VERLOSUNG: Sara Ahmed „Feministisch leben! Manifest für Spaßverderberinnen“

von Charlott

Wenn ich derzeitig den Feminist_innen in meinem Leben nur ein einziges Buch ans Herz legen dürfte, dann ständ Sara Ahmeds Feministisch leben! sicher ganz oben auf der Liste. Ahmeds Buch erschien im Februar auf Englisch und ich schrieb in meiner ausführlichen Rezension:

Sara Ahmeds neustes Buch Living a Feminist Life geht der Frage nach, wie denn ein feministisches Leben aussehen kann. Dankenswerterweise aber macht sie gleich zu Beginn deutlich: Ein feministisches Leben rüttelt an vielen Gesellschaftsnormen und greift unterschiedliche Machtverhältnisse und deren Verknüpfungen an. Mit einem einfachen „Ja ja, Männer und Frauen sollen voll gleiche Rechte haben.“ möchte sie sich gar nicht mehr auseinandersetzen. Sie wendet sich bewusst an die humorlosen (oder besser als humorlos verstandenen) Feminist Killjoys, einen Begriff den Ahmed vor Jahren prägte. Die Grundannahme des Buchs macht sie in der Einleitung deutlich: Der Feminismus, um den es ihr geht, setzt sich auseinander mit Heterosexismus, Cissexismus, Rassismus und anderen Diskriminierungsformen.

Erste gute Nachricht: Dieses wunderbare Buch ist nun im Unrast-Verlag in deutscher Übersetzung (von Emilia Gagalski) erschienen. Häufig kann es sehr lange dauern bis Werke in Übersetzeung veröffentlicht werden – um so erfreulicher das Feministisch leben! nun bereits so schnell zugänglich ist für all jene, die auf Deutsch lesen.

Zweite gute Nachricht: Wir verlosen unter unseren Leser_innen ein Exemplar! Was ihr dafür tun müsst? Wir wollen von euch wissen, was ihr tut um euer Leben feministisch zu gestalten – alles von (scheinbar) kleinen alltäglichen Handlungen und Entscheidung bis hinzu konkreten (für euch) gelungenen Interventionen. Schreibt bis zum 22. August (24 Uhr) einen Kommentar hier unter den Eintrag und_oder unter den Facebookpost. Wer an beiden Stellen kommentiert, kommt mit zwei Losen in den Topf. Di_er Gewinner_in wird dann am 23. August verkündet.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 15. August 2017 um 9:54 Uhr unter Kultur. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.



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15 Kommentare

  1. Reinhild sagt:

    In nunmehr zwei Ehen habe ich meinen ursprünglichen Nachnamen behalten. Meine zwei Kinder haben auch neinen Nachnamen.

  2. Lila sagt:

    Zwei andere großartige Frauen und ich haben einen Podcast zusammen. Einen weiblich, feministischen Popkultur Podcast. Wir quatschen über Serien, Filme und anderes nerdige und versuchen dabei immer offen zu sein, niemanden zu diskriminieren und ein bisschen über weiße Männer abzulestern ;) auf jeden Fall viel Spaß zu haben!

  3. Nuschin Rawanmehr sagt:

    Ich bin organisiert in Frauenverbänden, und wo immer es passt, versuche ich andere Frauen und Mädchen auf feministische Diskurse und aktuelle Themen aufmerksam zu machen und sie für einen gemeinsamen Kampf gegen die Unterdrückung von unseren Rechten zu gewinnen…
    Ein Gender-Pay-Gap von im Schnitt 20% sollte uns täglich aufregen und hiergegen müssten alle Frauen auf die Barrikaden gehen!

  4. Johanna sagt:

    Ich achte auf geschlechtergerechte Sprache und mache andere darauf aufmerksam. Außerdem engagiere ich mich in einem Mädchen- und Frauenverband. Dort beschäftigten wir uns viel mit Sexismus und Gleichberechtigung.

  5. Friederike sagt:

    Abgesehen davon, dass ich einen Fußballverein für Frauen mitgegründet habe und seitdem unterhalte und sonst auch viel in diese Richtung aktiv bin, versuche ich im Alltag meine Aufmerksamkeit v.a. auf Frauen zu lenken. Mich interessieren die Erfahrungen anderer Frauen, ihre Lebenssituiationen und wie sie diese deuten. Ich will von ihnen lernen und sie nicht belehren. In Situationen, wo ich in machtvollen Positionen bin, versuche ich andere Frauen in ihrer Selbstständigkeit und in ihren Fähigkeiten zu unterstützen – genauso wie ich auch Unterstützung von anderen Frauen erfahren durfte: Lasse ich mein Fahrrad vom Mechaniker oder der Mechanikerin reparieren? Schaue ich einen Film von einem Regisseur oder einer Regisseurin? Vergebe ich den Auftrag an einen Grafiker oder eine Grafikerin? Über wessen Witze lache ich (nicht)? etc
    Dieser Abwendung von Aufmerksamkeit von Männern weg und hin zu Frauen ist für mich auch eine Art, männlicher Herrschaft den Spaß zu verderben :)

  6. Jeden Tag versuche ich, die (negative) Bewertung meines eigenen Körpers zu reflektieren und mich so anzunehmen und wertzuschätzen, wie ich bin – auch wenn es nicht dem konstruierten Schönheitsideal entspricht, das mir überall entgegengehalten wird. Ich versuche aufmerksam zu sein gegenüber männlichen Dominanzstrukturen und meiner eigenen Rolle darin.

    Neben meinem normalen Studium habe ich Kurse zur Frauen- und Geschlechterforschung belegt und arbeite im Bereich der Gleichstellung.

  7. Julia sagt:

    Ich habe eine feministische Gruppe (mit)gegründet, in der wir uns austauschen, weiterbilden, supporten und politisch aktiv werden – zum Beispiel auf dem G20 waren wir unterwegs.

  8. Tatjana Salima Bruhn sagt:

    Ich werde weiter streiten, über Männer, Macht und Staat. Feuer und Flamme fürs Patriarchat

  9. onbelangrik sagt:

    Was für eine feine Idee! All the love to the grrrls_team! Ich wollt erst gar nicht von mir schreiben, finds nur so schön, hier so eine Sammlung entstehen zu lassen..
    Ich arbeite im IT-Bereich (Firma + Freelance) und halte da eigentlich jeden Tag die Fahne hoch (So nach dem Motto: „Ach, eine Frau? Dann bin ich wohl bei der Sekretärin gelandet,…“ – „Nö, aber falls sie jetzt 5 € in die Sexismuskasse packen wollen, leite ich sie gerne an meinen Assistenten weiter“) ^^
    Das geht natürlich meist nicht so direkt, aber ich versuche allgemein viele kleine Sachen, für mich selbst und fürs drumrum, z.B. feministische Sprache+Kunst+Literatur+Kinderbücher+Künstler_innen supporten.

  10. Magda sagt:

    Was für schöne Kommentare hier stehen – macht wirklich Spaß, die zu lesen :)

  11. Aamu sagt:

    Ich spreche mit meinen Freund*innen und Genoss*innen darüber, wie ausschließend und elitär sich die meisten feministischen Kreise für mich anfühlen, weil ich keinen akademischen Mittelschichtsbackground habe. Und ich bin dazu übergegangen, jeden Typen der mich angrapscht, zu schupsen.

  12. antigone sagt:

    für meine persönliche weiterentwicklung / befreiung gerade am wichtigsten: ‚decentering men‘ und der fokus auf freundinnen, die das entweder bewusst oder intuitiv auch tun. außerdem: emotionale arbeit (in bestimmten kontexten) verweigern und überhaupt thematisieren und das tolledokument dazu weiterverbreiten. frauen, die ihre energie in sich selbst bzw. nach gutdünken in ihre e i g e n e (n) ideen, projekte, arbeit, hobbys, kunst, beziehungen stecken, machen mich froh :)

  13. Alva sagt:

    Ich habe meine Perücken in die Ecke geschmissen und trage seit drei Jahren meine krankheitsbedingte Glatze. Überall. Frauen können gemeinsam neue Sehgewohnheiten schaffen und Körper haben, wie sie es selbst möchten.

  14. Elsa Mars sagt:

    Ich bin alleinerziehende Mutter eines 6-jährigen Kindes und prekarisiert.
    Für „konkrete politische Arbeit“ habe ich oftmals leider weder Zeit noch Energie, außerdem gibt es bei Workshops/Lesungen etc. selten die Möglichkeit einer Kinderbetreuung direkt vor Ort, sodass ich viele interessante Veranstaltungen sowieso nicht wahrnehmen kann.
    In feministischen Kontexten fühle ich mich zuweilen exkludiert, weil Elternschaft erstaunlicherweise immer noch nur gelegentlich mitgedacht wird und ich – seit ich ein Kind bekommen habe – seltsame Zuschreibungen von Außen erfahre, als wäre Muttersein z.B. per se bürgerlich und anti-emanzipatorisch.
    Ich habe mich gut mit anderen alleinerziehenden Müttern vernetzt und erlebe einen unterstützenden und wertschätzenden Austausch, auch wenn ich manches Mal den Dialog mit einstigen Weggefährtinnen (zu denen der Kontakt bedauerlicherweise eingeschlafen ist, weil ich nicht wie früher *zeitlich flexibel* und *umfassend informiert* sein kann) sehr vermisse.
    Ob mein Lebensalltag etwas mit „feministischer Praxis“ zu tun hat.. weiß ich nicht.

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