Wie kriegt man Frauen rum…?

von Magda

Ganz klar: mit einem kleinen, glitzernden Diamanten!

Werbetafel in Ontario, Kanada

Werbetafel in Ontario, Kanada: "Ein kleiner Zauber kann so einiges bewirken."

Würg.

via sociological images.




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Eintrag geschrieben: Samstag, 28. November 2009 um 12:30 Uhr unter Medienkritik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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16 Kommentare

  1. Freundchen sagt:

    Das hat das Diamantenkartell fein eingefädelt, und reingefallen sind alle. Frauen sowohl als auch Männer.

  2. Udo sagt:

    Die Diamantenhändler wissen schon wie sie den Männern das Geld aus der Tasche ziehen können, ekelhaft.

  3. Magda sagt:

    @ Udo

    Ok, das ist eine Seite der Medaille, da stimme ich dir absolut zu. Problematisch finde ich allerdings auch die Annahme, dass Frauen für diesen Dienst wohl leicht ins Bett zu kriegen sind. Hier steht der käufliche Erwerb eines Diamantrings im Zusammenhang mit Sex, was bei mir irgendwie einen schlechten Nachgeschmack hinterlässt.

  4. Lara sagt:

    Ich finde dieses Zusammenhang zwischen Dimantenring (welcher ja gegen Geld erhältlich ist) und Sex irgendwie krank.

  5. Piep sagt:

    Mal abgesehen davon dass Juwelen hier als Köder beworben werden, wo kann ich in dem Bild erkennen das der Mann der Frau den Ring andreht?
    Weil der Ring verkitscht ist und Frauen ja auf Verkitschtes abfahren?
    Reichen die Füße aus um einen Mann und eine Frau zu erkennen?
    Können dass nicht auch 2 Männer, 2 Frauen sein? Oder die Frau hat dem Mann den Ring geschenkt?

  6. Magda sagt:

    Schmuck wird fast überall auf der Welt überwiegend an die Zielgruppe „Frauen“ vermarktet. Und so sehr ich es begrüßen würde, dass dieses Bild ein homosexuelles Pärchen aufzeigt, glaube ich wohl kaum, dass die Schmuckindustrie das so aufgreift. Werbung wird einfach in den meisten Fällen in einem heterosexuellen Kontext gemacht, es sei denn, es geht um Produkte, die sich speziell an jene Zielgruppe richtet.

    Für Werbekampagnen von großen Firmen, die Geschlechtersterotype dekonstruieren oder Homosexuelle in einem nicht-stereotypen Licht zeigt, wäre ich dankbar. Da viele werbeträchtige Kampagnen Stereotype ständig reproduzieren (beide Geschlechter betreffend) und heteronormativ sind, kann ich mir einfach null vorstellen, dass diese Werbung anders sein soll.

  7. Die Wahrheit darüber, wie man Frauen rumkriegt, kann die Werbung ja auch nicht sagen… ;)

  8. stadtpiratin sagt:

    ich trage einstweilen selbstgekauften modeschmuck und nehme mir vor, jeden zu verprügeln, der mich mit diamanten ins bett kriegen will.
    die dem vorurteil verfallenen männer und frauen sollten als erstes lernen, dass man frauen nicht „rumkriegt“.

  9. Morjanne sagt:

    Mist, den Vorschlag, sie hätte ihm den Ring geschenkt, wollte ich machen.
    Kann ja sein?

    Fakt ist doch aber auch, dass es bei vielen Frauen immer noch funktioniert. Wer nicht gerade an eine Emanze gerät, hat’s halt leichter ;) (Das soll bei mir mal einer versuchen…)

    Trotzdem ist die Werbung ekelhaft.

  10. Marcel sagt:

    „Diamonds are a girls best friend.“ hat Marylin Monroe einst gesungen. De Beers sei Dank!

  11. Freundchen sagt:

    SO wir ihr Frauen keine Ringe wollt um „ins Bett bekommen“ zu werden, so wollen viele Männer nicht erst Geld ausgeben müssen um „ans Ziel“ zu gelangen. Wobei ich mal in Frage stelle das Sex immer das „ziel“ sein soll.

    Das bringt einen Schlussendlich wieder in die Diskussion ob Frauen die solche Geschenke „verlangen“ sich prostituieren.

    Was doch alle wissen sollten, dass Diamanten nicht annähernd so selten vorkommen, als das sie solche Preise rechtfertigen würden. Da gibt es wesentlich seltener Buntedelsteine die teurer sein müssten. Aber die Werbung hats Geschaft… Diamanten sind unvergänglich und beide Geschlechter bilden sich ein das die Beziehung dies dann auch wäre.
    Wer da trotzdem lacht ist selber schuld ;)

  12. Marcel sagt:

    Hoffentlich ist Sex nicht immer das einzige Ziel.

  13. jj sagt:

    Freundchen,

    ich finde das ist eine werttechnisch höchst interessante Fragestellung. Ich würde es mal so formulieren – Werbung ist „long-term“ irrelevant. Außerdem gibt es knappe Dinge, die niemand haben will. Ich glaube also, daß zwei Dinge zusammenkommen müssen – Knappheit (also physisch beschränkte Inflation) *und* intrinsisches Interesse am Gegenstand selbst. Und letzteres ist halt schon ein Rätsel. Wenn also Frauen inhäerent eine Präferenz für Glitzerndes haben sollten, was ja zumindest möglich ist, dann erklärte das vielleicht, warum Knappheit bei Glitzerndem zu einem Wertschätzungs und damit zu einem Werthaltigkeitsindikator werden konnte. Klar, „Frauen lieben glitzern“ ist echt keine besonders tolle Basis für eine Werttheorie, aber gerade bei Diamanten komme ich ohne so eine Annahme wirklich nirgendwohin… Leider denken auch nicht besonders viele Ökonomen über den „Ursprung“ von Werten nach. Nach Marx und Polanyi ist da nicht mehr so viel passiert.

  14. Kommentar schreiben sagt:

    Hahaha.

    Und genau so wie auf dem plakat dargestellt sieht dann auch das sexleben der männer aus, die auf den trick reinfallen.

    Leider gibt es immer noch eine große anzahl von männern die dem (politisch gewollten) irrtum aufliegen, in der pflicht zu sein etwas berappen zu müssen, als gegenleistung dafür dass sie mit einer frau zusammen sein dürfen.

    Ein echtes partnerschaftliches verhältnis inklusive geilheit kann so natürlich nicht aufkommen.

    Einmal einen diamanten geschenkt, immer als treu-doofer versorger typ gebrandmarkt.

  15. Udo sagt:

    @jj

    Die Diamanten leben von den Eigenschaften „Wertvoll, wertbeständig und schön“. Angefangen hat das alles mit den Königen und Adligen die sich mit Diamanten schmückten. Und was die Statushöchsten toll finden, wird in der Regel als das beste betrachtet. Dieser Kult um die Diamanten hat sich dann im Laufe der Zeit erhalten, wurde weitergegeben von Generation zu Generation, auch durch permanente Werbung. Ein Mann dem seine Frau etwas „Wert“ ist, und der über das entsprechende Kleingeld verfügt, hat daher auch heute noch Diamantschmuck zu schenken. Und Frau ohne Mann, ist sich selbst, den Diamant Wert…

    Lange Zeit war ein Diamant von seiner Brillianz, dem sogennanten Feuer, sowie seiner (zumindest sehr starken) Unverwüstlichkeit („Diamonds are forever“) her auch tatsächlich einzigartig. Letzteres liegt daran das er das härteste Material der Erde ist. Es gibt aber schon seit einigen Jahren künstlich hergestellte diamantähnliche Steine (Moissanit), die selbst von einem erfahrenen Juwelier im eingefassten Zustand nicht mehr als solche erkannt werden können. Ihre Härte liegt nur knapp unter der des Diamaneten (9,5 zu 10 Mohs) und ihr „Feuer“ ist sogar noch stärker als das des natürlichen Diamanten. Die Dichte nahezu identisch. Preislich gesehen sind sie um den Faktor 30 günstiger als echte Diamanten der gleichen Reinheit, Farbe und Schliffqualität, obwohl sie eigentlich das perfekte Substitut sind.

    Daran sieht man denke ich recht gut, das die Nachfrage nach Diamanten zu diesen Preisen hautpsächlich historisch/kulturell begründet ist, und vor allem heute nicht mehr wirklich an die speziellen Eigenschaften des Diamants gekoppelt ist..

  16. Udo sagt:

    Achso, im eingefassten Zustand lassen die sich (mittlerweile) auch erkennen, aber nur mit neuen Testgeräten, nicht mit blossem Auge und Vergrösserungslinse. Insofern für den normalen Schmuckkäufer eigentlich irrelevant, sofern es um die reinen Eigenschaften ginge…