What a girl wants

von Barbara

Gestern in der Münchner Boulevardpresse, der Abendzeitung, großes Thema: “Aufgepasst! So ticken Frauen wirklich”

Also wie? Kuscheln gerne, verwechseln links und rechts, haben Bauchgefühle, machen nie das, was sie sagen, schauen täglich Serien, kaufen Schuhe, fragen “Woran denkst du, Schatz?”, gehen zu zweit aufs Klo, diskutieren, telefonieren und haben große Taschen.

Na dann. Ich erbreche mich jetzt mal wieder in meine große Tasche. Denn kotzen fehlt auf dieser Liste noch.


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32 Kommentare

  1. Tina sagt:

    Der Artikel ist auch noch von Frauen geschrieben? Im Ernst jetzt??

  2. Barbara sagt:

    Ich gehe mal davon aus, dass das nicht alles Pseudonyme sein können.

  3. Alex sagt:

    Ich bin ein Mann und habe all die aufgezählten Dinge schon getan – außer: zu zweit aufs Klo gehen (zumindest nicht geplant), “Schatz” sagen, weil ich das furchtbar finde (aber “Was denkst du grad?” hab ich auch schon gefragt) und Serien gucke ich meistens eher auf DVD en bloc. Aber sonst: Ich ticke wie eine Frau. Muss ich jetzt Angst haben, Dr. Sommer?

  4. Patrick sagt:

    Bin ich letztens mit meiner Freundin unterwegs. Fängt die an zu tänzeln. Frag ich wieso? Sagt sie, weil sie aufs Klo muss. Sag ich, geh doch! Wissen se, was die geantwortet hat? Na? Na? Ich kann doch nicht alleine gehen!
    [/Mario Barth]

    Dieser Artikel, wie man Mädels zum Videospielen kriegen soll, wurde auch von einer Frau geschrieben und ist ebenso doof. Wenn selbst die Zielgruppe sowas verbreitet, …

  5. Helga sagt:

    Na, dass nicht alle Frauen Feministinnen sind und sich gegen Stereotype wehren, sondern vielleicht sogar noch aktiv mitmachen, ist doch auch schon lange klar. Wobei ich Tipp 10 und 2 noch relativ gut finde, aber nicht nur das Hüpfen abstellen würde, sondern auch gern mehr Auswahl unter den weiblichen Charaktere als nur DD und Winzbekleidung hätte. Und bei

    Girls have already been given a hard time about playing games; that we’re either not good at them or we’re not [sic!]. This is truly a load of baloney. However, because of this dark cloud over us, most girls will try to avoid gaming with their boyfriends out of fear that they’ll only perpetuate the stereotype or fail to impress.

    hätte die Autorin darauf kommen können, dass alle ihre weiteren Tips nur diese Stereotypen weiter perpetuieren.

  6. Morjanne sagt:

    Oh Gott. Ich kann gar nicht hinsehen.

    1. ich verwechsel nie links mit rechts.
    2. Kuscheln nervt. Ich kann doch nicht schlafen ohne Bein- und Armfreiheit.
    3. Ich hasse Schuhekaufen. Genau wie mindestens drei Frauen, die ich kenne.
    4. Wenn ich wissen will, was jemand denkt, will ich auch die Wahrheit wissen (und wenn’s die Winterreifen sind), und nicht irgendwelche Sülze.
    5. Ich hab nicht nur kein Problem damit, allein aufs Klo zu gehen, ich warte sogar, wenn meine Freundin etc. gerade geht, denn ich HASSE Gesellschaft auf dem Klo.
    6. Ich telefoniere so gut wie nie mit meinen Eltern… dafür werden fast sämtliche Männer, die ich kenne, im Zwei-Tage-Takt von ihren Müttern angerufen oder rufen selbst an…
    7. Meine Tasche ist nicht nur unglaublich ordentlich, sondern auch, wenn nichts großes gebraucht wird, ziemlich klein.
    8. Ich bin definitiv eine Frau.

    Gut, Seriensucht geb ich zu.

    Aber ansonsten hört sich der Artikel an wie die Beschreibung eines albernen Kindes, die noch dazu aller zwei Zeilen betont, es könne eben nicht anders.
    Warum?! Wer schreibt sowas? Und wer liest denn sowas?

    (Außer uns Emanzen, um sich drüber aufzuregen ;)…)

  7. steve, the pirate sagt:

    @Morjanne: Ich kann deinem Text fast eins zu eins unterscheiben.

    Mir fehlt aber im Artikel noch:

    “Warum Frauen nicht einparken können”

    und natürlich

    “warum Frauen keine Computer bedienen können”

    Dann wären noch die anderen “wichtigen” Klischees erfüllt. :)

    Gott sei Dank muss ich keine doofen Stereotypen erfüllen um mich weiblich zu fühlen.

  8. jj sagt:

    Hey, die Seite sieht auch auf dem Handy lesbar aus. Ansonsten – wir sind alle einzigartige Schneeflocken, aber wir suchen uns auch alle Rollen und Identitäten aus, die uns Sicherheit geben. Da war vor ein paar Tagen ein interessanter Link von einer Transfrau, die sich zielsicher in die Art Frau verwandelt hat, die ihr als Mann auf die Nerven gegangen ist.
    Wie in diesem Fall liegen bei den meisten Menschen komplexe Persönlichkeiten unter einer gewählten Identität…

  9. BM sagt:

    Ich weiss auch nicht wieso da so wenig Sensibilität in den redaktionen herrscht. Das ist auch nicht nur in den sogenannten “Boulevard-Blättern so”.
    Ich hab heute morgen die Ökotest zum Thema kinderernährung aufgeschlagen, weil ich mal gucken wollte ab wann mein Kleiner denn nun welchen matsch essen soll und schau sofort auf ein halbseitiges Bild mit einem netten jungen Mann der sein kind füttert.
    Bildunterschrift:
    “Das schmeckt. Wenn zur Abwechslung mal Papa füttert, freut sich nicht nur Mama.”
    Prima Start in den tag muss ich sagen….

  10. Anna sagt:

    Oh, BM, kannst du das scannen oder fotografieren? Das ist definitiv ein eigenes Posting wert!

  11. BM sagt:

    mach ich

  12. Anna sagt:

    Super! Kannst du das dann gleich an anna[at]maedchenmannschaft.net schicken?
    Vielen Dank!

  13. Emily sagt:

    Mit hat ein Bekannter mal an den Kopf geworfen, ich wäre ja ein halber Kerl, nur weil ich die Meinung vertreten habe, dass ich feiern von irgendwelchen Jahrestagen nach dem Motto “Heute vor 48 Monaten haben wir uns das erste Mal geküsst” total überflüssig und bescheuert finde…

  14. Emily sagt:

    Besonders schön:

    “Schuhe-Shoppen ist die beste Medizin gegen schlechte Laune.”

    Wenn man sicher gehen will, dass ich schlechte Laune kriege, dann sollte man mit mir Schuhe einkaufen gehen. Nichts anderes hilft bei mir so gut gegen gute Laune.

    Eigentlich finde ich an diesem Aussagen nicht schlimm, dass jemand das so empfindet, sondern dass diese Frauen anscheinend der Meinung sind, dass es mir genauso geht, obwohl sie mich gar nicht kennen.
    Ich kann ja auch eine Liste meiner Macken aufzählen und sagen: “So ticken Frauen.” Aber wem ist damit geholfen?

  15. Judith sagt:

    “Eigentlich finde ich an diesem Aussagen nicht schlimm, dass jemand das so empfindet, sondern dass diese Frauen anscheinend der Meinung sind, dass es mir genauso geht, obwohl sie mich gar nicht kennen.”

    Jepp, geht mir genau so. Sollen die Leute doch Schuhe shoppen wie sie wollen, aber bitte nicht behaupten, dass hätte was mit mir zu tun.

    Dieses “ich erklär Euch jetzt mal wie *wir* Männer/Frauen/Bayern/Obdachlose/Nachkriegskinder.. ticken” empfinde ich überhaupt meist als Anmaßung.
    Abgesehen davon interessieren mich die Menschen eben einfach mehr als, äh ja, Menschen, und weniger als Kategorien, darum finde ich so Infos, selbst wenn sie Durchschnittswerte abbilden würden, extrem uninteressant und irrelevant für meinen Alltag.

  16. smilla sagt:

    Das schlimme ist, daß diese Art von ” wir legen uns die Welt zurecht” als Unterhaltung hingenommen wird.
    Und das mit dem Kotzen ist eine schöne Spitze!

  17. Ariane sagt:

    Und wenn ich nicht besonders gerne Kuscheln, sondern nach gutem Sex auf meine Freiheit im Bett poche, die Zehen aus den Schuhen schon rausgucken, weil ich nichts so sehr verabscheue wie Schuhe kaufen und nie in Gemeinschaft aufs Klo gehe… brauche ich eine Therapie? Bin ich eigentlich im Innersten ein Mann?

  18. Fred sagt:

    Ariane:

    ja, ziemlich wahrscheinlich ;)

    Wir koennen zusammen hingehen, dann kannst du mir das abgeben, was mir laut Gesellschaft zum “echten Kerl” fehlt ;)

  19. steve, the pirate sagt:

    ..besonders schlimme finde ich im Artikel das Beispiel mit dem Bauchgefühlt und dem Steaks statt Fisch essen.
    Das ist wieder das typische “Frauen sind immer auf Diät und genießen das Essen nicht”-Klischee.

    Ich hasse das so sehr, dass einer Frau die Weiblichkeit abgesprochen wird nur weil sie nicht dem Klischee
    entspricht und nicht irgendwelche blöden Aktionen mit “Hihi, so sind wir Frauen einfach” abtut.

  20. Zoe sagt:

    Ich kuschel unglaublich gerne.
    Und ich verwechsle immer links und rechts, vor allem beim Autofahren (natürlich nur auf dem BeifahrerInnensitz, einen FührerInnenschein hab ich nämlich nicht gemacht und kann also auch nicht einparken).
    Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich täglich Serien schauen.
    Ich liebe Schuhe. Und Schuhe kaufen – wenn ich das Geld dazu hab.
    Ich frag mich ziemlich oft, was die Menschen in meiner Umgebung grade denken.
    Ich geh auch gern mit anderen auf Klo.
    Und ich rede viel und gerne und lange und über alles.
    Telefonieren tu ich auch gern.
    Ja, riesige Taschen sind praktisch.
    Und: Ich kotze relativ oft, weine viel, bin schlecht in Naturwissenschaften und am Computer und immer gestresst, schminke mich gerne und ich lieebe Schokolade. Und ich hab Glitzerfingernägel (yeah).

    Trotzdem bin ich Feministin – und steh auf Frauen. (Und im Übrigen auf Frauen mit schönen Schuhen und riesigen Taschen, die mich fragen, woran ich gerade denke, gerne kuscheln und beim Autofahren links und rechts verwechseln und Glitzerfingernägel haben, aber das tut hier nichts zur Sache).

    Worauf ich hinaus will: Reproduziert ihr nicht grade auch einen Stereotyp?

    Die emanzipierte Frau muss allein auf Klo gehen, darf keine Schuhe mögen und hat als Kind schon immer-nur-mit-den-Jungs-gespielt. Hat natürlich kurze Haare und unrasierte Beine usw. usf. Steckt da nicht auch implizit die Aussage drin, dass Frauen, die dem „weiblichen“ Stereotyp entsprechen irgendwie doof sind?

    Auch das ist Teil des Sexismus: Die “weiblich” konnotierten Eigenschaften (die natürlich nicht weiblich sind, aber vielen Frauen doch ansozialisiert wurden) werden nicht nur als Stereotyp reproduziert, sondern auch abgewertet; mein Gefühl ist, dass sie in dem Artikel erst mal nur doof verallgemeinert und reproduziert werden – abgewertet werden sie dann hier.

    Ich hab mich ziemlich lange nicht getraut, so zu sein, wie ich mich fühle, weil ich ja nicht ein doofes „Mädchen“ sein wollte, weil ich ja emanzipiert sein wollte. Und mir dann irgendwann eingestanden, dass ich dem Stereotyp „Frau“ in vieler Hinsicht entspreche. Ohne deswegen nur noch „Frau“ zu sein, im Leben gibt es ja mehr Fragen als „Neue Schuhe oder nicht?“.

    Es kann doch auch nicht das Ziel sein, dass wir alle mit kaputten Schuhen rumlaufen, nicht mehr aufräumen, rülpsen, andere unterbrechen und nur an Sex denken, und was auch immer noch alles so “männlich” konnotiert ist, um dann emanzipierter zu sein. Wenn eine das WILL, ist es natürlich in Ordnung. Aber was, wenn eine das nicht will?

    Letztlich ist der Effekt dann nämlich, dass Frauen sich männlich-hegemonialem Verhalten anpassen müssen, um emanzipiert zu sein. Aber solange es noch Chefetagen gibt, mag ich aber auch mit meinen Glitzerfingernägeln in die Chefetage!

  21. Judith sagt:

    Zoe,
    ich finde Deinen Einwand super und auch grundsätzlich sehr berechtigt. Ich finde auch, dass diese “Eigenschaften” und Vorlieben, die da beschrieben werden, nicht notwendigerweise negativ sind, und schon gar nicht sollten sie deshalb als negativ gelten, weil sie Frauen öfters für sich beanspruchen als Männer. Und männliche konnotierte Macken sind nun wirklich nicht grundsätzlich erstrebenswerter als weibliche.
    Allerdings glaube ich, dass weder Barbara noch die anderen Kommentatorinnen ein Problem mit den Punkten selber haben, sondern eher mit diesem kategorialen “So und nicht anders sind wir Frauen bzw. haben Frauen zu sein”.

  22. Helga sagt:

    Die emanzipierte Frau muss allein auf Klo gehen, darf keine Schuhe mögen und hat als Kind schon immer-nur-mit-den-Jungs-gespielt. Hat natürlich kurze Haare und unrasierte Beine usw. usf. Steckt da nicht auch implizit die Aussage drin, dass Frauen, die dem „weiblichen“ Stereotyp entsprechen irgendwie doof sind?

    Das hat hier niemand gesagt. In der Mädchenmannschaft haben ja auch nicht alle kurze Haare und unrasierte Beine. Vielmehr nervt es, wenn jeder, die den Stereotypen nicht entspricht, die Weiblichkeit abgesprochen wird. Und die Stereotypen auch noch so negativ behaftet sind -> Interesse an Schuhen = Zwang dauernd neue zu kaufen? Irgendwie hab ich gerade das Gefühl mich zu wiederholen, aber uns geht es hier darum, dass Frauen ernst genommen werden und die gleichen Chancen haben, egal wie sie aussehen und wie sie ihr Leben führen wollen!

  23. susimaus sagt:

    “Steckt da nicht auch implizit die Aussage drin, dass Frauen, die dem „weiblichen“ Stereotyp entsprechen irgendwie doof sind?”

    zoe, ja, die steckt da drin. und zwar, weil es DAS eigentliche weibliche klischee ist, dass frauen doof sind. dass sie die “wichtigen” dinge im leben (einparken) aus biolog. gründen nicht beherrschen können, und das, was sie dann können, nervtötender bullshit ist.
    die anderen klischees sind quasi nur die platzhalter für “frau = doof”. oder was meinst, warum die stereotype allesamt irgendwie herabwürdigend nach defizit, irrational, “bauchgefühl”, “nicht ernst zu nehmen” und abweichung von der norm klingen?

    “… mein Gefühl ist, dass sie (die weibl. konnotierten eigenschaften) in dem Artikel erst mal nur doof verallgemeinert und reproduziert werden – abgewertet werden sie dann hier.”

    der gesamte stereotype-kanon ist abwertend. er zielt darauf ab, frauen möglichst als oberflächliche, biologie-gesteuerte mangelwesen darzustellen.

  24. Judith sagt:

    @susimaus

    “dass sie die “wichtigen” dinge im leben (einparken) aus biolog. gründen nicht beherrschen können, und das, was sie dann können, nervtötender bullshit ist.”

    also ich finde Einparkkünste schon mal nicht wichtiger als Kommunikationsfähigkeiten..

  25. susimaus sagt:

    sehr richtig erkannt. darum steht “wichtig” da oben auch in anführungszeichen.

    allerdings ist das frauen zugeschriebene dauertelefonieren oder tratschen nicht unbedingt eine lobenswerte “Kommunikationsfähigkeit”, sonder impliziert, dass frauen stundenlang sinnlosen kram plappern. auf so eine “Kommunikationsfähigkeit” verzichte ich dankend.

  26. Anna sagt:

    Susimaus, nur mal nebenbei eingeschoben:
    Die Kommunikationswissenschaft sieht das anders, das so genannte “tratschen” hat einige wichtige Funktionen. Ob man dieses Fähigkeit nun a) fast ausschließlich den Frauen zuschreibt und b) wirklich ausschließlich positiv bewertet (beides machen manche Strömungen der feministischen Linguistik), steht dann natürlich nochmal auf einem anderen Blatt.

    Insgesamt greift auch hier wieder, dass durch diese ganze Klischeedrescherei häufig das, was man als “typisch weiblich” wahr nimmt, als negativ oder gar überflüssig bewertet wird. Und das auch noch wenn wie in diesem Fall das Gegenteil erwiesen ist.

  27. susimaus sagt:

    anna, natürlich sieht die kommunikationswissenschaft das anders. das sollte allgemein bekannt sein.

    ich schreibe da oben auch nicht über _meine_ bewertung der weiblichen kommunikation, sondern über das klischee “weibliche kommunikation”, welches diese abwertend als telefonitis und tratschsucht darstellt.

    ich hoffe, ich habe mein anliegen nun mit der mir zur verfügung stehenden kommunikationsfähigkeit hinreichend verständlich dargestellt.

  28. jj sagt:

    Helga,

    “Das hat hier niemand gesagt.”

    klassisches Empfängerhorizont-ja-aber. Zoe empfindet das ja nicht ohne Grund so.

    “Vielmehr nervt es, wenn jeder, die den Stereotypen nicht entspricht, die Weiblichkeit abgesprochen wird.”

    Klar nervt das, immer und überall, für jede und jeden (man (und frau) hat mir auch schon mal erklärt, ich sei kein richtiger Mann, weil ich nicht mit jeder Frau Sex habe mit der ich Sex haben könnte), aber ich finde Zoes implizite Annahme nicht falsch. Vielleicht ist es manchmal wirklich besser, Sache explizit zu schreiben, gerade in dem Genderzusammenhang, damit die Gefahr von Mißverständnissen sinkt…

  29. Zoe sagt:

    Ich hoff, ich hab nicht unnötig provoziert, ich hab das heute vormittag ja schon heftig ausgedrückt.

    Mir ist auch klar, Helga, dass die wenigsten hier so sind, wie ich das unterstellt habe.

    Mit Hilfe von dem, was susimaus sagt, kann ich das vielleicht auch noch mal strukturierter ausdrücken:

    Momentan definiert ein hegemonialer (und männlich dominierter) Teil der Gesellschaft, was “tolle” Eigenschaften sind und was nicht. Und die nicht so “tollen” Eigenschaften werden halt den Frauen zugeteilt.

    Und dann gibt es aus meiner Sicht drei Möglichkeiten, wenn mensch das nicht aktzeptieren will:

    1. Mit einigen Differenz-Feministinnen behaupten, dass die Eigenschaften, die den Frauen zugeteilt werden, die “tolleren” sind.
    2. Behaupten, dass Frauen auch die “tolleren” Eigenschaften haben (das machen einige von euch oben).
    3. In Frage stellen, ob es “tollere” Eigenschaften gibt (das würde ich machen).

    Und natürlich, wie wir alle, in Frage stellen, ob irgendwelche Eigenschaften überhaupt irgendeinem Geschlecht zuordnbar sind.

    Ich denke insofern, wir sind uns relativ einig.

  30. susimaus sagt:

    “1. Mit einigen Differenz-Feministinnen behaupten, dass die Eigenschaften, die den Frauen zugeteilt werden, die “tolleren” sind.”

    aber was bedeutet das denn? es bedeutet letztlich AUCH, dass frauen, die den stereotypen nicht entsprechen, keine “richtigen” frauen sind.

    zu 2. ist das ja keine leere behauptung, sondern ein fakt. genauso wie männer auch die weiblich / negativen eigenschaften haben. sie werden nur nicht thematisiert.

    zu 3. ich halte den ansatz, einem geschlecht eigenschaften zuzuordnen, generell für kontraproduktiv und lege gar keinen wert drauf, in irgendeinem punkt für besser gehalten zu werden, nur weil ich eine frau bin. die geschichte hat gezeigt, dass alles, was frauen (vermeintlich) besser konnten, irgendwann eine umdeutung und abwertung erfahren hat und dann für männer nicht mehr erstrebenswert war.

  31. Morjanne sagt:

    @Zoe: “3. In Frage stellen, ob es “tollere” Eigenschaften gibt (das würde ich machen). ”

    Das ist auch das, was ich mache – theoretisch. Praktisch rolle ich aber gern die Augen, wenn ich eines dieser verhuschten Glitzermädchen (nicht böse sein) sehe, die sich allein nicht aufs Klo trauen. Insofern war also deine Kritik oben durchaus berechtigt, denn die Ablehnung der Stereotypisierung einiger Eigenschaften führt schnell mal zu Ablehnung der Eigenschaften selbst. Das ist tatsächlich nicht sehr fair.

    Aber eigentlich hab ich generell nichts gegen Frauen/Menschen, die diesen Stereotypen entsprechen – eher gegen die, die ihnen nicht “von Natur aus” (bessere Formulierung fällt mir nicht ein) entsprechen, sondern sich anpassen, um ihnen entsprechen zu können. Und gegen die, die diese Stereotypen immer wieder als allgemein gültige Gesetze behandeln, und aus dem Satz Frau–>SCHUHE gerne mal ein keine Schuhe–>keine Frau machen.

    Das war jetzt übrigens keine persönliche Kritik. Ich schätze mal, wir sind hier grundsätzlich alle auf der Seite jeder Frau, die dazu steht, wie sie ist.

  32. Thomas sagt:

    Zum Thema Geschlechterrollen und -Klischees hab es hier einen erweiternden Beitrag im WDR “Quarks & Co”, sehr amüsant und angenehm moderiert.

    Der Mythos vom jagenden Mann und der feuerhütenden Frau wurde durch neue Erkenntnisse abgelöst :

    http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/1222/006_arena_ma nnfrau.jsp

    Nach neuen Erkenntnissen war also die Außenorientierung, Fischen, Jagen, auch für weibliche Lebenswelten Normalität.

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