Selbermach-Sonntag (31.5.09)
31. Mai 2009 von Susanne
Und da ist es schon wieder Sonntag. Hier und heute habt ihr die letzte Chance, im Mai 2009 eure Themen, Texte und Gedanken aufzuschreiben. Viel Spaß und
Schönen Sonntag!
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Und da ist es schon wieder Sonntag. Hier und heute habt ihr die letzte Chance, im Mai 2009 eure Themen, Texte und Gedanken aufzuschreiben. Viel Spaß und
Schönen Sonntag!
Facebook | | Was war los in dieser Woche?
Über die Frauen, die laut Studie immer unglücklicher werden, wurde nicht nur bei uns geschrieben, sondern auch bei don’t panic, it’s organic. Mit dem Ergebnis “Also zurück zum klassischen Rollenverhalten? Oder besser solchen Studien als self- fullfilling prophecies keine Beachtung schenken?”
Fred bei hirngerechte_gestaltung hat die Studie auch gelesen und macht sich deshalb Gedanken über Gender und so. Neben dem Unglücksgrund auch noch über Frauen und Sexismus. Und nachdem er die berühmt-berüchtigte D&G-Werbekampagne mit den Worten “Vergewaltigung wie manche Gleichstellungstäter brüllten, oder einfach nur eine von homosexuellen Modeaffen sinnfrei erotisierte Klamottenschau?” beschreibt, ist er fertig mit dem Frauen-Thema. “Damit wäre das Thema vorerst abgearbeitet, finde ich.” Na dann, Fred.
Auf flannel apparel macht sich Teresa Gedanken über Feminismus vs. sexuelle Freiheit in Beziehungen, die nach einem Interview im SZ-Magazin eher nur in homosexuellen Beziehungen funktioniert.
Interessantes las ich im Väterblog. Ein Erziehungsexperte aus Hamburg, Dr. Peter Struck, sprach in einer Berliner Zeitung über alleinerziehende Väter. Die seien die besseren Mütter. Hat aber nichts mit Geschlecht oder Gender zu tun, “Sondern damit, dass Menschen, denen man eine erfolgreiche Erziehung am wenigsten zutraut, sich die meiste Mühe geben.” Ein Wettbewerb zwischen alleinerziehenden Papas und alleinerziehenden Mamas ist etwas, was eigentlich niemand brauchen kann.
Im Mädchenblog werden die schaurigen Worte eines spanischen Bischofs über Kindesmissbrauch zitiert: “Was in einigen (irischen) Schulen geschehen sein mag, ist nicht zu vergleichen mit den Millionen von Leben, die durch Schwangerschaftsabbrüche zerstört wurden”. Die Überschrift des Postings heißt “Gottes Stimme macht auch nicht schlauer” – richtig.
Antje Schrupp findet, dass Männer auf Frauenveranstaltungen zum Beispiel als Gäste oder Diskussionsgegenüber oftmals durchaus willkommen seien. Das finde ich eine äußerst gute Idee. “Die Skepsis von Frauenzentren und anderen „reinen Frauenorten“ gegen die Öffnung für Männer ist zwar verständlich, aber teilweise überholt und oft nicht mehr angemessen.” Stimmt!
Auf Hellonhairylegs wird aufgerufen, dass feministische Blogs doch bitte zusammenhalten mögen. “If we united the world would shake. ” Jawohl. Dem bleibt nichts hinzuzufügen.
Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.
Facebook | | Das Ergebnis einer Studie über Glück und Unglück von Frauen wurde kürzlich verkündet: Frauen sind “erfolgreich aber unglücklich”. Zu diesem Ergebnis kamen Betsey Stevenson und Justin Wolvers von der Universität von Pennsylvania mit ihrer Studie “The Paradox of Declining Female Happiness”. In der Süddeutschen Zeitung heißt es dazu, dass
“Frauen zunehmend unglücklicher geworden sind, sowohl absolut als auch im Verhältnis zu Männern. Frauen haben traditionell stets einen höheren Grad an Zufriedenheit angegeben als Männer, jetzt jedoch geben sie Werte an, die ähnlich oder gar niedriger sind als die der Männer”
Die Gründe für das Unglück lägen wahrscheinlich in zwei Bereichen, so könnte man die Ergebnisse der Studie lesen, schreibt die SZ. Einerseits im Problemkomplex “Glasdecke”; andererseits im Problemkomplex “Eva Herman”, denn “die feministische Revolution habe zu einer Vermessenheit weiblichen Begehrens nach Anerkennung und Selbstbestimmtheit geführt; habe die Frauen in eine Rolle gedrängt, die wider ihr natürliches Empfinden stünde, ihre Sorge um den Nachwuchs, ums Wohl der Familie”.
Die Studie von der Uni Pennsylvania gibt auf die Frage nach den Ursachen übrigens keine Antwort, so bleibt also viel Platz für Spekulationen.Das macht auch dieser Artikel zum selben Thema im Guardian:
… as women and men have become more equal, their subjective experiences of life have become … more equal. Shocking! Well, not if you’re a feminist. The point of the movement has always been that women and men are more alike than they are different, and that it doesn’t make sense to assign limited roles or grant access to social power and status based on something as arbitrary as gender, rather than talent or intelligence or work ethic.
Aha. Auch Glück und Unglück sind strukturellen Gesetzen unterworfen. Deshalb:
“If women are less happy than men, maybe it’s just because they have more to work at than men, and therefore more chances to screw up. Which brings me to the main thing I learned from this study: we’re not done yet.”
Ja. We’re not done yet.
Facebook | | Schönes und Schauriges der vergangenen Woche:

Foto der Woche: Mit dem Titel "Porn for Women" hat ein humorvoller Hobbyfotograf Bilder auf flickr.com reingestellt. Einfach hier klicken, um mehr zu bekommen.
Auf bitchmagazine.org wurde ein lausiges Facebook-Quiz mit dem Titel “How well do you know women?” gemacht und kommentiert. Herrlich.
Ein Mann lebte im Matriarchat, bei den Mosuo in China, und erzählte auf Spiegel Online, wie das war.
Wie vermeintlich männliches und vermeintlich weibliches Schreiben in den neuen Medien sein wird: Eine Artikelserie zum Internet auf sueddeutsche.de, die auch jeweils einen Artikel zum X- und zum Y-Chromosom enthält.
Mukhtar Mai, die damals in Pakistan erstmals als Opfer eines Gang Rape aufgetreten ist und die Täter angezeigt hat, hat inzwischen geheiratet. Lesenswerter Artikel über die Hintergründe und die Berichterstattung auf chaymagazine.org.
“Der Feminismus ist Schuld!” – wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? In der New York Times fand er Anfang dieser Woche eine Neuauflage unter dem Titel “Liberated and Unhappy”, und Autor Ross Doughat erklärte darin, warum Feministinnen nicht glücklich sein könnten. Leider ist der Artikel mittlerweile nur noch für Angemeldete lesbar, aber bitchmagazine.org hat Gott sei Dank alles wichtige dazu gesagt, so dass man sich diesen Artikel tatsächlich auch einfach klemmen kann.
Häh?? So ganz war sich die Mädchenmannschaft in der vergangenen Woche nicht sicher, ob dieser Artikel auf sueddeutsche.de eigentlich ein Scherz ist. “Holz an der Hütte” ist der Titel und es geht um Frauen, mit starken Oberarmen – wie Michelle Obama und Madonna. Teaser: “Michelle Obama und Madonna machen es vor: Der Bizeps ist die neue Oberweite.” – aber lest selbst.
Facebook | | In der Ukraine wächst eine feministische Bewegung heran. Die jungen Frauen, die sich femen nennen, haben nach eigenen Angaben nichts Geringeres vor, als “die größte und einflussreichste Frauenbewegung Europas zu werden”.

Bild via flickr
femen konzentriert sich derzeit vor allem auf Aktionen unter dem Slogan: “Die Ukraine ist kein Bordell”, mit denen gegen Sextourismus in ihrem Land mobil gemacht werden soll. Denn Prostitution ist in der Ukraine strafbar, aber nur für die Huren und Zuhälter. Freier haben kein Problem und besuchen das Land daher massenweise. Diesen Misstand, sowie die hohe Rate sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen, prangern die femen-Ladys an, vor allem mit auffälligen Performances und Demonstrationen. Sie stellen sich halbnackt auf die Straße und malen sich Preisschilder auf die Körper, spielen Szenen mit Freiern nach und verursachen viel Wirbel.
Unter anderem hat der Münchner DJ Hell jetzt der Gruppe seine Unterstützung zugesagt, und das auch gleich mit vollem Einsatz demonstriert – auf jetzt.de gibt es heute ein Interview mit ihm, in dem er von seiner Performance in Kiew erzählt:
Am Freitagabend fanden die Events auf dem Majdan-Platz im Zentrum von Kiew statt: Tanzgruppen traten auf, es gab eine Modenschau und einige Mädchen klebten sich Preisschilder auf die nackte Haut. Für die Fotografen haben sie auch in Trikots der ukrainischen und polnischen Nationalmannschaft posiert. 2012 findet die Europameisterschaft in beiden Ländern statt und das ist natürlich ein Schwerpunkt der Kampagne. Die Polizei stand während des Spektakels einfach daneben und beobachtete alles, ohne einzugreifen – das hat mich positiv überrascht.
Mitunter ist es wirklich amüsant, was alles aus der Perspektive eines Partykönigs an so einer Veranstaltung besonders wichtig ist. So erzählt Hell von der After-Party der Demo, bei der die femen-Mädels alle auf der Gästeliste gestanden hätten und die dann zu einem rauschenden Fest wurde. Da kann man die Lippen spitzen und nach der Ernsthaftigkeit fragen – man kann aber auch darüber nachdenken, dass es vielleicht wirklich gar nicht so weit hergeholt ist, dass Feminismus eben auch Spaß machen kann. Denn an der Seriösität von femen lässt sich, bei allen Bikinis und Hotpants, nicht zweifeln, dafür ist deren Anliegen zu offensichtlich real. Und am Ende mobilisiert die Leute derzeit eben wenig so sehr wie eine gute Party. Oder wie seht ihr das?
Facebook | | Auf entlegenen Wegen
In veregneten Städten
Nach vernebelten Feten
In zertreten Beeten
An beschädigten Theken
Auf ungezählten Planten
Im täglichen Leben
Könnt ihr schwulen Mädchen begegnen
Ich dachte, was Fettes Brot über „Schwule Mädchen“ singen, sei der künstlerischen Freiheit geschuldet. Dass uns schwule Mädchen und Frauen, sogenannte Girlfags, tatsächlich im täglichen Leben begegnen, weiß unsere Leserin Ili. Selber eine Girlfag will sie für mehr Aufklärung und Präsenz sorgen – damit über den Suchbegriff „Schwule Mädchen“ eben nicht nur der Song von Fettes Brot auftaucht. Auf ihrer Internetseite schreibt sie:
Ich möchte mit dieser Seite die Frauen erreichen, die “schwul fühlen” und sich (auch sexuell) zu schwulen/bisexuellen Männern hingezogen fühlen.
Das heißt: Nicht Frauen, die einfach “nur”
- Schwule heiß finden und/oder gerne Schwulen-Pornos sehen
- sich einen schwulen besten Freund wünschen oder die es
schade finden, dass ihr bester Freund schwul ist, weil “Schwule
die besseren Männer” sind. Für eine GirlFag sind Männer oft nicht
interessant, obwohl sie schwul sind, sondern eben weil sie es
sind. (es ist also nicht “schade”, dass er schwul ist, sondern
gerade das Interessante!)
Der Mädchenmannschaft hat sie ein paar weitere Fragen beantwortet Zum Weiterlesen bitte klicken
(weiterlesen …)
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(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/
Die Hälfte aller Mädchen ist mit ihrem Körper nicht zufrieden. Das ergab die sogenannte “Dr.-Sommer-Studie”, eine von BRAVO, Dr. Sommer und einem Meinungsforschungsinstitut durchgeführte Studie mit 1.228 befragten Teenagern. Das ist erschreckend. Hingegen sind immerhin zwei Drittel der Jungen zufrieden mit ihrem Äußeren. Nur zehn Prozent von ihnen haben schon einmal eine Diät gemacht. Von den Mädchen ein ganzes Drittel. Obwohl die große Mehrheit der Befragten normalgewichtig war.
Courtney E. Martin, Autorin im Blog Feministing.com, hat der anhaltenden Sehnsucht junger Mädchen nach einem schlanken, einem perfekten Körper, sowie den damit einhergehenden fatalen Folgen ein eigenes Buch gewidmet: In “Perfect Girls, Starving Daughters” sammelt sie Indikatoren für ihre These, dass hungernde und sich übergebende Mädchen kein Einzelfall-Phänomen sind, sondern ein Ausdruck dafür, dass in Gesellschaft und (Medien-)Kultur etwas schief läuft. Getrieben durch persönliche Erfahrungen von Bulimie und Anorexie in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, befragte Martin Teenager in anonymisierten Gesprächen, die sie in Teilen in ihrem Buch wiedergibt, zu ihrer Geschichte. Nicht selten lernten die Mädchen bereits vom ersten weiblichen Vorbild, ihrer Mutter, dass eine Frau ihren Körper hasst.
Doch dass ein erschreckend großer Anteil junger Mädchen (jedes dritte) nicht normal isst, das wird weniger der Gesellschaft, den Müttern, dem Schönheitswahn, dem allgemeinen Frauen-Bild oder den sozialen Disparitäten angelastet (in niedrigeren sozialen Schichten ist die Zahl der Betroffenen fast doppelt so hoch, wie in den übrigen). Nein! Ganz nach dem Sündenbock-Prinzip werden immer wieder einzelne Schuldige herausgefischt, die als besondere Magersucht-Verantwortliche gelten: “Mager-Models” bei den großen internationalen Fashion-Shows, die Designer, welche diese Hungerhaken aussuchten und “Du bist zu dick”-Kommentare in Deutschlands-Lieblings-Casting-Show, Germanys Next Topmodel. Karl Lagerfeld setzte sich dagegen heftig zur Wehr: “In Frankreich sind über 15 Prozent der Mädchen zwischen 15 und 25 zu dick. Anorexie beträgt nicht mal ein Prozent. Da müssen wir erst mal über die Dicken sprechen, damit die schlank werden.”
Courtney E. Martin betrachtet in ihrem Buch eine Welt, wie sie zwar vor allem aus Mode-Kreisen bekannt ist, aber letztendlich überall und immer auf junge Mädchen – und zunehmend auch Jungen – eindrischt. Es ist die “Du musst perfekt sein”-Welt. Die “Du kannst alles erreichen”-Welt. Denn der Grundsatz lautet stets und stetig: Du kannst alles erreichen, aber dafür musst du perfekt sein. Diese verlangte Perfektion ist ein Allround-Paket, das auch das Leibliche des Menschen nicht verschont.
Nicht nur, dass die Hälfte aller Mädchen sich zu dick findet, neun von zehn würden gerne etwas an ihrem Äußeren ändern und finden sich nicht schön genug. Nur die Hälfte der Jungen denkt so. “Schönheit ist Freiheit” – und Glück, und Liebe … Mit solchen Slogans wirbt momentan Kosmetikhersteller Nivea für seine Produkte – ihre Hauptzielgruppe: Frauen. Und tatsächlich: Schöne Menschen haben es im Leben leichter. “Sie scheinen fast eine Art Heiligenschein zu tragen, der ihre negativen Eigenschaften überstrahlt,” heißt es dazu auf Quarks & Co. Zum perfekt sein gehört also auch und für manche vor allem: Schönheit. Und Schönheit heißt: Schlankheit. Martin beschreibt in ihrem Buch, wie schon Mütter dieses Ideal an ihre Töchter weitergeben. Teilweise unbewusst gesendete Signale in frühester Kindheit geben ein gnadenloses Schönheitsideal an kleine Kinder weiter. Insbesondere an Mädchen. Ein besonders krasser Fall: Eine Mutter, die ihrer Tochter sagt, sie sei hässlich.
Freiheit, Glück, Liebe – und nicht zuletzt Geld und Macht – das sind die Verheißungen einer Gesellschaft, die sie über ihre Schönheitsideale vermitteln kann. Sie versucht bei den Menschen ein Mangelgefühl zu erzeugen, damit Produkte verkauft, Casting-Shows begierig geschaut und Schönheit als kulturelles Deutungsmuster weiterhin verkauft werden können. Die Folgen davon sind lauter junge, aber auch immer mehr ältere Menschen, die nur noch ihre Makel sehen – selbst wenn es völlig objektiv betrachtet keine gibt.
(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)
Facebook | | Auf Beobachtungen eines Genderterroristin gibt es, neben weiteren klugen Gedanken, gleich zwei interessante Artikel zum Pinkeln. Zunächst geht es um die Toilettenfrage in Anbetracht häufiger langer Schlangen vor Damentoiletten:
Wieso sind Architekt_innen öffentlicher Gebäude nicht imstande, einfach doppelt bis dreimal so viele Frauen-WCs zu planen wie Männer-WCs?
Dass die Lage eigentlich noch ungerechter ist, wird im Kommentar von re-laxed deutlich:
Es ist sogar auch häufiger umgekehrt: Mehr Toiletten (Urinale) für Männer als Toiletten für Frauen: z.B. drei Kabinen bei den Damen – ein bis zwei Kabinen bei den Herren plus eine Anzahl an Urinalen.
Dass vor der Damentoilette schnell eine Schlange entsteht, könnte daran liegen, dass etwa in Einkaufscentern mehr Frauen unterwegs sind. Bei Open-Air Veranstaltungen kommt dann noch hinzu, dass Männer oft einfach an einen Baum pinkeln:
Zumindest entspricht es meiner Erfahrung, dass Frauen etc., die nicht im Stehen pinkeln, sich im Freien so weit es geht in die Büsche schlagen, damit niemand sie beim pinkeln beobachtet, während Männer etc. , die im Stehen pinkeln, sich damit begnügen, einen Baum am Waldrand zu finden, vor den sie sich stellen können.
Zunächst einmal finde ich es sehr respektlos, wenn Menschen, egal welchen Geschlechts, “in der Gegend rumpinkeln”, obwohl eine Toilette in der Nähe ist. Meist passiert das unter Alkoholeinfluß und nach Konzerten oder Fußballspielen. Wer bei McDonalds war, geht doch auch dort noch mal auf Klo, warum fällt vielen Clubbesuchern dann erst draußen wieder ein, dass sie mal müssen?
Ist keine Toilete in der Nähe, bleibt wirklich niemandem etwas anderes übrig, als einfach die Hose runterzulassen. Doch selbst im Wald verschwinden Frauen hinter einem uneinsehbaren Busch, denn es könnte ja jemand den Weg langkommen, während Männer meist einfach den nächsten Baum nehmen. Mehr zu sehen kann man bei Frauen eigentlich nicht, wie der Genderterroristin feststellt. Viel eher ist es doch die Geschechterbrille in unserem Kopf. Und mal ehrlich, die meisten von uns werden bei einem pinkelnden Kerl höchstens die Augen verdrehen, bei einer pinkelnden Frau aber “das kann die doch nicht machen” denken.
Facebook | | Ich freue mich heute sehr, weil die Autorin Alice Munro dieses Jahr mit dem Man Booker Prize geehrt wird. Das ist der wichtigste britische Literaturpreis, er ist mit 60.000 Pfund dotiert. Munro hatte harte Konkurrenz dieses Jahr, unter anderem waren V.S. Naipaul und Mario Vargas Llosa nominiert. Doch die Jury entschied sich angesichts Munros “praktisch perfekten” Geschichen für sie.

Alice Munro, Image via flickr / Derek Shapman
Alice Munros Geschichten spielen meist in der (kanadischen) Provinz und behandeln die Verhältnisse von Menschen zu sich selbst, ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen. Oft sind es kleine Ereignisse, die ein kaum merkliches Ungleichgewicht oder Unbehagen in diese Beziehungen tragen. Daraus resultieren tektonische Verschiebungen und fundamentale Erschütterungen, die von der Autorin mit unwahrscheinlicher Präzision und in einer herrlichen Sprache beschrieben werden. Es geht um Mütter, die von überforderten Töchtern zurück gelassen werden; Männer, die ihre Stiefsöhne hassen; Frauen, die die sich Jahre lang darüber grämen, das Richtige zum Falschen gesagt zu haben. Es sind die kleinen Ausrutscher, die zu großen Verlusten werden können, die langen Einsamkeiten, die auch eine Form des Glücks zeitigen können, über die Alice Munro schreibt. Für mich ist sie eine der wichtigsten und besten Autor_innen, die es gibt. Deswegen: Herzlichen Glückwunsch! Und falls jemand von euch neugierig geworden ist, kann ich z.B. den Erzählband “Runaway” als Einstieg sehr empfehlen.
Facebook | | Über die ständig wachsende Gefahr, in der sich Mädchen in Nord-Afghanistan befinden, berichtet Spiegel Online. Nachdem im vergangenen Jahr Säureattentate auf Schülerinnen verübt wurden, drohen nun in der Region Kunduz verschiedene Anhänger der Taliban, Schulmädchen zu ermorden. Mit einfachen Zetteln, die sie an die Schulen hängen, machen sie klar, dass sie nicht damit einverstanden sind, dass Mädchen zur Schule gehen.
“Von heute an”, heißt es in einem Schreiben aus Aqtasch, “dürfen Mädchen nicht mehr zur Schule kommen”. Gezeichnet ist das Schreiben mit dem Logo des “Islamischen Emirats von Afghanistan”, sogar auf Englisch ziert dieses das Formblatt. Es ist ein weiterer Beweis, wie gut organisiert die Taliban im Einsatzgebiet der Bundeswehr mittlerweile sind.
Ein anderer Drohbrief zeigt ein Schulmädchen am Galgen. “Wir haben euch gewarnt”, heißt es düster, “wenn wir nun Schulmädchen töten, dürft ihr euch nicht wundern.”
Wir erinnern uns: Während der Schreckensherrschaft der Taliban zwischen 1996 bis 2001 durften Mädchen nicht zur Schule gehen. Daran denkt man, wenn man hört, dass inzwischen etwa zehn Schulen geschlossen wurden. Aus Angst davor, dass den Mädchen tatsächlich etwas passiert. Doch nicht nur die Taliban stellen eine Gefahr für die Schülerinnen dar, wie ein Bericht aus dem Standard über einen Gasanschlag auf eine Mädchenschule in Nord-Afghanistan zeigt:
“Wir glauben nicht, dass die Taliban hinter dem Anschlag stehen, sondern Menschen, die sie unterstützen und mit ihnen kooperieren”, sagte der für die Sicherheit des zweiten Bezirks der Provinz Kapisa zuständige Oberst Sha Agha.
Es sind nicht nur die Taliban, sondern auch andere fundamentalistische, konservative Afghanen, die eine Schulausbildung von Mädchen ablehnen und verhindern wollen. Und wenn das Verbot nicht offiziell auszusprechen ist, dann wird es eben mit Gewalt durchgesetzt.
Dank an palü für den Hinweis.
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