Einträge mit dem Tag ‘Wikileaks’


Chelsea Manning, Graphic Novels, ‘Orange is the New Black’ – die Blogschau

24. August 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 213 von 260 der Serie Die Blogschau

Bei High on Clichés gibt es ein paar Perspektiven und Hintergründe zum weit beachteten Gesetz zum offenen Gechlechtseintrag in der Geburtsurkunde.  Auch Zwischengeschlecht.org erklärt, warum das Gesetz unter Betroffenen sicher keine Jubelstürme auslöst.

Die Denkwerkstatt hat Lesetipps für euch! Anna von Different Needs hat Rutu Modans Graphic Novel “Das Erbe” rezensiert. Und Carlott stellt bei Femgeeks gleich drei tolle Graphic Novels vor.

Die Femgeeks haben außerdem ein schönes interaktives Mixtape zusammengestellt – Motto: Städte.

Und Helga fragt: Wann hört die unwürdige Behandlung von Chelsea Manning auf?

Impressionen vom diesjährigen Christopher Street Day in Frankfurt/Main gibt es bei queerfeministisch biertrinken.

Rassismus hat nichts mit vermeintlich mangelnder Intelligenz zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird – Metalust erklärt, warum derartige Argumentationen hervorragend an genau jene White-Supremacy-Diskurse, die sie eigentlich kritisieren wollen, anschlussfähig sind.

In der dokumentarischen neuen Webserie Lez Build a Family geht es um die Darstellung von lesbischen Familien mit Kindern. Phenomenelle ruft zur Unterstützung des Projekts auf.

Lucie von kleinerdrei hat sich “Orange Is The New Black” angeschaut und eine ausführliche Besprechung verfasst.

Christiane von Graham’N Graham hat sich die Verfilmung von Charlotte Roches “Feuchtgebiete” angesehen.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition an die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, “Klärt endlich angemessen über den Sexismus in unserer Gesellschaft auf!” – nachzulesen bei ProChange.

Einen Erfahrungsbericht über Arbeitslosigkeit und die abstrusen Erfahrungen in der damit zusammenhängenden Bürokratie gibt es bei Kasonze.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


In was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn Assange nicht als Vergewaltiger gilt?

24. August 2012 von Viruletta

(Für den folgenden Beitrag gilt eine Triggerwarnung: Thematisierung von Vergewaltigungsverharmlosungen und Schilderung vom Tathergang im zweiten Absatz.)

In was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn das, was Julian Assange zwei Frauen angetan hat, nicht als Vergewaltigung gewertet wird? Achja, in einer Rape Culture. In einer Kultur, die uns lehrt, dass ein “Nein” auch mal ein “Ja” ist, dass Schweigen “Ja” impliziert, dass ein einmal gegebenes “Ja” ein “immer-Ja” ist, dass es sowas wie “überraschenden Sex” (“sex by surprise”) gibt und dass all das, so schreibt es euch doch bitte hinter die Ohren, keine Gewalt ist. In einer Kultur, in der Kläger*innen, sobald es um sexualisierte Gewalt geht, erstmal unter Generalverdacht stehen, und in der eine*n viel zu oft das Gefühl überkommt, dass es Verbündete nur für Täter*innen gibt.

Assange ist ein Vergewaltiger. Um sich darüber klar zu werden, genügt es, sich die Aussagen seines Verteidigers zu Gemüte zu führen. Im ersten Fall hat Assange eine Frau penetriert, während sie schlief – also ohne ihr Einverständnis. Da sie am Vortag konsensualen Sex gehabt hatten, fühlte Assange sich im Recht, sich weiterhin an ihrem Körper zu bedienen. Im zweiten Fall hatte Assange zunächst konsensualen Sex mit einer Frau, die sich jedoch wehrte, als sie feststellte, dass Assange versuchte sie ohne Kondom zu penetrieren. Als Reaktion hierauf drückte Assange sie nieder, setzte sich also explizit und gewaltvoll über ihren Willen hinweg. Auch hier fühlte er sich nach wie vor im Recht. Doch die Abwesenheit von Konsens ist sexualisierte Gewalt. Julian Assange ist ein Vergewaltiger.

Obwohl diese Fakten lange bekannt sind (wir berichteten schon vor knapp zwei Jahren darüber), spricht ein Großteil der Welt nach wie vor von einem Komplott. Erst kürzlich gewährte Ecuador Assange “diplomatisches Asyl” und ließ dabei völlig außen vor, dass Assange nicht aufgrund seiner Tätigkeiten für Wikileaks nach Schweden ausgeliefert werden soll. Assange wäre in Schweden kein politischer Gefangener, sondern ein wegen sexualisierter Gewalt angeklagter Mann. Aber anscheinend macht die Tatsache, dass er als der Kopf von Wikileaks gilt, Assange in den Augen der meisten vor Vergewaltigungsvorwürfen immun. (mehr …)


Facebook | |


Unter den langen Haaren, Muff von 1000 Jahren

6. Dezember 2011 von Helga

Rund 44 Jahre nach seinem Einzug in die Kommune I und dem Beginn der Politisierung des Privaten kann man für Rainer Langhans nun feststellen: Alles bleibt wie es war. Denn mit seinen Einkünften aus dem RTL-Dschungel Camp will er Julian Assange unterstützen. Laut der Piratenpartei Bayern, die ebenfalls 20.000 Euro erhält, ginge es dabei um den Schutz von Whistleblowern und die Plattform WikiLeaks. Nur dass das Geld keinem dieser beiden Zwecke zu Gute kommt, sondern dem Julian Assange Verteidigungsfonds. Der eingerichetet wurde, um Assange in seinem privaten Verfahren wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu helfen.

Wie bereits vor einem Jahr Michael Moore übersieht nun Rainer Langhans das fatale Signal, das von seiner Stellungnahme ausgeht. Wer in einem Verfahren aufgrund sexueller Gewalt von einer Verschwörung ausgeht, stellt die Opfer als Lügner_innen dar. Er arbeitet fleißig an dem Mythos mit, Frauen benutzten den Vorwurf einer Vergewaltigung nur, um Männern zu schaden. Wer seine Spende an Assanges Verteidigungsfonds mit einer Spende für Whistleblowingschutz gleich setzt, hat sich entweder fahrlässiger Weise nicht mit dem Fonds beschäftigt oder nimmt die Implikationen billigend in Kauf.

Moore entschuldigte sich immerhin für das Verharmlosen der Gewalt gegen Frauen und den mangelnden Respekt gegenüber den Opfern – nach einer massiven Twitterkampagne, die ihn schließlich ins Fernsehen verfolgte. Dazu bedurfte es leider wieder einmal der Arbeit vieler Aktivist_innen, von alleine war er, als ansonsten progressiver Linker, darauf nicht gekommen. Auch Langhans ist theoretisch bestens informiert über „das Private ist politisch“ und die daraus resultierenden Konsequenzen. Gebracht hat es nichts. Auch 2011 kommt männliche Solidarität vor „Frauengedöns“.

Ähnlich sieht es bei den Piraten aus. Mehrere Kommentator_innen machten ihrem Ärger unter dem Eintrag Luft. Angekommen ist die Kritik zumindest teilweise:

Dass es speziell bei Assange um Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens geht, ist leider aufgrund eines Gedankensprung und durch vollkommene Mißachtung dieser Tatsache durchgerutscht. In keinster Weise sollten die publizierten Vorwürfe gegen Assange heruntergespielt, verharmlost oder gar Frauen in solchen Situationen verunglimpft werden. Zwar kann ich nicht für die Bayern-Presse sprechen, bitte als Mitverfasser der Mitteilung jedoch um Verzeihung, dass es hier zu dieser Möglichkeit einer Missdeutung gekommen ist.

Eine offizielle Stellungnahme der Piratenpartei Bayern steht weiter aus.


Facebook | |


Sookee, schwule Pinguine und Spice Girls – kurz verlinkt

17. November 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 130 von 253 der Serie Kurz notiert

Die Jungle World stellt Umweltbewegungen verschiedener afrikanischer Länder vor – und die Frauen, die sie gegründet haben.

Wikileaks-Gründer Julian Assange soll endlich nach Schweden ausgeliefert werden und sich den Vergewaltigungsanklagen stellen. Ein Assange-Vertrauter wittert eine Verschwörung zur „Feminisierung der Männer“ berichtet der Freitag. Dahinter steckt anscheinend, wieder einmal, großer Hass auf Frauen.

Im Zoo von Toronto soll ein schwules Pinguinpärchen getrennt werden – damit beide sich endlich fortpflanzen, berichtet stern.de.

In den franzözischen Kinos ist gerade „La Source des femmes“ von Radu Mihaileanu angelaufen. Arte hatte den Film bereits zur Premiere in Cannes besprochen:

Die Schauspielerin Viola Davis ist es leid, ständig Komplimente zu hören, die auch als Beleidigung aufzufassen sind. Wer lobe, dass sie als Schwarze Frau ganz schön “dignified” (würdevoll) oder “soulful” (seelenvoll) sei, impliziere damit, dass Schwarze Frauen ansonsten würde- und seelenlos seien. Buh meint auch TheGrio.

Die feministische Rapperin Sookee (Interview mit der Mädchenmannschaft) veröffentlicht am 2. Dezember ihr neues Album “Bitches, Butches, Dykes and Divas”. Hier gibt’s das Snippet zum Reinhören!
Sookee /// Bitches Butches Dykes & Divas /// Snippet by Springstoff

Das Rookie Magazine entdeckt Feministisches bei den Spice Girls!

Neues aus den Untiefen der rape culture: Auf “Is rape funny?” bekommen Fragende klare Antworten und die Huffington Post gibt Autorin Eve Ensler Platz für klare Ansagen.  

Warum es viel Geld kostet, Frauen in die Hausfrauenrolle zu drängen, erklärt die taz.

Über ihre Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus schreibt Cigdem Akyol, ebenfalls in der taz.

Sexismus als ständiger Klotz am Bein von Frauen im Wettbewerbssport: Kleidungsvorschriften richten sich nach dem Prinzip Sex sells, nachzulesen bei dieStandard.

Auf The Genderist sprechen “Männer mit Männern über Männer und Frauen, für eine bessere Welt für Männer und Frauen“.

Bei Good können sich Menschen über Abtreibungsrechte und -möglichkeiten rund um den Globus informieren.

Termine nach dem Klick! (mehr …)


Facebook | |


Feministischer Shitstorm: #MooreandMe und die Welle der Empörung

6. Januar 2011 von Helga

Was passiert, wenn Journalist_innen falsche Informationen weitergeben, ohne sie nachzuprüfen? Wenn Ikonen der Linken in ihrem Kampf für Gerechtigkeit Teile der Linken gegeneinander ausspielen? Im Zeitalter des Internets und besonders Twitter eine ganze Menge, wie der US-amerikanische TV-Moderator Keith Olbermann und der Filmemacher und Autor Michael Moore feststellen mussten.

Screenshot von Twitter: #mooreandme Troll Tip 5: If you truly find the difference between consent and nonconsent baffling, stop having sex until you learn. – 8:13 PM Dec 20th via web – Retweeted by 100+ people – KateHarding – Kate Harding

#mooreandme Troll Tip 5: Wenn Du den Unterschied zwischen Einwilligung und Nicht-Einwilligung wirklich rätselhaft findest, verzichte auf Sex, bis Du es verstanden hast.

 

Sie wurden die Ziele der #MooreandMe-Kampagne auf Twitter, nachdem sie die Vorwürfe gegen Julian Assange und besonders die Opfer lächerlich gemacht hatten. Olbermann hatte über Twitter den Namen eines der Opfer verbreitet und so potentiell in Gefahr gebracht. Er und Moore hatten weiter vermeintliche Fakten erzählt, die sich später als falsch herausstellten, etwa dass in Schweden bereits ein geplatztes Kondom Grund für eine Anzeige und Verurteilung seien. In seiner Begründung, warum er die Kaution für Julian Assange bereit stelle, schrieb Moore schließlich, man dürfe die „offizielle Geschichte niemals, jemals glauben“, außerdem sei es dank WikiLeaks möglich, die „nächste Große Lüge“ bloß zu stellen. (mehr …)


Facebook | |


Was schreib ich nur über Julian Assange

17. Dezember 2010 von Helga

Seit fast zwei Wochen ist die Debatte um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange nun am Laufen. Genau so lange wollte ich darüber schon schreiben, aber was sollte frau dazu sagen? Widersprüchliche Medienberichte, keine Auskünfte über die Vorwürfe und wilde Verschwörungstheorien ergaben die bitteren Ingredienzien eines schier unverdaubaren Brei.

Inzwischen ist vieles klarer. So zirkulierte zunächst das Gerücht, in Schweden sei selbst einvernehmlicher Sex strafbar, wenn kein Kondom benutzt wurde. Schwedische Bloggerinnen stuften den angeblichen „Sex by surprise“ jedoch gleich als das ein, was es auch in Schweden ist – ein Euphemismus für sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Geprägt hatte diesen Ausdruck AOL News, die sich dabei auf Aussagen des Anwalts von Assange bezogen. Eine englische Fassung des schwedischen Gesetzes hat inzwischen Jessica Valenti online gestellt.

Danach wurde langsam klar, weshalb Assange gesucht wird: “rape, sexual molestation and unlawful coercion”, zu Deutsch Vergewaltigung, sexuelle Belästigung und ungesetzliche Nötigung. Was genau damit gemeint ist, steht inzwischen beim Guardian. Assange wird vorgeworfen, mit einer der Betroffenen Sex ohne Kondom gehabt zu haben – gegen ihren ausdrücklichen Willen – und sie dann noch festgehalten zu haben. Eine andere Frau wachte nachts auf und stellte fest, dass Assange gerade mit ihr Sex hatte. Wieder ohne Kondom und ohne ihre Einwilligung. (mehr …)


Facebook | |



Anzeige