Einträge mit dem Tag ‘USA’


“Für Assata” von Audre Lorde: “Ich träume von deiner Freiheit” (1977)

14. Mai 2013 von Sabine

Assata Shakur  (Bildnachweis: Flickr cc // Cau Napoli)Sie ist die erste schwarze Frau auf dieser Liste, die nach 9/11 erstellt wurde. Als Belohnung für Informationen, die zu Assata Shakurs Festnahme führen, dafür gibt es zwei Millionen Dollar. Am  2. Mai 2013 gibt das FBI auf einer Pressekonferenz bekannt, dass Shakur auf der “Top 10 Terror List” steht.

“An eben diesem Tag vor 40 Jahren wurde ein Auto, in dem Assata Shakur saß, angehalten. Es entwickelte sich eine Schießerei, in welcher zwei Personen starben und Shakur angeschossen wurde (unter anderem in den Rücken). Sie wurde schließlich für den Mord am Polizisten Werner Forester von einer vollständig weißen Jury zu lebenslanger Haft verurteilt.” (mehr zum Hintergrund bei Charlott: “Wanted: Assata Shakur”)

Die Rekonstruktion des Vorfalls am besagten 2. Mai 1973 und die Tat, welche Assata Shakur begangen haben soll, sind eingebettet in eine Zeit, in welcher das FBI den Krieg gegen schwarze Führungspersonen wie Malcolm X, Angela Davis, Stokley Carmichael, Martin Luther King*  und die Black Panther Bewegung erklärt hat und rassistische Polizeigewalt an der Tagesordnung stand (Bsp. 1992, L.A., Rodney King).

Shakur gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Dass ausgerechnet Kuba der Revolutionärin seit 1984 politisches Asyl gewährt, ist eine Ohrfeige für die USA. Erst vor kurzem war auch noch Jay-Z mit Beyoncé dort auf honey moon und zog mit seinem “Offen Brief“ das Embargo der USA gegen Kuba ins Lächerliche. Und dann sind da die Bosten-Attentate, welche die Bundesbehörde unter Druck setzen. Lächerlich will das FBI nicht wirken, auch vierzig Jahre später ein Zeichen setzen und die schwarze Protestbewegung nicht anerkennen. Jahre später keine Aussöhnung, sondern eine Fortführung und Abschreckung.

Audre Lorde (*1934- †1992), eine der wichtigsten Frauen feministischer Gegenwartsgeschichte, hat im Jahr 1977 auch ein Zeichen gesetzt, und ein Gedicht für Assata geschrieben. Ein Gedicht, dass unter die Haut geht, einer Aussichtslosigkeit innere Kraft und dem Begriff der Freiheit wieder eine Bedeutung schenkt, die Sinn ergibt.

For Assata

New Brunswick Prison, 1977

In this new picture your smile has been to war
you are almost obscured by other faces
on the pages
those shadows are sisters
who have not yet spoken
your face is in shadow
obscured by the half-dark
by the thick bars running across your eyes
like sentinels
all the baby fat has been burned away
like a luxury your body let go
reluctantly
the corners of your mouth turn down
I cannot look into your eyes
who are all those others
behind you
the shadows are growing lighter
and more confusing.

I dream of your freedom
as my victory
and the victory of all dark women
who forego the vanities of silence
who war and weep
rather than our enemies
something against our selves
in each other
rather than our enemies
falsehoods
Assata my sister warrior
Joan of Arc and Yaa Asentewa
embrace
at the back of your cell.

- Audre Lorde

Eine deutsche Übersetzung des Gedichts “For Assata” von Charlott Schönwetter findet ihr hier. (weiterlesen …)


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Wanted: Assata Shakur

9. Mai 2013 von Charlott

Vor einer Woche verkündete das FBI, dass die Aktivistin Assata Shakur auf die FBI Most Wanted Terrorist Liste aufgenommen wird. Für ihre Erfassung bietet das FBI nun 1 Million Dollar und die New Jersey State Police legt noch einmal 1 Million dazu. Die Verkündung dieser Fakten fand nicht an irgendeinem zufälligen Datum statt, sondern am 2. Mai. An eben diesem Tag vor 40 Jahren wurde ein Auto, in dem Assata Shakur saß, angehalten. Es entwickelte sich eine Schießerei, in welcher zwei Personen starben und Shakur angeschossen wurde (unter anderem in den Rücken). Sie wurde schließlich für den Mord am Polizisten Werner Forester von einer vollständig weißen Jury zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei Jahre später gelang ihr die Flucht aus dem Gefängnis und einige Jahre nach dieser tauchte sie in Kuba auf, wo sie bis heute lebt und Asyl bewilligt bekommen hat.

Jamilah King schreibt bei Colorlines [Anmerkung: Alle zitierten Texte in diesem Blogpost sind englischsprachig. Alle Übersetzungen sind von mir]:

Shakur betont weiterhin ihre Unschuld und merkt an, dass selbst die Ermittlungen der bundesstaatlichen Polizei feststellten, dass sie keine Schießpulver-Rückstände an ihren Händen bei der Verhaftung gehabt habe. Sie bleibt weiterhin eine offene Kritikerin an Rassismus in den USA und ist ein ikonisches Symbol für viele in der racial justice community geworden. Ihr Buch “Assata: An Autobiography” ist nur ein Teil des immensen kulturellen Einfluss, den sie hatte.

King zeigt in ihrem Artikel auch die Geschichte der FBI Most Wanted Listen auf und in welchen Zusammenhängen diese mit Schwarzen Protestbewegungen stehen. Die ursprüngliche Most Wanted Liste wurde 1950 veröffentlicht. In den 1970igern fanden sich dann immer mehr und mehr Schwarze Aktivist_innen auf der Liste wieder. King schreibt:

Shakur ist die letzte auf einer langen Liste Schwarzer Revolutionäre, die für das FBI zu denen am meisten gesuchten kriminiellen Verdächtigen gehörten. Angela Davis schaffte es bekannterweise 1970 auf die Liste, H. Rap Brown kam ein Jahr später 1971 drauf; Twymon Myers von der Black Liberation Army kam 1973 auf die Liste, bevor er von der Polizei erschossen wurde; und Mutulu Shakur von der BLA wurde 1982 hinzugefügt bis er 1986 gefasst wurde. [...] “Die Black Panther Partei ist ohne Frage die größte Gefahr für die interne Sicherheit des Landes”, sagte FBI Direktor J. Edgar Hoover 1969 seine Verachtung für radikale Schwarze Aktivist_innen unterstreichend.

Shakur aber ist nicht auf der gleichen Liste zu finden, wie die bisher genannten. Sie ist die erste Frau, die Eingang fand auf die nach dem 11. September eingerichtete “Most Wanted Terrorist“-Liste. Eine Liste, auf der nach King neben Shakur nur eine andere Person steht, die in den USA geboren ist und wo auffälliger Weise keine der etwa 1000 weißen “hate groups” aufgeführt wird, welche in den gesammten USA agieren. Am letzten Freitag sprach Angela Davis zu dem spezifischen Terrorismus-Aspekt und was dieser auch mit race zu tun hat:

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Elektro, Herrenclubs und die Krise der Männlichkeit – kurz notiert

24. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 187 von 191 der Serie Kurz notiert

10 Pionierinnen elektronischer Musik und queere Musik_erinnen of Color, die ihr unbedingt kennen solltet.

In Boston sind durch einen Terroranschlag auf den Boston Marathon mehrere Menschen gestorben. Die Medien berichteten ohne Unterlass – leider nicht ohne Rassismen zu bemühen, wie Bitch Magazine berichtet.

Obwohl immer behauptet wird, dass wir in einer hypersexualisierten Gesellschaft leben, wird anscheinend nur sehr selten ehrlich über Sex gesprochen. Eine neue Webseite soll dem entgegenwirken, berichtet Salon.com.

Der Guardian widmet sich “The Sessions“, einem Film, der Behindertwerden und Sex thematisiert. Ebenfalls im Guardian: Ein Bericht über #ShoutingBack, das Pendant zu #Aufschrei in Großbritannien.

Eine neue Ausgabe des Zines Masculine Femininities wurde veröffentlicht.

In Oldenburg wurde einer Frau der Wunsch auf die “Pille danach” verwehrt.

100 Prozent Mann sammelt Positionen, die noch nie von Frauen eingenommen wurden. Welcome to the Herrenclubs!

Der Guardian hat einen Nachruf auf Bi Kidude, der ersten Sängerin Zanzibars, veröffentlicht.

“Die im Anschluss an den #Aufschrei geführte Debatte über die Krise von Männlichkeit ist eine Form altbewährten Konservatismus”, schreibt Claire Horst für Analyse & Kritik.

Disney hat die hauseigenen Prinzessinnen einem Redesign unterzogen: Nach wie vor finden sich kaum Charaktere of Color unter den Figuren und Heldinnen wie Mulan oder Pocahontas wurden mit dem neuen Make Over weiß “gewaschen”, kritisiert sparksummit.com.

Eine Modelagentur warb vor einer Klinik für Essstörungen in Schweden um neue Klientinnen, berichtet dieStandard.at.

In Hamburg fand vergangenes Wochenende erstmals eine Frauenflüchtlingskonferenz statt. Die Junge Welt sprach mit Eylem Silan, die sich in der Vorbereitungsgruppe engagierte.

Eine Highschool-Studentin wurde von ihrem Direktor bedroht, weil sie eine Anti-Verhütungsmittelveranstaltung an ihrer Schule öffentlich kritisierte.

Servicepost für Cis-Frauen auf autostraddle.com: Mit Trans*frauen interagieren, ohne ständig Transphobie zu reproduzieren.

Zimbabwe hat mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Entwurf gestimmt, nach der nun Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte in der Verfassung Eingang findet.

Auf addicting.info finden sich zehn verschiedene Begriffe, die eigentlich viel besser passen würden als “Pro Life“, ein Begriff mit dem sich Abtreibungsgegner in den USA schmücken.

Body Love Wellness kritisiert den aktuellen Werbeclip von Dove.

Termine in Berlin und Gießen findet ihr nach dem Klick

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Selbstfürsorge, Hollaback und Thatcher – kurz verlinkt

17. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 186 von 191 der Serie Kurz notiert

Bei Buzzfeed gibt es 18 großartige Illustrationen rund um das Thema Street Harassement. (Leider auch mal mit ableistischer Sprache…) [Englisch]

In Schweden wollte eine Dessous-Kette durchsetzen, dass die Mitarbeiterinnen Namensschilder tragen, auf denen auch die BH-Größe vermerkt ist. Über das Urteil eines Arbeitsgerichts berichtet die taz.

The Feminist Current schreibt über Zusammenhänge zwischen (Post-)Feminismus, Geschlecht und Veganismus - auch bekannt als der “PETA-Complex”. Und was das alles mit Femen zu tun hat. [Englisch]

M.I.A. ist nicht nur Musikerin, sondern hat auch schon zuvor einiges an Kunst fabriziert. Complex stellt ihr zehn besten “art moments” zusammen. [Englisch]

An Margeret Thatchers Politiken gibt es vieles wichtige zu kritisieren (neben all dem neoliberalistischem Zeug, doch auch ihre Äußerungen über Anti-Apartheids-Kämpfer_innen, welche Terror_istinnen seien, und ihre Rolle im Nordirlandkonflikt), aber rechtfertigt das sexistische Beschimpfungen? Nein tut es nicht, stellt dieStandard heraus.

Die Auszahlung von Sozialhilfe an die Schulleistungen von Kindern zu koppeln? Eine ganz großartige Idee, dachten (u.a.) Politiker_innen in Tennesse. Die acht-jährige Aamira Fetuga ging dagegen vor. [Englisch]

Zwar schon etwas älter, aber nie zu spät: Die Dokumentation “Eyes of The Rainbow” über Assata Shakur, US-amerikanische Bürgerrechtlerin, kann mensch kostenfrei online anschauen. [Englisch]

Marga Spiegel ist 100 Jahre alt geworden und hat ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “100 Jahre – 4 Leben. Eine deutsche Jüdin erzählt.” und wird bei dieStandard vorgestellt.

In Dortmund fand das FrauenFilmFestival statt (wir wiesen darauf hin). Nun stehen auch die Preisträgerinnen fest. Für den besten Spielfilm wurde die polnische Regisseurin Małgośka Szumowska ausgezeichnet.

Bei The DIY Courier gibt es Selbstfürsorge-Tipps für depressive Zeiten. [Englisch]

In Österreich gibt es eine neue Rentenregelung. Alle sollen jetzt gleich behandelt werden, wie das aber aufgrund von bestehenden Ungerechtigkeistverhältnissen vor allem Frauen nun mehr benachteiligt, kann mensch bei an.schlaege nachlesen.

Das Gleichstellungsbüro der Universität zu Köln hat den Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache überarbeit.

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Wir haben unsere Netiquette nochmal geringfügig geupdatet.

Termine in Berlin und Jena:

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Homo-Ehe: Ja. Heteronormativität hinterfragen? Nee.

2. April 2013 von Magda
Support Gay Marriage

Bild: Human Rights Campaign

Mache ich zur Zeit den Computer an, springt mir ein Meer an roten Flaggen entgegen. Auf Facebook und Twitter haben viele meiner Kontakte ihre Profil­bilder gegen ein rotes Bild mit zwei rosa Strichen getauscht – ein Zeichen der Unterstützung für die aktuellen Kämpfe in den USA für die Öffnung der Hetero-Ehe (und die damit ver­bundenen Privilegien) für lesbisch- und schwul-lebende Paare mit Heirats­wunsch.

Konkret geht es um zwei Verfahren, die aktuell vor dem US-amerikanischen Obersten Gerichts­hof (Supreme Court) verhandelt werden. Das eine Verfahren befasst sich mit proposition 8, einer Volks­abstimmung, mit der in Kalifornien gleich­­geschlecht­liche Ehen ver­boten wurden. Das andere befasst sich mit der Verfassungs­mäßigkeit von DOMA (Defense of Marriage Act, zu deutsch: “Gesetz zur Ver­teidigung der Ehe”), welches die Ehe als die Ver­bindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert. Das heisst: Auch wenn ein Homo-Paar in einem der neun Bundes­staaten plus Washington DC legalisiert geheiratet hat, wird das Paar auf der Bundes­ebene weiterhin benach­teiligt was Steuer, Ver­sicherung und Erb­schaft angeht.

In der aktuellen Debatte geht es um die Fragen: Was ist eine Ehe? Welche Rechte stehen gleich­geschlecht­lichen Ehen zu? Und: Werden diese Rechte zukünftig durch den Obersten Gerichts­hof durch ein Grund­satz­urteil abgesichert? Dies erscheint relativ un­wahr­scheinlich, aber der Druck der US-amerikanischen Öffent­lichkeit zur Öffnung der Hetero-Ehe ist enorm. Auch der US-Präsident Barack Obama bezieht klar Stellung. Das Bild zur Bewegung (siehe oben) liefert Human Rights Campaign - eine Organisation, die nicht gerade für eine inklusive Bewegung steht.

Der Hype um die Homo-Ehe

Die aktuelle Aufruhr um die Homo-Ehe verwundert mich ziemlich und zwar nicht, weil mich die Forderung über­rascht. Da neben einigen lesbischen und schwulen Aktivist_innen eine Vielzahl meiner Hetero-FreundInnen, die eher selten mit emanzipatorischen Bot­schaften auffallen, öffent­lich für die Öffnung der Ehe plädieren, hat mich das nach­denklich gestimmt. Ich versuche mal, meine Gedanken zu ordnen:

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Der bff – Frauen gegen Gewalt e.V. braucht eure Unterstützung – kurz notiert

15. November 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 175 von 191 der Serie Kurz notiert

Der bff – Frauen gegen Gewalt e.V. braucht dringend Unterstützung und sucht neue Räume für ihre Geschäftsstelle in Berlin.

Das Projekt “Who needs feminism?” hat jetzt ein deutschsprachiges Pendant: “Wer braucht Feminismus?” Sendet eure Fotos ein und spendet Mut.

Switcheroo heißt das Crossdressing-Fotoprojekt von Hana Pesut. Dabei fotografiert sie_er Paare in ihrer Alltagskleidung. Zunächst jeweils in ihren eigenen Klamotten und danach tauschen die Partner_innen, was sie zuvor getragen haben. Über 200 Paare rund um den Globus hat Hana schon abgelichtet. Nun sammelt sie_er Spenden für Fotobücher, Poster und Abzüge im Hochglanzformat.

In diesem Jahr jährt sich der Kinostart von “Dirty Dancing” zum 25. Mal. Die Journalistin Hannah Pilarczyk nahm dies zum Anlass, in einer Anthologie der Magie des erfolgreichen Jugendfilms nachzuspüren. dieStandard.at führte ein Interview mit ihr.

Auf feministing.com gibt es tolle Infografiken zum Geschlechterverhältnis nach der US-Wahl im Senat und der Beteiligung von Frauen an politischen Führungspostionen weltweit.

Schon älter, aber immernoch brandaktuell. Das Blog feminist activism stellt die Ziele und Positionen der Frauenbewegung von native americans vor. Auch über behinderte Aktivistinnen gibt es einen aufschlussreichen Eintrag!

Letztes Jahr hat links-lesen für Weihnachten eine Buchliste mit tollen und möglichst “emanzipativen” Kinderbüchern zusammengestellt. Falls ihr neue gute Kinderbücher kennt, schickt uns bitte die_den Autor_in und den Titel (und am besten ISBN) + kurzen Kommentar. Alternativ könnt ihr eure Empfehlungen auch auf dem Links-Lesen-Blog direkt posten.

Yahoo Sport! berichtet über die neunjährige Sam Gordon, die ihren Gegnern im “Männersport” Football zeigt, was eine Harke ist. Allein ihr ihrer ersten Saison als Football-Spielerin erzielte sie 25 Touchdowns.

Auf xojane.com erzählt die behinderte Lisa Egan ihre Geschichte und klärt auf über den Unterschied zwischen “behindert sein” und “behindert werden”.

Termine nach dem Klick!

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Toilettenschilder und Geschlecht

2. November 2012 von Magda

In einem Uniseminar hatte eine Dozentin von mir mal gesagt: Toiletten sind eine der letzten Bastionen der krassen Geschlechter­trennung. Ob sie Recht hat oder nicht – darüber lässt sich bestimmt streiten. Fakt ist, dass es das stille Örtchen meist nur für genau zwei Geschlechter gibt: “Männer” und “Frauen”. Interessant ist, dass Toiletten­schilder, die wir alle schon in hundert ver­schiedenen Variationen gesehen haben und wohl eher selten ein­gängig betrachten, ziem­lich viel über gesell­schaft­liche Ideen von Geschlecht verraten.

Schon vor über zwei Jahren hat Marissa von This is Hysteria eine wunder­bare Sammlung von (teilweise kuriosen) Toiletten­schildern ver­öffent­licht und diese auch gleich analysiert. Sie kam zu dem Schluss, dass viele Schilder Männer als “Mensch” (und somit universal) darstellen, während Frauen beispiels­weise als “Mensch mit Rock” oder “Mensch mit Hijab” oder “Mensch mit Taille” dargestellt werden. Viele der Bilder vermitteln essentialistische und geschlechter­stereotype Vor­stellungen von Geschlecht.

So zielen eine Vielzahl der Bilder auch auf die Idee ab, dass Männer und Frauen das Gegen­teil voneinander seien.

Häufig werden Formen zur Dar­stellung von Geschlecht benutzt (wie z.B. wie im Bild rechts Dreiecke): Links zeigt die Spitze des Dreiecks nach unten. So wird ein Körper nach­gestellt, der oben breiter ist (wahr­scheinlich: breite Schultern) und nach unten hin schmaler wird. Zumindest meine gesell­schaftlich geformte Lesart wäre: Das soll wohl ein “Mann” darstellen. Rechts ist das Drei­eck umgedreht, so dass es für mich so aussieht, als wäre dies ein Kleid. Mein Kopf kombiniert: Aha, das ist das Zeichen für “Frauen” – da gehe ich rein.

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Das legendäre “Kissing Sailor”-Foto bildet Gewalt ab, keine Romanze

12. Oktober 2012 von Anna-Sarah

Dieser Text ist eine – um einige  Anmerkungen und Links erweiterte – Übersetzung eines Beitrags, der vor einigen Tagen auf feministing.com erschien. Für den Beitrag gilt eine Content-Warnung für sexualisierte Gewalt, ebenfalls für die verlinkten Texte, in denen auch das genannte Foto abgebildet ist.

Wir alle haben dieses Bild wohl schon gesehen. Seitdem es 1945 aufgenommen wurde, ist es in zahllosen Magazinen und Zeitungen abgebildet gewesen. Als ein Zeugnis seiner Allgegenwärtigkeit listete Buzzfeed es vor ein paar Wochen an der Spitze seiner “50 romantischsten Fotos aller Zeiten” auf.

Doch was zeigt und verkörpert es wirklich?

Wie wir nun erfahren, zeigt das Bild mitnichten einen romantischen Moment zwischen Liebenden, sondern eindeutig einen Akt sexualisierter Gewalt.

Eine Londoner Feministin hat mit dieser Beobachtung allerhand Aufruhr auf Facebook und in der Blogsphere verursacht. Die als Leopard bekannte Bloggerin zitiert aus dem Bericht der auf dem Foto abgebildete Frau, Greta Zimmer Friedman, über ihr Erlebnis und schreibt:

“Die meisten von uns sind vertraut mit diesem Bild. Aufgenommen am Times Square am V-J Day 1945 wurde es zu einem derjenigen Bilder mit dem stärksten Symbolcharakter in der amerikanischen Geschichte, denn es symbolisiert den Jubel und Überschwang, die am Ende des zweiten Weltkrieges im ganzen Land spürbar waren.

Habt ihr auch das Gefühl, dass irgendetwas nicht so ganz stimmt?

Ganz anders als bei einem Kuss eines liebenden Paares waren George und Greta völlig Fremde füreinander. Wie erfahren, dass George betrunken war und Greta nichts von seiner Anwesenheit ahnte, bis sie sich in seinen Armen befand, mit seinen Lippen auf ihren… Es liegt eigentlich auf der Hand, dass das, was George getan hatte, ein sexueller Übergriff war.”  [Hervorhebungen von feministing.com übernommen]

Ein näherer Blick auf das betreffenden Bild zeigt bekräftigende Details, die eine_r_m bei genauerer Betrachtung den Magen umdrehen: das Grinsen auf den Gesichtern der Matrosen im Hintergrund; der feste Griff in dem er die körperlich kleinere Frau festhält, so dass sie nicht entkommen könnte, selbst wenn sie es versuchen würde; die geballte Faust der Frau und ihr steifer Körper.

Wenn es ein besseres Symbol dafür geben sollte, wie verkorkst unsere Vorstellungen von Sex und Romantik sind,  so fällt es mir jedenfalls nicht ein.

Einerseits zeigt es, dass wir weit gekommen sind – zumindest hoffe ich inständig, dass in der heutigen Welt zumindest der ein oder andere Alarm ausgelöst würde, wenn man auf der Straße eine_n Fremde_n ohne deren_dessen Einverständnis küssen würde, wenn es nicht sogar die strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen würde, die es verdient (meine Hoffnungen werden genährt durch das Vorhandensein so mancher Stimmen und großartiger Organisationen, die gegen die Kultur des street harassment anarbeiten). Andererseits leben wir nach wie vor in einer Welt, in der, wie Leopard klarmacht, “die Tatsache, dass dieses allseits beliebte Foto eine Abbildung sexualisierter Gewalt  und nicht von Leidenschaft ist, eine unbequeme Wahrheit darstellt, und diese zu benennen, eine als pedantische Miesmacherin dastehen lässt.”

Großartig übrigens auch der Nachfolgebeitrag von Leopard auf Crates and Ribbons, in welchem sie die häufigsten Einwände, die ihr in der Masse an Kommentaren zu ihrem Artikel begegnet sind, aufgreift und die darin enthaltenen Missverständnisse und Fehlschlüsse aufzeigt. Außerdem hat sie noch zwei weitere Fotos gefunden, die in der genannten Situation entstanden sind.

Eine weitere Einordnung der Ikonographie gibt es bei Sociological Images.

 


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Ich bin mehr als die Zahl auf meiner Waage

8. Oktober 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 24 von 25 der Serie Applaus für

Jennifer Livingston, eine Nachrichtensprecherin eines lokalen Fernsehsenders in Wisconsin (USA) bekam “Fanpost” der besonders ekligen Art: Darin beteuerte ein Mann, dass er sich sehr um ihre Gesundheit sorge und die Wirkung bedenklich fände, die Jennifer als dicke Frau insbesondere auf junge Mädchen hätte. Livingston nutzte dann vier Minuten ihrer Sendezeit, um eins klarzustellen: “Ich bin mehr als die Zahl auf meiner Waage”.

(Ich finde das Video sehr empowernd, auch wenn einige Aspekte  für mich problematisch sind: Leider wird in dem Video das Wort ‘übergewichtig’ gar nicht in Frage gestellt – als gäbe es eine objektive Größe, die bestimmt, was ‘über-’, ‘unter-’ und ‘normalgewichtig’ sei. Ich kann auch so etwas wie “sexuelle Präferenz” (ähnlich wie: sexuelle Orientierung oder Neigung) nicht mehr hören, weil das oft nur benutzt wird, um Begehren jenseits von hetero zu markieren.)


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Der dauernde Kampf um Reproduktionsrechte

21. September 2012 von accalmie

Embryonen sind Bürger_innen der USA und des US-amerikanischen Bundesstaats, in dem sich ihr Wohnsitz befindet. Sie haben das Recht auf ein ordent­liches Ge­richts­­verfahren, ohne das ihnen kein Staat Leben, Freiheit und Eigen­tum nehmen oder gesetz­lichen Schutz versagen darf.

Wenn es nach US-Republikaner_innen ginge, wäre dies schon bald die Ver­fassungs­­­lage in den USA: das Wahl­­programm, das auf dem Par­tei­­tag der „Grand Old Party“ vor einigen Wochen in Flo­rida verabschiedet wurde, sieht ein „human life amendment“ („menschliches Leben“-Verfassungs­­­zusatz) vor, das darauf abzielt, be­fruchtete Ei­­­zellen als „ungeborene Kinder“ zu de­finieren. Dem­­­ent­­sprech­end wären be­reits Blasto­­­zysten als US-Bürger_innen an­­­zu­­­er­­kennen und ihnen die gleichen Zivil­­­rechte ein­­zu­­räumen wie im 14. Ver­­fas­sungs­­­­zusatz für US-Bürger_innen fest­­gelegt; ein gesetz­­liches Vor­­haben, das auf bunde­sstaat­licher Ebene erst 2011 in Mi­ssi­­­ssi­­ppi scheiterte.

Seit das Ober­­ste US-Verfassungs­­­gericht im Fall Roe v. Wade 1973 Schwanger­­­schafts­­­ab­­­brüche legali­siert hat, sind diese theo­­retisch bis zur eigen­­­ständigen Lebens­­­fähig­­keit („viability”) des Fötus’ möglich. De facto werden aufgrund diverser zu­sätzlicher Regelungen Ab­trei­bungen über­­wiegend bis zur 12. Schwanger­­schafts­­woche vor­genommen. Das nun offi­­ziell ein­­gebrachte „human rights amendment“ ist allerdings nur der Höhe­punkt einer jahr­­zehnte­­langen Kam­pagne christ­­licher Fundamentalist_innen, inner­halb und außer­­halb politischer Macht­­strukturen, in ihrem Versuch diese Rechts­sprechung aus­zuhöhlen; sei es durch diverse Ein­schränkungen des Zugangs zu Abtreibungskliniken (oder auch nur Ver­hütungs­mitteln wie der „Pille danach“), durch das Aufstellen zusätzlicher Hürden wie ver­pflichtender „Beratungs“-Gespräche, un­­nötigen medizinischen Prozeduren wie trans­vaginalen Ultra­schalls und Warte- oder „Bedenk”-Zeiten, durch die Streichung finanzieller Zu­schüsse zu Ge­sund­heits­orga­nisa­tionen wie Plan­ned Parent­hood oder gar Bedrohung und Ermordung von Ärzt_innen, die Schwanger­­schafts­­ab­­brüche vor­nehmen.

Bei all der berechtigten Kritik an jenen un­­ver­hohlenen Ein­­schüchter­ungs- und Be­­­­stra­­fungs­­­maß­­­nahmen für Menschen, die in den USA eine Schwanger­­­­schaft beenden wollen, vergisst man jedoch häufig das Nahe­­­liegende: in Deutsch­­land ist Ab­treibung noch nicht einmal legal. Para­graph 218, der seit 1871 im deutschen Straf­­­gesetz (in verschiedenen Aus­­­formungen) ver­­ankert ist und seit Jahr­­­zehnten von Feminist_innen explizit kriti­­siert und be­­kämpft wird, sieht seit 1976 (und im Zuge der Ab­­lehnung einer „Fristen­­regelung” erneut seit 1995) ledig­lich vor, dass Ab­­­­trei­bung unter be­­stim­m­ten Um­­­­ständen straf­­­frei bleibt. Wie die Emma schreibt, wird Frauen* hier kein Recht, sondern eine Gnade gewährt – anhand der Bundes­tags­­­debatten kann man das un­schön nach­­­voll­­­ziehen. Tat­­säch­lich hat Deutsch­­land eines der restrik­­tiv­sten Ab­treibungs­­­ge­setze Europas, und manche gesetz­­­lichen Regelungen, die von christ­­­lichen Fundamentalist_innen in den USA erst ei­ngeführt werden möchten und dort von Feminist_innen vehement abgelehnt werden (wie verpflichtende, nicht-neutrale Be­ratungs­­­ge­spräche und so­­genannte „Bedenk­zeit”), sind in Deutsch­­land schon lange Reali­tät.

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