Weibliche Computerspielcharaktere? Nein, Betthäschen.

von Helga

Beiträge über die (fehlende) Repräsentation von Frauen in Computerspielen haben hier schon ab und an lange Diskussionen ausgelöst. So klar wie die Aussage von Art Director Jonathan Jacques-Bellêtete (Deus Ex: Human Revolution) bei der New Yorker Comic Con, wurde es bisher aber nicht:

In describing his influences, Jacques-Bellêtete mentioned he was heavily influenced by Metal Gear and Final Fantasy. Then he went into a two minute riff about „always trying to have very beautiful female characters,“ noting that these were characters he would want to sleep with.

Bei der Beschreibung seiner Einflüsse erklärte Jacques-Bellêtete, dass er stark von Metal Gear und Final Fantasy geprägt sei. Anschließend ergoss er sich zwei Minuten wie er „immer versuche, sehr hübsche weibliche Charaktere zu haben“, anmerkend, dass dies Charaktere seien, mit denen er schlafen würde.

Wie Latoya Peterson auf Kotaku erklärt, endlich mal eine ehrliche Erklärung für eine Reihe an unglaublich sexistischen Charakteren. Auf ihre Nachfrage hin, wie diese Einstellung in Design und Präsentation der weibliche Charaktere fließe, antwortete er eher ausweichend – dass mehr Frauen im Entwicklungsteam eines Spiels die Repräsentation von Frauen im Spiel verbessern. Zum Abschluss des Panels zeichnete Jacques-Bellêtete dann Lightening, die Hauptfigur von Final Fantasy XIII. Und entblödete sich nicht, nur ihr Dekolleté zu zeichnen.

Isamu Kamikokuryo, der im gleichen Comic Con-Panel saß und Lightening mit entworfen hat, erklärte den Entwicklungsprozess übrigens so: „Wir haben beim Designen lange darüber nachgedacht, was wir mit jedem Charakter ausdrücken wollten.“

Ach, wie schön es wäre, wenn so alle Entwickler_innen von Computer­spiel­charakteren denken würden. Bis dahin gilt das Fazit eines Kotaku-Kommentators:

I’ve heard men complain that there aren’t enough geeky women out there. They’re right, but what they can’t seem to get through their thick skulls is that THIS IS WHY, or at least, it’s a major factor.

Ich habe Männer gehört, die sich beschweren, dass es zu wenig geekige Frauen gibt. Sie haben recht, aber was sie nicht in ihre dicken Schädel zu kriegen scheinen ist, dass DIES DER GRUND ist, oder zumindest ein großer Faktor.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 26. Oktober 2011 um 9:11 Uhr unter Gewalt, Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. Nina sagt:

    Du meinst wohl Latoya Peterson, nicht Latoya Jackson (ich wundere mich schon über die Kulturkritik von Michaels kleiner Schwester… :-)

  2. Helga sagt:

    @Nina: Danke, ist korrigiert. Wobei Kulturkritik von ihr sicher auch mal spannend wäre ^^

  3. etg sagt:

    interessant dazu auch die Kritik des Hulk am neuen Batman:

    http://filmcrithulk.wordpress.com/2011/10/19/goddammit-video-games-the-first-few-hours-of-arkham-city-is-lots-of-fun-but-super-duper-sexist/

    Bringt es für dieses eine Spiel gut auf den Punkt, finde ich.

  4. Doreen sagt:

    Oh ja, das nevt mich auch immer in Online-Rollenspielen. Die Rüstungen der weiblichen Charaktere bedeckt ungefähr so viel Haut wie ein Bikini, während die Männer ist klassischer Plattenpanzer-Rüstung dastehen..

  5. karpatenhund sagt:

    @Doreen: Ich kann dazu nur einen Comicstrip verlinken: http://www.duelinganalogs.com/comic/all-geared-up-and-raring-to-go/

    Trifft es ganz gut.

  6. etg sagt:

    @Doreen und karpatenhund: oder mit bewegten Bildern von Collegehumor: http://www.youtube.com/watch?v=OTGh0EMmMC8

  7. Alreech sagt:

    Hm, dafür kommt Space Marine anscheinend ohne Sexismus aus.
    http://designislaw.tumblr.com/post/10076180504/warhammer-40-000-space-marine-most-suprisingly
    Im Jahr 40 000 kann man auch als Frau Mutanten, Ketzer, Aliens und die andre Feinde des Gottimperators der Menschheit auslöschen – ist das nicht schön ? ;-)