Einträge mit dem Tag ‘Werbekritik’


Wenn es doch nur ein Aprilscherz wäre… Snickers und Street Harassment.

1. April 2014 von Charlott

Wenn es doch nur ein Aprilscherz wäre, habe ich gedacht, als ich das aktuelle australische Werbevideo für den Schokoriegel Snickers sah. Doch veröffentlicht wurde es bereits in der letzten Woche. Zu Beginn des Spots wird gefragt, was denn wäre, wenn Bauarbeiter (es scheinen nur männliche gemeint) nicht “sie selbst” wären. Dann die folgenden Szenen: Ein Baugerüst, bzw. eine größere Baustelle, wo eine Reihe von Bauarbeitern stehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite laufen Frauen vorbei. Die Bauarbeiter rufen diesen Dinge zu. Aber “überraschende” Aussagen wie zum Beispiel “I’d like to show you the respect you deserve” (“Ich möchte dir gern den Respekt zollen, den du verdienst.”). Am Ende gibt es denn Snickers-Slogan als Auflösung: “Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.”

Davon abgesehen, dass ich auch das Zurufen vermeintlich positiver Statements als grenzverletztend wahrnehme, ist dieser Spot auf so vielen Ebenen problematisch, ich weiß gar nicht, wo ich am liebsten beginnen möchte. Die Werbung spielt zum einen mit stereotypen Annahmen dazu, wer denn besonders für Street Harassment verantwortlich ist – sonst würde der “Überraschungsmoment” gar nicht funktionieren. Aber zum anderen: Was soll das Ende sagen? Wenn diese Männer endlich was zu Essen (Snickers!) bekommen haben, dann können sie wieder in ihren sexistischen, misogynen Normalzustand zurück?

Passenderweise ist derzeitig Anti Street Harassment Woche.

Eine Analyse des Spots gibt es auch auf Englisch bei Sociological Images.


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Arsch hoch gegen Masern

22. Oktober 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 57 von 59 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Ich radele jetzt öfter an den Plakaten für die aktuelle Impfkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vorbei und muss schon sagen, Respekt: Ein kontroverses Thema wie die Masernschutzimpfung irgendwie sexy aufzubereiten, das muss man ja auch erstmal schaffen. Das ist echt eine Herausforderung, und da hab ich auch Verständnis, dass man natürlich nicht an alle(s) auf einmal denken kann und sich der Handlichkeit halber erstmal auf die Bedienung des male gaze beschränkt (wobei, so ein Typ* mit Waschmaschine, das ist doch für die moderne Heterofrau als solche auch ein ziemlich heißer Anblick, oder nicht?, haha).

Klar, das kann natürlich auch mal wieder total Zufall sein.  Reiner Zufall, dass auch diese Kampagne mit offensichtlich eher jungen, wahrscheinlich weißen, konventionell attraktiven Menschen wirbt. Und reiner Zufall, dass der Mensch, der offensichtlich einen Mann* darstellen soll, auf dem einen Motiv in einer ziemlich organischen, neutralen Ich-krabbel-suchend-auf-dem-Boden-rum-Haltung abgebildet ist, während der andere Mensch, der offensichtlich eine Frau* darstellen soll, just in dem Moment fotografiert wurde, in dem sie unter einem dermaßen niedrigen Möbel zugange ist, dass ihr Hintern eine im wörtlichen Sinne herausgehobene Rolle auf diesem Bild bekommt, während der eine Fuß  derweil anmutig und ein wenig hilflos in der Luft flattert – man könnte ja fast so weit gehen, sich vage an Pin-Up-Inszenierungen erinnert zu fühlen… (Und jetzt komme mensch mir bitte nicht mit naseweisen “Ha, ertappt, für dich ist wohl jede Person im Rock automatisch ‘ne Frau?!”-Entgegnungen, ich denke, inzwischen ist genug über die übliche Darstellung von Geschlechtsperformance bekannt, um unterstellen zu dürfen, dass Kampagnen wie diese hier im allgemeinen eher normativ daher kommen).

Ich mein, man muss bedenken, so eine Werbekampagne wird ja in der Regel mehr oder weniger random zwischen Tür und Angel zusammengekloppt, da kann es natürlich schonmal sein, dass man sich nicht bei jedem Detail was gedacht hat. Aber im unwahrscheinlichen Fall, dass doch, will ich glaub ich gar nicht so genau wissen, was.


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Die Berliner Sparkasse ist traurig, dass Geschlecht keine Diskriminierung rechtfertigt

3. September 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 56 von 59 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Wer sexistische Werbung machen will, hat eine Reihe an Möglichkeiten, ins Klo zu greifen. Die Berliner Sparkasse schafft es angesichts der „drohenden“ Unisex-Tarife von Rentenversicherungen ab Dezember.

Ein weißes Plakat mit roter Schrift ACHTUNG GLEICHBERECHTIGUNG! und darunter in blau JUNGS HALTET DEN KLEINEN UNTERSCHIED FEST! Daneben eine weiße schlankge Frau in grauer Retro-Unterwäsche

Bild mit freundlicher Genehmigung von @Milenskaya

Womit auch besser eine Rentenversicherung verkaufen, als mit einem Pin Up-Bildchen? Und dann in großen roten Buchstaben ACHTUNG GLEICHBERECHTIGUNG!!! Mit drei Ausrufezeichen! Zwei mehr und die Mütze wäre eine Unterhose. Darunter warnt die Sparkasse dann freundlicherweise „Männer werden ab dem 21.12. wie Frauen behandelt.“ Oh weh die modernen Zeiten, in denen Menschen nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden dürfen.

Und was hat es mit dem „Jungs, haltet den kleinen Unterschied fest“ auf sich? Eine äußerst unsubtile Aufforderung, den Penis in die Hand zu nehmen, angesichts der knapp bekleideten Frau, wie @clarityandchaos spekuliert? Kann das noch als ironischer Sexismus durchgehen oder muss da nicht dem Letzten klar werden, dass Bindestrich-Sexismus, ob Ironie oder Retro, immer noch Sexismus ist?

Die Berliner Sparkasse freut sich übrigens über Feedback auf diversen Kanälen, per Twitter @BerlinerSPK oder Facebook. Hier geht es direkt zum Beschwerdeformular des Deutschen Werberats. Was derzeit wieder fehlt: Ein Hatr/Watchblog für Werbung, so wie die Werbewatchgroup Wien.


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„Gender, Werbung, Porn“

11. Juni 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 104 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

aniversum

Wie heißt du?
Milena Glimbovski – auch wenn man mich im Web als Milena Lebowski (aka The Small Lebowski) oder Milena Glim findet und halt vor allem als Milenskaya.

Seit wann bloggst du?
Der erste Versuch war ein „hipper“ StreetStyleBlog in 2006 in Hannover und scheiterte an der besagten Hippness von Hannover. Milenskaya dagegen entstand im April 2011 bei meinem Praktikum in einer Londoner Design-Agentur.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Um das Leben und Wirken vor Ort festzuhalten. Später gesellten sich andere Themen dazu, die mich beschäftigten. Aber in erster Linie ging es mir darum, meine Gedanken und Fundstücke mit der Welt zu teilen. Geteilte Freude ist ja bekanntlich doppelte Freude.

Worüber schreibst du?
Seit der Slutwalk Berlin Organisation letztes Jahr beschäftigte ich mich mit Genderfragen. Also z.B. klassischer Rollenverteilung, ungleichem Lohn der Frau oder auch Slut Shaming und Sexismus im Allgemeinen. Da ich in einer Werbeagentur meine Ausbildung mache, umgeben mich Werbung und Design ständig. Also schaue ich auch oft wie Gender und Werbung zusammenhängen und wo wieder nur sexistischer Mist reproduziert wird oder etwas nackte Haut auch mal berechtigt in einem Werbe-Motiv auftaucht.

Außerdem habe ich einen Hang zu schönen, viel Haut zeigenden Bildern und eindeutig doppeldeutigen Witzen mit einem sexuellen Unterton. Die finden sich dann in der Kategorie „Porn“. Durch diese abstruse Kombination, Gender, Werbung und Porn, hoffe ich Menschen zu erreichen, die sich sonst wenig mit den einzelnen Themen beschäftigen. Oft ist ein Post auch allen dreien Kategorien zuzuordnen. Oder auch gar nicht und zeigt nur ein lustiges Katzen-gif. (mehr …)


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Ernsthaft? Frauen zu blöd zum Beine überkreuzen?

22. Mai 2012 von Helga
Eine verschlungene Metallrutsche, die an einer Stelle steil nach unten führt

Hilfe, ich bin eine Frau, holt mich hier runter!

In Zeiten moderner Technik und Sicherheitsvorschriften bleibt nicht mehr viel, was in der Zivilisation so richtig gefährlich ist. Außer Rutschen. In Österreich sind die augenscheinlich so gefährlich, dass Frauen sich von ihnen fernhalten sollten. So warnt der Freizeitpark Area 47 vor der Benutzung der Rutsche FreefallAchtung: Nicht für weibliche Badegäste geeignet!“ – immerhin geht es mit bis zu 80 km/h in die Tiefe. Eine Beschwerde dazu liegt inzwischen beim Werberat vor, mit weiteren Erklärungen:

auf meinen darauffolgenden Anruf und die Frage hin, warum Frauen diese Rutsche nicht benutzen dürfen, wurde mir von einer Angestellten erklärt, dass Frauen sich leichter erschrecken und es viel gefährlicher für sie wäre. Diesem Argumentationsgang kann ich nicht ganz folgen, da meines Erachtens nach genauso Männer sich die Hoden prellen o.ä. Verletzungen davontragen können, wenn sie mit 80 km/h ins Wasser “donnern”. Auch wurde mir gesagt, dass die BenutzerInnen dieser Rutsche die Beine überkreuzen müssten. Mir war bis dato nicht klar, dass Frauen diese Technik des Überkreuzens nicht beherrschen…

1950 lässt grüßen. Frauen erschrecken sich viel zu leicht und sind zu blöd, ihre Beine richtig zu benutzen. Der Werberat hat dazu erklärt, es handele sich nicht um „Wirtschaftswerbung“, daher sei er nicht zuständig. Was diese Werbung nun genau sei, wird leider nicht erläutert.

(via @apo_)


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Scheiß auf Diäten (und auf heuchlerische Firmen)

10. April 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 6 von 27 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Der Brüller! Als ich diesen Werbespot das erste Mal sah, dachte ich, dass dieses satirisch erstklassige Werk die perfekte Parodie auf diese dumm-dreisten Diätwerbungen sei, die ich ertragen muss, sobald ich mein Fernsehgerät anschalte.

Weit gefehlt. Du Darfst meint es ernst. Denn - haltet euch fest – Du Darfst positioniert sich mit ihrer neuen Kampagne „F*** the Diet“ (zu deutsch: „Scheiß auf Diäten“) gegen den Diätenwahn und stellt ganz schockiert fest:

Wir haben mit Frauen in Deutschland über ihre Diäterfahrungen gesprochen. Hättet ihr gedacht, dass rund 80 % der deutschen Frauen Diäten viel zu kompliziert und absolut nicht alltagstauglich finden?

Eine Diät ist nicht alltagstauglich? Waaas?! Kalorien zählen, schlechtes Gewissen haben, überteuerte Diätprodukte kaufen, das Kleid eine Nummer kleiner bestellen („da werde ich bald reinpassen!“), dumme Sprüche von anderen Diätwütigen ertragen… verdammt noch mal, ja, das nervt ganz schön im Alltag. Bis dato dachte ich, dass Du Darfst mit Diätenquatsch ihr Geld verdient, aber weit gefehlt, denn nun präsentiert sich die Marke im neuen Kleid: Diätprodukte einfach mit gute-Laune-Bildern und eigentlich lobenswerten Anti-Diät-Botschaften verpacken, dann wird’s schon gekauft. Getreu dem Motto: Mit Feminismus Light die Kasse klingeln lassen. Bewaffnet mit Gouda unter 10% Fettanteil und Halbfettmargerine tönt die Firma weiter:

Wir wissen, dass die Gedanken bei vielen Frauen häufig um Kalorien und Gewicht kreisen – richtig glücklich macht das nicht! Das kennt ihr doch sicherlich auch? Und deshalb möchte Du darfst sich gegen den Diätenwahn stark machen.

(mehr …)


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Sexismus, Rassismus – von allem zu viel: Die Blogschau

3. März 2012 von Verena
Dieser Text ist Teil 146 von 254 der Serie Die Blogschau

Ohne Axe hätten FeministInnen nur halb so viel zu tun. Bezugsgruppe Beckham kommentiert die jüngste Kampagne der Deo-Stinker. Und die jüngste H&M-Unterwäschenkampagne kriegt auch einen geklebt.

Sexistische Kackscheisse passiert natürlich nicht nur in der Werbung, auch die Comics sind prädestiniert, weibliche Körper in einer Art und Weise darzustellen, die nicht nur Anatomie-Experten kotzen lässt. Die Eschergirls kotzen mit.

Den Unternehmerinnen und KünstlerInnen des Berliner Sigmaringer 1-Zentrums droht die Räumung. Am 8. März wird über den Kauf des Gebäudes entschieden. Im Blog gibt es alle Infos, warum der Erhalt des Zentrums dringend notwendig ist.

Wolkenkuckucksblog macht sich anhand dieses Beitrags auf Social Images Gedanken über die mangelnde Diversität sogenannter Mamablogs

Das Ende des Sex äußert sich zur Stellungsnahme des deutschen Ethikrates zur Intersexualität und bemängelt nicht nur die bedenkenswerte medizinische Terminologie, mit der Intersexualität noch immer als Krankheit stigmatisiert wird sondern auch die Laxheit im Umgang mit dem medizinischen Forschungsstand an sich.

Über ihre geschlechtsangleichende Operation berichtet Michaela Werner in ihrem Blog – inklusive Blick vom Krankenhausbett aus und Podcast.

Richtig miesen Rassismus hat High On Clichés gefunden: Der Jahreskalender der Deutschen Polizeigewerkschaft greift mit grotesk überzeichneten Stereotypen von Schwarzen und Migrant_innen völlig daneben. Aber Rassismus? Nah!

Auch Afrika Wissenschaft ärgert sich über rassistische Stereotype, gefunden in der Modefotostrecke des aktuellen Missy Magazines. Die haben mittlerweile auch schon drauf reagiert.

Das Missy Magazine dagegen freut sich über ihren März-Blogger: Hans-Georg Nelles vom Väter-Blog, passend zur aktuellen Ausgabe, in der der Feminismus mit Eiern näher begutachtet wird.

“Hate Crime vs. Hate speech?”, fragt Karnele und berichtet über die Anklage dreier Lesben in den USA, die einen Schwulen zusammen geschlagen haben sollen – nicht aus Schwulenfeindlichkeit sondern als Reaktion auf dessen rassistische Beschimpfungen.

Queernews berichtet über die Entscheidung des philippinischen Supreme Court, die Homosexualität eines Richters nicht als unmoralisch zu werten.

Die Aktion, mit der mehr 350 Journalistinnen vergangene Woche eine Quote von 30 Prozent Frauenanteil in redaktionellen Führungspositionen gefordert haben, habt ihr wahrscheinlich mitbekommen. Antje Schrupp hat den Aufruf nicht unterzeichnet. Warum und was sie stattdessen tut, erklärt sie in ihrem Blog.

Eine neue Folge von previously ist da: der Radiosendung, die TV-Serien auf ihren Umgang mit Sexismus, Rassismus etc untersucht. Die früheren Folgen + Transkripte findet ihr ebenfalls jeweils auf der Startseite.


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E WIE EKELHAFT: Gewaltverherrlichender Werbeclip

2. März 2012 von Nadia

Was sich die Werbetreibenden der E.on-Tochter E WIE EINFACH wohl gedacht haben? Mit einem absolut gewaltverherrlichenden, sexistischen und abartigen Clip (Triggerwarnung – hier zu beschlechtachten) buhlen Sie um die Gunst der Stromkunden; untermauert werden soll damit “die Haltung des Konzerns” (aha?). Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne von der Hamburger Agentur HEIMAT unter der Leitung der Kreativdirektorinnen Jo Marie Farwick, Nicole Holzenkamp und Nina-Sophie Scheller, wie es die Pressemeldung verlauten lässt. Geworben wird mit dem Motto “Machen statt quatschen, Lösungen finden statt die Dinge kompliziert zu machen”.

Also, statt quatschen:  Direkt eine Beschwerdemail an presse@e-wie-einfach.de schicken. Im O-Ton kann man sich da ruhig folgendem Kommentar bei YouTube anschließen:

“Das ist einfach nur widerlich und sexisitsch (sic!). Gewalt gegen Frauen als Werbegag, Frauen bewusstlos prügeln, während häusliche Gewalt weltweit bitterer Alltag ist? An Perfidität kaum zu überbieten.”

Update (18 Uhr): E WIE EINFACH schrieb gerade folgendes auf ihrer Facebook Seite:

Wir haben die Wirkung, die unser TV Spot “Einschlafen” erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH Team 


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Sowas! Sexualisierte Bilder verstärken Sexismus

2. März 2012 von Helga

Schluss mit der Ausrede, die allgegenwärtigen Bilder von nackten Frauen, bzw. ihren sexualisierten Körpern wären „harmlos“. Tatsächlich verstärken sie Sexismus, wie Forscherinnen aus Princeton herausgefunden haben. Im Journal of Cognitive Neuroscience stellen sie eine Studie (PDF) vor, die Reaktionen auf sexualisierte und „vollständig bekleidete“ Körper vergleicht. Verwendet wurden implizite Asso­zia­tions­tests und funktionelle Magnetresonanztomographie. Leider sind keine der verwendeten Bilder zu sehen, so dass man einfach davon ausgehen muss, dass der Unterschied wirklich in der Sexualisierung liegt – die Menge an Kleidung hat damit ja nicht unbedingt etwas zu tun.

Getestet wurden zunächst heterosexuelle Männer und Frauen auf implizite Asso­ziationen. Genauer untersucht wurde auch, ob sie besonders sexistische Ansichten hatten. Wenig überraschend assoziierten sexistische Männer sexualisierte Frauenbilder eher mit Objekten, denn mit Subjekten. Die anschließende Unter­suchung mittels Magnetresonanztomographie bestätigte die Ergebnisse.

Eine Erkenntnis mit Folgen. Denn wer Frauen nicht mehr als selbstständig handelnde Menschen wahrnimmt, sondern als Objekte, spricht ihnen auch ihre Wünsche und Gedanken ab und ignoriert diese schneller. Im schlimmsten Fall kann dies zu sexuellen Übergriffen führen, wie Sociological Images warnt. Schließlich bedeutet es vor allem eins: Die Darstellungen sexualisierter Frauenkörper, ob in Werbung, Fernsehen oder sonstwo, sind nicht „einfach nur da“, sie verstärken Sexismus und das ist ein Problem.


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Wie LEGO vom Kinder- zum Jungenspielzeug wurde

10. Februar 2012 von Helga

Ein Mädchen mit roten Haaren und Jeanslatzhose hält ein buntes Legohaus in den Händen. Davor die Aufschrift: What it is is beautiful.Vor einiger Zeit erst wurde eine alte Legowerbung durch die Twitter- und Blogosphäre gereicht. Eine Werbung aus der „guten alten Zeit“, als Lego noch für Kinder war. Bis heute scheint es aber für Mädchen uninteressant geworden zu sein, denn kurz darauf verkündete Lego, endlich eine Produktserie für Mädchen aufgelegt zu haben.
Wer jetzt schlimmes ahnt – ja, es ist alles pink, die Figuren sehen mehr aus wie Barbies und der Bastel- und Baueffekt ist völlig in den Hintergrund getreten. Vor allem ist es nichts Neues, wie Anita Sarkeesian in Feminist Frequency anschau­lich darstellt, sondern reiht sich ein in mehrere gescheiterte Versuche, Lego zu „pinkifzieren“. (Beim Klick auf CC gibt es Untertitel, auch in Deutsch.)

Aber warum stehen Mädchen heute so wenig auf Lego? Zufall war es nicht. Dahinter stehen jahrelange Marketingkampagnen, die Lego ein eindeutiges Image als „Jungenspielzeug“ gaben: (mehr …)


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