Archiv für December, 2007

Das Jahr im feministischen Rückblick

Monday, December 31st, 2007 von Susanne

Für alle, die das Jahr noch einmal nachlesen wollen, haben wir aufgelistet und verlinkt, was uns in diesem Jahr die feministischen Herzen erwärmte, was uns aufhorchen ließ und was uns wirklich auf die Nerven ging:

20. Januar: Hillary Clinton gibt ihre Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2008 bekannt.

26. Januar: Die feministische Zeitschrift Emma feiert ihr 30-jähriges Jubiläum.

2. April: Familienministerin Ursula von der Leyen setzt sich mit ihren Plänen durch, bis 2013 die Kleinkinderbetreuung massiv auszubauen, nämlich auf insgesamt 750.000 Krippenplätze bis 2013.

6. Mai: Die französische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal unterliegt bei den französischen Wahlen ihrem Konkurrenten Nicolas Sarkozy.

9. Mai: Die Antholgie “Das F-Wort. Feminismus ist sexy” erscheint.

11. Mai: Miss Platnums Single “Give Me The Food” erscheint und lässt uns mit den Hüften wackeln. Was für eine tolle Hymne für gutes Essen und kurvige Frauen. Schon im Februar war auf Mikas Album “Life in Cartoon Motion” “Big Girl, You Are Beautiful” zu hören.

31. Mai: Alice Schwarzer veröffentlicht “Die Antwort“.

6.-8. Juni: Angela Merkel empfängt in Heiligendamm die Gruppe der 8 zum Gipfeltreffen. In diesem Jahr wird sie vom Magazin Forbes das zweite Mal in Folge zur mächtigsten Frau der Welt gewählt.

7. August: Die Viva-Moderatorin Gülcan Karahanci heiratet live im Fernsehen den Bäcker-Sprössling Alexander Kamps. Dem geht eine wochenlange Serie voraus, in der das Fest geplant, hysterisch gekreischt und in Tränen ausgebrochen wird. Botschaft: Der schönste Tag im Leben einer Frau kann nur ihr Hochzeitstag sein.

6. September: Eva Herman stellt ihr Buch “Das Prinzip Arche Noah” vor und äußert sich zweideutig über das Frauenbild der Nationalsozialisten. Ein Auftritt einige Wochen später in der Sendung “Kerner“, bei dem sie ihre Äußerungen verteidigt, führt zu einer riesigen Diskussion - allerdings nicht darüber, warum eine normale Frau wie Herman so verklärt über die Mütterpolitik der Nazis denkt, sondern über das Fernsehen und sowieso.

10. September: Die Body Shop-Gründerin und “grüne Seele der Kosmetikindustrie” Anita Roddick stirbt im Alter von 64 Jahren an einer Gehirnblutung.

16. September: Anne Will startet ihre gleichnamige Talkshow am Sonntagabend, dem wichtigsten Talk-Sendeplatz Deutschlands. Zwei Monate später, am 17. November, outet sie sich als homosexuell.

25. September: Oliviero Toscani schockt mit einem Werbefoto für das Modehaus Nolita, auf dem das magersüchtige Model Isabelle Caro nackt zu sehen ist.

30. September: Die deutsche Frauennationalmannschaft wird in China Fußballweltmeister.

8. Oktober: Julia Franck wird für ihren Roman “Die Mittagsfrau” mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Das Buch behandelt die Frage, was eine Familie ist.

11. Oktober: Es wird bekannt, dass Doris Lessing den Nobelpreis für Literatur gewinnt.

28. Oktober: Die Schauspielerin Evelyn Hamann stirbt im Alter von 65 Jahren. Vor allem an der Seite von Loriot spielte sie Hunderte unfassbar komische Frauenrollen.

Oktober: Die feministische Anthologie “Hot Topic” erscheint.

29. November: Leander Haußmanns Geschlechterklischee-Komödie “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” kommt ins Kino und amüsiert alle, die glauben, Mann sei nun mal Mann und Frau Frau.

3. Dezember: Alice Schwarzer wird 65 Jahre alt und kündigt zum Jubiläum ihren Rückzug als Chefredakteurin ihrer Zeitschrift Emma an.

10. Dezember: Hessen verbietet seinen Beamtinnen das Tragen von Kopftüchern.

23. Dezember: Ein neues Mitglied in der Mädchenmannschaft kommt zur Welt. Hallo Henry!

27. Dezember: Nicolette Krebitz’ zweiter Spielfilm “Das Herz ist ein dunkler Wald” kommt ins Kino.

Welche Ereignisse und Frauen machten euch in diesem Jahr froh oder brachten euch auf die Palme? Lasst uns noch einmal kurz auf das vergangene Jahr zurückblicken, bevor das neue startet.

“Was nützt einer Frau ihr Ruhm, wenn sie keinen Mann an ihrer Seite hat?”

Monday, December 31st, 2007 von Susanne

Lachend das Jahr beenden: mit einem Interview mit Baronin Nadine de Rothschild über Manieren. Die Highlights:

“Ich will die Frauen lehren, sich vorteilhaft zu zeigen, dass sie ihre weiblichen Züge ausleben. Das heißt aber nicht, dass sie dominieren.”
“Ich meine, die Frauen von heute wissen einfach nicht mehr, wie man einen Mann zum Träumen bringt.”
“Man sollte niemals sofort mit einem Mann ins Bett gehen. Man hat, wenn man ein gutes Gericht gegessen hat, nicht Lust, es nochmal zu wählen.”
“Ich habe meinem Mann immer gesagt: Wir beide sind nicht gleich. Du bist der Meister. Trotzdem machte ich insgeheim, worauf ich Lust hatte. Jedoch nicht, indem ich es wie ein Schild vor mir hertrug oder auf den Tisch klopfte: Ich will Gleichheit! Sondern sanftmütig und freundlich.”

Und:

“Die Frauen von heute treten in einen Wettbewerb mit dem Mann. Sie wollen mit ihm auf gleicher Höhe sein. Doch diese Gleichheit existiert nicht. Sie kämpfen unentwegt und begreifen nicht, dass ein Mann sie sanftmütig haben möchte, weich, weiblich. Gott hat sie nun mal als Frau erschaffen. Das eigentliche Talent der Frau besteht darin, den Mann glücklich zu machen.”

Na dann.

Erwachsenwerden mit Stereotypen

Sunday, December 30th, 2007 von Susanne

Barbie ist ja eh nicht dafür bekannt, ein besonders ausgewogenes Frauenbild zu vermitteln. Aber jetzt hat Mattel mal wieder einen Tiefpunkt markiert, mit der Barbie Girl “Fashion Fever”.

Die Gute bringt Mädchen bei, was in Zukunft ihr liebstes Hobby sein wird: Shoppen. Und zwar: unlimited. Denn im Lieferumfang ist nicht nur eine Shopping Boutique, sondern auch eine pinke Kreditkarte, die kein Limit kennt. Im Filmchen blinken die Summen (pling, $200, pling $150, pling, $200) fröhlich auf. Schön, wenn Mädchen schon ganz früh lernen, dass ein Shoppingtag auch mal mehrere hundert Dollar kosten kann. Denn: Hey, was sollen denn Frauen sonst bitte den ganzen Tag tun?

Über Feministing

Essen & Hungern & Tabletten

Sunday, December 30th, 2007 von Susanne

Heute Abend sendet die ARD einen Tatort mit dem Titel “Fettkiller“. Die Kommissarin Lena Odenthal trifft bei ihren Ermittlungen auf eine junge Frau, die als Model darum kämpft, immer noch dünner zu werden und um ständige Anerkennung für ihren Körper. Und es geht um ein Pharmaunternehmen, das eine Pille entwickelt, die jede kulinarische “Sünde” wieder ausbügeln soll.

(Foto über DasErste.de)

Nachrichten, die keine sind und trotzdem sauer machen, heute: Frauenfeindlichkeit im US-Wahlkampf

Saturday, December 29th, 2007 von Meredith

Fred D. Thompson ist nicht nur ein abgehalfterter Serienschauspieler sondern auch einer der abgeschlagenen republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten. Es ist zwar nicht wirklich wichtig, aber trotzdem lässt es mir die Reißzähne wachsen, wie er gestern auf einer Wahlkampfveranstaltung seine Weltoffenheit und Reflektiertheit demonstrierte:

“Es gibt keine Frau weit und breit, die nächstes Jahr Präsident werden sollte.”

Vielmehr sollte das nächste Staatsoberhaupt ein (vermutlich weißer) Mann sein, der konservative Werte vertritt. Weil die ja immer so super Präsidenten abgeben.

Neben Fred sehen wir im Bild seine Frau Jeri, die übrigens 24 Jahre jünger ist als er und das macht, was eine ordentliche, konservative Frau am besten tut: Gattin sein mit super Brüsten, nettem Lächeln und wenigen Worten.

Chinas Führung wieder frauenfrei

Saturday, December 29th, 2007 von Susanne

Die einzige einflussreiche Frau Chinas, Wu Yi, tritt von ihren Ämtern im Politbüro zurück. Die 2007 von Forbes zur zweitmächtigsten Frau der Welt ernannte Politikerin verhandelte über den Beitritt Chinas in die WTO. Wegen ihres harten Verhandlungsstils war sie auch als “Eiserne Lady” bekannt und ein Vorbild für chinesische Feministinnen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt heute, Wu Yi wolle sich im März endgültig zur Ruhe setzen. Damit ist das 24-köpfige chinesische Politbüro wieder ausschließlich mit Männern besetzt.

Viva Norwegen! Hasta la Frauenquote siempre!

Thursday, December 27th, 2007 von Meredith

Tick, tock, die Zeit läuft ab für Norwegens Aufsichtsräte. Noch bis Montag haben Unternehmen in dem skandinavischen Land, die gesetzliche Frauenquote in ihren Chefetagen zu erfüllen, sonst droht ihnen die Zwangsschließung. Und so wie es laut Guardian derzeit aussieht, könnte das etwa ein Viertel aller Konzerne betreffen.
2003 wurde das Gesetz verabschiedet, dass allen norwegischen Aktiengesellschaften eine Frauenquote von 40 Prozent in ihren Aufsichtsräten vorschreibt. Urprünglich galt die Frist bis Anfang 2007, doch die Unternehmen bekamen ein Jahr Aufschub. Die Gleichstellungsministerin Norwegens (die haben eine MINISTERIN dafür, Leute!) Manuela Ramin-Osmundsen verteidigte die Quote mit dem einfachen Argument, dass ohne nichts voran ginge: “Seit 20 Jahren versuchen Wirtschaftsorganisationen die Zahl der Frauen in den Vorständen zu steigern, aber sind erfolglos geblieben.”

In Norwegen studieren genauso viele Frauen wie Männer und machen genau so hohe Abschlüsse. Trotzdem sind Frauen auf der Vorstandsebene extrem unterrepräsentiert. Das ergibt wenig Sinn, ist aber übrigens in Deutschland derselbe Fall. Das norwegische Parlament hatte das Gesetz folgerichtig mit einer großen Mehrheit verabschiedet.

Kann mir bitte jemand erklären, warum das sonst ach-so-fortschrittliche Deutschland eigentlich immer beim Thema Gleichberechtigung dreißig Jahre hinter anderen europäischen Ländern her hinkt?

Mädchen & Jungs & Geschenke

Tuesday, December 25th, 2007 von Susanne

Na, mit allen Weihnachtsgeschenken zufrieden?

Über feministe.us

Fröhliche Weihnachtsfeiertage!

Monday, December 24th, 2007 von Susanne

(Alt, aber immer noch saucool.)

Last Minute Shopping

Saturday, December 22nd, 2007 von Susanne

Hier noch schnell ein paar Geschenkideen, für feministische Weihnachten:

Wie wäre es mit einem T-Shirt?

Einem Buch?

Oder mit Buttons?


Oder - ganz klassisch - Unterwäsche?