Einträge mit dem Tag ‘Werbekritik’


Ableismus, Pseudo-Tabus und Gender Studies – Die Blogschau

20. September 2014 von accalmie
Dieser Text ist Teil 256 von 263 der Serie Die Blogschau

“Wir werden dieser reaktionären und antifeministischen Veranstaltung unseren kreativen Protest entgegenstellen”: Zum heutigen “Marsch für das Leben” in Berlin und den geplanten Gegenprotesten schrieb “Marsch für das Leben”? What the Fuck!

“(Not) Being Raul Kraut­hau­sen”: ei­ne Po­­le­­mik zu able­­ist­i­schen Zu­­schrei­­bun­gen von Riot Nrrrd.

Mädchenblog er­in­nerte ei­ni­ge da­ran, dass es “Gen­der Stu­dies. Nicht Gen­der­wahn” heisst.

Die ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) kritisierte die politische Instrumentalisierung Dr. Martin Luther King, Jr.s, insbesondere durch Berlins Innensenator Frank Henkel.

Zu Mentos’ Ge­­winn­­spiel-/Wer­­be­­kam­­pagne (wir berichteten) kom­men­tier­te Karo­lin bei No Average Robot: “Ich frage mich, wie immer, wie so eine Aktion mehrere Entscheidungsinstanzen übersteht. Liest da niemand die Projektzusammenfassung? Wird der mo­ra­li­sche Kom­pass aus­schließ­lich für wa­cke­li­ge Ti­sche be­nutzt?”

In Kü­bras Rei­he “50 Thoughts” bei ein fremd­wör­ter­buch er­schien “#17: Sis­ter­hood”.

Bir­git Kelles pro­ble­ma­tisches Welt-, Ge­schlech­ter- und Fa­mi­lien­bild the­ma­ti­sier­ten die Fucker­mothers.

Über einen Sonntag im Bett schrieb Hannah bei Viele in einem Blog.

Auf can i say no schreibt lightsneeze über männliche raumeinnahme: “mein raum, dein raum“.

Für alle Zine-Fans ist das ein Leckerbissen: Heng war beim Mini-Zine-Fest in Berlin und stellt auf teariffic ein paar tolle Zines vor.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Netflix und Mentos: Euer Sexismus Ist Weder “Anders” Noch “Fresh”

16. September 2014 von accalmie

Nicht selten überschlagen sich sexistische Werbe-“Ereignisse” in ihrer Abfolge und Unappetitlichkeit, und auch Netflix und Mentos haben in den letzten Tagen eine solche Situation kreiert. In beiden Kampagnen zeigt sich die sexuelle Objektifizierung von Frauen; der Mentos-Kampagne liegt gar die Normalisierung und Bagatellisierung von sexueller Belästigung und sexualisierten Übergriffen zugrunde (und auch sehr am Herzen).

Netflix – “immer anders” für weiße, heterosexuelle Männer mit Objektifizierungsfimmel

Netflix, ein Online-Portal, in dem man nach Belieben Filme und Serien auf Abruf anschauen kann und das eigene Serien produziert (zum Beispiel “House of Cards” und “Orange is the New Black“), ist ab diesem Monat auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Dazu hat Netflix eine Werbekampagne gestartet, in der unter anderem die Frage beantwortet werden soll, ob im deutschsprachigen Raum die gleichen Inhalte abrufbar seien wie  in den USA. Netflix entschied sich gestern dafür, dies mit einem Bild zu thematisieren. Nach ersten Protesten hat NetflixDE dann abends den Tweet kommentarlos gelöscht, aber jenes Schmankerl an Kund_innenservice kann man niemandem vorenthalten:

NetflixDE on Twitter- -Kriegt man hier die gleichen Inhalte, wie in den USA- http---t.co-yec8oqlAQG- 2014-09-15 12-33-15

Netflix verspricht also Vielfältigkeit für “jeden”. “Jeder” ist für Netflix, klassisch androzentristisch, ein weißer Mann. Dieser vergnügt sich mit sieben nackten Frauen in einem Hot Tub/Whirl Pool. Zwei von diesen Frauen sind blond, zwei schwarzhaarig, eine brünett, eine rothaarig, und eine Schwarze Frau hat einen Afro – sieben Frauen also, eine für jeden Tag der Woche, damit auch genügend Abwechslung im Spiel ist, es “immer anders” bleibt.

Netflix illustriert, wie für jeden “Geschmack” heterosexueller weißer Männer “was” dabei ist: Dieses Etwas sind ihm zur Verfügung stehende Frauen. Netflix’ macht deutlich, wer die Zielgruppe ist: weiße heterosexuelle dudebros, die sich für den Wäre-So-Gern-James-Bond-Verschnitt Sterling Archer der gleichnamigen Comic-Serie halten und Frauen nicht als Menschen, sondern als Objekte begreifen, welche lediglich der eigenen Unterhaltung und (auch) sexuellen Befriedigung dienen. Die kleine Ironie dabei: “Archer” hat vielschichtigere Darstellungen von Geschlechterbeziehungen und Sex (wie zum Beispiel hier, hier und hier diskutiert wird), als Netflix es für eigene Zwecke präsentiert. Immerhin lernt man schnell durch Netflix’ Werbung: für viele soll schlicht nichts dabei sein, sie werden von Netflix nicht als Subjekte verstanden. Das Abo kann man sich also sparen.

Mentos – verhilft zu frischem Atem bei sexualisierten Übergriffen

Ähnlich verhält es sich bei Mentos: Hier haben sich Marketing-Menschen eine Gewinnspiel-Kampagne ausgedacht, die man schlicht als ekelhaft bezeichnen kann. Das “Spiel” heißt “Boobies Trap”  (nach einem englischen Scherz-Begriff für BH – angelehnt an “booby trap”, einer Sprengfalle – und zugleich eine verblüffend subtile Andeutung der tatsächlichen “Möpse-Falle”, in die man hineintappt in diesem “Spiel”) und – man konnte es erahnen… – dreht sich darum, Frauen in den Ausschnitt zu gucken, ohne dabei erwischt zu werden. Mentos findet, “manchmal” müsse man eben “einen Blick riskieren,” und Mentos helfe dabei einen “kühlen Kopf” zu bewahren bei der sexistischen Pirsch.

Mentos - Timeline Photos - Facebook 2014-09-15 22-20-18

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Wenn es doch nur ein Aprilscherz wäre… Snickers und Street Harassment.

1. April 2014 von Charlott

Wenn es doch nur ein Aprilscherz wäre, habe ich gedacht, als ich das aktuelle australische Werbevideo für den Schokoriegel Snickers sah. Doch veröffentlicht wurde es bereits in der letzten Woche. Zu Beginn des Spots wird gefragt, was denn wäre, wenn Bauarbeiter (es scheinen nur männliche gemeint) nicht “sie selbst” wären. Dann die folgenden Szenen: Ein Baugerüst, bzw. eine größere Baustelle, wo eine Reihe von Bauarbeitern stehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite laufen Frauen vorbei. Die Bauarbeiter rufen diesen Dinge zu. Aber “überraschende” Aussagen wie zum Beispiel “I’d like to show you the respect you deserve” (“Ich möchte dir gern den Respekt zollen, den du verdienst.”). Am Ende gibt es denn Snickers-Slogan als Auflösung: “Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.”

Davon abgesehen, dass ich auch das Zurufen vermeintlich positiver Statements als grenzverletztend wahrnehme, ist dieser Spot auf so vielen Ebenen problematisch, ich weiß gar nicht, wo ich am liebsten beginnen möchte. Die Werbung spielt zum einen mit stereotypen Annahmen dazu, wer denn besonders für Street Harassment verantwortlich ist – sonst würde der “Überraschungsmoment” gar nicht funktionieren. Aber zum anderen: Was soll das Ende sagen? Wenn diese Männer endlich was zu Essen (Snickers!) bekommen haben, dann können sie wieder in ihren sexistischen, misogynen Normalzustand zurück?

Passenderweise ist derzeitig Anti Street Harassment Woche.

Eine Analyse des Spots gibt es auch auf Englisch bei Sociological Images.


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Arsch hoch gegen Masern

22. Oktober 2012 von Anna-Sarah

Ich radele jetzt öfter an den Plakaten für die aktuelle Impfkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vorbei und muss schon sagen, Respekt: Ein kontroverses Thema wie die Masernschutzimpfung irgendwie sexy aufzubereiten, das muss man ja auch erstmal schaffen. Das ist echt eine Herausforderung, und da hab ich auch Verständnis, dass man natürlich nicht an alle(s) auf einmal denken kann und sich der Handlichkeit halber erstmal auf die Bedienung des male gaze beschränkt (wobei, so ein Typ* mit Waschmaschine, das ist doch für die moderne Heterofrau als solche auch ein ziemlich heißer Anblick, oder nicht?, haha).

Klar, das kann natürlich auch mal wieder total Zufall sein.  Reiner Zufall, dass auch diese Kampagne mit offensichtlich eher jungen, wahrscheinlich weißen, konventionell attraktiven Menschen wirbt. Und reiner Zufall, dass der Mensch, der offensichtlich einen Mann* darstellen soll, auf dem einen Motiv in einer ziemlich organischen, neutralen Ich-krabbel-suchend-auf-dem-Boden-rum-Haltung abgebildet ist, während der andere Mensch, der offensichtlich eine Frau* darstellen soll, just in dem Moment fotografiert wurde, in dem sie unter einem dermaßen niedrigen Möbel zugange ist, dass ihr Hintern eine im wörtlichen Sinne herausgehobene Rolle auf diesem Bild bekommt, während der eine Fuß  derweil anmutig und ein wenig hilflos in der Luft flattert – man könnte ja fast so weit gehen, sich vage an Pin-Up-Inszenierungen erinnert zu fühlen… (Und jetzt komme mensch mir bitte nicht mit naseweisen “Ha, ertappt, für dich ist wohl jede Person im Rock automatisch ‘ne Frau?!”-Entgegnungen, ich denke, inzwischen ist genug über die übliche Darstellung von Geschlechtsperformance bekannt, um unterstellen zu dürfen, dass Kampagnen wie diese hier im allgemeinen eher normativ daher kommen).

Ich mein, man muss bedenken, so eine Werbekampagne wird ja in der Regel mehr oder weniger random zwischen Tür und Angel zusammengekloppt, da kann es natürlich schonmal sein, dass man sich nicht bei jedem Detail was gedacht hat. Aber im unwahrscheinlichen Fall, dass doch, will ich glaub ich gar nicht so genau wissen, was.


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Die Berliner Sparkasse ist traurig, dass Geschlecht keine Diskriminierung rechtfertigt

3. September 2012 von Helga

Wer sexistische Werbung machen will, hat eine Reihe an Möglichkeiten, ins Klo zu greifen. Die Berliner Sparkasse schafft es angesichts der „drohenden“ Unisex-Tarife von Rentenversicherungen ab Dezember.

Ein weißes Plakat mit roter Schrift ACHTUNG GLEICHBERECHTIGUNG! und darunter in blau JUNGS HALTET DEN KLEINEN UNTERSCHIED FEST! Daneben eine weiße schlankge Frau in grauer Retro-Unterwäsche

Bild mit freundlicher Genehmigung von @Milenskaya

Womit auch besser eine Rentenversicherung verkaufen, als mit einem Pin Up-Bildchen? Und dann in großen roten Buchstaben ACHTUNG GLEICHBERECHTIGUNG!!! Mit drei Ausrufezeichen! Zwei mehr und die Mütze wäre eine Unterhose. Darunter warnt die Sparkasse dann freundlicherweise „Männer werden ab dem 21.12. wie Frauen behandelt.“ Oh weh die modernen Zeiten, in denen Menschen nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden dürfen.

Und was hat es mit dem „Jungs, haltet den kleinen Unterschied fest“ auf sich? Eine äußerst unsubtile Aufforderung, den Penis in die Hand zu nehmen, angesichts der knapp bekleideten Frau, wie @clarityandchaos spekuliert? Kann das noch als ironischer Sexismus durchgehen oder muss da nicht dem Letzten klar werden, dass Bindestrich-Sexismus, ob Ironie oder Retro, immer noch Sexismus ist?

Die Berliner Sparkasse freut sich übrigens über Feedback auf diversen Kanälen, per Twitter @BerlinerSPK oder Facebook. Hier geht es direkt zum Beschwerdeformular des Deutschen Werberats. Was derzeit wieder fehlt: Ein Hatr/Watchblog für Werbung, so wie die Werbewatchgroup Wien.


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„Gender, Werbung, Porn“

11. Juni 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 104 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

aniversum

Wie heißt du?
Milena Glimbovski – auch wenn man mich im Web als Milena Lebowski (aka The Small Lebowski) oder Milena Glim findet und halt vor allem als Milenskaya.

Seit wann bloggst du?
Der erste Versuch war ein „hipper“ StreetStyleBlog in 2006 in Hannover und scheiterte an der besagten Hippness von Hannover. Milenskaya dagegen entstand im April 2011 bei meinem Praktikum in einer Londoner Design-Agentur.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Um das Leben und Wirken vor Ort festzuhalten. Später gesellten sich andere Themen dazu, die mich beschäftigten. Aber in erster Linie ging es mir darum, meine Gedanken und Fundstücke mit der Welt zu teilen. Geteilte Freude ist ja bekanntlich doppelte Freude.

Worüber schreibst du?
Seit der Slutwalk Berlin Organisation letztes Jahr beschäftigte ich mich mit Genderfragen. Also z.B. klassischer Rollenverteilung, ungleichem Lohn der Frau oder auch Slut Shaming und Sexismus im Allgemeinen. Da ich in einer Werbeagentur meine Ausbildung mache, umgeben mich Werbung und Design ständig. Also schaue ich auch oft wie Gender und Werbung zusammenhängen und wo wieder nur sexistischer Mist reproduziert wird oder etwas nackte Haut auch mal berechtigt in einem Werbe-Motiv auftaucht.

Außerdem habe ich einen Hang zu schönen, viel Haut zeigenden Bildern und eindeutig doppeldeutigen Witzen mit einem sexuellen Unterton. Die finden sich dann in der Kategorie „Porn“. Durch diese abstruse Kombination, Gender, Werbung und Porn, hoffe ich Menschen zu erreichen, die sich sonst wenig mit den einzelnen Themen beschäftigen. Oft ist ein Post auch allen dreien Kategorien zuzuordnen. Oder auch gar nicht und zeigt nur ein lustiges Katzen-gif. (mehr …)


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Ernsthaft? Frauen zu blöd zum Beine überkreuzen?

22. Mai 2012 von Helga
Eine verschlungene Metallrutsche, die an einer Stelle steil nach unten führt

Hilfe, ich bin eine Frau, holt mich hier runter!

In Zeiten moderner Technik und Sicherheitsvorschriften bleibt nicht mehr viel, was in der Zivilisation so richtig gefährlich ist. Außer Rutschen. In Österreich sind die augenscheinlich so gefährlich, dass Frauen sich von ihnen fernhalten sollten. So warnt der Freizeitpark Area 47 vor der Benutzung der Rutsche FreefallAchtung: Nicht für weibliche Badegäste geeignet!“ – immerhin geht es mit bis zu 80 km/h in die Tiefe. Eine Beschwerde dazu liegt inzwischen beim Werberat vor, mit weiteren Erklärungen:

auf meinen darauffolgenden Anruf und die Frage hin, warum Frauen diese Rutsche nicht benutzen dürfen, wurde mir von einer Angestellten erklärt, dass Frauen sich leichter erschrecken und es viel gefährlicher für sie wäre. Diesem Argumentationsgang kann ich nicht ganz folgen, da meines Erachtens nach genauso Männer sich die Hoden prellen o.ä. Verletzungen davontragen können, wenn sie mit 80 km/h ins Wasser “donnern”. Auch wurde mir gesagt, dass die BenutzerInnen dieser Rutsche die Beine überkreuzen müssten. Mir war bis dato nicht klar, dass Frauen diese Technik des Überkreuzens nicht beherrschen…

1950 lässt grüßen. Frauen erschrecken sich viel zu leicht und sind zu blöd, ihre Beine richtig zu benutzen. Der Werberat hat dazu erklärt, es handele sich nicht um „Wirtschaftswerbung“, daher sei er nicht zuständig. Was diese Werbung nun genau sei, wird leider nicht erläutert.

(via @apo_)


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Scheiß auf Diäten (und auf heuchlerische Firmen)

10. April 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 6 von 31 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Der Brüller! Als ich diesen Werbespot das erste Mal sah, dachte ich, dass dieses satirisch erstklassige Werk die perfekte Parodie auf diese dumm-dreisten Diätwerbungen sei, die ich ertragen muss, sobald ich mein Fernsehgerät anschalte.

Weit gefehlt. Du Darfst meint es ernst. Denn – haltet euch fest – Du Darfst positioniert sich mit ihrer neuen Kampagne „F*** the Diet“ (zu deutsch: „Scheiß auf Diäten“) gegen den Diätenwahn und stellt ganz schockiert fest:

Wir haben mit Frauen in Deutschland über ihre Diäterfahrungen gesprochen. Hättet ihr gedacht, dass rund 80 % der deutschen Frauen Diäten viel zu kompliziert und absolut nicht alltagstauglich finden?

Eine Diät ist nicht alltagstauglich? Waaas?! Kalorien zählen, schlechtes Gewissen haben, überteuerte Diätprodukte kaufen, das Kleid eine Nummer kleiner bestellen („da werde ich bald reinpassen!“), dumme Sprüche von anderen Diätwütigen ertragen… verdammt noch mal, ja, das nervt ganz schön im Alltag. Bis dato dachte ich, dass Du Darfst mit Diätenquatsch ihr Geld verdient, aber weit gefehlt, denn nun präsentiert sich die Marke im neuen Kleid: Diätprodukte einfach mit gute-Laune-Bildern und eigentlich lobenswerten Anti-Diät-Botschaften verpacken, dann wird’s schon gekauft. Getreu dem Motto: Mit Feminismus Light die Kasse klingeln lassen. Bewaffnet mit Gouda unter 10% Fettanteil und Halbfettmargerine tönt die Firma weiter:

Wir wissen, dass die Gedanken bei vielen Frauen häufig um Kalorien und Gewicht kreisen – richtig glücklich macht das nicht! Das kennt ihr doch sicherlich auch? Und deshalb möchte Du darfst sich gegen den Diätenwahn stark machen.

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Sexismus, Rassismus – von allem zu viel: Die Blogschau

3. März 2012 von Verena
Dieser Text ist Teil 146 von 263 der Serie Die Blogschau

Ohne Axe hätten FeministInnen nur halb so viel zu tun. Bezugsgruppe Beckham kommentiert die jüngste Kampagne der Deo-Stinker. Und die jüngste H&M-Unterwäschenkampagne kriegt auch einen geklebt.

Sexistische Kackscheisse passiert natürlich nicht nur in der Werbung, auch die Comics sind prädestiniert, weibliche Körper in einer Art und Weise darzustellen, die nicht nur Anatomie-Experten kotzen lässt. Die Eschergirls kotzen mit.

Den Unternehmerinnen und KünstlerInnen des Berliner Sigmaringer 1-Zentrums droht die Räumung. Am 8. März wird über den Kauf des Gebäudes entschieden. Im Blog gibt es alle Infos, warum der Erhalt des Zentrums dringend notwendig ist.

Wolkenkuckucksblog macht sich anhand dieses Beitrags auf Social Images Gedanken über die mangelnde Diversität sogenannter Mamablogs

Das Ende des Sex äußert sich zur Stellungsnahme des deutschen Ethikrates zur Intersexualität und bemängelt nicht nur die bedenkenswerte medizinische Terminologie, mit der Intersexualität noch immer als Krankheit stigmatisiert wird sondern auch die Laxheit im Umgang mit dem medizinischen Forschungsstand an sich.

Über ihre geschlechtsangleichende Operation berichtet Michaela Werner in ihrem Blog – inklusive Blick vom Krankenhausbett aus und Podcast.

Richtig miesen Rassismus hat High On Clichés gefunden: Der Jahreskalender der Deutschen Polizeigewerkschaft greift mit grotesk überzeichneten Stereotypen von Schwarzen und Migrant_innen völlig daneben. Aber Rassismus? Nah!

Auch Afrika Wissenschaft ärgert sich über rassistische Stereotype, gefunden in der Modefotostrecke des aktuellen Missy Magazines. Die haben mittlerweile auch schon drauf reagiert.

Das Missy Magazine dagegen freut sich über ihren März-Blogger: Hans-Georg Nelles vom Väter-Blog, passend zur aktuellen Ausgabe, in der der Feminismus mit Eiern näher begutachtet wird.

“Hate Crime vs. Hate speech?”, fragt Karnele und berichtet über die Anklage dreier Lesben in den USA, die einen Schwulen zusammen geschlagen haben sollen – nicht aus Schwulenfeindlichkeit sondern als Reaktion auf dessen rassistische Beschimpfungen.

Queernews berichtet über die Entscheidung des philippinischen Supreme Court, die Homosexualität eines Richters nicht als unmoralisch zu werten.

Die Aktion, mit der mehr 350 Journalistinnen vergangene Woche eine Quote von 30 Prozent Frauenanteil in redaktionellen Führungspositionen gefordert haben, habt ihr wahrscheinlich mitbekommen. Antje Schrupp hat den Aufruf nicht unterzeichnet. Warum und was sie stattdessen tut, erklärt sie in ihrem Blog.

Eine neue Folge von previously ist da: der Radiosendung, die TV-Serien auf ihren Umgang mit Sexismus, Rassismus etc untersucht. Die früheren Folgen + Transkripte findet ihr ebenfalls jeweils auf der Startseite.


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E WIE EKELHAFT: Gewaltverherrlichender Werbeclip

2. März 2012 von Nadia

Was sich die Werbetreibenden der E.on-Tochter E WIE EINFACH wohl gedacht haben? Mit einem absolut gewaltverherrlichenden, sexistischen und abartigen Clip (Triggerwarnung – hier zu beschlechtachten) buhlen Sie um die Gunst der Stromkunden; untermauert werden soll damit “die Haltung des Konzerns” (aha?). Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne von der Hamburger Agentur HEIMAT unter der Leitung der Kreativdirektorinnen Jo Marie Farwick, Nicole Holzenkamp und Nina-Sophie Scheller, wie es die Pressemeldung verlauten lässt. Geworben wird mit dem Motto “Machen statt quatschen, Lösungen finden statt die Dinge kompliziert zu machen”.

Also, statt quatschen:  Direkt eine Beschwerdemail an presse@e-wie-einfach.de schicken. Im O-Ton kann man sich da ruhig folgendem Kommentar bei YouTube anschließen:

“Das ist einfach nur widerlich und sexisitsch (sic!). Gewalt gegen Frauen als Werbegag, Frauen bewusstlos prügeln, während häusliche Gewalt weltweit bitterer Alltag ist? An Perfidität kaum zu überbieten.”

Update (18 Uhr): E WIE EINFACH schrieb gerade folgendes auf ihrer Facebook Seite:

Wir haben die Wirkung, die unser TV Spot “Einschlafen” erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH Team 


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