Revolution am Küchentisch

von Susanne

Heute schreibt Mareen Linnartz in der Frankfurter Rundschau über neue, junge Protagonistinnen und Protagonisten des deutschen Feminismus. Sie schreibt über Charlotte Roche und Thea Dorn, aber auch über uns und das Genderblog:

Revolution am Küchentisch und vom Bürosessel aus, mittels Büchern, Artikeln und natürlich Internetforen wie www.genderblog.de oder www.maedchenmannschaft.net. Dieser Feminismus ist beweglich, solidarisch, er richtet sich nicht gegen die Männer – sondern gegen gesellschaftliche Strukturen. Und der Weg zur echten Gleichberechtigung führt nur über die Emanzipation der Männer – damit die sich irgendwann hinstellen und sagen: Ich habe keine Lust, alleine eine Familie zu ernähren.

Insgesamt ein schöner Rundumblick, was gerade so passiert und wie sich der neue Feminismus selbst versteht.

(Foto über fr-online.de)




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 18. März 2008 um 11:06 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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9 Kommentare

  1. Christian Heier sagt:

    Ooch, ich glaube, die Emanzipation der Männer ist schon in vollem Gange. Neben den erwähnten Männern, die keine Lust mehr haben, alleine eine ganze Familie zu ernähren, gibt es auch immer weniger Männer, die heutzutage überhaupt noch Lust auf Partnerschaft, Beziehung, Ehe und Kinder haben. Sie wissen ja von Verwandten, Freunden, Kollegen und Bekannten, was ihnen da alles so passieren kann. Warum sich das alles noch antun?
    Man kann es Emanzipation nennen, man kann auch sagen: Der Markt regelt alles von alleine. Die Frauen bieten die Dienstleistung Partnerschaft zu überhöhten Preisen an, ohne dafür adäquate Gegenleistungen zu erbringen (Feminismus). Also rechnet sich das für Männer nicht mehr, sie gehen aus dem Markt und suchen verstärkt nach Alternativen. Diese Nachfragemacht der Männer wird über kurz oder lang das System des Feminismus zum Einsturz bringen – auch wenn man ihn jetzt neu schminkt, um ihn auch für Männer attraktiv zu machen („Neuer Feminismus“).

  2. Susanne sagt:

    Öh, na ja, ich würde sagen, in deiner hübschen Markt-Rechnung fehlt eine ganz entscheidende Variable: LIEBE.

  3. anika sagt:

    Hat die Globalisierung jetzt auch schon die zwischenmenschlichen Beziehungen erreicht, so dass Partnerschaften nach dem Kosten- Nutzen- Prinzip eingegangen werden??? Das wäre nämlich sehr SCHADE und ich hoffe, dass nicht viele Männer so abwägen!!!

  4. Meredith sagt:

    nee, keine sorge, das scheint eher das ding vereinzelter armer menschen wie christian heier, die schlimme erfahrungen mit bösen frauen gemacht haben, zu sein.

  5. Christian Heier sagt:

    Ist natürlich ein alter und zugleich ganz schön billiger Trick, alles was einem nicht passt, gleich dadurch abzuwerten, dass man mutmaßt, der andere habe persönliche Probleme. So wird die Kritik gleich auf eine verdauliche Größe herabgestuft und ist viel leichter zu verdauen. Vor allem entgeht man so der Gefahr, sich mit ihr auseinandersetzen zu müssen.
    Natürlich spielen auch Liebe und Gefühle eine Rolle, ganz klar. Aber dennoch ist der Partnerschaftsmarkt auch dies: ein Markt. Und da die Marktteilnehmer den Verstand nicht völlig ausschalten, kommt es immer wieder vor, dass sie die bewusste Entscheidung treffen, sich aus dem Markt zurückzuziehen. Oder sich genau so bewusst dafür entscheiden, einem gutverdienenden Partner den Vorzug zu geben vor dem ärmeren, aber vielleicht netteren. Bei einer bestimmten Gruppe von Marktteilnehmern hat man dieses Verhalten schon häufiger beobachtet ;-)

  6. Nils sagt:

    Ja, eine richtige Frau ist natürlich nie berechnend, sie folgt immer der Stimme ihres reinen Herzens. *schluchz* Ich meine, es ist doch nun mal so, daß der besserverdienende den edleren Charakter hat, was gut ist, setzt sich schließlich durch. Eine richtige Frau erfühlt das.

  7. Peter sagt:

    „Emanzipation der Männer“?

    Wovon denn? Von was konkret sind wir denn abhängig, von dem wir uns emanzipieren könnten? Bier?

    „Ich habe keine Lust, alleine eine Familie zu ernähren.“

    Diesen Standpunkt sollte man(n) eigentlich schon seit Esther Vilar vertreten.

    Der einzige Weg zur Gleichberechtigung führt über die Gleichberechtigung. Erstmal überall die – absolut – gleichen gesellschaftlichen Rechte, Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten herstellen, dann kann man gerne über „Emanzipation der Männer“ reden. Dann.

  8. /ajk sagt:

    Ah endlich kann ich mich zu diesem Bescheuerten Beitrag äussern..

    Ich zitiere mal:

    Das ist nicht leicht in einem Land, in dem wie in keinem anderen westlichen Industriestaat Frauen in gleicher Position weniger verdienen als Männer – durchschnittlich 23 Prozent.

    Das stimmt nicht. Die Statistik ist gefälscht und böswillig falsch intepretiert. In der Statistik wird von Lohngruppen geredet und nicht wirkliche Menschen verglichen. Schon gar nicht nach Erfahrung, Arbeitsdauer und Stellung.


    In einem Land, in dem der Mutter-Mythos, diese typisch deutsche Stilisierung der allgegenwärtigen und unersetzbaren Mutter, immer noch so sehr alles überdeckt, dass Fragen der Kinderbetreuung und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sofort in ideologische Grabenkämpfe ausarten.

    Aha, also die Mutter wird hochstillisiert und bejubelt, aber das ist schlecht? Ist es nicht so, das immer postuliert wird das Frauen und Mütter früher keinen Respekt bekommen haben? Anscheinend gibt es da alte Traditionen (Mutter ist heilig) die doch Frauen als etwas wertvolles und ehrwürdiges ansahen? Warum wird dann davon gesprochen das Frauen sich Respekt „erarbeiten“ müssen, früher ungeliebt und unrespektiert waren?


    In einem Land, in dem sich gut ausgebildete Frauen ein paar Jahre lang freiwillig auf Spielplatzbänke setzen und aus Tupperware-Boxen klein geschnittene Äpfeln an ihre Kinder verteilen, mit dem Argument, ihre Männer würden das zwar auch gerne machen, könnten aber nicht weniger arbeiten, weil die Firmenkultur solche Modelle eben nicht vorsehe

    Firmen sind keine Kindergärten. Firmen müssen um ihr überleben kämpfen. Warum wird hier Kindererziehung und das „kümmern um Kinder“ als etwas demütigendes, unangenehmes, beleidigendes und unbefriedigendes dargestellt?

    Unverschämte Denkweise, verrücktes doppeldenk. Unreifes Gejammere.

    Und ja, viele Männer entziehen sich den Markt. So ist zum beispiel das Sexualverhalten vieler junger Männer anders geworden. Das permanente „alles fordern“ nervt. Völliger Unsinn wird als Wahr genommen, und kein Mensch fragt mal die Männer was sie davon halten..

    /ajk

  9. Susanne sagt:

    @ /ajk: Ich bin beeindruckt, dass DU herausgefunden hast, dass die Statistiken nur gefälscht sind. (Arbeitest du beim Statistischen Bundesamt und hast deine Kollegin erwischt, wie sie Zahlen manipuliert hat?) Die Zeit hat vor zwei Wochen genau das gemacht, was die anderen Erhebungen deiner Meinung nach NICHT tun: einen direkten Vergleich zwischen Frauen und Männern im gleichen Beruf mit gleicher Berufserfahrung:
    http://www.zeit.de/2008/11/Frauen-Verdienste

    Überraschenderweise kommen die zum gleichen Ergebnis wie alle anderen Studien …