Einträge mit dem Tag ‘Verhütung’


Ohlauer, Nazi-Aufkleber und #AskThicke auf Twitter – kurz verlinkt

2. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 240 von 243 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Wie Ihr die Ohlauer-Aktionen unterstützen könnt, hat @Ohlauerinfo veröffentlicht: Spenden, Freiwillige für die Schichten am Infopoint etc. – Eure Hilfe wird jeden Tag (und jede Nacht) gebraucht.

Die Geschichte der Dortmunder Wahlparty im Rathaus, die von Rechtsextremen gestürmt werden wollte – und wie das Innenministerium nun herausgefunden haben will, dass die Politiker_innen dort einfach selbst randaliert hätten: Nachzulesen hier.

Interessant: Nazi-Aufkleber in Polizeiwagen sind nicht strafbar.

Der Kölner Bombenanschlag 2001 auf ein Lebensmittelgeschäft wirft immer neue Fragen auf: War ein Kölner Neo-Nazi bei der Tat involviert?

Warum nicht nur der Vorfall des durch rassistische Äußerungen in den Schlagzeilen gelandete Mitarbeiters des BAMF, sondern die Behörde insgesamt problematisch ist, darüber schrieb Petra Szablewski-Çavuş im Migazin.

Englischsprachige Links

The Belle Jar schrieb schrieb über Robin Thicke und sexuelle Gewalt (Triggerwarnung), und das Bitch Magazine feiert eine Twitter-Aktion, die eigentlich der Promotion für Thickes neues Album dienen sollte, letztlich aber dazu führte, dass Thicke(s Promo-Team) sich mit einer Menge unangenehmer Fragen konfrontiert sah.

Auf Black Girl Dangerous erschien nochmal ein sehr guter Text der nigerianischen Autorin Chekwube O. Danladi zu den entführten nigerianischen Mädchen und Frauen.

Infos und Kommentare zu einer ganzen Reihe an problematischen Entscheidungen des obersten Verfassungsgerichts in den USA bezüglich reproduktiver Rechte findet Ihr auf thinkprogress und bei Mother Jones, und zwar hier und hier und hier. Ebenfalls bei Mother Jones: ein Bericht, wie ausgerechnet die Ladenkette Hobby Lobby Geld in Firmen investiert, die Verhütungsmittel produzieren…

Die ägyptische Feministin Yara Sallam wurde verhaftet.

Die Historikerin und Autorin Hanne Blank hat ein Buch über die Erfindung der Heterosexualität geschrieben und zeigt, dass diese ein ziemlich neues Konzept ist. Salon hat mit der Autorin ein Interview dazu geführt.

Termine in Hamburg und Leipzig: (mehr …)


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Männliche Schwangerschaft ist nicht abschreckend

15. August 2013 von Lisa

Etwas gegen ungewollte Schwangerschaften tun und zugleich daran erinnern, dass Männer genauso für Kinder zuständig sind wie Frauen? Eigentlich eine gute Idee. Dazu Plakate mit jungen Männer zeigen, die einen schwangerem Bauch haben und auf denen der Schriftzug ‘unexpected’ / ‘unerwartet’ steht, wie es eine US-amerikanische Kampagne in Chicago tat? Auf den ersten Blick vielleicht eine gute Idee, auf den zweiten aber eine schlechte. Es gab viel berechtigte Kritik an dieser Kampagne, die unter anderem hier nachzulesen ist. Zentral dafür waren vor allem zwei Gründe:

1. In den USA gibt es fast permanent Kampagnen, die versuchen, ungewollte Teenager-Schwangerschaften zu verhindern. Dabei setzen viele Organisationen leider lieber auf Abschreckung anstatt auf Sexualaufklärung oder auf Zugang zu Verhütung und Abtreibung. Das führt jedoch  nur dazu, dass schwangere Teenager stigmatisiert werden. Statt auf politische Zusammenhänge zu verweisen, werden in vielen der Kampagnen nur individuelle Mädchen präsentiert, die scheinbar ‘zu naiv’ oder ‘zu unvorsichtig’ waren und deren Leben nun als ‘verpfuscht’ gilt. In der Kampagne aus Chicago werden nun anstatt weiblicher, männliche Teenager stigmatisiert. Problematisch ist beides.

2. Die Kampagne richtet sich ausschließlich an heterosexuelle und cis-gender Teenager. Mit ihrem vermeintlichen ‘Überraschungseffekt’ setzt sie voraus, dass Männer nicht schwanger werden wollen oder können. Dadurch werden männliche Schwangerschaften – wie sie etwa J. Wallace oder Thomas Beatie erlebten – zu etwas, was als ‘unnormal’ und ‘abschreckend’ gilt. Um solchen transphoben Aussagen entgegen zu treten, hat Das ‘Media Literary Project’ alternative Plakate entworfen. Statt ‘unexpected’ ist dort beispielsweise zu lesen “Trans men have babies, too.” – Trans*männer können auch Babys bekommen.


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Trotz Kritik von allen Seiten: Notfallverhütung bleibt rezeptpflichtig

16. Mai 2013 von Anna-Sarah

Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat gestern beschlossen, dass die sogenannte “Pille danach” auch weiterhin in Deutschland nur auf Rezept erhältlich sein wird. Das bedeutet: Wer Notfallverhütung braucht, muss sich dafür in eine (Notfall-)Praxis, am Wochenende oder abends ggf. in ein Krankenhaus begeben und nicht selten eine Untersuchung über sich ergehen lassen, deren Notwendigkeit mehr als zweifelhaft ist. Erst danach kann das Rezept – wenn es denn ausgestellt wird – in einer Apotheke vorgelegt und das Medikament erworben werden – jedenfalls sofern sich die_der Apothekerin nicht aus obskuren “ethischen” Gründen weigert, es rauszugeben, was auch schon vorgekommen sein soll. Meiner Erfahrung nach werden da mindestens um die 20 Euro fällig, wenigstens kommt seit Anfang des Jahres keine Praxisgebühr mehr dazu.

Damit stellt sich der Bundestag gegen die Empfehlung verschiedener Expert_innengremien, unter anderem der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Begründung ist natürlich wieder mal in patriarchalisch-paternalistischer Manier der Schutz der Patient_in – fiele die Rezeptpflicht weg, so das Argument, sei es ja quasi vorprogrammiert, dass wir alle uns das Zeug wie Smarties reinpfeifen, leichtsinnig und uninformiert wie wir sind. Und was da nicht alles passieren kann… Komischerweise kriegen es potentiell von Schwangerschaft betroffene Menschen in anderen Teilen der Welt offenbar dennoch hin, ihren “Pille danach”-Konsum  halbwegs verantwortlich zu managen (und Mediziner_innen finden trotzdem ein Auskommen): In insgesamt 79 Ländern sind Notfallverhütungspräparate frei erhältlich, darunter sämtliche EU-Staaten außer Italien, Polen und eben Deutschland.

Wie es praktisch so laufen kann, wenn mensch sich in der Lage sieht, die “Pille danach” zu benötigen, beschrieb vor wenigen Tagen Nicole von Horst – und stellt die Idee in den Raum, auf einer online einsehbaren Karte zu verzeichnen, bei welchen Krankenhäusern und Ärzt_innen der Versuch, die Pille danach zu bekommen, mit Problemen verbunden war. Tolle Idee – Unterstützung wanted! (Persönlich könnte ich zwei Stellen beisteuern, wo es damals außer den Kosten keine Probleme, auch keine Untersuchung gab, zum Glück.) (mehr …)


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Gute Nachrichten aus Frankreich – mit kleinen Abstrichen

15. April 2013 von Gastautor_in

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Henrike Dessaules, die sonst (unter anderem) auf  Discipline and Anarchy bloggt. Vielen Dank dafür!

Aus Frankreich gibt es in letzter Zeit viel Erfreuliches zu berichten. Nicht nur, dass letzte Woche das Gesetz zur Legalisierung “gleichgeschlechtlicher” Ehen und Adoption im Senat durchgewunken wurde, auch die Regelung zur hundertprozentigen Erstattung von Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln tritt nun in Kraft.

Was heißt das genau? Seit dem 31. März bekommen alle Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, sämtliche dadurch anfallende Kosten zurückerstattet. Dies war bislang nur bei Minderjährigen der Fall; alle anderen mussten mit Kosten zwischen 80 bis 200 Euro rechnen. In Zeiten, in denen Familienplanungszentren aus Geldmangel schließen müssen und Abtreibungsgegner_innen durch die Pariser Straßen marschieren, ist das auch im liberalen Frankreich keine Selbstverständlichkeit.

Des Weiteren werden für junge Frauen zwischen 15 und 18 Jahren die Kosten für die Verhütung ebenfalls zu 100% übernommen. Hier muss man allerdings betonen, dass es bei dieser Regelung nicht nur eine (etwas willkürlich anmutende) Altersbeschränkung gibt: Erstattet werden nur hormonelle Verhütungsmethoden – die Pille und das Implantat. Sollte es sich aber bei dieser Maßnahme laut Gesundheitsministerin Marisol Touraine tatsächlich um eine „Entscheidung zugunsten der allgemeinen Gesundheit“ handeln, sollten dann nicht auch gerade Verhütungsmittel, die gegen Geschlechtskrankheiten schützen, kostenlos zur Verfügung gestellt werden?

Mir geht das Gesetz daher nicht weit genug. Davon abgesehen, dass junge Frauen auch unter 15 Jahren sexuell aktiv sind, werden alle, die von diesen Vorzügen Gebrauch machen wollen, automatisch zu einer Methode gedrängt, die von Frauenärzt_innen ohnehin schon oft als alternativlos angeboten wird. Auch ist unklar, inwieweit minderjährigen Frauen bei der Beschaffung die Anonymität ermöglicht werden kann. Planning Familial, das französische Pendant zu Pro Familia, kritisierte die Gesetzgebung daher ebenfalls als unzulänglich.

Immerhin, ein Wahlversprechen hat der derzeitig eher unbeliebte französische Präsident Francois Hollande damit eingelöst. Und eins steht außer Frage: Im Vergleich zu Deutschland und vor allem auch Irland ist Frankreich in Bezug auf reproduktive Rechte deutlich um Einiges voraus. Während wir in Deutschland immer noch auf ein Rezept für die „Pille danach“ angewiesen sind und in Irland das Abtreibungsverbot nach dem Tode von Savita Halappanavar nur schleichend abgemildert wird, trifft sich die französische Frauenrechtsministerin Najat Vallaud-Belkacem mit Planning Familial Filialen, um darüber zu diskutieren, wie Jugendlichen der Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen weiterhin erleichtert werden kann.


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Lesestoff für das ganze Wochenende – die Blogschau

26. Januar 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 189 von 254 der Serie Die Blogschau

Im Pfuilleton (danke, Sabine :) ) wird ja derzeit ständig behauptet, man könne Kindern rassistische Begriffe doch einfach “erklären”.  Schwarze Kinder hat dabei offenbar kaum jemand im Sinn…
Bei Bühnenwatch hat sich Anneke Gerloff  die Mühe gemacht, viele der in der Kinderbuchdebatte breitgetretenen white-supremacy-Argumente  auseinander zu nehmen. Auch Anarchistelfliege schreibt über den rassistischen Backlash, verlinkt gute Beiträge  und fasst nochmal einiges zusammen. Außerdem gibt es dort noch ein paar erläuternde Gedanken zum Unterschied zwischen Befindlichkeit und Betroffenheit.

Body policing und body shaming sind machtvolle Facetten von Sexismus – damit einher geht das oftmals komplett verinnerlichte Bewusstsein, dass der eigene Körper permanent von anderen wahrgenommen, reguliert, be- und abgewertet wird.  Nahezu alle Frauen* sind davon betroffen. Besonders krass erfahren das allerdings dicke Frauen*, denen ihr  “Versagen” im Kampf um das Erfüllen bestimmter Normen permanent vor Augen geführt wird.  Riotmango rantet gegen das Verleugnen von Privilegien, die schlanke Menschen in diesem Kontext gegenüber dicken haben.

Kotzen über das Erzbistum Köln und Verhütungspolitik:  ein offener Brief mit Hintergrundinfos.

Kinder und Jugendliche werden von Erwachsenen mit einer Menge Ansprüchen und Erwartungen konfrontiert – auch in links-alternativen Umfeldern, wie Somlu beschreibt.

Warum sie sich die offenbar obligatorische Diät zum Jahresanfang getrost spart, schreibt Katrin auf Reizende Rundungen. Toll aussehen geht sowieso auch hervorragend ohne.

Eine Taxifahrerin lehnt die Beförderung eines Fahrgastes ab, der sie bei einer vorherigen Fahrt sexuell belästigt hat. Bald darauf folgt die Kündigung, sie sei nicht „hart genug für diesen Beruf“ – das Mädchenblog berichtet über den unfassbaren Vorfall.

A propos unfassbar: Khaos.Kind schreibt einen offenen Brief an die EMMA, die sich in ihrer letzten Ausgabe in Sachen Bullshit selbst übertroffen hat.

Verharmlosung und Relativierung von sexistischen Übergriffen, Teil 6748: FDP-Politiker Rainer Brüderle hat eine Journalistin belästigt, und wer steht im Fokus der Kritik?  Na, ratet mal (Lösung bei Merle Stöver).
Die im Zuge des Vorfalls entstandene Twitterkampagne #aufschrei betrachtet das Antiblog und gibt praktische Hinweise, wie es weitergehen könnte. Auf Zehenspitzen sucht für sich einen Umgang mit Street Harrassment. Auch Frau Dingens erträgt den Normalzustand rape culture nicht mehr.

Ein neuer Stern am Bloghimmel:  Don’t degrade Debs, darling! startet mit wichtigen Fragen zur eigenen Identität:  “Habe ich das Recht Attribute die mir gefallen, die sich für mich erstrebenswert anfühlen anzunehmen oder muss ich dafür etwas erfüllen? Was ist entscheidend? Wie mich andere wahrnehmen? Wohl kaum! Wie ich mich selbst wahrnehme oder was ich mir wünsche zu sein? Kann ich Begrifflichkeiten entwerten oder ihnen die Schlagkraft nehmen, weil ich nicht genug irgendwas bin? Ab wann darf ich mich mit Dingen identifizieren?”

accalmie erklärt auf ihrem Blog noch mal das mit dieser Zensur und wer hier eigentlich wen ausschließt (auf Englisch).

Wie sich diskriminierendes Verhalten erkennen und bekämpfen lässt, darüber schreibt Zweisatz  – inzwischen bereits Teil 6.
Dazu passt eine anonyme Online-Umfrage, die Nejra Drljevic im Rahmen ihrer Bachelorarbeit in Sozialer Arbeit durchführt. Diese Befragung richtet sich an Frauen islamischer Religionszugehörigkeit und fragt u.a. nach Diskriminierungserfahrungen und Umgangsformen damit. Die Forscherin freut sich über rege Teilnahme.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Reproduktive Rechte auf die Agenda setzen

22. Januar 2013 von Charlott

[CW: Thematisierung von sexualisierter Gewalt, ausgeschrieben V*rg*w*lt*g*ng - auch in vielen der verlinkten Texte]

Es ist mal wieder Zeit: Ein “Pille danach”-Artikel bei der Mädchenmannschaft. Zuletzt hatte Helga im April des letzten Jahres zu dem Thema gebloggt, als die Aufhebung der Rezeptpflicht gescheitert war. Wie immer ging es um die Einschränkung der Entscheidungsfreiheit und um einige andere Faktoren, die nicht das Wohl der betroffenen Personen betreffen. So schloss sie:

Tatsächlich sei Geld der Faktor für Ärzt_innen, die Rezeptpflicht beizubehalten, heißt es von der Beratungsorganisation pro familia. Sie fürchteten den Verlust von Patientinnen und finanzielle Einbußen. Ansonsten ist das Gerangel um die Freigabe der Pille danach vor allem ein Machtspiel – ausgetragen auf dem Rücken der Betroffenen.

Wie das dann aussieht, hat sich wieder einmal in der letzten Wochen gezeigt. In Köln wurde ein Fall bekannt, in dem eine Frau von einem Krankenhaus abgewiesen wurde als ihre Behandlung auch die Beratung (und Verschreibung) zur “Pille danach” beinhaltet hätte. Der Kölner Stadtanzeiger stellte in einem der ersten Artikel fest:

Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, werden nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in einigen katholischen Krankenhäusern des Erzbistums Köln nicht mehr behandelt.

Das dies kein Einzefall ist, zeigt sich allein daran, dass nun mehr ähnlich lautende Berichte zu Tage kommen. Und es deckt sich mit dem Wissen vieler Frauen, denen klar ist, dass sie an einigen Orten gar keine Chance haben Notfallverhütung zu erhalten. Aber auch in anderen Praxen geht die Verschreibung oftmals einher mit Untersuchungen und Vorwürfen. Die “Pille danach” zu erhalten – in Deutschland häufig ein Spießroutenlauf.

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Der dauernde Kampf um Reproduktionsrechte

21. September 2012 von accalmie

Embryonen sind Bürger_innen der USA und des US-amerikanischen Bundesstaats, in dem sich ihr Wohnsitz befindet. Sie haben das Recht auf ein ordent­liches Ge­richts­­verfahren, ohne das ihnen kein Staat Leben, Freiheit und Eigen­tum nehmen oder gesetz­lichen Schutz versagen darf.

Wenn es nach US-Republikaner_innen ginge, wäre dies schon bald die Ver­fassungs­­­lage in den USA: das Wahl­­programm, das auf dem Par­tei­­tag der „Grand Old Party“ vor einigen Wochen in Flo­rida verabschiedet wurde, sieht ein „human life amendment“ („menschliches Leben“-Verfassungs­­­zusatz) vor, das darauf abzielt, be­fruchtete Ei­­­zellen als „ungeborene Kinder“ zu de­finieren. Dem­­­ent­­sprech­end wären be­reits Blasto­­­zysten als US-Bürger_innen an­­­zu­­­er­­kennen und ihnen die gleichen Zivil­­­rechte ein­­zu­­räumen wie im 14. Ver­­fas­sungs­­­­zusatz für US-Bürger_innen fest­­gelegt; ein gesetz­­liches Vor­­haben, das auf bunde­sstaat­licher Ebene erst 2011 in Mi­ssi­­­ssi­­ppi scheiterte.

Seit das Ober­­ste US-Verfassungs­­­gericht im Fall Roe v. Wade 1973 Schwanger­­­schafts­­­ab­­­brüche legali­siert hat, sind diese theo­­retisch bis zur eigen­­­ständigen Lebens­­­fähig­­keit („viability”) des Fötus’ möglich. De facto werden aufgrund diverser zu­sätzlicher Regelungen Ab­trei­bungen über­­wiegend bis zur 12. Schwanger­­schafts­­woche vor­genommen. Das nun offi­­ziell ein­­gebrachte „human rights amendment“ ist allerdings nur der Höhe­punkt einer jahr­­zehnte­­langen Kam­pagne christ­­licher Fundamentalist_innen, inner­halb und außer­­halb politischer Macht­­strukturen, in ihrem Versuch diese Rechts­sprechung aus­zuhöhlen; sei es durch diverse Ein­schränkungen des Zugangs zu Abtreibungskliniken (oder auch nur Ver­hütungs­mitteln wie der „Pille danach“), durch das Aufstellen zusätzlicher Hürden wie ver­pflichtender „Beratungs“-Gespräche, un­­nötigen medizinischen Prozeduren wie trans­vaginalen Ultra­schalls und Warte- oder „Bedenk”-Zeiten, durch die Streichung finanzieller Zu­schüsse zu Ge­sund­heits­orga­nisa­tionen wie Plan­ned Parent­hood oder gar Bedrohung und Ermordung von Ärzt_innen, die Schwanger­­schafts­­ab­­brüche vor­nehmen.

Bei all der berechtigten Kritik an jenen un­­ver­hohlenen Ein­­schüchter­ungs- und Be­­­­stra­­fungs­­­maß­­­nahmen für Menschen, die in den USA eine Schwanger­­­­schaft beenden wollen, vergisst man jedoch häufig das Nahe­­­liegende: in Deutsch­­land ist Ab­treibung noch nicht einmal legal. Para­graph 218, der seit 1871 im deutschen Straf­­­gesetz (in verschiedenen Aus­­­formungen) ver­­ankert ist und seit Jahr­­­zehnten von Feminist_innen explizit kriti­­siert und be­­kämpft wird, sieht seit 1976 (und im Zuge der Ab­­lehnung einer „Fristen­­regelung” erneut seit 1995) ledig­lich vor, dass Ab­­­­trei­bung unter be­­stim­m­ten Um­­­­ständen straf­­­frei bleibt. Wie die Emma schreibt, wird Frauen* hier kein Recht, sondern eine Gnade gewährt – anhand der Bundes­tags­­­debatten kann man das un­schön nach­­­voll­­­ziehen. Tat­­säch­lich hat Deutsch­­land eines der restrik­­tiv­sten Ab­treibungs­­­ge­setze Europas, und manche gesetz­­­lichen Regelungen, die von christ­­­lichen Fundamentalist_innen in den USA erst ei­ngeführt werden möchten und dort von Feminist_innen vehement abgelehnt werden (wie verpflichtende, nicht-neutrale Be­ratungs­­­ge­spräche und so­­genannte „Bedenk­zeit”), sind in Deutsch­­land schon lange Reali­tät.

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Samstagabendbeat gegen den „Kampf gegen Frauen“

25. August 2012 von Helga

Was ist denn jetzt eigentlich eine „richtige“ Vergewaltigung? Diese Frage stellen sich in den USA und auch in Deutschland immer mehr Menschen. Taylor Ferrera beantwortet es endlich! (Songtext unten nach dem Klick)

Die CoochWatch wehrt sich gegen die Schließung von Krankenhäusern in Virginia und fordert vom Gouverneurskandidaten Ken Cuccinelli „Hände weg“. Der definitiv bessere Ohrwurm als „Call me maybe“, von dem sie leider neben der Melodie auch das crazy übernommen haben. (Für den Songtext die Untertitel anstellen, das kleine Rechteck neben dem Zahnrad)

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Was bleibt nach dem Schlussapplaus?

13. Juli 2012 von Charlott

Melinda Gates und Andrew Mitchell stehen auf der Bühne. Es ist das vorläufige Ende eines langen Tages (danach folgen nur noch geschlossene Dis­kussions­runden) und sie verkünden nun, ob das London Summit on Family Planning ein Erfolg war. Mitchell hebt die Stimme:

„Wir haben nach­gerechnet und ich freue mich verkünden zu können, dass wir die anvisierten 2 Milliarden Dollar aus den Ent­wicklungs­­ländern* erreicht haben. Aus den Geber­staaten haben wir aber sogar 2,6 Milliarden erreicht.“

Applaus. Die Delegierten der ver­schiedenen Länder und Organisationen ver­­lassen den Raum. Doch was war hier wirklich geschehen und was wird bleiben?

Melinda Gates spricht beim Summit

Melinda Gates spricht beim Summit

Das London Summit on Family Planning wurde initiiert von der Bill and Melinda Gates Foun­da­tion und der britischen Re­gierung. An einem Tag sollten bei dem Summit Regierungen, inter­­nationale Organisationen (wie die Weltbank, Afrikanische Union u.s.w.) und Nicht-Regierungs-Organisationen zusammen­kommen, um zum einen das Thema Familien­­planung auf die Ta­gungs­­ordnung ­zu setzen und zum anderen kon­kret Gelder zur Ver­­fügung zu stellen, um bis 2020 vielen Millionen Frauen, die bisher keinen Zugang zu Familien­­planung haben, eben diesen zu er­möglichen.

Zu der Veranstaltung waren nur Länder zu­ge­lassen, die bereits im Vorfeld zusicherten, mit einer Selbst­ver­pflichtung anzureisen und etwas zu dem geplanten Etat bei­zu­tragen, erzählt Gary Darm­stadt von der Bill and Melinda Gates Foundation. Das ganze Pro­gramm am Mittwoch war also darauf ausgelegt, das ab­wechselnd Vertreter­_innen ver­schiedener Länder ihren Bei­trag und ihre Ziele ver­kün­de­ten, dazwischen wurden in Form von Panels auch Menschen aus unter­schiedlichen Organisationen zu einigen Themen­­bereichen gehört und es wurden Video­clips über Mütter in aller Welt gezeigt. Alles in allem gab es also Statistiken, Ver­sprechen und Bilder für’s Herz. Eine sehr perfekte Inszenierung, die Mut machen soll.

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Live-Tweets vom London Summit on Family Planning

11. Juli 2012 von der Mädchenmannschaft

Heute treffen sich in London Regierungen, NGOs und Stiftungen aus aller Welt um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie in Zukunft Mädchen und Frauen der Zugang zu Verhütungsmitteln und Informationen über reproduktive Rechte im Allgemeinen erleichtert werden können. Dabei geht es um etwa 220 Millionen Frauen, die gern Zugang hätten, ihnen dieser aber aus verschiedenen Gründen bisher verwehrt ist. Charlott von Afrika Wissen Schaft sitzt in der Blogger Gallery mit Blick auf die Delegierten und wird unter ihrem Twitter-Account @halfjill_2010 berichten. Außerdem könnt ihr die Veranstaltung unter dem Hashtag #FPsummit verfolgen. Im Blog der kleinen Ethnologin gibt es einen Vorab-Kommentar und der Guardian hat einen Podcast dazu.

Alle Informationen zu dem Event und einen Livestream gibt es auf www.londonfamilyplanningsummit.co.uk. Um 10:30 Uhr geht es los.


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