Zum Beispiel Norwegen

von Barbara

Als das Vorbild in Sachen Frauenquote wird immer wieder Norwegen genannt. Hier gibt es ein Gesetz, dass Unternehmen zwingt, 40 Prozent ihrer Aufsichtsratsposten mit Frauen zu besetzen. Wie es dazu gekommen ist, wie das die Arbeitswelt verändert hat und wie Frauen damit zurechtkommen, kann man in der Zeit nachlesen.

Es war ein Mann, ausgerechnet, ein konservativer dazu, der den Norwegerinnen die Quote brachte. Vor acht Jahren hatte Ansgar Gabrielsen, der damalige Industrie- und Handelsminister, die Nase voll von den Männerclubs in den Aufsichtsräten. An einem Tag im Februar 2002 marschierte er in die Räume der auflagenstärksten Tageszeitung und gab ein Interview: Mehr Frauen in die Räte! Notfalls per Gesetz!

Wie das ihrer Familie und ihrer Karriere geholfen hat, darüber berichten verschiedene Norwegerinnen. Eine davon, Kristin Skogen Lund, erzählt etwa:

»Ich habe meine Kinder nicht outgesourct«, sagt sie und erzählt, wie sie ihren Computer jeden Morgen um halb neun hochfährt und ihr Büro nie später als halb fünf am Nachmittag wieder verlässt. Das Abendessen mit der Familie ist ihr heilig. »Man lernt, Prioritäten zu setzen und effizient zu arbeiten«, sagt sie. In den meisten Firmen Norwegens gebe es nicht eine Anwesenheitskultur wie in anderen Ländern, sagt Lund. Gut, sie hat Unterstützung, ein Au-pair-Mädchen und Großeltern in der Nachbarschaft. Und ganz selbstverständlich sagt Lund: Ihr Partner stünde hinter ihrem Erfolg. Wobei ihr Gatte nicht Hausmann ist, sondern Jurist – in Vollzeit.

Und was ist in Deutschland zum Thema Quote so los? Bundesministerin Kristina Schröder sieht die Quote als “Ultima Ratio“. Sie will nichts tun: “Gerade in den vergangenen Monaten hat sich in der Wirtschaft viel getan, Frauen erobern peu à peu in vielen Branchen die Chefetagen. Solange sich wirklich etwas bewegt, kann ich gut auf eine Quote verzichten.” Warum Frauen nur als Eroberinnen in der Arbeitswelt Gleichberechtigung erfahren sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Wer erobert, nimmt einem anderen etwas weg. Und das genau ist eben keine Gleichberechtigung.


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Eintrag geschrieben: Dienstag, 10. August 2010 um 19:47 Uhr unter Alltag, Frauenfakten, Weltspiegel. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.



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14 Kommentare

  1. [...] in Deutschland derzeit im Durchschnitt 23% weniger als Männer, Tendenz sinkend, doch eine Quotenregelung wie in Norwegen ist von Christina Schröder natürlich nicht zu erwarten. Versorger-Ehen sind mit dem aktalisierten [...]

  2. tordis sagt:

    man muss bedenken, dass in norwegen ein ziemlicher arbeitskräftemangel herrscht. klar dass es da wichtig ist, dass auch frauen erwerbstätig sind ;)

  3. Lea sagt:

    Aus meiner Sicht liegt Christina Schröder falsch. Es sollte gerade wegen der Krise eine Quote per Gesetz eingeführt werden. Zudem wäre es bestimmt nicht schlecht, wenn mehr Frauen in den Vorständen sitzen würden.

  4. Patrik sagt:

    Mal abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass jeder Mensch jede Aufgabe machen kann und es nicht darin liegt, ob sondern wie man jene Aufgabe meistert, finde ich jede Quotendiskussion scheinheilig und irgendwie äusserst skurril.

    Im allgemeinen lautet sie: hochqualifizierte, selbstbewusste Frauen scheitern an einre gläsernen Decke wegen Männerbünden. Dadurch sind die Vorstände nicht mehr so repräsentativ.

    Da stellen sich meines Erachtens einige Fragen.

    Studierte, selbstbewusste, hochqualifizierte Frauen, mit 10000€ Monatsgehalt und mehr sollen Opfer sein?
    Warum fängt die gläserne Decke meist ab einer 40€-Woche an?
    Warum werden Freundschaften als “Bünde” abgetan?
    Welche Frau fühlt sich denn repräsentiert, wenn in irgendeinem Vorstand irgendeine Frau sitzt? Ich kenne keinen einzigen Mann, der sich besser fühlt oder repräsentiert.

    Tut mir leid, aber ich bin absolut gegen jede Quote, denn wer seine 10000€ und mehr im Monat verdient, wird es wohl alleine regeln können, ob und wie er/sie Karriere macht.

    Wir haben meines Erachtens andere Probleme, ausser Quotenfrauen, denn wer kümmert sich um die, die ihren Unterhalt mit weniger als 6€ verdingen müssen? Ich kann mich an keinen Artikel erinnern, in dem steht, dass aus feministischer Sicht der Niedriglohnsektor eine Aufwertung erfahren sollte.

    Gibt es einen in der Mädchenmannschaft? Oder ist sie so elitär, dass es immer nur um die Besserverdienenden geht, die noch besser verdienen sollen, weil sie Frauen sind?

  5. Helga sagt:

    @ Patrik: Kannst Du auch anderes als persönliche Angriffe, Mansplaining, Derailing und Trolltaktiken? Wir haben meines Erachtens wichtigere Dinge zu tun, als Leuten, denen es nicht um Diskussion oder Austausch geht, unsere Meinung zu beweisen und Beweise hinterher zu tragen. Ich kann mich an keinen Kommentar erinnern, der wirklich konstruktiv gewesen ist. Hast Du mal irgendwo einen gepostet? Oder bist Du tatsächlich immer so am derailen, weil Du ein Troll bist?

  6. Patrik sagt:

    Ist das die einzige Antwort darauf, mich immer wieder zu zensieren? Man darf mich von Seiten der maedchenmannschaft in Person von Helga beleidigen, diffamieren und persönlich angreifen, aber man darf sich nicht dagegen wehren? (oder das ihr Kommentar gelöscht wird?)

    Ich verstehe, dass mein Post teilweise grenzwertig ist, weil ich offensichtlich Maedchenmannschaft angreife, in dem ich provokativ frage, um vielleicht mal Aufmerksamkeit auf die Schwächsten unserer Gesellschaft zu richten und nicht auf die Stärksten.

    Ab einer gewissen Stärke, die ich hier in Monatsgehalt (denn soviel und mehr vedienen all diegenigen, die als Aufsichtsräte in Frage kommen) gemessen habe, brauchen meines Erachtens Personen (Männer oder Frauen) keine zusätzliche gesetzliche Hilfe, um noch mehr Geld zu verdienen. Reiche sollen nicht noch reicher werden.

    Von daher bin ich gegen Quoten. Wer sich durchsetzt, schön. Wer nicht, Pech gehabt. Aber diejenigen, die ihren Lebensunterhalt unter 6€ Stundenlohn verdingen, haben meines Erachtens mehr Aufmerksamkeit verdient, denn die können sich nicht selber helfen.

    Denn hierum ging es im Vorpost. Lea ist für Quoten, ich dagegen und Helga kann mich aus irgendeinem Grund nicht leiden. Da sie scheinbar immer wieder meine Posts löscht, muss man sogar vom regelrechten Hass ausgehen.

    @ Helga

    Wie wäre es, wenn du den Internetaktivitätskommentar von mir liest. Dort steht von mir geschrieben, wie es für einen männlichen User wirkt, warum trotzdem laut der Studie Frauen aktiver bei Onlinegames sind. (Ist das nicht konstruktiv? Was war denn dort trollig?)

    Auch wenn du mich nicht leiden kannst. Man kann bessere Instrumente verwenden ausser Zensur. Gegenargumente oder Schwachstellen in meinen Postings anstatt mich permanent anzugreifen.

    ——–
    Definitiv zu löschender Teil:
    Ich werde diesen Post immer und immer wieder posten, bis er nicht mehr zensiert wird. Es gibt genügend IPs, EMail-Adressen, Nicknames. Mir geht es nicht darum, jemanden zu beschimpfen, beleidigen oder fertig zu machen, sondern nur um mich zu verteidigen und meine Meinung zu verdeutlichen, die nicht gegen Maedchenmannschaft oder Helga geht, sondern nur darum, meinen Namen zu schützen. Denn dummerweise heisse ich so ;)

    Also löscht bitte diesen Absatz oder eben diesen Kommentar und Helgas Beleidigung. DANKE!

  7. Helga sagt:

    @Patrik: Ich lasse diesen Kommentar nun genau so stehen, ohne etwas zu verändern. Ich finde es unverschämt, auf einem Blog, von dem man augenscheinlich nur wenige Beiträge kennt, etwas anzunehmen und dann die Betreiberinnen aufzufordern, einem doch zu beweisen, es sei anders. Und damit auch billigend in Kauf zu nehmen, einen Thread völlig zu derailen. Dass Satire im Internet schlecht funktioniert, hat meine Antwort tatsächlich ja bewiesen. Noch unverschämter ist es, dann Zensur zu schreien, wenn es einem frei steht, im Internet seine eigene Seite aufzumachen und Zensur von staatlichen Stellen ausgeübt wird. Blogbetreiber_innen haben dagegen sogar eine Sorgfaltspflicht, was die Kommentare betrifft. Und am aller unverschämtesten ist es, mit Spamming zu drohen.

    Alles weitere an Derailing, Trollen, Spam wird gelöscht.

  8. Ershrekt sagt:

    “Wer erobert, nimmt einem anderen etwas weg. Und das genau ist eben keine Gleichberechtigung.”

    Doch, genau das ist Gleichberechtigung. Denn das nennt man “freien” Wettbewerb. Zwei Leute konkurrieren um etwa eine Marktposition, der bessere Konkurrent setzt sich durch, wobei beide gleiche Rechte hinsichtlich der Teilnahme am Wettbewerb haben und keiner etwa staatlicherseits behindert wird. Insbesondere das Geschlecht spielt hierbei nicht die allergeringste Rolle.

    Wie sollte es gleichberechtigter zugehen?

    Quoten bedeuten “Gleichstellung”, d.h., die Gleichberechtigung wird außer Kraft gesetzt, es wird gezielt diskriminiert, da einer von den beiden Konkurrenten allein aufgrund seines Geschlechts automatisch die begehrte Marktposition zugeschanzt bekommt, vollkommen unabhängig vom Wettbewerb, der Konkurrent kann zehnmal so gut sein, er unterliegt zwangsweise.

    Ungleichberechtigter, unfairer und sexistischer kann es kaum zugehen.

    Im Übrigen ist keineswegs erwiesen, dass Frauen im Vorstand (im Aufsichtsrat sowieso nicht) dem betreffenden Unternehmen irgendeinen nachweisbaren Wettbewerbsvorteil bringen.

    Laut Statistischem Bundesamt erzielen etwa selbstständige Frauen mit Beschäftigten (also “Chefinnen”, die wohl kaum von höherer Stelle diskriminiert werden können) 30 % weniger Einkommen als selbstständige Männer mit Beschäftigten.

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Arbeitsmarkt/SelbststaendigeDeutschland,property=file.pdf

    Seite 1214

  9. access denied sagt:

    “Doch, genau das ist Gleichberechtigung. Denn das nennt man “freien” Wettbewerb. Zwei Leute konkurrieren um etwa eine Marktposition, der bessere Konkurrent setzt sich durch, wobei beide gleiche Rechte hinsichtlich der Teilnahme am Wettbewerb haben und keiner etwa staatlicherseits behindert wird. Insbesondere das Geschlecht spielt hierbei nicht die allergeringste Rolle.”

    Das habe ich mir doch schon gedacht, dass da so ein marktliberaler Unfug kommt, der nicht im Mindesten der Realität entspricht. Es gibt weder einen freien Wettbewerb, noch ist es so, dass Geschlecht, Aussehen und soziale Herkunft keine Rolle spielen würden.

  10. Ershrekt sagt:

    Hängt wohl davon ab, aus welcher politischen Ecke man kommt.

    Und Aussehen spielt eine wesentliche Rolle? Ein Adonis ist etwa Bill Gates nun ja nicht gerade…

    Soziale Herkunft? Zweifelsohne ein Kriterium, aber man sehe sich z.B. die Gebrüder Albrecht an.

    Ich meine, würde das dann eine Quote für Leute mit “schwacher” sozialer Herkunft bzw. für Leute mit unvorteilhaftem Aussehen rechtfertigen? Um “marktliberalen Unfug” zu vermeiden?

    Oder eben eine Quote nach Geschlecht? Und würde das den “Wettbewerb” (der ja ohnehin angeblich nicht existiert) fördern oder eher ausschalten?

  11. MimoD sagt:

    Eine vernünftige Stellenbesetzung im Sinne von, wer ist am besten für die ausgeschriebene Stelle geeignet, ist mit einer Quote ohnehin nicht zu zu gewährleisten. Ich möchte mir in meiner Firma auch keine Quote vorschreiben lassen. Weder eine nach Geschlecht, noch eine nach sozialer Herkunft oder Aussehen. Wertbar für mich als Arbeitgeber sind berufliche Reputation und die Persönlichkeit.

  12. access denied sagt:

    “Und Aussehen spielt eine wesentliche Rolle? Ein Adonis ist etwa Bill Gates nun ja nicht gerade…”
    Der hat sich nirgendwo beworben. Ausserdem als Kind reicher Eltern auf Privatschulen gefördert und von sozialer Herkunft her somit extrem im Vorteil.

    “Soziale Herkunft? Zweifelsohne ein Kriterium, aber man sehe sich z.B. die Gebrüder Albrecht an.”
    Ja, die mit verbrecherischen Methoden und Terror den ANgestellten gegenüber ihr Geld gemacht haben.
    Du hast ja nette Vorbilder.

  13. Ershrekt sagt:

    Gates hat sich nirgends beworben, er hat selber was aufgezogen, wie andere viele Gründer etwa in der New Economy auch, was Frauen auch jederzeit tun konnten und können, ob nun mit reichen Eltern oder ohne.

    Und Gates war um die 20, als die Ära Microsoft begann, in dem Alter dürften auch die meisten Frauen keine Probleme haben, “Karriere” und Kinder unter einen Hut zu bringen (“strukureller Sexismus” und ähnliche Ungetüme).

    Und du wirst auch viele andere, schlechtaussehende und aus sozial nicht privilegierten Elternhäusern stammende, aber dennoch erfolgreiche Menschen finden, ob die sich nun wo beworben haben oder selber was aufgezogen haben.

    Und du wirst überwiegend Männer vorfinden.

    Die aus einfachen Verhältnissen stammenden und ohne Privatschule etc. aufgewachsenen Gebrüder Albrecht waren das Gegenbeispiel zum “reichen” Bill Gates, sie stammen aus genau den Verhältnissen, deren Angehörige sie nun angeblich verbrecherisch ausbeuten. War aber schon vorher klar, dass das Beispiel auf dieser Schiene angegriffen werden wird.

    Die persönliche Unterstellung, ich habe Vorbilder, die du als Verbrecher qualifizierst, sagt einiges darüber aus, wie du Diskussionen gemeinhin wohl zu führen gewohnt bist.

  14. access denied sagt:

    “Die persönliche Unterstellung, ich habe Vorbilder, die du als Verbrecher qualifizierst, sagt einiges darüber aus, wie du Diskussionen gemeinhin wohl zu führen gewohnt bist.”

    Gemeinhin? Vielleicht?
    Mit reaktionären Antifeministen wie Dir? Ganz sicher.

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