Einträge mit dem Tag ‘Weißsein’


trapped in the wrong body

30. September 2014 von Nadine

How can I be trapped in the wrong body
that is white, skinny and falsely cisgendered as women?
How can I be trapped in the wrong body
able to move anytime anywhere without help, fear or force?
If I want to.
If I just could sometimes.

My body is not wrong.
My body is right
there where society wants them to be.

I’m not trapped in the wrong body
I’m trapped in a society that is
Wronging my body
Righting my body
Praising my body
Trapping my body

I’m not wronged for my body.
I’m wronged for my body
Speaking
Changing
Moving
Feeling
where society not wants them to.

My body is wronging
My body is righting
My body is writing
society
is written on my body

My body is embodiment
of society.

My body is history
colonialism
capitalism
ableism
imperialism
sexism
racism
cisgendered
false.
My body is wrong.

My body is embodiment of society
righting history
righting violence
righting exploitation
wronging justice
wronging liberation
wronging dignity
treating bodies as wrong
trapped in the wrong body.

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CeCe McDonald kommt frei! – Kurz verlinkt

10. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 217 von 248 der Serie Kurz notiert

Da sich über unsere Pause einiges an Links angesammelt hat, gibt es hier für diese Woche zwei Teile unserer Zusammenstellung:

Deutschsprachige Artikel

Im Tagesspiegel gibt es ein wirklich lesenswertes Interview mit der Autorin Zadie Smith über ihre Literatur, weißsein als unbenannter Standard und Klasse.

“Weil er sich das Leben nehmen wollte, saß der Asylbewerber Ettayebi Bouzalmate in der Psychiatrie – bis ihn die Polizei zur Abschiebung abholte.”, schreibt die Süddeutsche.

Englischsprachige Artikel

Worker’s World berichtet, dass Mitte Januar CeCe McDonald aus dem Gefängnis entlassen werden soll! McDonald war verurteilt worden, nachdem sie sich bei einem rassistisch und trans*feindlichen Übergriff zur Wehr gesetzt hatte. Sie wurde in ein Männergefägnis interniert. Laverne Cox ist gerade dabei eine Dokumentation über sie zu drehen.

Wie kannst du einer dir nahe­stehenden Person Unterstützung geben, wenn diese eine Panik­attacke oder einen Flash­back hat bzw. durch etwas getriggert wurde? Sometimesmagical hat ein paar hilfreiche Tipps zusammengetragen.

“Besides Harriet Tubman and Rosa Parks, Black women do not get as much praise when it comes to the history of Black people.” schreibt Kimberly Foster in ihrem Artikel und wünscht sich, dass Aktivistinnen der Schwarzen Bürger_innenrechts- und Black Panther-Bewegungen mehr in den Blick genommen werden.

Auf colorlines.com gibt es einen sehr lesens­werten Artikel über die rassistische und hetero_sexistische Rezeption des Schwarzen weiblichen Körpers als “gefährlich” und “unkontrolliert”.

Eve Ensler, Initiatorin von One Billion Rising, reagierte auf die Kritiken im letzten Jahr und verkündete, dass One Billion Rising nun auch vermehrt Staatsgewalt in den Blick nehmen möchte. Ziemlich halb­herzig und ohne wirkliche politische Konsequenz, findet die Autorin von Prison Culture.

Es gibt Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen… Falsch! Diese Dichotomie nimmt That Crazy Crippled Chick aus­einander und thematisiert den Ableismus dieser Annahme.

Charlott Cooper veröffentlicht bei Obesity Timebomb ein wissenschaftliches Paper zum Umgang von Fat-Aktivist_innen und Medien. Cooper stellt dem voran:

It’s research by and about fat people. This pretty much never happens.

It’s a research paper that’s underpinned by Research Justice values, which are about recognising and drawing on community expertise, and creating research that benefits those communities directly. This pretty much never happens either.

Termine in Hamburg, Köln und Wien


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Vom Mythos der “unverdienten” Privilegien

7. Oktober 2013 von Nadine

Ich schrieb vor wenigen Tagen einen sarkastischen Post zu Privilegien, garniert mit ein paar Hashtags (Schlagwörtern), die illustrieren sollen, was an Vorannahmen, die hinter Argumentationen, die für oder gegen eine Auseinandersetzung mit Privilegien sprechen, problematisch ist. Da der Post sehr dicht ist und sich vielleicht nur jene angesprochen fühlen, die sich schon länger über die Thematik Gedanken machen, möchte ich nun eine Sache aufgreifen: Die Idee, dass Privilegien “unearned” (unverdient) sind.

Wenn ich mit Personen ins Gespräch komme oder Texte lese, in denen sich kritisch mit Privilegien auseinandergesetzt wird (nicht im Sinne von: Nein, es gibt sie nicht), ist oft davon die Rede, dass Menschen in privilegierten Positionen “nichts dafür können” oder nichts aktiv dafür getan haben, dass sie Privilegien besitzen. Bemerkenswerterweise wird dieser Topos oft auch bei jenen ins Spiel gebracht, die keine Notwendigkeit darin sehen, sich kritisch mit ihren eigenen Privilegien auseinander zu setzen.

Peggy McIntosh spricht in ihrem bekannten Artikel zu weißen Privilegien von einem “invisible knapsack” , einem unsichtbaren Rucksack, den weiße in Bezug auf Rassismus mit sich herumtragen. Der Artikel ist gespickt mit einer Aufzählung, an welchen Stellen diese Privilegien zum Tragen kommen, Bedeutung erlangen. Der Artikel ist sehr handlungsfokussiert, was ich gut finde, allerdings impliziert er, dass durch Unterlassen oder Interventionen in diese Wahrnehmbar-Werdungen von Privilegien diese abgelegt werden können. Die Metapher des Rucksacks impliziert weiterhin, dass Privilegien etwas sind, was ich als weiße Person mein Leben mit mir herumtrage, bis ich mir diese bewusst mache, etwas “dagegen” tue und so meinen Rucksack (zeit-/phasenweise) absetzen kann. Ebenso problematisch an dieser Metapher ist, dass der Rucksack an Bürde erinnert, etwas, das mir aufgebürdet wird, Privilegien, die “schwer wiegen”, und derer ich mich befreien muss/kann/sollte, um … ja was … eine gute/antirassistisch handelnde weiße Person zu werden? Die Rucksack-Metapher spielt ebenso mit dem Bild des “Unverdienten” wie mit dem Bild der “schweren Last” mit dem Ziel eines “Release”, einer Befreiung von Privilegien in Bezug auf antirassistisches Handeln von weißen Personen.

Privilegien werden nicht nur in McIntoshs Text mit Negativität und Unproduktivität (im Sinne von: mein Rucksack erschwert mir ein Vorankommen) be_deutet. Dahinter steckt die Vorstellung eines christlich geprägten Menschenbildes, welches Menschen in gute und schlechte einteilt. Menschen, die sich an bestimmte Vorgaben halten und danach handeln, erleben eine Befreiung ihrer Schuld, sie “sühnen” nicht nur für ihre eigenen “schlechten” Taten, sondern auch für die aller anderen. Privilegien kommen hier einer Kollektiv”schuld” aller weißen gleich. Im Sinne eines “Buße tuns”, also dem Entgegen-Handeln von Privilegien, können sich weiße von dieser “Schuld” befreien.

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Feministische Netzpolitik und das Problem interkultureller Trainings – die Blogschau

4. Mai 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 200 von 257 der Serie Die Blogschau

Femgeeks haben die kürzlich veröffentlichte Studie von Kathrin Ganz zu feministischer Netzpolitik rezensiert.

Das Mädchenblog bereitet die feministische Kritik an Femen der letzten Wochen und Monate noch einmal auf und kommt zum Schluss: Femen, ruhe in Frieden!

Ninia LaGrande rechnet mit Sexisten ab und verpackt das Ganze mit utopischen Gedanken.

eleonora roldán mendívil nimmt auf ihrem Blog cosas que no se rompen einen Aufruf zu einem Training, das sich an “deutsche” und “ausländische” Stud_entinnen richtet, auseinander: “im diesem aufruf ist so viel /weiße/ /deutsche/ normvorstellung und kulturalisierende zuschreibungen, dass mir eigentlich nichts mehr einfällt…”

Antje Schrupp hat das Programm des Evangelischen Kirchentages in Hamburg unter die Lupe genommen und fragt: “Nichts gegen Geschlechtergerechtigkeit, aber wo bleibt der Feminismus?

Das Voice Refugee Forum Germany vermeldet, dass erneut eine geflüchtete Person aufgrund mangelnder Gesundheitsversorgung ums Leben gekommen ist.

Jay vom Virtual Retreat Center geht der Frage nach, wie feministische Aktivist_innen den permanenten Druck auf Diskriminierungen reagieren zu müssen_wollen, in produktive Fragen und Handlungen überführen können.


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Keine Sternstunden, viele Privilegien und starke Stimmen – kurz verlinkt

6. März 2013 von der Mädchenmannschaft

Erinnert ihr Euch noch an die Oscars, den Kater danach? Haben weiße Feminist_innen die Angriffe auf Quvenzhané Wallis ignoriert? Es ist eine empirische Frage. Sie ist jetzt ausgewertet und analysiert.

“Für wie doof hält der Stern seine Leserinnen, wenn solchen Worten keine Taten folgen?“ fragt Annette Bruhns, Vorsitzende von ProQuote Medien, zur “neuen” Chefredation beim Nachrichtenmagazin Stern und seiner versprochenen Frauenquote.

Ab wann ist mensch fett, dick? Es kann sich je nach Kontext verändern, findet Jocelyn. Eines verändere sich jedoch nicht, das Privileg dünn zu sein, die Frage nach Würde und der Repräsentation.

Puh, machmal ist es echt schwierig Rassismus zu erkennen… Hier eine wertvolle Lektüre für weiße Gutmenschen  und alle Interessierten.

Bild 1“Support Queer Women of Color Media. Support ELIXHER Magazine. ELIXHER is an award-winning online destination for Black lesbian, bisexual, transgender and queer women. We are committed to making ELIXHER self-sustainable.” Anschauen, unterstützen, weiterleiten. Großartiges Projekt.

Trans* und “gefangene” Körper in den Medien: “Ich bin nicht in meinem Körper gefangen. Ich bin gefangen in euren Vorstellungen. Und ich werde diesen Körper zurückfordern von jenen, die ihn atmen lassen wollen und ihn mit ihren Dogmen ernähren.”

Ein offener Brief an Amanda Marcotte: Ein tweet und “die Brücke, die mein Rücken ist.” Aneignungen, weißer Feminismus und Brownfemipower.

20 Dinge, die Lesben nicht mehr hören wollen. Vorschau: “You’re probably just doing it to get attention from men” Nope, that was Katy Perry.

Du willst ein ally/Bündnispartner sein? Eine kleine Anleitung.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung:  “Alle Jahre wieder steht es schwarz auf weiß: Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich oft arm”.

Das Ms. Magazine berichtet über die Online-Ausstellung ‘Don’t Miss Muslima!’ beim International Museum of Women.


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Ökonomie: (De)Koloniales Setting und feministisches Selbstverständnis

30. November 2012 von Franca
Dieser Text ist Teil 6 von 10 der Serie Ökonomie_Kritik

Dies ist ein Bericht von der Tagung “Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren”. Insgesamt waren sechs Bloggerinnen auf der Tagung und haben von ihren Eindrücken berichtet – alle Berichte findet ihr auf gender-happening.de.

Der dritte und letzte Teil der Tagung „Schneewittchen rechnet ab“ hatte den Themenschwerpunkt „Vernetzen / Verarbeiten / Alternativen entstehen lassen“. Die Form des Open Space wurde gewählt, um im Anschluss an die Ausführungen der Expert_innen Raum für die Ideen und Kompetenzen der Teilnehmenden zu schaffen. Auch eventuelles Unbehagen sollte hier einen Platz finden. An diesem Punkt konnten eigene Themenvorschläge gemacht werden, um dann mit der Hilfe anderer Interessierter die Umsetzung der eigenen Projektideen zu planen.

Die Moderatorin stellte Open Space als eine Methode vor, die auf dem Konsensprinzip beruht. Durch die Struktur eines Hierarchie-freien Raums sollen die Mechanismen des patriarchalen Kapitalismus ausgehebelt werden, die Art der Teilnahme war den Einzelnen freigestellt. Sie konnten sich aussuchen, ob sie nach dem „Schmetterlingsprinzip“ nur kurz bei einem Projekt reinschauen, weiterziehen und dann nochmal wiederkommen oder nach dem „Hummelprinzip“ mit dem Inhalt des einen zum nächsten gehen wollten, um so eine inhaltliche Verbindung zwischen den Projekten zu schaffen. Als Strukturierungshilfe wurde festgelegt, dass auf einen Input eine kurze Vorstellung, das Notieren der Projektidee und die Verwaltung der jeweiligen Projektplanung folgen sollten. Im Anschluss an den Open Space fand ein Rundgang statt, an dem die ausgearbeiteten Projektideen den anderen vorgestellt wurden.

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Viel Kackscheiße, aber noch mehr berechtigte Wut – die Blogschau

20. Oktober 2012 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 178 von 257 der Serie Die Blogschau

Kathrin Rönicke hat auf derFreitag einen furchtbar unsäglichen Artikel über Noah Sows Buch “Deutschland Schwarz Weiß” geschrieben, der die Überschrift “Du sollst Deine Leser nicht beschämen” trägt. side-glance hat daraufhin einen öffentlichen Leser*innenbrief an Rönicke geschrieben und takeoverbeta erklären, wofür es sich bei der ganzen Sache wirklich zu schämen gilt. laufmoos macht deutlich, wie problematisch es ist, wenn Personen wie Rönicke eine Diskursmacht zukommt, und warum es bezeichnend ist, dass an eben jener Stelle nicht stattdessen ein Text von Noah Sow steht.

Die Distelfliege berichtet passend dazu von den Erkenntnissen, die sie aus einem Critical Whiteness-Workshop mitgenommen hat, und erklärt was an dem Ansatz (vorallem von weiß positionierten) so oft missverstanden wird.

Bäumchen kotzt sich über Heteras aus, die anderen ständig dazu raten, sich irgendwas in ihre Vagina einzuführen, und analysiert die politische Dimension des Ganzen.

Aktivist*innen haben die Nigerianische Botschaft in Deutschland besetzt, um auf die Rolle der Nigerianischen Regierung im Zusammenhang mit den Abschiebungen afrikanischer Asylsuchender aus Deutschland und Europa aufmerksam zu machen. Der Refugee Strike Berlin hat eine Pressemitteilung dazu veröffentlicht.

tut_nur_so berichtet von Übergriffen, die auch in der Öffentlichkeit, auch in vermeintlichen Schutzräumen und auch in der Gegenwart von Freund*innen immer wieder stattfinden.

Sabine hat ja bereits einen tollen Artikel über die neuen Dimensionen an Kackscheiße im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen veröffentlicht. Das Steinmädchen hat ebenfalls über die Übergriffe bei ZDF Neo gebloggt, und die Spreemietze erzählt, wie schmerzhaft es ist, sich als Betroffene Kachelmann und seine Frau bei Jauch auf der Couch ansehen zu müssen. Alle verlinken weitere Beiträge zu dem Thema und queer.de tut ein paar Tage später trotzdem so, als wäre Volker Beck der erste und einzige, der sich des Themas annimmt. Karnele bezeichnet das zurecht als Lehrstück in Sachen Blogosphäre.

Auch Medienelite kotzt sich, wenn auch aus anderem Grund, über den momentanen Zustand der feministischen Blogosphäre aus.

queer_sehen hat das neue Video der Popsängerin P!NK auseinander genommen, und erklärt, warum es so problematisch ist, wenn Gewalt als erotisch und der Übergang zwischen beiden als fließend dargestellt wird.

Termine und ein Call for Geektum: (mehr …)


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Die Politik Schwarzer Haare

5. September 2012 von accalmie

Inhaltshinweis: Rassismus

[Hinweis zu den Links: da ich fast keine (adäquate) Berichterstattung in deutschsprachigen Medien zu den angesprochenen Themen finden konnte, führen die meisten Links zu englischsprachigen Seiten.]

Mein erster Friseur_innenbesuch in Berlin war interessant. Während andere Kund_innen danach gefragt wurden, was sie sich denn wünschten, fand meine Friseurin es angemessen, mir erst einmal zu den „schönen N—löckchen“ zu gratulieren. Auch meine Haut fand sie toll, „milchkaffeefarben“ und „nicht so dunkel”, denn das könnte ja auch mal passieren bei „Mischlingen“ wie mir. Bevor mir eine passende Antwort einfiel, fragte sie mich schon, ob ich eigentlich meinen Vater kennen würde, denn „die meisten Schokobabies“ täten das ja nicht. Auch in England wurde ich wieder nach Hause geschickt, als der Salon meine Haare live sah – man hätte einfach niemanden, der_die sich „sowas“ zutrauen würde; man habe eher mit „Haaren von Weißen“ zu tun. Ein Friseur einer hessischen Kleinstadt hat sich selbst „ganz schönen Mut“ bestätigt, meine Haare überhaupt zu schneiden (nicht, dass das mir Mut gemacht hätte…). Die Auszubildende, die zuschaute, fragte dann gleich, ob das „überhaupt noch europäische Haare“ seien mit dieser „Krause“ oder schon eher ein „Afro“ (…ich habe keinen Afro, aber ziemlich viele Locken)?

Ich kenne keine Person mit als „europäisch“ definierten, also wohl glatten oder leicht gelockten Haaren, die jemals solche Erlebnisse beim Haare­schneiden­lassen gehabt hat. Gewisse äußerliche Merkmale sind für die Fremd­­­­zu­schreibung von „Schwarzsein“ offenbar un­um­stößlich, und dazu zählen neben Variationen willkürlich definierter Hautfarben und Gesichts­­­merkmale auch Haare – Weißsein erstellt sich selbst also nicht nur im, sondern auch auf dem Kopf. Schwarze Haare, hier also als Haare von Schwarzen Menschen gemeint, sind politisch, und sie sind ein Zeichen persönlicher Identität und gesellschaftlichen Status’ (ob das Träger_innen der Schwarzen Haare beabsichtigen oder nicht). Schwarze Haare sind auch politisch, weil sie dem gängigen Ideal „weißer Schönheit“ widersprechen, das Gesellschaften aufgrund von Rassismus (und Sexismus und Ableismus, … ) durchzieht.

Illustriert und zugleich forciert werden weiße (oder auch als „europäisch“ definierte) Schönheits­­ideale durch weltweite Kampagnen des „white washing,“ also der sprichwörtlichen „Weißwaschung,“ die dafür sorgen, dass selbst wenn schon selten vertretene People of Color inkludiert werden, deren Portraits oftmals als weiß definierten Körper­­­­merkmalen künstlich angeglichen werden. Die Botschaft ist klar: Weiß­sein wird gleichgesetzt mit „schön“ und attraktiv sein, und das Produkt­­­marketing verspricht, dass mithilfe diverser Mittelchen als negativ-„ethnisch“ definierte äußerliche Merkmale gemindert werden könnten.

Es ist die konstante (Re­­-)affirmation von Weißsein als uni­versellem, er­strebens­­­­­werten (Schönheits-)­Standard und eine Verkaufs­­­­­strategie, die People of Color sowohl deren vermeintliche (nicht nur) äußerliche Minder­­­­wertigkeit als auch eine angebliche Lösung für jenes „Problem“ durch gezielten Konsum vermittelt. Schwarze Haare spielen hierbei eine zentrale Rolle: Dieses exemplarische Pflege­­­­produkt verspricht nicht nur eine drastische Auf­­hellung der Hautfarbe und Veränderung von als „afrikanisch“ definierten Gesichts­merkmalen wie einer breiten Nase, sondern eine Auf­hellung und Veränderung der Textur von Haaren, wie bei Beyoncé zu sehen ist (deren Haare bereits im neben­stehenden Bild „relaxt“, also chemisch geglättet sind).  (mehr …)


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Die weiße Welt der Kinderbücher

31. August 2012 von Gastautor_in

Unsere Leserin Maria sucht in Kinderbüchern nach mehr von jener Welt, wie auch ihre eigene Tochter sie kennt. Hier berichtet sie von ihrer Odyssee durch die Buchläden.

Als ich noch zur Schule ging, habe ich immer gerne und viel gelesen. Alle möglichen Arten von Büchern aus den verschiedensten Genres. Lesen fiel mir leicht und ich bin in den Büchern versunken, habe mit den Held_innen mitgefiebert. Die meisten dieser Bücher habe ich noch, sie stehen bei meinen Eltern oder im Kinderzimmer meiner Siebenjährigen. Der Plan war, sie an meine Tochter weiterzugeben, in der Hoffnung, sie hat genauso viel Spaß daran. Doch einige der Bücher lassen das einfach nicht zu. Spätestens als ich ihr Pippi Langstrumpf vorlas und, weil ich es völlig verdrängt hatte, über das N-Wort stolperte, wurde mir klar, dass ich die Kinderbücher genauer unter die Lupe nehmen muss. Aber nicht nur das.

Ich begann mich auf die Suche zu machen nach Büchern, in denen die Held_innen mehr aussahen wie meine Tochter und viele ihrer Freund_innen, sprich Kinder of Color. Törichterweise, und das will ich hier nicht unerwähnt lassen, stürzte ich mich zuerst auf Jim Knopf. Aber mensch lernt ja und irgendwie fand ich dann noch die Buchliste der ISD [Anm.: Liste ist derzeit nicht online], die Negativliste von Der Braune Mob e.V. und dann sogar eine Facebook-Gruppe, die sich dem Thema widmet und stellte trotzdem fest: Es gibt zu wenig, viel zu wenig. Außer ein paar (wirklich schönen) Bilderbüchern gibt es, vor allem für die älteren Kinder, praktisch nichts auf dem deutschen Buchmarkt – auf eine Ausnahme komme ich gleich noch zu sprechen.

Weil ich sowieso auf der Suche nach einem Geschenk war, startete ich vor ein paar Tagen spontan mal wieder einen Selbstversuch. Ich ging in drei große Buchläden und fragte einfach mal nach, wie es denn so aussieht mit Büchern für Kinder ab sieben, deren Protagonist_innen nicht weiß sind. Das ist, was dabei rauskam. (mehr …)


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Schwarze Widerstandssymbole auf weißen Köpfen

31. Juli 2012 von Viruletta

Weiße*, die Dreadlocks tragen, sind bei weitem kein ungewohntes Bild. Der Artikel der deutschsprachigen Wikipedia ist mit dem Foto eines weißen Mannes illustriert, erst bei den Hintergrundinformationen finden sich daneben einige Fotografien von Schwarzen. Die Suche mit Google ergibt ein etwas heterogeneres Bild, doch auch hier stehen nach wie vor Weiße im Vordergrund – vielfach handelt es sich bei ihren Frisuren um (Werbung für) Perücken. Es dürfte schwer sein, ein linkes Zentrum zu betreten, ohne blonde, bunte oder sonstwie farbene Dreadlocks auf weißen Köpfen zu sehen. Auch ich bin weiß – und trage Dreads.

Dreadlocks sind genau wie Irokesenschnitte, gedehnte Ohrläppchen und Tätowierungen inzwischen besonders in linken Kreisen weit verbreitet. Zum einen dienen sie als Szene-Code, zum anderen als Zeichen des Widerstandes gegen eine Kultur, in der die meisten der überwiegend weißen, jungen und gebildeten Aktivist*innen ein enorm privilegiertes Leben führen. Den Ursprung dieser Symboliken kennen die wenigsten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es eine sehr anstrengende, schmerzhafte und langwierige Prozedur ist, aus glatten Haaren Dreadlocks herzustellen. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, scheut weder Zeit noch Mühe, dem Wunsch dieser Frisur nachzukommen. In derselben Zeit hätte jede*r von uns ein komplettes Buch über den Ursprung und die eigentliche Bedeutung dieser verfilzten Haarsträhnen lesen können – oder aber einfach die zahllosen Blogbeiträge, die dazu geschrieben worden sind. Die meisten von uns haben es (wie ich) nicht getan. Und wenn doch, haben sie das gelesene anscheinend ignoriert. (mehr …)


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