Unverheiratet, keine Kinder, und dann?

von Helga

Eine Reihe an Erkenntnissen über Singles hat Tara Parker-Rope für ihr Blog Well bei der New York Times zusammengetragen. So seien auch männliche Singles ihren Familien verbunden und riefen gern mal an (verheiratete Männer überliessen das ihren Frauen). Und weibliche Singles engagierten sich stärker politisch als verheiratete Frauen.

Da die Zahl der Singles immer wächst, ergäbe sich in den USA aber derzeit ein immer größeres Problem, so Parker-Rope. Der Fokus der Politik läge zu oft auf Familien und Kindern und übersähe Singles – dabei tragen diese oft stärker zu ihren Gemeinschaften bei als Familien. Verheiratete und Eltern kümmerten sich mehr um ihre enge Familie und vernachlässigten Freunde und ihr soziales Umfeld. Ihr gesellschaftliches Engagement beziehe sich oft auf nur schulische Aktivitäten, bzw. die ihrer Kinder.

In Deutschland verschiebt sich der Blick der Familienpolitik langsam weg von der Ehe, hin zu „Familie ist, wo Kinder sind“. Unverheiratete Alleinstehende bleiben also auch hier weiter aussen vor und damit auch das (latente) Vorurteil, mit ihnen sei etwas „falsch“. Auch die alten Stereotype, Singles seien neurotisch oder selbstsüchtig bestehen weiter. Ein Phänomen, das die Forscher_innen “Singlism” (Singlismus?) getauft haben. Besonders davon betroffen: Singlefrauen.

Neben steuerlichen oder versicherungstechnischen Nachteilen gäbe es noch eine Reihe weiterer Probleme: Freund_innen oder Nachbar_innen haben es deutlich schwerer, von der Arbeit freigestellt zu werden, um sich um Kranke zu kümmern oder gar im Krankheitsfall Entscheidungen zu treffen. Wer keine nahen Angehörigen hat, muss sich im Zweifelsfall alleine helfen – allem eigenen Engagement zum Trotz.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 21. September 2011 um 9:35 Uhr unter Familien_politik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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17 Kommentare

  1. raupe sagt:

    In der Zeit gab es neulich ein Dossier (?) über Singles – dort wurde darauf aufmerksam gemacht, dass viele unter die „Single“-Statistik fallen, die eigentlich verpartnert sind, aber nicht mit dem_der Partner_in im selben Haushalt leben, sondern zB Fernbeziehungen führen. Oder einfach zwei Straßen weiter wohnen.
    Ich finde auch interessant zu wissen, wie viele der „Singles“ denn tatsächlich kinderlos sind.

    Beim Thema „sind Singles sozialer oder weniger sozial“ finde ich folgenden Gedanken wichtig:
    Das gegenwärtige Rentensystem in D-Land baut darauf auf, dass Menschen arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen. Die aktuellen Rentner_innen erhalten dieses Geld. Gleichzeitig sollen die Einzahlenden sich zusammenschließen, Kinder bekommen und aufziehen, damit diese dann, wenn die Eltern in Rente sind, in die Rentenkasse einzahlen.
    Wer Kinder aufzieht, hat mindestens 18-25 Jahre lang ziemlich hohe Kosten zu tragen, die auf Kinderlose nicht zukommen. Letztere haben (natürlich) trotzdem genau so einen Anspruch auf Rente, etc wie alle anderen auch.

    Ich denke, von diesem System, das vermutlich nciht mehr allzu lange funktioniert, kommt auch die Missgunst gegenüber „selbstsüchtigen“ Kinderlosen.
    Die Frage ist: Macht dieser Generationenvertrag noch Sinn, wenn ja, in welchen Punkten? Irgendwie müssen die vielen alten Menschen versorgt werden, von wem und wie?

    Als Single zu leben ist nicht das eigentliche Problem, das größere wird es sein, als Single alt zu werden, wenn die Rentenkassen versagen.
    vielleicht müssen sich Freund_innengruppen zusammenschließen und sich gegenseitig versorgen, vielleicht muss es auch mehr öffentliche Gemeindeeinrichtungen geben, in denen sich die „alten Singles“ gegenseitig helfen.
    Was denkt ihr dazu?=

  2. Charlotte sagt:

    @raupe: Was die Statistik betrifft, gebe ich dir vollkommen recht – der Begriff ist schwer zu fassen, die Konstellationen sind ganz unterschiedlich.

    Was Pflege im Alter betrifft, kann man, finde ich, die gängigen Single- vs. Familie-Schablonen schon längst nicht mehr anlegen, denn:
    1. Viele langverheiratete Menschen werden in hohem Alter „wieder“ Single, weil der Partner zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre vor ihnen stirbt. Sie stehen dann vor den gleichen Problemen.
    2. Häusliche Pflege durch die eigenen Kinder ist auch in Familien längst nicht mehr die Regel und wird bei den Eltern der heute 20- bis 30-Jährigen noch weiter zurückgehen, da durch die nationale und internationale Mobilität erwerbstätige Kinder in der Regel gar nicht mehr in der Stadt/Region ihrer Eltern leben. (Weswegen ja auch junge Familien in den seltensten Fällen noch Großeltern zur Kinderbetreuung am gleichen Ort haben und auf öffentliche Betreuungsangebote angewiesen sind.) Auch diese Paare stehen dann vor den gleichen Problemen.

    Was man beim Renten-Argument und den Kosten, die Kinder verursachen, nicht unterschlagen darf, ist der Ausgleich, der über das Steuersystem erfolgt: Hier zahlen Singles durch die Steuerklassen deutlich höhere Sätze zahlen als Verheiratete.

    Zu Unrecht privilegiert werden in diesem System momantan nicht Singles, sondern verheiratete, heteroexuelle Paare ohne Kinder. Deswegen wäre es längst überfällig, das Ehegattensplitting abzuschaffen und im Gegenzug verheiratete und unverheiratete Paare mit Kindern und Alleinerziehende besserzustellen.

  3. »Paula« sagt:

    In Japan werden Singles inzwischen als „Parasitensingles“ bezeichnet (weil sie oft bei den Eltern wohnen und ihnen – oder halt dem Staat – auf der Tasche liegen, ohne zurückzugeben), und auch hier wird die Statistik arg verzerrt: Paare, die nicht „offiziell“ zusammengezogen sind, Geschiedene sowie Verwitwete werden einfach mitgezählt.

  4. Verena sagt:

    Was in diesen Diskussionen oft fehlt ist, dass Singles ja nicht unbedingt freiwillig keine_n Partner_in haben sondern einfach nicht das Glück haben, jemanden zu finden, der/die mit ihnen das Leben teilen will – wie auch immer das aussehen mag.
    Zwischen Vorwurf und Mitleid ist somit nämlich selten Platz für eine konkrete und auch unterstützende Auseinandersetzung.

  5. raupe sagt:

    @Charlotte Dass die sogenannten Singles zu unrecht als unsoziale Subjekte beschimpft werden bestreite ich nicht und die Bevorteilung heterosexueller Ehepaare halte ich auch für nicht gerechtfertigt.

    Das klärt trotzdem nicht die Frage, was mit den ganzen Leuten (uns) in 50 Jahren passieren soll.

    Trotz Mobilität und Entwurzelung denke ich, dass es mehr solidarische Gemeinschaften geben muss, schon allein weil ich dem Staat die Lösung nicht zutraue. Wer nun mit wem so eine Gemeinschaft eingeht, ob Liebespartner_innen, Nachbar_innen, homo/hetero/poly/patchwork Eltern mit Kindern, Freund_innen, Verwandte ist für mich dann nicht die Frage.

    Aber das Wie finde ich spannend.

  6. Helga sagt:

    @raupe: Was Charlotte sagt – Familien oder auch nur verheiratete Paare kriegen ja eine Menge an Vorteilen, die Singles nicht haben. Ob es die Mitversicherung von Partner_in und Kindern oder die Einteilung in bessere Steuerklassen ist. Und der Punkt der neuen Erhebungen ist eben, dass Singles darüber hinaus eine Menge Dinge für die Gesellschaft tun, die Familien und Verheiratete nicht leisten, die bisher nicht beachtet werden.

  7. Irene sagt:

    oder gar im Krankheitsfall Entscheidungen zu treffen. Wer keine nahen Angehörigen hat, muss sich im Zweifelsfall alleine helfen – allem eigenen Engagement zum Trotz.

    Das kann im Einzelfall notariell geregelt werden. Sowas wie den Pacs civil (Ehe light, nicht nur für Paare gedacht) wäre auch eine Möglichkeit.

    Das ist schon gut so, dass nicht jeder Wichtigtuer am Krankenbett weitreichende Entscheidungen treffen kann, nur auf der Behauptung beruhend, befreundet zu sein.

  8. GwenDragon sagt:

    Unverheiratet, keine Kinder, und dann? Trifft enorm auf mich zu.

    Ich kann in einer Partnerschaft weder Kinder rechtssicher adoptieren noch eines aufziehen, der Staat, die Jugendämter verwehren mir das.
    Also keine Kinder – leider.
    Auch in de Rentenkasse einzuzahlen verwehrt mir der Staat als Selbständige.

    Und wie ist das mit Single-Frauen, die keine Kinder bekommen können? Sind die auch so toll dran und selbstsüchtig?

    Wieso kommt irgendjemand auf die Idee, Singles tragen nicht zum Sozialsystem bei? Wer bezahlt denn die erniedrigten Krankenkassenbeiträge der Familien mit? Wer finanziert das Steuersplitting mit bis ans Lebensende der Ehepaare? Wer trägt mit erhöhten Steuern dazu bei, dass darüber Leistungen der Rentenkasse für Kuren etc. bezahlt werden, Bildungseinrichtungen wie Schulen, Kigas und Kitas? Wer zahlt eklatant hohe Erbschaftssteuer? Wer arbeitet als kinderlose Single in Kigas und Kitas, um Familien den Rücken frei zu halten?
    Das Bild des schmarotzenden Singles, der zu viel Geld hat und nichts zu Allgemeinheit beiträgt, ist auf dem Boden der Kirchen, Konservativen und Liberalen gewachsen, welche die Familie zwischen Mann und Frau für das Allheilmittel halten.

    Solange nicht jeder dazu beitragen kann/muss, dass was in die Sozialkassen kommt, ist die Politik dafür verantwortlich, nicht Singles.
    Aber wenn ich mir überlege, dass Sozialpolitiker doch allen Ernstes behaupten, dass jede_r Selbstständige oder Person, die Geld hat, was in die Rentenklasse zahlen könnte, sich dadurch eine Rente erschleicht, andere sich abrackern müssen, ärgert mich das gewaltig.
    Davon mal abgesehen, dass sowas zur von Politikern verursachten Altersarmut der Selbstständigen beiträgt.

    Das Sozialsystem muss anders finanziert werden. Früher oder später muss eine_r sich sowieso auf eine solidarische Gemeinschaft, Freundschaftsumfeld, andere Arten des Zusammenlebens als „Familie“ umstellen.

    Es ist leider beliebt Gruppen gegeneinander auszuspielen, um davon abzulenken, dass die Sozialsystem anders strukturiert und finanziert werden müssen, sich Gesellschaften ändern.

  9. GwenDragon sagt:

    @Irene

    oder gar im Krankheitsfall Entscheidungen zu treffen. Wer keine nahen Angehörigen hat, muss sich im Zweifelsfall alleine helfen – allem eigenen Engagement zum Trotz.

    Das kann im Einzelfall notariell geregelt werden. Sowas wie den Pacs civil (Ehe light, nicht nur für Paare gedacht) wäre auch eine Möglichkeit.

    Dazu braucht es keinen Notar.
    Vollmachten reichen auch oft.

    Unverheiratet?
    Warum Leute nicht mehr heiraten wollen, liegt vielleicht auch am lebenslangen Unterhaltszwang bei Ehen. Denn das ist (nicht nur für Männer) ein erheblicher Nachteil, wenn weder der Reichtum sprudelt, jemand arbeitslos wird oder die Beziehung kaputt ist und sich getrennt wird.

  10. Irene sagt:

    Vollmachten reichen auch oft.

    Umso besser.

    Warum Leute nicht mehr heiraten wollen, liegt vielleicht auch am lebenslangen Unterhaltszwang bei Ehen.

    Ja, und vielleicht auch daran, dass so eine Scheidung fast aufwändiger ist als zu heiraten.

    Die Taz diffamiert den Pacs übrigens als Konkubinatsvertrag: http://www.taz.de/!72471/

  11. Marcel sagt:

    Vollmachten reichen auch oft.

    Die juristischen Stichworte lauten „Patientenverfügung“, „Betreuungsverfügung“ und „Vorsorgevollmacht“. Leider scheinen diese Möglichkeiten bislang nicht sonderlich bekannt zu sein. Bis jetzt hatte ich nur einmal einen Mandanten, der solche gewünscht hat, und das aus einer sehr speziellen Situation heraus.

    Dazu braucht es keinen Notar.

    Richtig, aber es ist m.E. keine schlechte Idee, bei solch einem Anliegen einen_eine Notar_in zu Rate zu ziehen, weil er_sie helfen kann, diverse Formvorschriften etc. einzuhalten. Es kostet auch nicht wirklich viel.

    Klugscheißende Grüße
    Marcel, der selbst nur RA und kein Notar ist

  12. Weatherwax sagt:

    @Vollmachten reichen auch oft

    Notariell sind es ja auch nur Vollmachten, die beglaubigt oder beurkundet werden.

    Die reine Beglaubigung ist selten sinnvoll, hier erfolgt nur eine Identitätsprüfung seitens des Notars. Besser ist die Beurkundung, die eine Belehrung über die Tragweite der Vollmacht umfasst. Im Konfliktfall mit Dritten hat die notariell beurkundete Vollmacht den höchsten Stellenwert; bei eigenhändigen Vollmachten ließe sich sogar die eigenhändige Unterschrift und damit die Existenz der Vollmacht bestreiten. Schnell ist im Streifall ein, nun ja, vorläufiger Betreuer bestallt, auch wenn man das mit der Vollmacht gerade die Bestallung ausschließen wollte.

    Die notariell _beurkundete_ Vollmacht wird dann erforderlich, wenn Grundstücksangelegenheiten zu besorgen wären, also auch die gemeinsame Eigentumswohnung, ein ungenutzter Acker etc. pp. Auch wenn man keine Grundstücke hat, darf man nicht die eigenen Eltern und anderen Verwandten vergessen – sie könnten Erblasser von Grundstücken werden, während man selbst hilflos im Krankenhaus liegt.

    PS: Auch Ehepaare und Lebenspartner brauchen Vollmachten füreinander. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben, ohne entsprechende Vollmacht sei die ärztliche Schweigepflicht gegenüber dem Partner aufgehoben oder man könne für den Partner gar medizinische Entscheidungen treffen. Genauso wenig können die Angelegenheiten des Partners geregelt werden, die über die gemeinschaftlichen Angelegenheiten hinausgehen.

    PPS: Ungeeignet sind Vorsorgevollmachten alá „Für den Fall dass ich nicht mehr in der Lage bin, meine Angelegenheiten …“ – das Eintreten der Bedingung muss festgestellt werden. Besser ist eine bedingungslose Generalvollmacht und nur ggf. eine Beschränkung im Innenverhältnis.

  13. Inge sagt:

    ich möchte mal auf den „singlism“ eingehen – aus meiner sicht ist sogar das mit der unverheirateten kinderlosen single frau ein klischee – natürlich gibt es das – aber es gibt auch single frauen die kinder haben/hatten. single frauen, die verheiratet waren oder eine bzw. mehrere beziehungen hatten. single frauen die sich einen partner / eine partnerin wünschen. single frauen, die sehr glücklich ohne partnerschaft sind. usw. so eindimensional wie politiker oder wissenschaftler das gerne sehen, ist das alles nicht.
    zum alter und der pflege/vorsorge – ein beispiel – meine großmutter ist mit ihren 92 jahren jetzt in ein pflegeheim gekommen. ich liebe sie, würde sie aber nicht pflegen wollen bzw. können. das ist kein spaziergang. sehr anstrengend und fulltime job. ich wüsste auch nicht wie und wo. sie hat eine tochter die ist selber 71 – hat selber schon gesundheitliche probleme und kann das auch nicht machen. ich -ihre enkelin – habe eine 40-stunden arbeit. mein sohn – ihr urenkel – und seine frau arbeiten beide vollzeit. und jeder von uns wohnt wo anders. also – kinder gehabt zu haben bedeutet nicht gleich einen sicheren hafen im alter zu haben. meine großmutter kann sich zum glück noch das heim leisten – ihre ganze rente (immerhin 1500 €) geht dabei drauf + pflegegeld für pflegestufe 1 + 300 € monatlich von ihrem ersparten. und das ist kein luxusaltenheim.
    dieses alters problem haben wir also alle einmal und es wird nicht besser weil die staatlichen kassen leer sind. und auch lebenslang kinderlose singles sind hier sicher nicht die bösen/schnorrer. der hund ist da schon woanders begraben.

  14. Stefan sagt:

    @raube

    Das gegenwärtige Rentensystem in D-Land baut darauf auf, dass Menschen arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen.
    […]
    Ich denke, von diesem System, das vermutlich nciht mehr allzu lange funktioniert, kommt auch die Missgunst gegenüber “selbstsüchtigen” Kinderlosen.
    Die Frage ist: Macht dieser Generationenvertrag noch Sinn, wenn ja, in welchen Punkten? Irgendwie müssen die vielen alten Menschen versorgt werden, von wem und wie?

    Ja, die umlagefinanzierte Rente macht Sinn. Ja, sie ist wichtig. Warum? Weil es eines, wenn nicht gar das krisensicherste System ist, um Altersarmut zu vermeiden. Sie ist nicht umsonst Teil eines Konstrukts, dass soziale Spannungen innerhalb dieser Gesellschaft vermindern bzw. verhindern soll(te). Zudem ist die umlagefinanzierte Rentenversicherung nicht dem Finanzmarkt und den dortigen Spekulanten ausgeliefert.

    Das System hier in Dt. hätte auch sehr viel weniger Probleme, wenn nicht jedes Jahr die dann „herrschende“ Regierung wahllos aus dem Rententopf Gelder abzweigen würde und/oder an der Rentenformel herum doktort. Weitere offenkundige Problempunkte wären die Beitragsbemessungsgrenze, keine oder nur minimale Lohneröhungen für den gemeinen Arbeitnehmer oder die Ausweitung von Leiharbeit/Minijobs und fehlender Mindestlohn.

    Einige freie Berufsgruppen wie Steuerberater und Rechtsanwälte, die zumeist auch recht gut verdienen, haben ihre eigenen Versorgungswerke. Abgeordnete leben zumeist eh in einer eigenen Traumwelt.

    Diese pseudowissenschaftlichen Hochrechnungen auf 30 oder 50 Jahre sind eh das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Der Riester-Kram ist auch nach 10 Jahren viel zu teuer für Staat und Versicherter (außer für die anbietende Versicherung *hust*).

    Die Probleme bzgl. Altersarmut und Versorgungslücke sind definitiv hausgemacht und vor allem gewollt!

    Wenn du wirklich wissen willst, warum das aktuelle System krankt, frage (dich) einfach, wer an der aktuellen Situation am meisten verdient. Stichwort: Interessenverflechtungen und Drehtüreffekte.

    Noch ein kleiner Tipp: An der umlagefinanzierten Rente verdient keine Versicherung.

    Das nur mal kurz am Rande, weil die Renten-Frage in den Raum gestellt wurde.

  15. MimoD sagt:

    @GwenDragon,

    deine Einwürfe, dein Ärger ist nachvollziehbar und was die Angriffe auf Singles stimme ich dir zu.
    Die Aussagen zum Sozialsystem kann ich so aber nicht stehen lassen.
    Als Selbständiger kannst du natürlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und hast damit auch Leistungsanspruch.
    Es gibt sogar Sondrregelungen für die sogen. Scheinselbständigen.

    Die Mitfinanzierung von Familienangehörigen in den gesetzliche Kassen trägt man als Selbständiger nur als freiwillig Versicherter in den Gesetzlichen.

    Solltest du aber tatsächlich eklatant hohe Erbschaftssteuerbeträge bezahlen müssen, so hält sich angesichts eines Freibetrages für Kinder von IIRC 400.000€
    und der Schenkungsmöglichkeit alle 10 Jahre, mein Mitleid verständlicherweise in engen Grenzen.

  16. ingejahn sagt:

    in unserer gesellschaft ist es so, dass singles das falsche sind, paarbeziehung und familie das richtige. ganz ganz falsch ist alleinerziehend. das bildet sich in der steuer- und rentenstruktur ab und in der finanzierung der familien und wie über singles in dem medien geschrieben und gesprochen wird. sie seien ein wenig neurotisch, finden nicht den richtigen (siehe oben „singlism“) – ja, vor allem die frauen, während männliche singles ehr als selbstständig und ihr singledasein als bewusst gewählt wahrgenommen wird.
    ich selber – bin ja weiblich und single – nehme das als zwang zum heteronormativen wahr und als zwang zur paarbindung überhaupt. meine wahrnehmung in meinem umfeld ist die, dass es viele frauen gibt, die bewusst alleine und glücklich leben – diese gruppe ist in den medien total unsichtbar. es gibt nur den weiblichen single der unglücklich auf der suche ist oder verbittert die suche aufgegeben hat.

  17. ingejahn sagt:

    ach ja – zu meinem ersten satz – es bildet sich noch zu meinem großen ärgernis über dieses weltweit einmalige ehegattensplitting ab.