Erstmals nach 30 Jahren sollten wieder Ministerinnen ins iranische Kabinett berufen werden. Allerdings keine Vorkämpferinnen für Frauenrechte: Die Kandidatin für das Sozialministerium, Fatemeh Ajorlou, gilt aufgrund ihrer bisherigen Arbeit im Parlament als Reaktionärin, berichtete dieStandard.at.
Sie meint, dass eine zu enge Zusammenarbeit von Männern und Frauen die „Prostitution“ fördert und dass der Zugang der Frauen zu Universitäten durch Quoten beschränkt werden soll. Sie vertritt auch das (nicht durch Informationspflicht der Ehefrau eingeschränkte) Recht des Mannes auf Polygamie.
Wieder einmal zeigte sich, dass Frausein kein Grund ist, sich für Frauen einzusetzen. Doch trotz ihrer konservativen Einstellung sind die Kandidatinnen einigen Politikern und Geistlichen ein Dorn im Auge, so FR online.
Es bestünden „religiöse Zweifel“ an der Führungsfähigkeit von Frauen, das sollte die Regierung berücksichtigen, sagte der Abgeordnete Mohammed Taghi Rahbar einer konservativen Zeitung. […]
Zudem sagte Rahbar, er werde in seiner Ansicht von ranghohen Geistlichen wie Ayatollah Nasser Makarem Schirasi und Lotfollah Safi Golpaigani unterstützt. Ayatollah Jussef Tabataba, der in Ispahan wöchentlich die Freitagspredigt hält, sagte, er hoffe, dass das Parlament die Worte des Präsidenten zu Ministerinnen „nicht akzeptieren“ werde.

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