vom Luxus über #armeLeuteessen zu fantasieren

von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 58 von 58 der Serie Meine Meinung

Selbstversuche und Sozialexperimente – es gibt wenig mehr, das als Missachtung wie eine Ohrfeige auf konkret betroffene Menschen wirken kann.

Da ist das “einen Tag im Rollstuhl”-Experiment, von Menschen, die keinen Rollstuhl benötigen, um sich selbstbestimmt von A nach B zu bewegen, genauso unangebracht, wie der “eine Woche obdachlos”-Selbsterfahrungstrip von Menschen, die ein Obdach haben.
Es ist unangebracht, weil die sinnhaftere Variante ein “Ich höre den konkret betroffenen Menschen zu, die mir etwas über ihre Lebensrealität erzählen”-Experiment wäre, das bis heute noch viel zu wenig Medienmachende wagen.

Aktuell gibt einen Selbstversuch im Magazin “Biorama” für nachhaltigen Lebensstil.
Nachhaltig befeuert werden in diesem Selbstversuch vor allem Stereotype und Vorurteile. Schlagwortartige Phrasen werden recycled, um konkret Betroffenen die eigenen Argumente und Er_Lebensrealitäten abzusprechen und umzudeuten. Man will nicht glauben, dass Armut mehr sein könnte, als eine Frage des Geldes, des Bildungshintergrundes oder der allgemeinen kognitiv geprägten Entscheidungsfindung. Darum setzt sich nun also ein Mensch hin, gibt sich ein Budget für seine Mahlzeiten und hält das für den richtigen Weg sich Fragen nach Luxus zu stellen.

Der Mensch mit Gehalt denkt, Armut wäre das Gegenteil von Luxus beziehungsweise, Armut bedeute weniger davon.
Manchmal frage ich mich schon, wo solche Gedanken herkommen und brauche dann doch nicht lange für eine Idee. Ich merke ja selbst, wo mein Luxus beginnt. Er beginnt bei 2€ für Artikel, die ich nicht essen kann und 2,50€ bei Artikeln, die ich essen kann.
Luxus ist für mich (in Hartz 4 seit seiner Einführung) also eine Farbfilmentwicklung und ein Saint Albray-Käse.

Menschen mit mehr Geld kommt das traurig vor und ich empfinde das als eine Form von Missachtung meiner Luxusgefühle. Es fühlt sich an, als wäre mein Luxus peinlich oder falsch. Oder eben – so wie ich selbst für diese Gesellschaft – minder_wertig.

Der Selbstversuch im Biorama-Magazin zielt auf “bio ist aber so teuer” ab. Und schafft es nicht dann einfach bei dieser Frage zu bleiben und sich mit dem Geschäft hinter biologisch nachhaltiger Landwirtschaft zu beschäftigen. Nein – da muss noch “das echte Leben” mit rein.
“Teuer”, das gilt noch immer als ein zwangsläufig für arme bzw. einzig selbstversorgend wirtschaftende Haushalte auftauchendes Thema und wird in dem Experiment erneut aufbereitet.

Biologisch nachhaltig angebaute bzw. produzierte Lebensmittel zu konsumieren ist tatsächlich keine Frage des Geldes – es ist eine Frage des Konsums und damit eine Frage, die weit über akut verfügbare Mittel hinaus geht.
Ein Tweet, der sich lobend über den Selbstversuch unter #armeLeuteessen äußerte, rechnete einen Fertigjogurt zu 49 Cent gegen ein Glas Jogurt mit Zucker und Früchten auf das 51 Cent kam.
Als würde niemand auf Hartz 4 nicht darüber nachdenken, direkt 2 Jogurtbecher zu je 19 Cent kaufen, weil si_er dann 2 Jogurts hat und 11 bis 13 Cent spart. Also fast den Wert eines dritten Jogurts.

Der Selbstversuch ist Quatsch, weil die Personen kein Hungermanagment hat, das dem einer Person mit Mindestbudget nahe kommt. Man denkt natürlich auch als arme Person über Qualität nach. Natürlich kauft man lieber ausgesuchte Zutaten und möglichst ausgewogenes Zeug ein – aber wenn man Hunger hat, hat man Hunger und dann passiert etwas im Denken, das sich auf schnell verfügbare Masse, die nach irgendwas schmeckt, konzentriert.

Sich auf den eigenen Selbstwert zu berufen und zu argumentieren, man sei mehr wert als die Tüte Konservierungsstoffe mit Geschmacksverstärkern und angenehmer Konsistenz zu 99 Cent, hält niemand sehr viel länger, als einen Selbstversuche-Zeitraum mit einem selbst bestimmten Anfang und einem jederzeit absehbaren Ende, durch.

Hartz 4 funktioniert nicht so klar begrenzt. Vor allem nicht, wenn man zu den mehrfachdiskriminierten Personen gehört und “einen bezahlten Job finden” ein Synonym für “Sechser im Lotto” ist. Die durchschnittliche Zeit in Hartz 4 sind derzeit 4 Jahre. Tendenz steigend.
Hartz 4 ist eine Akutlösung. Und Akutlösungen sind nie nachhaltig. Nie.
Ein Beispiel:
Das erste Jahr Hartz 4.
Du bist jetzt mehr zu Hause als vorher. Du verbrauchst mehr Strom und heizt nun auch tagsüber. Dir kommt eine Energiekostennachzahlung ins Haus und darauf folgend passiert die erste Ratenzahlung abzüglich deiner Mindestsicherung.
Vielleicht (sehr wahrscheinlich) musstest du gerade noch umziehen, weil dein Wohngeld(zuschuss) nicht ausreichte. Umziehen ist teuer und dabei geht auch noch ein Möbel kaputt. Die Waschmaschine macht seitdem komische Geräusche und irgendwie riecht die Kleidung eklig. Es stellt sich heraus: ein Schimmel zerstört die Fasern – du musst alles ersetzen. Und deine neu bezogene Wohnung von Schimmelsporen befreien, die sich hinter dem Kleiderschrank bereits in aller Pracht zusammentun.
Es beginnt ein Gerangel mit der Wohnungsbaugenossenschaft, wer jetzt den Schimmel entfernen muss und währenddessen haucht die Waschmaschine mit einem heftigen Wasserschaden über die beiden Wohnungen unter deiner, ihr Leben aus.
Du stinkst und fühlst dich permanent unwohl. Deine Wohnung ist ein Quell von Stress, weil du nicht weißt, wie du die Kohle aufbringen sollst, alles auf ein übliches Level zu bringen.

Da du Hartzi bist und dein gesellschaftliches Ansehen irgendwo zwischen 0 und Mitleidsblinddarm im sozialen Gefüge rangiert, bist du aller Wahrscheinlichkeit nach allein mit der ganzen Scheiße. Du hast Stress. Tiefen Überlebensstress, weil deine ganze Situation deinem Neandertalergehirnteil zubrüllt, dass du existenziell gefährdet bist.
Das ist kein Stress, an den du aus deinem Arbeits- oder Schulleben vor ein-zwei Jahren gewöhnt warst und innerhalb dieser Sozialbezüge auch angemessen regulieren konntest. Das ist die Art Stress, die dich krank und hungrig macht.
Und zwar richtig hungrig.
Kohlehydrate-Salz-und-Fett-hungrig. Mehr-ist-mehr-hungrig.
Damit du eine Überlebenschance hast.

Gedanken an sportliche bzw. allgemein außerhäusige Aktivitäten versickern dort, wo die Mitglieds- und/oder Teilnahmebeiträge anfangen und die Ideen um nachhaltige produzierte Lebensmittel erstrecken sich auf die Frage, wie viele Tage 3 Liter Eintopf reichen.
Die Zeit, die man mit Kochen und dem stundenlangen Durchsuchen der Super_Märkte der Umgebung nach günstigen frischen und biologisch angebauten Lebensmitteln verbringen könnte, geht dann doch dafür drauf sich selbst irgendwie bei Verstand und Hoffnung zu halten. Sei es durch Eskapismus in Aktivitäten, die akut kostenlos sind (und ja – das ist dann eben auch Fernsehen, Facebookspiele spielen und was man sonst Hartzis gerne mal als einzige Beschäftigung unterstellt) oder die organisatorische Kompensation der Armutslücken: (Mini)Jobbeschaffung, Kinderbetreuung(sorganisation), Behördenkrempel, Beschaffung nötiger Gegenstände und Güter.

Der Selbstversucher von “Biorama” denkt, er landet im Restaurant, weil er so wenig Zeit zum Kochen hat – nicht etwa, weil er dort landen kann.
Ein Hartzi hat sein Brot mit Thermoskanne im Rucksack oder nimmt sich für 1€ einen Burger von McDonalds mit. Je nachdem was grad geht. Die meisten essen schlicht nie außerhalb. Die haben einfach Hunger bis sie wieder zu Hause sind.

Armut (in Deutschland) bedeutet “mit Geld rangieren” – nicht “kein Geld haben”. Auf Bioprodukte zu verzichten kann den schlichten Grund haben, dass es für weniger Geld mehr Masse gibt und der aktuelle Rangierplan viel Masse braucht.
Ich kenne arme Menschen, die sich bio-vegan-ernähren. Ich kenne arme Familien, wo es über Wochen jeden Tag die 49 Cent-Tütensuppe für die Eltern gab, damit die (Klein)Kinder im Haushalt frisches Obst und Gemüse, aber auch Geburtstagsgeschenke, Schulsachen, Kleidung, Musikunterricht… Bausteine für eine gute Zukunft bekommen konnten. Ich kenne arme Menschen wie mich, die neben der Armut auch noch Essstörungen, Unverträglichkeiten und seelische Belastungen jonglieren müssen.
Nachhaltiger Konsum funktioniert für “die armen Menschen” oft nicht, weil das Hier und Jetzt der Kampf ist, den sie überstehen müssen.
Ein gutes, ökologisch biologisch super mega tolles nachhaltiges Leben konzentriert sich auf ein Morgen, das man erst dann erahnen und planen kann, wenn man nicht mehr um seine Existenz kämpfen muss.

Aber ja – wenn man so wenig darum kämpfen muss, das einem vor lauter Langeweile nichts mehr einfällt, als Konsumselbstversuche zu veranstalten, statt sich aktiv gegen Armut und Benachteiligung armer Menschen einzusetzen, kann man schon mal so einen Quatsch anfangen.
Nachhaltig in Bezug auf den Wunsch nach einer guten Zukunft für alle Menschen ist das nur leider genau nicht.

[tl,dr: Selbstversuche wie #armeLeuteessen möchten bestimmte Menschen(gruppen) motivieren, Konsumentscheidung für sich zu begründen bzw. bestimmte Argumente bestimmter Menschen nicht gelten zu lassen, ohne zu hinterfragen, auf welcher Grundlage welche Entscheidungen getroffen werden. Das ist missachtende Kackscheiße und nicht nachhaltig.]




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Eintrag geschrieben: Montag, 7. März 2016 um 10:00 Uhr unter Medienkritik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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6 Kommentare

  1. Lukas sagt:

    Ich bin nun seit etwa 10 Jahren Harz 4ler. Es ist eine Kombination aus schweren Depressionen und anderen Erkrankungen durch die ich nur zeitweilig Arbeit habe und ich bin in einem Alter in dem es keinerlei Fördermaßnahmen gibt, un die Chancen auf den Arbeitsmarkt sehr schlecht sind, vor allem wenn krankheitsbedingt ein Lebenslauf mit sehr vielen Lücken da ist.

    Im Monat habe ich oft sehr, sehr wenig Geld zur Verfügung und da ist eine gesunde, Bioernährung oft nicht möglich, auch wenn ich mir etwas anderes wünschen würde. Ich brauche jeden Cent, damit ich zu Selbsthilfegruppen fahren kann und überhaupt manchmal Freunde besuchen kann, denn ein echtes Sozialticket gibt es in Hamburg beispielsweise nicht. Viele Tätigkeiten die ich tun müsste, um die Depression in den Griff zu bekommen, kann ich nicht tun, weil das Geld fehlt.

    Dazu kommen bei mir ebenfalls mehrere Unverträglichkeiten und eine Mangelernährung trägt zusätzlich ihren Teil zu den Depressionen bei.

    Ich kämpfe jeden Tag darum, nicht in die tiefsten Löcher zu stürzen; meinen Schulden hinterher zu kommen und einen Platz in der Gesellschaft zu finden, in der mir nicht absolute Ablehnung entgegen gebracht wird.

    Oft werden Harz 4ler als Idioten dargestellt. Als Leute die nichts drauf haben und die auch keine Chance verdient haben. Die individuelle Problematik hinter jedem einzelnen Gesicht interessiert nicht.

    Solche Selbstversuche (wie der Beschriebene) sind an Hähme kaum zu überbieten. Wenn ich mir überlege, wie oft ich aufgestanden bin, und alles versucht habe, um aus dem Teufelskreis heraus zu kommen und dann so etwas abgezogen wird, frage ich mich einmal mehr, warum ich mich überhaupt aus dem Bett kämpfe.

    Wenn Rahmenbedingungen das Gefühl bestärken wertlos zu sein, ist es umso schwerer einen Weg zu finden.

  2. accalmie sagt:

    @Hannah: Vielen Dank für den tollen Artikel :)!
    @Lukas: Danke für das Schildern Deiner Erfahrungen. Alles Gute!

  3. saywhat sagt:

    Sorry, aber als jemand, der ebenfalls wortwörtlich jahrelang in diesem System steckte, kann ich einigen der Dinge in dem Artikel in dieser Form nicht zustimmen.

    An erster Stelle würde ich da das Beispiel „Gedanken an sportliche bzw. allgemein außerhäusige Aktivitäten versickern dort, wo die Mitglieds- und/oder Teilnahmebeiträge anfangen […]“ nennen.

    Das klingt für mich schon etwas seltsam, weil die erstgenannte sportliche Betätigung überhaupt nicht per se synonym mit kostenpflichtigen Aktivitäten ist bzw. sein muss. Genau wie dann Fernsehen und Facebookspiele als Gegenstück dazu genannt werden.

    Denn: In den Park gehen kostet in den meisten Städten nichts. Und einen Fussball besorgen ist auch für „Hartzis“ kein finanzieller Kraftakt. Gerade dank der neuen Technologien ist es vergleichsweise einfach geworden, sich mit anderen Menschen zu treffen, u.a. auch für Sport.

    (Es gibt genug andere Beispiele bzw. Kritikpunkte an ALG2 bzw. der sich zwangsläufig dadurch ergebenden Lebensituation von Leistungsempfängern, da braucht es nicht noch zusätzliche Beispiele, die nicht wirklich zutreffen)

  4. Petra sagt:

    Ein großartiger Artikel über das System des „Gerade-noch-am-Leben-Haltens“ des Staates. Vor allem mit dieser Aussicht, da nie wieder raus zu kommen mit eigener Strampelei.
    Das ist allerdings nicht nur eine Frage des Geldes, das man auf der Hand hat. Sondern eine Frage der Hoffnungslosigkeit, diesem System zu entrinnen, mit allen seinen Facetten wie kaputter Waschmaschine und Kampf mit den Ämtern.
    Mein Sohn sagte im letzten Jahr nach seinem Studium, er wäre gut mit H4 klar gekommen. Er hätte mehr als Bafög gehabt. Aber als Job suchender angehender Ingenieur stand er über dem System, hat es nur benutzt.
    Ich halte den Versuch von Biorama jetzt nicht unbedingt für Häme. Nur völliges Unverständnis über eine Situation, die man sich nicht aussuchen kann. Eben ein Laborversuch, der mit dem wirklichen Leben nichts zu tun hat.

  5. Lukas sagt:

    Ja, das ist der Punkt. Als Übergangsmittel, mit guten Voraussetzungen danach etwas anderes machen zu können, bestehen andere Chancen. Aber wenn kein schöner Bildungsabschluss vorliegt, wenn noch andere Problemstellungen hinzu kommen, ist es ziemlich hoffnungslos.

    Ich denke das Leute die selbst mit einer psyschischen Beeinträchtigung Leben, wahrscheinlich gut nachvollziehen können, was ich meine. Da gibt es kein Standardrezeptur und oft häufen sich die Probleme plötzlich an. Stattdessen das die Ämter aber nun helfen, reihen sie sich in die Problemverursacher mit ein.

    An Tagen wo es gut läuft, hat man das Chaos einigermaßen in Griff, aber an schlechten Tagen lebt man nur noch von einem Zahlungstermin zum nächsten und kann froh sein, wenn man 20-30 € zum Leben hat.

    Und dieses Unverständnis laugt aus. Wie oft habe ich mir anhören müssen:Harz 4ler sind eben faul oder mein Liebling: Wer arbeiten will, der findet auch arbeit.
    (Haha)

    Es braucht Monate einen passenden Therapeuten zu finden. Monate, um mit Tippelschritten voran zu kommen und etwas aufzubauen, dass man Leben nennen kann und es wäre schön, wenn in den Medien ein differenziertes Bild von Menschen in Armut und pychischen Erkrankungen herrschen würde.

    Ich denke, das die Artikelschreiberin die Situation ganz gut kennt und bin ihr dankbar, für ihre Perspektive.

    Es ist doch so, solche Experimente vermitteln das Bild: Also, wenn ich so wenig Geld zur Verfügung hätte wie du, würde ich aber besser damit klar kommen und sagen gleichzeitig aus: Du bist selbst Schuld.

    und sobald jemand in Harz 4 Bezug gerät, sagt ihm fast die ganze Welt nur noch eins: Du bist Schuld. Du bist nicht fähig an der Gesellschaft teilzunehmen.

    Aber das ist bullshit. Viele Leute schlagen sich mit Minijobs durch, sie versuchen alles, um nicht völlig abzustürzen, gehen ehrenamtlich arbeiten, gehen zu therapien (das alles an den guten Tagen) nur auf dem richtigen Arbeitsmarkt haben sie keine Chance.

    Es braucht keine weiteren sinnlosen Formate die in einer offenen Wunde stochern, sondern echte Veränderungen. Unternehmen für die der Mensch hinter dem Lebenslauf wichtiger ist, als der Lebenslauf und eine Arbeitslosenförderung die mehr Wert auf nudging legt, als auf Restriktionen.

    Es gibt Menschen die der Ist-Zustand in den Suizid getrieben hat (oder zu anderen schrecklichen Dummheiten). Weil die Hoffnungslosigkeit zu groß war.

    Ps: Es macht auch sehr viel aus, ob ein Mensch ein soziales Netzwerk hat, das hinter ihr/ihm steht. Wohlmeinende Eltern, Freunde, Verwandte. Wenn das nicht vorhanden ist, kann etwas, dass auf dem ersten Blick leicht erscheint unendlich schwer werden.

    Die Frage der gesunden Ernährung stellt sich für jemanden, dem die Rechnungen im Nacken hängen, der oder die nur Probleme hat nicht. Daher breche ich mit Brecht der sagt (Erst kommt das fressen, dann die Moral)
    (erst kommen die Ängste, dann das Fressen (und nicht das gute) und die Moral sitzt dir mit einer Depression sowieso 100% des Tages im Nacken)

  6. saywhat sagt:

    „Das ist allerdings nicht nur eine Frage des Geldes, das man auf der Hand hat. Sondern eine Frage der Hoffnungslosigkeit, diesem System zu entrinnen“

    Genau so sehe ich das auch. Und genau aus diesem Grund ist es so eine Sache, sich auf derartige Diskussionen um konkrete Geldbeträge usw. einzulassen. Weil es eben gar nicht so sehr relevant ist: jemand, der (gefühlt) in einer aussichtlosen Situation steckt, kann auch 50 Euro (oder noch mehr) jeden Monat mehr haben, es wird trotzdem nichts grundsätzliches ändern (das heißt im Gegenzug natürlich nicht, daß derjenige das Geld nicht dennoch gut gebrauchen kann).