Einträge mit dem Tag ‘Vereinbarkeit’


Muttiblog oder: wie weiter?

24. September 2014 von Melanie
Dieser Text ist Teil 43 von 43 der Serie Muttiblog

Es wurde ein wenig ruhig hier, beim Muttiblog. Zum einen lag das daran, dass ich mit Kind Nummer 2 schwanger war und nun in Elternzeit bin. Aber auch, weil der Muttiblog inzwischen längst nicht mehr die einzige Plattform ist, auf der Mutterschaft aus feministischer Perspektive abgehandelt wird. fuckermothers dürfte Euch ja inzwischen ein Begriff sein, das Onlinemagazin/Blogkollektiv “umstandslos” inzwischen auch. Vor allem aber bin ich mir diese Serie (also den Muttiblog) mal durchgegangen um zu überlegen: Welche Themen wurden hier noch nicht abgearbeitet? Meistens ging es um Vereinbarkeit, die Umstellung von der Kinderlosigkeit hin zur Auseinandersetzung mit dem Muttersein und welche Einschränkungen das bedeutet oder der Arbeitsteilung mit dem Vater des Kindes.

Das sind und bleiben aktuelle und umkämpfte Felder, wenn wir Mutterschaft aus einer feministischen Perspektive betrachten. So bleibt der Fokus aber auch auf dem “Wie bekomme ich als Mutter noch das größtmögliche Stück vom Kuchen” – ohne das “System” selber zu hinterfragen:

Die Kleinfamilie zum Beispiel, auch Kernfamilie genannt. Minime, also mein 3jähriger Sohn kam neulich aus dem Kindergarten und sagte, er habe Mutter-Vater-Kind gespielt. DER Klassiker. Früh übt sich, und so. Dem etwas entgegenzusetzen, wenn man dieses Familienbild selber (vor)lebt ist schwer. Dennoch bin ich sicher: Die Kleinfamilie taugt nichts. Die Frage ist aber: was ist die Alternative? Zurück zur Großfamilie mit mehreren Generationen “Blutsverwandter”? Weder immer praktikabel, noch wünschenswert, ist doch für manche nahezu überhaupt die Rettung, sich selber aus der Herkunftsfamilie lösen zu können. Gleichgesinnte suchen? Wie kann man darauf ein tragendes Netz bauen? Und blendet das nicht wieder die Verantwortlichkeiten von Wirtschaft und Politik aus? Im/Nach dem 2. Weltkrieg gab es “Notgemeinschaften” von Frauen, die gemeinsam die verschiedenen zu bewältigenden Aufgaben um Produktion und Reproduktion teilten, die waren aber, als die Männer aus dem Krieg wieder kamen, vorbei. In der zweiten Frauenbewegung entstanden Frauenwohnprojekte, auch hier kamen mehrere Frauen mit und ohne Kinder zusammen, um die Lasten von Lohn- und Reproduktionsarbeit zu teilen. Da fällt mir das nächste “Problem” ein: Wo den passenden Wohnraum finden, wenn man schon mal andere Gleichgesinnte gefunden hat? Es war schon schwer genug, mit anderen WG-geeignete Wohnungen zu finden, mit gleichgroßen Zimmern und davon mehr als zwei.

Was ist mit der Lohnarbeit? Mein Unwohlsein mit den Vereinbarkeitsdebatten kommt vermutlich auch daher, dass Lohnarbeit immer noch Dreh- und Angelpunkt sozialer Absicherung ist und Abhängigkeiten schafft. Dass zweimal 40Stunden-Woche für Eltern irgendwo ein darauf-hinzuarbeitendes Ziel für manche ist. Burnout vorprogrammiert. Aber wer an der Lohnarbeit sägt, dem wird gleich “Kommunismus” hinterhergerufen und schon ist die Debatte unsachlich. Oder sie kippt ans andere Ende und dann wird von der “Aufwertung” von Reproduktionsarbeit gesprochen und doch nur versucht, ihren Wert in Zahlen umzurechnen.

Warum hat es keine durchschlagkräftige Mütterbewegung*? Oder hat es eine und sie wird nur nicht (politisch, medial) über die eigenen Netzwerke hinaus wahrgenommen? Wie können Mütter politisch werden, ohne sich auch noch in diesem Feld aufzureiben?

Das sind nur drei von vielenvielen Fragen, die mir grade im Kopf spuken. Welche Fragen habt ihr noch, liebe Muttiblogleser_innen? Wurde Eurer Meinung schon alles gesagt in dieser Serie? Wollt ihr über bestimmte Themen (noch) mehr hören oder habt ganz andere? Seid ihr der Meinung, die aktuellen Debatten gehen am Thema vorbei, sind obsolet oder zu kurz gedacht?

Traut Euch: Wünscht Euch was, ich schaue, ob ich Eure Fragen beantworten, Eure Themen aufnehmen kann. Das Baby schläft grad so friedlich an meinem Bauch gelehnt, ich hab ein wenig Zeit…


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Racial Profiling, Pride-Parade und zimbabwische Frauenbewegung – kurz verlinkt

17. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 199 von 256 der Serie Kurz notiert

Die Schlagzeilen um die Freisprechung des Mörders von Trayvon Martin beherrschten letzte Woche die Medien.  schrieb den sehr lesenswerten Text “If Trayvon Martin had been a Woman“. Das Crunk Feminist Collective plädiert für einen Black Feminist Way. [beides Englisch]

Am Samstag wurde in Berlin die erste Pride-Parade gefeiert.

Intissam erzählt, wie es war, mal selber entscheiden zu können, was sie essen möchte: In Bayern bekommen Asylsuchende nämlich Essenspakete.

PETA und Sexismus, eine neverending story: Neues Material gibt es auf feminspire. [Englisch]

“Racial Profiling kostet…” und zwar nicht nur die Betroffenen. Wie auch die Bundespolzei auf ihre Kosten kommt, erfahrt ihr im Video. Die Kampagne “Stop Racial Profiling” des ISD Bund e.V. und KOP (Kooperation für Opfer rassistischer Polizeigewalt e.V.) geht in die zweite Runde.

Morde innerhalb von Beziehungen passieren meistens nicht ohne vorherige Warnsignale. In Massachusettes gibt es seit 2005 das Domestic Violence High Risk Team, welches versucht präventiv einzugreifen und dabei aber die (potentiellen) Täter in die Pflicht nimmt und nicht wie so oft die von Gewalt Betroffenen. [Englisch]

Bei Jewesses with Attitude machen sich Jordyn Rozensky and Jacqui Shine im Nachklang zum Zimmerman-Freispruch Gedanken darüber, wie eine mit den eigenen Privilegien (auch produktiv) umgehen kann. [Englisch]

[CW: Beschreibung sexistischer Übergriffe] Robbie Williams ist in Gelsenkirchen aufgetreten. Auf der Bühne wurde er übergriffig, berichtet die FAZ.

Collectors Weekly bietet einen spannenden, längeren Artikel über lesbische Blues-Sängerinnen im Harlem der 1920iger Jahre. [Englisch]

“Titten gegen Rassismus (TgR) – das ist nicht etwa der neueste Slogan von Femen, sondern eine Aktion aus dem Jahr 2000, bei der sich zehn (weiße) Frauen mit nacktem Oberkörper ablichten ließen, um gegen die, wie sie damals meinten, „Absurdität von Rassismus“ zu protestieren.”, schreibt Vina Yun. Und erklärt noch einmal, was an dieser aber auch den aktuellen Femen-Aktionen problematisch ist.

Wenn Leute sich positiv zu Themen wie “Öffnung der Ehe”, Migrationsrechte oder Brustkrebsvorsorge äußern – aber gespickt mit sexistischen, sexualisierenden, rassistischen etc. Argumenten, dann ist das ein großes Problem, beschreibt Sam Holmes. [Englisch]

In der Heinrich-Böll-Stiftung wurde noch einmal zu Sprache in Medien und Literaturen diskutiert, u.a. mit Mekonnen Mesghena, Leiter des Referats “Migration und Diversity” der Heinrich-Böll-Stiftung. Die ganze Diskussion gibt es zum Nachhören. [TW: ausgeschriebene rassistische Wörter im Text]

Im März erschien das Buch “Shemurenga: The women’s movement, 1995-2000″, welches Frauenbewegungen in Zimbabwe unter die Lupe nimmt. Auf HerZimbabwe wurde es besprochen.

Keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse, aber doch noch eine gute Zusammenfassung des Themas “Anspruch auf Krippenplatz”: “Betreuungszeiten müssen zu den Arbeitszeiten passen“.

Wir wissen natürlich nicht, wo ihr die Sommerferien verbringt. Sollte es euch aber ins All verschlagen, gibt es hier eine Anleitung zum Haarewaschen der Astronautin Karen Nybergauf der International Space Station:

Termine in Berlin .. nach dem Klick (mehr …)


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Feministische Netzpolitik, #occupygezi und ungefragte Diättipps – Kurz Notiert

19. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 195 von 256 der Serie Kurz notiert

Die Wissenschaftlerinnen Sabine Hark und Paula-Irene Villa haben in der taz eine Antwort auf den ZEIT-Text von Harald Martenstein geschrieben, welcher in seinem Artikel – mal wieder – Erkenntnisse aus den Gender Studies diskreditierte.

Beim Missy Magazine gibt es eine neue Serie zu #occupygezi von Didem Ozan. Folgende Fragen werden in nächster Zeit diskutiert: Warum sind türkische Frauen so wütend auf Erdoğan? Welche Rolle spielen Feministinnen? Und welche Frauen unterstützen das autoritäre Auftreten des Regierungschefs?

Passend dazu: GLADT e.V. sammelt Spenden für den LSBT-Block, der die Widerstands­bewegung im Gezi Park mitorganisiert. Auf Facebook findet ihr den Aufruf.

In der 3-Sat-Mediathek findet ihr einen Beitrag zu Sexismus: “Bei Sexismus geht es um Hierachien und Macht.”

Offenbar hat in von der Firma Haasenburg betriebenen Kinderheimen krasse Gewalt gegen Kinder stattgefunden – eine Petition tritt nun für deren sofortige Schließung ein. 20.000 Unterstützer_innen müssen in den nächsten 60 Tagen gefunden werden, damit sich der Brandenburger Landtag mit der Petition beschäftigt, berichtet die taz.

Auf Dances with Fat gibt es einen sehr lesens­werten englisch­sprachigen Artikel über die “gut-gemeinten” aber leider einfach nur respektlosen Tipps, die dicke_fette Menschen andauernd ungefragt hören.

Dürfen Journalistinnen für eine Frauenquote in Medien werben? Die Kommunikations­wissen­schaftlerin Elisabeth Klaus meint im Interview mit dieStandard.at: Na klar!

Im Mai fand die vom Missy Magazine initiierte Diskussions­runde zu #Aufschrei statt. Einige Autorinnen der Mädchenmannschaft waren damals dabei und berichteten. Nun ist eine Aufnahme der Veranstaltung online verfügbar.

Du liebst Fussball und findest es toll, wenn andere Mädchen und Frauen ihre spielerische Leidenschaft ausleben können? Dann unterstütze Discover Football mit einer kleinen Spende!

Auf The F-Bomb gibt es einen englisch­sprachigen Artikel: “What If I AM Like The Feminist Stereotype?”

Petition: “Bildung auf See braucht Schiffe in Fahrt! Für den Erhalt von Traditions­schiffen wie der Lovis“. Das Aus würde auch ein Ende für Frauen*Lesben*Trans*-Segeltouren bedeuten.

In der sogenannten Vereinbarkeitsdebatte fehlt oftmals der Blick auf jene, die dazu beitragen sollen, vor allem Müttern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen: Erzieher_innen und Kinderpfleger_innen. Diese haben oftmals selbst Vereinbarkeitsprobleme, verdienen oft wenig und viele von ihnen sind im Alter von Armut bedroht.  Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, erläutert dies in einem Interview mit dem Portal ErzieherIn (irgendwie schade nur, dass am Ende des Interviews das Paradigma “Wir brauchen unbedingt mehr Männer in den KiTas”  unhinterfragt/kontextlos übernommen zu werden scheint).

Termine in Bad Malente, Berlin, Frankfurt am Main und Hildesheim nach dem Klick

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Bahnbrechende Erkenntnisse: Kinderbetreuung hat Einfluss auf Erwerbstätigkeit

18. April 2013 von Charlott

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ich kann den Namen ja kaum mehr sagen ohne entweder in vollkommen unangebrachtes Gelächter zu verfallen, mit den Augen zu rollen oder verzweifelt die Hände in die Luft zu werfen.

Dieses Ministerium also hat uns diese Woche mal wieder bahnbrechende Erkenntnisse mitgeteilt. In einer Studie, die das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. durchgeführt hat, kam unter anderem heraus:

Zentrale Erkenntis: Mütter mit Kindern unter sechs Jahren, die ihre Kinder betreuen lassen, nehmen eher eine Erwerbstätigkeit auf oder dehnen diese aus als Mütter, deren Kinder keine öffentlich geförderte externe Kinderbetreuung in Anspruch nehmen.

Vielleicht erinnert ihr euch an den 8. Familienbericht, der sich hauptsächlich mit dem Thema Zeit – Zeit für Familie, Sorgearbeit und Zeitsouveränität von Arbeitnehmer_innen – auseinandersetzte, welcher in erster Linie durch seine Unentschiedenheit auffiel. Maria schrieb damals sehr passend:

Der Bericht liest sich stellenweise so, als hätte eine Gruppe älterer Herren zähne­knirschend Gleichstellungsziele als halbwegs legitim akzeptiert, sich aber nicht einigen können, was das nun im Einzelnen bedeuten soll.

Aber selbst in diesem Bericht, sahen sich die Sachverständigen ™ gezwungen als Empfehlung ausszusprechen, dass es mehr öffentliche Kinderbetreuung zur Entlastung von Eltern geben sollte. Das war im Jahr 2011. Und schon “damals” eine reichlich später Erkenntnis.

Nun sind wir im Jahr 2013 und dem BMFSFJ wurde wieder bestätigt, was wir irgendwie ja auch alle wissen: Die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung erhöhen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber, ich bin mir sicher, dass sich das Ministerium und allen voran Kristina Schröder weiterhin nicht von Fakten verunsichern lassen wird. Lieber weiter das Betreuungsgeld fördern. Schließlich geht ja auch den Staat die “private Rollenverteilung in einer Partnerschaft” nichts an.

Heute stimmt übrigens auch der Bundestag zum Thema “Frauenquote” in Aufsichtsräten ab. Der Vorschlag der Opposition sieht vor bis zum Jahr 2018 20% (das ist nicht mal die so genannte “kritische Masse” von 30%) Frauen in diesem Gremium zu haben. Aber auch da wird sich die Regierung sicher nicht weiter irritieren lassen. Weiterlesen zum Thema könnt ihr zum Beispiel hier und hier.


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Endlich Feminismus 101 auf deutsch, aber keine Kekse mehr – die Blogschau

14. Juli 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 166 von 263 der Serie Die Blogschau

Diese Woche nicht nur hier Thema war „50 Shades of Grey“. Mina hat versucht es zu lesen und befindet: Dass Mädchen ihre Wünsche ignorieren müssen, nur um mit einem Jungen zusammen zu sein, ist eine furchtbar schlechte Botschaft. Les petits Plaisirs nimmt die „Satire“ von Spiegel Online auseinander.

In Frankreich haben Sexarbeiter_innen gegen die neuen Vorschläge in der Prostitutionspolitik protestiert. menschenhandel heute berichtet.

Erst 14 Jahre aber ein großes Vorbild: Julia Bluhm hat erfolgreich ans Teenie-Magazin Seventeen appelliert, in Zukunft auf durch Photoshop verschlankte Models zu verzichten. Mehr bei den Geeksisters.

Auch die Debatte ums Betreuungsgeld und Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht weiter. Deus ex Machina über den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt und Feministmum über den Alltag mit (geschlossenen) Kinderkrippen.

Bollocks and Bitches erzählt, wie sie zur Dickenaktivistin wurde und die Vor­speisen­platte sinniert über die Sätze, mit denen schon kleine Mädchen lernen, dass Frauen sich scheiße finden müssen.

Mit Mitte 20 noch nicht verheiratet und kinderlos, aber aufs Festival jetzt nur noch mit rückenschonenden Isomatten. Sind wir schon alt oder noch zu jung, fragt Ninia LaGrande.

Die Nerd-Songwriterin Marian Call will in Eurapa touren. Die Femgeeks wissen mehr. Ein kleiner Vorgeschmack:

Rassismus im deutschen Kinderfernsehen hat Joe Dramiga in den Sankoré Schriften dokumentiert und fragt sich, ob jemand das mit einer Master-Arbeit mal genauer untersuchen möchte.

Auf die Porträtserie afrikanischer, ferministischer Bloggerinnen im Ms. Magazine verweist derblogderkleinenethnologin.

Warum „es gut zu meinen“ nicht vor Kritik schützt, wenn mensch sich sexistisch und rassistisch verhält, erklärt stop! talking. Keine Kekse für Selbstverständliches.

Nachdem der „1000 Kreuze Marsch für das Leben“ sich einen neuen Namen gegeben hat, sucht auch das Gegenbündnis „1000 Kreuze in die Spree“ ein neues Motto!

In Syrien hat der Aktivist Hussein Ghrer nun einen Hungerstreik begonnen, um gegen seine Haft zu protestieren – seit vier Monaten ist er bereits ohne Verhandlung im Gefängnis. anders deutsch erklärt sich solidarisch mit dem Aufruf von Razan Ghazzawi, die selbst vor einiger Zeit verhaftet wurde (wir berichteten).

Finally Feminism 101 ist ein guter Startpunkt, über Feminismus zu lernen – auf Englisch. Inzwischen arbeitet aber das antiblog an der Übersetzung ins Deutsche. Acht Teile sind schon entstanden, jetzt ist die Frage, welcher Text der nächste wird?!

Und nach dem Klick noch die Termine, in Wuppertal und für Informatik-Interessierte: (mehr …)


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Feministinnen sind sauer. Mal wieder.

6. Juli 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 47 von 55 der Serie Meine Meinung

Liebe Zeit,

erst neulich mussten wir Euch schreiben, weil Ihr da was mit „dem Femi­nis­mus“ nicht verstanden hattet. Jetzt greift ihr die Kontroverse um Anne-Marie Slaughter auf und schon wieder stell’ ich fest: Griff in die Klischeekiste. In The Atlantic hatte Slaughter vor kurzem geschrieben „Why women still can’t have it all“ und da gingen tatsächlich bei Feministinnen die Alarmglocken an. Denn das ist meist bio­lo­gisti­scher Bullshit, wie ihn auch die New York Times in ihren Trendpieces regelmäßig aufgreift.

Neun Bilder mit weinenden Babies und überforderten weißen Müttern in schicker Arbeitskleidung.

Bullshitbilderbingo von Jessica Valenti

Der Artikel von Slaughter war nun erstaunlich gut, am Ende aber lief es auch wieder auf „Mütter wollen halt bei ihren Kindern sein“ hinaus. Klar, darüber regten sich Feministinnen auf, mit differenzierter Diskussion hat dieses Argument soviel zu tun wie die Mädchen­mannschaft mit Gleit­creme. Aber Feminist­innen hatten auch eine Reihe anderer Kritik­punkte, von denen Ihr leider keinen einzigen aufgreift. So hätte der Artikel lauten müssen „Warum eine weiße Frau ohne gesundheitliche Probleme, aber mit Ehemann und zwei Söhnen und extrem guter Aus­bildung eines Tages feststellt, dass trotz extrem guter Bezahlung ein Job doof sein kann, wenn er mindestens 60 Wochen­stunden erfordert und das sogar noch für humane Arbeits­zeit gehalten wird“. (mehr …)


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Vulkane, Weltreisen, weniger Stress – die Blogschau

23. Juni 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 164 von 263 der Serie Die Blogschau

Karnele sieht Verbesserungsbedarf in Sachen Kampagnenarbeit und fordert auf: Frauen, lernt Social Media!

Nach Dänemark will nun auch Frankreich die Ehe für “gleichgeschlechtliche” Paare ermöglichen, berichtet queernews.at.

Melanie von glücklich scheitern macht sich Gedanken über den Umgang mit Kinder­fotos im Internet und weiß selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Danach erklärt sie dann noch, wie Feminismus und Gender Studies eigentlich zusammen hängen – ist nämlich bei weitem nicht dasselbe, auch wenn manche das zu meinen scheinen.

Mierk Schwabe von den SciLogs hat  auf dem Vulkan nicht getanzt, sondern dort astronomische Beobachtungen gemacht. Und zwar auf dem Mauna Kea auf Hawai’i.

Michaela Werner berichtet – auch per Video – über neue Wege im Leistungs­schutz­recht und die ganz konkreten Auswirkungen auf die tägliche Informations- und Meinungs­bildung im Internet – und warum das ganze Thema relevant für alle Netz­nutzer­_innen. ist. (mehr …)


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“Critical Crafting” und Hilfe bei Abtreibungen – kurz notiert

11. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 135 von 256 der Serie Kurz notiert

Nach 80 Jahren ändert das US-amerikanische Justizministerium endlich seine Definition von Vergewaltigungen, so CNN. Durch die Beschränkung auf gewalttätigen, heterosexuellen Vaginalverkehr wurden vergewaltigte Männer in der staatlichen Statistik nicht erfasst, genau wie Oral- und Analverkehr ausgeschlossen waren oder die Benutzung von Objekten (wir berichteten).

In Großbritannien soll die Unterhaltsbeihilfe bei Behinderungen durch „Persönliche Unabhängigkeitszahlungen“ ersetzt werden. Das klingt zunächst ganz gut, bedeutet aber leider nur die Kürzung der zur Verfügung stehenden Gelder und eine drastische Verschärfung der Kriterien. Außerdem sollen die Mobilitätsbeihilfen für Rollstuhlfahrer_innen und die Unterstützung für ständige Begleitungen gestrichen werden, so Diary of a Goldfish.

Mit selbstgemachten Dingen die Welt verändern – im Interview mit dieStandard.at erklärt Elke Gaugele, wie “Critical Crafting” funktioniert. Dazu gibt es auch ein schönes Video der Aktionsgruppe Kommando Agnes Richter:

Wie umgehen, wenn eine Freundin ungewollt schwanger wird und abtreiben will? Jezebel gibt Tips – etwa nicht anzunehmen, wie sie sich genau fühle, sondern nachzufragen und die Antworten anzunehmen. Klingt erstmal einfach, ist aber leider nicht selbstverständlich!

Vom Wiener Frauenpreis FemPower 2012 berichtet FM4. Damit werden innovative Technologieprojekte von Frauen geehrt.

Karriere als Chirurgin machen und Kinder bekommen? Das ist in Deutschland weiter fast unmöglich, berichtet die Ärztezeitung. Dabei ist der Anteil der Frauen unter den Medizinstudentinnen inzwischen bei 70 Prozent – für die Zukunft brauche es also neue Ansätze. Schade nur, dass die sich anscheinend ausschließlich an Mütter und nicht an Väter richten.

Zum 100. Internationalen Frauentag sammelte letztes Jahr die Plattform 20000frauen Forderungen von Frauen zur Gleichstellung. Diese können nun als Petition auf change.org unterzeichnet werden.

Die Wiesbadenerin Politikerin Brigitte Susanne Pöpel ist aus der FDP ausgetreten, berichtet hr-online. Die ehemalige Landeschefin der „Liberalen Frauen“ wirft der männerdominierten Fraktion dabei Frauen- und Familienfeindlichkeit, sowie Mobbing vor.

Für ganz Schnelle gibt es nach dem Klick noch vier Termine für heute Abend: (mehr …)


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Die radikalfeministische Grundschule und Weiße Integrationsverweigerung – kurz notiert

1. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 133 von 256 der Serie Kurz notiert

Eine Online-Umfrage der Frauenseiten Bremen hat ergeben, dass “fast 50 Prozent aller befragten Frauen und Mädchen negative Erfahrungen im Internet gemacht und Belästigungen, Anmache und Sexismus erlebt” haben.

In Kairo wurde die äygyptisch-amerikanische Journalistin Mona Eltahawy von der Polizei misshandelt und sexuell belästigt, berichtet derStandard. Sie war während der neuen Proteste gegen das Militärregime auf dem Tahrirplatz gewesen.

In den 1990ern gab es eine radikalfeministische Grundschule für Mädchen in Wien. DieStandard führte ebenfalls ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin.

Wenn über Musik von Frauen* geredet wird, fällt immer auch der Begriff “Riot Grrrl” im gleichen Atemzug. Ganz so, als gäbe es EIN Label für Musik von Frauen*, während für die selbstgemachte Musik von Männern* stets viele Labels zur Hand sind. Kritik an dieser Vereinnahmung gibt es bei Pitchfork zu lesen.

“Wann hat es das schon einmal gegeben in unserer nach wie vor verklemmten Vereinbarkeitsrepublik? Eine Frau bekommt einen Führungsjob, nicht obwohl, sondern weil sie Kinder hat!”, schreibt die Berliner Zeitung.

Mutlu Ergün berichtet bei Philibuster über die Ergebnisse neuester Studien: Millionen Weiße Deutsche verweigern die Integration!

In der neuen Ausgabe der feministischen Zeitschrift Anschläge, hat Autorin Leonie einen Kommentar zu konsensualem Sex geschrieben. Lesenswert!

Radio Corax Halle interviewte Gesa Mayer und Robin Bauer zu Monogamie als gesellschaftlicher Norm, nachzuhören bei Freie Radios. Die beiden halten heute im Rahmen der Ringvorlesung “que(e)r_einsteigen” einen Vortrag zum gleichen Thema.

Das Männer-Fußballteam von Amerikanisch-Samoa gewinnt sein erstes offizielles Länderspiel – 2:1 gegen Tonga. Nach dem Sportlichen zur Geschlechterpolitik: Auf dem Platz stand mit Johnny Saelua eine Fa’afafine, die in der Kultur Polynesiens “als Mann geboren … als Frau aufgezogen” werden, wie queer.de berichtet.

Eine aktuelle Kampagne gegen institutionalisierten Rassismus seht ihr hier:

Mann hat nette Ratschläge an Frauen, dieses Mal in der Süddeutschen: Um im Job voranzukommen und sich männlicher Raumnahme zu entziehen, sollen sie einfach die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legen. Tipp 1: Nicht mehr lächeln!

Terminhinweise nach dem Klick

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Verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre

4. Juli 2011 von Adele
Dieser Text ist Teil 34 von 43 der Serie Muttiblog

Die Frauenquote findet ja immer mehr AngängerInnen, wie es gerade so scheint. Auch meine Arbeitgeberin hat dieses Thema als etwas entdeckt, worüber man mal reden sollte und sich das Ziel gesteckt, bis 2015 30% Frauen in Führungs­positionen zu beschäftigen. Erreicht werden soll dieses Ziel mit mehr Kinder­betreuungs­möglichkeiten, flexibleren Arbeits­zeiten und Heim­arbeits­plätzen. Klingt erstmal toll und modern. Allerdings merkt man an den Maßnahmen sehr deutlich, wer sich das ausgedacht hat: weiße verheiratete Männer Mitte 50 mit durch­schnittlich 2.1 Kindern, die davon ausgehen, dass Frauen diejenigen sind, die Familie und Beruf vereinbaren müssen.

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Wegen der Wohnsitzproblematik blieb für uns letztendlich nur die Option „Betriebs­kinder­garten“. Aber auch dort sind die Plätze heiß begehrt und es be­durfte eines Wutausbruchs im Büro meines Chefs und mehrerer emotional sehr auf­ge­ladener Gespräche mit oberen Führungskräften, um nach einem Jahr Warte­zeit nun endlich ab Sommer das Kind an meinem Arbeitsort in den Kinder­garten schicken zu können und damit den Status „Wochenendmama zu beenden.

Jetzt haben diese Männer also erkannt, dass sie das Potential ihres Führungs­nachwuchses nicht voll ausschöpfen, weil ein Teil des Potentials ganz offen­sichtlich nicht beachtet wird. Und woran liegt das? Daran, dass die weiblichen High Potentials mit Kindern Beruf und Familie vereinbaren müssen. Da helfen wir denen doch mal ein bisschen und spendieren denen Kindergärten, flexible Arbeitszeiten und Heimarbeitsplätze. Nur: Die außertariflich Angestellten werden schon heute nicht nach Anwesenheitszeit bezahlt. Die somit bereits realisierten flexiblen Arbeitszeiten bedeuten in dem Zusammenhang hauptsächlich „Über­stunden sind mit dem Lohn bereits abgegolten“. Und auch der Laptop, Zugang von einem externen Internetanschluss via VPN zum Firmennetzwerk und der Blackberry gehören zum Standard, so dass das Arbeiten von zu Hause aus bereits jetzt schon problemlos möglich ist. Diese vollmundig versprochenen Maßnahmen, größtenteils bereits etabliert, werden wahrscheinlich einfach nicht reichen, solange die männlichen Konkurrenten eben nicht das Problem haben, Karriere und Familie zu vereinbaren. (mehr …)


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