Einträge mit dem Tag ‘Verhütung’


Wir lassen uns aufregen: Blogschau zum Wochenende

22. Januar 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 92 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Die Honigsüße Welt fragt sich und ihre Leser_innen: „Woher kommt diese ‚Tradition‘, dass es für Frauen selbstverständlich ist zum Frauenarzt zu gehen, aber Männer gehen nicht zum Männerarzt?

Beim Mädchenblog spricht Blanca Dole vom feministischen Kollektiv der Uni-Frauen (so denke ich mir das zumindest mit meinem Urlaubsspanisch) über das Verbot der Notfallverhütung („Pille danach“) im April 2009 und dessen Folgen.

Und noch ein Blick über Deutschland und Europa hinaus: Bei L-Talk gibt es aus aktuellem Anlass – den Protesten und der Staatskrise in Tunesien – einen schon etwas älteren Text über die Situation von lesbischen Frauen im Land.

Die Denkwerkstatt berichtet über eine Veranstaltung mit Monika Hauser (Gynäkologin, Gründerin von Medica Mondiale, Trägerin des s.g. „Alternativen Nobelpreises“ 2008 und Kämpferin gegen sexualisierte Gewalt).

Ebenfalls beim Mädchenblog hat Leonie offenbar die Quotenintervention von Ursula von der Leyen (wir berichteten) vorausgeahnt und fragt schon mal „Warum eigentlich nicht gleich 50%?“

annalist verlinkt den Vortrag von Seda Gürses beim letztjährigen Kongress des Chaos Computer Clubs 27c3 über Privatsphäre, Datenschutz und Überwachung und legt ihn gerade Nicht-Informatiker_innen ans Herz (oder den Kopf).

Franziska Heine hat gelesen und gezählt, nämlich wie sich Frauen in der deutschen Blogosphäre selbst bezeichnen: Mädchen, Fräulein, Frau?

Bei words on a watch schreibt die Schriftstellerin Katharina Schultens über schlechte PR-Texte und gelangt auf kleinen Umwegen schließlich auch zum Auszählen – in diesem Fall der Repräsentation von Lyrikerinnen und Lyrikern.

Beim Feministischen Institut Hamburg gibt es eine ausführliche, persönliche und zugleich nüchtern-distanzierte Einzelfallstudie zum Umgang mit sexistischen Situationen: Was sage ich? Wie sage ich es? Wie reagiert er/sie und wie geht’s weiter?

Das Nuf könnte sich aufregen und tut es. Und zwar über einen Artikel im Nido (oder in der Nido anscheinend, sorry!), der das Schicksal von Mittelschichtsfamilien beklagt, die nach dem Kinderkriegen sparen müssen: „Man kann nicht mehr vier Mal in der Woche ausgehen, für den Jahresurlaub muss man sparen.“ Das Nuf rät: Jedes Kind nur ein Pony.

Eine elegante Überleitung zu einem kurzen Blick in die öffentlich-rechtliche Onlinewelt: rbb-Redakteurin Su Holder schrieb einen sogenannten „offenen“ – und bösen – Brief an die schwangere Kristina Schröder. Verletzung der Persönlichkeitsrechte fand ihr Arbeitgeber, der Sender Fritz, und nahm den Text von der Website.

Und zum Abschluss gibt’s noch einen Termin: Gestern starteten in Bielefeld bereits zum vierten Mal die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“. Organisiert werden sie vom AStA der Fachhochschule Bielefeld, dem AStA der Universität Bielefeld sowie dem Frauencafé Anaconda, der Fachschaft Gender Studies und dem Autonomen Schwulen Referat (SchwuR) an der Uni Bielefeld. Bis zum 28.01.2011 gibt es noch zahlreiche Veranstaltungen, das ausführliche Programm hier.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Die Blogsphäre zur Feminismus-Debatte (und mehr)

13. November 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 67 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

DAS Thema der feministischen Blogosphäre war in dieser Woche natürlich die von Frauenministerin Schröder ausgelöste Debatte. Anne Wizorek outet sich auf Spreeblick als Feministin ohne klischeehafte Beinkleidung (lila Latzhosen), Antje Schrupp will lieber über feministische Inhalte sprechen und verzichtet nun sechs Monate auf den Begriff „Feminismus“, der Gurkenkaiser erläutert die Rassifizierung und Individualisierung in der Diskussion, inFEMME schreibt Alice Schwarzer, was an Frau Schröder wirklich zu kritisieren wäre und Rochus Wolff hat im Genderblog noch weitere Blogbeiträge gesammelt.

In Österreich wirbt eine Kampagne der Frauenministerin für Vätermonate, dort Karenz genannt. Spricht dieser Werbespot tatsächlich jemanden an, fragt die denkwerkstatt.

Girls Can Blog stellt die saudische Bloggerin Reem von reemsite.com vor, die sie beim Young Media Summit 2010 kennengelernt hatte.

Bei dem Hamburger Workshop Femmeness erkunden war ryuu und bloggt über neu gewonnene Erkenntnisse und fempowerment. Außerdem der Hinweis auf das deutsch-sprachige Äquivalent Es Wird Besser von It gets better, der Videokampagne, die homo-, bi- und transsexuellen Jugendlichen Mut machen soll.

Die Zahlenzauberin bloggt über ihre Erfahrungen mit natürlicher Familienplanung und welche Auswirkungen es hat, seinen Körper täglich zu beobachten.

Die Autorinnenvereinigung bloggt seit einiger Zeit im Amelia Blog, benannt nach der legendären Pilotion Amelia Earhart. Ab sofort werden dort Prosa und Lyrik unter dem Motto „Am Rande des Abgrunds ist die Aussicht schöner“ gesucht – es geht um einen Blogwettbewerb. Die Gewinnerinnen der Abstimmung werden mit „Goldstaub“ im Wert von jeweils 100 Euro belohnt.

Die nrrrdz haben eine neue Folge produziert und reden diesmal im Podcast über Computerspiele und auch über nackte Frauen.

Am Donnerstag in meinem Postkasten (Abo) und ab Montag am Kiosk – das neue Missy Magazine mit Musikerin Christiane Rösinger als Titelporträt.

Bis Dienstag könnt Ihr an der Umfrage zur Bedeutung des Geschlechts im Bibliothekswesen teilnehmen, auf die Danilolablog hinweist. Geht natürlich auch direkt. Unter den Teilnehmer_innen werden Büchergutscheine verlost.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Neues aus dem Sexkästchen

14. Oktober 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 10 von 20 der Serie Sex am Morgen

Pst… alle mal herhören und herschauen: Die Vulva-Spots der Woche…

Die richtige Frage stellt Postsecret der us-amerikanischen Frauenzeitschrift Cosmopolitan: Warum geht es in einem Magazin für mich nur um ihn?

Gute Frage!

Über die Forschungsbemühungen, Viagra für Frauen zu entwickeln, haben wir schon an anderer Stelle berichtet. Gender Across Borders greift sich das Thema aus aktuellem Anlass und mischt es mit einer Portion Anal Sex.

In Berlin wird gegenwärtig die Zulässigkeit geprüft, Autokennzeichen von Freiern im Internet zu veröffentlichten. Heise online weiß mehr.

Die New York Times berichtet über die erfreuliche Entwicklung, dass ähnlich wie  deutsche Teens auch die amerikanischen Teenager sehr oft und mehr als Erwachsene Kondome nutzen. Die traurige Nachricht: Frauen kommen auch heute noch seltener zum Höhepunkt, ihre Partner merken das nicht und jede dritte Frau hatte beim letzten Sex sogar Schmerzen.


Facebook | |


Frauen aus aller Welt, Definitionsmacht und die Verhütungsspritze

24. August 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 56 von 152 der Serie Kurz notiert

Insgesamt 16 Geheimdienste gibt es in den USA und seit kurzem das erste Mal eine Direktorin, berichtete dieStandard.at. Letitia Long führt nun die „National Geospatial-Intelligence Agency” (NGA), die es erst seit 1996 gibt und, wie der Name vermuten lässt, auf drei-dimensionale Landkarten spezialisiert ist.

In der Jungle World geht es in einem ausführlichen Dossier um Feminismus und Definitionsmacht. Statt Opfern einen Ausweg aufzuzeigen, werde ihnen eine neue Ideologie übergestülpt, die Sexismus als unüberwindbar ansieht, Frauen als überemotional hinstellt und Begriffe wie Gewalt entleert. Fazit: Letzlich sei Definitionsmacht frauenverachtend und anti-feministisch.

Auf Fotos werden saudische Frauen oft stereotyp dargestellt, deswegen fotografiert Madawi Balghunaim lieber selbst. Ihre Aufnahmen und die anderer saudi-arabischer Fotografinnen zeigt die BBC in einer Bildergalerie.

Auch die ZEIT stellt Frauen vor, die Klischees sprengen. Es geht um „die großen Damen der Autogeschichte”.

Speziell um Feministinnen ging es beim Observer. Sieben Aktivistinnen aus aller Welt erzählen, warum der Kampf für Gleichberechtigung noch nicht gewonnen ist und welche speziellen Probleme sie gerade angehen.

Vergangene Woche war die Latina Week of Action for Reproductive Justice, die die besondere Perspektive von Latinas auf Verhütung und Fortpflanzungsdebatten in den Vordergrund rückte. Akimbo stellte daher verschiedene lateinamerikanische Gruppen und ihre derzeitigen Aktivitäten vor.


Über Girls Can Blog die Mama Grizzlies, die sich gegen Sarah Palin wehren.

Wie bereits berichtet, wird in Münster an der Verhütungsspritze für den Mann gearbeitet. Sie hat es inzwischen in die letzte Phase der klinischen Prüfung geschafft. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Spritze sogar mehr Sicherheit bieten wird als die Pille. Die Testphase wird laut Ärztezeitung 2012 abgeschlossen werden.

In Indonesien gibt es nach heftigen Beschwerden über sexuelle Belästigungen nun spezielle Frauenwagons in Zügen, berichtet die BBC. Das zugrunde liegende Problem, der mangelnde Respekt vor Frauen, ist damit natürlich noch nicht gelöst, kritisieren Aktivist_innen.

Nach dem Klick dann noch die Termine (weiterlesen …)


Facebook | |


50 Jahre Pille – nicht für den Mann

18. August 2010 von Barbara

Am 18. August 2010  jährt sich zum 50. Mal die Einführung der Pille. Frauen können seit 50 Jahren durch die Einnahme von Hormonen verhüten. Sie bekamen die Freiheit geschenkt, erinnern sich viele Frauen an die frühen Sechziger; 1961 erschien Anovlar, die erste deutsche Pille, in Westdeutschland auf dem Markt, ab 1965 konnten Frauen Ovosiston in Ostdeutschland kaufen. 50 Jahre hormonelle Verhütung – und immer nehmen die Frauen die Hormone. Warum gibt es eigentlich keine Pille für den Mann?

Gleichberechtigung im Schlafzimmer bedeutet, dass Mann und Frau Freude an der Sexualität haben. Sie bedeutet aber auch, dass Mann und Frau Verantwortung für die Empfängnisverhütung übernehmen. Verhütung ist keineswegs Frauensache – das hatten auch zwei Pharmakonzerne verstanden. Bis 2006 erforschte die Berliner Schering AG gemeinsam mit dem niederländischen Pillen-Produzenten Organon Möglichkeiten der Empfängnisverhütung, bei denen der Mann die Hormone kriegt. Dann übernahm Bayer Pharma die Schering AG und das Projekt kam auf den Prüfstand. Friederike Lorenzen ist die zuständige Pressesprecherin des Pharma-Riesen und erinnert sich:

(weiterlesen …)


Facebook | |


Wissenschaftler_innen haben herausgefunden…

24. März 2010 von Helga

… dass Männer, die ihre Partnerinnen schlagen, das Ausmaß von Gewalt in Beziehungen deutlich höher einstufen, als es tatsächlich der Fall ist. Nicht klar ist bisher, so The Curvature, ob die Fehleinschätzung dazu führt, dass sie gewalttätig werden, oder eher als anschließende Rechtfertigung gebraucht wird. Wichtig ist in jedem Fall, immer wieder deutlich zu machen, dass die Mehrheit der Männer ihre Partnerinnen nicht schlagen und vergewaltigen.

… dass Frauen, selbst wenn sie nur indirekt Seximus beobachten, anschließend eine schlechtere Meinung von Männern haben. Bereits „mittelmäßig schlimme” sexistische Kommentare führen zum Wunsch, sich von Männern abzugrenzen und verärgerten die Probandinnen. Die abwertenden Handlungen einzelner Sexisten beeinflußen so leider das Ansehen aller anderen Männer, berichtet The Sexist. Da viele Übergriffe in der Öffentlichkeit passieren, raten die Forscherinnen allen Zuschauer_innen, nicht wegzusehen sondern den Seximus direkt anzugehen.

…dass bessere Verfügbarkeit der Pille danach Frauen nicht verleitet, auf Verhütung während des Sex zu verzichten. Wie dieStandard.at berichtet, nehmen sie die Pille danach im Notfall aber früher ein. Da gerade die frühest-mögliche Einnahme wichtig ist, ergibt sich ein weiteres Argument für die Aufhebung der (deutschen) Rezeptpflicht.

…dass sich Erwachsene nicht ganz einig sind, was „Sex” eigentlich ist. So sehen zwar 95% das Einführen eines Penis in die Vagina als Sex an. Kommt es dabei nicht zum Samenerguss, sehen das nur noch 89% als Sex. Für Anal-Sex, Oral-Sex oder manuelle Stimulation sanken die Zahlen noch weiter, so Broadsheet. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man also nicht annehmen, dass Gesprächspartner_innen Sex genauso definieren, wie man selbst.

Wem das noch nicht genügend Studien und Sexforschung sind, der findet bei The Sexademic noch ein paar fast vergessene Wissenschaftler_innen, die sich weit vor Alfred Kinsey daran machten, Schlafzimmer und Reproduktionsorgane zu untersuchen. Etwa Clelia Duel Mosher, die den Mythos „fragile Frauen” untersuchte und feststellte, dass Korsetts statt biologischer Nachteile zu Atemproblemen führen.


Facebook | |


Eine Frage der Liebe

27. Februar 2010 von Anna

So, da hätte ich eben beinahe meinen Kaffee über den Laptop gespuckt. Warum? Wegen der aktuellen Ausgabe der „Liebeskolumne“ aus dem Zeit Magazin. Dort wird jede Woche vom Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer „eine Frage der Liebe“ beantwortet. Diese Woche: „Darf sie ohne sein Wissen die Pille absetzen?“

Die – wie ich finde – unglaubliche Antwort:

[....] Die Moralistin wendet sich mit Grausen ab. Der Pragmatiker aber erkennt eine gewisse Gerechtigkeit darin, dass durch die heimliche Aktion nicht mehr die Frau, sondern der Mann dem Druck unterworfen ist, entweder eine Schwangerschaft zu akzeptieren oder sich zu trennen.
Die meisten Väter können eine handfeste Wirklichkeit besser verarbeiten als die von Perfektionsansprüchen umwaberte Eventualität.

Lieber Herr Schmidbauer, das kann nicht wirklich ihr Ernst sein, oder?


Facebook | |


Die Pille danach

22. Dezember 2009 von Helga

Geplatztes Kondom, die Pille mit einer Magen-Darm-Erkrankung, die Gründe für die Pille danach sind vielfältig. In Deutschland braucht man dafür eine Verschreibung vom Arzt, in Österreich gibt es sie künftig auch ohne Rezept.

Im Interview mit der Sueddeutschen sieht Manfred Stumpfe, der Vizechef des Berufsverbandes der Frauenärzte in Bayern, verschiedene Probleme: So sei die Pille danach nicht so häufig nötig, wie Frauen sie sich verschreiben lassen wollen, und zu wenige Frauen kämen zur Nachuntersuchung. Auch sei die ärztliche Versorgung in Deutschland so gut, dass jede Betroffene rechtzeitig die Pille danach bekommen könne. Das Zeitfenster zur Einnahme beträgt 72 Stunden, dabei ist Schnelligkeit Trumpf. Dass viele junge Frauen (aber auch ältere) über ihren Zyklus zu wenig Bescheid wissen, ist in der Tat ein großes Problem.

Ich hatte schon junge Frauen als Patientin, die in der Pillenpause, also in den sieben Tagen zwischen den normalen Einnahmezyklen der Pille, kommen, und eine “Pille danach” verlangen. Diese Mädchen wussten nicht nicht, dass sie in dieser Zeit sowieso nicht schwanger werden können und verhüten während dieser Zeit immer mit Kondom.

Diese Frauen waren augenscheinlich schon bei einem Frauenarzt, der sie bei der Verschreibung aber nicht ordentlich informiert hat. Ob nun nur eine weitere Verschreibung diesen Fehler korrigieren kann sei dahingestellt. Genauso wie die Frage, ob nur Ärzte und nicht auch Apotheker die Betroffenen zu einer Nachfolgeuntersuchung motivieren können. Die medizinische Verfügbarkeit ist laut pro familia nicht ganz so rosig, denn einige Krankenhäuser stellen keine Rezepte für die Pille danach aus. Frauen in ländlichen Gegenden müssen zunächst zum Arzt und danach noch zu einer Apotheke kommen. Das belastet zeitlich und monetär vor allem die sozial Schwachen, die häufig auf den öffentlichlich Nahverkehr angewiesen sind; die Medikament- oder Rezeptkosten, sowie die Praxisgebühr kommen ebenfalls noch in den meisten Fällen dazu.

Schließlich wird im Interview dargelegt, dass das Notfallkontrazeptivum Pille danach und die Abtreibungspille zwei verschiedene Dinge sind – um im letzten Absatz doch noch “Abortivum” zu verwenden. Dabei wird nur das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindert. Dies gilt allgemein und im § 218 nicht als Schwangerschaftsabbruch, nur bei der katholischen Kirche.

Außerdem gibt es bei der Sueddeutschen noch einen Kommentar, der das Unbehagen mit der Entscheidung so begründet:

Die Freigabe der “Pille danach” lässt ahnen, wie sehr die Trennung von Sexualität und Liebe zugenommen hat. Sex ist – gerade bei Jugendlichen – verfügbar geworden und hat verfügbar zu sein, sofort, ohne das Lebensspiel von Zuneigung und Zärtlichkeit, ohne Achtung des Anderen als Subjekt der Lust, als Persönlichkeit.

Von dem Wunsch, nicht schwanger zu werden, auf weniger Achtung vor dem Sexualpartner zu schließen ist schon ein weiter Wurf. Rochus Wolff kommentierte:

Liebe ist doch gleich Kinderwunsch, oder etwa nicht?


Facebook | |


Kurz und knapp zum Wochenende

16. Oktober 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 1 von 152 der Serie Kurz notiert

Liebe Freunde der feministischen Netzunterhaltung, hier kommt sie wieder, unsere kleine Linksammlung:

Wenn man auf Freitag.de diesen Artikel über Twiggy – ja genau, die Mode-Ikone der 60er und das wohl erste “Magermodel” – liest, dann fragt man sich die ganze Zeit eigentlich nur eines: “Und, wie sieht sie denn nun heute aus??” – Jedenfalls hat sie den Grundstein für eine Revolution im Modelbusiness der 60er gelegt: Mit ihren 1,70 m und 41 kg, dazu noch eine jungenhafte Frisur war sie das Gegenteil des Frauen-Ideals der 50er, wie es Marylin Monroe verkörperte: androgyn statt üppig, weiblich rund. Umso interessanter die Perspektive der heute 60-Jährigen auf ihre Vergangenheit. (und wer wissen will, wie denn heute aussieht, der findet hier ein Bildchen).

Eine Welle von Diskussionen hat im Web die Nachricht ausgelöst, dass die Antibabypille “Yasmin” von Bayer im Zusammenhang mit dem Tod von sieben Frauen seit 2001 stehen könnte – wie zum Beispiel auch auf jetzt.de nachzulesen ist.

Eine sehr spannende Fotoserie über die heutige Situation von Frauen in Saudi-Arabien, die von extremen Kontrasten gekennzeichnet ist, hat die Fotografin Kate Brooks für das Time Magazine zusammengestellt.

Väter sind im Moment einer der vielen Schwerpunkte, mit denen sich Feminismus und Geschlechterpolitik zunehmend befassen sollten. Sie scheinen eine Schlüsselrolle innezuhaben, wenn es um die Geschlechtergerechtigkeit in Familien geht. Auf sueddeutsche.de fand sich in dieser Woche eine kleine Reportage mit dem Titel “Papa hält die Stellung“. Väter aus Berlin Prenzlauer Berg, die sich bewusst für die sonst klassisch “weibliche Aufgabe” der Baby- und Kleinkinder-Fürsorge entschieden haben, berichten über ihre Erfahrungen.

Ein weiterer Linktipp, der mir als Reaktion auf meinen Artikel “Frauen und Kinder zuletzt” über den Weg lief, ist die Seite Vaeter.de. “Die Website für den Mann mit Kind Vaeter.de ist eine Internetplattform für Väter und Männer, die Familie und Beruf besser vereinbaren möchten.” Heißt es da. Juchuu – Männer, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ihrem Thema machen. Mehr davon bitte!

Zum Schluss eine wirklich spannende Retrospektive über die sogenannte “Adenauer-Zeit”, die vor allem auch einen Fokus auf das Verhältnis der Geschlechter zu der damaligen Zeit wirft. Zeit-Autorin Sybille Steinbacher, Historikerin und “Expertin” in Sachen “Sexuelle Revolution” bietet in “»Sex« – das Wort war neu” interessante Einblicke in den Alltag der Fünfziger Jahre und beleuchtet die Kämpfe, die schon damals wegen der Geschlechterungleichheit geführt wurden.


Facebook | |


Zielgruppe: Frauen, Thema: Verhütungsmittel

30. September 2008 von Susanne

Sarah Haskins, wie immer bestechend wunderbar, über Verhütungsmittel-Werbung:

“I am just a lady, with a simple lady mind.”


Facebook | |



Anzeige