Einträge mit dem Tag ‘verbale Klogriffe’

Leicht zu schockende Männerwelt

Sunday, May 18th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 17 von 20 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

So kündigte heute der Mailanbieter Web.de einen kurzen Klatsch- und Tratschtext über Jessica Albas Meinung zu Sex auf seiner Startseite an.

Da frage ich mich doch: Gibt es hier jemanden, der so geschockt ist wie die “Männerwelt”? Und: Wie vielen Männer entgeht denn - jetzt mal realistisch betrachtet - tatsächlich heißer, versauter Sex mit Jessica Alba?

Also echt.

Spanien: Die schwangere Verteidigungsministerin und der “Machismo”

Sunday, May 18th, 2008 von Katrin

Carme Chacón Am 17. Mai 2008 brachte das Europamagazin der ARD eine Reportage über Spaniens Verteidigungsministerin Carme Chacón. Diese ist mittlerweile fast im achten Monat schwanger.

Ministerpräsident Zapatero hat sich zu Beginn seiner zweiten Legislaturperiode die Gleichstellungspolitik in Spanien auf die Fahne geschrieben und in seinem Kabinett sofort umgesetzt: Mit neun Ministerinnen sitzen dort mehr Frauen als Männer. Dass sogar das Ministerium für Verteidigung eine weibliche Chefin bekam, die dazu noch ein Kind erwartet, schmeckt manchen im Lande, das die Geburtsstätte des Wortes “Machismo” ist, aber gar nicht. Konservative Medien titelten: “Carme, die mit der Riesenplauke” oder “Das sympathische Hübschchen in den Dreißigern” (siehe dazu: ein interessanter Artikel in der Zeit). Die Reporter des Europamagazins starteten eine Umfrage auf den Straßen von Madrid: Was halten die dortigen Männer von der Verteidigungsministerin? Die Antworten waren traurig: Eine Minderheit fand dies prinzipiell kein Problem, sogar gut. Die meisten sahen in der Schwangerschaft ein Problem, manche sogar im Geschlecht. Die könne doch gar nicht ins Ausland reisen, das sei doch für eine Schwangere viel zu gefährlich. Oder: Eine Frau verstehe schlichtweg nichts von solchen Dingen. Chacón demonstrierte mit einem spontanen Truppenbesuch in Afghanistan das Gegenteil.

Abseits der Situation im spanischen Kabinett, betrachtete das Europamagazin die Lage der in Spanien lebenden Frauen. Es sollte untersucht werden, inwieweit die theoretische Gleichstellungspolitik Zapateros in der Realität spanischer Frauen angekommen sei. Die Bilanz war ernüchternd: Zwar gebe es Quoten in Wirtschaft und Politik, doch in der Realität säßen gerade einmal 3,5 Prozent Frauen in den Chefetagen der größten Unternehmen. Zudem verdienten Frauen im Schnitt immer noch viel weniger, bei gleicher Arbeit. Die Realität “normaler” spanischer Frauen sieht immer noch ziemlich traurig aus. Die Umsetzung der Politik dauert seine Zeit, der “Machismo” ist der spanischen Bevölkerung noch längst nicht ausgetrieben worden.

(Foto über carmechacon.cat)

Unsichtbar ohne -in?

Thursday, January 17th, 2008 von Barbara

Immer wieder schwierig: Ein Wettlauf mit dem Bruder; die Schwester ist schneller - und möchte siegeslustig über die Ziellinie rennen und “Erster!” rufen. Oder doch: “Erste!” Ein Junge, ein Mädchen. Das generische Maskulinum, das die männliche Form wählt und Frauen auch meinen kann, wäre für “Erster”. Das generische Femininum, das den kleinen Sexismus des Deutschen einfach umkehrt, wäre für “Erste”. Tja, und das Mädchen? Rennt einfach langsamer, um dem Bruder die Entscheidung, das Richtige zu sagen, zu überlassen.

Das Problem mit dem Deutschen “als Männersprache” beschäftigt auch viele Linguistinnen und Linguisten. Einige sind neuerdings der Meinung, es wäre besser, das femininisierende Suffix “-in” bitte wieder aus der Sprache herauszulassen. Die Begründung? Focus bringt den Psycholinguisten Wolfgang Klein an, der meint, mit der Nennung von beiden Geschlechtern, also “Erste / Erster”, würden die beiden nur noch mehr separiert werden, Gegensätze geschärft statt geglättet. “Früher wäre es mir nicht im Traum eingefallen, Frauen nicht einzubeziehen”, wird Klein zitiert. Durch die explizite Ausschreibung von Frauen und Männern, etwa in Stellenanzeigen, würde ihm jetzt erst bewusst, dass in einem Gespräch über “Politiker” Frauen ausgeschlossen wären.

Hey, Linguistik-Professorinnen und Linguistik-Professoren! Wir möchten sprachlich erkennbar sein. Denn dazu gibt uns die deutsche Sprache, im Gegensatz etwa zum Englischen, die Möglichkeit - hier können die Geschlechter benannt werden. Keinesfalls wollen wir wieder in Vergessenheit geraten, unsichtbar bleiben, weil niemand uns hinter einer “männlichen” Bezeichnung vermutet.

Und das Mädchen, das schnell laufen kann? Soll “Erste!”rufen. Und sich von ihrem Bruder zum Eis einladen lassen.

Die Waffen des Sexismus sind billig und schwabbeln

Tuesday, January 8th, 2008 von Meredith

Okay, ich bin ja wirklich alles andere als ein Hillary-Fan, aber jetzt gebührt ihr doch mal ein dickes Shout-Out. Weil einen bestimmten Scheiß nur sie sich bieten lassen muss.
Als die Kandidatin gestern eine Wahlkampfrede hielt wurde sie von einer Gruppe dicker, blöder Blödmänner unterbrochen (huch, war das jetzt Weightism?) Sie hielten ein Schild mit dem Satz “Bügel mein Hemd” hoch und unterließen es nicht den Satz zu brüllen, bis Clinton das Licht anmachen ließ und den beiden und ihren Eskorten ein recht gelassenes: “Ach, die Überbleibsel des Sexismus - lebendig und fit” hinterher schickte.

Trotzdem schade, dass Hillary-Gegnern nichts anderes als diese billige Tour einfällt. Es ist ja nicht so, als gäbe es einen Mangel an guten Argumenten.

Nachrichten, die keine sind und trotzdem sauer machen, heute: Frauenfeindlichkeit im US-Wahlkampf

Saturday, December 29th, 2007 von Meredith

Fred D. Thompson ist nicht nur ein abgehalfterter Serienschauspieler sondern auch einer der abgeschlagenen republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten. Es ist zwar nicht wirklich wichtig, aber trotzdem lässt es mir die Reißzähne wachsen, wie er gestern auf einer Wahlkampfveranstaltung seine Weltoffenheit und Reflektiertheit demonstrierte:

“Es gibt keine Frau weit und breit, die nächstes Jahr Präsident werden sollte.”

Vielmehr sollte das nächste Staatsoberhaupt ein (vermutlich weißer) Mann sein, der konservative Werte vertritt. Weil die ja immer so super Präsidenten abgeben.

Neben Fred sehen wir im Bild seine Frau Jeri, die übrigens 24 Jahre jünger ist als er und das macht, was eine ordentliche, konservative Frau am besten tut: Gattin sein mit super Brüsten, nettem Lächeln und wenigen Worten.