Vernetzen und über lesbisches Leben diskutieren

von Helga

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Der geheime Eulenclub

Wie heißt du?
Ich persönlich heiße Hanna, antworte hier jedoch stellvertretend für eine Gruppe von mehreren Frauen, die für das Blog schreiben. Vor ein paar Jahren haben wir einen Geheimclub gegründet, von dem wir vor Begeisterung darüber, dass er streng geheim ist, sofort allen erzählt haben. Als wir die Blog-Idee hatten, haben wir uns gedacht, dass wir den Club noch geheimer machen könnten, wenn wir ihn öffentlich ins Internet stellen. Deswegen heißen wir Geheimer Eulenclub.

Seit wann bloggst du?
Wir sind noch ganz neu. Angemeldet ist das Blog seit November 2010, aktiv erst seit März 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
In der November-Ausgabe der NEON war ein unserer Meinung nach ganz fürchterlicher Artikel namens „Das Busenwundern“ von Xenia Meiske über das Phänomen „Modelesben“. Ich habe mich darüber sehr aufgeregt und der NEON eine Leser-Mail geschrieben, auf die ich nie eine Antwort bekommen habe. Daraufhin habe ich frustriert im Internet nach Rezensionen gesucht, um zu gucken, ob sich noch andere so sehr darüber ärgern, und bin auf den offenen Brief an Xenia Meiske von Charly auf kweens.de gestoßen. Sowohl der Brief als auch die Diskussion, die sich in den Kommentaren entwickelt hat und in die sich sowohl Xenia Meiske als auch ein NEON-Redakteur eingemischt haben, haben mich sehr fasziniert. Charly hat sich über die gleichen Aspekte geärgert wie ich, aber sie hat über ihr Blog viel mehr Leute erreicht als ich und der NEON war das wichtig genug, darauf zu reagieren. Meine Mail war’s nicht.

Worüber schreibst du?
Die Idee war, ein Blog zu machen, der inhaltlich so ist, wie wir ihn direkt nach unserem Outing selbst gerne gelesen hätten. Musik, Medien, Filme und Literatur mit lesbischem Inhalt oder Subtexten sollten ebenso besprochen werden wie aktuelle politische Themen und Alltagserfahrungen (sowohl die positiven als auch die negativen). Wir wollten allen lesbischen Frauen, die wir kennen, die Möglichkeit geben, Dampf abzulassen oder sich über etwas zu freuen und dabei auch gehört zu werden. Außerdem haben wir gehofft, uns besser zu vernetzen, interessante Reaktionen zu bekommen und Diskussionen führen zu können, worauf wir das Blog auch versuchen auszurichten. Für die Zukunft sind zwei regelmäßige Rubriken geplant, für die prinzipiell jede Frau, die möchte, schreiben kann: Coming-Out-Geschichten und persönliche Erzählungen über den Alltag als Lesbe in anderen Ländern.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Fünf Tage, nachdem ich angefangen habe, Informationen über die dänische Ärztin Grethe Rask zu suchen, die 1977 als eine der ersten Nichtafrikanerinnen an AIDS gestorben ist, habe ich es dank des Internets geschafft, Kontakt zu ihrer Schwester und zu einem ehemaligen Kollegen herzustellen. Ich glaube nicht, dass ich das ohne das Internet auch nur annähernd so schnell hinbekommen hätte.

Wovon braucht das Internet mehr:
Höfliche Diskussionskultur.

Frauen im Web sind…
vielseitig, interessant und leider in der Minderheit.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Die Pressemeldungen des LSVD, Mädchenmannschaft, Besser lesen, kweens.de, l-talk.de

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.




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Eintrag geschrieben: Montag, 9. Mai 2011 um 9:00 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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