Archiv für November, 2007

Gaaahh!

Monday, November 26th, 2007 von Meredith

Charming, so humoristischer Sexismus. Frauen brauchen öfter mal was hinten reingesteckt, oder was? Schlechter geht’s nicht.

Über feministing.com

Wir essen nicht für zwei

Monday, November 26th, 2007 von Barbara

Eine Frau in der Bäckerei. Möchte eine Quarktasche. Die Fachkraft hinter der Theke bietet ihr eine pizzagroße Quarkscheibe mit extra Zucker an und meint: “Sie essen ja für zwei.” Frau ist ziemlich schwanger. Will aber trotzdem lieber nur für eine Person essen und geht. Die Fachkraft hinter der Theke bleibt verstört zurück und muss sich fragen, ob das mit dem doppelt-essen nicht doch eine blöde Idee ist.

What a man

Monday, November 26th, 2007 von Susanne

Die Werbeagentur Springer & Jacoby hat sich dem angeblichen Problemtierchen “Mann” angenommen. Die Werber wollten wissen, welches Bild Männer von sich selbst haben und mit welchen “Werbemännern” sie sich identifizieren können. Ergebnis der Untersuchung an 60 Probanden: “Männer wollen heute wieder Männer sein und sich mit echten Männern identifizieren.” Soll heißen: Dem Mann von heute gefällt das Bild nicht mehr, das die Werbung von ihm zeichnet - Mann kocht auch mal Kaffee, Mann hat auch Interessen neben Fußball, Mann will nicht mehr breitbeinig und spuckend durch die Gegend laufen müssen. Die Werbeleute von Springer & Jacoby nennen das Ganze einen Trend zur “Neomaskulinität”.

Passt ja alles schön zum Zeitgeist: Frauen sollen wieder richtige Frauen sein. Und Männer richtige Männer. Der Feminismus war doch sowieso nur Quatsch und hat die Geschlechter entzweit. Frauen bleiben mal lieber wieder zu Hause, wo sie sich um die Kinder kümmern, und halten ansonsten bitte den Mund. Dann haben die Männer wieder ihre Ruhe, können so richtig männlich sein und unter sich bleiben.

What the f…??? Sollte Werbung nicht innovativ sein, also nach vorne schauen? Wieso also fällt Springer & Jacoby nichts besseres ein als den Mann von vorgestern als neues Role Model zu beschwören? Und vor allem: Wozu? Die modernen Männer, die sich nicht unmännlich fühlen, nur weil sie den Haushaltsquatsch mit uns Frauen teilen und die es super finden, niemandem den Macker vorspielen zu müssen, die werden sich hüten, plötzlich wieder ihren Vätern oder Großvätern nachzueifern. Wäre ja auch viel zu anstrengend, den ganzen Tag immer einen “echten” Mann spielen zu müssen.

Franziska Drohsel wird Juso-Chefin

Monday, November 26th, 2007 von Susanne

ist die neue Chefin der SPD-Jugendorganisation Jusos. Sie ist 27 Jahre alt und Promotionsstudentin an der Berliner Humboldt-Uni. Drohsel will die deutsche Sozialdemokratie nach links rücken, sie fordert eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums, zum Beispiel durch eine höhere Erbschaftssteuer, und kritisierte schon häufiger konkret die Politik der SPD. Außerdem fordert sie einen energischeren Kampf gegen Rechts. Die Jungsozialisten stehen hinter ihrem Kurs, sie wurde mit 76 Prozent der Stimmen zur neuen Vorsitzenden gewählt.

Es wird sehr spannend, wie sich die alte Tante SPD mit dem jungen Angriff von links auseinandersetzen wird und auch, wie sich die Jusos selbst durch eine junge Frau an ihrer Spitze verändern werden.

(Foto über berlin.spd.de)

Gegen die Hilflosigkeit

Sunday, November 25th, 2007 von Meredith

Seit über vier Jahren sind die Frauen im Kongo dem schlimmsten sexuellen Terrorismus ausgesetzt, den man sich vorstellen kann. Vor allem ruandische Milizionäre vergewaltigen jeden Tag Hunderte von Frauen auf unglaublich brutale Art. Die Folgen für Körper und Psyche der Opfer sind verheerend, ihre Unterleiber werden zerstört, von ihren Seelen ganz zu schweigen.

Schon länger verstören uns diese Nachrichten, doch bisher schien es praktisch unmöglich, irgendetwas zu tun.Nun können wir von hier aus nicht die Vergewaltiger zur Strecke zu bringen. Doch tatsächlich kann man den Frauen helfen. Salon.com hat Tipps dazu. Und hier gibt es eine E-Mail von Erika Beckmann zu lesen. Sie ist Projektleiterin am südkongolesischen Panzi-Krankenhaus und hilft Frauen, therapeutisch mit dem Trauma umzugehen.

Übrigens …

Sunday, November 25th, 2007 von Meredith

ist heute der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Am 25. November 1960 wurden drei Schwestern in der Dominikanischen Republik vom dortigen Militärregime des Diktators Rafael Leónidas Trujillo ermordet. Sie hatten sich an Protestaktionen gegen die Diktatur beteiligt. Wir sollten also nicht nur daran denken, wie schrecklich viele Frauen auf der ganzen Welt leiden. Sondern auch daran, wie mutig sie sind.

Fragt sich nur, ob dieser Gedenktag, den es seit dem 25. November 1981 gibt, auch nur ein Gramm mehr Nutzen hat als alle anderen weltweiten “Tage des …” oder ob es sich nur wieder um einen netten Anlass zum Redenschwingen handelt.

Gute Frage

Sunday, November 25th, 2007 von Susanne

Ist es ein Verstoß gegen die Gleichberechtigung, wenn barbusige Frauen im Schwimmbad aufgefordert werden, ihr Bikini-Oberteil anzuziehen?

Schwedische Feministinnen sagen: Ja.

Zum Fraß vorgeworfen

Saturday, November 24th, 2007 von Meredith

Wieder eine Horrormeldung aus den internationalen Nachrichten. Im nordbrasilianischen Staat Para wurde eine junge Frau einen Monat lang in einer Gefängniszelle festgehalten, als einzige Frau unter 20 bis 30 Männern. Während dieser Zeit wurde sie “ununterbrochen vergewaltigt” und gezwungen, Sex gegen Nahrung zu tauschen. Das Mädchen stand unter Diebstahlverdacht. Die örtlichen Behörden rechtfertigen ihr Vorgehen dreisterweise auch noch damit, dass sie ihrer Ansicht nach volljährig sei. Als ob das irgendwie relevant wäre.

Laut BBC sagen brasilianische Frauenorganisationen, dass dies kein Einzelfall sei. Scheinbar ist es in Brasilien üblich, gerade ärmere Frauen alleine in Männerzellen zu sperren. Man kann eine Frau eigentlich nur noch stärker in Gefahr bringen, wenn man sie in einen Teich mit Krokodilen wirft.

Über Jezebel

Häusliche Gewalt ist teuer für alle

Saturday, November 24th, 2007 von Susanne

15 Milliarden Euro kostet es die Bundesrepublik jedes Jahr, wenn in Beziehungen geschlagen und misshandelt wird. Jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer häuslicher Gewalt, die hohen Kosten entstehen durch Arbeitsausfälle, medizinische Behandlungen und polizeiliche Einsätze, rechnete das Sozialministerium Niedersachsen aus. Anlässlich dieser Zahlen lud die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes am Freitag, 23. November zur Tagung “Business gegen häusliche Gewalt”. Es klingt zwar etwas merkwürdig, wenn Aufmerksamkeit für die Probleme der Opfer über volkswirtschaftliche Argumente geschaffen werden soll - aber besser als gar keine Aufmerksamkeit ist dies allemal. Sehr löblich ist das Vorhaben der Veranstalter, private Gewalt zu einem öffentlichen Thema zu machen, zu einem Thema, das auch Arbeitgeber und Kollegen etwas angeht.

Was macht man mit Vergewaltigungsopfern? Na klar, auspeitschen!

Friday, November 23rd, 2007 von Meredith

Dass Saudi-Arabien für Frauen ein Gefängnis ist, wissen wir ja schon lange. So ist das nun mal mit Ländern, in denen religiöse Fundamentalisten regieren. Und doch schafft es Riad immer wieder, ungläubiges Entsetzen zu wecken. Offenbar werden dort Gesetze gemacht, um Frauen zu demütigen und zu foltern. Ein 19-jähriges Vergewaltigungsopfer ist von einem saudischen Gericht zu 200 Peitschenhieben und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie war von sechs Männern aus einem Auto verschleppt und missbraucht worden. Ihr Verbrechen: Der Mann, neben dem sie im Auto saß, war weder ein Verwandter noch ihr Ehemann. Und das ist nach saudischem Recht strafbar.

Saudische Menschenrechtsaktivistinnen protestierten heftig gegen das Urteil und forderten, das Recht in Saudi-Arabien müsse dringend reformiert werden. In den USA hat jetzt Hilary Clinton das Thema aufgegriffen als Beispiel für George W. Bushs Vernachlässigung der Menschenrechtsthematik. Ist ja an sich auch sehr ehrenwert. Nur wollen wir erst einmal sehen, ob unter Clinton die Geschäftsbeziehungen zum Königreich Saudi-Arabien abgebrochen werden. Denn bisher war Öl noch immer mehr Wert als die Rechte von Menschen.