, dass sie aufgrund ihres Geschlechts auf verschiedene Arten und Weisen mit Frust, Aggression und Wut umgehen müssen. Das wird so erwartet.

Aggressive Mädchen werden tabuisiert, wohingegen man mit Jungen weniger über ihre Wut spricht. Beide Geschlechter leiden letztendlich unter diesen Erwartungen und entwickeln ungesunde Verhaltensweisen, mit Wut und Frust umzugehen – Verhaltensweisen, die sich oft ein Leben lang halten und in Muster übergehen.

Die Männer in den Führungsetagen verhalten sich wahrscheinlich weniger wegen ihres Testosteronspiegels manchmal falsch, sondern vielmehr, weil sie sich „männlich“ verhalten wollen. Schließlich stehen sie in einer Art Konkurrenz-Kampf: Es gibt um sie herum (außer der Sekretärin) nur Männer und alle sind darauf trainiert, das Alphamännchen spielen zu müssen. Herrje, dabei kann nur Mist herauskommen.

Studien, wie sie zum Beispiel McKinsey immer wieder durchführt, belegen tatsächlich, dass oft schon eine Frau reicht, die in diesem Machtkampf kritische Nachfragen stellt oder völlig andere Bewältigungsstrategien einführt, um das ganze Klima zu verändern. Plötzlich scheint ein Kreislauf durchbrochen. Das sollte das Hauptargument für mehr Frauen in den Führungsetagen sein. Denn nur gemeinsam können wir alle einfach menschlich sein und müssen uns nicht in getrennten, geschlechtshomogenen Gruppen beweisen, wer am „männlichsten“ oder „weiblichsten“ ist.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)


Facebook | |


Doris Lessings Notizbuch

25. Juni 2009 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 30 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Dies ist ein Gastbeitrag von Antje Schrupp.

Doris Lessing, Notizbuch Doris Lessings Roman „Das goldene Notizbuch“ – erschienen 1962 und eng bedruckte 800 Seiten dick – gilt als feministischer Klassiker. Das ist auch kein Wunder: Beeindruckend und geradezu schonungslos schildert sie die ambivalenten Gefühle und Auseinandersetzungen, in die Frauen verwickelt werden, die sich nicht in die klassischen Rollenmuster fügen. Doris Lessing hat sich jedoch immer über diese Rubrizierung geärgert. Und das kann ich ebenso gut verstehen. Denn dabei wurde leicht übersehen, dass sie sich mit der ganzen Welt beschäftigt und keineswegs nur mit der speziellen Situation der Frauen darin.

Die Hauptfigur, Anna Wulf, ist eine Schriftstellerin, die vor Jahren einen erfolgreichen Roman veröffentlicht hat und noch immer von den Tantiemen lebt. Sie ist Anfang vierzig (wie Doris Lessing selbst, als sie das Buch schrieb) und eine „ungebundene“ Frau mit einer 12-jährigen Tochter – heute würde man sagen, alleinerziehend. Der Roman erzählt Annas Geschichte parallel aus fünf verschiedenen Perspektiven: Einmal tatsächlich als Roman (über sie und ihre Freundin Molly), und dann in Form ihrer vier Notizbücher: „Ein schwarzes Notizbuch, das von Anna Wulf, der Schriftstellerin handelt; ein rotes Notizbuch, das Politik betrifft; ein gelbes Notizbuch, in dem ich aus dem, was ich erlebt habe, Geschichten mache; und ein blaues Notizbuch, das den Versuch eines Tagebuchs vorstellt.“

Im schwarzen Notizbuch ist die rassistische Kolonialgeschichte verarbeitet: Anna Wulfs Bestseller handelt von einer verbotenen Liebesaffäre zwischen einem weißen britischen Soldaten und einer schwarzen Frau. Im Notizbuch erinnert sie sich an ihre Zeit als junge Frau in Afrika, aus der sie das Material dafür schöpfte. Das rote Notizbuch ist eine klarsichtige Auseinandersetzung (und Abrechnung) mit der politischen Kultur der fünfziger Jahre, vor allem in der kommunistischen Partei in England. Das gelbe Notizbuch enthält verschiedene Romanfragmente, und das blaue schildert auf sehr intime Weise die Gefühle, die Anna Wulf in ihren Liebesbeziehungen zu Männern bewegen. Dabei kommen Themen wie Menstruation oder Orgasmus auf direkte, aber verblüffend undramatische Weise zur Sprache.

Ihre Verwicklung in eine destruktive Liebesbeziehung treibt Anna schließlich in einen psychischen Zusammenbruch, aus dem das letzte, das „goldene“ Notizbuch hervorgeht. Darin vermischen sich die vorher so fein säuberlich getrennten Bereiche aus Annas Leben.

Aus heutiger Sicht sind ein paar Dinge irritierend. Zum Beispiel, dass die Protagonistin die „Vereinbarkeitsfrage“ quasi wie nebenbei löst und das für sie offenbar kein Problem darstellt. Oder wie wenig Wert sie auf materiellen Erfolg und eine gesellschaftliche „Position“ legt (zum Beispiel schlägt sie alle Angebote aus, ihr Buch als Drehbuch für einen Film zu vermarkten). Andersherum könnte man aber auch fragen, ob wir heute manchmal zu kleinkariert oder zu streberisch sind und das Große und Ganze – die Revolution, um es pathetisch zu sagen – aus den Augen verlieren.

Jedenfalls ist Doris Lessing viel radikaler, als das, was später in das Projekt „Gleichstellung“ mündete. In ihrem Vorwort zur Neuauflage aus dem Jahr 1971 schreibt sie, sie glaube nicht, dass „die Frauenbewegung viel verändern wird – nicht, weil etwas mit ihren Zielen nicht stimmt, sondern weil es jetzt schon klar ist, dass die ganze Welt durch die Umwälzung, die wir jetzt erleben, in eine neues Muster geschüttelt wird: Möglicherweise werden die Ziele der Frauenbewegung zu dem Zeitpunkt, an dem wir ‚durch’ sind, falls wir überhaupt durchkommen, sehr geringfügig und altmodisch aussehen.“

Lessing selbst wollte dieses „neue Muster“ der Welt verstehen. Sie schrieb „über das Thema ‚Zusammenbruch – dass es manchmal, wenn Leute ‚zusammenklappen’, ein Weg der Selbstheilung ist, ein Weg des innersten Selbst, falsche Dichotomien und Einteilungen abzustoßen“. Anna Wulfs Zusammenbruch ist also keine individuelle Geschichte oder gar ein spezielles „Frauenthema“, sondern er steht für den Zusammenbruch einer alten Ordnung, die unweigerlich vorbei ist, wobei aber noch nicht klar ist, was an ihre Stelle tritt.

Vielleicht ist heute, wo wir es ja ständig mit „Zusammenbrüchen“ aller Art zu tun haben – der Börse, des Friedens, des Klimas – ein guter Zeitpunkt, das Buch zu lesen.

Doris Lessing: Das goldene Notizbuch. Roman. Fischer Taschenbuch-Verlag, 2007. 799 Seiten, 9 Euro 95.

ANZEIGE:
Das Buch über diesen Link zu bestellen unterstützt die Mädchenmannschaft.

libri Das Goldene Notizbuch jetzt bestellen


Facebook | |


Europa war ein Alphamädchen

23. Juni 2009 von Franziska
Dieser Text ist Teil 2 von 17 der Serie Post aus Brüssel

Guten Tag,

vor zweieinhalb Wochen wurde ich bei der Europawahl für die Grünen ins Europaparlament gewählt. Und weil ich davon überzeugt bin, dass das, was in Brüssel und Strasbourg entschieden wird, nicht ohne Auswirkungen auf uns bleibt, werde ich hier in Zukunft monatlich aus dem Europaparlament berichten – mit Informationen, Ansichten, Anekdoten und Zoten. Ich freue mich schon sehr darauf, mit euch zu diskutieren, auf eure Kommentare und Fragen.

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

In meiner Kolumne soll es um Fragen gehen wie: Was bringt uns jungen Frauen Europa heute? Was können wir uns hier in Deutschland von anderen Ländern abgucken?

„Europa war ein Alphamädchen“ – so war der Titel einer Veranstaltung von Susanne und mir vor vier Wochen. Damit meinten wir einerseits die mythologische Figur Europa, Namensgeberin unseres Kontinents. Auch wenn sie entführt wurde, auf den meisten bildlichen Darstellungen reitet sie doch ziemlich stolz und kraftvoll auf dem Stier. Andererseits dachten wir dabei an die Europäische Union und ihre Verdienste für die Frauenrechte. Die sind nämlich ziemlich groß. Unseren Antidiskriminierungsschutz in Deutschland hätten wir zum Beispiel ohne die EU nicht. Oder: Auch wenn auch in Deutschland immer noch nicht umgesetzt, ist die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau doch schon in den Römischen Verträgen festgeschrieben – in den tiefen 50ern, als bei uns die Frau laut Gesetz ihren Ehemann noch um Erlaubnis bitten musste, wenn sie arbeiten gehen wollte.

Ich werde in den kommenden Monaten also vor allem auch der Frage nachgehen: Wie können wir Europa mitgestalten und dazu beitragen, dass Europa ein Alphamädchen bleibt?

Bis bald, eure Franziska


Facebook | |



Anzeige