Einträge mit dem Tag ‘Vergewaltigung’


Acht Prozent

17. April 2014 von accalmie

[Inhaltshinweis: Rape Culture]

…entspricht der Zahl derjenigen, die nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung auch tatsächlich verurteilt wurden im Jahr 2012. Wie Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut in einem tagesschau-Interview berichtete, sei es vor 20 Jahren noch in knapp 22 Prozent der zur Anzeige gebrachten Vergewaltigungsfälle zu einer Verurteilung  gekommen. Mit anderen Worten: Im Jahr 2012 gab es bei 92 Prozent aller angezeigten sexuellen Übergriffe keine rechtlichen Konsequenzen für den oder die potentiellen Täter. Das muss also dieses “Opferabo” sein, von dem Kachelmann und Fans sprachen.

Pfeiffer begründet diesen Umstand zum einen mit der “Überlastung von Polizei und Staatsanwaltschaft”, zum anderen mit der vermehrten Anzahl von Vergewaltigungen im familiären Umfeld, die schwieriger zu beweisen seien. Darüber hinaus spricht Pfeiffer von “gesteigerter Anzeigebereitschaft” von Frauen, die sich – so Pfeiffer – “nichts mehr gefallen lassen” würden. Die Ironie, dass die Basis für die Normalisierung einer Kultur, in der Vergewaltigung nur dann als Straftat gilt, wenn das Vergewaltigungsopfer einen ganzen Katalog an Voraussetzungen erfüllt, die sich mit dem zuerst einsetzenden Victim Blaming vereinbaren lassen (Fragen nach Kleidung, nach persönlichem Verhältnis, nach Ort, nach Alkohol-/Drogeneinnahme, nach Grad und Darstellung der Verweigerungshaltung, nach vermeintlich “zweideutigen” Signalen, nach Grad der Gewaltanwendung, nach Ausformung der Abwehrmaßnahmen, nach persönlichem Ruf, nach gesellschaftlichem Status des Täters, nach Verhalten des Opfers nach der Tat, nach Kontostand, nach Partner_innengeschichte, etc., um eine Tat zu verharmlosen, zu entschuldigen und dem Opfer die oder einen Teil der Schuld zu geben), auch in diesem Interview aufrecht erhalten wurde, blieb Pfeiffer dabei leider verborgen.

Man weiß gar nicht, wo man beginnen soll – mit der Frage nach Prioritäten bei Polizei und Staatsanwaltschaft? Damit, dass sowohl Polizei als auch Staatswanwaltschaft Kompliz_innen sein oder selbst eine Gefahr darstellen können? Mit dem – von Pfeiffer zumindest erwähnten – Umstand, dass die Zahl von Vergewaltigungen im Bekannten- oder Familienkreis nicht gestiegen sein muss, sondern z.B. in der Ausformung von Vergewaltigung in der Ehe erst 1997 überhaupt zum Straftatbestand wurde? Mit dem Fakt, dass genau die fiktive “Grauzone” nicht vorhandenen Einverständnisses, die Vergewaltiger bewusst instrumentalisieren, indem sie die Tat zwar zugeben, aber von “Einvernehmlichkeit” phantasieren und in ihrer kalkulierten Annahme gesellschaftlich unterstützt werden, dass ein “Nein” (oder das Fehlen eines klar und freiwillig kommunizierten “Ja”) nicht genug ist, keine neue oder erstaunliche Erkenntnis, gar Entschuldigung ist für die niedrigen Verurteilungsraten?

Dass selbst gestiegene Anzeigebereitschaft in keinem Verhältnis zur Dunkelziffer steht – unter anderem veranschaulicht durch die Aktion “Ich habe nicht angezeigt”? Dass ohne Wimpernzucken zu skandieren, dass Frauen sich heute “nichts mehr gefallen lassen” würden, der massen­wei­sen Miss­achtung des Grund­rechts auf kör­per­liche Selbst­be­stim­mung und Un­ver­sehrt­heit nicht nur wi­der­spricht, son­dern se­xu­elle Über­grif­fe als Privat­problem von Frauen, sich kör­per­lich zu wehren und_oder An­zei­ge zu er­stat­ten als Fra­ge des eigenen Selbst­bewusst­seins, des persönlichen Willens und der rei­nen Eigen­ver­ant­wor­tung tri­via­li­siert und indi­viduali­siert, und da­bei sowohl Täter_innen als auch kulturelle Nor­mier­ungen von (hetero­norma­tiv und ge­schlechts­essentia­list­isch prä­sentier­ter) Sex­uali­tät, Konsens/Ein­ver­nehm­lich­keit/Zu­stim­mung aussen vor lässt – wir also wieder beim Victim Blaming angekommen sind? (mehr …)


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Nervige Gleichberechtigung, gläserne Decken, geschlechtsneutrale Menstruationskalender – kurz notiert

3. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 207 von 257 der Serie Kurz notiert

Beiträge auf Deutsch

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine “Studie: Jeden vierten Mann nervt Gleichberechtigung“. Eine repräsentative Umfrage bei mir hingegen hat ergeben: Mich nervt jeder vierte Mann (konservative Schätzung).

Außerdem vermeldet die Süddeutsche: “Uni Potsdam führt weibliche Sammelbegriffe ein“. Die Begründung für diese Neuerung ist allerdings ziemlich mies.

Bei arte Yourope gab es kürzlich einen (leider nicht ohne sexistische Re_produktionen auskommenden) Beitrag über Sexismus im Alltag. Welche_r heute morgen um 1:45 die Wiederholung nicht anschauen konnte, aber trotzdem interessiert ist: Der Beitrag befindet sich derzeit noch in der arte-Mediathek.

“Ein lesbischer, poetischer, erotischer Roman voller Intrigen und intimer Details” – das neue Buch “Küss mich, Libussa” von Sophie Strohmeier. Auf youtube gibt es den Buchtrailer.

Ein Forschungsteam aus der Schweiz untersucht die Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen.  Ein Befund:  “Krankenpfleger und Kapitäninnen sind weiterhin eine Rarität”. Ein Interview dazu mit Andrea Maihofer, Forscherin und Leiterin des Zentrum Gender Studies, und Sandra Hupka-Brunner, Forscherin am Institut für Soziologie in Basel, gibt es hier.

“Wir wissen alle, dass Gletscher schneller schmelzen als Frauen in Führungspositionen kommen” – auch im Journalismus. Bei dieStandard erklären Expert_innen wie Vina Yun, u.a. Redakteurin der an.schläge, was sich ändern muss.

Die Stadt Nürnberg hat letzten Sonntag den 10. Internationalen Menschenrechtspreis an Kasha Jacqueline Nabagesera verliehen. Sie setzt sich “für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Uganda” ein.

Im Tagesspiegel erzählt ein 15jähriger Berliner, wie Alltagsrassismus seit jeher sein Leben begleitet: “Afrodeutsche stehen in Berlin immer unter Verdacht”.

Im vergangenen Winter haben wir in mehreren Beiträgen über die Tagung “Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren” berichtet. Nun ist das gleichnamige Buch erschienen. Es beleuchtet die Zusammenhänge zwischen aktuellen ökonomischen Entwicklungen und privaten Lebensbedingungen aus feministischer Perspektive. Übrigens: Auf der Infoseite zum Buch gibt’s auch ein Video.

Beiträge auf Englisch

Gegen Genitalverstümmelungen an Kindern: Die Gründer_innen von zwischengeschlecht.org rufen anlässlich eines anstehenden internationalen Ärzt_innenkonkress in Berlin zu Aktionen auf.

Hier kann man eine Petition an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterzeichnen, die den weltweiten Zugang zu sicheren und legalen Abtreibungen fordert. Initiatorin ist die Kampagne My Body is Mine.

In einem Interview wurde die Musikerin Janelle Monaé nach ihrer “sexuellen Orientierung” befragt. Was sie antwortete, ist in diesem Video zu sehen, welches sich bei Colorlines findet.

Was sich aus der bisher umfangreichsten UN-Studie über Vergewaltigung lernen lässt, fasst Tara Culp-Ressler auf Thinkprogress zusammen. Der Punkt der faktischen Straflosigkeit gilt übrigens genauso wie die anderen auch für “hier”.

Über Fluch und Segen staatlicher Förderung berichten kanadische Aktivistinnen, die eine Datenbank zur Dokumentation von Morden an indigenen Frauen ins Leben gerufen haben.

Discipline and Anarchy fragt: Brauchen soziale Bewegungen ein mainstreamgerechtes Image? Und liefert eine überzeugende Antwort gleich mit.

Für alle die Android-Devices nutzen, gibt es nun eine geschlechtsneutrale Menstruationskalender-App. Die Entwicklung einer IOS-Version (für iPhones) soll demnächst per Crowdfunding angegangen werden.

Im Sommer wurde in Tiflis die erste georgischsprachige Produktion von Eve Enslers “The Vagina Monologues” aufgeführt. Im New Statesman berichten Beteiligte von den lokalen Kontroversen um das Theaterstück.

Das bitch magazine hat JD Samson interviewt, ehemaliges Mitglied von Le Tigre und nun bei der Band MEN.

Warum sie das Wort “Ally” (Verbündete_r) künftig nicht mehr verwenden wird, erklärt Mia McKenzie von Black Girl Dangerous:  “Taten zählen. Etiketten zählen nicht.”

Kelly Rose Pflug-Back beschreibt bei The Feminist Wire, warum sexuelle Befriedigung kein zuverlässiger Gradmesser für “sexuelle Befreiung” ist [Content note: grafische Selbstverletzungsfantasien].

Muslimah Media Watch fragt: Wie sieht eigentlich eine Terroristin aus?

Weitgehend unbeachtet von globalwestlichen feministischen Bewegungen erlangen in afrikanischen Ländern immer mehr Frauen einflussreiche Positionen, schreibt Minna Salami im Guardian.

Ebenfalls im Guardian: Lauren Mayberry, Sängerin der Band CHVRCHES, über ihren Umgang mit Online-Misogynie.

Der Modedesigner Rick Owens erhielt für die Präsentation seiner kommenden Frühjahrkollektion  ziemlich viel Jubel aus progressiven Kreisen. Tamara Winfrey Harris fragt bei Racialicious: Zu recht?

Termine in Basel, Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Hüll, Karlsruhe, Wien: (mehr …)


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Rassistische Normalzustände – kurz verlinkt

22. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 201 von 257 der Serie Kurz notiert

In der vergangenen Woche haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 2.

Heute jähren sich die Angriffe auf die zentrale Aufnahmestelle für Geflüchtete und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen in Rostock zum 21. Mal. Auch 21 Jahre später müssen Asylsuchende in Deutschland um die Sicherheit in ihren Unterkünften bangen.

Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. rufen auf zur Solidarität mit Ayfer H. (Hintergrundinfos ab Seite 132 in der Chronik) und mobilisieren gemeinsam mit ihr zur Prozessbeobachtung. Wann? Am Mittwoch, den 28. August 2013 um 11:30 Uhr. Wo? 64. Strafkammer des Landgerichts, Turmstraße 91, 10559 Berlin, Raum 731.

Alltagsrassismus erleben auch Reiche und Prominente, wie u.a. in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist: “Der eigentliche Skandal ist nicht, dass sich jemand weigerte, Oprah Winfrey eine teure Handtasche zu zeigen. Der Skandal ist, dass sich jemand weigerte, einer schwarzen Frau eine teure Handtasche zu zeigen. Dass es sich dabei um die berühmte Unternehmerin handelte, verhilft dem Fall, der sonst wohl nie an die breite Öffentlichkeit gelangt wäre, zu Bekanntheit. Mehr nicht.”

Die Jüdische Allgemeine meldet einen krassen Fehlgriff bei eben dieser Zeitung: Mit einem Foto eines Bahngleises des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat die Süddeutsche am Montag eine Leser_innenbriefseite zum Bahnchaos am Mainzer Hauptbahnhof illustriert.

Dass Frauen, die aus vermeintlich religiösen Gründen ein Kopftuch tragen, es schwer haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, war bekannt. Dass diesen Frauen aber mehr als jeder dritte Betrieb verschlossen bleibt, geht nun aus einer aktuellen Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg hervor, über die das Migazin berichtet.

Die taz berichtet über das Leben von Rroma-Familien in Serbien, die aus Deutschland abgeschoben wurden.

Ebenfalls in der taz: „Ich kam als Opfer rein und ging als Täter wieder raus“ – ein Bericht über Vergewaltigungen unter dem Einfluss sogenannter K.O.-Tropfen.

Eine neue TV-Serie über das Leben im Gefängnis, “Orange Is The New Black”, wird in der feministisch-kritischen US-amerikanischen Blogosphäre heiß diskutiert. Ein Interview mit einer der Schauspieler_innen gibt es nun bei Autostraddle [auf Englisch].

Mutmaßlich als Zeichen gegen menschenfeindliche homophobe Gesetze in Russland haben sich zwei russische Athletinnen bei der Leichtathletik-WM während der Medaillenvergabe geküsst - vermutlich drohen ihnen deswegen  Sanktionen [Text auf Englisch] Edit: Offenbar sind die beiden Sportlerinnen von dieser Interpretation ihrer Aktion nicht sonderlich begeistert

Cheryl Sandbergs “Lean In”-Webseite hat ironischerweise ein unbezahltes Praktikum ausgschrieben. Bei der The Ed Show sprechen Zerlina Maxwell und Keli Goff über den Kampf für gerechte Löhne und welche Ausschlüsse solche Praktika produzieren [auf Englisch].

Viele Tipps zur Selbstfürsorge gibt es bei Scarleteen [auf Englisch].

Warum thin-shaming, die Abwertung von als dünn gelesenen Körpern,  falsch und fies ist, aber nicht das Pendant zu fat-shaming, erklärt Lindy West auf Jezebel [auf Englisch].

Im New Statesman erklärt Laurie Penny Männern* nochmal den Unterschied zwischen individueller Schuld an und individueller Verantwortung für Sexismus – und fordert dazu auf, letztere zu übernehmen [auf Englisch].

Von wegen Höhlenmenschen und Evolution und so: Die allgemein verbreitete Überzeugung, dass Männer* grundsätzlich mehr an Sex interessiert seien als Frauen*, ist relativ neu, wie Alyssa Goldstein bei Alternet berichtet [auf Englisch].

Mädchen im Alter zwischen vier und acht Jahren sagen, was sie an ihren Körpern mögen: Was der Körper tun kann, ist wichtiger als wie er aussieht [auf Englisch].


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Mutterschaft bei sexueller Gewalterfahrung

24. Juni 2013 von Lisa

[Trigger Warnung]

Das Erleben von Geburt und Mutterschaft ist sehr unterschiedlich. Für Überlebende sexueller Gewalt stellt es oft eine besondere Herausforderung dar. Auf ‘The Feminist Wire’ berichtet Gretchen Davidson im Text ‘On Motherhood and Surviving Sexual Violence‘ von ihrer eigenen Geschichte – die selbstverständlich nicht stellvertretend für alle Überlebenden ist. Dabei geht sie sowohl auf problematische Aspekte ein als auch auf Möglichkeiten des Empowerments, also der Selbstermächtigung. Davidson erzählt, dass sie, durch die vorangehende Gewalterfahrung besonders der Kontrollverlust während der Geburt ängstigte. Leider bestätigte ihre erste Geburt ihre Befürchtungen: sie wurde von einem wenig einfühlsamen und respektlosen Arzt geleitet und endete in einem Kaiserschnitt. Davidson nutzte dieses negative Ereignis, um sich intensiver mit ihrem Kontrollbedürfnis auseinanderzusetzen und ihre folgenden Geburten bewusst besser zu gestalten. Begleitet von einer Hebamme und ihrem Partner konnte sie den Kontrollverlust beim nächsten Mal positiv erleben.

Sie beschreibt den Einfluss der Mutterschaft auf ihr Trauma als eine Art ‘Zwischenraum’, in dem sich Vergangenheit und mögliche Zukunft, Schmerz und Heilung treffen (Übersetzung folgt): “Becoming a mother has been a profound part of my journey to heal from sexual violence, bringing me the opportunity to reclaim a powerful connection to my body and my womanhood. Through these experiences I have become better at embracing my vulnerability and celebrating my strength. I know that I am affected by my environment, by what happens in the world, by the privileges and inequities that exist in our society, and by the shifting energies that ripple through my little family, my extended family, and my community. I am affected by my past and it lives inside me. I try to be affected by my future too, especially the futures of my children. This is a complex and difficult space to live in, but it is real. It gives room for acknowledging pain, and it gives room for healing. It gives room for our many imperfections, but it also gives space for infinite potential.”

[“Mutter zu werden war ein tiefgreifender Schritt auf meinem Weg der Heilung nach sexualisierter Gewalt, denn es gab mir die Möglichkeit, eine kraftvolle Verbindung zu meinem Körper und meinem Frausein zurück zu erlangen. Durch diese Erfahrung bin ich besser darin geworden, meine Verletzlichkeit zu akzeptieren und meine Stärke zu kennen. Ich weiß dass ich von dem, was in meiner Umgebung geschieht, beeinflusst bin, von dem was in der Welt passiert, von den Privilegien und Ungerechtigkeiten die  in unserer Gesellschaft existieren, und von den wechselnden  Energien die durch meine kleine Familie, meine erweiterte Familie und meine Community/Gemeinschaft strömen. Ich bin beeinflusst von meiner Vergangenheit und sie lebt in mir fort. Ich versuche ebenso von meiner Zukunft beeinflusst zu sein, vor allem der Zukunft meiner Kinder. Dies ist ein komplexer und schwieriger Ort zum leben, aber er ist real. Er gibt den Raum, Schmerz anzuerkennen, und er gibt Raum zum heilen. Er gibt Raum für all unsere Unvollkommenheiten, aber er gibt auch Raum für unbegrenzte Möglichkeiten.”]

In der medizinischen Geburtshilfe wird sexuelle Traumatisierung wenig beachtet. Dies beanstanden auch die Autorinnen eines 2003 erschienenen Artikels im ‘Deutschen Ärzteblatt’. Darin erklären sie, dass zwar jede dritte bis fünfte Frau sexuelle Missbrauchserfahrungen im Kindesalter machen musste, dass aber “betroffene Frauen häufig nicht die auf ihre Situation abgestimmte prä-, peri- und postnatale Betreuung” erhalten. Sie empfehlen medizinischen Personal, sich besser über mögliche Folgen sexueller Gewalt zu informieren und offen dafür zu sein, wenn Frauen bei der Geburtsvorbereitung diesbezügliche Erlebnisse ansprechen. Besonders wichtig sei, in der Betreuung Wahlfreiheit und Gestaltungsmöglichkeiten in den Vordergrund zu stellen. Dazu gehören selbstverständlich auch Schmerzmedikation und Wunschkaiserschnitt – also auch der Abschied von Normen wie der vermeintlich ‘natürlichen Geburt’.


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Solidarität muss praktisch werden: Der konsequente Ausschluss von Tätern.

21. Juni 2013 von Viruletta

[Triggerwarnung: Gewalt gegen Frauen*, rape culture, sexualisierte Gewalt, Tätersolidarität. Gilt auch für die Links und die Kommentare.]

Studien in Deutschland und den USA zufolge wird etwa jeder vierten Frau mindestens einmal in ihrem Leben sexualisierte Gewalt angetan. Das ist ein ziemlich hoher Prozentsatz – und die Dunkelziffer dürfte sogar noch weit darüber liegen. Trotzdem gehen die meisten Menschen davon aus, weder Betroffene noch Täter in ihrem sozialen Umfeld zu haben. Rein rechnerisch müsste jede Person aber mindestens eine, wenn nicht sogar mehrere Betroffene kennen. Bei Tätern dürfte es sich ähnlich verhalten. Für die Betroffenen gibt es viele Gründe, zu schweigen. Im folgenden soll es darum gehen, welche Rolle das soziale Umfeld spielt und wie wir alle dazu beitragen können, der Vergewaltigungskultur, in der wir leben (müssen), etwas entgegen zu setzen.

Mangelnde Solidarität

Mangelnde Solidarität mit den Betroffenen von sexualisierter Gewalt ist ein Hauptgrund dafür, dass viele Betroffene die ihnen angetanen Gewalttaten nicht öffentlich machen. Oftmals befürchten sie, nach einem Outing des Täters (einem Öffentlichmachen der Taten) noch schlechter darzustehen als ohnehin schon. Leider sind diese Sorgen auch nicht ganz unberechtigt. Das soziale Umfeld der Betroffenen – Freund*innen, (Wahl-)Familienmitglieder, Politgruppen, Wohnzusammenhänge, usw. – verhält sich oft un_bewusst tätersolidarisch. Das reicht vom Nicht-glauben oder Herunterspielen der Tat über Entschuldigungen für das Verhalten des Täters bis hin zu Schuldzuweisungen an die Betroffene oder gar offene Drohungen. All diese Reaktionen sind Bestandteil einer Vergewaltigungskultur, also einer Kultur, in der sexualisierte Gewalt weit verbreitet ist, geduldet wird und für die Täter weitestgehend ohne Folgen bleibt. Eine Betroffene, die über die Taten spricht, stört diese Ordnung und wird dafür gesellschaftlich sanktioniert (bestraft).

Die Verantwortung liegt bei uns allen

Um diese Vergewaltigungskultur zu bekämpfen, müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen Betroffene sich trauen die Taten öffentlich zu machen und sich Unterstützung zu holen. Diese müssen sie in dem Falle natürlich auch uneingeschränkt erhalten. Auf der anderen Seite muss (potentiellen) Tätern deutlich gemacht werden, dass sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wenn sie anderen Menschen sexualisierte Gewalt antun. Es muss also eine Situation geschaffen werden, in der allen klar ist, dass sexualisierte Gewalt nicht geduldet wird. Und zwar unter keinen Umständen.

Das Ganze klingt paradoxerweise (scheinbar widersprüchlich) genauso einleuchtend wie utopisch (Utopie = Wunschtraum). Die Verantwortung liegt bei uns allen. Wie wir mit Betroffenen und mit Tätern umgehen, entscheidet mit darüber, wie leicht es Menschen fällt, sexualisierte Gewalt anzuwenden. (Was aber keineswegs auch nur einen Bruchteil der Schuld von den Tätern nimmt.)

Konsequente Solidarität – Täter ausschließen

Auf High on Cliches ist letztes Jahr ein Beitrag erschienen, der seitdem beständig zu den Beiträgen gehört, die ich am häufigsten verlinke. Er gehört einer (sehr lesenswerten!) Serie mit dem Titel “You can stop r***” (“Du kannst Vergewaltigungen stoppen”) an, und wirft die scheinbar einfache Frage auf: “Warum seid ihr noch Freunde?”. Das Fazit, dem ich mich anschließen möchte, lautet:

Grenzüberschreitendes Verhalten hält nicht nur an, weil es Menschen gibt, die Grenzen überschreiten. Es hält an, weil eben diese Menschen keine Sanktionen zu erwarten haben. […] Also merke: Menschen, die Grenzen verletzen, sind nicht deine Freunde. Oder du bist mitschuld.

Der offene Ausschluss eines Täters erfordert jedoch eine Positionierung, die viele Personen lieber umgehen würden. Während der Ausschluss der Betroffenen stillschweigend erfolgt, muss im Falle des Auschlusses des Täters klar Stellung bezogen werden. Das mag für einige nicht einfach sein – verglichen mit dem, was die Betroffene durchmachen musste und muss, sollte sich der Blickwinkel jedoch etwas verschieben. Wichtig zu bedenken ist hierbei immer: Nicht die Betroffene ist es, die durch das Outing des Täters die vermeintliche “Harmonie” stört. Dies hat der Täter längst selbst getan, indem er einem anderen Menschen Gewalt angetan hat. Das ignorieren der Tat macht sie nicht ungeschehen. (mehr …)


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Facebooks Feminismusproblem

29. Mai 2013 von Gastautor_in

Inge Kleine lebt in München. Sie ist u.a. damit beschäftigt, gegen geschlechtsspezifische Zuschreibungen an Menschen vorzugehen – in allen ihren Formen. Letztes Jahr um diese Zeit machte sie mit Daniela Oerter und Sabina Lorenz die Aktion #ichhabnichtangzeigtFür den Artikel und auch die verlinkten Texte gilt eine Inhaltswarnung (Beschreibung von sexistischen und gewaltverherrlichenden Inhalten und sexualisierte Gewalt).

Seit dem 21. Mai läuft eine Kampagne durch’s Netz. Ansprechpartner: Werbekunden bei Facebook. Ziel: Facebook endlich auf seine eigenen Richtlinien verpflichten. Mittel: Facebook Werbeeinnahmen entziehen.

Oft läuft es bei Facebook nämlich so: Stillende Mütter – raus. Aufklärungs- und Ermutigungsbilder nach Brustentfernung wegen Krebs – raus. Links mit Anleitungen zum selber Brust abtasten – raus. Politische Aktionen mit nackten Brüsten – mindestens verpixeln. Feministische Bloggerinnen – wochenlang gesperrt. Wenn es um Brüste geht, ist Facebook streng. Schließlich fallen die unter „Inhalte für Erwachsene“ und widersprechen damit ganz klar den von Facebook selbst aufgestellten Richtlinien.

Objektifizierende Bilder von Frauen sind dagegen in Ordnung. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist auch kein Problem, solange irgendwo dabei steht, dass es sich ja nur um „Scherze“ handelt.

Diese Erfahrung machten Nutzer_innen und Administrator_innen feministischer Seiten, wenn sie brutale Bilder oder ganze Seiten an Facebook meldeten. Praktischerweise hat Facebook dazu ja einen einfach zu findenden Link, rechts neben dem Bild oder dem Rädchen bei „Nachricht“: „Seite melden“ anklicken, „enthält Hassreden“ anklicken, abschicken und fertig. Dankenswerterweise funktioniert das bei manchen Gruppen, z.B. Neonazis, ganz gut.  Bei Bildern, die Vergewaltigungen und Partnerschaftsgewalt gegen Frauen verharmlosen oder verherrlichen, leider nicht. Stattdessen erscheint in einer Antwort auf die Meldung eines (Achtung!) gewaltverherrlichenden Bildes folgende Erläuterung:

„Thanks for your report. We reviewed the photo you reported, but found it doesn’t violate Facebook’s Community Standard on hate speech, which includes posts of photos that attack a person based on their race, ethnicity, national origin, religion, sex, gender, sexual orientation, disability, or medical condition.”

Facebook-Richtlinien zu sogenannten Hassreden, also zu Angriffen auf Personen aufgrund von rassistischen Zuschreibungen, Ethnizität, nationaler Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Krankheit – würden bei dem oben verlinkten Bild nicht verletzt.

Falsch. Die Bilder und vor allem die Texte neben ihnen tun das – sie greifen Menschen aufgrund ihres Geschlechts an. Facebook lässt eine Vielzahl an gewaltverherrlichenden und (hetero-)sexistischen Bildern stehen. Vergewaltigungskultur lässt grüßen

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Schlank für den Badestrand? Ne, lieber gewisse feministische Utopien – die Blogschau

25. Mai 2013 von Sabine
Dieser Text ist Teil 203 von 263 der Serie Die Blogschau

Das BMZ hat unter Dirk Niebel eine Plakat- und Internetkampagne “The Big Five” über Afrika gestartet: Nashorn, Löwe, Elefant, Büffel, Leopard. Africavenir reagierte auf das kolonialrassistische Bild mit einer PM und einem feinen Gegenentwurf.

Katrin vergleicht auf Reizende Rundungen die Bademode in Deutschland gegenüber dem Ausland. Der eklatante Unterschied sticht  ins Auge.

Erst sexy gemacht, und dann einen (halben) Rückzieher. Helga schreibt auf femgeeks über die Figur Merida und den Sexismus bei(m) Disney(Film).

Mein Hals krächzt „ich möchte eine anzeige machen“ „Worum geht‘s denn? Nur so‘n Stichwort.“ Nur ein Stichwort… Stichworte sind Randnotizen. Verstummt. [im Text: V*rg*w*lt*g*ng ausgeschrieben]

Warum „Die Preziöse“ ein neuer Stern am Zeitschriftenhimmel werden kann, steht in der Blattkritik von Different Needs.

Ein Hetenmann erklärt Feminist_innen was der Sex ist und was der Feminismus da machen muss. Bei berechtigten feministischen Kritiken kontert dieStandard auf Twitter mit der Unlust „einer gewissen theoretischen strömung“ U get it?

Ryuu stellt sich einen Tag ohne Heterosexismus vor. Eine Utopie. Schön.

Paula ist neun Jahre alt und will mehr Realitäten lesen, deshalb schreibt sie einen “offen Brief an deutsche Verleger”.

Jetzt bitte kurz anschnallen: Auf femgeeks folgt der größte Linkspam aller Zeiten.

Und während ich diese Blogschau machte und den Linkspam (s.o.) durchlas, hab ich mir Zeit gelassen, weil Tea-riffic zwei Grrrl Power Soundtracks angefertigt hat. Well Done.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Kotzen über Klaus Kinski und die Süddeutsche

15. Januar 2013 von Gastautor_in

Johannah hat sich auf ihrem Blog Kätzchen Kotzt über Willi Winklers unsäglichen Artikel in der Sueddeutschen auf­geregt, welcher Ver­gewaltigungs­vorwürfe gegenüber dem Schauspieler Klaus Kinski thematisiert. Daraufhin hat sie sich bei der SZ beschwert. Schließt euch gerne bei der Be­schwerde an, wenn euch dieser Artikel auch bitter aufstößt! E-Mail einfach kopieren und dann ab an: forum@sueddeutsche.de. Mit freund­licher Genehmigung dürfen wir Johannas E-Mail auch hier ver­öffentlichen. Für den Artikel und alle Links gilt eine Inhalts­warnung für (Verharmlosung) von sexualisierter Gewalt. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich über Willi Winklers Artikel vom 11. Januar 2013 “Miss­brauchs­vorwürfe gegen Klaus Kinski – Sturz eines Denkmals” be­schweren und möchte Sie hiermit auf­fordern Stellung zu meinen Fragen zu be­ziehen. Weiter fände ich es mehr als begrüßens­wert, wenn dieser Artikel off­line genommen werden würde.

Link: http://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauchsvorwuerfe-gegen-klaus-kinski-sturz-eines-denkmals-1.1570089

Wieso wird es Herrn Winkler in Ihrem Medium gestattet sich in einer solchen Weise mit einem (mutmaßlichen) Vergewaltiger zu fraternisieren? Winkler be­zeichnet Klaus Kinski als “Denkmal”, als “als Schauspieler gefeierten” Mann, er schreibt über den “Mythos Kinskis”, welcher nun demontiert werde.

Zu diesem unsäglichen Artikel Herrn Winklers habe ich im Folgenden einige Nachfragen/Anmerkungen.

Winkler verharmlost sexualisierte Gewalt durch­gehend in seinem Artikel. Teilt die SZ diese Auf­fassungen ihres Autors? So schreibt er über die Vergewaltigungen Kinskiks, dieser habe sich seiner Tochter gegenüber “unverant­wortlich sexualisiert” verhalten – NEIN! Er hat sie ver­gewaltigt. Er be­schreibt die Taten als “Der Missbrauch” oder sie wurde “sexuell missbraucht” und von “Missbrauchsfällen” – NEIN! Es waren Vergewaltigungen! Er beschreibt Kinski als den “Verführer” seiner Tochter – NEIN! Er ist ihr Ver­gewaltiger!

Der durchgängig vorgebrachte Vorwurf des Voyeurismus wird von ihrem_ihrer Leser_in “Rickleff” treffend kommentiert:

“Voyeurismus bedeutet: ‘Befriedigung erfahren beim Betrachten sexueller Betätigungen anderer.’ Wenn jemand beim Lesen dieses Buches Befriedigung erfährt, dann ist das widerlich und extrem abstoßend. Frau Pola Kinski indes zu unter­stellen, sie habe dieses Buch bewußt oder fahrlässig voyeyrismus­fördernd geschrieben, finde ich gleicher­maßen wider­lich.

Dem kann ich mich nur anschließen.

“Am Ende hat sie den Kinski-Familien­mythos nicht demontiert, sondern um eine weitere Facette bereichert.” – Findet es Herr Winkler “berreichernd” für den “Mythos Kinski”, wenn Kinski als Vergewaltiger seiner Tochter gilt?

“Es ist ihr zu wünschen, dass sie ihre fürchter­liche Kindheit damit ein für allemal verarbeitet hat. ” – Das ist wirklich mehr als anmaßend hier Frau Kinski mit alt­klugen Sprüchen den Weg Richtung Zukunft zu weisen.

Ich möchte Sie bitten meine Nachfragen und Anmerkungen zu kommentieren.

Johanna Lea.


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Diese Sache, die immer nur woanders passiert.

10. Januar 2013 von Viruletta

Triggerwarnung: Gewalt gegen Frauen*, rape culture, sexualisierte Gewalt.

Wir leben in einem Land, in dem wir dafür zur Kasse gebeten werden, Männern bei ihren Grenzüberschreitungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zuzusehen. In dem Tätern die Chance eingeräumt wird, vor einer breiten Masse mit Wörtern wie “Opferabo” aufzuwarten und ganze Bücher über “ihre Sicht der Dinge” im Handel erscheinen. Wir leben in einem Land, in dem Täter gute Chancen auf einen Freispruch haben, auch wenn die Tat nachgewiesen werden kann. Und zwar selbst dann noch, wenn die Betroffene zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen ist. Wir leben in einem Land, in dem all das für viel zu viele Frauen* Alltag ist. Und in dem zumindest die Angst davor für vermutlich jede Frau* etwas Altbekanntes ist. Wir leben in einem Land, in dem sich kaum irgendwer ernsthaft dagegen empört. Zumindest nicht, so lange es vor – oder gar hinter – der eigenen Haustür geschieht.

In Delhi, Indien, ist eine junge Frau in einem Bus von mehreren Männern so brutal vergewaltigt worden, dass sie an den Folgen des Übergriffs gestorben ist. Das ist schrecklich, furchtbar, ja in gewisser Weise unvorstellbar. Diese Tat ist etwas, was mir die Worte im Halse stecken lässt, weil alle mir bekannten zu harmlos erscheinen, angesichts des Ausmaßes dieser grausamen Tat. Als der Vorfall öffentlich geworden ist, sind in Indien zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um ihrer Wut über das Versagen von Staat, Justiz und Polizei Luft zu machen. Und um ein Zeichen zu setzen, gegen eine rape culture (Vergewaltigungskultur), die Taten wie diese überhaupt erst möglich macht.

Ich kann ihre Wut absolut nachvollziehen, ich teile sie, und ja, es sollte mehr von solchen Demonstrationen geben. Mehr Wut, mehr Öffentlichkeit, mehr Solidarität. Mehr Stellung beziehen. Mehr Verbündete. Ich würde mir wünschen, dass Täter gesellschaftsunfähig gemacht werden würden. Dass die Grundlage, auf der tagtäglich, in jeder verdammten Sekunde, Menschen ähnliches durchmachen müssen, Stück für Stück zerschlagen werden würde. Aber nicht nur in Indien, sondern auch hier. In Deutschland. In Europa. Überall. (mehr …)


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Von und mit anderen lernen und kämpfen – kurz notiert

13. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 177 von 257 der Serie Kurz notiert

Die bsz berichtet in einem dreiteiligen Beitrag über die Ergebnisse der Jahrestagung des Bündnisses der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas): Von Rechten und Pflichten, Internationale Rechte und Pflichten, Straßenstrich – Situation und Zukunft.

(Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt.) In Frankreich haben 343 vergewaltigte Frauen* ein Manifest gegen das Schweigen veröffentlicht, in dem sie ihre Betroffenheit öffentlich machen.

Die Berichterstattung über den Vergewaltigungsfall Dominique Strauss-Kahn ist von Beginn an ein Graus und scheint sich leider in derselben Art und Weise fortzusetzen, wie Africa Is A Country belegt. (englisch)

Die Petition gegen Racial Profiling braucht noch mehr Unterstützer_innen:

(englisch)

Die zimbabwische Aktivistin Fungai Marichori schreibt über herrklären durch einen weißen Mann, aber auch über ihre Kritik an vielen global orientierten feministischen Bewegungen. Gegenstand ihrer Kritik sind weiß-angeführten Bewegungen, deren Aktivistinnen zwar mit Frauen im globalen Süden zusammenarbeiten wollen, aber keinerleit Anstrengungen eingehen, mit Women of Color bei ihnen zu kooperieren. (englisch)

Frauen* arbeiten nicht nur unter schlechteren Arbeitsbedingungen als Männer*, sondern sind auch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen, berichtet dieStandard.

In Ilmenau hat die AG Diversity und Amnesty eine Soliaktion für Pussy Riot veranstaltet. (PDF)

Termine

19. Dezember 2012 im Landgericht Frankfurt: um 13:00 Uhr beginnt der nächste Teil des Prozesses gegen Kachelmann und die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt plant wieder Aktionen. Macht mit! [Edit: Die Verhandlung wurde auf den 30. Januar verschoben.]

09. Januar 2013 in Berlin: das Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V. bietet einen Kurs zum kreativen Schreiben an.


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