Einträge mit dem Tag ‘USA’


(Keine) Witze über Vergewaltigungen und ein Viagra-Gesetz – kurz verlinkt

21. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 144 von 152 der Serie Kurz notiert

In Guatemala kümmert sich endlich eine Polizei-Einheit um „Femizide“ – besonders brutale Morde, denen speziell Frauen zum Opfer fallen. Bereits seit letztem Jahr gibt es ein Gesetz dagegen, so Feministing, bisher sind die Aufklärungs- und Ver­ur­teilungs­raten aber weiter unteriridisch.

Rosa Ecard mit einer jungen Frau die zu einem Mann sagt: I see, so if I don't have sex with you I'm a prude bitch, if I use the pill I'm a slut, if I get pregnant I'm an idiot and if I choose abortion I'm Satan. Yay.

Ah, wenn ich keinen Sex mit Dir habe, bin ich eine prüde Zicke, wenn ich die Pille nehme eine Schlampe, wenn ich schwanger werde eine Idiotin und wenn ich dann eine Abtreibung wähle, Satan. Juchu.

Die Debatte um Essstörungen hat zwar begonnen, in den Köpfen von Eltern ist das Thema aber noch nicht ganz angekommen berichtet die Zeit. Viele erkennen Probleme nicht rechtzeitig: Lieber eine dünne Tochter als eine dicke, denn Dünnsein ist die soziale Norm.

Die Gruppe Women Against Sanctions, War and Militarization of Middle East will von Feminist_innen aus der ganzen Welt wissen, wie sie einen Krieg gegen den Iran beurteilen und welche Auswirkungen es für die Frauen in der Region bedeutet. Die Antworten, etwa von Judith Butler und Shirin Ebadi, veröffentlichen sie auf ihrem Blog.

Für den Autoren der Süddeutschen geht es in der schwedischen Debatte um geschlechtergerechte Sprache um Bevormundung – dort ist ein Kinderbuch erschienen, das konsequent auf geschlechtsneutrale Bezeichnungen setzt.

Die Progress hat Katja Kullmann interviewt; zu perfekten Lebensläufen, Feminismus heute und „Mädchen und Missys“.

Besser aber noch nicht gut genug ist die weltweite Situation von Schwangeren vor, während und nach der Geburt. Die Weltbank setze zuviel auf überteuerte Gutscheine und kredit-finanzierte Programme kritisiert der Guardian. Dass jedes Jahr zehntausende Frauen bei unsicheren Abtreibungen sterben, werde fast völlig ignoriert.

Lesenswert: Le Monde Diplomatique berichtet aus dem Jemen über Frauen wie die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman und Gleichberechtigung in Zeiten der Revolution.

Nicht Feministinnen halten alle Männer für Vergewaltiger – Vergewaltiger tun es. Eine Perspektive, die sich auch in Witzen über Vergewaltigung niederschlägt. Männer sollten sich daher fragen, so Organon, wer über einen Witz lachen kann – Opfer oder Täter_innen – und wen sie damit unterstützen.

Der „War on Women“ in den USA geht weiter: Ein neues Gesetz in Arizona könnte Arbeitgeber_innen erlauben, ihre Angestellten zu feuern, wenn diese die Pille nehmen – es sei denn, diese beweisen, dass sie das aus „nicht-sexuellen“ Gründen tun. Im Texas Observer berichtet eine Frau über den Horror, vor einer Abtreibung unnötigen und demütigenden Prozeduren und Wartezeit ausgesetzt zu sein.

Im Staat Ohio hat dagegen Senatorin Nina Turner ein Gesetz zum Schutz von Männern vorgeschlagen. Bevor sie Viagra verschrieben bekommen, sollten sie künftig besser über die Nebenwirkungen aufgeklärt werden und einen Sex-Therapeuten aufsuchen, um psychologische Probleme auszuschließen. Einen anderen Ansatz verfolgt das Snatchel Projekt. Es ruft auf, den Kongress­männern Gebärmütter zu stricken – wenn sie eigene hätten, würden sie die der Frauen vielleicht endlich in Ruhe lassen.

Terminhinweise, auch für den Sommer, und ein Call For Papers nach dem Klick (weiterlesen …)


Facebook | |


Spielball der US-Politik: Frauen und ihre Gesundheit

6. März 2012 von Helga

Keine Zahlung von Verhütungsmitteln durch die Krankenkassen mehr und Zwangsultraschall vor einer Abtreibung – in den USA verstärkt sich der Kampf gegen Frauen, ihre körperliche Selbstbestimmung und homosexuelle Paare.

In Virginia sollten Frauen vor einer Abtreibung künftig eine vaginale Ultraschalluntersuchung über sich ergehen lassen, auch gegen ihren Willen. Dieser Passus wurde zwar gekippt, trotzdem hat sich die Lage für Frauen dramatisch verschlechtert, so TPM. Eine (äußerliche) Ultraschalluntersuchung ist immer noch Pflicht. Zur bisherigen Warteperiode ist eine zweite nach dem Ultraschall hinzugekommen, so dass Frauen nun mindestens drei Mal ihre_n Ärzt_in aufsuchen müssen. Auch muss ihnen genau beschrieben werden, was auf dem Ultraschallbild zu sehen ist, wenn sie das Bild nicht anschauen wollen.

Immerhin gekippt wurde der Änderungsantrag von Senator Roy Blunt in der Verhütungsdebatte, nach dem Arbeitgeber_innen Verhütungsmittel aus den Versicherungen ihrer Angestellten hätten streichen lassen können. Die Debatte schwelt seit August letzten Jahres, als Obama betriebliche Krankenversicherungen verpflichtete, Verhütung ohne Extrakosten für die Versichten abzudecken. Ausgenommen blieben von Anfang an Kirchen, die dies im Februar aber auch für kirchliche Institutionen wie Schulen und Krankenhäuser durchsetzten. Denn wenn es um die Körper von Frauen geht, zählt schließlich nicht deren Wille, sondern die religiösen Bedenken … anderer Menschen. Bei einer Anhörung des republikanischen Abgeordneten Darrell Issa dazu durften folgerichtig nur Männer sprechen.

Ein Unterstützer des der republikanischen Präsidentschaftskandidaten Rick Santorum empfahl Frauen stattdessen, auf altbewährte Methoden zu setzen und eine Aspirintablette zwischen die Knie zu klemmen. Warum das nicht gegen Babies bei heterosexuellem Sex hilft, aber Spaß machen kann – bitte hier entlang. Apropos Santorum. Der verkündete Anfang Januar, im Falle seiner Wahl alle bisherigen Ehen von homosexuellen Paaren annullieren zu lassen, gegebenenfalls auch scheiden zu lassen.

Derzeitiger Höhepunkt ist die Kontroverse um den ultra-konservativen Radiomoderator Rush Limbaugh (der mit den egozentrischen Hochzeitsfotos). Der hatte Pillennutzerinnen als Schlampen beschimpft und verlangte als Ausgleich für die Verschwendung seiner Steuergelder Sextapes. In seinem verbalen Ausfall gegenüber „Feminazis“ vergaß er dabei nur, dass weiterhin Arbeitgeber_innen in die Krankenkassen einzahlen, nicht „der Steuerzahler“. Während seine zahlreichen bisherigen Ausfälle weitgehend folgenlos blieben, kündigten ihm diesmal die Anzeigenkund_innen.

Den traurigen Schlußpunkt der Debatte setzten gestern fürs erste Michael Moore und Keith Olbermann. Aus dem Shitstorm #MooreandMe hat ersterer anscheinend nichts gelernt und zeigt in seiner Wortwahl ein weiteres Mal, wer Macht hat (Männer mit Geld) und auf wen er herabschaut (Sexarbeiterinnen und „Schlampen“):

Tweet von Michael Moore: "Rush- As soon as u started losing the big $$ from your hate speech, you caved & obeyed the men who pay u. Who's the prostitute now, bitch?"


Facebook | |


Frauen in Kenia, homosexuelle Ehen in Washington und Muschicupcakes: kurz verlinkt

22. Februar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 140 von 152 der Serie Kurz notiert

Böse Frauen, die ihre Männer schlagen, macht Spiegel Online in Kenia aus. Die Organisation „Maendeleo ya Wanaume“ rufe daher zum Boykott des von den schlagenden Frauen gekochten Essens auf. Der Kolumnist Macharia Gaitho der Daily Nation sieht es schon etwas differenzierter und auf Diasporadical wird das Thema ebenfalls diskutiert.

Die zukünftige EU-Finanzierung für Frauenrechte (inklusive zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen) wird derzeit diskutiert – und es sieht nicht gut aus. Die European Women’s Lobby erklärt, um was es geht und was frau tun kann.

Damit eine Dokumentation über Eltern von LGBTs in der Türkei gedreht werden können, werden Spenden benötigt.

Mit 60 Jahren will sich Diana Nyad einen Lebenstraum erfüllen und von Kuba nach Florida schwimmen (das Video hat deutsche Untertitel, es gibt auch eine Übersetzung):

Claire Horst schreibt in der Jungle World über Maskulisten und deren Klage über die angeblich verweichlichten Männer.

Der US-Bundesstaat Washington wird als siebter Bundesstaat die homosexuelle Ehe erlauben. Gouverneurin Chris Gregoire hat das Gesetz letzte Woche unterzeichnet. Das besonders interessante Detail dabei: Gregoire ist gläubige Katholikin. Für die ganze Geschichte einmal hier entlang bitte.

Das Gazelle Magazin bespricht ein vieldiskutiertes Buch: “Ich will heiraten” von Ghada Abdelaal.

Die “neue Häuslichkeit” beschäftigt Feminist_innen immer wieder und lipstickterrorist fragt: “Sind Häkeln und Muschicupcakes wirklich so unschuldig?” Und Meryl Trussler hat geantwortet (beide Artikel auf englisch).

Mindestens so heiß diskutiert wie Muschicupcakes wird im deutschen Sprachraum die Frage, ob eine Feministin sich als Mädchen oder Fräulein bezeichnen darf. Anlässlich der Abschaffung der Mademoiselle in Frankreich hat DRadio Wissen dieser und anderen Fragen rund um die weibliche Anredeform einen Schwerpunkt gewidmet. Besonders empfehlen wollen wir euch eine Diskussion, bei der unter anderem Stefanie Lohaus (Mitherausgeberin des Missy Magazin) zu Gast war.

Feride Saymaz ist bereits zum zweiten Mal als “beste Taxilenkerin” Wiens ausgezeichnet worden. Mehr darüber lest ihr bei dieStandard.at.

“Mamaaaaaa, der Junge hat mich an den Haaren gezogen!” – “Meine Kleine, das heißt, dass er dich mag.” Kommt euch das bekannt vor? Wann und warum haben wir angefangen, kleinen Mädchen auf diese Art zu vermitteln, es sei okay von einem Jungen belästigt zu werden? Diese Frage stellt zu Recht viewsfromthecouch.

Termine gibts wie immer nach dem Klick! (weiterlesen …)


Facebook | |


Kreativ sein gegen Sexismus und Rassismus im Netz

23. November 2011 von Magda

Oft werde ich auf Veranstaltungen gefragt, wo denn „die Feminist_innen von heute“ sind. Ich antworte dann für gewöhnlich, dass wir z.B. Ladyfeste organisieren, Diskussionsveranstaltungen und Demos planen, Work­shops und Konzerte geben, uns in der Uni mit Gender und Feminismus be­fassen – und darüber hinaus sehr stark im Netz ver­treten sind.

Wir bloggen, twittern, facebooken, hängen in Foren rum – kurz: wir schreiben uns die Finger wund. Neben kritischen, klugen, er­hellenden und manchmal auch nervigen An­merkungen und Kommentaren zu unseren feministischen Ergüssen gibt es eine nicht zu unter­schätzende Wucht an Sexismen, Beleidi­gungen und manchmal sogar Drohungen in diesem virtuellen Wohn­zimmer, in dem wir es uns so halbwegs gemüt­lich gemacht haben. Oft­mals ist es aber nicht so gemütlich, denn diese Sexismen können ganz schön ätzend und zer­mürbend sein. Feminist_innen, die viel online unterwegs sind, haben aller­dings ihre Mittel und Wege gefunden, mal mehr und mal weniger erfol­greich mit Sexismen im Netz umzugehen.

Besonders aus der US-amerikanischen Blogosphäre kommen öfter tolle Ideen und Projekte, die auch die hiesigen feministischen Netz­begeisterten inspirieren. Da wäre zum Bei­spiel das nach US-Vorbild inspirierte hatr.org, welches eine Plattform ist, auf der diskriminierende und hass­erfüllte Kommentare gesammelt werden, die tag­täglich auf gesell­schafts­kritischen Blogs einlaufen. Mit den auf hatr.org ver­öffentlichten Kommentaren wird mittels geschalteter Werbung Geld für coole, emanzipatorische Projekte verdient. Hass wird somit zu Geld, hooray!

Weitere Projekte und Aktionen aus der US-amerikanischen Netz­gemeinschaft stelle ich euch heute mal vor:

(weiterlesen …)


Facebook | |


Applaus für… 40 Jahre Ms. Magazine!

17. November 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 20 von 22 der Serie Applaus für

Letzte Woche feierte das US-amerikanische Magazin Ms. Magazine seinen 40. Geburtstag. Das New York Magazine blickt zurück und präsentiert eine Oral History über das erfolgreiche feministische Magazin, welches versucht ohne Werbung auszukommen.

Gloria Steinem, eine der Gründerinnen des feministischen Magazins, arbeitete Anfang der 1970er Jahre in der Redaktion des New York Magazine, welches sich 1971 bereit erklärte, die erste Ausgabe des Ms. Magazine als Beilage ins Magazin zu nehmen. Im Interview mit der Today Show spricht Steinem über ihre damalige Überraschung, dass die Ausgabe innerhalb von acht Tagen ausverkauft war. Für Steinem und ihre Kolleginnen war das Ms. Magazin ein Risiko, weil sie die sehr lebendige Frauenbewegung zu der Zeit nicht mit einem möglicherweise erfolglosen Magazin schaden wollten.

Ein schöne Aussage von Steinem ist ihre Antwort auf die Frage der Moderatorin, ob es gut oder schlecht sei, feministische Erfolge als selbstverständlich anzusehen:

“Es ist gut, die feministische Geschichte zu kennen (…). Aber Dankbarkeit hat noch niemanden radikalisiert. Ich bin ja auch nicht rumgelaufen und habe mich dafür bedankt, dass ich wählen ‘durfte’. (…) Ich bin eher dafür, in die Zukunft zu schauen und nicht genügsam und dankbar zu sein.”

Visit msnbc.com for breaking news, world news, and news about the economy


Facebook | |


Eine gute und eine schlechte Nachricht aus den USA

21. Oktober 2011 von Magda

Zum einen ist da der beschämende Erfolg der Abtreibungs­gegner_innen (republikanische wie demokratische), die gerade den leider erfolgreichen Vor­stoß eines Gesetzes­entwurfs mit dem irreführenden Namen “Protect Life Act” (Lebensschutz-Gesetz) feiern. Dieses Gesetz würde Krankenhäusern und Ärzt_innen erlauben, das bisher geltende Emergency Medical Treatment and Active Labor Act (EMTALA) zu ignorieren – auch wenn das Leben der Patientin in Gefahr ist. EMTALA stellt bis dato sicher, dass Notfallpatient_innen unabhängig von finanzieller Situation oder Pass im Falle eines Abtreibungs­bedarfs sofortige Hilfe in (fast) allen Kranken­häusern erhalten (der mädchenblog berichtete). Durch den Senat ist das Gesetz aller­dings noch nicht durch, auch Obama ließ ver­lauten, dass er ein Veto einlegen würde.

Bessere Nachrichten hat das Ms Magazine: Bereits vor Monaten schrieb ich über die FBI und deren eingeschränkte Vergewaltigungs­definition, die nur die so­ge­nannte “gewalt­same Ver­gewaltigung” (forcible rape) als “richtige” Ver­­ge­waltigung ein­ordnet. Die Definition stammte noch aus dem Jahre 1929 und schließt die meisten Ver­gewaltigungs­fälle gar nicht ein, da sie Verge­waltigung als er­zwungenen und ge­walt­samen (hetero­sexuellen) vaginalen Verkehr definiert. Nach jahre­langen Protesten ver­schiedenster Organisationen und auch dem Ms Magazine hat sich eine Unter­kommission des Criminal Justice Information Services (ungefähr: “FBI-Strafjustiz-Informationsdienst”) nun ein­stimmig dafür ausgesprochen, die Definition von Ver­gewaltigung, die im jährlichen und viel­zitierten Uniform Crime Report verwendet wird, zu erweitern. Dieser Vorschlag wird allerdings noch geprüft, eine Entscheidung wird erst Ende des Jahres getroffen.


Facebook | |


Kackscheiße des Monats: das N.-Wort auf dem Slutwalk

11. Oktober 2011 von Magda

In diesem Sommer bestimmten die SlutWalks die feministische Berichterstattung – vorbei sind sie noch nicht, denn die nächsten Demonstrationen stehen in Bielefeld, Leipzig und Münster, sowie in Wien (Österreich) an. Dass feministische For­derungen wieder massen­medial rezipiert werden und tausende von solidarischen Menschen in zahl­reichen Städten weltweit auf die Straße gehen, lässt zahlreiche feministische Herzen höher schlagen. Eine Mischung aus einer Sehnsucht nach feministischer Sichtbarkeit, erstarktem Selbst­bewusstsein und einer gehörigen Portion Wut schwappte durch das Internet bis auf die Straße, begleitet von konstruktiver, aber auch ver­­nichtender Kritik.

Auf US-amerikanischer Seite war einer der größten Kritik­punkte das unmarkierte Weißsein der Bewegung und die teils unkritische Verwendung des Wortes “Slut” (wir berichteten, aktuellster Debattenbeitrag: “Open Letter from Black Women to the SlutWalk“). Auch in Deutschland kritisierten Aktivist_innen von LesMigraS und Hydra die hiesigen SlutWalks und forderten eine komplexere Aus­einandersetzung mit Mehrfach­diskriminierungen und dem unkritischen Aneigungs­gedanken des Begriffs, sowie einen selbst­kritischen Umgang mit den inhärenten klassistischen und rassistischen Ausschluss­mechanismen der Bewegung.

Mitten in die anhaltenden Debatten zu (An-)Sprache und Ausschlüssen der SlutWalk Bewegung tauchte letzte Woche folgendes Bild einer Demonstrantin beim SlutWalk in New York City auf:

Triggerwarnung: Rassistische Sprache nach dem Klick (weiterlesen …)


Facebook | |


Frauenarmut in den USA: Tendenz steigend

4. Oktober 2011 von Magda

Die akuellen Erhebungen des United States Census Bureau zum durch­schnitt­lichen Haus­halts­einkommen in den USA im Jahre 2010 weisen einen deut­lichen Trend auf: Die Armuts­quote unter Frauen wächst und gipfelt in der höchsten Armutsrate seit 17 Jahren. Besonders davon be­troffen sind Women of Color: Jede vierte Schwarze Frau und jede vierte Latina lebte 2010 in Armut, so Ms. Magazine.

Von den Frauen, die eine Familie haben, lebt insgesamt jede Vierte unter der Armuts­grenze. Mehr als die Hälfte aller von Armut betroffenen Kinder – insgesamt jedes fünfte in den USA lebende Kind – wächst in Familien mit allein­er­ziehenden Müttern auf. Jede fünfte Frau unter 65 Jahren hatte 2010 keine Kranken­ver­sicherung, Tendenz steigend. Und auch der Lohn­unter­schied bewegt sich keinen Milimeter: Immer noch ver­dienen Frauen 77ct für jeden Dollar, den ein Mann nach Hause bringt, laut National Women’s Law Center. Allein­er­ziehende Mütter sind also einem enormen Armuts­risiko ausgesetzt. Zusammen­gefasst hat diese Daten Sarah Richardson für Ms. Magazine in einer Info-Grafik:

Infographik zu Frauen und Armut in den USA (mit freundlicher Genehmigung von Sarah Richardson)

Die Zahlen und Fakten sprechen eine erschreckend ein­deutige Sprache – nur die US-amerikanischen Medien scheint es kaum zu interessieren. So titelte Leslie Bennetts in The Daily Beast mit “Frauen – Die unsichtbaren Armen” und fasst die Zahlen noch einmal zusammen:

Was diese Statistiken aussagen, ist, dass mehr als 17 Millionen Frauen im letzten Jahr unter der Armuts­grenze lebten, verglichen mit 12.6 Millionen Männern. Wie immer spielt Alter eine ent­scheidende Rolle: Verglichen mit Männern lebten doppelt so viele Frauen über 65 in Armut (übersetzt aus dem Artikel).


Facebook | |


Feminism lesen und gucken: Die Blogschau

1. Oktober 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 127 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Zwzorza guckt TV und entdeckt einen Beitrag über die libanesische HipHopperin Malikah. Allerdings kommt auch das ZDF nicht an Stereotypen wie jung und sexy vorbei. Ist ja auch total einfallsreich.

Im Comic-Fieber: Ti_Leo rezensiert zwei Comicneulinge. Wonder Woman von Brian Azzarello und Catwoman von Judd Winick. Die eine ist top, die andere flop…

Afrika Wissen Schaft widmet der verstorbenen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai einen Nachruf. Mehr zu Maathai ist auch bei fembio nachzulesen.

Ein Fremdwörterbuch träumt vom eigenen Modeblog. Aber stattdessen äußert sie sich erstmal in einem Posting über Qualität und Quantität in der Mode, Konsumwahn und was statt dem neuesten Fummel wichtig sein kann.

Der Band “Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‘Muslime versus Schwule’”, herausgegeben von Koray Yilmaz-Günay, greift die seit dem 11. September 2011 verschärften Debatten in der BRD zum “Islam” auf. In der Rezension im Mädchenblog heißt es dazu:

Der Band […] führt das für die Debatte unentbehrliche Wissen prononciert zusammen. Er vereinigt Beiträge seit 2003, die neu abgedruckt wurden, und eigens für diesen Band verfasste. Es werden historische Traditionen herausgearbeitet, die im Kolonialismus wurzeln. Es kommen konkrete Erfahrungsberichte und quantitative Auswertungen vor. Und es wird vor allem nachgezeichnet, wie verstärkt seit 2001 – aber auch bereits zuvor – rassistische Entwicklungen in lesbischen und schwulen mehrheitsdeutschen Communities um sich griffen, wie CSDs mittlerweile zu „White Prides“ verkommen, bei denen man sich westlich der vermeintlichen eigenen Überlegenheit und der vermeintlichen Unzivilisiertheit „des Anderen“ versichert.

Noch mal Mädchenblog: Pia regt sich über die aktuelle Kindermodenkollektion von Lidl auf. Rehkitze als Motiv für das schüchterne, verletztliche Mädchen und Wolfmotive für den bösen, aggressiven Jungen. Da hol doch mal einer Rotkäppchen…


Und Mädchenblog zum Dritten: Die Werbekampagne eines kanadischen FriseurInnengeschäfts sorgt für Kritik: Zu sehen ist eine aufwendig, perfekt wirkende Frau mit einem blauen Auge, hinter der ein Mann in dominanter Pose steht.

Eine neue Entscheidung gibt es im Ranftle-Fall, in dem es um den Nachlass eines homosexuellen US-Amerikaners an seinen Ehemann geht. Queernews berichtet.

Hanhaiwen fordert zum Gedankensturm für den kommenden Ada-Lovelace-Day am 7. Oktober auf.

Die Lesbomatin ist vom BH-Zwang genervt und fragt augenzwinkernd, ob er gar die europäische Antwort auf die Burka ist.

Willkommen in der Blogsphäre: Kasimpasa International.

Nicht neu, aber trotzdem einen Klick wert: Berlin-Woman, das Online-Magazin für Berliner Stadtkultur mit einem “weiblichen” Blick.

Und einen Termin gibt es auch noch: Das Magazin Feigenblatt präsentiert am 2. Oktober das Warmup für das Porn-Film-Festival, das vom 26. bis 30. Oktober in Berlin stattfindet. Gezeigt wird – unter Anwesenheit der Regisseurin Jennifer Lyon Bell der Film “Skin. Like. Sun.”, sowie mit “Headshot” eine ältere Arbeit der Regisseurin.


Facebook | |


Frau schlägt Mann – was eine Nachricht alles hergibt

30. September 2011 von Helga

Weil er keinen Sex wollte, hat in Iowa eine Frau in ihrer Wohnung randaliert und ihren Freund geschlagen, soweit die Nachricht in der Ärztezeitung. Dabei fallen gleich mehrere Dinge auf. Das fängt schon damit an, dass es überhaupt eine Nachricht ist. Körperliche Gewalt, die von Frauen ausgeht, passt einfach nicht in das weiter prägende Bild der schwachen, zu beschützenden Frauen. Genauso wenig passt es, dass ein Mann keinen Sex will. Sie will, er nicht – eine Situation auf die unsere Gesellschaft bis heute keine Antwort hat. Schließlich auffällig: Während schlagende Männer oft die „Kontrolle verloren haben“ heißt es hier, die Frau sei „außer Kontrolle geraten“. Ganz so, als sei es die Aufgabe ihres Freundes gewesen, sie zu kontrollieren. So wird die Täterin wieder ein Stück weit aus der Verantwortung entlassen, sie wieder als Objekt dargestellt und gleichzeitig seine Männlichkeit noch ein Stück weiter demontiert.


Facebook | |



Anzeige