Archiv für Januar 2008


Kinder mit Brüsten gegen Kindesmissbrauch?

31. Januar 2008 von Meredith

Uargh, hier langt eine gutgemeinte Werbung mal so richtig ordentlich daneben:

Text: Wenn du in einem jungen Mädchen mehr siehst, brauchst du Hilfe. Wenn du über 18 bist und Sex mit einer Minderjährigen hast, ist das gesetzlich eine Vergewaltigung.

Eine US-amerikanische Agentur, die sich gegen Gewalt in Familien einsetzt, will hiermit Kindesmissbrauch verhindern. Fragt sich nur, ob eine Werbung, die kleine Mädchen in einen sexuellen Kontext bringt, da so hilfreich ist. Zumal, wie sämtliche Kommentare im Netz betonen, das Konzept vorne und hinten nicht passt: Päderasten sehen kleine Mädchen ja nicht als erwachsene Frauen, sondern fetischisieren sie für das was sie sind: Kinder. Mal ganz abgesehen davon, dass es einfach stinkt, wenn mit sexy Bildern Gewaltprävention betrieben werden soll. Man kann nur hoffen, dass diese Werbung nicht gedruckt wird.

Über Jezebel


Facebook | |


Ganz genau

31. Januar 2008 von Susanne

Untertitel: “Feminists get all the chicks.” Righty-right, Boys!

Über Flickr


Facebook | |


Ab jetzt alle 14 Tage neu: Mrs. Pepsteins Muttiblog

29. Januar 2008 von Mrs. Pepstein
Dieser Text ist Teil 11 von 43 der Serie Muttiblog

Hey, ich liebe meine Kinder! Aber geht das wirklich zusammen: Feminismus und Mutterschaft? Das will ich künftig in diesem Blog thematisieren. Denn da gibt es ganz schön viele Fragen: Spielplatz nur am Sonntag? Stillen an unmöglichen Orten? Warum werden Väter fürs Zuhausebleiben belohnt bzw. gelobt? Sind Puppen für Mädchen und Autos für Jungs?Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Am Anfang stellt man sich ja alles einfach vor: Das Kind schläft ja viel, da hat man doch auch mal Zeit für sich, es gibt einen Partner, der auch mit im Boot ist und dann geben einem die Kinder ja sooo viel, mein Lieblingsspruch dazu. „Man bekommt es doch später tausendfach zurück!“

Das Problem: Die Zeit wird immer weniger, auch wenn einem der Freund hilft, auch wenn Freundinnen gerne mal mit dem Kleinen spazieren gehen und wenn das große Kind schon so selbständig ist, dass es sich auch mal ‘ne Weile alleine beschäftigt. Als Mutter musst du (und ich) immer da sein. Immer ein Ohr in Richtung schlafendes Kind, immer ein Auge auf malendes Kind, immer schon dran denken, ob als nächstes Bunt- oder Kochwäsche dran ist und was du morgen kochst (da muss ich ja heute noch einkaufen gehen …).

Und diese Verantwortung nimmt dir niemand ab. Kann sein, es gibt Mütter, die so völlig in dieser Rolle aufgehen, aber ich will nicht nur als Versorgungsmaschine angesehen werden. Letztendlich bin ich das ja auch meinen Kindern schuldig, denn wer will schon so ‘ne langweilige Mutti, die immer zu Hause ist? Also heißt es, auch anderes tun. In meinem Fall: Radiomachen, stundenweise arbeiten, auch mal ohne Kinder einkaufen gehen und auch mal ausgehen (an letzteres ist allerdings im Moment noch nicht wieder zu denken mit einem 10 Wochen alten Baby). Das Ganze ist eine Gratwanderung und eine tägliche Herausforderung, und zugegeben: Es klappt auch nicht immer, so muss ich zum Beispiel während ich diesen Text schreibe, auch mein Baby in den Schlaf singen und eine Waschmaschine habe ich zwischendurch auch ausgeräumt, aber ich brauche auch was anderes als Wickeln und Co! Weil ich so definitiv glücklicher und manchmal auch ausgeglichener bin.

Und während ich jetzt über einen gelungenen Schluss dieses Textes nachdenke, bricht das Chaos aus: Kind brüllt, Telefon klingelt und überhaupt, also bleibe ich tapfer und denke „Hoffentlich bekomme ich es später tausendfach zurück, dass ich so ‘ne coole Mutter bin!“


Facebook | |


MS-Mamafreundlichkeit

29. Januar 2008 von Barbara

Das Unternehmen Microsoft, so ein Bericht des aktuellen Spiegels, glänzt durch Mamafreundlichkeit. Nicht nur, dass Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt werden würden, auch für Mütter setzt sich der Konzern ein. Home Office, Teilzeitarbeit, Glauben an die Mitarbeiterinnen und ihre Kraft – so werden Frauen mit Kindern nicht auf die Blacklist gesetzt, sondern gefördert.

Hinzu kommt, dass der deutsche MS-Geschäftsführer an weibliche Führung glaubt. Er hat sich nicht nur die Studie “Women Matter” von McKinsey, die zeigt, dass Frauen in der Führungsebene Unternehmen in finanzieller und organisatorischer Hinsicht gut tun, zu Herzen genommen, sondern auch eine der US-amerikanischen Frauenorganisation Catalyst:

“Wo sich mindestens drei Frauen im Vorstand finden, steigen die Erträge nachweislich. Drei allerdings müssen es sein, um die dominierende Kultur in einer Gruppe zu beeinflussen. Die klassische Einzelkämpferin, so viel steht fest, kann nichts verändern. Entweder sie passt sich dem männlichen Verhaltenskodex an – oder sie scheitert.”

Fünf Top-Managerinnen gibt es bei Microsoft, der immer wieder zu einem der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands gewählt wird. Die Damen in der Führungsetage sind allesamt Mütter. Eine Seltenheit in der Wirtschaftswelt. In punkto Gleichstellung liegt der Konzern also vorn – Lob für die MS-Mamafreundlichkeit.


Facebook | |


Die neuen SPD-Frauen

28. Januar 2008 von Susanne

Heide Oestreich kommentiert in der Tageszeitung Andrea Ypsilantis Wahlergebnis und kommt zu dem Schluss:

“Es ist auch ein interessanter Generationenwechsel im Gang, der mehr weibliches Spitzenpersonal hervorbringt. (…) Vogt, Kraft und Ypsilanti sind diejenigen, für die Heide Simonis und Renate Schmidt den Weg frei gekämpft haben. Dazu kommt: In dieser Generation sind erheblich weniger machtscheue Damen als in der, über die Heide Simonis noch stöhnte. (…) Neu ist auch, dass diese offensive Haltung von Partei und Wählern nicht mehr ebenso automatisch abgestraft wird. Man traut Frauen zwar generell immer noch wenig zu, lässt sich aber mittlerweile gerne von ihnen überraschen.”


Facebook | |


Portrait einer kubanischen Bloggerin

27. Januar 2008 von Susanne

Die Zeit berichtet über die kubanische Bloggerin Yoani Sanchez. Sie ist Webdesignerin und schreibt auf ihrer Webseite www.desdecuba.com/generaciony unter dem Titel “Genreación Y” über das Leben im sozialistischen Inselstaat. Zur Frage, wie schwer es manchmal ist, all die Hürden zu umgeben und ihre Arbeit zu finanzieren, schreibt Yoani Sanchez zum Beispiel:

“Ich ziehe an, was ich kriegen kann, hab seit Jahren nur ein paar Schuhe, esse einmal am Tag, verdiene ein wenig durch Übersetzungen, kleine Touristenführungen und den Verkauf meiner alten Bücher an der Uni. Ich investiere, wenn es nur irgend geht, in eine halbe Stunde Internet. Den eigenen Computer muss ich mit Ersatzteilen vom schwarzen Markt auf Trab halten.”

Yoani Sanchez ist mit ihrer Arbeit mittlerweile zu einer Berühmtheit geworden, wobei allein schon die Tatsache des Bloggens selbst mehr als bewundernswert ist. Doch ihr Stil und ihre Art des Erzählens gefällt Tausenden Menschen sehr: Sie beschreibe den grauen kubanischen Alltag in einer oft poetischen Sprache. Lesen!

(Foto über desdecuba.com/generaciony)


Facebook | |


Für bessere Frauenzeitschriften: Wählt Missy

27. Januar 2008 von Meredith

Die Kolleginnen Sonja Eismann, Chris Köver und Steffi Lohaus möchten ein neues, intelligentes Frauenmagazin gründen, das sich wohl an der US-amerikanischen Superzeitschrift Bust orientiert. Chris schreibt:

Missy ist ein Magazin für junge Frauen, die sich für Politik und Pop-, Sub- und Streetculture interessieren, aber auch auf Klamotten und Schminke stehen – für Frauen wie uns halt. Missy ist weder altbacken wie die Emma, noch voller Ernährungstipps und Wie-angel-ich-mir-den-richtigen-Mann-Quatsch wie Maxi und Co.

Keine Frau braucht die 10.000. Anleitung zur richtigen Diät, dem richtigen Look oder dem richtigen Leben. Und jede Frau hat ein Gehirn, um selbst zu entscheiden, was sie gut und was sie schlecht findet. Feminismus ist alive and kickin’. Deswegen brauchen wir Missy.

Da sag ich: Yi-ha! Wenn wir ein neues Medienprodukt brauchen, dann so eines. Deswegen helft den drei Ladys, das zu verwirklichen. Sie bewerben sich beim Hobnox-Kontest um 25.000 Euro Finanzierungshilfe. Wer die bekommt, entscheidet eine Onlineabstimmung. Man muss sich dort – leider – registrieren, dann in der Kategorie Urban Culture nach Missy suchen und einfach die Stimme abgeben. Das Projekt steht schon auf Rang 2. Wäre doch schön, wenn das klappt.


Facebook | |


“Wenn uns schon die großen Fische schlucken – sorgen wir für eine schwere Verdauung!”

26. Januar 2008 von Susanne

Wie wir gestern kurz berichteten, hat die 38-jährige Versicherungsspezialistin Sule Eisele ihren Arbeitgeber verklagt, weil der ihren Job neu besetzte, nachdem sie ankündigte, in den gesetzlich geschützten Mutterschutz zu gehen. Wir haben Sie gebeten, uns von ihrem Fall zu erzählen:

Wie geht es Ihnen momentan und wie ist der Stand Ihres Arbeitsverhältnisses?
Ich bin wütend, traurig, genervt, müde, gedemütigt. Aber auch kampfbereit und mit erhobenem Haupt. Ich bin es mir und meiner Familie schuldig. Und ich bin es auch den anderen Opfern schuldig, die keine Kraft zum Widerstand spüren. Mein Arbeitsverhältnis ist unklar. Ich bin noch bei der R+V angestellt, kann seit meiner Rückkehr vom Mutterschutz nicht arbeiten, da meine EDV nicht freigeschaltet ist und ich nicht zu meiner alten Diensstelle darf und auch nicht zur Neuen, die man mir aber auch nicht zuweisen durfte. Ich werde seit der Rückkehr aus dem Mutterschutz dafür bezahlt, dass ich nicht zur Arbeit gehe. Wie soll man sich da fühlen? Ist Mutterwerden eine ansteckende Krankheit?

War Ihnen klar, dass Sie einen Präzedenzfall schaffen, wenn Sie Ihren Arbeitgeber verklagen?
Davon können Sie ausgehen! Mein erster Rechtsanwalt sagte: “Es gibt keine Präzendenzfälle, also lassen wir die Finger davon.” Aber: Wie soll es unter solchen Umständen jemals zu Präzedenzfällen kommen? Ich will das Ganze eigentlich nicht. Aber ich sehe keinen anderen Ausweg. Ich habe am Beispiel von Kolleginnen gesehen, wie der “normale Weg” geht. Die “Stille Kündigung”, die dich dazu bringt, eine lächerliche Abfindung als Erfolg zu werten und dann ohne Arbeit dazustehen. Das ist keine Lösung.

Hatten Sie Angst? Was hat Sie motiviert, das durchzuziehen?
Ich habe jetzt noch Angst. Und diese Angst werde ich wohl auch nicht mehr ablegen. Mich hat der Rückhalt meiner Familie, insbesondere meines Mannes geholfen. Für meine Familie steige ich in den Ring, gegen wen es auch immer sein muss. Nicht weil ich will. Aber ich lasse uns nicht einfach so in Hartz 4 abschieben. Ich habe ein Magister in Germanistik, eine “Ausbildung” als Versicherungsfachfrau, Erfahrung im Vertrieb, eine Zusatzausbildung als Spezialistin für Personenversicherungen. Das alles soll umsonst gewesen sein, nur weil ich mit 38 Jahren das Glück hatte, ein Kind zu bekommen?

Wie ist momentan der Kontakt zur R+V, zu Kollegen und Ihren (Ex-) Chefs?
Kein Kontakt! Ich gehe davon aus, dass sie immer noch davon ausgehen, dass ich genervt Elternzeit beantragen werde und sie im Nachhinein ihr Handeln legitimieren können.

Was wollen Sie den Frauen da draußen sagen, die in eine ähnliche Situation wie Sie geraten?
Zuerst einmal, dass wir Frauen solidarisch sein sollten. Ich habe zu häufig gehört: “Was willst du eigentlich? Wir werden doch alle schickaniert und wenn wir uns wehren, ergeht es uns schlecht.” Dann gibt es auch noch die, die jetzt Kommentare in der SZ schreiben. “Ich wurde doch auch gemobbt, und mir gab keiner was. Warum soll die soviel Geld kriegen?” Ist es so schwer zu kapieren, dass mein Fall auch anderen Frauen helfen kann? Dass wir solange diskriminiert werden, bis wir uns wehren? Hätte “Lieschen Müller” vor einem Jahr erfolgreich und medienwirksam geklagt – und ich bin mir sicher, dass es genug diskriminierte “Lieschen Müllers” gibt – dann hätte ich nicht klagen müssen. Dann hätte mein Vorgesetzter nicht einmal daran gedacht, so etwas abzuziehen. Alleine steht man das Ganze aber nicht durch. Davon bin ich überzeugt. Wir Frauen brauchen Netzwerke und wir brauchen solidarische Unterstützung. Und Mut, der nicht aus der Verzweiflung geboren ist! Wenn uns schon die großen Fische schlucken – sorgen wir für eine schwere Verdauung!


Facebook | |


Für feministische Partychicks

26. Januar 2008 von Susanne

Allen, die noch keine Wochenendpläne haben, sei das 1. Ladyfest München empfohlen. Hier wird gerockt, diskutiert, getanzt, genäht, aufgelegt, gefeiert, es werden Filme gezeigt und ein Grrrls Zine gemacht. Also, für jede und jeden was dabei. Geht in die Glockenbachwerkstatt und macht eine riesen Sause aus dem Ladyfest!


Facebook | |


Grusel-Impfung von Gardasil

25. Januar 2008 von Meredith

Diesen Monat sind zwei junge Frauen nach einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gestorben.

Eine 17-jährige Deutsche starb einen Tag, nachdem sie den stark umstritten Wirkstoff Gardasil gesetzt bekommen hatte. In Österreich starb eine 19-jährige Studentin drei Wochen nach der Impfung. Bisher gilt allerdings als ungeklärt, ob die Impfung die Todesursache ist. Möglich wäre es, da die Nebenwirkungen des Medikaments nach wie vor nicht vollkommen erforscht sind.

Die zuständigen Experten raten jedenfalls nicht von einer Impfung ab, die europäische Arzneimittelagentur hat Gardasil erneut für sicher befunden. In der EU sind angeblich bereits etwa 1,5 Millionen Frauen gegen Humane Papillomviren geimpft worden, weltweit sollen etwa 22 Millionen Spritzen mit dem Impfstoff gesetzt worden sein. Hoffen wir nur, dass da keine Pharmakatastrophe auf uns zusteuert.


Facebook | |



Anzeige