Einträge mit dem Tag ‘Werbung’


Schlimmer wohnen mit Kolonialrassismus

10. September 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 52 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Möbel Roller hatte letzte Woche mal wieder ganz entzückende Deko im Angebot: Die “Afrika-Lady”, eine Kunststofffigur “in verschiedenen Ausführungen”. So eine Schwarze Frau aus Plastik, die trägt, was “die Afrikanerin” halt angeblich so trägt (farbenfrohe Tracht am Leib und irgendwas anderes buntes auf dem Kopf), verleiht auch dem biedersten deutschen Wohnzimmer das richtige “exotische” Flair, oder wie?  Komisch, der Bedarf für Europa-Ladies auf dem Sideboard scheint begrenzt zu sein. Was die wohl mit sich herum tragen würde – Aktentasche? Alditüte?  Fail der Woche, Firma Roller!


Facebook | |


Nicht wegen Feminismus oder so – die Blogschau

27. August 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 122 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Heute im Programm: Kinder, Liebe, Umfragen. Und ein Leben als Petit Four. Vielleicht.

Luise Pusch berichtet bei fembio über ihre neue Twitter-Seite und schreibt, warum sie keine „follower“ haben wird.

„Wie sieht es hinter der poststrukturalistischen Rhetorik der Piraten mit den ‚Geschlechterrollen‘ innerhalb der Partei aus?“ fragt Regina Frey beim genderbüro anlässlich der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September.

Antje Schrupp denkt bei Über Liebe und Freiheit gemeinsam mit Franziska zu Reventlow über … na klar … die Liebe und deren Geschlecht (oder auch nicht) nach.

Missy-LeserInnen sind zur Teilnahme an einer Umfrage zum Missy Magazine – ein Diplomarbeitsprojekt an der Uni Erlangen – aufgerufen. Dauert etwa 15 Minuten.

Auf eine weitere Studie in Entstehung weist Katrin Rönnicke hin. Es geht um die Darstellung der Geschlechter im Kinderfernsehen, Eltern zum Mitmachen gesucht.

„Mädchen auch zu den Autos und Jungs auch zu den Puppen“ – das ist doch nicht so schwer. Manu bloggt den Beschwerdebrief ihres Sohnes (7) und der macht Hoffnung für die Zukunft.

Eine aktuelle Linksammlung rund um Mütter, Schwangerschaft und Eltern findet sich bei dem ohnehin empfehlenswerten Blog fuckermothers. feministische Perspektiven auf Mutterschaft.

rasha h. khaya, die West-Östliche Diva, ruft uns die „Women 2 Drive“-Kampagne in Saudi-Arabien wieder ins Gedächtnis.

Beate Hausbichler war für diestandard.at beim Girls Rock Camp in Niederösterreich und hat unter anderem dieses Argument aufgeschnappt, warum rein weibliche Räume manchmal gut sind: „Nicht wegen Feminismus oder so, aber jede kann sich so besser verwirklichen.“

Paula von Puzzlestücke spielt ein Adventure Game und ärgert sich über die Sprüche der Figuren – Lookism galore.

Michaela schreibt bei Erlebnisse und Gedanken über ihre Freundin Farah und deren Diplomarbeitsprojekt über die Diskriminierung transidenter Menschen.

Und zum Schluss: Beim blogabsatz gibt es einen schönen kleinen Text über das Leben, die Arbeit und mögliche Alternativen.

Termine
Das 2. bundesweite Netzwerktreffen junger Feministinnen innerhalb und außerhalb der Mädchenarbeit vom 2. bis 4. September in Darmstadt. Mehr Infos gibt’s hier.


Facebook | |


Playboy-Fotos und Kopftuchstreit: News zur WM 2011

21. Juni 2011 von Nicole

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2011 am kommenden Sonntag gibt es noch einmal eine kleine Presserundschau bei uns:

Im Tagesspiegel schreibt Nadine Lange über WM-Werbung mit Sexappeal und die Playboy-Fotos der Nicht-WM-Teilnehmerinnen

Ein Porträt von Sinem Turac, türkischstämmige Schiedsrichterin aus Berlin, gibt es bei der Deutschen Welle.

Das Netzwerk Football against Racism in Europe, FARE, fordert im Kopftuchstreit zwischen Fifa und Iran (wir berichteten) den internationalen Fußballverband auf, das Hijab-Verbot zurückzunehmen.

Zum Frauenfußball aus Sicht der Geschlechterforschung gibt es bei der Böll-Stiftung einen längeren Text von Johanna Wirxel.

Daniel Meuren, dessen Absatzkick-Kolumne auf faz.net eine Dauerempfehlung ist, war beim Training des Teams aus Äquatorialguinea und liefert mal ein paar Hintergründe, die nicht überall zu lesen sind.

In der taz ärgert sich Jana Petersen über sexualisierte Fankleidung zur WM.

Bei Zeit Online schreibt Heike Faller schöne Sachen über Frauenfußball: jungenhaft, mädchenhaft, sportlich, sexy – geht alles zusammen.

Im Hamburger Abendblatt vertritt Iris Hellmuth ihr Recht, sich als Frau nicht für Frauenfußball zu interessieren.

In der Augsburger Allgemeinen (danke für den Hinweis!) tut Tilmann Mehl das ebenfalls, als Mann allerdings. Und wir erfahren noch, dass “der Augsburger” sich nicht von Medienkampagnen irgendwohin locken lässt. Ein weiterer Leserinnenhinweis auf einen Artikel: “Warum müssen Frauen überhaupt versuchen, es in allen Bereichen den Männern gleichzutun?”, fragt Jörg Rinne in der Neuen Westfälischen.

Ein kleiner Blog-Zwischenruf von Ninia: Der reicht’s. Fußball oder nix.

Veranstaltungen
Zusammenschauen: Das Blogprojekt Spielfeldschnitte lädt zum gemeinsamen WM-Gucken ins Hamburger Gängeviertel

Das Missy Magazine, der Fußballladen Goal, die Maiden Monsters und Etsy laden am 9. Juli in Berlin zu den ersten internationalen Hoffestspielen.


Facebook | |


Quote für Migrant_innen in der SPD? – Die Woche im Überblick

4. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 103 von 153 der Serie Kurz notiert

Im Guardian gibt es ein Porträt von Michelle Bachelet, der ehemaligen chilenischen Präsidentin und ersten Vorsitzenden der neugeschaffenen UN Women.

Die Autorin und Journalistin Karen-Susan Fessel wird heute im Rahmen der Osnabrücker Gay in May-Kulturtage mit dem Rosa-Courage-Preis ausgezeichnet.

Antje Schrupp hat ihre Präsentation über Frauen- und Männerbilder in der Werbung frei zugänglich gemacht.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat einen Reader über “Digitale Intimität, die Privatsphäre und das Netz” herausgegeben, der zum Download bereit steht. Ein Beitrag in dem Heft beschäftigt sich mit Sexismus, Rassismus und Homophobie im Netz und schlägt verschiedene Möglichkeiten des Umgangs damit vor.

Sibylle Hoyer ist auf der Suche nach Interessierten, die an einer Studie zur Frauenquote in der Privatwirtschaft teilnehmen möchten.

Bleiben wir gleich beim Thema Quote: In der Zeit beschweren sich die Autorin und der Autor eines Artikels über den Fakt, dass eine Frauenquote die beruflichen Aufstiegschancen von Männern behindere. Natürlich kommt der Text ohne Kontextualisierung aus, das heißt, es werden Fakten ignoriert wie: Zweck und Notwendigkeit von positiven Maßnahmen, geschlechtsspezifische Diskriminierung im Berufsleben, unterschiedliche Chancen- und Ressourcenausstattung von Männern und Frauen.

Eine ganz andere Quotenforderung kommt aus der SPD. Nachdem Thilo Sarrazin nun doch in der Partei verweilen darf, möchte sich diese eine Quotierung für Migrant_innen geben, berichtet Migazin. Sarrazin selbst findet die Idee eher bescheiden, wie die Frankfurter Rundschau schreibt.

Das antirassistische Mediawatch-Blog Der Braune Mob weist auf eine Broschüre des “Fördervereins PRO ASYL e.V.” hin. Es sollen u.a. Stimmen gegen die Ausgrenzung und Diskriminierung von Flüchtlingen gesammelt werden.

Gender Across Borders hat einen Aufruf zu Männlichkeiten gestartet: Es werden Autor_innen gesucht, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema auseinandersetzen und darüber schreiben möchten. Bewerbungsschluss ist der 18. Mai.

Die Bloggerin Ninia Binias wurde in Trackback, einer Sendung des Radiosenders Fritz, vorgestellt.

Nele Bachmann sucht für ihre Bachelorarbeit an der Freien Universität Berlin Doppelkarrierepaare mit Kindern für eine Interviewerhebung (PDF).

Die Al Arabiya News porträtieren Zainab al-Khawaja, eine bahrainische Aktivistin. Nachdem ihr Vater, Ehemann, Onkel und Schwager verhaftet wurden, begann sie einen Hungerstreik. Seit Mitte Februar gibt es auch in Bahrain Proteste für mehr Demokratie und Menschenrechte.


Facebook | |


Die Geschichte von Astra und dem lustigen „Tatsch-Screen“

13. April 2011 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 17 von 26 der Serie Der Kommentar

Ninia Binias bezeichnet sich selbst abwechselnd als Germanistin, Kunsthistorikerin, Bloggerin, Slammerin und Unternehmenskommunikationsfrau. Seit 2009 bloggt sie auf Ninia LaGrande. In unserer Reihe der WWW Girls wurde sie hier vorgestellt.

Der Astra Tatsch-Screen (Bild über Ninia LaGrande über horizont.net)

Der Astra Tatsch-Screen (Bild über Ninia LaGrande über horizont.net)

Mein Blog ist eine Plattform für meine Slamtexte, Fotos, Musik, Veranstaltungen und eben auch für meine „Beschwerdebriefe“, die ich an Unternehmen schicke, wenn die Sachen machen, die mir nicht gefallen. So auch bei Astra, als ich eines der neuen Plakat für ihre Kampagne „Astra bleibt analog“ gesehen habe. Ein Frauenpo in glänzender Hotpants und Leopardentattoo an den Beinen wirbt für den neuen Astra „Tatsch-Screen“. Es existiert auch ein zweites Motiv für die Kampagne: Zu sehen ist ein Mann, komplett angekleidet, mit Lebkuchenherz („Toll! Astra mit 1 Gigaherz!“).

Einen Frauenpo an einer Theke als neuen „Tatsch-Screen“ zu bezeichnen fand ich nicht nur daneben, sondern absolut zum Kotzen und schrieb folgenden Brief an Astra:

Liebe Agentur Philipp und Keuntje, liebe Astra-Menschen, ich gebe zu dass dieser Kylie-Popo in stylisch glänzender Hotpants gut aussieht. Allerdings hoffe ich, dass ihr alle, solltet ihr tatsächlich mal solch einen Popo “touchen”, ordentlich was in die Fresse bekommt. Wie kommt man auf die Idee, mit so einem Anzeigenmotiv indirekt dazu aufzufordern, einer Frau ungefragt an den Hintern zu packen, nur weil der ja gerade so schön glänzt. Geht’s noch? Selbst, wenn die Dame nackelig herum rennen würde, hat keiner das Recht, sie anzufassen. Nur weil er gerne “analog” bleiben möchte. Und noch viel schlimmer finde ich, dass die W&V, die ich eigentlich gerne lese, diese Anzeige zum “Favouriten” der Woche gemacht hat. Sie würden so einen Hintern nämlich auch im echten Leben gerne mal “touchen”. Die Agentur sagt, Astra hätte ein Herz für alle, die sich im World Wide Web verheddert haben. Tja, schade, ich habe leider kein Herz für Werbemenschen, die im Kopf vollkommen verheddert sind.

(weiterlesen …)


Facebook | |


Kurz verlinkt: rassistische Werbetafeln, männliche Legofiguren und studentische Prostituierte

2. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 96 von 153 der Serie Kurz notiert

In Anatolien demonstrierten Frauen für das Recht auf Minirock. Sie richteten sich gegen die Aussage eines Theologieprofessors, der behauptete, dass Frauen, die sich „aufreizend“ kleiden, sich nicht wundern sollten, wenn sie vergewaltigt würden. Frauengruppen liefen Sturm und stellten richtig: Ob Minirock oder Voll­verschleierung, Schutz vor Missbrauch und Vergewaltigung bieten beide Klei­dungs­stücke nicht.

Die FAZ stellt in einem Video die Rollstuhltennisspielerin Katharina Krüger vor. Sie ist mit 20 Jahren bereits fünfmalige deutsche Meisterin und hat auch an den Paralympics 2008 teilgenommen. Vom Fußgängertennis unterscheidet sich Roll­stuhl­tennis übrigens nur in einer Regel: Der Ball darf zweimal aufkommen.

In New York City wurde eine rassistische Anti-Abtreibungswerbetafel mit Aufschrift „Der gefährlichste Ort für ein afroamerikanisches Kind ist der Mutter­leib“ aufgehangen. Diese wurde nach massivem Protest wieder ab­ge­nom­men!

Warum sind die Standardfiguren in Legosets eigentlich so oft männlich? Diese Frage trieb Melitta Walter um und das Spiegel TV Magazin ging ihr nach. Ob Bauarbeiter oder Polizist, fast jeder Beruf wird mit männlichen Figuren aus­ge­liefert, eine Professorin findet sich erst in der Phantasiewelt „Atlantis“. Wer sich mehr Vielfalt wünscht, muss sie leider selbst herstellen.

Im März vergangenen Jahres preschte die Telekom als erstes deutsches Un­ter­nehmen vor und gab sich eine Frauenquote (wir berichteten). Anastassia Lauter­bach übernahm daraufhin die Spitzenposition im Produkt- und In­no­va­tions­bereich. Jetzt wurde sie entlassen, nachdem sie zuvor bereits von der Tele­kom degradiert worden war, berichtet Spiegel Online.

Eine Kritik zur PartypolitikLadies trinken für lau” gibt es auf feministing.

Auf Direkte Aktion könnt ihr einen Beitrag zur „studentischen Pros­titu­tionsliteratur“ lesen, die die Lebensrealität von geschätzt 100.000 10.000 Studierenden in Deutschland beschreibt, die neben ihrem Studium im Sexgewerbe arbeiten: „Prostitution in einer prekarisierten und globalisierten Arbeitswelt“.

Britische homosexuelle Muslim_innen kämpfen für ihr Recht auf Ehe und sprechen mit BBC über Glauben, Sexualität und die so genannte nikah, ein muslimischer Ehevertrag. Muslimah Media Watch berichtet ebenfalls.

Fallopian Falafel – אשת חיל - ist ein unkommerzielles feministisches Fanzine in Jerusalem, welches im Mai 2007 erstmalig erschien. Es handelt von Femi­nis­men in Israel und thematisiert alle Formen von Unterdrückung. Leider hat die Herausgeberin Hadass S. Ben-Ari den letzten Call für das Magazin ausgerufen und hofft nun auf rege internationale Beteiligung – die Themen sind frei wählbar. Mehr Infos gibt es auf der Homepage.

Barbara Streidl war anlässlich zum 100. Internationalen Frauentag zu Gast bei einer Diskussionsrunde zum Thema “Ohne Gleichstellung keinen Fortschritt” im Willy-Brandt-Haus.


Facebook | |


“Sorry Mädels”

10. Juli 2010 von Magda

Frauen hassen Fußball. Oder den Bezahlsender Sky. Oder die Tatsache, dass ihre männlichen Partner Fuߟball gucken. Eins ist jedoch klar: Alle Frauen finden es gleichermaßen zum Kreischen, Fluchen, Ausrasten. So zumindest scheint die Grundannahme der Macher_innen folgenden Werbefilms vom Bezahlsender Sky zu sein, der sich damit rühmt, das “beste Fernsehen” zu bieten. Sexismus Galore mit einem kräftigen Schuss Hysterie.

Langweiliger Sexismus reproduziert sich in kleinen Filmchen anscheinend so gut, das Sky noch ordentlich nachlegte: In einem Werbefilm haut eine Frau ihrem männlichen Begleiter die Tasche in den Bauch, damit dieser die ach-so-verlockende Werbung des Senders nicht sehen kann (nein, es ist nicht lustig, wenn eine Frau einem Typen Schmerzen zufügt). In einem anderen Video isst eine Frau die Werbeanzeige von Sky lieber auf, bevor diese einem Mann in die Hände fallen könnte.

Selbst die BILD rüttelte da einst mehr an langweiligen Stereotypen.


Facebook | |


Blogschau: Butler, Fußball, Merch

26. Juni 2010 von Nicole
Dieser Text ist Teil 86 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Starten wir mit dem Thema der Woche: Zu Butler, CSD & Co. gibt’s auch bei Antje Schrupp noch was zu lesen. Das Feministische Institut Hamburg blickt zurück auf eine Podiumsdiskussion zum Thema „Citizen 2.0. Wie beeinflusst das Netz die demokratische Öffentlichkeit?“

Die Denkwerkstatt zeigt uns in bunten Bildern die berufliche Zukunft für (österreichische) Absolvent_innen der Gender Studies. diestandard.at hat eine Studie gelesen, die feststellt, dass Frauen bei Multitasking nicht besser seien. Stimmt doch nicht!

Die Missy freut sich: Der Frl-Zucker-Beutel is back! Dafür ärgert sich loopkid.net über dämliche Werbung. Und die hönigsüße Welt hat die Schnauze voll von Schland und empfiehlt gleich noch die Mandi-Broschüre zu Fußball, Nationalismus und Sexismus.

Noah Sow hat auf dem Hamburger Fanfest erstaunliche Werbung gefunden: „Diese Frauen haben den Längsten“. Und zum Abschluss noch mal Fußball, aber diesmal nicht Männer-, sondern Frauenfußball. Einen Call for Papers für eine Tagung zur Geschichte des Frauenfußballs gibt‘s bei queernews.at zu lesen.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Neues von Axe

8. Juni 2010 von Nadine

Aufgrund der aktuellen sexistischen Axe-Werbung gab es erfreulicherweise einige Beschwerden beim Werberat. Dieser reagierte nun vor kurzem. An Leser_in bohemienne richtete er folgendes:

wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde vom 14. Mai und unseren Zwischenbescheid vom 19. Mai 2010.

Zu 1: Nach Eingang der Stellungnahme des werbenden Unternehmens haben wir die Angelegenheit den Mitgliedern des Deutschen Werberats zur Beurteilungvorgelegt. Diese sind zu der Auffassung gelangt, dass die og. Werbung nicht zu beanstanden ist und zwar aus folgenden Gründen: Die Werbemaßnahme enthält zwar erotische Elemente, denen aber keine Frauen herabwürdigende oder diskriminierende Aussage zu entnehmen ist. Im Gegenteil: Das Model nimmt eine eher dominante Position auf dem Plakat ein. Der Slogan „Reizt Frauen, nicht die Haut!“ mag isoliert betrachtet als anzüglich aufgefasst werden. Aber die eher spielerisch-provokante Art, mit der das Thema Verführung bzw.Verhältnis Frau-Mann in die Werbemaßnahme eingebettet ist, lässt durchaus den augenzwinkernden Tenor der Darstellung erkennen.

Zu 2.: Nach Überprüfung der oben genannten Werbemaßnahme sehen wir unter Berücksichtigung der uns inzwischen zugegangenen Stellungnahme des werbenden Unternehmens keinen Anlass für eine Beanstandung. Der Deutsche Werberat, die selbstdisziplinäre Einrichtung der Werbewirtschaft in Deutschland, beanstandet eine werbliche Maßnahme dann, wenn sie gegen seine Verlautbarungen oder die darin zum Ausdruck kommenden herrschenden gesellschaftlichen Grundüberzeugungen verstößt. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn Darstellungen oder Aussagen in der Werbung erfolgen, die Frauen herabwürdigen oder diskriminieren. Bei vorliegender Werbemaßnahme können wir eine solche Herabwürdigung oder Diskriminierung von Frauen jedoch nicht erkennen. Das Thema Frau-Mann-Verführung wird in dem Online-Spiel auf schon fast comicartige Art und Weise behandelt: mit fliegenden Männern (ohne Flugzeug o.ä.) und einem Model, das sich mehrfach verwandelt (bis hin zumKondensstreifen). An keiner Stelle des Spiels wird die Frau in eine runterwürfigen oder herabwürdigen Pose vorgeführt. Inwieweit die comicartige Überzeichnung der Beziehung von Frau und Mann (siehe auch die eingeblendeten Hände) schon fast albern zu nennen ist, kann nicht Kriterium für eine Beanstandung durch den Werberat sein. Frauendiskriminierung liegt jedoch nach unserer Auffassung nicht vor.

Mit freundlichen Grüßen” (Quelle)

Es klingt, als habe der Deutsche Werberat die “inzwischen zugegangene Stellungnahme des werbenden Unternehmens” sehr wohlwollend berücksichtigt oder einfach gleich abgeschrieben. Solche ignoranten und privilegierten Antworten auf Beschwerden sind mir sonst nur bei rassistischen Vorfällen bekannt. Auch in Österreich häufen sich die Beschwerden beim dortigen Werberat. Eine Antwort steht noch aus.

Axe Adbust

Unser_e Leser_in Sarah hat ihre Wut in kreative Energie umgewandelt und folgende Adbusting-Vorlage gebastelt, die an dieser Stelle heruntergeladen und ausgedruckt werden kann. Die Vorlage ist zweimal auf DIN A4 abgebildet, also fertig zum Ausschneiden und Aufkleben. Feel free to ad!


Facebook | |


McDonald’s gibt sich schwulenfreundlich

3. Juni 2010 von Magda

In Frankreich kann man folgende McDonald’s Werbung über einen jungen schwulen Mann und seinen (ahnungslosen) Vater bestaunen

Die einen befinden, dass diese Werbung “junge schwule Männer realistisch und vorurteilsfrei darstellt und endlich auch homosexuelle Menschen in eine Institution einschließt, die für so viele Familien ein integraler Bestandteil ihres Lebens sei”. Andere fragen sich, “Was hat Hamburger essen eigentlich mit Schwulsein zu tun? Die Werbung sollte lieber Botschaften über Toleranz und Verständnis für Schwule und Lesben in der gesamten Gesellschaft senden, nicht nur begrenzt auf McDonald’s Filialen”.

Transkript nach dem Sprung (weiterlesen …)


Facebook | |



Anzeige