Am 19. Mai erscheint das neue Album von Tori Amos „Abnormally Attracted To Sin“. Sex, Sünde und Religion – zum wiederholten Male analysiert Amos diese Motive mit besonderem Blick auf ihre Wechselwirkung hinsichtlich der Rolle der Frau. Im Interview mit spiegel.de erklärt die Musikerin ihr Verständnis von Sünde:
Ich fühle mich zu allen möglichen Dingen hingezogen, die das Patriarchat wohl bedrohlich findet. Bedrohlich, weil ich mich für die Souveränität von Frauen einsetze. Darunter verstehe ich, dass wir uns von männlichen Autoritäten emanzipieren sollten, die über hunderte von Jahren uns diktiert und vordefiniert haben, was Sünde für eine Frau zu bedeuten hat.
Gegenüber diestandard.at sagt Amos, bei der Definition von Sünde gehe es den Religionen „um Unterdrückung und darum, das Sexuelle und das Spirituelle in den Frauen zu trennen“. Besonders Mütter würden von jeglicher Erotik abgeschnitten.
„Frauen müssen schon seit langer Zeit mit der Idee umgehen, dass sie, wenn sie Mutter werden, dafür ausgerechnet jene Dinge amputieren müssen, die sie zur Mutter gemacht haben“, so Amos. „Diese andere Seite“, das Erotische der Frauen, wird als „nicht ehrenhaft angesehen, und in Magazinen am obersten Regal der Zeitungsstände“ versteckt.
Auch wenn Tori Amos hier ihre bereits mehrfach abgeschrittenen Pfade erneut durchläuft, manche Dinge gehören einfach auf A-Rotation. Ob das auch für ihre Musik gilt? Kritik zur Platte gibt es hier.

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