Einträge mit dem Tag ‘wtf?!’


Der Sex ist vorbei, wenn ER kommt

5. November 2010 von Katrin

Gestern die tolle Show “Wie liebt Deutschland?” in der ARD gesehen? Nein? Glückwunsch!

Ich leider schon und mir fehlen immernoch ein bisschen die Worte. Alles, was es braucht, um mitreden zu können, hat aber zum Glück Jenni Zylka für SPON aufgeschrieben. Das Wort Fremdschämen bekam eine neue Dimension.Oder wie Deef auf Twitter bemerkte:

twitter

Besonders, als es um die Frage ging, wie unterschiedlich lange Frauen und Männer die Dauer ihres heterosexuellen Sex einschätzten, was unter der Versuchsvorraussetzung ‘Sex = “Vom Anfang der Penetration bis zum Orgasmus des Mannes”‘ erforscht worden war. Dass es ausgerechnet Sonya Kraus war, die als Einzige nach dem Orgasmus der Frau fragte, ist bitter.

Merke: Bei Spießbürgern ist der Sex vorbei, wenn ER gekommen ist.


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Rockstars aufgepasst: Thomann Fail

8. März 2010 von Magda

Bist du eine Musikerin und suchst einen Verstärker für deine E-Gitarre? Tja, dann ist der Engl Thunder 50 Combo wohl nichts für dich. Wenn du bei Thomann einkaufen willst, musst du schon mindestens ein cooler, männlicher und heterosexueller Rockstar sein.

Achtung: Sexismus und Heteronormativität Deluxe.

Combo oder Topteil? Bei dieser Fragestellung driften die Meinungen der verschiedenen Lager weit auseinander und für nicht wenige Gitarristen wird sie zur Glaubensangelegenheit. Der coole Rockstar vor seinem turmhohen Fullstack wird den Combo-Spieler entweder zum Anfänger, Mucker oder schlimmstenfalls Jazzer degradieren. Der aber wiedrum hält sich für ziemlich clever, denn während der Fullstack Spieler nach dem Gig die Stagehands mühsam überreden muss, ihm beim Verfrachten seiner Anlage in den Leihbus zu helfen – ein PKW ist definitiv zu klein – sitzt Mr.Combo bereits beim zweiten Bier an der Theke und schäkert mit den Damen aus der ersten Reihe. Er hat relativ gemütlich sein Equipment selbst abtransportiert: die Gitarre im Gigbag auf dem Rücken, das Effektboard in der linken und den Combo in der rechten Hand. Dass dieser Mann bei seinen Mitmusikern häufig der Beliebtere ist, das versteht sich von selbst.

Thomann freut sich bestimmt über E-Mails unter info@thomann.de.

Danke @Tinitus für den Link.


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Eine Frage der Liebe

27. Februar 2010 von Anna

So, da hätte ich eben beinahe meinen Kaffee über den Laptop gespuckt. Warum? Wegen der aktuellen Ausgabe der „Liebeskolumne“ aus dem Zeit Magazin. Dort wird jede Woche vom Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer „eine Frage der Liebe“ beantwortet. Diese Woche: „Darf sie ohne sein Wissen die Pille absetzen?“

Die – wie ich finde – unglaubliche Antwort:

[....] Die Moralistin wendet sich mit Grausen ab. Der Pragmatiker aber erkennt eine gewisse Gerechtigkeit darin, dass durch die heimliche Aktion nicht mehr die Frau, sondern der Mann dem Druck unterworfen ist, entweder eine Schwangerschaft zu akzeptieren oder sich zu trennen.
Die meisten Väter können eine handfeste Wirklichkeit besser verarbeiten als die von Perfektionsansprüchen umwaberte Eventualität.

Lieber Herr Schmidbauer, das kann nicht wirklich ihr Ernst sein, oder?


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Frauen und Technik

26. Oktober 2009 von Anna
Dieser Text ist Teil 32 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt
bildderfrau

Scan einer Werbeanzeige für die Zeitschrift Bild der Frau aus dem Springer Verlag


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Wir haben mehr zu bieten

10. August 2009 von Anna

Es ist so eine Sache mit dem Humor und dem Feminismus. Ein wunderbares Beispiel dafür bieten die Wahlkampfplakate von Vera Lengsfeld (CDU) in Berlin, genauer gesagt die in Friedrichshain-Kreuzberg. Die sind nämlich eigentlich total lustig und ironisch. Damit auch die, die nicht in Kreuzberg wohnen, ordentlich mitlachen können, hier erstmal ein Bild des Motivs:

Vera Lengsfeld
(Bild über taz.de)

Vera Lengsfeld ist der Meinung, dass ihr Plakat ziemlich gute Laune mache. Der Süddeutschen Zeitung sagte sie, es sei quasi eine “Parodie auf den Sexismus”.

Wie alle Feministinnen bin auch ich natürlich sehr humorlos. Als ich das Plakat am Samstag das erste Mal sah, schaffte es nicht mal ein kleines Schmunzeln auf meine Lippen. Meinen ersten bis zehnten Gedanken kann man wohl am besten in einem “What the fuck?!” zusammen fassen und ich bin froh, vor lauter Staunen keinen Autounfall verursacht zu haben.

Meine Gedanken elf bis dreizehn waren die Überlegungen, ob das ein Fake sein könnte, ob Vera Lengsfeld überhaupt von dem Plakat weiß und was wohl die Berliner CDU im Allgemeinen und Angela Merkel im Speziellen dazu sagen. Nun, diese Fragen trieben auch andere um und konnten heute geklärt werden:
Nein, es ist kein Fake. Ja, Vera Lengsfeld weiß davon, es war sogar ihre Idee, wie sueddeutsche.de berichtet:

“Das ist meine Idee gewesen, das mal so zu machen.” Ständig beschwerten sich alle unisono – und zurecht – über die Humorlosigkeit in der Wahlwerbung. Dem wolle sie mit einer frischen Idee entgegenwirken.

Und die tageszeitung schreibt:

Die Plakat-Aktion hat sie nicht mit Merkel abgesprochen. Merkels Bild sei “ein offizielles Foto”, so Lengsfeld, und die Rechte daran habe sie gekauft. Aus dem Büro von Angela Merkel war am Montag kein Kommentar zur nicht abgesprochenen Plakataktion der Parteigenossin zu erhalten.

Weiter heißt es dort:

Zumindest im Berliner Landesverband sei das Plakat wohlwollend akzeptiert worden, so der Berliner CDU-Abgeordnete Kurt Wansner. “Ist doch gut, wenn es mal was anderes zu sehen gibt.”

Kommen wir zurück zur Humorlosigkeit. Eigentlich hatte ich nämlich überlegt, Frau Lengsfeld eine Mail zu schreiben, was genau sie sich mit diesem Plakat denn gedacht habe und sie zu fragen, warum sie sich für eine derart sexistische und geschmacklose Kampagne entschieden hat. Ob sie wirklich glaubt, dass sie jetzt mehr Leute wählen werden oder ob sie nicht eher Angst hat, das sowas ihrem Image schaden könnte. Ob es die CDU in Friedrichshain-Kreuzberg nicht schon schwer genug hat. Gewiss wären mir noch ein paar mehr Fragen eingefallen.
Aber eine Mail muss ich jetzt nicht mehr schreiben, denn auch diese Fragen wurden inzwischen beantwortet:

“Mir ist natürlich klar, dass man das auch böswillig interpretieren kann”, sagt Lengsfeld. [...] “Die Feministinnen würden sich nur lächerlich machen. Denn in gewisser Weise ist das Plakat eine Parodie auf den Sexismus.” Schließlich stehe auf dem Plakat: “Wir haben mehr zu bieten.”

Mist, da hat sie mich ertappt. Da habe ich als spaßbefreite Feministin mal wieder alles falsch verstanden und böswillig interpretiert. Gut, bevor ich mich lächerlich mache, lass ich das mit der Mail mal lieber. Denn, liebe Frau Lengsfeld, wenigstens eine von uns sollte ihre Würde schließlich bewahren, finden Sie nicht auch?

PS.: Was das Plakat natürlich auf jeden Fall generiert hat, ist Aufmerksamkeit. Aktuell zählt der entsprechende Text in ihrem Blog über 130 Kommentare und es ist anzunehmen, dass es noch ein paar mehr werden.


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