Einträge mit dem Tag ‘Guatemala’


Horrorgeschichte ohne Happy End?

30. August 2012 von Helga

Triggerwarnung: Sie floh vor Übergriffen der Polizei aus Guatemala nach Dänemark – nur um auch dort sexualisierte Gewalt zu erleben. Nun soll Fernanda Milan am 17. September abgeschoben werden.

Denn Dänemark erkennt Verfolgung aufgrund der Geschlechtsidentität bis heute in Asylverfahren nicht an. Darüber­hinaus herrscht wenig Sensibilität im Umgang mit Trans­menschen in der Unter­bringung vor. Nach ihrer Flucht landete Milan im Zentrum Sandholm, wo sie in die Männer­unter­kunft gesteckt wurde. Normale Praxis des Dänischen Roten Kreuzes, wie Pink News berichtet.

In der Unterkunft wurde Milan massiv belästigt und mehrfach vergewaltigt, so dass sie schließlich floh. Alleine in einem unbekannten Land geriet sie in die Fänge von Menschenhandel und Zwangs­prostitution, bis sie schließlich durch eine Polizei­razzia wieder befreit wurde. Ihr Asylantrag wurde ein Jahr später abegelehnt, nächsten Monat soll sie nun abgeschoben werden. Die T-Lounge Society setzt sich seither dagegen ein. Letzte Woche gab es eine Demonstration, im Internet kann die Kampagne bei Facebook unterstützt werden und es gibt eine Online-Petition zum Mitzeichnen.

2006 forderte die Human Rights Watch Guatemala auf, die Übergriffe und Morde von Homo- und Bisexuellen, sowie Transmenschen zu beenden. 2005 waren min­destens 13 Transfrauen und Schwule getötet worden. Von der Polizei könnten sie eben­falls keine Hilfe, sondern nur weitere Gewalt erwarten. Ver­bessert hat sich die Situation seitdem nicht besonders, berichtet die Aids Alliance. Seit letztem Jahr wird in der EU auch die Ver­folgung auf­grund der Geschlechts­identität als Asyl­grund an­er­kannt; außer in Dänemark, Groß­britannien und Irland, die die Regelung nicht über­nommen haben.


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(Keine) Witze über Vergewaltigungen und ein Viagra-Gesetz – kurz verlinkt

21. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 151 von 365 der Serie Kurz notiert

In Guatemala kümmert sich endlich eine Polizei-Einheit um „Femizide“ – besonders brutale Morde, denen speziell Frauen zum Opfer fallen. Bereits seit letztem Jahr gibt es ein Gesetz dagegen, so Feministing, bisher sind die Aufklärungs- und Ver­ur­teilungs­raten aber weiter unteriridisch.

Rosa Ecard mit einer jungen Frau die zu einem Mann sagt: I see, so if I don't have sex with you I'm a prude bitch, if I use the pill I'm a slut, if I get pregnant I'm an idiot and if I choose abortion I'm Satan. Yay.

Ah, wenn ich keinen Sex mit Dir habe, bin ich eine prüde Zicke, wenn ich die Pille nehme eine Schlampe, wenn ich schwanger werde eine Idiotin und wenn ich dann eine Abtreibung wähle, Satan. Juchu.

Die Debatte um Essstörungen hat zwar begonnen, in den Köpfen von Eltern ist das Thema aber noch nicht ganz angekommen berichtet die Zeit. Viele erkennen Probleme nicht rechtzeitig: Lieber eine dünne Tochter als eine dicke, denn Dünnsein ist die soziale Norm.

Die Gruppe Women Against Sanctions, War and Militarization of Middle East will von Feminist_innen aus der ganzen Welt wissen, wie sie einen Krieg gegen den Iran beurteilen und welche Auswirkungen es für die Frauen in der Region bedeutet. Die Antworten, etwa von Judith Butler und Shirin Ebadi, veröffentlichen sie auf ihrem Blog.

Für den Autoren der Süddeutschen geht es in der schwedischen Debatte um geschlechtergerechte Sprache um Bevormundung – dort ist ein Kinderbuch erschienen, das konsequent auf geschlechtsneutrale Bezeichnungen setzt.

Die Progress hat Katja Kullmann interviewt; zu perfekten Lebensläufen, Feminismus heute und „Mädchen und Missys“.

Besser aber noch nicht gut genug ist die weltweite Situation von Schwangeren vor, während und nach der Geburt. Die Weltbank setze zuviel auf überteuerte Gutscheine und kredit-finanzierte Programme kritisiert der Guardian. Dass jedes Jahr zehntausende Frauen bei unsicheren Abtreibungen sterben, werde fast völlig ignoriert.

Lesenswert: Le Monde Diplomatique berichtet aus dem Jemen über Frauen wie die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman und Gleichberechtigung in Zeiten der Revolution.

Nicht Feministinnen halten alle Männer für Vergewaltiger – Vergewaltiger tun es. Eine Perspektive, die sich auch in Witzen über Vergewaltigung niederschlägt. Männer sollten sich daher fragen, so Organon, wer über einen Witz lachen kann – Opfer oder Täter_innen – und wen sie damit unterstützen.

Der „War on Women“ in den USA geht weiter: Ein neues Gesetz in Arizona könnte Arbeitgeber_innen erlauben, ihre Angestellten zu feuern, wenn diese die Pille nehmen – es sei denn, diese beweisen, dass sie das aus „nicht-sexuellen“ Gründen tun. Im Texas Observer berichtet eine Frau über den Horror, vor einer Abtreibung unnötigen und demütigenden Prozeduren und Wartezeit ausgesetzt zu sein.

Im Staat Ohio hat dagegen Senatorin Nina Turner ein Gesetz zum Schutz von Männern vorgeschlagen. Bevor sie Viagra verschrieben bekommen, sollten sie künftig besser über die Nebenwirkungen aufgeklärt werden und einen Sex-Therapeuten aufsuchen, um psychologische Probleme auszuschließen. Einen anderen Ansatz verfolgt das Snatchel Projekt. Es ruft auf, den Kongress­männern Gebärmütter zu stricken – wenn sie eigene hätten, würden sie die der Frauen vielleicht endlich in Ruhe lassen.

Terminhinweise, auch für den Sommer, und ein Call For Papers nach dem Klick (mehr …)


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