Einträge mit dem Tag ‘unsere Körper’

Modelgeflüster

Wednesday, June 4th, 2008 von Barbara

Zwei Models unter sich - Insidertalk auf Spiegel Online zum TV-Dauerbrenner “Germany’s next top model”:

“Fehlende Selbsteinschätzung ist bei den meisten eh’ das größte Problem”, ergänzt Lilo. “Jungs müssen einfach Typen sein, gutes Aussehen reicht nicht. Cool müssen die sein. Bei Mädels ist es schon so, 90-60-90.”

Jiri stimmt zu. “Weibliche Models erkennt man an der Figur, Männer nicht unbedingt.” Dabei ist das Model-Business eine der weniger Branchen, in denen Frauen im Vergleich zu Männern mehr als das Doppelte verdienen. “Ist doch sonst eigentlich nur bei der Prostitution so” - Jiri kann damit leben.

Ach so.

“Jede Frau muss für sich herausfinden, was sie am stärksten erregt”

Monday, May 12th, 2008 von Susanne

In der Mai-Ausgabe des Psychologie-Magazins Emotion gibt es ein sehr gutes Interview mit der Sexualforscherin Beverly Whipple. Sie spricht über weiblichen Sex, Orgasmen und über die Erforschung der weiblichen Sexualität, die erst Anfang der Achtziger(!) richtig in Gang kam.

Baby-Antibabypille

Thursday, May 8th, 2008 von Barbara

Foto: Feuillu / Flickr

Warum erst als Teenager die Pille nehmen, wenn es auch schon früher geht? Vorgestern berichtete die Techniker Krankenkasse über den Pillenkonsum von Elfjährigen in Bayern.

Immer mehr junge Mädchen aus Bayern schlucken die Antibabypille: Jedes dritte Mädchen im Alter zwischen elf und 20 Jahren bekommt mittlerweile die Pille verschrieben. Vor sieben Jahren war es noch jedes vierte Mädchen, so eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) unter ihren Versicherten. Die Anzahl der abgegebenen Packungen stieg laut TK-Statistik zwischen 2000 und 2007 um 54 Prozent.

Bis zum 20. Geburtstag übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Pille. Doch es wird nicht jedem Mädchen dazu geraten:

Wer beispielsweise die Pille nimmt und gleichzeitig raucht, hat ein höheres Risiko für Embolien, die auch schon in jüngeren Jahren auftreten können. Auch wenn ein Mädchen familiär belastet ist, sollte sie sich über ihr persönliches Risiko genau beraten lassen.

Ein Grund für den frühen Hormonkonsom sei das frühe und offensive Umgehen mit Sexualthemen. Die Mädchen wollen keinesfalls ungewollt schwanger werden. Dabei vergessen sie aber, dass die Pille erstens weder vor HIV noch vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krankheiten schützt, und dass die Pille zweitens den Körper mit Hormonen vollpumpt. Und noch was: Sex vor 14 ist strafbar; vgl. § 176 des Strafgesetzbuches.

Auweia! “Entweihung des weiblichen Körpers”!

Friday, May 2nd, 2008 von Susanne

Die Redaktion des Sterns hat sich dafür entschieden, mit seiner aktuellen Ausgabe ein bisschen was von Charlotte Roches Erfolg für sich abzuzwacken, indem sie den Roman auf den Titel(!) nimmt. Klar, ist ja auch eine gute Gelegenheit, einen nur dürftig bekleideten Frauenkörper A4-groß abzudrucken. Auf stern.de darf dann die Autorin Alexa Hennig von Lange schreiben, wie sie selbst das Buch findet, was dazu führt, dass sie sich selbst, nun ja, vor allem als faul, outet:

Was den Roman “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche anbelangt, mag der Tumult weniger von den Schilderungen sexueller Handlungen ausgelöst worden sein, sondern durch die Entweihung des weiblichen Körpers. Wie das Modell Gisele Bündchen kürzlich erklärte: “My body is my temple.” Doch Charlotte Roche scheint den weiblichen Körper eher als eine Art nässenden, gärenden Komposthaufen zu verstehen. Ich kann dies allerdings nur vermuten, ich selbst habe das Buch nur in Auszügen gelesen.

Interessanterweise sind die Kommentare unter dem Text sehr amüsant und überraschend progressiv - tummeln sich doch normalerweise Konservative auf Deutschlands Presse-Webseiten, um per Kommentar ihre Weltsicht kundzutun.

Der Schöne Leseabend

Tuesday, April 29th, 2008 von Susanne

Wer in Berlin wohnt und heute Abend Lust hat, dabei zu sein, wenn Christiane Zschirnt (“Wir Schönheitsjunkies”) gemeinsam mit Meredith und mir liest und diskutiert, der meldet sich
1. schnell noch im Berliner Münzsalon unter office@muenzsalon.net an und kommt
2. um 20 Uhr in die Münzstraße 23.

Frage des Abends, moderiert von Johanna Adorján von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung : ob der Feminismus das Leben schöner macht, oder Schönheit den Feminismus alt aussehen lässt.

Dufte Braut im Showbiz

Saturday, April 26th, 2008 von Susanne

Nette Notiz heute in der “Leute”-Rubrik der Süddeutschen Zeitung :

Julia Roberts (40), Oscar-Preisträgerin, benutzt aus Prinzip keine Deodorants. Sie brauche nur die altmodische Kombination aus Seife und Wasser, um ihre Achselhöhlen frisch zu halten, verriet die Schauspielerin (”Pretty Woman“) in der US-Talkshow von Oprah Winfrey, wie die Webseite FemaleFirst.co.uk schreibt.

Die dreifache Mutter sagte, sie erfrische sich mittags, wenn sie arbeiten müsse. Die Aufregung um ihre Haarpracht in den Achselhöhlen, den sie 1999 bei der Premiere ihres Films “Notting Hill“ in Großbritannien erlebt hat, könne sie auch heute nicht nachvollziehen.

Roberts hatte damals auf dem roten Teppich für Aufsehen gesorgt, weil sie ihr buschiges Achselhaar nicht wegrasiert hatte. “Es war, als hätte ich einen Chinchilla unter dem Arm gehabt. So hat die Welt darauf reagiert“, wundert sie sich noch heute.

Alarm, Alarm! Unsere Busen werden abgeschafft!

Monday, April 21st, 2008 von Meredith

Wegen Mode gesperrt: Eine weitere weibliche Körperzone soll jetzt aus den Augen und aus dem Sinn verschwinden. Nach Berichten aus den Modemedien geht der Trend jetzt angeblich zur Brustversteckung, auf BuzzFeed extrem populär ist gerade das Stichwort flat chest. Also keine üppigen Dekolletes mehr, adieu Push-Ups und Polster-BHs. Nachdem wir jetzt alle vollauf versorgt mit solch erweiternder Unterwäsche sind, versucht die Modeindustrie die “Brust-Minimierer” unters Volk zu bringen. Erst mussten unsere Ärsche und Hüften dran glauben, jetzt sind die Görls auch dran. Wofür sollen Frauen sich denn als nächstes schämen? Sollen wir dann unsere Vaginas auch noch abbinden?

Das glauben die ja wohl selbst nicht.

Schatz, dieses Jahr können wir uns keine neuen Titten leisten

Saturday, April 19th, 2008 von Meredith


Bild über piercemattie.com

Interessante kleine Meldung aus den USA: Die Schönheitschirurgie erleidet dramatische Einbrüche! Grund ist leider nicht, dass auf einmal Vernunft und Normalität über die Bewohner von Amerika gekommen ist. Nein, es liegt an der Hypothekenkrise und die damit einhergehende Rezession. Die Menschen, die jetzt um Haus und Hof bangen, leisten sich nicht mehr so viel.

In den letzten Jahren nahmen allen die operierenden Ärzte laut Los Angeles Times ca. 12 Milliarden Dollar ein; insgesamt generierte die Branche mindestens das Doppelte. Doch die Nachfrage sinkt beständig. Dieser Umstand unterstreicht aber auch die Tatsache, dass Schönheits-OPs schon lange nicht mehr die Angelegenheit der Megareichen oder Stars ist, sondern von der gesamten gehobenen Mittelklasse genutzt werden.

Aber die umtriebigen Dottores fackeln nicht lang - den Europäern gehts ja gerade gut, die reisen jetzt auch alle wieder nach L.A. und New York, um ihre starken Euros tanzen zu lassen. Alles also (noch) einigermaßen bingobongo für die Silikon- und Botoxbranche!

Botox, breast enhancement and “body sculpting” have joined designer clothes, upscale cars, and kitchen and bathroom upgrades as common symbols of the good life and success.

“No one can have a practice built on the ultra-wealthy, because there aren’t enough of those people to go around,” said Dr. Robert Kotler, a Beverly Hills surgeon who specializes in the face. “The reality is that cosmetic surgery became popular when the middle class became enamored of it: flight attendants, professional people, businesswomen — people whose appearance is important to them.”

In Los Angeles, a world capital for plastic surgery, doctors are hoping that globalization will provide a cushion. Some are looking to European patients, who can capitalize on the weak dollar and combine their plastic surgery with a Hollywood vacation.

“This is a mecca,” said Dr. Stuart Linder, who specializes in breast augmentation. “I have women flying in from all over the world because this is Beverly Hills.”

But Linder said his surgeries were off by about 5% in January and February. He has heard some doctors are off by 30% to 40%.

“himmlisch riechende Frauen, heilige Frauen”

Friday, April 18th, 2008 von Susanne

Franz Josef Wagner ist Kolumnist bei der Bild-Zeitung. Er schreibt oft sehr viel Quark. Also kommt die heutige “Post von Wagner” auch nicht sehr überraschend. Aber trotzdem herzallerliebst und lesenswert:

Liebe Charlotte Roche,
auf der „Spiegel“-Bestseller-Liste liegt Ihr Buch „Feuchtgebiete“ seit Wochen auf Platz 1, sozusagen Ihr Jakobsweg in der Unterhose. Es geht um Ausscheidungen, Kot, Urin, Sperma, Schweiß, Onanieren, Körperbehaarung, Muschiflora. Ihre Hauptaussage ist: Nicht waschen – stinken. Sie sagen, dass Sie Penisse und Muschis durch die Hose riechen wollen. Das Feuilleton bejubelt Sie. „Da kommt Mutter Natur“ (FAZ). Die SZ: das neue Parfüm.
Ich bin zu blöd für dieses neue Frauenbild. Eine Frau, die furzt, kann ich nicht küssen. Ich liebe himmlisch riechende Frauen, heilige Frauen, die nach Efeu duften. Natürlich weiß ich, dass eine Frau einen Darm hat. Aber wenn sie auf Klo muss, lege ich Mozart auf, um ihre Geräusche nicht zu hören.
„Feuchtgebiete“ hat sich jetzt schon hunderttausendfach verkauft. Anscheinend wollen viele Frauen wahrgenommen werden als furzende, stinkende, schwitzende Urgeschöpfe. Eine postmoderne Fiktion des Feminismus. Ich sehne mich nach den wohlriechenden Frauen.
Herzlichst
Ihr F. J. Wagner

Wie immer: lustig.

Oder: blöd.

Oder: späte Rache, weil Charlotte Roche 2001 öffentlicht gemacht hatte, die Bild-Zeitung habe sie nach dem Tod mehrerer Familienmitglieder erpresst?

Nachtrag:
Was immer geht: Franz-Josef Wagner eine Mail schreiben: fjwagner@bild.de.

Frauen, die pfeifen

Thursday, April 17th, 2008 von Barbara

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte diese Woche wieder einen Text über Lady Bitch Ray.

“Man muss nicht aussehen wie eine Eule, um für Frauenrechte zu kämpfen”, sagt sie, und dass sie eine Feministin der neuen Generation sei - der nach Alice Schwarzer.

Lady Bitch Ray lobt Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete”. Sie meint, sie lasse sich von keinem Mann etwas sagen. Auch die Münchner Abendzeitung entdeckt Frauen, die derbe sind, Frauen, die auf sich aufmerksam machen, die “pfeifen” - und Frauen, denen dafür nicht der Hals umgedreht wird. Sie kaufen Sexspielzeug und verfassen erotische Manuskripte:

Seit Wochen etwa wird Verlegerin Claudia Gehrke mit Frauen-Manuskripten überschwemmt, die aus schlüpfrigen Emails oder Aufzeichnungen aus Chatrooms bestehen. „Das anonyme Chatten daheim lässt die Schamgrenzen fallen. Plötzlich schreiben Frauen auf, was sie wirklich denken und fühlen“, sagt Gehrke, die seit den 80er Jahren eine erotische Literatursammlung für Frauen („Das heimliche Auge“) herausgibt, „sie formulieren vulgärer, expliziter. Der direkte Zugriff bringt mehr Lust als kuschelige Umschreibungen“.

Und auch die Welt hat die Frau als sexuelles Wesen entdeckt.