Archiv für April, 2008

About “Feuchtgebiete”

Wednesday, April 30th, 2008 von Katrin

Endlich hat es mal jemand geschafft, einen Artikel über Charlotte Roches “Feuchtgebiete” zu schreiben, der einem nicht total die Lust auf das Lesen dieses Romans verdirbt. Die Neon-Userin Seiltaenzerin76 (deren Artikel “Women - be wild!” übrigens auch sehr charmant ist), schafft eine Atmosphäre rund um Buch und Autorin, die schmunzeln macht, wieder mögen lässt und die Garstigkeit und Aufgeregtheit so manch anderer Rezensionen in Frage stellt.

“”Feuchtgebiete” ist somit auch ein geschickter Schachzug in der gegenwärtigen Feminismus-Debatte, die den Ernst viel zu selten mit fröhlichem Überschwang paart. Wo sonst schnell Trotz, Widerstand und offenes Aggressionspotential hochkochen, hüpft Frau Roche feucht fröhlich durch Tabuzonen. Für “Feuchtgebiete” hat sie der Muschiflora ein Lächeln auf die Lippen geschrieben, das sagt: Mädels, macht euch locker!”

Merci.

In Bildern: Das denkt die Welt (16)

Wednesday, April 30th, 2008 von Susanne

Über Katze mit Wut über Cat and Girl

“Goodbye Märchenprinz!”

Tuesday, April 29th, 2008 von Susanne

So ist der dritte Teil der großen Brigitte-Studie überschrieben, der sich mit den Vorstellungen und Wünschen junger Frauen in Sachen Liebe und Beziehungen beschäftigt. Hier mal auf die interessanten Stellen für euch zusammengedampft:

  • Einen öden Typen heiraten, nur um abgesichert zu sein? Das lehnen Frauen heute dankend ab.
  • Die alten Männerbilder verblassen. Der Versorger, der Beschützer, der Göttergatte, dem die Frauen ihr Leben unterordnen? Das war einmal. 97 Prozent finden, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Geben und Nehmen eine gute Beziehung bestimmt.
  • “Was Männer und Frauen von einer guten Beziehung erwarten, ist nahezu deckungsgleich”, hat Prof. Jutta Allmendinger durch eine Vergleichsstudie mit Männern herausgefunden. Kampf der Geschlechter? Den gibt’s eigentlich nur noch auf dem Papier. Bleibt die Frage, warum es in Partnerschaften so oft nicht klappt. Vielleicht, weil trotz der Übereinstimmung der Wünsche so viele Missverständnisse über das andere Geschlecht existieren.
  • Wie groß die Macht der Stereotype ist, hat selbst Expertin Jutta Allmendinger überrascht.
  • Männer reden nicht über ihre Gefühle! Das sagen mehr als 80 Prozent. Sie halten Männer für sexgierig und desinteressiert an verantwortungsbewussten Beziehungen. Dabei ist das falsch, die Untersuchungen belegen etwas ganz anderes: Partnerschaft ist für Männer sogar wichtiger als für Frauen!
  • Der Irrtum ist, dass Frauen und Männer zu wissen glauben, was das andere Geschlecht bewegt. Ihre Fehleinschätzungen überprüfen sie nur selten an der Wirklichkeit.
  • Ob im Beruf oder in den Medien - überall fehlen runderneuerte positive Männervorbilder.
  • Die Frauen erwarten, dass sich etwas ändert, ihr Märchenprinz ist nicht länger der Karrieretyp oder der Versorger. Der Traummann der Zukunft übernimmt vor allem Verantwortung fürs gemeinsame Kind. Nur als Väter sind Männer noch Helden.

Der Schöne Leseabend

Tuesday, April 29th, 2008 von Susanne

Wer in Berlin wohnt und heute Abend Lust hat, dabei zu sein, wenn Christiane Zschirnt (“Wir Schönheitsjunkies”) gemeinsam mit Meredith und mir liest und diskutiert, der meldet sich
1. schnell noch im Berliner Münzsalon unter office@muenzsalon.net an und kommt
2. um 20 Uhr in die Münzstraße 23.

Frage des Abends, moderiert von Johanna Adorján von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung : ob der Feminismus das Leben schöner macht, oder Schönheit den Feminismus alt aussehen lässt.

“Junge Männer wollen nicht mehr auf das Arbeitstier reduziert werden”

Monday, April 28th, 2008 von Susanne

Ursula von der Leyen hat dem Spiegel ein interessantes Interview gegeben. Sie sprach mit den Redakteuren über Gleichberechtigung, Macho-Kultur, christlich-konservative Politik, einen weiblichen James Bond und ihre Arbeit als Familienministerin. Unbedingt lesen!

(Foto über das BMFSFJ)

Selbermachen am Montag

Monday, April 28th, 2008 von Susanne

So sah das Logo des Berliner Ladyfests 2007 aus. Und jetzt könntest du das Logo für 2008 gestalten! Bis zum 30. Mai bitten die Veranstalter um Entwürfe. Und zwar als JPG-Datei an info@ladyfest.net.

Selbermach-Sonntag (27.4.08)

Sunday, April 27th, 2008 von Susanne

Na, was war los diese Woche in Sachen Feminismus? Was hat euch beschäftigt und sollte auch alle anderen etwas angehen? Und: Gibt es in eurer Region wichtige Termine für Frauen und Männer, von denen alle wissen sollten? Schreibt es auf, kommentiert, verlinkt, habt Spaß. Schönen Sonntag!

Alphamädchen bei BR Alpha

Sunday, April 27th, 2008 von Susanne

Heute Abend sendet BR Alpha im “Freiraum” einen Beitrag über jungen Feminismus und lässt uns darin erzählen, wie wir uns die Sache so vorstellen. In der Ankündigung liest sich das ganze dann so:

Die drei Münchner Journalistinnen Meredith, Susanne und Barbara treten in ihrem neu erschienenen Buch “Wir Alphamädchen” vehement für einen Feminismus jenseits der klassischen Rollenklischees ein. Die drei jungen Frauen zeigen, dass Kinder und Karriere, Sex und Intellekt, Freiheit und Verantwortung sich nicht widersprechen, sondern von modernen Frauen durchaus verbunden werden können.

Sonntag, 27. April, 17:30 Uhr, BR Alpha
(Wdh. am 29. April, 19:15 Uhr)

Dufte Braut im Showbiz

Saturday, April 26th, 2008 von Susanne

Nette Notiz heute in der “Leute”-Rubrik der Süddeutschen Zeitung :

Julia Roberts (40), Oscar-Preisträgerin, benutzt aus Prinzip keine Deodorants. Sie brauche nur die altmodische Kombination aus Seife und Wasser, um ihre Achselhöhlen frisch zu halten, verriet die Schauspielerin (”Pretty Woman“) in der US-Talkshow von Oprah Winfrey, wie die Webseite FemaleFirst.co.uk schreibt.

Die dreifache Mutter sagte, sie erfrische sich mittags, wenn sie arbeiten müsse. Die Aufregung um ihre Haarpracht in den Achselhöhlen, den sie 1999 bei der Premiere ihres Films “Notting Hill“ in Großbritannien erlebt hat, könne sie auch heute nicht nachvollziehen.

Roberts hatte damals auf dem roten Teppich für Aufsehen gesorgt, weil sie ihr buschiges Achselhaar nicht wegrasiert hatte. “Es war, als hätte ich einen Chinchilla unter dem Arm gehabt. So hat die Welt darauf reagiert“, wundert sie sich noch heute.

Wie werde ich ein richtiger Mann?

Friday, April 25th, 2008 von Katrin
Dieser Text ist Teil 7 von 10 der Serie Die Feministische Bibliothek

Anleitung zum MännlichseinDas fragte ich mich heute ganz unvermittelt und begann daraufhin das Buch “Anleitung zum Männlichsein” von den Lebert-Brüdern zu lesen. Es war eine kurzweilige Angelegenheit von ein paar Stunden. Doch so recht weiß ich immer noch nicht, wie aus mir jetzt ein moderner Mann werden könnte.Das Buch hat mich mittels eines sehr aufreizenden Einbandtextes gekriegt:

“Die alten Zeiten will man nicht zurück, aber ihre Rolle als Mädchen für alles schmeckt den Männern auch nicht mehr. Andreas und Stephan Lebert erkunden, wie der Mann des 21. Jahrhunderts sich in verschiedenen Lebenssituationen bewähren kann, und finden jenseits aller Zerrbilder und Stereotypen Antworten auf die Frage, was einen Mann heute zum Mann macht.”

Klingt ja eigentlich ganz gut. Ich erhoffte mir wirklich eine Antwort auf die Frage “wann ist der Mann ein Mann”. Aber um es kurz zu machen: Die gibt es hier nicht. Das Buch ist voll von netten kleinen Geschichtchen, die irgendwie und irgendwo den Autoren oder deren Freunden oder entfernten Bekannten passiert sind. Dabei wurde wohl so verfahren, dass Mann sich regelmäßig in einem Berliner Café traf, diese Geschichtchen erzählte um dann induktiv daraus die Weltformel zu destillieren, die Antwort auf die Frage, wie ein Mann denn nun zu sein habe. Dabei werden die Frauen (”denn wir wissen ja, was Frauen so sagen”) immer nur mittels einer Stimme an unterschiedlicher Stelle eingestreut, ansonsten aber kategorisch ausgeschlossen, denn es sollte ja um die Männer gehen.

Interessant sind die Tipps oder Anleitungen ja schon: “Männliches Schweigen ist eine Kunst”, “Frauen zuhören ist ein Gewinn” - aber man sollte um Himmels Willen nie etwas sagen, nur um Frauen zu gefallen! “Wer bist du? Wer bin ich? - das muss immer klar sein” - aha. Ja klar, aber gilt denn das nur für Männer? Oder: “Anleitung zum Männlichsein Nummer fünf: Es gibt nur ein Gesetz: die eigene Lust.” Das würde ich dann auch gerne für mich beanspruchen. Also bin ich schon ein Mann - oder habe ich nun was verpasst?

Nein, im Großen und Ganzen muss man wohlwollend über dieses Buch urteilen: Es ist auf eine manchmal etwas bemüht wirkende Art und Weise, aber durchaus liebevoll gemeint, geschrieben und versucht den Männerbildern von heute wieder mehr Mut zum Eigensinn, zur Lächerlichkeit, zum Risiko zu vermitteln. Es will zeigen, dass manch ein Mann, der sich nur über seinen Beruf und seine Karriere definiert, nicht mehr ist, als ein armes Würstchen, dessen Leben sich auf eine einzige Sache beschränkt. Es möchte eine neue und gute Vater-Sohn-Beziehung gestalten (aber leider ist von Töchtern keine Rede!), es möchte hier, es möchte dort.

Dass manchmal eben doch die alten Geschlechtsstereotypen wiederholt werden, ist ärgerlich:

“Verweiblichung der Gesellschaft auf allen Kanälen: Medien, Politik, Familie, Freizeit, Gefühle, Psychologie, Gesundheit, Bildung, Kunst, Gefühl statt Sache, ich statt es, Harmonie statt Konflikt, reden statt tun […] Die Genauigkeit bei wissenschaftlichen Themen und die Kraft, sie in den Mittelpunkt zu rücken, und der Mut, scharfe Auseinandersetzungen zu führen und auszuhalten, also zu polarisieren: Wir behaupten, dass dies eine Angelegenheit der Männer wäre.”

Nach solchen Aussagen, wie sie im Kapitel “Die Verweiblichung der Gesellschaft” getroffen werden, fällt es wirklich schwer, wohlwollend zu bleiben. Aber es ist Gott sei Dank das einzige Kapitel in diesem Ton. Vielleicht haben die Brüder Lebert es nötig, sich über solche Kategorien zu definieren. Fakt ist, dass sie die von ihnen selbst geforderte Genauigkeit und wissenschaftlichkeit nicht einhalten können - an irgendwelchen Belegen für ihre Behauptungen mangelt es nämlich durchgehend in ihrem Buch (von den Geschichtchen abgesehen).

Ich fasse zusammen: Man(n) muss das Buch nicht lesen, um zu wissen, wie Mann im 21. Jahrhundert sein sollte. Man(n) muss das Buch auch nicht lesen, um irgendwelche neuen und bahnbrechenden Erkenntnisse zu gewinnen - geht man mit dieser Erwartung heran, wird man(n) definitiv enttäuscht. Aber: Anzuerkennen bleibt der Versuch, auch einmal den Mann in den Mittelpunkt einer Diskussion um Lebensführung, Rollenbilder und neue Wege zu stellen, denn alle Erfahrungen haben (leider?) gezeigt, dass Mann in solcherlei Fragen sich von Frau nichts sagen lassen möchte. Vielleicht sollten wir deshalb ermutigend dazu aufrufen, einen ernst zu nehmenden, mutigeren, differenzierteren Versuch zu starten, um der neuen Männlichkeit einen Rahmen zu verleihen. Denn ihr, liebe Leser seid gute Beispiele, wie es auch gehen kann - finde zumindest ich.