Einträge mit dem Tag ‘Werbung’


Wenn es doch nur ein Aprilscherz wäre… Snickers und Street Harassment.

1. April 2014 von Charlott

Wenn es doch nur ein Aprilscherz wäre, habe ich gedacht, als ich das aktuelle australische Werbevideo für den Schokoriegel Snickers sah. Doch veröffentlicht wurde es bereits in der letzten Woche. Zu Beginn des Spots wird gefragt, was denn wäre, wenn Bauarbeiter (es scheinen nur männliche gemeint) nicht “sie selbst” wären. Dann die folgenden Szenen: Ein Baugerüst, bzw. eine größere Baustelle, wo eine Reihe von Bauarbeitern stehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite laufen Frauen vorbei. Die Bauarbeiter rufen diesen Dinge zu. Aber “überraschende” Aussagen wie zum Beispiel “I’d like to show you the respect you deserve” (“Ich möchte dir gern den Respekt zollen, den du verdienst.”). Am Ende gibt es denn Snickers-Slogan als Auflösung: “Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.”

Davon abgesehen, dass ich auch das Zurufen vermeintlich positiver Statements als grenzverletztend wahrnehme, ist dieser Spot auf so vielen Ebenen problematisch, ich weiß gar nicht, wo ich am liebsten beginnen möchte. Die Werbung spielt zum einen mit stereotypen Annahmen dazu, wer denn besonders für Street Harassment verantwortlich ist – sonst würde der “Überraschungsmoment” gar nicht funktionieren. Aber zum anderen: Was soll das Ende sagen? Wenn diese Männer endlich was zu Essen (Snickers!) bekommen haben, dann können sie wieder in ihren sexistischen, misogynen Normalzustand zurück?

Passenderweise ist derzeitig Anti Street Harassment Woche.

Eine Analyse des Spots gibt es auch auf Englisch bei Sociological Images.


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Männliche Schwangerschaft ist nicht abschreckend

15. August 2013 von Lisa

Etwas gegen ungewollte Schwangerschaften tun und zugleich daran erinnern, dass Männer genauso für Kinder zuständig sind wie Frauen? Eigentlich eine gute Idee. Dazu Plakate mit jungen Männer zeigen, die einen schwangerem Bauch haben und auf denen der Schriftzug ‘unexpected’ / ‘unerwartet’ steht, wie es eine US-amerikanische Kampagne in Chicago tat? Auf den ersten Blick vielleicht eine gute Idee, auf den zweiten aber eine schlechte. Es gab viel berechtigte Kritik an dieser Kampagne, die unter anderem hier nachzulesen ist. Zentral dafür waren vor allem zwei Gründe:

1. In den USA gibt es fast permanent Kampagnen, die versuchen, ungewollte Teenager-Schwangerschaften zu verhindern. Dabei setzen viele Organisationen leider lieber auf Abschreckung anstatt auf Sexualaufklärung oder auf Zugang zu Verhütung und Abtreibung. Das führt jedoch  nur dazu, dass schwangere Teenager stigmatisiert werden. Statt auf politische Zusammenhänge zu verweisen, werden in vielen der Kampagnen nur individuelle Mädchen präsentiert, die scheinbar ‘zu naiv’ oder ‘zu unvorsichtig’ waren und deren Leben nun als ‘verpfuscht’ gilt. In der Kampagne aus Chicago werden nun anstatt weiblicher, männliche Teenager stigmatisiert. Problematisch ist beides.

2. Die Kampagne richtet sich ausschließlich an heterosexuelle und cis-gender Teenager. Mit ihrem vermeintlichen ‘Überraschungseffekt’ setzt sie voraus, dass Männer nicht schwanger werden wollen oder können. Dadurch werden männliche Schwangerschaften – wie sie etwa J. Wallace oder Thomas Beatie erlebten – zu etwas, was als ‘unnormal’ und ‘abschreckend’ gilt. Um solchen transphoben Aussagen entgegen zu treten, hat Das ‘Media Literary Project’ alternative Plakate entworfen. Statt ‘unexpected’ ist dort beispielsweise zu lesen “Trans men have babies, too.” – Trans*männer können auch Babys bekommen.


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NSU-Prozess, male gaze und feministische Psychatriekritik – Kurz verlinkt

8. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 188 von 231 der Serie Kurz notiert

Am Montag begann der so genannte NSU-Prozess. Aus diesem Anlass veröffentlichte das Migazin einen Ausschnitt aus dem Buch “Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater” von Semiya Şimşek, Tochter des erste Opfers (Enver Şimşek) der NSU-Mordserie.

Ein weiteres Beispiel für die bisherige furchtbare “Ermittlungs”arbeit zu den NSU-Morden hat die taz beschrieben. Bei der Gazelle gab es außerdem ein Interview mit Mehmet Daimagüler, der die Familien zweier Opfer als Nebenkläger vertritt.

In der Sendung “Insight Germany” der Deutschen Welle ist Grada Kilomba, Schriftstellerin und Professorin für Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, zu Gast. Kilomba spricht zum Beispiel über ihr Buch “Plantation Memories. Episodes of Everyday Racism”. [Englisch]

Bei der Heinrich-Böll-Stiftung schreibt Pasquale Virginie Rotter über ihr Konzept von “Empowerment in Motion“.

Im IANYAN Magazine wird die Dokumentation “My Grandmother’s Tattoos” besprochen. [Englisch]

Wie die Abbildung zweier Frauen auf einem Werbeplakat perfekt in männlich-heterosexuelle Blicke passt, nimmt Sociological Images auseinander. [Englisch]

In der letzten Woche hatten wir schon einmal aufmerksam auf die neue an.schläge-Ausgabe gemacht. Jetzt ein spezifischerer online Lesetipp: Vier Stimmen zu Psychologie/Psychatrie aus feministischer Perspektive.

Noch mehr Lesestoff: For Harriet stellt siebzehn Schwarze Blog_gerinnen vor.

Für das quEAR-Festival werden noch bis zum 30.06 Einreichungen gesucht!

Termine in Bochum und Hamburg… nach dem Link: (mehr…)


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Grand Prix und Gegenwehr – die Blogschau

13. April 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 197 von 242 der Serie Die Blogschau

Dominante Positionen lassen sich nicht durch Wissensvermittlung ins Wanken bringen, wenn die entsprechenden Personen das entsprechende Wissen konsequent und systematisch ignorieren. So schreibt Noah Sow: “Es ist ein politischer Akt, sich nicht jede Scheiße zu Ende anzuhören. Es ist ein politischer Akt, für eigene Interessen einzustehen.”

Wie Heteronormativität re_produziert wird, wie allgegenwärtig sie ist und was das mit Menschen macht, deren Normalität anders aussieht, ist zu lesen bei Don’t degrate Debs, Darling! Un-be-dingt auch die Fußnoten beachten! Zum gleichen Thema schreibt Nadine auf Medienelite und muss wieder einmal feststellen: “wenn mensch das normale sichtbar macht, benennt, das sich häufig unter einem deckmantel von selbstverständlichkeiten verbirgt, also unsichtbar ist, weil es unbenannt bleibt, ständig weg_genannt wird, folgt großes getöse.”

Über den Begriff Monosexismus und seine Tauglichkeit als Analysekategorie für Diskminierung hat sich das IfSA Gedanken gemacht.

Diskriminierende Werbung, objektifizierende Darstellungen in den Medien sind Alltag.  Auch die Mädchenmannschaft wird immer wieder auf besonders eklige Funde hingewiesen, mit deren Anprangerung man ganze Blogs füllen  könnte. Interventionen des Werberats? Fehlanzeige. Die Femgeeks gehen mit ihrer Watchgroup-Initiative nun in die zweite Runde. Wollt ihr mitmachen beim Kampf gegen *istische Werbung? Meldet euch!

Milenskaya ist genervt von dem in ihrem Umfeld weit verbreiteten Impuls , sich trotz feministischer Überzeugungen von Feminismus abgrenzen zu wollen und stellt Überlegungen an, wie dem entgegen gewirkt werden könnte.

Neu in Berlin: das queerfeministische fat_positives_krawall Kollektiv FAT UP startet durch und möchte mit euch die Gründung und erste öffentliche Veranstaltung feiern: Am 15. April 2013 ab 20 Uhr in der Druzbar (New York 59, Mariannenplatz 2, 10999 Berlin).

Warum viele von uns am 18. Mai dann doch vor dem Fernseher sitzen und sich den Eurovision Song Contest reinziehen werden, hat so ungefähr den besten – für viele vielleicht auch einzig – vorstellbaren Grund: Noah Sow und Nadia Shehadeh werden die Veranstaltung  live kommentieren, und zwar im Radio bzw. Online-Livestream.  Konfetti!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Pretty in Pink

9. April 2013 von Charlott

Wie stehe ich eigentlich zu der Farbe pink (oder rosa)? Und zu Barbie? Und überhaupt so „Mädchenkram“? Vor einigen Jahren hätte ich das noch ganz klar beantworten können („Bleib mir nur weg damit!“), aber heute hat sich mein Blick und damit auch meine Antwort verkompliziert.

Und seitdem Aktionen wie „Pink Stinks“ und der Protest gegen das Barbie-Haus in Berlin sehr präsent sind, versuche ich mein Unbehagen zu worten. In meinem Kopf höre ich vor allem ein lautes „Ja, aber…“.

Ja, ich finde es furchtbar, dass es nun Lego gibt, welches ausschließlich für Mädchen beworben wird, in welchem die Welt rosa-pastellfarbend ist und die Figuren Taille haben. Aber: Ich finde es eigentlich auch vollkommen okay, wenn nicht sogar begrüßenswert, dass rosa Bausteine ihren Weg in die Legowelt finden.

Ja, ich finde es schwierig, wenn Barbie der einzige Fixpunkt für einige Mädchen ist und sie dazu angehalten werden, deren Aussehen und Leben (inklusive den immer wieder vorhandenen Bezug auf Ken als Lebenspartner) nachzueifern. Aber: Ich bekomme auch Bauchschmerzen, wenn ich sehe, wie freudig vor allem auch Typen auf diesen Protest aufspringen und voller Enthusiasmus Barbie bashen und Mädchen ihre eigenen Vorlieben absprechen.

Ja, mir tut es weh, wenn junge Mädchen in Spitzenkleider gesteckt werden und ihnen gesagt wird, wie sie sich zu benehmen haben (“Nicht schmutzig machen!”), was erwartet wird (“Immer lächeln und freundlich sein!”). Aber: Kindern einzureden, dass Kleider und Röcke unnütz sind und mensch in diesen ja auch nichts machen könne, halte ich für ebenfalls schwierig. (Ich habe in den letzten Jahren die Fähigkeit des Wanderns in schwierigem Gelände im langen Kleid perfektioniert. Kann sehr praktisch sein bei einer Fluss-Überquerung einfach das Kleid hochzunehmen und durchzulaufen und auf der anderen Seite zu warten, während andere mühsam die Hosenbeine hochkrempeln und dann doch nass werden, weil nicht hoch genug.)

Es werden durchweg Symbole und Dinge, die als “typisch weiblich” gelabelt sind, herabgesetzt. Damit wird eine lange Geschichte der Abwertung weiblicher Vorlieben, Ideen und Praxen weitergeschrieben. (Hierbei geht es nicht um essentialistisch weibliches, sondern um Dinge, die als solche eingeordnet werden.) Angegriffen wird also immerzu die Abweichung von der Norm, in diesem Fall der “Mädchenkram”. Die Norm selbst bleibt weiterhin unbenannt und somit auch unverändert. Es werden bestimmte Dinge abgelehnt, aber nicht gleichzeitig aufgezeigt, wie die implizierten Alternativen ebenfalls gegendert sind. Eine der Folgen könnte dann sein, dass Sachen, die eher Mädchen zugeschrieben werden, verschwinden.

Dies ist sogar eine ziemlich realistische Annahme: In der Schulbuchreihe Mathestarts 4 gab es zum Beispiel eine stereotype Aufgabenstellung. Zwei Kinder, eins als Junge, das andere als Mädchen markiert, kauften Spielzeug.  In der Auflage 2005 möchte Thomas ein Fußballtor und einen Gameboy, Tanja hingegen wünscht sich eine Puppe und ein (Spiel)Pferd. In einer neueren Auflage möchte Thomas weiterhin das Fußballtor und dazu eine Kamera, Tanja aber will nun ein Badminton-Set und eine Spielesammlung. Nicht etwa wurde Thomas der Wunsch nach einer Puppe ermöglicht, stattdessen wurden wurden alle weiblich konnotierten Spielzeuge aus der Aufgabe entfernt.

Und die Frage ist wer_welche profitiert davon? Wenn weiterhin allein bisher männlich-konnotierte Eigenschaften, Ideen und Gegenstände als positiv dargestellt werden, ensteht keineswegs eine gerechtere Gesellschaft. Viel eher zeigt sich, dass auch diese Kampagnen in ihrem Kern androzentrisch sind. Und auch Feminitätsfeindlichkeit stützt ein Patriarchat.

Aber (jetzt in die andere Richtung), ich verstehe auch, warum sich Menschen gegen den pinken Overkill zu wehrsetzen. Ein Feminitätshype, der nur auf eine eindimensionale Interpretation von Feminität setzt, ist ebenso nicht wünschenswert. Zu sehr ausgerichtet ist dies auf bestimmte Rollen, zu klar passt dieses Modell allein in eine heterosexuelle Matrix und zu viele Ausschlüsse werden produziert. Es sollte um Optionen gehen, darum auswählen zu können. Und in der Art und Weise, wie derzeitig eine rein pinke Welt für Mädchen geschaffen wird, ist ein Sichtbarmachen von anderen Möglichkeiten wichtig. Das Aufmachen von Optionen ist auch entscheidend, um eine zwanghafte Zweigenderung, wie sie auch mit den bisher genannten Zuschreibungen einhergeht, aufzubrechen. Diese Debatte sollte aber auch nicht allein an Kinderspielzeugen und Werbungen, die Kinder sehen könnten, ausgerichtet sein.


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Aufregen, Solidarität und tolle Projekte – Die Blogschau

12. Januar 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 187 von 242 der Serie Die Blogschau

Frau L aus F hat einen Beschwerdebrief an Tchibo geschrieben, bei denen Haushaltsarbeiten natürlich ausschließlich von Frauen erledigt werden.

Und auch Ninia LaGrande muss sich aufregen und zeigt Werbemechanismen mit denen sexistische Erzählungen fortgeführt werden. Außerdem: Warum wird mittlerweile selbst ein Getränk wie Caprisonne für Kinder gegendert?!

Daniela Oerter, eine der drei Initiatorinnen von #ichhabnichtangezeigt, sucht Frauen ab 21 Jahre für ein Buchprojekt zum Thema “sexualisierte Gewalt gegen Frauen ab 16 Jahren”.

Am 9. Januar wäre Simone de Beauvoir 105 Jahre alt geworden. Nadia erinnert auf Shehadistan mit ein paar Anekdoten.

[TW: Gewalt gegen Frauen] Publikative schreibt unter dem Titel “Doppelpass und Doppelmoral” zur Berichterstattung über Rafael van der Vaart.

aufZehenspitzen ruft zu Solidarität auf: “Nicht über andere Mütter lästern. Das ist ein wichtiger Teilaspekt, den Feminismus für mich leisten muss. Strukturen kritisieren und Zwänge. Ja ja ja. In einem dafür geeigneten Setting. Aber bitte nicht im Small-Talk auf dem Rücken einzelner Mütter.”

Melusine macht sich auf Gleisbauarbeiten Gedanken zu Kommentaren, Trolls und Sexismus.

Der Bonner Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat ein Problem mit geschlechtergerechter Sprache und weiß sich nur noch mit Gewalt zu helfen. Oder so. Helga schreibt auf Drop the thought zu der aktuellen Plakatkampagne.

Ein neues Projekt zur Sichtung weiblicher* Wissensräume soll entstehen. Ulli Koch entwickelt es zur Zeit und freut sich auch noch auf Hinweise.

Und ich habe bei Femgeeks einen Artikel veröffentlicht zur Darstellung von Afrika und Afrikaner_innen in Computerspielen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Freie Medien für freie Meinungen (weißer Männer)

21. November 2012 von Charlott

Die öffentlich-rechtlichen Sender versuchen sich mal wieder an einer Image-Kampagne. Ich weiß natürlich nicht, was deren definiertes Ziel war. So lange es aber etwas anderes war, als ausschließlich weiße Männer als entscheidend herauszustellen, möchte ich ihr gern den Stempel “Gescheitert” auf jedes einzelne der Plataktmotive drücken.

Die Kampagne besteht aus vier Printmotiven und einer Webseite, auf der es ein Quiz (“Wer hat gesagt?”) gibt. Außerdem findet sich auf der Webseite eine knappe Erklärung dazu, was uns öffentlich-rechtlichen Sender gern nahelegen möchten:

Starke Meinungen für eine starke Kampagnenbotschaft.

Eine Demokratie ist nur so stark wie ihre Medien. Deshalb sind umfassende Berichterstattung, relevante Informationen und vielfältige Meinungen unverzichtbar für unsere Gesellschaft.
Nur so kann jeder eine eigene, fundierte Haltung entwickeln.

Diese Botschaft vermitteln in unserer Kampagne Persönlichkeiten,
die genau dafür stehen – für eine eigene Haltung, für Vielfalt und Unabhängigkeit. Heiner Geißler, Uli Hoeneß, Tim Bendzko und Dr. Michael Otto können sich dabei auf einen Grundsatz einigen: Wir brauchen Medien, die verlässlich für Vielfalt und Qualität stehen.
Dank Ihres Rundfunkbeitrags.

“Starke Meinungen” scheinen laut den Medienanstalten ausschließlich weiße Männer vertreten zu können. Damit werden typischen Bilder verstärkt, nach denen weiße Männer (mit bestimmten weiteren Voraussetzungen wie “Bildung” etc.) mit Logik und Objektivität in Verbindung gebracht werden. Diese Männer können uns also besonders gut etwas über Medien erzählen. Und da sie als Standard markiert sind in unserer rassistisch und sexistisch strukturierten Gesellschaft, wird davon ausgegangen, dass deren Meinungen alle Personengruppen ansprechen können.

Und auch im Quiz wird es nicht besser. Es gibt zehn Aussagen zum Thema Medien und die Nutzer_innen sollen jeweils zwischen drei Personen wählen, welche den entsprechenden Satz gesagt hat. Insgesamt stehen also dreißig Menschen zur Wahl. Genau ein einziger ist weiblich: Angela Merkel. Aber von ihr ist natürlich nicht das Zitat. Die Zitate sind letzten Endes auch allesamt von weißen Männern, auch wenn die Nutzer_innen wenigstens kurz überlegen dürfen, ob es auch Nelson Mandela oder Barrack Obama gesagt haben könnten.

Was soll ich nun aus dieser Kampagne ziehen? Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten senden eh nicht für mich? Meinungen von mir und Menschen, die mir ähnlich sind, sind eher keine “starken Meinungen”? Weiße Männer, die die Welt erklären, sind doch nicht out?


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