Einträge mit dem Tag ‘Kate Winslet’


Ach scheiß drauf!

28. Januar 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 6 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Vielleicht sollte das mal gesagt werden: Wenn ich hier über „wilde Mädchen“ schreibe, dann meine ich oft weder entfesselte Amazonen noch wutschnaubende Riotgirls. „Wild“ sind manchmal schon die Frauen, die die allgemein anerkannten Regeln in Aussehen, Auftreten oder Verhalten nicht erfüllen. Die eben nicht dem entsprechen, was von Frauen oft erwartet wird, schlank zu sein oder Contenance zu bewahren.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Gemma Arterton, das aktuelle Bond-Girl aus „Ein Quantum Trost“ erschien jetzt bei einer offiziellen Veranstaltung mit einigen Pfunden mehr auf den agentenerprobten Hüften. Spiegel.de zitierte die „Daily Mail“

Arterton habe ob der Trennung von ihrem Ex-Freund wohl in der “altbewährten Art und Weise” Aufmunterung gesucht, und “einem Bottich Eiscreme, oder zwei” verdrückt.

Als Ergebnis sah das britische Yellow-Paper statt kokettierender Taille ein – für eine Bondsche Bettgefährtin – No-Go-Doppelkinn.

Nach Kate Winslets Gewinn zweier Golden Globes meldete Perlentaucher.de mit Bezug auf Jezebel.com die Reaktionen der britischen Presse auf die Dankesrede der ausgezeichneten Schauspielerin.

Die britische Presse hat Kate Winslet für ihren Auftritt bei den Golden Globes geschlachtet: “Bei dieser Rede hätte sich sogar ein Kadaver vor Peinlichkeit gekrümmt”. Die englische Schauspielerin war mit zwei Globes ausgezeichnet worden und geriet darüber in, ähm, Erregung (Videos bei Youtube). Der Guardian war angeekelt, die Times hielt sie für beschwipst, und der Independent forderte eine Entschuldigung von Winslet

Über die dritte im Bunde, Rachida Dati und ihre „Rückkehr“ in den Job, wenige Tage nach der Entbindung ihres Kindes, haben wir hier an anderer Stelle schon diskutiert.

Aber auch wer nicht neben 007 schläft, Golden Globes einheimst oder ein Justizministerium führt, muss sich bisweilen ein Feuerwerk aus Häme, Geschmacklosigkeiten oder Vorurteilen um die Ohren knallen lassen. Egal ob im Job, im Freundeskreis oder der Familie, immer wieder stolpern wir über die an uns gestellten Erwartungen und geben oft genug klein bei, wenn uns deshalb ein Contra droht. Dann, wenn wir nicht der Norm entsprechen, eine unpopuläre Meinung vertreten oder in irgendeiner Form „überreagieren“. Statt konstruktiv zu kritisieren, wird unser Gegenüber unsachlich, grob und verletzend, während wir wie gejagte Hasen rechtfertigende Haken schlagen. Am Ende sind wir wahnsinnig aus der Puste und trotzdem kein Stück weiter. Unsere eigentlichen Fähigkeiten und die Inhalte, um die es uns geht, spielen dann nur noch eine geringfügige Rolle, wenn sie nicht sogar ganz auf der Strecke bleiben. Schließlich haben wir gefälligst gefällig zu sein.

Aber pah, scheiß drauf, sollen wir doch aussehen, wie wir wollen oder es die Umstände nun mal gerade erfordern, sollen wir doch rumflennen und sentimental werden, wenn unser Herz überquillt, gehen wir doch ein paar Tage nach dem Kreissaal wieder arbeiten oder eben nicht! Egal ob als öffentliche Person oder im privaten Alltag, tun wir doch einfach das, was wir wollen!


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“Was soll das?”

2. Januar 2009 von Susanne

Heute im Magazin der Süddeutschen Zeitung: Ein kleines, aber feines Gespräch mit der großartigen Kate Winslet. Appetithäppchen gefällig?

Frau Winslet, Sie sorgen immer wieder für Diskussionen, weil Sie sich dagegen aussprechen, dass Fotos von Ihnen nachträglich am Computer bearbeitet werden. Wären Sie so nett und fassen noch mal zusammen, was genau eigentlich das Problem ist?
Kate Winslet:
In einfachen Worten – Schauspielerinnen sind nicht perfekt. Sie sind ganz normale Menschen. In Filmen versuche ich, genau das zu spielen, normale Frauen mit Falten, mit Rundungen. Also verstehe ich nicht, warum irgendwelche Grafiker in Zeitschriftenredaktionen nachträglich noch an Fotos von mir rumretuschieren müssen – das stellt doch letztlich meine Arbeit in Frage.

Es gab da diesen viel diskutierten Fall.
…in England, genau. Da hatten sie bei einer Zeitschrift auf den Fotos meine Beine verlängert, mein Dekolleté verändert. Was soll das?

(…)

Simone de Beauvoir hat mal geschrieben: »Frauen sind nur deshalb als Hexen verbrannt worden, weil sie schön waren.« Kann Schönheit auch Angst machen?
Da ist was dran, ja. Mit der Inszenierung von starker Schönheit – oder starker Weiblichkeit – hat die Gesellschaft immer wieder ihre Probleme. Nehmen Sie Marilyn Monroe…

Das ganze Interview kann man hier lesen.

(Foto von gdcgraphics/Flickr)


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