Talk about family
von BarbaraDas Zukunftsforum Familie lädt am 10. und 11. Dezember 2009 zu einem Kongress über das Thema “Zeit für Familie?” nach Berlin ein. Der familienpolitische Fachverband hat eine durchaus großartige Definition des Familienbegriffs:
“Familie ist überall dort, wo Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen, Sorge tragen und Zuwendung schenken.”
Und dass es über Familie besonders nach dem aktuellen Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung einiges zu diskutieren gibt, zeigt die Auswertung und Kommentierung des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und FDP, die das Zukunftsforum Familie unter dem Titel “Wachstum. Bildung. Zusammenhalt” am 26. Oktober 2009 veröffentlicht hat. Da heißt es etwa:
In den 134 Seiten des Koalitionsvertrags taucht das Wort “Familie” 56 Mal auf, das Wort “Alleinerziehende” fünf Mal, die “Lebensgemeinschaften” drei Mal und die “Lebenspartnerschaften” zwei Mal. Auch dies macht deutlich, dass dem Koalitionsvertrag ein weitgehend traditioneller Familienbegriff zugrunde liegt, der zudem stark ökonomisch geprägt ist (“Leistungsträger”). Die FDP konnte sich mit ihrer Zielsetzung einer rechtlichen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften nicht durchsetzen. Zwar soll es im Beamtenrecht zu einer Besserstellung kommen und steuerrechtliche Nachteile beseitigt werden. Das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ist allerdings kein Thema mehr. Ebenso ist das im Entwurf noch vorhandene Kapitel “Künstliche Befruchtung”, das staatliche Zuschüsse und die Aufhebung der Beschränkungen auf Ehe und ein Maximalalter vorsah, verschwunden. Bis auf die Verlängerung des Unterhaltsvorschusses bleibt das Maßnahmenpaket, das die Situation von Alleinerziehenden als am meisten von Armut betroffene Gruppe verbessern soll, schwammig und unkonkret. Nichteheliche Lebensgemeinschaften werden zwar erwähnt, es werden aber keine Schritte für eine bessere rechtliche Absicherung in einer solchen Lebensform beabsichtigt. Ebenso fehlen konkrete Maßnahmen zur Beförderung des Generationenzusammenhalts, wie z.B. eine definitive Weiterfinanzierungszusage für die vom Bund angestoßenen Mehrgenerationenhäuser.
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Das ist eine tolle Familiendefinition, mit der man aber natürlich politisch nicht weit kommt. Oder kann man als Kommune beim Familienministerium punkten? Als langjährige WG? Als Dreierbeziehung?
Was in dieser Familiendefinition halt fehlt, ist das generationenübergreifende Element. Ich denke, das gehört schon dazu, um Familie von anderen Solidargemeinschaften konzeptionell zu trennen. Ansonsten ist diese Definition ja auch nicht so weit entfernt von der im aktuellen CDU-Grundsatzprogramm – je nachdem, wie man die semantisch bewertet, ist ja genauso inklusiv. Und damit ist die oben stehende Definition vermutlich schon eine, mit der sich – bzgl. der Inklusivität – die Mehrheit der Deutschen identifizieren kann.
“Familie ist überall dort, wo Eltern für Kinder und Kinder für Eltern dauerhaft Verantwortung tragen. Sie ist der Ort, an dem Partnerschaft und Solidarität gelebt und der Sinn für Gerechtigkeit vermittelt wird.” (CDU Grundsatzprogramm – http://www.grundsatzprogramm.cdu.de/doc/071203-beschluss-grundsatzprogramm-6-navigierbar.pdf)
“eine definitive Weiterfinanzierungszusage für die vom Bund angestoßenen Mehrgenerationenhäuser.”
Gibt es das tatsächlich in Deutschland? Weiss jemand mehr dazu? Eine grossartige Idee!
wie lange dauert es noch bis die bundestagspolitiker vernünftig werden und sie die lesben und schwulen nicht weiter benachteiligen und UNgleichstellen?
was braucht es denn? noch 50 weitere anerkannte studien oder papst benedikts segen?
@ Marcel:
In Stuttgart steht eins (vielleicht auch mehrere, kenne aber diese eine):
http://www.annahaaghaus.de/
Sehe gerade es ist das Älteste in der BRD, existiert seit 30 Jahren.
Wenn ein Wort oft auftaucht, bedeutet das meist, dass man Schuldgefühle gegenüber dem hat, was es bedeutet.