Einträge mit dem Tag ‘Vorurteile’


Grand Prix und Gegenwehr – die Blogschau

13. April 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 197 von 243 der Serie Die Blogschau

Dominante Positionen lassen sich nicht durch Wissensvermittlung ins Wanken bringen, wenn die entsprechenden Personen das entsprechende Wissen konsequent und systematisch ignorieren. So schreibt Noah Sow: “Es ist ein politischer Akt, sich nicht jede Scheiße zu Ende anzuhören. Es ist ein politischer Akt, für eigene Interessen einzustehen.”

Wie Heteronormativität re_produziert wird, wie allgegenwärtig sie ist und was das mit Menschen macht, deren Normalität anders aussieht, ist zu lesen bei Don’t degrate Debs, Darling! Un-be-dingt auch die Fußnoten beachten! Zum gleichen Thema schreibt Nadine auf Medienelite und muss wieder einmal feststellen: “wenn mensch das normale sichtbar macht, benennt, das sich häufig unter einem deckmantel von selbstverständlichkeiten verbirgt, also unsichtbar ist, weil es unbenannt bleibt, ständig weg_genannt wird, folgt großes getöse.”

Über den Begriff Monosexismus und seine Tauglichkeit als Analysekategorie für Diskminierung hat sich das IfSA Gedanken gemacht.

Diskriminierende Werbung, objektifizierende Darstellungen in den Medien sind Alltag.  Auch die Mädchenmannschaft wird immer wieder auf besonders eklige Funde hingewiesen, mit deren Anprangerung man ganze Blogs füllen  könnte. Interventionen des Werberats? Fehlanzeige. Die Femgeeks gehen mit ihrer Watchgroup-Initiative nun in die zweite Runde. Wollt ihr mitmachen beim Kampf gegen *istische Werbung? Meldet euch!

Milenskaya ist genervt von dem in ihrem Umfeld weit verbreiteten Impuls , sich trotz feministischer Überzeugungen von Feminismus abgrenzen zu wollen und stellt Überlegungen an, wie dem entgegen gewirkt werden könnte.

Neu in Berlin: das queerfeministische fat_positives_krawall Kollektiv FAT UP startet durch und möchte mit euch die Gründung und erste öffentliche Veranstaltung feiern: Am 15. April 2013 ab 20 Uhr in der Druzbar (New York 59, Mariannenplatz 2, 10999 Berlin).

Warum viele von uns am 18. Mai dann doch vor dem Fernseher sitzen und sich den Eurovision Song Contest reinziehen werden, hat so ungefähr den besten – für viele vielleicht auch einzig – vorstellbaren Grund: Noah Sow und Nadia Shehadeh werden die Veranstaltung  live kommentieren, und zwar im Radio bzw. Online-Livestream.  Konfetti!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Keine Sternstunden, viele Privilegien und starke Stimmen – kurz verlinkt

6. März 2013 von der Mädchenmannschaft

Erinnert ihr Euch noch an die Oscars, den Kater danach? Haben weiße Feminist_innen die Angriffe auf Quvenzhané Wallis ignoriert? Es ist eine empirische Frage. Sie ist jetzt ausgewertet und analysiert.

“Für wie doof hält der Stern seine Leserinnen, wenn solchen Worten keine Taten folgen?“ fragt Annette Bruhns, Vorsitzende von ProQuote Medien, zur “neuen” Chefredation beim Nachrichtenmagazin Stern und seiner versprochenen Frauenquote.

Ab wann ist mensch fett, dick? Es kann sich je nach Kontext verändern, findet Jocelyn. Eines verändere sich jedoch nicht, das Privileg dünn zu sein, die Frage nach Würde und der Repräsentation.

Puh, machmal ist es echt schwierig Rassismus zu erkennen… Hier eine wertvolle Lektüre für weiße Gutmenschen  und alle Interessierten.

Bild 1“Support Queer Women of Color Media. Support ELIXHER Magazine. ELIXHER is an award-winning online destination for Black lesbian, bisexual, transgender and queer women. We are committed to making ELIXHER self-sustainable.” Anschauen, unterstützen, weiterleiten. Großartiges Projekt.

Trans* und “gefangene” Körper in den Medien: “Ich bin nicht in meinem Körper gefangen. Ich bin gefangen in euren Vorstellungen. Und ich werde diesen Körper zurückfordern von jenen, die ihn atmen lassen wollen und ihn mit ihren Dogmen ernähren.”

Ein offener Brief an Amanda Marcotte: Ein tweet und “die Brücke, die mein Rücken ist.” Aneignungen, weißer Feminismus und Brownfemipower.

20 Dinge, die Lesben nicht mehr hören wollen. Vorschau: “You’re probably just doing it to get attention from men” Nope, that was Katy Perry.

Du willst ein ally/Bündnispartner sein? Eine kleine Anleitung.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung:  “Alle Jahre wieder steht es schwarz auf weiß: Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich oft arm”.

Das Ms. Magazine berichtet über die Online-Ausstellung ‘Don’t Miss Muslima!’ beim International Museum of Women.


Facebook | |


Komplizierte Beziehung: Frauen in MINT-Fächern

1. November 2011 von Helga

Ob Girls’ Days, Mentoringprogramme oder Exzellenzinitiativen – um Frauen in MINT-Fächern, bzw. deren Mangel wird seit einigen Jahren viel Aufhebens gemacht. Halten Stereotype sie von Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ab oder sind Frauen einfach nicht daran interessiert?

Aber Wissenschaft wäre nicht Wissenschaft, wenn sie nicht auch diesen Fragen nachgehen würde. So berichtete Diax’s Rake von einer Studie, die die Beteiligung von Studentinnen in Kursen mit männlichen und weiblichen Lehrkräften verglich. Dabei zeigte sich, dass sie sich in Kursen mit Dozentinnen deutlich stärker einbrachten (die Studenten übrigens auch etwas stärker). Außerdem waren die Studentinnen selbstbewußter, was die Einschätzung ihrer Kenntnisse anging – dabei waren ihre Testergebnisse unabhängig von der Lehrkraft besser als die der Studenten. Bei der Entscheidung in einem MINT-Fach zu bleiben, sei es vermutlich ebenso wichtig, Vorbilder zu haben und sich dazugehörig zu fühlen, wie tatsächlich das Fach zu beherrschen, folgern die Autorinnen der Studie.

Der Blick in Zeitungen oder das Fernsehen zeigt dabei aber wieder deutliche Unterschiede. Wissenschaftlerinnen kommen dort zwar vor, es werden aber sehr geschlechtsspezifische Bilder gezeichnet. Sie werden herangezogen wenn es gilt, die „sexy“ Seite der Wissenschaft hervorzuheben. Die Beschreibungen betonen lange blonde Mähnen und kurze Röcke, während Wissenschaftler anhand ihrer Bärte in die Tradition der „verwirrten Professoren“ einsortiert werden. Eine Konstruktion des Wissenschaftlerbildes, die Tradition hat.

Diese Klischees nehmen auch Kinder wahr, bereits in der ersten und zweiten Klasse, erklärt Child Psych. In einem Alter, in dem Mädchen und Jungen noch gleiche Ergebnisse in Mathe erzielen, lässt sich bereits eine (unterbewußte) Zuordnung von Mathematik als männlich belegen. Vermutlich nicht ganz überraschend: In der achten und neunten Klasse zeigen Schüler_innen mehr Interesse an MINT-Fächern, wenn stereotype Fragen gestellt werden. Während Mädchen die Wahr­schein­lich­keits­rechnung zu Fehlgeburten interessierte, fanden Jungen die Berechnung von Autounfällen spannender. Die Autor_innen warnen aber davor, sich ganz auf Klischees zu beziehen, denn „es wird nicht für jede_n Schüler_in funktionieren“.

Die Auswirkungen sind dann spätestens im Berufsleben spürbar. Laut Venture Beat beklagen Frauen und People of Color Vorfälle von Rassismus und Sexismus in IT-Firmen – allen Beteuerungen, hier handele es sich um eine offene, aufgeklärte Branche zum Trotz. Tatsächlich ist aktives Handeln für Diversität innerhalb ihrer Firma für Führungskräfte keine Priorität. Die Betroffenen bleiben so frustriert zurück und wechseln öfter den Betrieb oder verlassen die Branche gar komplett.

Mit gutgemeinten Programmen und einzelnen Initiativen kommen wir hier vermutlich nicht mehr weiter. Was gebraucht wird ist ein klares Umdenken, das Rütteln an unterbewußten Klischees und das offene Angehen diskriminierender Vorkommnisse.


Facebook | |


Was Frauen wollen

19. September 2011 von Anna-Sarah

Männer als Experten für die weibliche Sexualität als solche heranzuziehen ist immer gut. Männer, z.B. Urologen, wissen ja anscheinend oft auch am besten, was Frauen sexuelle Befriedigung verschafft. Die Dimensionen des Penis ihres Partners  sind es demnach schonmal nicht. Überhaupt scheint eigentlich das ganze Profan-Körperliche eher unwichtig für Frauen zu sein, denn:

“Frauen sind viel klüger und – was Männer leider oft nicht wissen – sehen ihre sexuellen Wünsche ganz überwiegend nicht durch die Größe eines Organs erfüllt, sondern vielmehr durch angemessene emotionale Zuwendung”.

Frauen haben also Sex mit Männern, um emotionale Zuwendung zu erhalten, körperliche Befriedigung spielt eine untergeordnete Rolle? Und die beiden Aspekte lassen sich sauber voneinander trennen? Und natürlich sind Frauen “viel klüger”, als dass sie irgendwie Gefallen an großen Penissen finden könnten, was natürlich praktisch wäre, weil sich Männer dann nicht diesem ätzenden Körperperfektionsdruck ausgesetzt fühlen müssen? Sicher… Entsprechend realitätsnah fällt dann auch der Expertentipp aus für Männer, die wegen vermeintlich unzureichender sexueller Performance an sich zweifeln könnten:

“Männer sollten also viel (m)eh(e)r über die weibliche Sexualität nachdenken und nachlesen als die sexuelle Boulevardpresse zu konsumieren.”

Ja, im Ansatz eine absolut prima Idee – aber dann bitte nicht ausschließlich bei heterosexuellen Cismännern nachlesen, denn die Expert_innen zu diesen Dingen finden sich woanders… Noch zielführender als jede Fachlektüre und Denkakrobatik könnte  außerdem sein, die betreffende Frau einfach mal zu fragen, was es mit ihrer Sexualität so auf sich hat. “Die weibliche Sexualität” gibt es nämlich natürlich genauso wenig wie “die ideale Penisgröße”. Ja, leider, Männer: Es kommt vor, dass einer Frau ein Penis auch mal “zu klein” ist. Es kommt auch vor, dass der Penis überhaupt nicht so eine wichtige Rolle beim Sex spielt, egal wie groß oder klein, weil es zwischen Penisfixierung und emotionaler Zuwendung auch noch andere Faktoren gibt, die beim Sex wichtig sein können – auch beim Heterosex. Beides ist im jeweiligen persönlichen Einzelfall für Beteiligte vielleicht manchmal sehr doof, traurig und frustig. Aber  bevormundendes Beruhigungsgeschwafel und Mythenstreuung darüber, was “die” Frauen im Bett angeblich wollen, helfen keinen Deut weiter. Und ich will mir meine angebliche Sexualität auch nicht immer wieder von Männern erklären lassen.


Facebook | |


Ein bisschen zu nuttig

18. August 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 1 von 40 der Serie Das Wort zum Freitag

Ich wäre auf den Slutwalk gegangen, wäre ich nicht im Ausland. Zusammen mit Tausenden anderer Frauen und Männer hätte auch ich gegen sexuelle Gewalt und Verharmlosungen von Vergewaltigungen protestiert – gegen Entschuldigungen. Nicht weil ich mich gern – was auch immer das heißen mag – schlampig anzöge, sondern weil dort gegen ein Problem unserer Gesellschaft demonstriert wird: Wir hegen Sympathie für die Täter und beschuldigen gar die Opfer.

Eine junge Frau wird vergewaltigt. Eine Kopftuchträgerin wird angespuckt. Ein junger schwarzer Londoner wird von einem Polizisten erschossen. Der Südländer wird in der Dorfdisko von Neonazis verprügelt. Die Sinti-Familie bekommt die Wohnung nicht, die korpulente Frau nicht den Job im Bekleidungsgeschäft, die Türkin nicht den Ausbildungsplatz. Aber der Täter bekommt Sympathie.

Ein bisschen empören wir uns natürlich, aber irgendwie verstehen wir den Täter ja auch. Sie sind uns alle ein bisschen zu nuttig, zu anders, zu fremd, zu schwarz, zu exotisch. Doch ich habe es satt, in einer Gesellschaft zu leben, die diese Missstände, ob groß oder klein, stillschweigend hinnimmt. Und ich habe keine Lust mehr, mir anhören zu müssen, ich würde auf hohem Niveau klagen, wenn es doch immer das gleiche Muster ist, das all diese Missstände erzeugt.

Wir geben uns Bildern hin. Statt unser Denken zu überdenken, klagen wir an. Ja, was schleichst du, du Schwarzer, auch nachts vor der Nase der Polizei durch die Stadt? Und was suchst du, du Südländer, in der Dorfdisko? Was ziehst du, du Frau, dich so nuttig an? Wenn du das Kopftuch trägst, dann musst du auch mit den Reaktionen klarkommen. Es sind nicht Einzelpersonen, die an unserem System scheitern – es ist die Mehrheit unserer Gesellschaft, die überall in ihre Schranken verwiesen wird. Das Traurige daran: Wir sind alle von diesem Denken befallen.

Als ich 11 Jahre alt war, besuchte eine Anti-Rassismusaktivistin unser Hamburger Jugendzentrum. Die Dame saß in ihrem braunen Leinenkleid vor uns und sprach von Rassismus und Diskriminierung. Meine Freunde und ich waren genervt und gelangweilt. Rassismus ist doch kein Thema mehr, dachte ich. Das war mal – lange her. Es wird niemand mehr vergast, verschleppt und getötet. Es gibt keinen Krieg in Deutschland. Alles ist okay. Es brauchte Jahre, bis ich verstand, dass wir mit unserem Streben nach Konformität heute noch den Lebensdurst der anderen töten.

Vor ein paar Tagen besuchte ich hier in Kairo einen Verein von in Deutschland ausgebildeten Ägyptern. Der Vorsitzende, über 80 Jahre alt, gebrechlich, aber stark, erzählte mir in ausgezeichnetem Deutsch von seiner Promotionszeit im München der 50er, der “besten Zeit” seines Lebens. An den Wänden hingen Landschaftsbilder, “Deutschland” stand in Großbuchstaben darauf. Ein deutsches Klavier verstaubte an der Wand.

Als wir über Diskriminierung in Deutschland sprachen, richtete sich der alte Mann auf und schaute mein Kopftuch von der Seite an. Dann drehte er sich wieder weg und sagte in den Raum: “In Rom wie die Römer.” Einige werden nie verstehen.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz)


Facebook | |


Ich rede Seifenblasen

7. Juli 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 18 von 40 der Serie Das Wort zum Freitag

“Islamistin” nennt er mich, und ich nenne ihn “Säkularist.” Er lacht mit mir mit, wir spielen mit Schubladen und Klischees. Zwei Tage schon sind Lucas und ich auf derselben Konferenz. Wir verbringen viel Zeit zusammen, diskutieren und scherzen.

Manchmal aber begegnet mir Lucas recht zurückhaltend, verkrampft und steif. Das liegt an seiner Erziehung, vermute ich. Kindheit und Jugend hat er an elitären Internaten in Frankreich verbracht. Jetzt besucht er eine renommierte Universität. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, Hemd und draußen einen Hut. Lucas ist mir sympathisch mit seiner vornehmen Höflichkeit, die so leicht zu irritieren ist.

Auf dem Weg ins Hotelzimmer hält Lucas mich auf und bittet um ein Gespräch. “Klar.” Er habe einen Fehler gemacht und schäme sich sehr dafür. Jetzt bin ich neugierig. “Ich dachte, du wärst wirklich eine Islamistin”, sagt er. Erst lache ich noch, dann schaue ich ihn ungläubig an. Er meint es ernst. “Ich weiß, das stimmt nicht, und es gibt keinen Grund für diese Annahme. Ich habe dich einfach voreilig in diese Schublade gesteckt.” Mein Gott, frage ich mich. Wie muss ich bloß auf andere Menschen wirken? Ich bin verwirrt, irritiert, schockiert. Er bemerkt meine Verunsicherung. “Jetzt sehe ich, dass du gar nicht so anders bist als ich. In vielen Punkten vielleicht sogar liberaler”, sagt er und: “Bitte verzeih.” – “Ach was, kein Problem”, sage ich eilig. Zwei Tage hat es also gebraucht. Wir verabschieden uns.

Im Hotelzimmer lasse ich die letzten Tage Revue passieren. Und die letzten Jahre.

Eine Freundin erzählte mir kürzlich von einer Podiumsdiskussion, bei der eine Kopftuchträgerin stark feministische Positionen vertrat und das Publikum, ebenfalls feministisch, ihr vehement in jedem Punkt widersprach. Sie hörten nur, was sie hören wollten. Sahen nur, was sie sehen wollten.

Ich erinnere mich an Kommentare zu Artikeln auf meinem Blog und Diskussionsrunden. An das Misstrauen im Gesicht meiner Gegenüber. In ihren Augen spiegelt sich ihr Bild von mir: das Kopftuch und ein bisschen Blabla, in der Luft zerplatzend. Ganz egal wie und was ich sage. Ich rede Seifenblasen.

Mich lässt das Gefühl nicht los, hingehalten zu werden, zu warten. Ich nehme die Demokratie ernst und setze mich für sie ein. Ich arbeite dafür mit, dass es irgendwann eine Gesellschaft gibt, in der man unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialem und finanziellem Status, Bildungsgrad und körperlichem Zustand selbstverständlich sein kann. Ich träume von Gerechtigkeit und sitze brav auf der langen Bank der Demokratie. In der Hoffnung, dass man mir irgendwann glaubt, mich dann vielleicht auch hört und irgendwann sogar versteht. Wofür?

Damit Menschen auf edlen Rössern dahergeritten kommen, denen man neben dem Schnuller auch die Demokratie, freies Denken und Aufklärung in die Wiege legte, und die mir alles absprechen wollen? Und mit welchem Recht?

So funktioniert Demokratie nicht. So gibt es keine Gerechtigkeit. Niemand hat sie gepachtet. Jeder muss dafür arbeiten und aufgeben. Auch ihr.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


Facebook | |


Stoppt die Zwangsislamisierung!

18. November 2010 von Kübra
Dieser Text ist Teil 2 von 40 der Serie Das Wort zum Freitag

Kübra Yücel, 22, ist Kolumnistin bei der Tageszeitung (taz), schreibt als freie Journalistin für verschiedene Publikationen und betreibt den Blog ein-fremdwoerterbuch.com. Sie studiert Politikwissenschaften in Hamburg und zuvor in London. Kübra ist Gründungsmitglied von Zahnräder, einem Netzwerk von engagierten und aktiven Muslimen und Musliminnen. Wir begrüßen Kübra ganz herzlich auf der Mädchenmannschaft und freuen uns auf ihre Kolumne “Das Wort zum Freitag”.

Eine Morddrohung habe ich erhalten. Meine erste. Ich sollte mich wohl geehrt fühlen. Eine Morddrohung ist ein Ritterschlag für jeden Meinungsmacher. Wer heutzutage was auf sich hält, schmückt sich mit seinen Kritikern und vor allem mit seinen Bedrohungen. Je gefährdeter die Person und Meinung, desto wichtiger wird man. Danke. Aber nun zum Thema.

Aus gegebenem Anlass – quasi als Dankeschön – schließe ich mich meinen Kritikern an und fordere einen Stopp der Islamisierung Europas. Auch ich finde es erschreckend, wie viele Menschen nun plötzlich zu “Muslimen” gemacht werden.

Unauffällige Bürger Deutschlands, die sich bis dato nie mit Religion oder dem Islam beschäftigt hatten, bekommen plötzlich ein “Muslim”-Etikett verpasst. Zack! Zum Beispiel meine atheistische iranische Freundin, die von vielen Deutschen pauschal unter der Kategorie “Muslimin” geführt wird. Deswegen muss sie ihnen gegenüber ihre Partygänge und ihren Alkoholkonsum verteidigen. Oder ein türkischer laizistischer Bekannter, dem kein Schweinefleisch mehr angeboten wird. Die beiden wurden quasi zwangsislamisiert und hocken nun in einem Boot mit praktizierenden Muslimen. Und wie viele andere müssen nun auch sie geradestehen für eine Religion, die sie weder kennen noch kennen wollen. (mehr …)


Facebook | |


What a girl wants

5. November 2009 von Barbara

Gestern in der Münchner Boulevardpresse, der Abendzeitung, großes Thema: “Aufgepasst! So ticken Frauen wirklich”

Also wie? Kuscheln gerne, verwechseln links und rechts, haben Bauchgefühle, machen nie das, was sie sagen, schauen täglich Serien, kaufen Schuhe, fragen “Woran denkst du, Schatz?”, gehen zu zweit aufs Klo, diskutieren, telefonieren und haben große Taschen.

Na dann. Ich erbreche mich jetzt mal wieder in meine große Tasche. Denn kotzen fehlt auf dieser Liste noch.


Facebook | |



Anzeige