<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Mädchenmannschaft &#187; vor Gericht</title>
	<atom:link href="http://maedchenmannschaft.net/tag/vor-gericht/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://maedchenmannschaft.net</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 12 Feb 2012 15:04:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
<image>
    <title>Mädchenmannschaft</title>
    <url>http://maedchenmannschaft.net/feed-logo.png</url>
    <link>http://maedchenmannschaft.net</link>
    <width>88</width>
    <height>31</height>
    <description>Mädchenmannschaft - http://maedchenmannschaft.net</description>
    </image>		<item>
		<title>Irritierende Zweigeschlechtlichkeit, gruselige Post und Roboter &#8211; Kurz verlinkt</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/irritierende-zweigeschlechtlichkeit-gruselige-post-und-roboter-kurz-verlinkt/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/irritierende-zweigeschlechtlichkeit-gruselige-post-und-roboter-kurz-verlinkt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 11:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>der Mädchenmannschaft</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendertrouble]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Bonn]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Homophobie]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Muslima]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[SlutWalk]]></category>
		<category><![CDATA[Transphobie]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Wal Mart]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Zweigeschlechtlichkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/?p=19206</guid>
		<description><![CDATA[In der Türkei sollen Musliminnen künftig explizit ermuntert werden, Gottesdienste in den Moscheen zu besuchen. Laut der Süddeutschen sollen diese extra Platz für Besucherinnen einrichten. In den USA gibt es schon seit einiger Zeit Kampagnen für gleichberechtigten Zugang zu Moscheen. Die Autor_innen von Feministing haben wieder einmal gruselige Post bekommen und nehmen es mit Humor. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Türkei sollen Musliminnen künftig explizit ermuntert werden, Gottesdienste in den Moscheen zu besuchen. Laut der <em>Süddeutschen</em> sollen diese <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/frauenfreundliche-moscheen-gleichberechtigung-vor-gott-1.1080924">extra Platz für Besucherinnen</a> einrichten. In den USA gibt es schon seit einiger Zeit Kampagnen für <strong><a href="http://muslimahmediawatch.org/2010/03/pray-in-weigh-in-the-d-c-mosque-protest/">gleichberechtigten Zugang zu Moscheen</a></strong>.</p>
<p>Die Autor_innen von <em>Feministing</em> haben wieder einmal <strong><a href="http://feministing.com/2011/04/05/anti-feminist-mailbag-commie-race-war-edition/" target="_blank">gruselige Post</a></strong> bekommen und nehmen es mit Humor.</p>
<p>Als <a href="http://www.radiobonn.de/bonn/rb/587363/news/bonn_rhein-sieg" target="_blank">erstes Mädchenteam</a> haben fünf Schülerinnen aus Bonn den <strong>deutschen Meistertitel beim Roboterwettbewerb</strong> &#8220;Robocup German Open 2011&#8243; geholt. Das Gewinnerinnenteam darf jetzt nach Istanbul zur Robocup Weltmeisterschaft (via <a href="https://twitter.com/#!/FrauBrige/status/55182397934813184" target="_blank">Twitter</a>).</p>
<p>Ist zwar schon älter, aber immer noch sehenswert: &#8220;<a href="http://www.slideshare.net/sAncArlchen/meiblich-wnnlich-other-zweigeschlechtlichkeit-als-irritation-presentation" target="_blank">meiblich, wännlich, other! <strong>Zweigeschlechtlichkeit als Irritation</strong></a>&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Workshop-Tipp für alle Fußball-Liebhaberinnen</strong>: ein <a href="http://www.lpb-bw.de/alle_veranstaltungen.html?&amp;no_cache=1&amp;tx_crilpbeventmodule_pi1[showUid]=5964&amp;tx_crilpbeventmodule_pi1[0]=0&amp;cHash=51b8d0a90e" target="_blank">Radioworkshop</a> vom 15. Juli bis 17. Juli 2011 in Bad Urach (Baden-Württemberg) für junge Frauen ab 16 zum Thema &#8220;Frauen am Ball&#8221;.</p>
<p>In den USA geht es vielleicht bald <em>Wal Mart</em> <a href="http://www.freitag.de/politik/1113-1-5-millionen-vs.-walmart  " target="_blank">an den Kragen</a>: Weibliche Angestellte <strong>verklagen die Supermarktkette wegen Diskriminierung bei Bezahlung und Beförderung</strong>. Schon 2001 hatte eine <em>Wal Mart-</em>Mitarbeiterin stellvertretend für mehrere Hundertausend weibliche Angestellte geklagt. Zurzeit prüft der <em>Supreme Court,</em> ob die Sammelklage rechtmäßig ist.</p>
<p><em>Homoground </em>ist ein <a href="http://homoground.com/about" target="_blank">Podcast</a>, der ausschließlich <strong>queere und queerfreundliche Künstler_innen oder Musik</strong> spielt. (Danke an Annina von <em><a href="http://girlsblogtoo.blogspot.com/" target="_blank">Girls Can Blog</a></em> für den Tipp).</p>
<p>In Toronta hat am 3. April der <strong><em><a href="http://www.slutwalktoronto.com/" target="_blank">Slut Walk</a></em></strong> stattgefunden (<a href="http://hollynorris.ca/slutwalk#h24e0aa96" target="_blank">Fotostrecke</a>), der sich formierte, nachdem ein Polizist Frauen den saudummen Tipp gab, sich nicht &#8220;nuttig zu kleiden&#8221;, um nicht vergewaltigt zu werden.</p>
<p id="watch-headline-title">Die Campuszeitung <em>Excalibur</em> der York-Universität sprach mit Alumna <strong><a href="http://www.excal.on.ca/features/an-interview-with-york-grad-and-transgender-icon-nina-arsenault/" target="_blank">Nina Arsenault über Transphobie</a></strong> und ihr Theaterstück „The Silicone Diaries“.</p>
<p>Das folgende Video ist Teil der irischen Kampagne <a href="http://www.belongto.org/campaign.aspx" target="_blank">BeLonG</a> mit dem Motto: <strong>&#8220;Stand Up! &#8211; Don&#8217;t Stand for Homophobic Bullying&#8221;</strong> (zu deutsch: Steh&#8217; auf! Und stehe nicht für homophobes Mobbing!).</p>
<p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/lrJxqvalFxM&amp;rel=0"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/lrJxqvalFxM&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/irritierende-zweigeschlechtlichkeit-gruselige-post-und-roboter-kurz-verlinkt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Kurz notiert]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Kurz und knapp zum Wochenende</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/kurz-und-knapp-zum-wochenende-2/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/kurz-und-knapp-zum-wochenende-2/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 17:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[1a-Schnecken]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenfakten]]></category>
		<category><![CDATA[Gendertrouble]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmacklosigkeiten aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Alice Schwarzer]]></category>
		<category><![CDATA[Caster Semenya]]></category>
		<category><![CDATA[im Politikbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Medienthemen]]></category>
		<category><![CDATA[neue Väter]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/?p=6688</guid>
		<description><![CDATA[Was war sonst noch los in dieser Woche? Wie wir auch schon ausführlicher berichtet haben, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Sorgerecht für Väter gestärkt. Ein längerer und informativer Artikel dazu findet sich auf tagesschau.de, sowie ein Kommentar auf Spiegel Online. Einen Streifzug durch die Filmgeschichte der Geschlechterstereotype kann man auf derStandard.at nachlesen: Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was war sonst noch los in dieser Woche?</p>
<p>Wie wir auch schon <a href="http://maedchenmannschaft.net/sorgerecht-neue-rechte-fuer-vaeter/" target="_blank">ausführlicher berichtet</a> haben, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das <strong>Sorgerecht für Väter</strong> gestärkt. Ein längerer und<a href="http://www.tagesschau.de/ausland/sorgerecht104.html" target="_blank"> informativer Artikel </a>dazu findet sich auf <em>tagesschau.de</em>, sowie ein <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,665191,00.html" target="_blank">Kommentar</a> auf <em>Spiegel Online</em>.</p>
<p>Einen <a href="http://derstandard.at/1256745578489/Wissenschafterinnen-Wie-Frauen-im-Film-forschen" target="_blank">Streifzug durch die Filmgeschichte der Geschlechterstereotype</a> kann man auf <em>derStandard.at</em> nachlesen: Wie werden <strong>Wissenschaftlerinnen in Filmen</strong> dargestellt? Antwort: Als Mannweib, alte Jungfer, naive Expertin oder einsame Heldin.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/mehr-geld-aber-nicht-fuer-frauen/" target="_blank">Simone Schmollack untersucht</a> in der <em>taz</em>, welche Auswirkungen es für Frauen haben wird, dass das <strong>Schonvermögen von Hartz-IV-Empfänger_innen angehoben</strong> werden soll. Ergebnis: Es wird ihnen wenig nützen, da sie kaum Geld zum Sparen haben.</p>
<p><strong>Der &#8220;Fall Semenya&#8221;</strong> sollte eigentlich Ende November entschieden werden &#8211; besser gesagt: Es sollte entschieden werden, was sie denn nun ist: Mann oder Frau. Dazu bedurfte es aber so vieler medizinischer Tests, dass das Ergebnis nun doch noch nicht vorlag. Das <a href="http://www.freitag.de/kultur/0948-semenya-trouble" target="_blank">berichtet und kommentiert Andrea Roeding</a> im <em>freitag</em>.</p>
<p><strong>Sharon Adler </strong>macht <em>AVIVA</em>, ein Berliner Online-Magazin, <strong>eines der erfolgreichsten Frauen-Portale</strong> deutschlandweit. Diese Woche war sie im <a href="http://www.taz.de/regional/berlin/berliner-koepfe/artikel/1/statt-mit-namen-werden-frauen-oft-mit-attributen-versehen/" target="_blank">Montagsinterview </a>der <em>taz</em>. Kleiner Ausschnitt gefällig?</p>
<blockquote><p>&#8220;Als das Buch &#8220;Alphamädchen&#8221; im letzten Jahr rauskam, war ich superglücklich, dass die Feminismusdebatte von einer neuen Seite angestoßen wird. Ich fands auch gut, ein paar Seitenhiebe loszulassen auf etablierte Feministinnen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Schweizer haben sich <strong>gegen Minarette</strong> ausgesprochen. Und damit Europa in eine große Debatte gestürzt. Interessant für uns ist dabei vor allem die Tatsache, dass laut Forschern vor allem die <strong>Stimmen linksgerichteter Frauen</strong> für den Erfolg der Verbotsabstimmung gesorgt haben könnten, wie die <em>taz</em> <a href="http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/frauen-gegen-minarette" target="_blank">berichtet</a>. Ebenso interessant ist, was <strong>Alice Schwarzer</strong> zu dieser Entscheidung des Schweizer Volkes zu sagen hat: <em>dieStandard.at</em> <a href="http://diestandard.at/1259281119979/Alice-Schwarzer-Verbot-der-Burka-selbstverstaendlich" target="_blank">fasst die Äußerungen der islamkritischen Feministin zusammen</a>. Diese findet es zum Beispiel selbstverständlich, dass Burkas verboten werden sollten.</p>
<p>Wie es <strong>Frauen in der Türkei </strong>geht, das untersuchte u.a. der Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums und kam zu keinem sehr erfreulichen Ergebnis: Inpunkto Gleichberechtigung rangiert das Land ganz weit hinten unter den untersuchten 134 Ländern: auf Platz 129. <a href="http://de.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=469&amp;wc_id=1127" target="_blank">Eine Analyse</a> dazu findet ihr auf <em>Quantara.de</em>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/kurz-und-knapp-zum-wochenende-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Kurz notiert]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Ist der Arschtritt denn legal?</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/ist-der-arschtritt-denn-legal/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/ist-der-arschtritt-denn-legal/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 07:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ist das so?]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
		<category><![CDATA[Weibsbilder Mannsbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Working Girl]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussionen]]></category>
		<category><![CDATA[Quoten]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/?p=4765</guid>
		<description><![CDATA[In der Diskussion um die Frauenquote für Aufsichtsräte wird darüber gestritten, ob sie die Verfassung verletzen würde. Die Quote sollte erst einmal ausprobiert werden Das Gute an dieser Frage ist, dass sie schon lange diskutiert wird – auch wenn sie manchen heute wahnsinnig neu vorkommen mag. Bereits in den achtziger und neunziger Jahren gab es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>In der Diskussion um die Frauenquote für Aufsichtsräte wird darüber gestritten, ob sie die Verfassung verletzen würde. Die Quote sollte erst einmal ausprobiert werden</h3>
<p>Das Gute an dieser Frage ist, dass sie schon lange diskutiert wird – auch wenn sie manchen heute wahnsinnig neu vorkommen mag. Bereits in den achtziger und neunziger Jahren gab es eine breitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Quoten, Gerechtigkeit und Recht. Da die vorherrschende politische Meinung seither jedoch grundsätzlich dagegen eingestellt war, hat sich aus den wissenschaftlichen Überlegungen bislang keine nennenswerte politische oder gesellschaftliche Debatte entwickeln können.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img title="(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/" src="http://farm4.static.flickr.com/3541/3449762086_24ae21de7a.jpg?v=0" alt="" width="400" height="323" /><p class="wp-caption-text">(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/</p></div>
<p>In<a href="http://www.freitag.de/alltag/0933-gehaltsunterschiede-erklaerungen-kolumne-gender" target="_blank"> meinem letzten Beitrag </a>habe ich versucht zusammenzustellen, welche Faktoren dazu führen, dass bis heute Frauen und Männer unterschiedlich in bestimmten Berufs- und Einkommensgruppen vertreten sind. In der Soziologie und Psychologie sind diese Phänomene recht gut untersucht. Die Mehrheit der WissenschaftlerInnen geht heute davon aus, dass es weder a) biologische oder genetische Gründe dafür gibt noch b) die unterrepräsentierten Gruppen einfach nicht wollen – beides klassische Argumente von konservativer und liberaler Seite. Vielmehr gebe es nach wie vor strukturelle, sozialisatorische und kulturelle Faktoren, die zu den Unterschieden führen.</p>
<p>Im Grundgesetz steht: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Die Wortinterpretation allein des Satzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ hat unzählige juristische Werke gefüllt. Zum einen leite sich daraus ein Verbot der rechtlichen Ungleichbehandlung von Männern und Frauen her, das für Gesetzgeber, Exekutive und Rechtssprechung gelte. Diese formale und rein rechtliche Gleichberechtigung wird im Grunde nicht in Frage gestellt.</p>
<p>Doch mit dem Begriff „gleichberechtigt“ könnte auch ein Zustand, der über rein rechtliche Fragen hinausgeht, gemeint sein, wie er im Grimmschen Wörterbuch zu finden ist: &#8220;vornehmlich zur Bezeichnung eines rechtlichen, eines staatsbürgerlichen, eines politischen Verhältnisses u. ä. innerhalb einer übergreifenden Ordnung, &#8216;mit gleichem Rechtsanspruch, gleicher Verfügungsgewalt, gleicher öffentlicher Anerkennung ausgestattet&#8217;&#8221; und auch im Brockhaus findet sich unter Gleichberechtigung die Formulierung „Gleichheit von Mann und Frau hinsichtlich aller Rechte und den Möglichkeiten, die wahrzunehmen, der alltäglichen Pflichten usw.“ Ginge die Wortinterpretation von Artikel 3 des Grundgesetzes mit einer breiteren Auffassung von „gleichberechtigt“ einher, würde die „gleiche öffentliche Anerkennung“ und die tatsächliche Möglichkeit der Ausübung dieser rechtlichen Gleichheit in den Fokus gerückt werden müssen und die Beseitigung der Nachteile, die noch bestehen, aktiv angegangen werden.</p>
<p><span id="more-4765"></span><strong><span>Individuelles Recht versus gesellschaftliches Ziel</span></strong></p>
<p>Man kann deshalb zu dem Schluss kommen, dass der zweite Satz zur tatsächlichen Förderung der Gleichberechtigung ein Widerspruch zum ersten Satz ist, demzufolge Frauen und Männer rechtlich nicht ungleich behandelt werden dürfen. Ein Widerspruch, da sich aus dem ersten Satz ein starkes individuelles Recht auf Gleichbehandlung in allen Situationen herleitet – aus dem zweiten ein gesellschaftliches Ziel: Die Gleichstellung von Männern und Frauen in der sozialen und ökonomischen Realität der Gesellschaft. Das Diskriminierungsverbot bezieht sich damit auf Männer und Frauen gleichermaßen. Die kompensatorische Funktion des zweiten Satzes von Artikel 3 bezieht sich in erster Linie auf Frauen – denn sie sind die tatsächlich bisher benachteiligte Geschlechtergruppe, zumindest in Fragen der Erwerbschancen.</p>
<p>Es gibt also rein rechtlich betrachtet einen Konflikt zwischen dem gesamtgesellschaftlichen Anliegen, mehr tatsächliche Gleichstellung für Frauen zu erreichen und dem individuellen Recht der Männer auf formale Gleichbehandlung. Dieser Konflikt sollte so „sanft“ wie möglich gelöst werden – aber das Grundgesetz verpflichtet streng genommen zu einer Lösung.</p>
<p>Als Heide M. Pfarr sich vor über 20 Jahren mit dieser Thematik befasste, kam sie zum Schluss, dass Quoten mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Damals bereits stellte sie fest, dass eine tatsächliche Gleichberechtigung im politischen und ökonomischen Bereich der Gesellschaft, die vor allem auch auf der gleichen Möglichkeit der Wahrnehmung der Rechte beruht, nicht gegeben sei, worin sich für sie die Legitimität und Vereinbarkeit von Quoten mit dem Grundgesetz begründete. Und seit über 20 Jahren hat sich an diesem Zustand auch nichts geändert – sind wir der Lösung, zu der uns das Grundgesetz verpflichtet, kein Stück näher gekommen.</p>
<p>Eine letzte Betrachtung soll der Frage gelten, ob und inwiefern das relativ neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG, umgangssprachlich: Antidiskriminierungsgesetz) eine Quote ermöglichen oder sowieso verbieten könnte. Denn prinzipiell konkretisiert es Artikel 3 des Grundgesetzes erheblich und verbietet – grob gesprochen–  jegliche Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts (und anderer personenbezogener Merkmale wie Rasse und ethnische Herkunft, Religion, Behinderung etc). Doch es ist eine Lücke im Gesetz: Wenn die Ungleichbehandlung dem allgemeinen Abbau der Diskriminierung einer Gruppe dient, könnte eine Ausnahme gemacht werden.</p>
<p>Endgültig beantwortet werden kann diese Frage an dieser Stelle leider nicht, denn die bisherige Rechtssprechung im Rahmen des AGG lässt noch keine Schlüsse zu. Wie so oft, können sich die jeweiligen Wortinterpretationen unterscheiden und es wird mit Sicherheit auch hier Konflikte zwischen der Umsetzung des einen, gesamtgesellschaftlichen Zieles und des anderen, individuellen Rechtes geben. Es bleibt aber festzustellen, dass Quoten im Rahmen einer verfassungsrechtlichen Diskussion als legitim und sogar in Betrachtung aller bisheriger Umstände als grundrechtlich geboten angesehen werden können.</p>
<div>
<p><strong><span>Einfach mal ausprobieren</span></strong></p>
<p>Bliebe nur die Frage der genauen Ausgestaltung. Eine Quote von mindestens 40 Prozent beider Geschlechter, wie sie in Norwegens Aufsichtsräten praktiziert wird, ist recht starr, sie darf nicht unterschritten werden und GegnerInnen wittern hier Diskriminierung – juristisch gesehen eine Unvereinbarkeit mit dem AGG. Wie aber schon geschildert, findet hier vor allem eine individualrechtliche Ungleichbehandlung statt (wenn überhaupt! – denn die vermeintliche Unterqualifizierung von Frauen konnte in Norwegen dank beherzter Maßnahmen schnell behoben werden) – gesamtgesellschaftlich würde die Situation für Frauen immerhin ein klitzekleines bisschen verbessert und ein solches Gesetz hätte bestenfalls eine Strahlungswirkung auf weitere gesellschaftliche Bereiche. Es gibt also einen großen Unterschied zwischen Gleichberechtigung als Zielsetzung und Gleichberechtigung als Recht!</p>
<p>Da weiterhin strittig ist, ob ein Programm der Bevorzugung die Zielsetzung tatsächlich fördern würde, es aber durchaus plausible Argumente dafür gibt, sollte es vielleicht einfach einmal ausprobiert werden: Mit einem automatischen Verfallsdatum versehen, könnte ein tatsächliches Quoten-Gesetz und die juristische wie soziologische Diskussion, die es befeuern würde, Klarheit schaffen, und wäre bei völliger Untauglichkeit nach dem Haltbarkeitsdatum automatisch wieder vom Tisch. Es hätte aber immerhin endlich einmal die Chance gehabt, sich zu beweisen. Und die ideologischen Grabenkämpfe bekämen einen realpolitischen Bezugspunkt.</p>
<p><em>(Dieser Text erschien ursprünglich als <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/katrin" target="_blank">Kolumne auf Freitag.de</a>)</em></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/ist-der-arschtritt-denn-legal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>72</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Freitagsgedanken]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Erzwingt der europäische Gerichtshof ein neues Abstreibungsrecht in Irland?</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/erzwingt-der-europaische-gerichtshof-ein-neues-abstreibungsrecht-in-irland/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/erzwingt-der-europaische-gerichtshof-ein-neues-abstreibungsrecht-in-irland/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 11:57:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meredith</dc:creator>
				<category><![CDATA[Himmelschreiendes Unrecht]]></category>
		<category><![CDATA[unsere Körper]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/?p=2558</guid>
		<description><![CDATA[Nach Polen ist Irland möglicherweise das nächste EU-Mitglied, das sein Abtreibunsgrecht reformieren muss. Drei irische Frauen ziehen demnächst vor den Europäischen Gerichtshof, um gegen das Abtreibungsverbot in ihrem Staat zu klagen. In Irland sind Schwangerschaftsabbrüche in jedem Fall verboten. Angeblich reisen jeden Tag 20 Frauen nach England, um dort Abtreibungen vornehmen zu lassen Alle drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Polen ist Irland möglicherweise das nächste EU-Mitglied, das sein Abtreibunsgrecht reformieren muss. Drei irische Frauen <a href="http://www.irishtimes.com/newspaper/frontpage/2009/0421/1224245071362.html" target="_blank">ziehen demnächst </a>vor den Europäischen Gerichtshof, um gegen das Abtreibungsverbot in ihrem Staat zu klagen. In Irland sind Schwangerschaftsabbrüche in jedem Fall verboten. Angeblich reisen jeden Tag 20 Frauen nach England, um dort Abtreibungen vornehmen zu lassen</p>
<p>Alle drei Klägerinnen argumentieren, dass die rechtliche Situation in ihrem Land einerseits einen Eingriff in ihre Privatsphäre verursacht, und sie andererseits einer degradierenden Behandlung ausgesetzt hat. Die Frauen hatten Schwangerschaften, die als extrem riskant einzuschätzen waren, aber eben keine Möglichkeit zu Hause etwas zu tun. Eine der Frauen hatte eine ungeplante, hochgefährliche Eileiterschwangerschaft (der Fötus entwickelt sich nicht in der Gebärmutter, solche Schwangerschaften gehen für die Mütter oft tödlich aus); eine Frau hatte gerade die Chemotherapie beendet, als sie ungeplant schwanger wurde; die dritte war Alkoholikerin und psychisch so instabil, dass ihr das Sorgerecht für die bereits vorhandenen Kinder entzogen worden war. Alle drei mussten unter enormem Kostenaufwand und gesundheitlichen Risiken nach Großbritannien reisen und dort die Abbrüche vollziehen lassen. Alle drei hatten danach mit Schmerzen, starken Blutungen und anderen gesundheitlichen Belastungen zu kämpfen.</p>
<p>Von daher das Argument, dass die iritschen Gesetze Menschenrechte (z.B. auf körperliche Unversehrtheit) verletzen, wenn sie in solchen Fällen keine die Gesundheit der Mutter missachten.</p>
<p>Der irische Staat wird dagegen argumentieren, dass die Menschenrechtskonvention der EU sich nicht auf Schwangerschaften und Abtreibungsrecht beziehen lässt. Sollte in Strasbourg allerdings ein Urteil zugunsten der Klägerinnen fallen, ist ziemlich wahrscheinlich, dass Irland seine Abtreibungsgesetze reformieren muss. Alles andere wäre auch ein Skandal.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/erzwingt-der-europaische-gerichtshof-ein-neues-abstreibungsrecht-in-irland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Namen des Volkes</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/im-namen-des-volkes/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/im-namen-des-volkes/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 22:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Himmelschreiendes Unrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Idiotie]]></category>
		<category><![CDATA[Sauereien]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/?p=2246</guid>
		<description><![CDATA[Die Nachricht empörte: Die letzten Wochen wurde immer wieder von einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken berichtet. In diesem war in zweiter Instanz das Schmerzensgeld für eine vergewaltigte Frau um 5.000 Euro auf 25.000 Euro gemindert worden, weil sie sich nach Ansicht des Gerichts in eine „erkennbar verfängliche Situation“ begeben hatte (AZ.: 4 U 392/07 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nachricht empörte: Die letzten Wochen wurde immer wieder von einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken <a href="http://diestandard.at/?url=/?id=1234508446418"target="_blank">berichtet</a>. In diesem war in zweiter Instanz das Schmerzensgeld für eine vergewaltigte Frau um 5.000 Euro auf 25.000 Euro gemindert worden, weil sie sich nach Ansicht des Gerichts in eine „erkennbar verfängliche Situation“ begeben hatte (AZ.: 4 U 392/07 – 130). Die Frau hatte zusammen mit dem späteren Täter in einer Kneipe Alkohol getrunken und war dann mit ihm nach Hause gegangen. Dort angekommen hatte sie jedoch deutlich gemacht, keinen Geschlechtsverkehr zu wollen. Der Täter bedrohte sie daraufhin mit einer Waffe, fesselte sie und brachte ihr eine tiefe Stichwunde am Rücken bei bevor er sie vergewaltigte.</p>
<p>Die <a href="http://maedchenblog.blogsport.de/2009/04/02/vergewaltigt-selber-schuld/"target="_blank">Entrüstung</a> nach Bekanntwerden des Urteils war verständlich: Wie kann das sein? Darf das sein? Und was für Folgen wird es haben?</p>
<p>Um diese Fragen vielleicht ein wenig besser beantworten zu können, muss zuerst geklärt werden, was genau da verhandelt wurde. Ging es wirklich um die Schuldfrage in diesem Urteil? Ist also der Vorwurf an den Richter, mit dem Urteil ein völlig inakzeptables „die Frau war selber Schuld“ festzustellen, wirklich berechtigt?</p>
<p>In Deutschland wird unterschieden zwischen Straf- und Zivilrecht. In Strafrechtsprozessen wird die Schuldfrage verhandelt und die Strafe festgelegt, die der Verurteilte zu verbüßen hat. Hier werden Beziehungen von „Rechtssubjekten“ verhandelt, die einander nicht gleich gestellt sind. Kläger ist hier der Staat, vertreten durch den Staatsanwalt.<br />
Im Zivilrecht hingegen treffen rechtlich gleich gestellte Rechtssubjekte auf einander. Ein zivilrechtlicher Prozess ist nicht zwingend notwendig und findet gegebenenfalls nach dem Strafrechtsprozess statt.</p>
<p>Das heißt im konkreten Fall, es gab zuerst einen Strafprozess, in dem der Täter schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt wurde. Die vergewaltigte Frau hat danach eine zivilrechtliche Verhandlung angestrengt, um Schadensersatz und Schmerzensgeld zu bekommen. Juristisch gesehen wurde in diesem Prozess also nicht mehr über die Schuld verhandelt, sondern nur noch darüber, ob und wie viel Entschädigung der Täter dem Opfer zu zahlen hatte.</p>
<p>Aus dieser Perspektive betrachtet ist das Urteil des OLG Saarbrücken rechtlich durchaus zu vertreten. Bei der Bemessung von Schmerzensgeld wird unter anderem die Selbstgefährdung des Opfers mit beachtet. Als freie Menschen haben wir alle jederzeit das Recht, uns selber in Gefahr zu bringen, müssen aber auch die Konsequenzen tragen. Vergleichbar wäre zum Beispiel eine Situation, in der eine nüchterne Frau zu einem betrunkenen Mann ins Auto steigt und dieser einen Unfall verursacht. Auch in diesem Fall würde das Schmerzensgeld mit dem Hinweis auf die Selbstgefährdung des Opfers, also auf die Tatsache, dass die Frau sich wissentlich in Gefahr begeben habe, wahrscheinlich herabgesetzt.</p>
<p>Doch darf in Fällen, in denen die sexuelle Selbstbestimmung eines Menschen so grob verletzt wird, wirklich derselbe Maßstab bei der Beurteilung der Selbstgefährdung angelegt werden?</p>
<p><span id="more-2246"></span>Denn trotz dem das das Urteil rechtlich gesehen korrekt ist, bleibt die moralische Fragwürdigkeit. Auch wenn es hier nicht mehr um Schuld und Unschuld ging, so stellt sich die Frage, ob eine Frau, die zusammen mit einem Mann etwas trinkt und dann mit ihm nach Hause geht, wirklich damit rechnen muss, dass sie mit einem Messer attackiert und vergewaltigt werden kann? Und liegt so einem Urteil nicht darüber hinaus ein „denkt dran Frauen, alle Männer sind potentielle Täter“ – Generalverdacht zugrunde?</p>
<p>Ob das Urteil allerdings großen Einfluss auf die weitere haben wird, bleibt abzuwarten. Formal handelt es sich bei einem Urteil eines OLG nicht um eine richtungsweisende Entscheidung. Trotzdem ist zu erwarten, dass sich in kommenden vergleichbaren zivilrechtlichen Verhandlungen die Vertreter der Beklagten auf diesen Spruch berufen werden. Wann genau eine „erkennbar verfängliche Situation“ beginnt, liegt dann Ermessen des jeweiligen Richters, der jeweiligen Richterin.</p>
<p>Mit dem Urteil des OLG Saarbrücken wurde allerdings mitnichten eine neue Richtung in der Rechtssprechung eingeläutet. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang ein genauerer Blick auf einige Strafrechtsurteile des Bundesgerichtshofes (BGH) zum Thema Vergewaltigung und Selbstgefährdung. Hier geht es wirklich um die Schuldfrage und es handelt sich bei Urteilen des BGH um richtungsweisende Entscheidungen, also Entscheidungen, an denen sich andere Richter bei ihren Sprüchen zu orientieren haben.</p>
<p>Und da gibt es einige Urteile, die einem wirklich die Haare zu Berge stehen lassen:<br />
Da wäre zum einen das große Gebiet „Vergewaltigung von Prostituierten“. Ein Mann, der eine Prostituierte vergewaltigt, hat mit einer geringeren Strafe zu rechnen als ein Mann, der Frauen vergewaltigt, die „keinerlei Anlass zu der Annahme geben, sie wären zu sexuellen Kontakten bereit“. Das heißt, Männer, die kein Geld aber Lust auf Sex haben und vor Gewalt nicht zurückschrecken, fahren besser zum Straßenstrich oder lassen sich noch bequemer über eine entsprechende Agentur eine Frau nach Hause kommen und vergewaltigen sie, anstatt eine Frau im Park zu überfallen.<br />
Mal abgesehen von der Tatsache, dass viele Prostituierte gar nicht wissen, dass es illegal ist, sie zu vergewaltigen (und sie den Vorfall deswegen oder aus Scham oft gar nicht zur Anzeige bringen) ist es mit Hinblick auf die zu erwartende Strafe nämlich günstiger, eine Hure mit körperlicher und/oder Waffengewalt zum Sex zu zwingen als eine Frau, die z.B. als Arzthelferin arbeitet.</p>
<p>Auch wenn es sich beim Opfer um die (Ex-)Freundin oder Ehefrau handelt, kann sich das unter Umständen strafmildernd auswirken. Denn es ist davon auszugehen, „dass dieses (Anm.: das Opfer) die sexuellen Übergriffe als weniger beeinträchtigend empfindet, was eine strafmildernde Berücksichtigung zu rechtfertigen vermag“. Allerdings sollte der Täter besser auf Sexualpraktiken zurück greifen, die innerhalb der Beziehung üblich waren, um eine besondere Erniedrigung, die wiederum strafverschärfend wirken kann, auszuschließen. Außerdem als strafverschärfend wird berücksichtigt, wenn der Vergewaltiger unverhütet in der Scheide der Frau zum Samenerguss kommt. Heißt anders formuliert, ein Täter, der sich zum Coitus Interruptus entschließt (oder unterbrochen wird) kann unter Umständen mit einer milderen Strafe rechnen als einer, der in der Frau kommt.</p>
<p>Zur Erinnerung:<br />
Diese Urteile sind richtungsweisende Urteile!<br />
Ich persönlich muss zugeben, dass ich mich – bei allem Unverständnis über den Standpunkt des OLG Saarbrücken – frage, wo denn der Aufschrei bei den Urteilen des BGH blieb? Viele der BGH-Sprüche zu diesem Thema stellen eine Verhöhnung der Opfer dar. Als sei der physische und psychische Schmerz, den ein Vergewaltigungsopfer zu ertragen hat, nicht genug, muss eine Frau sich auch noch sagen lassen, dass die Vergewaltigung durch den Ex sie weniger erniedrigt habe als die durch einen völlig Fremden?! Und klar, Vergewaltiger sind schon böse, aber hey, immerhin ist er nicht in ihr gekommen!?!</p>
<p>Was bleibt, ist Unverständnis und folgende Erkenntnis:<br />
Auch wenn Urteile im Straf- und Zivilrecht formal nicht zusammenhängen, so sollte uns doch klar sein, dass der Trend zum expliziten wie impliziten „selbst schuld“ schon viel länger von wichtigerer Stelle vorgegeben wurde! Die derzeitige Empörung und <a href="http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=998&#038;Itemid=86"target="_blank">Stellungnahmen</a> sollten sich also vielleicht nicht ausschließlich auf dieses eine Urteil sondern mehr auf das System dahinter beziehen und sich außerdem an die wenden, die wirklich die Richtung vorgeben.</p>
<p>Trotzdem, oder vielleicht auch genau deswegen: Frauen, wenn ihr Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden seid, zeigt sie an, die Arschlöcher! Geht so schnell wie möglich zur Polizei oder in ein Krankenhaus, bitte, nehmt all eure Kraft zusammen und wascht euch nicht die Beweismittel von der Haut. Euch trifft keine Schuld! Bitte traut euch, euch Hilfe zu suchen und mit dieser Hilfe dazu beizutragen, dass diese Typen ihre hoffentlich gerechte Strafe bekommen und andere Frauen nicht das gleiche erleben müssen wie ihr!</p>
<p>*********************************************</p>
<p>Zum <strong>Weitersurfen</strong>:<br />
<a href="http://www.frauennotrufe.de/vor_ort/?m=Hilfsangebote" target="_blank">Hier</a> geht’s zum Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.<br />
Zum <strong>Weiterlesen</strong>:<br />
Schmidt, Ramona: <em>„Frauen nach einer Vergewaltigung. Analyse der strafrechtlichen Situation als Grundlage für professionelle Beratung und Begleitung.“</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/im-namen-des-volkes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>38</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Arbeitsminister gegen Gehaltsdiskriminierung</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/arbeitsminister-gegen-gehaltsdiskriminierung/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/arbeitsminister-gegen-gehaltsdiskriminierung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 08:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Working Girl]]></category>
		<category><![CDATA[gute Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Quoten]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf 09]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/?p=1955</guid>
		<description><![CDATA[Nun hat sich auch SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz in die Debatte um gleiche Gehälter für Frauen und Männer eingeschaltet. Wie sein Parteikollege Franz Müntefering fordert er eine 40-Prozent-Quote für Frauen in den Kontrollgremien deutscher Unternehmen. Zur Bild am Sonntag sagte er nicht nur, dass er diese Quote ins Wahlprogramm seiner Partei schreiben lassen wolle, sondern sprach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hat sich auch SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz in die Debatte um gleiche Gehälter für Frauen und Männer <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,614763,00.html" target="_blank">eingeschaltet</a>. Wie sein <a href="http://maedchenmannschaft.net/eilmeldung-aus-der-spd-zentrale/" target="_self">Parteikollege Franz Müntefering</a> fordert er eine 40-Prozent-Quote für Frauen in den Kontrollgremien deutscher Unternehmen. Zur <em>Bild am Sonntag</em> sagte er nicht nur, dass er diese Quote ins Wahlprogramm seiner Partei schreiben lassen wolle, sondern sprach auch über das Thema <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,614263,00.html" target="_blank">Gehaltsdiskriminierung</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir müssen den Frauen den Klageweg erleichtern. Die Unternehmen sollen verpflichtet werden, die Daten für einen Gehältervergleich zur Verfügung zu stellen. (…) Wenn es eine Ungleichheit gibt, muss die Firma beweisen, dass es sich dabei nicht um eine Diskriminierung der Frauen handelt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bisher ist es umgekehrt und die Klägerin muss die Diskriminierung nachweisen. Eine gesetzliche Änderung hin zur Beweispflicht der Unternehmen könnte diese stärker als bisher in die Verantwortung nehmen. Bisher hat ein Unternehmen, das Frauen und Männer unterschiedlich bezahlt, doch recht wenig von Seiten der Gerichte zu befürchten &#8211; und entsprechend wenige Frauen verklagten bisher ihren Arbeitgeber.</p>
<p>Die Bundesgleichstellungsministerin (ja, auch das ist sie, nicht nur Familienministerin) Ursula von der Leyen hält übrigens nichts von den SPD-Plänen. Sie äußert sich weiterhin ablehnend zur Quote und will die Gleichstellung von Frauen den Unternehmen überlassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/arbeitsminister-gegen-gehaltsdiskriminierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>20</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>8-Jährige für 5.400 Euro</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/8-jahrige-fur-5400-euro/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/8-jahrige-fur-5400-euro/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 12:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[International Arschlöcher]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Saudi-Arabien]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsehe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/8-jahrige-fur-5400-euro/</guid>
		<description><![CDATA[Bei solchen Nachrichten bleibt einem fast das Herz stehen: Ein Richter in der saudi-arabischen Stadt Aneisa hat sich zum zweiten Mal geweigert, dem Scheidungsantrag eines achtjährigen Mädchens stattzugeben. Das Mädchen war von seinem Vater mit einem Mann verheiratet worden, der etwa 50 Jahre älter ist als die Viertklässlerin. (…) Der Vater hatte das Mädchen regelrecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei solchen <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/583/452289/text/" target="_blank">Nachrichten</a> bleibt einem fast das Herz stehen:</p>
<blockquote><p>Ein Richter in der saudi-arabischen Stadt Aneisa hat sich zum zweiten Mal geweigert, dem Scheidungsantrag eines achtjährigen Mädchens stattzugeben. Das Mädchen war von seinem Vater mit einem Mann verheiratet worden, der etwa 50 Jahre älter ist als die Viertklässlerin. (…) Der Vater hatte das Mädchen regelrecht verkauft. Der Ehemann erließ dem Vater als Gegenleistung für die Heirat mit dem Kind Schulden in Höhe von rund 5400 Euro.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/8-jahrige-fur-5400-euro/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die ganz billige Tour</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/die-ganz-billige-tour/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/die-ganz-billige-tour/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2008 09:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[1a-Schnecken]]></category>
		<category><![CDATA[Himmelschreiendes Unrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Working Girl]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder kriegen]]></category>
		<category><![CDATA[Mitten in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/die-ganz-billige-tour/</guid>
		<description><![CDATA[Gestern wurde das erste Urteil im Fall Sule Eisele gesprochen und es ist ein Witz: Dafür, dass die Angestellte wegen ihrer Schwangerschaft von ihrem Arbeitgeber R+V Versicherung degradiert wurde, bekam sie die lächerliche Summe von knapp 11.000 Euro zugesprochen. Das sind drei Monatsgehälter. Damit hat die Summe nicht mehr als symbolischen Wert. Wehtun wird sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern wurde das erste Urteil im <a href="http://maedchenmannschaft.net/wenn-uns-schon-die-grosen-fische-schlucken-sorgen-wir-fur-eine-schwere-verdauung/">Fall Sule Eisele</a> gesprochen und es ist ein Witz: Dafür, dass die Angestellte wegen ihrer Schwangerschaft von ihrem Arbeitgeber R+V Versicherung degradiert wurde, bekam sie die lächerliche Summe von knapp 11.000 Euro zugesprochen.</p>
<p>Das sind drei Monatsgehälter. Damit hat die Summe nicht mehr als symbolischen Wert. Wehtun wird sie dem Unternehmen ganz gewiss nicht, dabei werden solche Prozesse geführt und so etwas wie (einklagbare) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz" target="_blank">Antidiskriminierungsrichtlinien</a> eigentlich erlassen, damit denjenigen, die ihre Angestellten oder Mitbürger_innen trotzdem diskriminieren, auch eine saftige Rechnung dafür präsentiert wird.</p>
<p>Im Prozess hatten Sule Eiseles Anwälte eine halbe Million gefordert &#8211; eine angemessene Summe wie ich finde. Denn, realistisch gesehen ist es doch so: Wer gegen den Arbeitgeber wegen Diskriminierung vor Gericht geht, der findet im Zweifelsfall in der gesamten Branche keinen Job mehr. Und wie gesagt: Die Strafen müssen wehtun, um wirklich etwas zu bewirken. Wegen 11.000 Euro wird keine Unternehmensleitung das eigene Verhalten ändern.</p>
<p>Die <em>Süddeutsche Zeitung</em> <a href="http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/335/452043/text/" target="_blank">berichtet</a> vom Prozess:</p>
<blockquote><p>Richter Krampe gestand Eisele zwar zu, dass ihre Versetzung nicht in Ordnung war, doch lehnte er Hunderttausende Euro Entschädigung als übertrieben ab. (…) Er blieb bei den Summen, die in vielen Arbeitsgerichtsverfahren üblich sind: Drei Monatsgehälter; im übrigen kann Eisele laut Urteil auf ihre alte Stelle zurückkehren. Deshalb könne kein Schaden für die kommenden Jahre oder gar Jahrzehnte geltend gemacht werden. Eisele freilich hält eine Rückkehr für nahezu unmöglich, das Verhältnis zur R+V ist offenbar zerrüttet. Der Anwalt des Unternehmens (…) spricht zufrieden davon, dass die 11.000 Euro für seinen Mandanten &#8220;natürlich&#8221; verschmerzbar seien. Die amerikanische Praxis mit Millionen-Entschädigungen für Diskriminierung von Frauen oder für Mobbingopfer wird es damit in Deutschland vorerst nicht geben. &#8220;Dieses Urteil gibt das Zeichen: freie Diskriminierung für freie Arbeitgeber&#8221;, klagt Eiseles Anwalt Alenfelder. Für den Versicherungsanwalt Ulrich Volk war die Versetzung eine &#8220;ganz normale arbeitsrechtliche Maßnahme&#8221;. Einer Frau, die schwanger geworden sei und monatelang aus dem Job aussteige, dürfe eine andere Stelle zugewiesen werden. Im Klartext: Schwangerschaft hin oder her &#8211; das ist das Recht des Chefs, wenn der Umsatz in Gefahr ist.</p></blockquote>
<p>Das Urteil ist wirklich ein Schlag ins Gesicht aller Frauen (und auch Väter, die Vergleichbares erlebt haben), die ihre Hoffnungen auf diesen Präzedenzfall gelegt haben. In Deutschland wird noch nicht so selbstverständlich geklagt wie zum Beispiel in den USA, deswegen war der Schritt Sule Eiseles umso mutiger. Viele Frauen, denen Ähnliches oder Gleiches passiert, wissen zwar, dass sie eigentlich vor Gericht ziehen können, tun es aber meist nicht, weil eben die Rechtspraxis in Deutschland so ist, dass sich vor Gericht nur der jeweilige Arbeitsplatz und drei Monatsgehälter einklagen lassen. Aber wer, bitteschön, möchte an einem Schreibtisch sitzen, der demjenigen gehört, gegen den man geklagt hat?</p>
<p>Sule Eisele will in Berufung gehen, ein Kollege und ein Ex-Mitarbeiter der R+V haben mittlerweile ebenfalls auf Diskriminierung geklagt. Vielleicht braucht es noch eine ganze Reihe mehr Sule Eiseles, damit sich die Rechtsprechung verändert. Oder es steht ein Marsch durch die Instanzen an, bis beim Europäischen Gerichtshof ein anderes Urteil gesprochen wird &#8211; denn der EuGH lässt andere Entschädigungssummen zu. Wird es aber in Zukunft noch mehr Urteile wie dieses geben, kann man das AGG dagegen nur noch als Witz bezeichnen, der nur aus <em>political correctness</em> in der deutschen Gesetzgebung steht, aber nicht aus wirklichem Gestaltungswillen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/die-ganz-billige-tour/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>20</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Meine Meinung]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Scheidung auf Marrokanisch</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/scheidung-auf-marrokanisch/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/scheidung-auf-marrokanisch/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 10:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauenfakten]]></category>
		<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Frage der Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/scheidung-auf-marrokanisch/</guid>
		<description><![CDATA[Marokkos König Mohammed VI. ist bei vielen seiner Untertanen beliebt wie ein Popstar. Als er 1999 den Thron bestieg, begann er vieles ganz anders zu machen als sein Vater &#8211; und versuchte, sein Land zu modernisieren. Während er den Staatsapparat selbst kaum von Korruption und verkrusteten Strukturen befreien kann, gelang ihm mit der Reform des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Marokkos König Mohammed VI. ist bei vielen seiner Untertanen beliebt wie ein Popstar. Als er 1999 den Thron bestieg, begann er vieles ganz anders zu machen als sein Vater &#8211; und versuchte, sein Land zu <a href="http://www.zeit.de/2003/43/Marokko" target="_blank">modernisieren</a>. Während er den Staatsapparat selbst kaum von Korruption und verkrusteten Strukturen befreien kann, gelang ihm mit der Reform des marrokanischen Familienrechts der große Wurf. Der Autor <span class="author">Dietrich Alexander wirft <a href="http://www.welt.de/wams_print/article2874403/Der-Koenig-und-die-Rechte-der-Frauen.html" target="_blank">einen Blick</a> in die Familiengerichtssäle eines Landes aus 1001 Nacht</span>:</p>
<blockquote><p>Der König begreift das seit Februar 2004 geltende reformierte Familienrecht, die Mudauwana, als Kern seiner Vorstellung von einer toleranten, modernen, an die globale Entwicklung assimilierten arabischen Gesellschaft. &#8220;Wie kann&#8221;, so fragte der Monarch vor vier Jahren sein Parlament, &#8220;eine Gesellschaft auf Fortschritt und Wohlstand hoffen, wenn die Hälfte von ihr, die Frauen, Opfer von Ungerechtigkeit, Gewalt und Marginalisierung wird?&#8221; Die Antwort gab er kurz darauf selbst und verkündete eine radikale Reform der Familiengesetzgebung. Vorbei waren die Zeiten, da es einem Mann erlaubt war, mit der dreifachen Wiederholung des Wortes &#8220;talaq&#8221; (Scheidung) seine Frau ins Elend zu stoßen: rechtlos und als Nicht-Jungfrau für den Rest ihres Lebens dazu verdammt, allein zu bleiben. Vorbei die tribalen Gesetzmäßigkeiten gehorchende Zwangsverheiratung junger Mädchen mit deutlich älteren Männern. Und vorbei auch die vollkommen unkontrollierte Polygamie.</p></blockquote>
<p>Vor allem die Frauen in seinem Land verehren Mohammed VI. Denn er hat ihr Leben <a href="http://www.zeit.de/2007/06/Marokko" target="_blank">radikal verändert</a>. Zum Beispiel bei einer Scheidung:</p>
<blockquote><p>Richter Fadli verkündet: &#8220;Die Ehe wird mit sofortiger Wirkung geschieden, das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter wird der Mutter übertragen, die während der Ehe angehäuften Güter werden geteilt.&#8221; Akte geschlossen, nächster Fall. Ein scheues Lächeln huscht über das Gesicht der Frau mit dem blond gefärbten Haar, das sie offen trägt. Ihre schlanken Beine stecken in engen Jeans, darüber fällt eine gemusterte, dreiviertellange Lederjacke. Man sieht ihr den Triumph an, den sie über die Gesetzmäßigkeiten einer patriarchalischen Gesellschaft errungen hat: Nicht nur konnte <em>sie</em> die Scheidung erwirken, es gelang ihr obendrein noch, das Sorgerecht für ihre Tochter durchzusetzen. Weder das eine noch das andere wäre vor fünf Jahren denkbar gewesen.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/scheidung-auf-marrokanisch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Quod erat demonstrandum</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/quod-erat-demonstrandum/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/quod-erat-demonstrandum/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 09:13:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Feminismus ist schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Im Musikbusiness]]></category>
		<category><![CDATA[Working Girl]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsleben]]></category>
		<category><![CDATA[Mitten in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[vor Gericht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maedchenmannschaft.net/quod-erat-demonstrandum/</guid>
		<description><![CDATA[Eine Gema-Angestellte hat ihren Arbeitgeber verklagt. Es gibt 85 Prozent Frauen im gesamten Unternehmen, aber keine einzige in einer Führungsposition. Als dann der Posten des Personaldirektors ohne Ausschreibung an einen Mann vergeben wurde, klagte sie &#8211; und bekam Recht. Spiegel Online berichtet: Als ein Indiz für die Diskriminierung ließ die Klägerin ein mathematisches Gutachten anfertigen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Gema-Angestellte hat ihren Arbeitgeber verklagt. Es gibt 85 Prozent Frauen im gesamten Unternehmen, aber keine einzige in einer Führungsposition. Als dann der Posten des Personaldirektors ohne Ausschreibung an einen Mann vergeben wurde, klagte sie &#8211; und bekam Recht. <em><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,592973,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> berichtet:</p>
<blockquote><p>Als ein Indiz für die Diskriminierung ließ die Klägerin ein mathematisches Gutachten anfertigen. Dieses ergab eine Wahrscheinlichkeit von unter einem Prozent für die Annahme, dass bei der Gema aus reinem Zufall alle 16 Direktorenposten mit Männern besetzt sind, während der Frauenanteil im Unternehmen bei rund 85 Prozent liegt. Der Vorsitzende Richter Joachim Klueß sagte, die Klägerin habe damit den statistischen Nachweis erbracht, dass sie offenbar aufgrund einer Diskriminierung nicht befördert wurde. Außerdem seien bei der Gema auch in der zweiten Führungsebene mit Ausnahme einer einzigen Frau nur Männer anzutreffen.</p></blockquote>
<p>Klägerin und Verklagte wollen gegen das Urteil Revision einlegen &#8211; die eine Seite will mehr Geld als &#8220;20.000 Euro Schadenersatz plus Verdienstausfall in Höhe von 28.214,66 Euro sowie  die Gehaltsdifferenz&#8221;, die andere Seite wohl aus Prinzip.</p>
<p>Der Fall gilt als erstes <a href="http://log.handakte.de/13591/frau-gewinnt-gegen-gema/" target="_blank">Anti-Diskriminierungsurteil</a>, bei dem die Wahrscheinlichkeitsrechnung eine große Rolle gespielt hat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maedchenmannschaft.net/quod-erat-demonstrandum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>45</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

