Deutschland sei nur mittelmäßig innovativ, stellte das Deutsche Insitut für Wirtschaftsforschung DIW vor ein paar Tagen in Berlin fest. Und die Wissenschaftler schrieben gleich noch groß in ihre Kritikschrift: „Frauen entfesseln!“ Soll heißen: Die Experten sehen ein großes Problem darin, dass es in Deutschland immer noch so große Ressentiments gegen berufstätige Frauen und vor allem Mütter gebe.
„Deutschland hat sich nicht nur nicht verbessert, der Abstand zum Spitzenreiter Schweden hat sich sogar vergrößert“, konstatierte der frühere Außenminister Klaus Kinkel (FDP), der jetzt Vorsitzender der Deutschen Telekom Stiftung ist. „Bildung ist erneut die größte Schwachstelle.“ Deutschland sei hier im internationalen Vergleich vom einem schlechten Platz 13 sogar auf den alarmierenden Rang 15 abgerutscht.
Das DIW bezeichnete das hiesige Bildungssystem als „kaum wettbewerbsfähig“. Doch es fehle eben nicht nur an Akademikernachwuchs, es würden auch zu wenige Frauen am Innovationsprozess teilnehmen. Hochqualifizierte Frauen würden vorwiegend im Bereich der weniger innovativen öffentlichen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Soziales) beschäftigt, stellte das DIW fest. Daher gebe es erhebliche ungenutzte Potenziale, die es für den Innovationsprozess zu mobilisieren gelte. „Wir spielen mit der Hälfte der Mannschaft auf der Reservebank“, kritisierte Kinkel.
Deutschland landete insgesamt von 17 untersuchten Ländern nur auf Platz acht. Es war das vierte Ranking dieser Art, in welchem anhand verschiedener Indikatoren wie Forschungsausgaben, Patentanmeldungen oder des gesellschaftlichen Innovationsklimas die Innovationskraft der 17 führenden Industrienationen berechnet wird.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.