Einträge mit dem Tag ‘Amazon’


Seifenblasen, Sexy Sexismus und scharfe Worte

19. Juli 2010 von Meredith

Was letzte Woche so geblogged wurde:

Gute Nachrichten aus London bei queernews: Das britische Supreme Court hat das Asylrecht bestätigt für Menschen, die in ihren Heimatländern auf Grund ihrer Homosexualität verfolgt werden.

Und aus Bayern! Dort werden mit dem neuen Beamtenrecht schwule und lesbische Eingetragene Lebenspartnerschaften mit Ehen gleichgestellt.

Die Frage, ob Frauen auch in die Wehrpflicht mit einbezogen werden sollten, wird auch hier immer wieder diskutiert. Nach den neusten Entwicklungen stellt sie sich zwar in Deutschland auch nicht mehr lange – einen interessanten Beitrag dazu im Hinblick auf Österreich kann man aber in der Denkwerkstatt lesen.

Und für die Augen: Irgendeine peinliche Biermarke aus Österreich ist auf die tolle Idee gekommen, ihre Sorten mit Frauentypen zu vergleichen, dafür drei Frauentypen (Brünett und schlank, Blond und schlank, rothaarig und, äh, schlank) Topfrei und mit irren Blicken zu fotografieren. Sexistische Werbung – immer wieder sexy!
(weiterlesen …)


Facebook | |


Umsortierung in Amazons Bücherregal

12. Juli 2010 von Helga

Falls auch Ihr Euch gewundert habt, warum Amazon die Kategorie „Lesben und Schwule” gestrichen hat, gibt es heute die Antwort. Nele Tabler hatte mal nachgefragt und Amazon hat netterweise geantwortet:

Tweet von Nele_Tabler: Nach Wochen endlich eine brauchbare Antwort bekommen: Belletristik für #Lesben + #Schwule läuft bei amazon nur noch unter Erotik (about 1 hour ago via TweetDeck)

Derart eingeordnet werden natürlich auch Bücher ohne eine einzige erotische Szene. Bereits vor einem Jahr hatte Amazon Bücher für/über Lesben und Schwule, sowie alle weiteren irgendwie erotisch anmutenden Bücher aus seiner Suche entfernt – natürlich nur aus Versehen.


Facebook | |


Vergewaltigungsspiel einfach online bestellen

8. Juni 2009 von Susanne

Der Onlineshop-Gigant Amazon scheint aus Fehlern nicht unbedingt zu lernen. Denn obwohl er sich im Februar bereits einen Riesenskandal einhandelte, weil dort (angeblich “aus Versehen”) ein Vergewaltigungsspiel verkauft wurde, hatte er jetzt wieder ein Spiel mit Vergewaltigungsszenen im Angebot.

Den Februar-Skandal kommentierte unter anderem eine Autorin und Gamerin auf derWesten.de mit den Worten:

(…) Verwundert sind wir ebenfalls. Verwundert über die Tatsache, dass es ein solcher Titel geschafft hat, über Jahre frei erhältlich zu sein. Und darüber, dass es weder bemerkt noch verhindert wurde. Denn eines ist wohl klar: Dieser Titel ist menschenverachtender, als es “GTA” oder “Call of Duty”, die manche Kritiker in Deutschland in einen Topf mit der Aufschrift “bestialische Spiele” werfen, jemals sein könnten.

Über den erneuten Vertrieb eines Vergewaltigungsspiels berichteten nun unter anderem Jezebel.com, Feministing und Bitch online. Im Spiel “Stockholm: An Exploration of True Love” muss der Spieler als Kidnapper sein Opfer gefügig machen, “to make her fall in love with you”! Amazon nahm auch dieses Spiel nach Protesten aus dem Sortiment – kritischer Blogger_innen und deren weltweiter Vernetzung sei dank.

Liebes Amazon, könntest du bitte in Zukunft schauen, welchen menschenverachtenden Scheiß du dir in dein Schaufenster stellst? Ansonsten werden wir in Zukunft nämlich einfach nicht mehr bei dir vorbeikommen und unser Geld woanders ausgeben.


Facebook | |


Vermisst!

15. April 2009 von Verena

Eine Eiersuche der besonderen Art hat Amazon dieses Osterfest veranstaltet: Bücher mit schwul/lesbischen oder sexualitätsbezogenen Inhalten – insgesamt mehr als 57.000 – waren weder über die allgemeine Suchfunktion noch die Verkaufsrankings zu orten. Selbst Klassiker wie „Lady Chatterley“, Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ oder Michel Foucaults „Sexualität und Wahrheit“ sollen nicht aufrufbar gewesen sein.

Der schnell organisierte Protest in der Blogger- und Twitterszene erreichte auch Amazon, die erklärten, bei der Bücher-Vermisstenliste handele sich um eine, durch die falsche Eingabe eines Mitarbeiters ausgelöste, Panne im System, die bereits behoben sei. Aus Versehen seien dabei alle als „adult“-gekennzeichneten Bücher aussortiert worden. Dass der Hase da trotzdem irgendwie verkehrt gelaufen sein muss, darauf wies unter anderem die Taz hin, denn

der schwule Schriftsteller Mark R. Probst wiederum sagt, dass er von Amazon sogar eine schriftliche Begründung für das Verschwinden seines Buches von der Liste bekommen habe: Geschehen sei dies, um das Amazon-Angebot (…) familienfreundlicher zu gestalten

Den Aspekt der Familienfreundlichkeit halte ich für absolut daneben, sind homosexuelle Paare mit Kindern denn keine Familien? Außerdem brisant: Christlich motivierte Ratgeber, wie Eltern ihre Kinder vor Homosexualität bewahren könnten, waren von der Panne nicht betroffen – das nämlich hat I Heart Digital Life getestet.

Da stellt sich doch die Frage, was bei Amazon alles als „adult“ bezeichnet wird. Demnach scheint jedes Buch, das von einer lesbischen Autorin oder einem schwulen Autor verfasst wurde, in diese Kategorie zu fallen. Genauso wie medizinische, historische oder sozialwissenschaftliche Arbeiten. Beim Argument „Zum Schutze der Kinder“ hat Zensur immer leichtes Spiel. Aber solange die Tagesschau ohne FSK-Angabe läuft, sollten doch bitte auch andere Lebensrealitäten vollends abbildbar sein. Und wir sollten uns von einem der größten Internetanbieter nicht vorschreiben lassen, welche Bücher zu welchem Thema relvant sind. Auch damit der Irrglaube aufhört, durch Zensur existierten gewisse Realitäten nicht mehr.

Eine positive Nebenbemerkung ist aber noch drin. I Heart Digital Life schreibt:

Die Amazon-Geschichte hat sehr deutlich gezeigt, wie wunderbar Blogs und Twitter zusammen funktionieren, um schnelle, nicht-organisierte Proteste hervorzubringen. Allein mit Blogs hätte es vielleicht ein paar Tage länger gedauert und der Aufschrei wäre auch nicht so massiv geworden, durch Twitter und die Hashtags #amazonfail und #glitchmyass dagegen konnten viele Leute mal Schnell ihren Unmut kund tun, die Story verbreitete sich rasend schnell, und entsprechend groß war dann auch der Druck auf Amazon.

Amazon, digital brothers and sisters are watching you!


Facebook | |



Anzeige