Einträge mit dem Tag ‘Vergewaltigung’


Engagiert protestieren, bewusst konsumieren, politisch feiern – die Blogschau

8. Oktober 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 128 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Nach wie vor schert Facebook sich nicht um den Protest gegen – dezent formuliert – vergewaltigungsverharmlosende Aktivitäten auf ihren Seiten. Das Mädchenblog berichtet (Triggerwarnung).

Die Gleisbauarbeiten rezensieren Basha Mikas “Feigheit der Frauen” – mit viel Wut im Bauch.

Regina Frey dokumentiert und kommentiert ihren Mailwechsel mit dem Piraten-Abgeordneten Xander Dorn zum Thema Geschlechterverhältnisse bei den Piraten und sonstwo.

Anlässlich der  Gay Pride Belgrad (die letztendlich verboten wurde) berichtet bomec über die krasse Homophobie, die in Serbien grassiert.

Der aktuelle Gastblog beim Missy Magazine von Side-Glance thematisiert die oftmals äußerst problematischen Produktionsbedingungen von Unterhaltungselektronik.

Puzzlestücke blickt kritisch zurück auf die Veranstaltung Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk, die kürzlich auch hier bei der Mädchenmannschaft Anlass zur Diskussion war.

Ein Plädoyer für die Beilegung aller Mütter-Grabenkämpfe gibt es von Rike Drust a.k.a. inFemme unterstellt.

Einem interessanten Vortrag zur Enstehung von sexuellem Begehren hat Antje Schrupp beigewohnt.

An der Uni Paderborn plant der Frauenprojektbereich MIA für Anfang 2012 eine Kunstausstellung zum Thema „!Doing gender Killing gender¿“ und lädt dazu ein, sich mit künstlerischen Ideen daran zu beteiligen.

Ein neuer Blog in der feministischen Blogosphäre: Just Stuff.

Und ein paar wichtige Termine gibt’s natürlich auch noch, nach dem Klick: (weiterlesen …)


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Männer als Opfer sichtbar machen – aber richtig

2. September 2011 von Helga

3 Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt als Mittel im Krieg sind alt, aber erst langsam werden sie explizit wahrgenommen und geahndet. So verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Juni 2008 die Resolution 1820. Seither gilt sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten als eigener Straftatbestand.

Im Guardian erschien vor kurzem eine Reportage von Will Storr, der in Uganda eine oft übersehene und verschwiegene Gruppe von Opfern besuchte: Vergewaltigte Männer (Triggerwarnung!). In drastischen Worten beschreibt er die Grausamkeiten, die sie erlitten haben und die psychischen wie physischen Probleme, die sie danach begleiten.

Leider hakt der Artikel an einigen Stellen. So werden das Tabu „männliche Opfer“ und der Stereotyp des starken Mannes einseitig afrikanischen Gesellschaften zugeschrieben. Dass diese Probleme auch im Westen bestehen, wird verschwiegen. Dabei gehören sie zu den Gründen eines weiteren Problems, dass Storr beklagt: Viele Hilfsorganisationen konzentrierten sich zu sehr auf weibliche Opfer und Kinder, teilweise würde versucht, die Definition von Vergewaltigungen auf Frauen zu beschränken. Wie problematisch Männlichkeitsbilder sind, lässt sich hier nur erahnen. Dazu gehörte auch die Reflektion über die männlichen Täter, die aber völlig fehlt.

Einen anderen Grund lässt er einen Betroffenen ebenfalls nur kurz ansprechen:

“There’s a fear among them that this is a zero-sum game; that there’s a pre-defined cake and if you start talking about men, you’re going to somehow eat a chunk of this cake that’s taken them a long time to bake.”

Da gibt es Angst [unter den Hilfsorganisationen], dass es ein Nullsummenspiel ist; dass es da einen vorgefertigen Kuchen gibt und wenn man anfängt über Männer zu reden, wird ein Stück des Kuchen rausgeschnitten, den zu backen es sie eine lange Zeit gekostet hat.

Dabei sind Hilfsprogramme für Menschen bis heute deutlich schneller gestrichen als Hilfsprogramme für Banken. Und es hat sehr lange gedauert, bis der Kampf gegen sexualisierte Gewalt ernst genommen wurde. Nun auch männliche Opfer ernst zu nehmen wird ebenfalls dauern – und nur erfolgreich sein, wenn eine kritische Betrachtung von Männlichkeit und männlichen Stereotypen erfolgt.


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Verfahren eingestellt. Because he Kahn?

23. August 2011 von Nadia

© Flickr La Citta VitaUnd diese Nachricht heute Morgen: Im Fall Dominique Strauss-Kahn wird es keine Anklage geben, die New Yorker Staatsanwaltschaft verzichtet auf ein Verfahren. Staatsanwalt Cyrus Vance beantragte gestern in New York die Einstellung des Prozesses, und es kann damit gerechnet werden, dass dem Antrag nachgekommen wird. Die Hauptintention bei der Beantragung der Verfahrenseinstellung liegt dabei darin, dass Vance von einem ”erfolglosen” Prozess gegen Strauss-Kahn ausgeht. Somit geht es hier auch mal wieder vor allem um Motivationen der beruflichen Reputation. Und: Es wird eben dann nicht zu einer Überprüfung der Vergewaltigungsvorwürfe kommen.

Großflächig pressen viele Medien derweil wieder wie auf Knopfdruck Ewiggestriges aus sich heraus: Unsägliche Leseproben gibt es etwa hier im FOCUS oder auf der ntv-Webseite. Das Ganze wird zudem nicht selten als logisch-moralische Konsequenz gedeutet: Wenn nicht mehr vom “bombensicherer Prozess” und “eindeutigen Beweisen” die Rede ist, sondern die Glaubwürdigkeit des Opfers angezweifelt wird – was im Zuge von “Rape Culture” ein ganz normaler Vorgang ist – dann sorgt man eben dafür, dass das Verfahren gestoppt wird.

Auf gar keinen Fall ist die derzeitge Sachlage zum Fall DSK ein feministischer Erfolg – absurd. So stellt es jedoch Ines Kappert in der taz dar:

“Ist das nun eine weitere Folge in der Endlosserie “Sexismus siegt immer?” Nein. Im Gegenteil. Aus feministischer Sicht ist die Geschichte ziemlich gut gelaufen. (…)

Gehen wir noch mal zurück auf Anfang: Eine Hotelangestellte, schwarz, unterprivilegiert, erstattet Anzeige gegen einen der mächtigsten Akteure in der internationalen Finanzwelt – und findet Gehör. Blitzschnell wird der Verdächtige in U-Haft genommen und mit allen in der amerikanischen Polizei üblichen Mitteln denunziert (Stichwort: Perp Walk). Weder seine Prominenz noch sein Geschlecht schützen ihn. Das klassische Szenario sieht anders aus: Frauen mit dem gleichen Anliegen werden von Polizisten verhöhnt, müssen demütigende medizinische Untersuchungen über sich ergehen lassen, ihre Anzeige versandet und ihr Ruf ist zerstört.”

Dass Kappert hervorhebt, dass es ja absolut progressiv sei dass eine “Hotelangestellte, schwarz, unterprivilegiert” Anzeige erstattet und sich Gehör verschafft, zeigt eben nicht, wie fortschrittlich “wir” bzw. unsere Rechtsstaatlichkeit (Industriestaat, westliche Prägung) sind – sondern das Gegenteil. Denn am Ende wird der ganze Fall ununtersucht bleiben, die Frau wird zur Beschuldigten; warum auch immer, wie so oft.

Im kollektiven Gedächtnis wird hängen bleiben, DSK sei zu Unrecht vorverurteilt worden, obschon es nicht zu einer Klärung der Vorwürfe kommen wird. Was haben wir also? Indizien, die ununtersucht bleiben. Absolute Unklarheiten über politische Verstrickungen und Interessenslagen. Und ein neues Märchen vom ”armen, privilegierten, weißen Mann”, dem ganz böse mitgespielt wurde – obschon viele Indizien dem scharf widersprechen. Bereits im letzten Monat haben wir in diesem Zusammenhang auf die Anschuldigungen, die gegen die Staatsanwaltschaft erhoben werden, aufmerksam gemacht.

Sexistische, rassistische und biologistische Diskurse – salonfähig gemacht. Nicht mehr, nicht weniger. Denn Sexismus siegt immer noch.


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Schlampen und Schützinnen – die Blogschau

21. August 2011 von Anna-Sarah

Letzten Samstag wurde deutschlandweit geslutwalkt (siehe auch unser aktuelles Dossier), was auf ein großes Medienecho stieß.  Auch die heutige Blogschau widmet sich vornehmlich der Nachlese des wohl wichtigsten feministischen Großereignisses, das hierzulande in den letzten Wochen stattfand.

Impressionen vom Slutwalk in Berlin berichten die Ruhrbarone und Kweens.

Einen Demo-Bericht gibt es auch in der taz, wo der Slutwalk als explizit feministische Aktion eingeordnet wird. Neben Hintergründen und Ausblicken werden auch den hier bereits thematisierten negativen Aspekten der grundsätzlich ja durchaus angestrebten Öffentlichkeitswirksamkeit der Slutwalks  Raum gegeben.

Paula ärgert sich über das Auseinanderklaffen von Realität und medial vermitteltem Eindruck der Slutwalks und veranschaulicht diese Diskrepanz, indem sie selbst aufgenommene Fotos vom Slutwalk Berlin  dem jeweils ersten Satz aus Online-Artikeln gängiger Massenmedien entgegensetzt. Gute Idee!

Zum nochmal selber nachgucken: Viele schöne, lustige oder auch ärgerliche Bilder und Eindrücke vom Slutwalk Berlin bieten – neben den diversen Slutwalk-Seiten im Netz und auf Facebook – der entsprechende youtube-Channel sowie der  Fotopool auf flickr, der mit selbst geschossenen Fotos befüllt werden kann. Slutwalk-Bilder gibt es auch von Barbara Muerdter und dem Kotzenden Einhorn.

Spreemieze schenkt uns einen persönlichen Blick auf die Slutwalkbewegung vor dem Hintergrund eigener Gewalterfahrungen und erinnert an machtvolle Vergewaltigungsmythen.

Noch  Schwung vom Slutwalk und Power, weiterzumachen?  Das Mädchenblog stellt noch einmal die Hollaback!-Bewegung vor, die inzwischen auch in Berlin und Dortmund vertreten ist und sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit vernetzt “Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen öffentlich zu machen, zurück zu pöbeln (das bedeutet Hollaback! übersetzt) und den alltäglichen Sexismus zur Sprache zu bringen”. Außerdem wird erläutert, wie mitgemacht werden kann.

Ein “weiblicher Ninja” in der Tasche, der bei Pöbeleien gegen lesbische Mädchen eingreift: Eirika (18) aus Reykjavik hat diese Idee in ihrem Kurzfilm ‘Doppelaxt’, einem von drei Kurzfilmen, die bei einem Workshop des Dortmunder Medienprojekts queerblick e.V. während eines Sommercamps vom Jugendnetzwerk Lambda entstanden sind, umgesetzt. Insgesamt “20 schwule, lesbische und transidente Jugendliche aus Island, Frankreich, Israel, Finnland und Deutschland” haben laut queerblick e.V. ihre eigenen Kurzfilme produziert. Zu sehen sind die Filme im einer Spezialausgabe des Magazins ‘queerblick’, die von den Workshopteilnehmer_innen selbst moderiert wurde.

Nadine hat hier bereits über Störerabwehr per Wasserbomben berichtet, wie sie die Frankfurter Slutwalker_innen vorgemacht haben. Ein Zurückschießen ganz anderer Art:  Der Schützenverein Schwitten im Sauerland hat im dritten Anlauf eine Satzungsänderung beschlossen, nach der nun auch Frauen in den Verein aufgenommen werden dürfen. Angeblich folgt er damit einem Trend.

Last not least ein Terminhinweis für alle (Wahl-)Berliner_innen und/oder Reisefreudigen: Ab 25. August soll in Berlin an jedem letzten letzten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Sonntagsclub ein Stammtisch für alle Bisexuellen stattfinden. Laut Eigeninfo will der Bi-Stammtisch Berlin allen Bisexuellen, Unentschlossenen und Neugierigen die Möglichkeit geben, in fröhlicher Runde  zwanglos miteinander ins Gespräch zu kommen.


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Der tägliche Slutwalk

15. August 2011 von Anna

Wie viele andere war auch ich am Samstag beim Slutwalk dabei. Über den Sinn der Slutwalks wurde und wird viel diskutiert. Was mich dabei besonders bestürzt und gleichzeitig wütend macht ist die Tatsache, dass einige anscheinend immer noch nicht verstanden haben oder verstehen wollen, worum es geht. Der Tenor dieser Diskutant_innen (oder auch Journalist_innen) ist, dass das ja alles gut und schön sei und sexuelle Übergriffe auch nicht okay und so, aber an und für sich, also, wenn man ganz ehrlich wäre und so… also an sich stimmt es doch schon, wenn eine Frau sich “schlampig” anziehe, dann bräuchte sie sich eben auch nicht zu wundern, wenn sie Aufmerksamkeit errege und vielleicht eben auch belästigt würde. Sicher, man wolle das nicht gut heißen und verteidigen, aber …

Eine genaue Defintion dessen, was “schlampig anziehen” sei, bleiben diese Menschen schuldig.

Nachdem ich einige dieser Diskussionen unter anderem bei twitter verfolgt habe, dachte ich, es ist mal an der Zeit festzuhalten, was Frauen (und alle, die sich als Frauen definieren) denn so an hatten, als sie sexuell belästigt wurden. Damit ein für alle Mal klar wird, dass es genau darum eben nicht geht. Es ist völlig egal, was jemand an hat, ob es vorher schon einen Flirt gegeben hat oder die Signale vielleicht “uneindeutig” waren. Sexuelle Belästigung und Vergewaltigungen passieren. Sie passieren aufgrund von mangelndem Respekt und nicht vorhandener Selbstbeherrschung. Sie passieren aufgrund der bestehenden Machtverhältnisse, aufgrund von verschrobenen Frauen- (und Männer-)bildern, sie passieren, weil es einfach zu viele Arschlöcher auf dieser Welt gibt. Die Kleidung der belästigten Person hat damit nichts zu tun!

Als ich das erste Mal ungefragt von einem Fremden berührt wurde (als zufällig getarnte Grabschereien in öffentlichen Verkehrsmitteln mal außer Acht gelassen) trug ich Jeans, Winterpulli, Jacke und Turnschuhe. Ich war wenn überhaupt, dann nur dezent geschminkt. Ein fremder Mann griff mir um Vorbeigehen an die Brust und lief danach weiter, als sei nichts geschehen.
Das zweite Mal ereignete sich ein paar Wochen später auf einer Party. Wieder trug ich Jeans und Turnschuhe, dazu ein T-Shirt. Ein betrunkener männlicher Gast betatschte im Vorbeigehen meinen Hintern. Ich war gerade in ein Gespräch vertieft und hatte ihn nicht einmal kommen sehen.

Ich habe diese zwei Episoden bisher kaum jemand erzählt. Den Partygrabscher habe ich später am Abend immerhin noch bei meinen Freunden “verpfiffen”, aber trotz besseren Wissens waren mir beide Geschichten anfänglich vor allem peinlich, später habe ich sie dann verdrängt und eigentlich auch vergessen. Als ich sie vorhin in verkürzter Form bei Twitter thematisierte, begannen auch andere Frauen von Übergriffen dieser Art zu berichten. Da ich mir nicht sicher bin, ob sie ihre Geschichten so prominent lesen möchten, gebe ich jedoch die entsprechenden Tweets jetzt nicht wieder.

Aber wir möchten euch ermutigen, eure Geschichten in den Kommentaren zu erzählen! Schreibt auf, was euch passiert ist und schreibt auch auf, was ihr an hattet. Wir müssen über diese Dinge reden und wir müssen vor allem darüber reden, dass es schon reicht, als Frau das Haus zu verlassen, um “irgendwie auch selber schuld” zu sein. Einfach eine Frau zu sein reicht aus, um “irgendwie selber schuld” zu sein.

Und deswegen werde ich auch nächstes Jahr wieder beim Slutwalk dabei sein.


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Bravo verherrlicht Vergewaltigungen

26. Juli 2011 von Nadine

Über den Gehalt der Foto-Lovestorys im Jugendmagazin Bravo lässt sich streiten: Geschlechterklischees und Heternormativität sind immer wieder gern gesehene Zugaben für die Redaktion, um die Geschichten der Jugendlichen mit Inhalt zu füllen.

Uns erreichte gestern ein Hinweis auf diese Geschmacklosigkeit in einer Foto-Lovestory namens “Der One-Night-Stand” (Triggerwarnung!): Neben den üb­li­chen langweiligen sexistischen Implikationen (Jungs wollen unter sich sein und Fuß­ball gucken, Mädchen nerven dabei nur – Mädchen wollen lieber kuscheln, sind emotional und engen ihren Partner ein), wird in diesem Fotostrip nicht-kon­sen­sualer Sex dargestellt, ohne diesen zu problematisieren.

Sie betrinkt sich, weil sie sauer auf ihren Partner ist, ein anderer Junge bringt sie nach Hause. Dort schläft sie betrunken ein, während er ihre Lage schamlos ausnutzt. Die Situation wird im Anschluss nicht problematisiert, sondern als “harm­loser” One-Night-Stand und “Fremdgehen” verkauft. Als ob das nicht schon un­er­träg­lich genug wäre, erfährt sie im Anschluss, dass der Junge, der gegen ihr Ein­ver­ständnis und ohne Kondom Geschlechts­verkehr mit ihr hatte, ein HIV-Infizierter ist. Zu den Vergewaltigungs­verharmlosungen, -mythen und Victim Blaming in dieser Foto­serie gesellen sich also auch noch Vorurteile gegen HIV-Erkrankte, die – pathologisiert und sozial isoliert – rücksichtlos Menschen “an­stecken”, sobald sich eine Gelegenheit ergibt.

Besonders widerlich in dieser Bravo Foto-Lovestory ist das Gegeneinander-Ausspielen von diskriminierenden Klischees gegenüber Frauen, die vergewaltigt wurden, und HIV-Infizierten. Wer_welche sich beschweren möchte, kann dies beim Presserat tun oder eine Email an die Bravo-Redaktion schreiben.


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Homosexualität im Fußball, TV und Computerspielen – Kurz Notiert

14. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 112 von 138 der Serie Kurz notiert

Charaktere aus Fernsehserien dienen oft als Identifikationsfiguren für Jugendliche. Auf Serienjunkies gab es bereits im Juni anläßlich des 42. Jubiläums des Stonewall-Aufstands eine Übersicht über junge schwule und lesbische TV-Figuren. Dem Thema homosexuelle Charaktere in Computerspielen hat sich die Zeit gewidmet.

Yeah, feministing hat ein Exklusivinterview mit einem Twitter-Hero: Feminist Hulk@feministhulk.

Auf radio.wissen können alle, die sich für Philosophie interessieren, folgende Beiträge hören: “Große Philosophinnen – Die Weisheit ist weiblich” und “Das Frauenbild der Philosophen – Kleinste Momente großer Denker”.

Feminist Cupcake erklärt Judith Butlers Idee der Performativität und verlinkt auf eine tolle Dokumentation mit ihr.

Undispatch hat eine etwas andere Weltmeisterschaft ausgetragen: Die Gewinnerin des Geschlechtergerechtigkeits-Titels ist Schweden.

Addn.me stellt fest: “Während bundesweit fast jedes Bundesland die Gleichstellung der Ehe mit der eingetragenen Lebensgemeinschaft (ELP) gesetzlich verankert hat, ist Sachsen das einzige Bundesland, welches diese Anpassungen nicht vorgenommen hat.”

DieStandard schreibt über die traurige Tatsache, dass Vergewaltigung in der Ehe in 127 Ländern nicht bestraft wird.

Leck mich, fick Dich“ sind laut dem Sächsischen Landesarbeitsgericht übrigens sexuelle Belästigung, für eine fristlose Kündigung reicht es aber nicht aus, berichtete die Ärztezeitung.

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unglück auf der Gorch Fock hat Telepolis die daraus enstandenen medialen Debatten untersucht und stellt fest: der Diskurs kommt von rechts außen.

In der taz gibt es einen Artikel zum Umgang der Fussball-Verbände mit Homosexualität im Rahmen der Frauenfußballweltmeisterschaft.

Termine:

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Fall Strauss-Kahn: Schwere Anschuldigungen gegen den Staatsanwalt

6. Juli 2011 von Helga

Am 1. Juli gab Kenneth Thompson, der Anwalt des Opfers von Dominique Strauss-Kahn, eine Pressekonferenz. Er äußerte sich u.a. zu den jüngsten Vorwürfen, nach denen sie gelogen habe. Bei der Beschreibung des Tathergangs sei sie stets bei ihrer Darstellung geblieben, außerdem gäbe es Beweise für einen gewalttätigen Übergriff. Nach einigen verlorenen Prozessen habe aber der Bezirksstaatsanwalt Angst, den Fall ebenfalls zu verlieren und bereite daher vor, die Anklage fallen zu lassen. Eine ausführlichere Beschreibung des Videos in der Fortsetzung, für diese gilt, wie auch das Video, eine Triggerwarnung, da die Vergewaltigung explizit beschrieben wird.

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Wie sich Vergewaltigungsverharmlosung in den Gerichten wiederfindet

23. Juni 2011 von Nadine

Vor kurzem hielt Dr. Ulrike Lembke, die in Hamburg eine Professur für Öffentliches Recht und Legal Gender Studies inne hat, einen Vortrag über Geschlechter­stereo­type, Sexualitätsmythen und opferbeschuldigendes Alltagswissen bei der Straf­ver­fol­gung von Sexualdelikten.

Lembke stellte hierzu neueste Studien vor, die zu dem Schluss kommen, dass lediglich fünf Prozent aller sexualisierten Gewalt (gegen Erwachsene) zur Anzeige gebracht werden, was einer jährlichen Zahl von etwa 7000 bis 8000 Anzeigen entspricht. Von diesen Anzeigen schaffen es etwa 1000 vor die Gerichte, von denen in der Regel etwa 13 Prozent mit einem Schuldspruch für den_die Täter_in enden. Die Strafe von ein bis zwei Jahren Haft wird in den meisten Fällen zur Bewährung ausgesetzt. Diese Zahlen bedeuten letztendlich, dass 99 von 100 Fällen sexuali­sierter Gewalt in Deutschland strafrechtlich ungesühnt bleiben. Die Zahl der Falsch­anzeigen, so zeigen Studien aus den Jahren 1985 bis 2009, liegt konstant bei etwa zwei bis acht Prozent.

Lembke, die vielfach solchen Prozessen beisitzt und die Europäische Kommission in der strafrechtlichen Verfolgung von Sexualdelikten berät, konstatiert weiter, dass die Gerichte große Probleme damit haben, Empathie für das Opfer aufzubringen. Oft finden Abgrenzungsbemühungen statt, die umso stärker ausfallen, je mehr Frauen als Prozessbeteiligte tätig sind.

Im weiteren Vorlauf des Vortrags zeigt Lembke strukturelle Bedingungen und Diskurse auf, die die Lage der Opfer erschweren und eine Kultur der Ver­ge­wal­ti­gungs­ver­harm­losung auch in der Strafverfolgung festschreiben. Besonders in­te­res­sant an Lembkes Ausführungen sind ihre Analysen des rechtlichen Vor­gehens bei Sexualdelikten. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Recht­sprechung weit davon entfernt ist, objektiv Urteile zu fällen.

Den 90-minütigen Vortrag gibt es hier zum Download. Trigger-Warnung: Lembke benutzt an einem Punkt ihrer Ausführungen rassistische Begriffe.


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Fußball, Heteronormativität und Maskulismus – Kurz Verlinkt

15. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 108 von 138 der Serie Kurz notiert

Seit zwei Jahren fungiert der Salon der indonesische Friseurin Mariyani auch einmal wöchentlich als islamische Schule – und bietet so einen sicheren Anlaufpunkt für Transgender und Homosexuelle in Yogyakarta, berichtet die Deutsche Welle.

Liz Seccuro hat für den Guardian ihre Vergewaltigungsgeschichte aufgeschrieben und erzählt, warum sie nach Jahren einen Brief von ihrem Peiniger erhielt. Eine deutsche Übersetzung hat der Freitag.

Ebenfalls im Freitag schreibt Andreas Kemper, “warum der Maskulismus nicht emanzipatorisch ist”.

Im neuen türkischen Parlament werden nun 78 statt zuvor 50 Frauen vertreten sein.

Zum Fall Amina (wir berichteten): The Rumpus hat einen exzellenten Post darüber, warum ein weißer Mann nicht die Identität einer lesbischen Bloggerin vortäuschen sollte.

Für Fußball-Fans: Das Deutschlandradio-Sportgespräch Feature von Ronny Blaschke zu Sexismus und Homophobie im Frauenfußball und ein Interview mit Fanforscher Gunter Pilz zu Gewalt und Fußball: ”Kein männliches Privileg”.

Noch mehr Radio: Das Muschiballett ist heute Abend von 19-19:50 Uhr im Live-Interview in der Sendung “Radia Obskura” des freien Radios Corax (UKW 95,9 Halle).

Am 18. Juni findet in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin eine Podiumsdiskussion zu “Homosexuell = schwul?” statt – “Wie Journalisten über Lesben und Schwule schreiben”. Anmeldung per E-Mail erforderlich.

Außerdem läuft noch bis zum 19. Juni die Befragung des Deutschen Ethikrates, der sich mit der Situation von Menschen mit Intersexualität. Betroffene werden gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen.

Ein kleiner Song zum Mitsummen: “Fuck Heteronormativity!” PS: Für das Recht auf den einen oder anderen schiefen Ton! :)

Songtext nach dem Sprung (weiterlesen …)


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