Einträge mit dem Tag ‘TV’


Erschwerte Bedingungen

29. September 2014 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 29 von 30 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Katrin bloggt bei Reizende Rundungen über Plus Size Fashion, Fat Acceptance und alltäglichen Flitterkram, und twittert auch unter @fresheima. Mit ihrer freundlichen Genehmigung dürfen wir ihren Blogpost hier zweit-veröffentlichen.

Ich habe den ganzen Tag überlegt, ob ich das jetzt wirklich zerreden will, oder es einfach ad acta lege, aber irgendwie lässt mich diese Mail, die heute in mein Postfach flatterte nicht los. Nicht, weil ich mich davon persönlich beleidigt fühle, sondern weil hinter der Annahme ein ganzer Rattenschwanz an Dingen steckt, die mir total quer gehen. Ich schaute also in mein Blog Postfach, und sah etwas mit dem Titel „Anfrage für Fernsehproduktion“, meine Erwartungen waren dank verfangender Erlebnisse recht tief, und ach was solls, ich kopiere es eins zu eins und versehe es gleich mal mit meinen Korrekturgedanken.

Liebe Katrin
ich schreibe Dich an, weil wir Dich gerne für eine Fernsehsendung gewinnen würden. Es geht um folgendes: wir produzieren für das Deutsche Fernsehen eine Real Live Reportage.  

Aha. Für welchen Sendern denn? Und Real Live Reportage, das klingt wie ein Wort, das gerne nach mehr klingen will als es ist… Mitten im Leben und so, das waren bestimmt auch Real Life Reportagen. oder?

Wir zeigen die Menschen so wie sie sind – ihre Ziele, ihre Schicksale, ihre Erfolge oder ihr Scheitern. Die Reportage eröffnet dem Zuschauer einen unverstellten Blick auf das Geschehen – intensiv und informativ. 

Ha, ich wusste es doch. Intensiv und informativ klingt definitiv nach RTL!

Für eine kommende Folge möchten wir Singles begleiten, die auf der Suche nach einem Partner sind. (aha?!) Hierbei geht um Singles mit erschwerten Bedingungen. So haben wir für die Folge z.B. bereits einen Mann aus dem Allgäu begleitet,…

… Moment mal eben. Erschwerte Was? Erschwerte Bedingungen? Ich gucke in diesem Moment irritiert von meinem Handy hoch und blickte kurz meine Mama an, weil ich mich frage, ob ich nicht versehentlich in irgendeine Paralellwelt abgedriftet war.

…der sehr abgeschieden lebt und für den es daher schwer ist jemand neues kennenzulernen. Nun möchten wir für diese Folge auch eine übergewichtige Frau begleiten, die Single ist. Unsere Reporterin wäre dabei an ihrer Seite.

Danach ging die Mail noch ein bisschen weiter. Dies das Ananas, wie toll mein Blog wäre, dass ich Mut mache, und bestimmt total ausgebucht bin, wenn ich keine Zeit hätte, wäre es toll “wenn Du (also ich) uns bei der Suche nach Protagonistinnen unterstützen könntest - Interesse anyone? Ich weiß immer noch nicht so genau, was ich sagen soll, weil so vieles an dieser Mail so un-fass-bar ist. Fangen wir mal damit an, dass ich die Produktionsfirma googlte und diese zwar auch für WDR oder NDR produziert, ich aber nicht glaube, dass dieses Format für die Öffentlich Rechtlichen, sondern eher für andere Kunden wie RTL oder Sat1 produziert wird. Ich meine, jede_r die_der schon mal “Schwiegertochter gesucht“ oder „Schwer verliebt“ geschaut hat, kann sich ein ungefähres Bild davon machen was einen bei dieser Produktion wohl erwartet. Und überhaupt, was ist das eigentlich für ein Thema? Schaut euch die Freaks an, auch sie brauchen Liebe? (mehr …)


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Nationalsozialismus im TV, Freiwilligkeit in Behörden – die Blogschau

5. Juli 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 251 von 259 der Serie Die Blogschau

In der vergangenen Woche waren viele von uns viel außerhalb des Internets beschäftigt, daher heute nur eine kleine Blogschau – falls ihr mehr Blogfundstücke habt, gern in die Kommentare!

Renée Winter befasst sich in ihrem Buch Geschichtspolitiken und Fernsehen mit der frühen Geschichte des ORF und untersucht, wie der Nationalsozialismus von 1955 bis 1970 in unterschiedlichen Fernsehformaten verhandelt wurde. Fernseher kaputt berichtet.

Christel T. schreibt bei Jobcenteraktivistin über “Freiwilligkeit” im Kontext von Jobcenter, Ausländerbehörden und #ohlauer.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Guido, wir müssen reden! #ShoppingQueen

8. November 2013 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 20 von 30 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Shopping Queen ist eine Modesendung auf dem privaten Sender VOX. Jede Woche treten fünf Kandidatinnen an, bekommen eine Summe Geld, gehen davon shoppen und bewerten gegenseitig ihre Outfits. Am Ende der Woche wird die “Shopping Queen” gekürt. Nun ist es relativ leicht, Sendungen wie Shopping Queen zu kritisieren: Sie stellen Frauen in ein Konkurrenzverhältnis zueinander, der Modedesigner Guido Maria Kretschmer kommentiert die Sendung und vergibt Punkte an die Kandidatinnen. Wer am Ende der Woche die “schönsten” Klamotten hat, gewinnt. Klar orientiert sich das häufig an gängigen Schönheitsidealen. Shopping Queen hat allerdings sehr viele Zuschauer_innen und prägt somit den Alltag vieler Menschen, da die Sendung sehr normative Vorstellungen von Geschlecht, Aussehen und Kleidungsstil vermittelt. So lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen: Das hat die Bloggerin Miss Temple gemacht. Auf ihrem Blog “Some Girls Are Bigger Than Others” ärgert sie sich über die diskriminierende Darstellung der dicken Kandidatinnen. Diesen Beitrag dürfen wir in leicht veränderter Form veröffentlichen.

Meine Twitterfollowers wissen, dass ich hin und wieder gern Shopping Queen auf Vox mit Guido Maria Kretschmer schaue. In letzter Zeit allerdings deutlich weniger gern und das hat auch Gründe.

Diese Woche ist die Sendung auf den bisherigen Tiefpunkt zugesteuert. Es ist mal wieder “Dickenwoche”. Über Sinn oder Unsinn einer eigenen Plus Size Sendung kann eins sich streiten. Immerhin haben so alle Kandidatinnen ähnlich wenig Möglichkeiten – Dank der mickrigen Auswahl in deutschen Innenstädten. Es ist nicht die erste Woche, in der Plus Size Kandidatinnen teilnehmen, aber bisher war es noch nie so schlimm. Vielleicht sinken die Quoten, vielleicht meint die Redaktion, sie müsse da mal ein bisschen Schwung rein bringen, ich weiß es nicht. Fest steht: Ich werde die Woche noch zu Ende schauen und dann erst mal eine lange, lange Auszeit von der Sendung nehmen.

Von Beginn an wurde zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit betont, dass die Kandidatinnen dick sind (könnte ja vielleicht jemand übersehen…), inklusive aller Klischeebezeichnungen. Jede wurde nach Essverhalten und Diäterfahrungen (inklusive thinspo-Methoden) befragt, es gab anekdotenhafte Beschreibungen von Diskriminierung, die allerdings von der Kandidatin weggelacht wurde. Das ist in den “normalen” Sendungen nicht der Fall, Essen und Gewicht werden dort höchstens im Nebensatz thematisiert. Es gibt einen “Stylecheck” am Anfang der Sendung, bei dem Größe/Alter/Konfektions-/Schuhgröße/Gewicht aufgelistet werden, Guido kurz den Stil der Kandidatinnen bewertet und Tipps zu ihrem “Figurtyp” gibt. Also: Nicht gerade schön, aber immerhin wurde sich hier meist auf Positives konzentriert. (Nachdem Guidos Buch zum Thema Figurtypen kürzlich erschienen ist, sehe ich das allerdings noch sehr viel kritischer…) Diese Woche sah der Stylecheck allerdings in etwa so aus “Ab dem Knie hat sie ja echt tolle Beine und schön schlanke Fesseln. An jeder dicken Frau ist ja auch irgendwas hübsches. Die Haare, oder der Busen oder so.” Danke Guido, dass ich mir jetzt irgendwas an meinem Körper aussuchen soll, das hübsch ist und dann noch sowas absurdes wie Fesseln! Auch zu sagen “In ihr steckt ja eine Dünne!” finde ich perfide und abwertend.

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Rassistische Normalzustände – kurz verlinkt

22. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 200 von 252 der Serie Kurz notiert

In der vergangenen Woche haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 2.

Heute jähren sich die Angriffe auf die zentrale Aufnahmestelle für Geflüchtete und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen in Rostock zum 21. Mal. Auch 21 Jahre später müssen Asylsuchende in Deutschland um die Sicherheit in ihren Unterkünften bangen.

Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. rufen auf zur Solidarität mit Ayfer H. (Hintergrundinfos ab Seite 132 in der Chronik) und mobilisieren gemeinsam mit ihr zur Prozessbeobachtung. Wann? Am Mittwoch, den 28. August 2013 um 11:30 Uhr. Wo? 64. Strafkammer des Landgerichts, Turmstraße 91, 10559 Berlin, Raum 731.

Alltagsrassismus erleben auch Reiche und Prominente, wie u.a. in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist: “Der eigentliche Skandal ist nicht, dass sich jemand weigerte, Oprah Winfrey eine teure Handtasche zu zeigen. Der Skandal ist, dass sich jemand weigerte, einer schwarzen Frau eine teure Handtasche zu zeigen. Dass es sich dabei um die berühmte Unternehmerin handelte, verhilft dem Fall, der sonst wohl nie an die breite Öffentlichkeit gelangt wäre, zu Bekanntheit. Mehr nicht.”

Die Jüdische Allgemeine meldet einen krassen Fehlgriff bei eben dieser Zeitung: Mit einem Foto eines Bahngleises des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat die Süddeutsche am Montag eine Leser_innenbriefseite zum Bahnchaos am Mainzer Hauptbahnhof illustriert.

Dass Frauen, die aus vermeintlich religiösen Gründen ein Kopftuch tragen, es schwer haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, war bekannt. Dass diesen Frauen aber mehr als jeder dritte Betrieb verschlossen bleibt, geht nun aus einer aktuellen Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg hervor, über die das Migazin berichtet.

Die taz berichtet über das Leben von Rroma-Familien in Serbien, die aus Deutschland abgeschoben wurden.

Ebenfalls in der taz: „Ich kam als Opfer rein und ging als Täter wieder raus“ – ein Bericht über Vergewaltigungen unter dem Einfluss sogenannter K.O.-Tropfen.

Eine neue TV-Serie über das Leben im Gefängnis, “Orange Is The New Black”, wird in der feministisch-kritischen US-amerikanischen Blogosphäre heiß diskutiert. Ein Interview mit einer der Schauspieler_innen gibt es nun bei Autostraddle [auf Englisch].

Mutmaßlich als Zeichen gegen menschenfeindliche homophobe Gesetze in Russland haben sich zwei russische Athletinnen bei der Leichtathletik-WM während der Medaillenvergabe geküsst - vermutlich drohen ihnen deswegen  Sanktionen [Text auf Englisch] Edit: Offenbar sind die beiden Sportlerinnen von dieser Interpretation ihrer Aktion nicht sonderlich begeistert

Cheryl Sandbergs “Lean In”-Webseite hat ironischerweise ein unbezahltes Praktikum ausgschrieben. Bei der The Ed Show sprechen Zerlina Maxwell und Keli Goff über den Kampf für gerechte Löhne und welche Ausschlüsse solche Praktika produzieren [auf Englisch].

Viele Tipps zur Selbstfürsorge gibt es bei Scarleteen [auf Englisch].

Warum thin-shaming, die Abwertung von als dünn gelesenen Körpern,  falsch und fies ist, aber nicht das Pendant zu fat-shaming, erklärt Lindy West auf Jezebel [auf Englisch].

Im New Statesman erklärt Laurie Penny Männern* nochmal den Unterschied zwischen individueller Schuld an und individueller Verantwortung für Sexismus – und fordert dazu auf, letztere zu übernehmen [auf Englisch].

Von wegen Höhlenmenschen und Evolution und so: Die allgemein verbreitete Überzeugung, dass Männer* grundsätzlich mehr an Sex interessiert seien als Frauen*, ist relativ neu, wie Alyssa Goldstein bei Alternet berichtet [auf Englisch].

Mädchen im Alter zwischen vier und acht Jahren sagen, was sie an ihren Körpern mögen: Was der Körper tun kann, ist wichtiger als wie er aussieht [auf Englisch].


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Das Biene Maja Makeover

1. März 2013 von Charlott

Zwei Bilder von Biene Maja, einmal eine Zeichnung aus dem alten Trickfilm, einmal eine Animation aus der neuen Serie, bei letzterem deutlich dünner

Im letzten Jahr konnte Biene Maja ihren 100. Geburtstag feiern, in diesem Jahr kommt eine Neuauflage der Serie ins deutsche Fernsehen. Bei der Neugestaltung in 3D verlor Maja dann auch gleich einmal etwas an Körperumfang. (Hier an dieser Stelle denkt euch einfach einen schlechten Wespen-Taillen-Bienen-Witz.) Scheinbar reicht die Kategorisierung “klein, frech und schlau” nicht mehr allein.

Das ganze ist aber auch kein einmaliger Vorgang. Bei der Neuinterpretation weiblicher Charaktere aus Kinderserien werden diese oftmals dünner gestaltet. Bei menschlichen Figuren werden diese dazu häufig plötzlich älter gemacht. Die Figuren werden “feminisiert”.

Sociological Images hat diesen Mechanismus in der Vergangenheit bereits für die Serien “Dora, the Explorer” und “Strawberry Shortcake” aufgezeigt. Auffällig bei diesen beiden Beispielen sind auch die Haare, Kleidung und die veränderten Farben. Da kann mensch ja fast froh sein, dass es da bei Biene Maja nicht so viel Spielraum gibt.

Zwei Bilder von "Dora the Explorer", einmal das alte Motiv eher kindlich und das neure Motiv deutlich dünner und jugendlicher

Zwei Bilder von Emily Erdbeere, das ältere sehr kindlich, das neuere schlanker und auch pinker, die Haare länger.


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„Männer waren schon immer so“

27. August 2012 von Gastautor_in

Vanessa Tuttlies, Vollkornbäckerin und Wiwi-Studentin, hat an die Vorsitzende der ARD Monika Piel einen öffentlichen Brief geschrieben, in dem sie ihren Ärger über die sexistischen Werbespots für die ARD-Sportschau äußert. Diesen veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung.

Werbeplakat der Sportschau. Ein Neanderthalermann schaut einer Neanderthalerfrau auf die Brust, die mit einem BH mit Fußballmotiv bedeckt ist

Sehr geehrte Frau Intendantin Piel,

voller Entsetzen habe ich die aktuelle Werbung der Sportschau „Männer waren schon immer so“ für die kommende Bundesliga wahrgenommen. Danach stellt sich die Frage, weshalb mit „großem Trara“ der Frauenfußball vor allem während der Frauen-WM in Deutschland promotet und Mädchen als Spielerinnen beworben werden, wenn dann in einem Werbespot für die ARD-Sportschau Frauen (wieder einmal) in einer verobjektivierenden Art dargestellt werden, die man schlicht und einfach nur als sexistisch bezeichnen kann. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Bildungsauftrag, der oft genug an anderer Stelle ausfällt. Das ist eine Form der Ausladung an Mädchen und Frauen aus dem Fußball, die ihren „Zweck“ nicht verfehlen dürfte. Da hilft es auch nicht, dass das Männerbild ebenfalls von vorgestern ist – auch eine Form von Sexismus.

Noch einmal: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Grundversorgungs- und Bildungsauftrag, der Dank Quotendiktat bestenfalls noch in der Nacht realisiert wird. Was solche Frauen- und Männerbilder zur „demokratischen Ordnung ebenso wie für das kulturelle Leben“ beizutragen haben, wird das Geheimnis der MacherInnen der Werbung für die Bundesliga bleiben.

Es bleibt zu hoffen, dass es der ARD in Zukunft gelingen wird, Männer und Frauen im Fußball angemessen darzustellen. Es kann eigentlich nicht so schwer sein, mehr als nur sexistische Sehgewohnheiten zu bedienen. Und: Es handelt sich nicht um eine witzige Anekdote, dass viele Frauen gerne und begeistert Bundesligaspiele anschauen. Es ist die Realität, und die ARD sollte langsam aus der Steinzeit in die Gegenwart ankommen.

Mit freundlichen Grüßen,

Vanessa Tuttlies


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Abtreibungsrecht, gegendertes Werkzeug und Selbstverteidigung – kurz verlinkt

2. November 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 128 von 252 der Serie Kurz notiert

Neuer TV-Trend in den USA sind Serien über „die gute alte Zeit“. Mad Men hat es vorgemacht, jetzt zeigt auch Pan Am, eine Welt in der Sexismus und Rassismus noch offen beklatscht wurden. Für den Guardian schaut Laura Powell, ob sich in der Flugbranche wirklich so viel geändert hat.

Im sechsten und letzten Teil von Feminist Frequency’s “Tropes vs. Women” geht es um “straw feminists” – ein Tropus der sich vielleicht als Klischee-Emanze oder Strohpuppenfeminstin überesetzen lässt.
(Deutsche Untertitel gibt’s auch, auf CC klicken und German auswählen).

Die Financial Times wirft einen Blick nach Äthiopien und das dortige liberale Abtreibungsrecht (es ist allerdings nicht das einzige Land in Afrika wie der Artikel suggeriert).

Auf der Leipziger Buchmesse gab Soziologin und Philosophin Frigga Haug Radio Mephisto ein Interview über die Suche nach den Stärken von Frauen.

Die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat eine Broschüre über/für Lesben, Schwule und Transgender mit Behinderungen herausgegeben.

Dass rape culture auch in vermeintlich modernen geschlechtergerechten Gesellschaften wie Norwegen allgegenwärtig ist, schreibt die New York Times auf. Der Artikel berichtet über die Schwierigkeiten, dagegen anzukämpfen, weil Schweigen, Schamgefühl und rechtliche Unklarheiten das Bild prägen.

Dieser Tage erscheint der neue queerfeministische Taschenkalender im Berliner Unrastverlag. Alva Dittrich, eine der Mitherausgeber_innen, stellt den Kalender im Gespräch mit Radio LoRa kurz vor.

The Regretsy regt sich über “gegendertes Werkzeug” auf, nachdem für Frauen* extra angefertigte Hammer hergestellt werden. Absurd.

Auf Startnext kann mensch für “Witnessed” spenden, eine englischsprachige Buchreihe geschrieben von Schwarzen Autor_innen, die in Deutschland leben oder lebten.

Die Weiterbildung zur Trainerin für WENDO (PDF) – Selbstbehauptung, Selbstsicherheit und Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen geht in die dritte Runde.

Eine ganze Reihe feministischer Termine gibt es nach dem Klick.  (mehr …)


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Homosexualität im Fußball, TV und Computerspielen – Kurz Notiert

14. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 113 von 252 der Serie Kurz notiert

Charaktere aus Fernsehserien dienen oft als Identifikationsfiguren für Jugendliche. Auf Serienjunkies gab es bereits im Juni anläßlich des 42. Jubiläums des Stonewall-Aufstands eine Übersicht über junge schwule und lesbische TV-Figuren. Dem Thema homosexuelle Charaktere in Computerspielen hat sich die Zeit gewidmet.

Yeah, feministing hat ein Exklusivinterview mit einem Twitter-Hero: Feminist Hulk@feministhulk.

Auf radio.wissen können alle, die sich für Philosophie interessieren, folgende Beiträge hören: “Große Philosophinnen – Die Weisheit ist weiblich” und “Das Frauenbild der Philosophen – Kleinste Momente großer Denker”.

Feminist Cupcake erklärt Judith Butlers Idee der Performativität und verlinkt auf eine tolle Dokumentation mit ihr.

Undispatch hat eine etwas andere Weltmeisterschaft ausgetragen: Die Gewinnerin des Geschlechtergerechtigkeits-Titels ist Schweden.

Addn.me stellt fest: “Während bundesweit fast jedes Bundesland die Gleichstellung der Ehe mit der eingetragenen Lebensgemeinschaft (ELP) gesetzlich verankert hat, ist Sachsen das einzige Bundesland, welches diese Anpassungen nicht vorgenommen hat.”

DieStandard schreibt über die traurige Tatsache, dass Vergewaltigung in der Ehe in 127 Ländern nicht bestraft wird.

Leck mich, fick Dich“ sind laut dem Sächsischen Landesarbeitsgericht übrigens sexuelle Belästigung, für eine fristlose Kündigung reicht es aber nicht aus, berichtete die Ärztezeitung.

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unglück auf der Gorch Fock hat Telepolis die daraus enstandenen medialen Debatten untersucht und stellt fest: der Diskurs kommt von rechts außen.

In der taz gibt es einen Artikel zum Umgang der Fussball-Verbände mit Homosexualität im Rahmen der Frauenfußballweltmeisterschaft.

Termine:

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Homo-Ehe, Alleinerziehende, Weltärztinnenkongress, LGBT im TV, Merkel, Transsexualität und Al-Jazeera

5. August 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 55 von 252 der Serie Kurz notiert

Gestern wurde entschieden, dass das kalifornische Verbot der Homo-Ehe diskriminierend sei und somit gegen die US-Verfassung verstößt (wir berichteten). Die Entscheidung tritt allerdings noch nicht in Kraft.

Spiegel online nennt Fakten zum Stand der Alleinerziehenden in Deutschland und ihrem Alltag. Interessant: 90 Prozent sind Frauen; der Anteil an alleinerziehenden Vätern sank seit 1996 um drei Prozent.

Über den Weltärztinnenkongress in Münster berichtete die Ärzte-Zeitung. Dort tauschten sich die Ärztinnen über Probleme, wie für Frauenkörper unpassende OP-Instrumente, und die möglichen Auswirkungen der „Verweiblichung der Medizin” aus. Auch die spezifischen Probleme in verschiedenen Ländern wurden angesprochen, so sterben etwa in Indien überdurchschnittlich viele Frauen durch Verbrennungen.

Feministing hat sich den GLAAD-Report zur Repräsentation von LGBT im US-amerikanischen Fernsehen angeschaut. Fazit: Es geht bergauf!

Ines Kappert in der taz über Merkel, die Flucht der CDU-Männer in die Wirtschaft, Privilegien und die Tabuisierung von Männlichkeit.

Der Freitag berichtet über Lea T, das erste transsexuelle Supermodel.

Sociological Images kommentiert die jahrzehntelange nature/nurture Debatte und plädiert mit einem interessanten Beispiel über Gehirne und Gewalttäter_innen für mehr Austausch der Vertreter_innen beider Richtungen.

Die Jungle World hat ein Interview mit Judith Butler u.a. über Antisemitismus, den Christopher Street Day und die politische Verantwortung von Homo-, Bi- oder Transsexuellen.

Ebenfalls in der Jungle World: In der Redaktion des arabischen Senders Al-Jazeera aus Katar erregt ein Streit um Dresscodes für Mitarbeiterinnen Aufsehen.

Am 25. Mai hatten die fünf Sprecherinnen ihren Rücktritt aus der Nachrichtenredaktion eingereicht (…). Anlass für ihren Schritt waren die neuen muslimischen Bekleidungsvorschriften, die männliche Chefs ihnen aufzuzwingen versucht hatten.


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“Sorry Mädels”

10. Juli 2010 von Magda

Frauen hassen Fußball. Oder den Bezahlsender Sky. Oder die Tatsache, dass ihre männlichen Partner Fuߟball gucken. Eins ist jedoch klar: Alle Frauen finden es gleichermaßen zum Kreischen, Fluchen, Ausrasten. So zumindest scheint die Grundannahme der Macher_innen folgenden Werbefilms vom Bezahlsender Sky zu sein, der sich damit rühmt, das “beste Fernsehen” zu bieten. Sexismus Galore mit einem kräftigen Schuss Hysterie.

Langweiliger Sexismus reproduziert sich in kleinen Filmchen anscheinend so gut, das Sky noch ordentlich nachlegte: In einem Werbefilm haut eine Frau ihrem männlichen Begleiter die Tasche in den Bauch, damit dieser die ach-so-verlockende Werbung des Senders nicht sehen kann (nein, es ist nicht lustig, wenn eine Frau einem Typen Schmerzen zufügt). In einem anderen Video isst eine Frau die Werbeanzeige von Sky lieber auf, bevor diese einem Mann in die Hände fallen könnte.

Selbst die BILD rüttelte da einst mehr an langweiligen Stereotypen.


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