Zeig uns deine Tasche!

von Anna

Am Freitag ist „Equal Pay Day“! Zu diesem Tag wird es hier natürlich noch ausführlichere Infos und Diskussionen geben. Bevor es soweit ist, haben wir uns eine Aktion überlegt:
Im Rahmen des „Equal Pay Day“ gibt es die „Initiative Rote Tasche“. Frauen (und Männer) sind aufgerufen, am Freitag mit einer roten Tasche zur Arbeit zu gehen:

„Das Tragen einer roten Tasche wird zum Symbol des Protests und verdeutlicht, dass Frauen (bei gleichem Jobprofil und gleicher Position) sprichwörtlich weniger in der „Tasche“ haben als ihre männlichen Kollegen.“

Jetzt kommt ihr ins Spiel! Wie sieht eure rote Tasche aus?

Schickt uns bis Donnerstag, 18 Uhr ein Bild eurer roten Tasche an mannschaftspost(at)web.de! Die Fotos werden dann die weitere Diskussion um den „Equal Pay Day“ begleiten.

Annas rote Tasche:


Nicht wirklich schick. Aber rot. Und darauf kommt es an am Freitag.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 17. März 2009 um 11:53 Uhr unter Ökonomie, Terminkalender. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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18 Kommentare

  1. Patricia sagt:

    Gute Idee. Ich habe eine sehr schöne rote Tasche, die am Freitag mit zur Arbeit kommt. Mich ärgert es gerade in den Medien so sehr, dass es viel mehr Journalistinnen gibt, aber die Chefredakteure so gut wie nie weiblich sind.

  2. Barbara sagt:

    Meine rote Tasche sieht man hier. Ich hab sogar noch drei andere.

  3. Miriam sagt:

    @ Barbara: Na, da kannst du ja noch welche verleihen am Freitag ;-)

  4. Das trifft sich gut. Ich werde am Freitag eine Bahnreise machen und deshalb an einigen belebten Bahnhöfen sein. Mal schauen ob ich eine rote Tasche sehe.

    Um diese 22%-Lohnlücke endlich mal zu überwinden, braucht es mehr als rote Taschen, deren Symbolik eh nur diejenigen verstehen, die für das Problem schon sensibilisiert sind. Ich würde mir da etwas riskantere Aktionen wünschen, wie die der Krankenschwestern in Finnland. Sowas finde ich einfach nur cool. Das sind für mich 1a-Schnecken. Hut ab.

  5. XYZ sagt:

    Ähm,

    die Idee mit dem Protest finde ich ja im Prinzip gut, nur dass die Aktion sicherlich kein Mensch verstehen wird, der sich nicht eh schon mit dem Thema beschäftigt hat.

    Außerdem ist das Tragen einer roten Handtasche in einigen Gefilden das Zeichen für die Arbeit als Prostituierte.

    Etwas unglücklich gewählt würde ich sagen.

  6. Anna sagt:

    Aber ist es mit solchen Symbolen nicht immer so, dass sie am Anfang nur die verstehen, die sich damit beschäftigt haben (rote Schleife, rosa Schleife, Regenbogenfarbe …)?

  7. Aber die Symbole müssen eben mit einer wirksameren Aktion eingeführt werden. Ich glaube nicht, dass es reicht wenn ein paar ppm der weiblichen Bevölkerung eine rote Tasche trägt.

    Bedeutung erlangt ein Symbol, wenn es an eine Aktion gekoppelt ist. In Anlehnung an die Aktion in Finnland, wäre folgendes denkbar:

    Alle oder viele Krankenschwestern, Erzieherinnen, Altenpflegerinnen reichen bei ihren Arbeitgebern am Equal Pay Day schriftlich ihre Kündigung ein zum — sagen wir — 1. September. Die Kündigungsschreiben tragen alle im Briefkopf ein Symbol, Rote Tasche oder so. Ein Muster des Kündigungsschreiben geht an die Presse. Das wäre eben eine richtig coole Aktion. Ist zwar riskant, aber ist eben so, dass man manchmal was riskieren muss, wenn man was erreichen will.

    Einfach mit einer roten Tasche auf die Arbeit gehen und das als Protest bezeichnen … das ploppt in meinem Hirn der Begriff „Wellnessfeminismus“ auf. Das kann ja jeder.

  8. Anna sagt:

    Johannes, es wird Aktionen zum EPD geben. Wir werden darüber berichten. Bevor du also weiter mit Herabwürdigungen um dich wirfst, lege ich dir folgenden Rat aus der Netiquette ans Herz:

    „Eine gute Idee ist immer: Erst lesen, auch mal in die verlinkten Texte reinschauen. Dann nachdenken, gerne auch zwei Mal nachdenken. Erst dann kommentieren.“

    Abgesehen davon müssen solche Symbole bzw ihre Bedeutungkraft auch wachsen. Dieses Jahr wissen vielleicht schon ein paar Leute mehr, was es bedeutet, wenn sie am Freitag eine rote Tasche sehen und in einem Jahr sind es noch mehr und die vom Vorjahr haben dann vielleicht selber eine dabei.

    Und klar kann das jedeR, das ist ja auch das Gute daran. Nur weil es jedeR kann, heißt das ja nicht, dass es dabei bleiben muss.

  9. Susanne sagt:

    @ XYZ: Wenn in einer Stadt plötzlich auf dem U-Bahnhof zehn Frauen mit roten Handtaschen um dich herumstehen, na, da fragst du eine von ihnen vielleicht schon, ob das was zu bedeuten hat. Und schwupp: Wieder jemand informiert.

  10. Marcel Zufferey sagt:

    Wie ich zur Lohnungleichheit in diesem Umfang stehe, habe ich vor Kurzem geschrieben: Die Lohnungleichheit existiert zweifellos, liegt aber voraussichtlich nicht bei 22 Prozent. Doch auch 10 Prozent sind zuviel zuwenig. Ich persönlich habe bisher noch nicht einen einzigen plausiblen Grund gefunden, weshalb Frauen weniger verdienen- auch nach mehreren Jahren nicht. Es gibt einfach keinen, keinen einzigen.

    Ich denke, über kurz oder lang gibt es da nur noch einen Weg: Entsprechende Arbeitgeber müssen in Zukunft empfindliche Geldstrafen bezahlen, wenn man ihnen die Geschlechterbedingte Lohndiskriminierung nachweisen kann. Man kann sie auch aus Teilen des Wettbewerbs ausschliessen. Oder den Zugang zu einem Markt erschweren. Einfach empfindlich weh tun muss es. Alles andere halte ich langsam für reine Zeitverschwendung- oder wie lange will man bei diesem Thema denn noch Geduld haben?

    Trotzdem wünsche ich Den Organisatorinnen viel Glück.

  11. Hanna sagt:

    @ Marcel Zufferey

    „Entsprechende Arbeitgeber müssen in Zukunft empfindliche Geldstrafen bezahlen, wenn man ihnen die Geschlechterbedingte Lohndiskriminierung nachweisen kann.“

    Dazu passend habe ich gestern einen ’supi‘ Satz im Guardian gelesen. Die Zeitung berichtete:

    „The body responsible for safeguarding equality in the UK will tell the government today that the economic climate is too fragile to impose equal pay reviews on business.“

    Und dann schrieb die Autorin des Artikels lapidar:

    „Pay audits are unpopular with businesses both because they are expensive and because revelations of pay disparities often unleash legal action by women who had not realised they were underpaid.“

    Meine Tasche ist rot am Freitag!

  12. Marcel Zufferey sagt:

    @ Hanna: Das mit der empfindlichen Geldstrafe sage ich natürlich als Schweizer so locker und leicht daher- schliesslich haben wir hier in der Alpenrepublik (und Steinbrücks Nightmare notabene) das Initiativ- und Referendumsrecht. Sobald sich die Lohnungleichheit wissenschaftlich genau hieb- und stichfest definieren lässt (und was genau unter ihr verstanden wird), liesse sich hierzulande theoretisch sofort eine Volksinitiative starten. Das kennt Ihr in Deutschland natürlich nicht: Ihr könnt in klassisch republikanischer Manier nur Eure „Volksvertreter“ wählen- und damit hat sich’s dann auch. Wa sie dann in Berlin so alles treiben, darauf habt ihr keinen Einfluss mehr. Mir als Schweizer würde da etwas fehlen.

    Eine solche Initiative würde ich (unter den erwähnten Voraussetzungen) auf jeden Fall sofoert unterschreiben. Da muss endgültig Schluss ein damit!

    Viel Glück!

    P.S. diese Aktion finde ich ebenfalls sehr wichtig: http://muenchen.verdi.de/politik_vor_ort/wir_bezahlen_eure_krise_nicht

  13. Marcel Zufferey sagt:

    Ergänzend zum 28. März: Die Argumentation greift hier natürlich etwas zu kurz: DIe Krise, das ist nicht einfach eine Krise, die von ein paar Bankern vom Zaume gebrochen wäre. Da tragen noch viel mehr Personen, Firmen, Konzerne, Staaten, Verbraucher, Anleger und Institutionen schuld. Das musste ich noch ergänzen.

  14. @Marcel: Es ist natürlich immer einfach, auf die Arbeitgeber zu schimpfen. Aber ich denke nicht, dass man langfristig mit Strafen so besonders viel erreicht. Riskant dabei ist auch, dass die Arbeitgeber dann noch weniger Frauen auf Posten setzen, deren Gehalt Verhandlungsache ist, einfach, weil sie das Risiko der Strafzahlungen minimieren wollen. Nach dem Motto, wo keine Frauen arbeiten, können auch keine Frauen lohndiskriminiert werden. Dann kommen wieder Forderungen nach Quote und am Schluss hat man ein hochkomplexes Regelwerk, das aber immer noch irgendwelche Schlupflöcher haben wird.

    Dieser 22%-Wert ist ja auch zum größten Teil kein Unterschied, für welchen man als Grund Diskriminierung nachweisen können wird.

    Nein, es muss einfach darüber laufen, dass

    a) die Arbeit, die heute von Frauen gemacht wird, besser wertgeschätzt wird. Da haben die finnischen Krankenschwestern einen Ansatz gefunden, den ich für nachahmenswert halte.

    b) die Nichterwerbsarbeit nicht mehr so automatisch mit Frauen assoziiert wird. Da gibt es den Ansatz der Vätermonate, was man meiner Meinung nach ausweiten müsste. Sylvana Koch-Mehrin hat mal vorgeschlagen: Elternzeit entweder 50:50 oder gar nicht. Vielleicht etwas radikal, aber ich fänd’s ok.

    c) Kinderbetreuungsnetzwerke, reformiertes Steuerrecht usw.

    Vielleicht sehen wir so Aktionen, wie die der finnischen Krankenschwestern hier bei uns auch mal irgendwann. Mal schauen, wie viele rote Taschen ich am Freitag sehe.

  15. Marcel Zufferey sagt:

    Die Frauen wegen Geldstrafen gleich ganz aus dem Erwerbsleben ausschliessen? Das Argument kenne ich aus anderen Bereichen. Wo der Staat hinlangt, gedeiht am Schluss gar nichts: Der „freie Markt“ wird’s schon richten… Diese Ideologie hat die internationale Staatengemeinschaft bisher 11 Billionen Dollar oder fast einen Fünftel des Weltbruttosozialproduktes gekostet (Billionen, nicht Milliarden oder Millionen).

    Neinnein: Demografisch betrachtet, müsste hier die Automatisierung in den nächsten Jahren schon ganz gewaltige Fortschritte machen, um den daraus resultierenden Ausfall erwerbstätiger Personen wieder wett zu machen (Stichwort Demografie).

    Was die Erwerbswelt ganz allgemein anbelangt: Das ist die neue Niebelungensage der Frauenbewegung- da liegt noch einiges im Argen, dass man wohl aus reiner Gewohnheit nicht zur Kenntnis nehmen will. Gratisarbeit (Care Work)? Hm…

    Da gäbe es noch viel zu sagen.

    Kinderbetreuungsnetzwerke? Das tönt sehr gut! Hast Du welche? Ja, Netzwerke anstelle von staatlich finanzierten Horten und dergleichen- da sind wir uns einig: Das ist sicher ein gangbarer Weg!

  16. XYZ sagt:

    @ Susanne,

    Ich habe bei meinen Reisen bereits sehr viele Frauen mit roten Handtaschen rumstehen gesehen und ich denke, die standen da nicht rum, um für gleichberechtigte Bezahlung zu kämpfen.

    Aber vielleicht entsteht mit der Zeit eine Verbindung „EPD – rote Handtasche“, wer weiß?!

  17. Susanne sagt:

    @ XYZ: Das wäre sehr wünschenswert, ja. Und wenn man sich anschaut, wie viele Aktionen am Freitag steigen sollen, könnte ich mir vorstellen, dass die Assoziation „Rote Tasche – EPD“ jedes Jahr größer wird. Letztes Jahr gab’s ihn ja erst zum allerersten Mal.

  18. […] Fotoaktion des Webblogs […]