Einträge mit dem Tag ‘Zustimmungskonzept’


Weltweit wehren und Wissen erwerben (und dabei gute Musik hören) – kurz verlinkt

5. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 165 von 243 der Serie Kurz notiert

Contentwarnung: In einigen der folgenden Meldungen und den entsprechenden verlinkten Texten wird sexualisierte Gewalt thematisiert.

Leider beginnen wir heute mit einer traurigen Nachricht: Die Künstlerin, Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Gudrun Ankele ist verstorben.

Die neue an.schlaege ist draußen zum Thema “Feministische Arbeitsutopien” inklusive einem tollem Artikel über “Fünf Jahre Mädchenmannschaft!“. Vielen Dank dafür!

Auf xojane schreibt Lesley, warum es ok ist, den eigenen Körper nicht rund um die Uhr zu lieben – und warum diesbezügliche Forderungen nicht automatisch empowernd sind.

Ein neues Projekt namens It gets fatter (“Es wird fetter”) befasst sich aus einer queeren Perspektive mit Körpernormierungen und Dickenfeindlichkeit und kämpft für ein positiveres Körpergefühl. Eines der ersten Videos behandelt das Thema Gesundheit und Dicksein.


It Gets Fatter – Health & Fatness from It Gets Fatter on Vimeo.

Es gibt nun eine Online-Petition zur Anerkennung der Verbrechen gegen die “Trostfrauen”.

In den USA hat der Wahlkampf begonnen. Auf ihrem derzeit laufenden Parteitag werben die Demokrat_innen dabei insbesondere um die Stimmen von Schwulen und Lesben, meint queer.de beobachtet zu haben.

Eigenartig, was der NDR so unter “Gleichstellung von Mann und Frau” zu verstehen scheint, findet die taz. Außerdem berichtet sie über die Pläne von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote in den Aufsichtsräten von Konzernen. Und die taz zum Dritten: beleuchtet die aggressive maskulistische Kampagne gegen feministische Perspektiven in der Wikipedia.

Wie die ohnehin eher virtuelle Trennung zwischen Online- und “echter” Belästigung von Gamerinnen sich bisweilen auflöst, steht bei npr.

Dass sich Todd Akin den hanebüchenen Mist vom angeblichen Schwangerschaftsabwehrmechanismus des Körpers nach einer Vergewaltigung nicht komplett selber ausgedacht hat, legt dieStandard dar. Außerdem berichtet dieStandard über zwei interessante Untersuchungen und deren Ergebnisse – einmal zum Ehegattensplitting, einmal zu weiblichen Führungskräften.

Die Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern kommentiert Edith Schwab, Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter.

Wie die Ideen hinter ‘Open Source’ unsere Welt verändern, erläutert Programmiererin und Bloggerin Alex Bayley im Interview mit derStandard.

Einen Unterstützungsbrief an die inhaftierten Aktivistinnen der Band Pussy Riot schreiben? Hier ist eine nützliche Anleitung, wie vorzugehen ist, damit er auch richtig ankommt.

Immer immer wieder: tödliche Gewalt gegen Schwarze Trans*-Frauen. The Root fragt sich: Wo bleibt eigentlich der kollektive Aufschrei?

Professur trotz besserer Qualifikation nicht bekommen – Juristin klagt wegen Diskriminierung. Skandalös dabei auch: Die Gleichstellungsbeauftragte wurde mittels Disziplinarverfahren gezwungen, ihre Aussage zurückzuziehen, dass die Mutter diskriminiert worden sei, berichtet die Zeit Online.

Call for Music: Die nächste Riot Grrrl Berlin-Compilation steht ins Haus, und eure Musik sollte unbedingt dabei sein.

Nach dem Klick noch allerhand Termine: (mehr …)


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Die radikalfeministische Grundschule und Weiße Integrationsverweigerung – kurz notiert

1. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 132 von 243 der Serie Kurz notiert

Eine Online-Umfrage der Frauenseiten Bremen hat ergeben, dass “fast 50 Prozent aller befragten Frauen und Mädchen negative Erfahrungen im Internet gemacht und Belästigungen, Anmache und Sexismus erlebt” haben.

In Kairo wurde die äygyptisch-amerikanische Journalistin Mona Eltahawy von der Polizei misshandelt und sexuell belästigt, berichtet derStandard. Sie war während der neuen Proteste gegen das Militärregime auf dem Tahrirplatz gewesen.

In den 1990ern gab es eine radikalfeministische Grundschule für Mädchen in Wien. DieStandard führte ebenfalls ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin.

Wenn über Musik von Frauen* geredet wird, fällt immer auch der Begriff “Riot Grrrl” im gleichen Atemzug. Ganz so, als gäbe es EIN Label für Musik von Frauen*, während für die selbstgemachte Musik von Männern* stets viele Labels zur Hand sind. Kritik an dieser Vereinnahmung gibt es bei Pitchfork zu lesen.

“Wann hat es das schon einmal gegeben in unserer nach wie vor verklemmten Vereinbarkeitsrepublik? Eine Frau bekommt einen Führungsjob, nicht obwohl, sondern weil sie Kinder hat!”, schreibt die Berliner Zeitung.

Mutlu Ergün berichtet bei Philibuster über die Ergebnisse neuester Studien: Millionen Weiße Deutsche verweigern die Integration!

In der neuen Ausgabe der feministischen Zeitschrift Anschläge, hat Autorin Leonie einen Kommentar zu konsensualem Sex geschrieben. Lesenswert!

Radio Corax Halle interviewte Gesa Mayer und Robin Bauer zu Monogamie als gesellschaftlicher Norm, nachzuhören bei Freie Radios. Die beiden halten heute im Rahmen der Ringvorlesung “que(e)r_einsteigen” einen Vortrag zum gleichen Thema.

Das Männer-Fußballteam von Amerikanisch-Samoa gewinnt sein erstes offizielles Länderspiel – 2:1 gegen Tonga. Nach dem Sportlichen zur Geschlechterpolitik: Auf dem Platz stand mit Johnny Saelua eine Fa’afafine, die in der Kultur Polynesiens “als Mann geboren … als Frau aufgezogen” werden, wie queer.de berichtet.

Eine aktuelle Kampagne gegen institutionalisierten Rassismus seht ihr hier:

Mann hat nette Ratschläge an Frauen, dieses Mal in der Süddeutschen: Um im Job voranzukommen und sich männlicher Raumnahme zu entziehen, sollen sie einfach die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legen. Tipp 1: Nicht mehr lächeln!

Terminhinweise nach dem Klick

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„Zusammenkommen und über tollen, einvernehmlichen Sex reden“

4. Februar 2011 von Helga

Seit dem letzten Herbst gibt es das Projekt „Wir lieben Konsens“ – Gründerin Hildegard bloggt über das Zustimmungskonzept und hält Workshops zu diesem, in Deutschland noch kaum bekannten, Thema. Im Interview erklärt sie die Hintergründe

Worum geht es bei „Wir lieben Konsens“?

Die Idee ist, das Zustimmungskonzept im gesamten deutschsprachigem Raum zugänglich zu machen. Die Internetseite ist dazu da, Ressourcen zu bündeln, damit Interessierte sich selbst informieren oder Kontakt zu mir aufnehmen können. Die Workshops bieten Raum, um sich mit anderen persönlich auszutauschen und seine eigene Art für das Zustimmungskonzept zu finden. Zudem hat „Wir lieben Konsens“ auch eine politische Seite und versteht sich als Teil der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt und gegen Machtasymetrien die auf dem Geschlecht der Beteiligten basieren.

Das Projekt insgesamt, also das Zustimmungskonzept zu verbreiten, hat auf der individuellen Ebene das Ziel, dass alle Beteiligten guten Sex haben, weil der Idealzustand Einvernehmlichkeit gelebt wird. Dazu ist in manchen Fällen das Aushebeln von Machtasymmetrien in zwischenmenschlichen (intimen) Beziehungen nötig, was unter anderem durch „Nein heißt Nein“ und „ohne explizit gegebene Zustimmung kann man auch nicht von Zustimmung ausgehen“, zusammen mit der Definitionsmacht, für alle Beteiligten hoffentlich auch erreicht wird. Politisch gesehen läuft da viel Empowerement ab und im Idealfall trägt das Zustimmungskonzept (zusammen mit anderen Sachen wie Traumaarbeit, Täterarbeit, …) zum Ende der Rape Culture bei.

Aber das klingt alles schrecklich akademisch was ich da geantwortet habe. Eigentlich geht es einfach darum, dass Menschen zusammenkommen und darüber reden wie sie tollen, einvernehmlichen Sex haben können.

Was genau ist denn das Zustimmungskonzept?

Das Zustimmungskonzept kommt aus dem US-amerikanischem Raum (dort bekannt als consent) und nutzt Definitionsmacht und „Nein heißt Nein” im positiven Sinne für unsere persönlichen, intimen Beziehungen.

Im Gegensatz dazu, wie sich viele Menschen im Moment bei Berührungen oder Sex verhalten, nämlich zu berühren und vorauszusetzen, dass das schon okay ist und das Grenzen schon angesprochen werden wenn sie verletzt werden, sagt das Zustimmungskonzept, dass man sich immer Zustimmung holen muss, bevor es zu Berührungen kommt. Und dass, sollte nicht gefragt und weder zugestimmt noch abgelehnt werden, nicht davon ausgegangen werden kann, das Zustimmung bestand.

Wie kann ich es in meinem Leben umsetzen?
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