Wenn zur Abwechslung mal Papa füttert…

von Anna

... freut sich nicht nur Mama.
(Quelle: Ökotest. Kompakt Kinder & Eltern Nr. 13. Thema Kinderernährung. 2008)



Vielen Dank an BM für’s Scannen und Schicken!




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 10. November 2009 um 12:41 Uhr unter Familien_politik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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20 Kommentare

  1. stine sagt:

    Oh Gott, was für ein Zielpublikum haben die denn? Mama und Papa. Infantilisierung vom feinsten. Über die Aussage des Textes lohnen sich keine Worte, so dumm ist das.

  2. lotte sagt:

    also ich find das gar nicht dumm, sondern lustig. wer sollt’s denn sonst sein außer mama und papa? das christkind?

  3. Laura sagt:

    ich frag mich auch grad, wer denn das zielpublikum von ökotest ist (bzw. sein soll)? vermutlich nicht die jungen, hippen, neuen, alternativen familien, hm?

  4. Helga sagt:

    lotte, hier geht es nicht um die Frage, wer außer den Eltern sein Kind füttert, sondern diese „Mama füttert selbstverständlich, Papa nur mal so“-Einstellung.

  5. Gunn sagt:

    Also ich weiß nicht was daran schlimm sein soll. Bei den aller-, allermeisten Eltern, die ich kenne, ist das so und warum soll man dann so tun als sei es anders? Ich fühle mich von sowas viel eher angesprochen als wenn da schon wieder auf So-ist-es-nicht-aber-es-wäre-politisch-korrekt-also-tun-wir-mal-so gemacht würde. Könnte ich nix mit anfangen.

  6. Mondfee sagt:

    Anna, ich danke Dir für dieses Posting! Jetzt weiß ich zumindest, daß ich nicht die Einzige bin, die bei solchen Bildungunterschriften das Grausen bekommt…

  7. Miriam sagt:

    Tja, Gunn, und mein Mann und ich können nichts damit anfangen, dass wir bei der Bildunterschrift, so wie sie ist, das Gefühl haben, wir kämen vom Mars. Noch dazu, wo da so ein Unterton mitschwingt „Toll, dass der das kann“. Natürlich kann der Vater sein Kind füttern und in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist das auch total selbstverständlich, dass er es tut.

  8. ivar sagt:

    @gunn: Ja, und warum ist das wohl so?
    Erinnert mich an die Geschichte einer jungen Familie, die mir neulich erzählt wurde: Wo während der Schwangerschaft immer ganz viel die Rede von „gemeinsam“ und so war – bis zur ersten vollen Windel. Da hat der Herr des Hauses dann beschlossen, dass das nix für ihn ist, das macht er nicht. Und steht dazu. Was soll die Mama da schon machen, schließlich kann sie ihr Kind nicht im Dreck liegen lassen.
    Eine andere hochschwangere Freundin, der ich davon erzählte, meinte dazu, sie würde in diesem Fall mal eine volle Windel ordentlich auf der Computertastatur des Herrn platzieren und würde vorerst mit Kind das Haus verlassen, bis er es sich anders überlegt. Wäre das dann überreagiert?

  9. Neeva sagt:

    @ivar
    Vorausgesetzt, vorher war „gemeinsam“ abgesprochen, fände ich das nicht überreagiert.

  10. @ivar: Nicht zu vergessen die Fälle, dass sich Mama nach der Geburt des Kindes entgegen der gemeinsam gemachten Vereinbarung weigert, wieder in den Beruf zurückzugehen und Papa dann nur noch in Ausnahmefällen Zeit zum Füttern hat.

  11. Rabenmutter sagt:

    @Johannes –
    nicht zu vergessen die Fälle, wo Papa dann nach der Geburt entgegen der gemeinsamen Absprache doch keinen Elternurlaub nimmt, die Kinderbetreuung aber erst ab Monat X eingeplant ist – und Mama dann dumm dasteht und die Periode dazwischen auch übernehmen muss, weil sie ja schonmal dabei ist.

  12. @Rabenmutter: Die Richtung hatte ivar ja schon angesprochen.

  13. Judith sagt:

    Ey, es bringt doch nix, hier Beispiele aufzurechnen, in denen sich Mütter und Väter nicht so verhalten, wie sie das mal vorhatten. Es ist einerseits ärgerlich für den, der sich auf das verabredete Verhaten verlassen hatte, andererseits auch nachvollziehbar, dass man sich manchmal schwanger/Vater werdend Dinge anders vorstellt, als wenn man dann tatsächlich Mutter bzw. Vater sind.

    Ansonsten, meine Zustimmung. Dieses „Hurra, hurra, der Vater kriegt es doch tatsächlich „zur Abwechslung“ mal hin, auch zu füttern“ ist echt albern.
    (Abgesehen vom Stillen) ist das Füttern ja nun wirklich nicht so viel schwieriger für Väter als für Mütter, darum brauchen Papas da wirklich keinen Extra-Applaus, wenn sie es ausnahmsweise, „zur Abwechslung“ auch mal hinbekommen.

  14. ivar sagt:

    Ja, im Grunde wollte ich auch nichts anderes sagen als Judith. Ich meine eben, dass Väter doch im Allgemeinen leichter mit solchen Verweigerungshaltungen davonkommen, so lange Konventionen wie die oben abgebildete herrschen.
    Was Johannes zu recht anspricht, könnte m.E. auch nur die andere Seite der selben Medaille sein: Manche Frauen wollen dann eben auch – ebendieser Konvention folgend – wirklich die immer fütternde Übermutter sein.

  15. Neeva sagt:

    Jetzt will ich auch mal meinen Senf dazugeben:

    Es ist ernsthaft problematisch, und zwar hat-die-Partnerschaft-noch-Sinn-problematisch, wenn sich einer der Partner/Eltern auf derart wichtigen Gebieten nicht an vorher gemachte Absprachen hält.
    Erwartungen, die nie klar angesprochen wurden, gelten dabei nicht als Absprache.

    Ich würde aber sehr unterscheiden zwischen Verweigerung (Windel ist eklig, mach ich nicht) und der Erkenntnis, etwas nicht zu können. Sei es, dass sich der Vater beim Windelnwechseln einen Eimer danebenstellen müsste, weil ihm schlecht wird, sei es, dass die Frau nach der Rückkehr von den Kollegen gemobbt wird und entnervt kündigt.

  16. ivar sagt:

    Was ist, wenn sich beide einen Eimer danebenstellen müssen? Bleibt das Kind dann ungewickelt? [spontaner Gedanke – ansonsten kann ich Deine Unterscheidung schon nachvollziehen]

  17. Neeva sagt:

    @ivar
    Dann müssen beide zu gleichen Teilen ran, oder jemand drittes finden. Die Beispiele oben sind natürlich auch mit umgekehrten Geschlechtern denkbar.

    Es wäre auch möglich Absprachen neu zu verhandeln, z.B. einer wird vom Windelnwechseln befreit und ist dafür fürs Putzen in Küche und Bad zuständig oder so etwas. Der zentrale Punkt ist der Ausgleich, von dem beide etwas haben.

  18. Rabenmutter sagt:

    Das ist eine ziemlich theoretische Diskussion. Die Windeln von Neugeborenen haben keinen hohen Ekelfaktor. Das kommt erst, wenn die Kinder nicht nur Milch zu sich nehmen – und dann haben sich die Eltern im Allgemeinen dran gewöhnt. Deshalb finde ich obige Geschichte auch unglaubwürdig.

    Ein Kind ist ein Härtetest für eine Beziehung, das ist völlig klar. Da gibt es viele Reibungspunkte. Allerdings gehört Breichen füttern eher nicht zu diesen – gerade auch deshalb finde ich die Fotounterschrift so grotesk.

    Fragen, wo es viel eher zu Konflikten kommt – aus meiner Erfahrung:
    – Wer steht nachts auf, wenn das Kind schreit?
    – Wer steht am Wochenende auf, wenn das Kind zur gleichen Zeit wach wird wie unter der Woche?
    – Wer bleibt daheim, wenn das Kind krank ist und nicht in die Krippe kann?
    – Wer bringt das Kind zur Betreuung und holt es ab?
    – Wer organisiert die Kinderbetreuung?
    – Wer geht mit dem Kind zum Arzt?

  19. ivar sagt:

    Naja, im Grunde genommen sind all diese Themenbereiche ja wohl gegeneinander austauschbar, oder? Es geht ja eher ums Prinzip als um die konkrete Windel. Die Geschichte kann man aber m.E. ruhig glauben (wobei ich sie zugebenermaßen auch nicht aus erster Hand kenne, jaja), und sie gewinnt sogar an prinzipieller Bedeutung, wenn man annimmt, dass Neugeborenen-Exkremente wirklich nicht so schlimm sind. Auch das ist wohl aber Auslegungssache.

  20. Zoe sagt:

    Hey,

    ob mensch Baby-Windeln eklig findet, sollte mensch sich evt. vorher überlegen? In meinem Umfeld kenn ich auch Typen (sicher gibts da auch Frauen, will ich gar nicht sagen), die spülen echt scheiße finden. Ja und? Sorry, aber ich sehe da grade das Problem, dass mensch immer behaupten kann, irgendwas so „gar nicht“ machen zu können um sich davor zu drücken – wobei da natürlich in der Partnerschaft auch das nötige Vertrauen da sein kann.

    Übrigens denke ich bei dem Bild grade gar nicht an die „armen Frauen“ (wobei das sicher auch zutrifft), sondern an die „armen Männer“. Nämlich die, die regelmäßig füttern und sich dann durch so was ziemlich „verarscht“ vorkommen.

    Um in dem Fall echt mal die Männer zu bemitleiden: Mein Papa hat den größten Erziehungs-Job bei uns übernommen und sich echt sehr eingebracht, und dafür eben grade nicht „Extra-Lob“ bekommen. Wenn nämlich z.B. die Kleine mal mit auf die Arbeit musste, weil es keine andere Lösung gab, dann war das bei Mama „total süß“ und die Kleine „ja so ein liebes Kind“ und bei Papa hatte dafür keineR Verständnis, warum das Kind mit musste und was das denn solle.

    Und im Kindergarten wurde sogar vermutet, ich habe aus irgendeinem Grund „keine Mama“ (gestorben, oder so), weil Papa hingebracht und abgeholt und sich im Förderverein eingebracht usw. hat.

    Ich glaub, Väter, die wirklich erziehen, machen verdammt viel mit. Weil irgendwie ist das ja (immer noch, behaupte ich) „ziemlich schwul“, sich um das Kind zu kümmern. Und anscheinend ist mensch dann auch kein „echter Mann“, usw. usf.