Einträge mit dem Tag ‘verbale Klogriffe’


SpiegelOnlineFail

22. Juli 2009 von Helga

“Ich wurde vergewaltigt.”

“Krass. So wie das Lied von David Bowie in der Vodafonewerbung?”

“Nein. So richtig mit keinen Sex wollen, Schmerzen haben, sich danach scheiße, machtlos, benutzt fühlen, Angst haben, dass einem keiner glaubt, dass es wieder passiert, sich selbst die Schuld geben.”


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Männer im Duell, Frauen im Zickenkrieg

23. April 2009 von Helga

Dass das Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografieseiten im Internet ein umkämpftes Thema ist, ist lange klar. Die eine Seite fordert, jeglicher Zugang müsse erschwert werden, dafür müsse auch eine Einschränkung der Grundgesetze in Kauf genommen werden. Die andere Seite hat sieht das nicht ein und fordert stattdessen, bestehende Gesetze anzuwenden. Pikant ist natürlich, dass die Fronten auch durch die große Koalition verlaufen. Hier Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), dort Justizministerin Brigitte Zypries (SPD). Dass ein solcher Konflikt bis auf die Pressekonferenz getragen wird, ist in der großen Koalition auch nichts Neues.

Bemerkenswert ist allerdings die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung im Internet. Schon der Titel “Zickenkrieg im Kabinett” lässt Unheil ahnen. Und auch der weitere Artikel lässt kein Klischee aus. Da wird angegiftet, angeätzt, man gönnt sich nicht die Butter auf dem Brot bis alle trotzig sind. Nur Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird zwar angelächelt und von den Damen gelobt, ansonsten könne er einem aber fast leid tun. Nachdem die Minsterinnen wie direkt aus dem Hühnerstall auf die Politikbühne gehievt präsentiert werden, auch kein Wunder.

Apropos Guttenberg. Auch der ist mitten im politischen Zweikampf. Mit Markus Söder steckt er im “Duell der Kronprinzen”. Das klingt doch gleich ganz anders. Der wilde Samurai und Shooting Star Guttenberg wird dabei als lässig und aufgeschlossen beschrieben. Dagegen lästerte Söder wohl mal auf den Gängen, ansonsten sei er aber ein guter Parteisoldat, dem der parteiinterne Wettbewerb hilft, sein Profil zu schärfen.

Neben von der Leyen gegen Zypries locken dann auch mit “Peinlich wie Palin”, “Ich geh nicht auf den Strich” und “Ein Mädchen aus Texas” gleich drei Bilderserien über lustige Politikversprecher. Wer Guttenberg gegen Söder las, darf dagegen im Quiz (“Der Held der Franken”, Edmund der Große”) überprüfen, ob einem die Kosenamen von Politikergattinnen bekannt sind.

So befinden wir uns zwar im Jahr 2009, das Maß mit dem Politikerinnen einerseits, Politiker andererseits gemessen werden, stammt mitsamt der dahinterstehenden Rhetorik aber eher aus dem Mittelalter.


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Zum Thema Gesellschaftskritik

19. Februar 2009 von Barbara

Wegen der großen “Wir haben abgetrieben”-Geschichte im Zeit Magazin der vergangenen Woche (hier ist die Diskussion auf der Mädchenmannschaft darüber) blieb die “Gesellschaftskritik” über “Obamas neue Mitarbeiterin”, verfasst von Florian Illies, fast unbemerkt. Er schrieb über die Problemfrau Alejandra Compoverdi, eben eine neue Mitarbeiterin im Stabe Obamas, die früher als Unterwäsche-Model und Schauspielerin gearbeitet habe. Illies schloss nach sauberer Recherche in Blogs, Texten und Fotos, dass man sich wegen der Mitarbeit dieser Frau Sorgen um den neuen Präsidenten machen müsse. Wegen ihrer schönen Augen. Und dass ihre Berufung wohl mehr mit Chauvinismus denn mit Feminismus zu tun hätte. Hier ein kurzes Zitat:

Zwar hofft die Internetseite “Gawker”, dass die Berufung von Campoverdi “eine Debatte über neuen Feminismus” in Gang setzen wird. Doch da müssen wir die Kollegen aus Amerika enttäuschen. Die Abfolge von Büchern und Artikeln zum Thema “Neuer Feminismus” in Deutschland im Jahre 2008 vermittelte auch wohlwollenden Beobachterinnen nicht den Eindruck, als hätte das Reflexionsniveau je eine vernünftige Reiseflughöhe erreicht.

Die inzwischen über zehn Jahre alte Geschichte von Monica Lewinsky, Praktikantin im Weißen Haus in der Clinton-Ära, hat uns demnach vor allem beigebracht, dass junge Frauen in Regierungshauptquartieren nur der sexuellen Belustigung dienen. Von Präsidenten und deren Redenschreibern, so Illies:

Als Erstes erklärte sich offenbar Jon Favreau, der 27-jährige Redenschreiber Obamas, bereit, ihr Boyfriend zu werden. Da Favreau selbst den Spruch “Yes we can” erfunden hat, sei ihm verziehen, dass er beim Blick in Campoverdis Augen dachte: Yes, we can auch zusammenarbeiten.

Ach ja. Heute erscheint wieder ein Zeit Magazin mit neuen Themen, neuen Kritiken und neuen Meinungen. Das ist jetzt nicht als Reklame, sondern als einfacher Schluss-Satz zu verstehen.


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Das Patriarchat frisst seine Söhne

2. Februar 2009 von Susanne

Auch Männer leiden unter Stereotypen – nichts Neues für die Leserinnen und Leser dieses Blogs. Eine wirklich absurde Geschichte erlebte nun aber der US-Amerikaner Ryan Pacifico:

“You don’t even eat steak, dude. At what point in time did you realize you were gay?” the suit quotes beef-loving boss Robert Catalanello as saying.

Heißt: Der Mann wurde von seinem Boss als schwul beschimpft, weil der es unmännlich findet, kein Fleisch zu essen. Pacifico, verheiratet und Triathlet habe mit seinem Chef nie ein Problem gehabt, bis dieser merkte, dass sein Angestellter Vegetarier ist. Er wird weiter zitiert mit den Worten:

“I’m only ordering burgers. If you don’t eat meat, too bad. I don’t care.” (…) The boss chose a steakhouse as a site for a team building dinner, and another broker suggested they go someplace else because Pacifico was a vegetarian. “He was like, ‘What’s wrong with you? We’re going anyway,’ ” Pacifico recalled. When a coworker asked what Pacifico would eat, Catalanello said, “Who the f- – - cares? It’s his fault for being a vegetarian homo.”

Der Fall ist nun vor Gericht gelandet. Nicht nur, weil Pacifico von seinem Vorgesetzten übel beschimpft wurde, sondern auch, weil er anschließend wegen einer Kleinigkeit entlassen wurde.

Über lorenc@Feministing


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Berlusconi zu Vergewaltigungen:

28. Januar 2009 von Katrin

„Wir müssten so viele Soldaten haben, wie es in Italien schöne Frauen gibt.“

Selbst in einem Polizeistaat würde man daher Vergewaltigungen nicht verhindern können.
Ach und: Das war natürlich ein Kompliment, liebe schönen Frauen!

(Weiterlesen über Berlusconis Griff ins Klo: tagesschau.de oder spiegel.de; Foto: Presidenza della Repubblica)


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Eine Krähe …

21. November 2008 von Barbara

Im Sunday Times Magazine äußerte sich die britische Schauspielerin Helen Mirren kürzlich sehr negativ über die Solidarität unter Frauen. Bei Vergewaltigungsfallanklagen säßen viele Frauen in der Jury, die den Angeklagten verteidigen, denn “women go against women”, so Mirren. Die Gründe für dieses Verhalten seien ihr nicht klar,

“whether in a deep-seated, animalistic way, going back billions of years, or a sense of tribal jealousy or just antagonism, I don’t know. … But other women on a rape case would say she was asking for it. The only reason I can think of is that they’re sexually jealous.”

Mirrens Worte wurden von der britischen Generalstaatsanwältin Vera Baird als ignorant, absurd und gefährlich bezeichnet.

“It’s just absurd. First of all, it’s completely factually incorrect. It shows an absolute lack of knowledge about the way the criminal justice system works.”

In der Tat kenne ich Sätze wie “die hat es doch provoziert” auch aus dem Mund von Frauen. Doch dass dahinter ein System steckt?


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Wooow!

28. August 2008 von Susanne

Das nenn ich mal ‘ne klare Ansage:

Über Feministing


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Leicht zu schockende Männerwelt

18. Mai 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 17 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

So kündigte heute der Mailanbieter Web.de einen kurzen Klatsch- und Tratschtext über Jessica Albas Meinung zu Sex auf seiner Startseite an.

Da frage ich mich doch: Gibt es hier jemanden, der so geschockt ist wie die “Männerwelt”? Und: Wie vielen Männer entgeht denn – jetzt mal realistisch betrachtet – tatsächlich heißer, versauter Sex mit Jessica Alba?

Also echt.


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Spanien: Die schwangere Verteidigungsministerin und der “Machismo”

18. Mai 2008 von Katrin

Carme Chacón Am 17. Mai 2008 brachte das Europamagazin der ARD eine Reportage über Spaniens Verteidigungsministerin Carme Chacón. Diese ist mittlerweile fast im achten Monat schwanger.

Ministerpräsident Zapatero hat sich zu Beginn seiner zweiten Legislaturperiode die Gleichstellungspolitik in Spanien auf die Fahne geschrieben und in seinem Kabinett sofort umgesetzt: Mit neun Ministerinnen sitzen dort mehr Frauen als Männer. Dass sogar das Ministerium für Verteidigung eine weibliche Chefin bekam, die dazu noch ein Kind erwartet, schmeckt manchen im Lande, das die Geburtsstätte des Wortes “Machismo” ist, aber gar nicht. Konservative Medien titelten: “Carme, die mit der Riesenplauke” oder “Das sympathische Hübschchen in den Dreißigern” (siehe dazu: ein interessanter Artikel in der Zeit). Die Reporter des Europamagazins starteten eine Umfrage auf den Straßen von Madrid: Was halten die dortigen Männer von der Verteidigungsministerin? Die Antworten waren traurig: Eine Minderheit fand dies prinzipiell kein Problem, sogar gut. Die meisten sahen in der Schwangerschaft ein Problem, manche sogar im Geschlecht. Die könne doch gar nicht ins Ausland reisen, das sei doch für eine Schwangere viel zu gefährlich. Oder: Eine Frau verstehe schlichtweg nichts von solchen Dingen. Chacón demonstrierte mit einem spontanen Truppenbesuch in Afghanistan das Gegenteil.

Abseits der Situation im spanischen Kabinett, betrachtete das Europamagazin die Lage der in Spanien lebenden Frauen. Es sollte untersucht werden, inwieweit die theoretische Gleichstellungspolitik Zapateros in der Realität spanischer Frauen angekommen sei. Die Bilanz war ernüchternd: Zwar gebe es Quoten in Wirtschaft und Politik, doch in der Realität säßen gerade einmal 3,5 Prozent Frauen in den Chefetagen der größten Unternehmen. Zudem verdienten Frauen im Schnitt immer noch viel weniger, bei gleicher Arbeit. Die Realität “normaler” spanischer Frauen sieht immer noch ziemlich traurig aus. Die Umsetzung der Politik dauert seine Zeit, der “Machismo” ist der spanischen Bevölkerung noch längst nicht ausgetrieben worden.

(Foto über carmechacon.cat)


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Unsichtbar ohne -in?

17. Januar 2008 von Barbara

Immer wieder schwierig: Ein Wettlauf mit dem Bruder; die Schwester ist schneller – und möchte siegeslustig über die Ziellinie rennen und “Erster!” rufen. Oder doch: “Erste!” Ein Junge, ein Mädchen. Das generische Maskulinum, das die männliche Form wählt und Frauen auch meinen kann, wäre für “Erster”. Das generische Femininum, das den kleinen Sexismus des Deutschen einfach umkehrt, wäre für “Erste”. Tja, und das Mädchen? Rennt einfach langsamer, um dem Bruder die Entscheidung, das Richtige zu sagen, zu überlassen.

Das Problem mit dem Deutschen “als Männersprache” beschäftigt auch viele Linguistinnen und Linguisten. Einige sind neuerdings der Meinung, es wäre besser, das femininisierende Suffix “-in” bitte wieder aus der Sprache herauszulassen. Die Begründung? Focus bringt den Psycholinguisten Wolfgang Klein an, der meint, mit der Nennung von beiden Geschlechtern, also “Erste / Erster”, würden die beiden nur noch mehr separiert werden, Gegensätze geschärft statt geglättet. “Früher wäre es mir nicht im Traum eingefallen, Frauen nicht einzubeziehen”, wird Klein zitiert. Durch die explizite Ausschreibung von Frauen und Männern, etwa in Stellenanzeigen, würde ihm jetzt erst bewusst, dass in einem Gespräch über “Politiker” Frauen ausgeschlossen wären.

Hey, Linguistik-Professorinnen und Linguistik-Professoren! Wir möchten sprachlich erkennbar sein. Denn dazu gibt uns die deutsche Sprache, im Gegensatz etwa zum Englischen, die Möglichkeit – hier können die Geschlechter benannt werden. Keinesfalls wollen wir wieder in Vergessenheit geraten, unsichtbar bleiben, weil niemand uns hinter einer “männlichen” Bezeichnung vermutet.

Und das Mädchen, das schnell laufen kann? Soll “Erste!”rufen. Und sich von ihrem Bruder zum Eis einladen lassen.


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