Vagina-News

von Verena

Guten Morgen! Es ist Montag, aber die Party noch lange nicht vorbei, wie unsere Links mit Blick auf intime Neuigkeiten zeigen:

Lady Gaga hat sich für den Titel des britischen Magazins Q mit einem Strap-on, einem Umschnall-Dildo, fotografieren lassen. Warum? Nun, wenn doch eh schon alle Welt tuschelt, ob sie nicht einen Penis habe, warum ihn dann nicht mal zeigen, denn wie die Musikerin im Interview erklärt:

When a guy says, ‚Oh I fucked all these chicks this week,‘ there’s a high-five and giggling. But when a woman does it and its publicised or she’s open about her sexuality or she’s free or liberated, it’s, ‚Oh, she must have a dick.‘

Es kann nur mehr werden: Nach einer Untersuchung der Organisation Sociologists for Women in Society nimmt die Häufigkeit von Sex bei Frauen im Alter zu. In welchen US-Bundesstaaten Frauen in welchem Alter wie häufig Sex haben, zeigen diese Karten.

Ein neuer Trend für den weiblichen Intimbereich ist das Vajazzling: Kleine Glitzersteine, die auf den (natürlich frei rasierten) Venushügel geklebt werden. Vajazzle setzt sich aus den Wörtern vagina und bedazzle (blenden/ verzaubern) zusammen und laut der Schauspielerin Jennifer Love Hewitt glitzere man wie eine „Diskokugel“. Ein passendes D.I.Y.-Zubehör gibt es auch schon: den Bedazzler – because your ladybusiness should sparkle. Ehrlich gesagt, finde ich die Assoziation der Glitzerkugeln beim männlichen Geschlecht irgendwie einleuchtender…




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Eintrag geschrieben: Montag, 1. März 2010 um 10:55 Uhr unter Körper, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. Lara sagt:

    „When a guy says, ‘Oh I fucked all these chicks this week,’ there’s a high-five and giggling.“

    Vielleicht in den Kreisen, in denen sich Lady Gaga aufhält. Ich halte die Aussage für ziemlichen Unfug, aber wundern tut es mich nicht. Ich finde, dass Lady Gagas pseudokritisches Ausnutzen des Systems das Prädikat Feminismus nicht verdient hat. Es geht vielmehr um Sexismus, einen Sexismus, der sich Negativbeispiele wie das oben stehende aus der (als solche bezeichnete) Männerwelt zueigen macht und meint, dass es toll ist, sich wie ein Idiot aufzuführen. Aber wie man sieht: Es verkauft sich – und das nicht nur unter Männern.

  2. Patrick sagt:

    Ich finde Lady Gaga klasse. Für mich ist dieses Bild wieder ein Zeichen, dass sie nicht antritt, um die Strukturen umzuwerfen, sondern einfach nur zu benutzen. Da normalerweise aber diese Strukturen die Sängerin benutzen würden, ist allein diese Umkehr schon toll. Bei ihr habe ich (noch) den Eindruck, dass die typischen Popmedien nicht so richtig wissen, wie sie mit ihr umgehen sollen, und allein das ist Lob wert.

  3. Lara sagt:

    Mit einer Sache stimme ich überein: ausnutzen und ausgenutzt werden ist nicht das Gleiche. Aber eine wirkliche Grenze lässt sich da nicht ohne weiteres ziehen. Was ist neu daran, dass eine Frau ihren Körper einsetzt um Erfolg und Aufmerksamkeit zu erlangen? Lady Gaga ist zumindest in dieser Hinsicht ein Musikprodukt wie jedes andere auf dem Pop-Markt. Denn dort muss man nicht zwangsläufig einem bestimmten Schönheitsschema entsprechen, sondern vor allem möglichst außergewöhnlich/exotisch/exzentrisch sein (siehe Amy Winehouse). Lady Gagas Methoden die Aufmerksamkeit zu erregen sind teilweise neu (teilweise übrigens was den Sexismus anbetrifft auch ziemlich 0815), aber irgendeine ernst gemeinte Sozialkritik kann ich nicht dahinter erkennen. Sie eignet sich allerdings sehr gut als Projektionsfläche.
    Lady Gaga vertritt definitiv ein dominanteres Frauenbild als manch andere Chart-Künstlerin, aber was darüber hinaus? Ganz im Ernst, die Männer in meiner Umgebung fänden es ziemlich peinlich, wenn jemand damit prahlen würde, wie viele Frauen er in der letzten Woche flach gelegt hat und auch wenn ich weiß, dass es genug Gegenbeispiele gibt: Muss ich es deswegen gut finden wenn eine Frau das Gleiche propagiert? Ich finde es eher genauso scheiße. Klar ist es verlogen, wenn dann einige Leute aufspringen und meinen eine Frau dürfte so etwas nicht machen (immer im Hinterkopf behalten: wie viele sind das?), aber ist es nicht genauso verlogen es gut zu finden, nur weil eine Frau etwas macht, was man bei Männern scheiße findet?

    Dass die Medien nicht wissen, wie sie mit ihr umgehen sollen, halte ich daher eher für fragwürdig. Ganz im Gegenteil ist man doch überall (von der Bunten über die Neon bis hin zur Missy) hellauf begeistert nun endlich wieder einen Gesprächsstoff gefunden zu haben – und zwar nicht nur für diejenigen, die sie mögen. Künstlan die polarisieren sind genau das, was sich die Medien wünschen. Besonders in Zeiten von Finanzkrisen.

  4. Andi sagt:

    Stimme dir voll zu, Lara.
    Es gibt glücklicherweise immer mehr Leute (ja Frauen und Männer), die vom Extrem versuchen wegzugehen. Was bringt es ein Stereotyp zb. des Manns als Frau nachzumachen und umgekehrt. Man sollte einfach sich selbst bleiben. Ich juckt mich nicht mehr, wenn Frauen ihren Strichelchen Stoff am Arsch blitzen lassen müssen, oder wenn mir ein Parfüm- oder Puderwölkchen entgegenspaziert. Jedem das seine.
    Ich schere mich nicht mehr um Stereotypen und Leute überzeugen lasse ich. Was hab ich davon, jeder macht das instinktiv das was ihm gut tut, und wen mal irgenwann nicht mehr ändert man das ja eh von alleine…

  5. Andi sagt:

    Also ich seh einfach alles nicht mehr so pessimistisch.