Einträge mit dem Tag ‘Wählen’


Wählen gehen gegen rechts? – Wahlbeteiligung, Demokratie und AfD-Erfolg

10. März 2016 von Anna-Sarah

Man hört ja gerade wieder viele belehrende Sprüche über die Gefahren niedriger Wahlbeteiligung: Laut Studien hätten 10% der deutschen Bevölkerung eine sog. rechtsextremistische Einstellung, und da diese Leute im Gegensatz zu den anderen 90% eifrig wählen gingen, seien sie bei niedriger Gesamtbeteiligung eben überrepräsentiert, weswegen Leute, die nicht wählen gehen, letztlich Schuld seien an besonders beängstigenden Ergebnissen wie am letzten Wochenende in Hessen.

Ich weiß ja nicht.

Grundsätzliche Kritiken am parlamentarischen System oder dem herrschenden Demokratieverständnis mal komplett beiseite gelassen: Unter den übrigen 90% ist die Mehrheit immerhin „rechts“ genug, um das, was hierzulande politisch so passiert, insgesamt ganz okay zu finden, und ein weiterer Großteil des Rests besteht aus Leuten, die das zwar nicht finden, aber auch nicht groß was dagegen unternehmen, weil die Auswirkungen auf ihr eigenes Leben bisher nicht krass genug sind. Der Großteil der nicht rechtsextremen 90% tut zum Beispiel auch herzlich wenig, um diejenigen, die regelmäßig und in letzter Zeit immer massiver von akuter Gewalt aus dem Spektrum der vielzitierten 10% betroffen sind, zu schützen.

Die demokratiefeindlichen 10% wiederum finden sich, so die herrschende Auffassung, nicht mehr oder weniger gleichmäßig über die Gesamtbevölkerung verteilt, sondern besonders gehäuft unter wenig gebildeten™, überwiegend arbeits- und chancenlosen Menschen. Eine eigentlich nicht weiter ernst zu nehmende, randständige Minderheit, die zwar irgendwie unerfreulich, aber jedenfalls an sich keine „Gefahr für die Demokratie“ sei. Ich finde das bezeichnend für das Weltbild derjenigen Leute, die meinen, es sei irgendwie beruhigend oder relativierend, dass besonders menschenfeindliche Haltungen umso besser unter bestimmten sozialen Bedingungen gedeihen. Angesichts der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, die dafür sorgt und künftig noch krasser und beschleunigter dafür sorgen wird, dass sowohl global als auch hierzulande immer mehr Menschen immer weniger Zugang zu bestimmten Ressourcen haben werden, frage ich mich wirklich, wo genau in einer  ohnehin maximal halbrichtigen „Es sind die Armen, Arbeitslosen und von der Leistungsgessellschaft Ausgegrenzten, die rechts ticken“-Theorie das Tröstliche liegen soll. Also ob deren Anteil über alle Zeiten hin weg konstant und stabil (und für viele Leute anscheinend unsichtbar bis irrelevant) bleiben würde.

Für die Landtagswahlen nächsten Sonntag wird übrigens für mehrere Länder die AfD ganz vorne mit dabei prognostiziert, darunter auch Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg, die wie Hessen insgesamt nicht gerade als Leuchttürme der Strukturschwäche gelten – soviel auch zur Story von reaktionären Einstellungen als Problem einer sogenannten „abgehängten“, „sozialschwachen“ Minderheit.

Sich über die AfD echauffieren und sich (derzeit noch) medienwirksam von ihr und den Leuten, die sie wählen, abgrenzen, ist einfach. Währenddessen setzt die offen rechte CDU gemeinsam mit der „Wir müssen jetzt aber auch mal wieder was für Deutsche machen!“-SPD seit Jahren eine gesellschaftliche Entsolidarisierungs-, Nach-oben-Umverteilungs- und tödliche rassistische Migrationserschwerungsmaßnahme nach der anderen um und vertuscht systematisch rechten Terror. Ermöglicht von den Grünen, die sich als Fraktion auch einfach mal kollektiv strategisch enthalten, wenn über die nächste Asylrechtsverschärfung abgestimmt wird, oder wie in Berlin Geflüchtetenaktivist_innen mies in den Rücken fallen. Und nebenbei bemerkt hat die NPD derzeit auch schön ihre Ruhe. In Sachsen, einem Hotspot physischer rassistischer Gewalt, regiert seit Jahrzehnten die CDU. Die Perspektive, immer weiter von den sog. Volksparteien – die dann ja wohl der Großteil der besagten 90% wählen soll, damit die Stabile Demokratie™ nicht gefährdet wird – regiert zu werden, löst auch nicht gerade flächendeckend Herzenswärme und Jubelstürme aus.

Natürlich kann es in konkreten Fällen, bei konkreten Einzelentscheidungen durchaus einen existenziellen Unterschied machen, wer genau am Drücker sitzt. Aber generell funktionieren in Schland rechte Politik und ausgrenzendes Klima ganz prima – schichtübergreifend, mit oder ohne AfD. Könnte ja sogar sein, dass eine geringe Wahlbeteiligung manchmal noch Schlimmeres verhindert.


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Gloria Steinem, Hillary Clinton und die politischen Entscheidungen ‚junger Frauen‘

9. Februar 2016 von Charlott

Im November finden in den USA die nächsten Präsidentschaftswahlen statt. Seit Beginn dieses Monats laufen die Vorwahlen, bei denen über die Kandidat_innen innerhalb der Parteien entschieden wird. Dabei offenbaren sich natürlich auch die unterschiedlichsten Lager. Im Kreise der Demokrat_innen wird in erster Linie diskutiert: Hillary Clinton oder Bernie Sanders.

Gloria Steinem, Gründerin des feministischen Ms. Magazines, hat sich klar hinter Clinton gestellt, und nun in einem Interview in der Bill Maher Show verlautbaren lassen, dass junge Frauen, welche für Sanders eintreten, dies ausschließlich täten, da in diesem Lager die Männer/ „boys“ sind. (Im gleichen Interview äußerte sie sich zudem transfeindlich…)

Und auch wenn Steinem mittlerweile auf Facebook sagte, dass sie das alles so natürlich nie gemeint hätte – die Aussage hat ihre Runden gemacht. Und sie ist auf verschiedenen Ebenen gefährlich (und passt allzu gut in – nicht nur US-amerikanische – Vorstellungen, wie Frauen zu Politik zu verorten sind). Zum einen spricht sie sehr vielen ‚jungen Frauen‘ (wer auch immer genau damit gemeint ist) ihre politische Eigenständigkeit ab; die Aussage ist zum anderen hetero_sexistisch und paternalistisch. Sie wiederholt ein klassisches Bild von Frauen, die keine eigenen Meinungen haben und ausschließlich im Bezug auf Männer handeln.

Darüber hinaus aber ist es nur eine weitere Aussage, die das Ablehnen von Hillary Clinton als valide politische Entscheidung negiert. Dabei heißt es dann auch schnell: Wer gegen Clinton ist, der_die ist dies mit Sicherheit aus Sexismus. Wenn aber nicht differenziert werden kann zwischen sexistischen/ misogynen Angriffen gegen Clinton, die es natürlich gibt, und beispielsweise feministische/ anti-rassistische Kritik an Inhalten, bleibt deutlich, dass eine wirkliche Auseinandersetzung unerwünscht ist. (Um die Wahlen 2008 schrieb Steinem übrigens in einer Kolumne , dass sie nicht für Obama sei (sondern für Clinton), da Schwarze Männer das Wahlrecht vor Frauen erhalten hätten und ja besser als Frauen (ohne jegliche Differenzierungen) Machtpositionen eingenommen haben.)

Und Kritiken gibt es ebenfalls an Sanders – denn auch nicht alle ‚jungen Frauen‘ die Clinton kritisieren, landen bei ihm. Und auch nicht alle ‚älteren Frauen‘ (und Menschen anderer Gender). Denn auch hier perpetuiert Steinem das Klischee, dass sich politische Positionen (oder in ihren Worten ja noch mehr das tatsächliche Haben von politischen Positionen vs. dem Nachrennen von Männern) in erster Linie an Generationen festmachen und nicht etwa an komplexeren Situierungen, Lebenserfahrungen und Politisierungsprozessen. Steinem betonte zu dem im Interview, dass ältere Frauen radikaler seien, da Frauen mit dem Alter an Macht verlieren. Eine Aussage, die gerade zu zynisch erscheint, wenn dann ein Dreigespann von Steinem, Clinton und Madeleine Albright, drei weißen älteren Frauen mit sehr wohl Zugang zu bestimmter Macht, auftritt. Denn auch Albright nutzte das Wochenende um ‚junge Frauen‘ zu maßregeln, die sich nicht hinter Clinton stellen: „There’s a special place in hell for women who don’t help each other!“ („Es gibt einen speziellen Platz in der Hölle für Frauen, die einander nicht helfen!“) Und damit wären wir wieder bei einer allseits beliebten Feminimusfrage: Wer verlangt eigentlich Solidarität von wem?


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Rosa Ballons – Feminismus ins Parlament?

15. September 2014 von Gastautor_in

Frederik bloggt auf  Techno Candy und twittert auch. Kürzlich crossposteten wir hier seinen Text über Die Kulturhete. Tusch und Trommelwirbel:  Frederik wird hier nun häufiger etwas veröffentlichen!

Am Sonntag wurde in Schweden die Abgeordneten des Riksdag gewählt, außerdem die Regierungen der Länder und Kommunen. Die feministische Partei F! (Feministiskt Initiativ) schaffte die benötigten 4% nicht, um ins Parlament zu kommen, hat aber vor allem im letzten Jahr ohne finanzielle Ressourcen viele Menschen mobilisiert und ihre Mitgliederanzahl fast verzehnfacht.

Postergesicht war und ist immer noch vor allem Gudrun Schyman, die früher Chefin der Linkspartei war und 2005 den Schwerpunkt auf Feminismus legen wollte und mit anderen Feminist_innen zusammen F! gründete.

Die Partei, deren Kraft und Reichweite vor allem von ihren über 20 000 Mitgliedern und noch mehr nicht-organisierten Aktivist_innen kommt, mobilisierte mit für Parteipolitik ungewohnten Mitteln: Gudrun persönlich und viele andere reisen durchs Land und veranstalten Homeparties, bei denen sie Interessierten eine Einführung in ihre Analyse geben: Gudruns Vortrag, den ich gesehen habe, beginnt z.B. mit Ökonomiekritik, schwappt in Feminismus, streift LGBT*-Rechte und Umweltfragen und hebt die Rolle von Rassismus in den Machtgefügen hervor. Für viele was dabei. Außerdem claimt F!, dass große Teile des schwedischsprachigen Netzfeminismus aus ihrer Bewegung gewachsen seien, mischt in Debatten mit und organisiert politische Eyecatcher im öffentlichen Raum.

F! steht für feministische Selbstverständlichkeiten, die aus den aktivistischen Ecken und Nischen in die Mainstreamdebatten gepusht wurden: Alte weiße Männer wissen nicht Bescheid über unsere Leben, deshalb sollen weiße und rassifizierte Frauen, cis und trans Personen, queers und LGBT*I über ihre Körper und Leben selbst entscheiden dürfen. Von Menschenrechten ist oft die Rede, und dass diese endlich „für alle“ gelten sollen. Es geht in den großen Reden um Liebe und eine Welt ohne Grenzen. Am besten: Liebe kennt keine Grenzen. Ich sitze bei meiner Recherche für diesen Text vor unzähligen Videos, Texten und Tweets, die mich zu Tränen rühren und deren rosa-Ballon-Ästhetik mein Herz ganz weit aufreißen und mit Zuckerwatte vollstopfen will. Ja, ich bin auch ein rosa Ballon! Lasst mich mit euch fliegen! (mehr …)


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Ein „menschlicher Zoo“ in Norwegen, Erinnern an den Holocaust und queere Kunst in Armenien – kurz verlinkt

30. April 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 240 von 337 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das Programm für die diesjährige Frauen*FrühlingsUni (F*FU14) ist nun online und die Anmeldung eröffnet! Programm, Anmeldung und weitere Infos findet ihr hier.

Auf dem Oranienplatz in Berlin protestieren immer noch Geflüchtete. Dieser Protest sollte wegen des anstehenden Myfest geräumt werden… Doch nun gibt es doch eine Einigung, berichtet die taz.

englischsprachige Links

Am 27. April jährten sich in Südafrika die ersten Wahlen nach dem Ende der Apartheid zum 20. Mal. In einer Woche, am 07. Mai, werden die nächsten Wahlen stattfinden. Mail&Guardian hat genauer hingesehen, was einige der größeren/ bekannteren Parteien auf dem Papier zu Gender/Frauenrechten/LGBTI-Rechten etc. verkünden – und wie sich diese Themen in sonstiger Rhetorik oder Taten ausdrücken.

Can a misogynistic country have a female president? Brazil proves that the answer is yes.„, schreibt und beschreibt die brasilianische Journalistin Vanessa Barbara bei der New York Times. [Inhaltshinweis: Misogynie, body policing und rape culture]

Im nächsten Monat wird in Norwegen ein „menschlicher Zoo“ eröffnen. Bitte was?! Ja, laut den Künstlern soll diese Aktion – ein Re-Enactment kolonialer Ausstellungsformen – Diskussionen zu Rassismus und dem kolonialen Erbe initiieren. Bwesigye bwa Mwesigire analysiert auf This Is Africa wie diese Aktion rassistische Stereotypen stattdessen re_produziert und in einer weiterhin rassistisch strukturierten Gesellschaft nicht funktionieren kann, sondern nur mehr Gewalt ausübt.

Barbara Eder interviewte das Künstler_innen- und Aktivist_innenkollektiv Queering Yerevan über ihre Aktionen, die Zurückeroberung des öffentlichen Raums und den Begriff „Queer“ im armenischen Kontext.

Zum noch immer unklaren Verbleib der 243 von „Boko Haram“ entführten Schülerinnen in Nigeria schrieb allAfrica.com. Auf Twitter werden unter den hashtags #BringBackOurDaughters und #BringBackOurGirls weitere Informationen und Aktionen kommuniziert. [Inhaltshinweis: Misogynie, Gewalt und rape culture]

In einem Fotoprojekt stellen Schwarze Mädchen Porträts von Frauen nach, die als Vorbilder fungieren – von Audre Lorde bis Gabby Douglas.

Anlässlich des Yom HaShoah (Holocaust Tags) in Israel schreibt The Mamafesto über ihre Familiengeschichte und die Bedeutung von Erinnerung.

Termine in Berlin, Bremen, Frankfurt a.M., München:

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Von weiblichen Nerds und feministischen Ehefrauen

4. November 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 73 von 337 der Serie Kurz notiert

In der taz könnt ihr ein Interview mit der ugandischen Juristin Jane Adong Anywar lesen. Sie hat eine Initiative gegründet um Opfern von Vergewaltigung zu helfen, denn diese seien durch die UN-Resolution 1325 nicht ausreichend geschützt.

Spiegel Online beklatscht die Pariser Künstlerinnenschau im Centre Pompidou.

Fellowship of FSFE führte ein Interview mit Leena Simon über freie Software und Frauen in Nerdumgebungen.

Feminismus und Hochzeit gehen nicht zusammen? Anushay Hossain erzählt auf dem MsMagazineBlog eine andere Geschichte.

In den USA fanden Dienstag die Kongresswahlen statt. Die Ergebnisse dürften die Anhänger_innen der demokratischen Partei nicht gerade glücklich stimmen: Obama verlor die Mehrheit im Repräsentantenhaus und hat nur noch eine knappe Mehrheit im Senat. Im Juni berichteten wir bereits über einige der konservativen Politikerinnen, die sich um einen Sitz als Gouverneurin oder Senatorin bewarben. Von den drei vorgestellten Frauen war lediglich Nikki Haley erfolgreich, die nun Gouverneurin von South Carolina ist. Gute Nachrichten trotzalledem: es gab einige Lichtblicke für LGBT, wie Queernews.at berichtet.

Wer die NEON liest, ärgert sich vielleicht genau wie Charly über den Artikel “Das Busenwundern” über so genannte „Modelesben“ in der letzten NEON-Ausgabe.

Vergangenen Freitag verbrachten Magda, Verena und Nadine von der Mädchenmannschaft ihre Zeit auf dem Genderkongress der Bundeszentrale für politische Bildung mit spannenden Vorträgen und kontroversen Diskussionen zu Geschlechterpolitik, Körperwissen und Rassismus. Die Missy-Magazine-Crew übernahm die Konferenzdokumentation. Halfjill hat auf Afrika Wissen Schaft mit einer eigenen Nachlese begonnen. Wer mehr über die Referent_innen und ihre Themen, Theorien und Texte erfahren will, kann sich im Reader umschauen.

Aktuelle Termine zu feministischen Veranstaltungen, die ihr gerne in den Kommentaren aktualisieren oder ergänzen könnt, findet ihr hier.


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Finanzkräftig, konservativ, erfolgreich

24. Juni 2010 von Magda

Kamen erfolgreiche amerikanische Politikerinnen die letzten zwei Jahrzehnte tendenziell aus dem demokratischen Lager, so fällt in diesem Jahr auf: Konservative Frauen sind auf der Überholspur und konnten bei den Vorwahlen für die im November stattfinden Kongress- und Gouverneurswahlen ordentlich punkten.

Meg Whitman, Photo by Max Morse, flickr (via Creative Commons)

Da ist zum Beispiel die frühere Vorstandschefin von Hewlett-PackardCarly Fiorina, die in Kalifornien für die Republikanische Partei um einen Sitz im US-Senat kämpft und sowohl gegen die Homo-Ehe als auch Abtreibung ist. Die Vorauswahl der Republikanischen Partei um das Amt der kalifornischen Gouverneurin konnte die ehemalige Ebay-Geschäftsführerin und Milliardärin Meg Whitman für sich entscheiden. Die Harvard-Absolventin steckte ca. 70 Mio. Dollar aus eigener Tasche in ihren Wahlkampf und verspricht strenge Handhabe gegenüber undokumentierten Einwander_innen. Die gerade erst gestern für die Republikanische Partei nominierte indisch-amerikanische Nikki Haley könnte die erste Frau und Angehörige einer Minorität sein, die in South Carolina Gouverneurin wird. Hinter der Abtreibungsgegnerin steht ein millionenschweres Familienbusiness und die Unterstützung der rechtskonservativen Tea Party-Bewegung.

Während die Demokratische Partei damit beschäftigt ist, um ihre Mehrheit im Kongress zu zittern, formieren sich die Konservativen und trumpfen mit ihrer neuesten Waffe auf: (finanz-)starke, wirtschaftlich erfolgreiche und in den meisten Fällen sozial-konservative Frauen, die sich in diesen Vorwahlen in traditionell eher männlichen Bereichen wie Steuer-, Finanz- und Arbeitsmarktpolitik profilieren. Progressive Positionen zu Sozialpolitik, Immigration, Bildung oder reproduktive Rechte? Fehlanzeige. Frauen in der Politik heißt eben nicht gleich Politik für Frauen.

Oder wie Kellyanne Conway, republikanische Meinungsforscherin, konstatiert: „Girl talk 2010 is all about fiscal issues.“

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Die neuen SPD-Frauen

28. Januar 2008 von Susanne

Heide Oestreich kommentiert in der Tageszeitung Andrea Ypsilantis Wahlergebnis und kommt zu dem Schluss:

„Es ist auch ein interessanter Generationenwechsel im Gang, der mehr weibliches Spitzenpersonal hervorbringt. (…) Vogt, Kraft und Ypsilanti sind diejenigen, für die Heide Simonis und Renate Schmidt den Weg frei gekämpft haben. Dazu kommt: In dieser Generation sind erheblich weniger machtscheue Damen als in der, über die Heide Simonis noch stöhnte. (…) Neu ist auch, dass diese offensive Haltung von Partei und Wählern nicht mehr ebenso automatisch abgestraft wird. Man traut Frauen zwar generell immer noch wenig zu, lässt sich aber mittlerweile gerne von ihnen überraschen.“


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Für bessere Frauenzeitschriften: Wählt Missy

27. Januar 2008 von Meredith

Die Kolleginnen Sonja Eismann, Chris Köver und Steffi Lohaus möchten ein neues, intelligentes Frauenmagazin gründen, das sich wohl an der US-amerikanischen Superzeitschrift Bust orientiert. Chris schreibt:

Missy ist ein Magazin für junge Frauen, die sich für Politik und Pop-, Sub- und Streetculture interessieren, aber auch auf Klamotten und Schminke stehen – für Frauen wie uns halt. Missy ist weder altbacken wie die Emma, noch voller Ernährungstipps und Wie-angel-ich-mir-den-richtigen-Mann-Quatsch wie Maxi und Co.

Keine Frau braucht die 10.000. Anleitung zur richtigen Diät, dem richtigen Look oder dem richtigen Leben. Und jede Frau hat ein Gehirn, um selbst zu entscheiden, was sie gut und was sie schlecht findet. Feminismus ist alive and kickin‘. Deswegen brauchen wir Missy.

Da sag ich: Yi-ha! Wenn wir ein neues Medienprodukt brauchen, dann so eines. Deswegen helft den drei Ladys, das zu verwirklichen. Sie bewerben sich beim Hobnox-Kontest um 25.000 Euro Finanzierungshilfe. Wer die bekommt, entscheidet eine Onlineabstimmung. Man muss sich dort – leider – registrieren, dann in der Kategorie Urban Culture nach Missy suchen und einfach die Stimme abgeben. Das Projekt steht schon auf Rang 2. Wäre doch schön, wenn das klappt.


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Endspurt in Hessen

21. Januar 2008 von Susanne

Am Sonntag wird in Hessen gewählt und so lieferten sich gestern Abend die beiden Kandidaten für das Ministerpräsidenten-Amt ein Fernsehduell. Andrea Ypsilanti von der SPD liegt in den Umfragen mittlerweile vorn. Anders als ihr Konkurrent Roland Koch von der CDU macht sie keinen testesterongeladenen Großmaul-Wahlkampf, sondern konzentriert sich auf Themen, die die Menschen umtreibt: Soziale Gerechtigkeit und Bildungschancen für alle, zum Beispiel. Damit holte sie sich jetzt von Woche zu Woche einen Prozentpunkt nach dem anderen. Also Girls: Geht wählen!

(Foto über andrea-ypsilanti.de)


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Wahl der US-Feministinnen: Barack Obama?

17. Dezember 2007 von Susanne

Die New York Times berichtet (offline heute als Beilage der SZ), dass der demokratische Präsidentschaftskandidat immer mehr Zuspruch von US-amerikanischen Feministinnen bekommt. Er selbst empfiehlt sich schon seit längerem als die richtige Wahl für Frauenrechtlerinnen: Immerhin sei er selbst als Sohn einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen – er wisse, wie es einer Frau ergeht, die gleichzeitig arbeiten, zur Schule gehen und Kinder großziehen muss, ohne die Unterstützung des Vaters. Auch heute, wo er selbst Vater ist, versuche er seinen zwei Töchtern mitzugeben, „dass sie die selben Möglichkeiten haben wie jeder andere“.

Ein weiterer Vorteil für Barack Obama im Wahlkampf: Oprah Winfrey, Ikone für Millionen amerikanischer Frauen, fordert die Wählerinnen auf, für ihn zu stimmen. Doch auch sein stärkster Gegner ist eine Frau – Hillary Clinton. Denn viele Feministinnen stellen sich die Frage: Wie könnte ich eine potentielle Präsidentin nicht unterstützen? Und sie zweifeln auch, ob sie einen Kandidaten unterstützen können, von dessen Frau das US-amerikanische Volk erwarten würde, dass sie ihre Karriere aufgibt.


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