Einträge mit dem Tag ‘#tits4humanrights’


Backlash Blues? Der Jahresrückblick mit der Mädchenmannschaft

17. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft

Am 9. Dezember hat sich ein Teil der Mädchenmannschaft – nämlich accalmie, Charlott, Magda, Nadine und Sabine – zusammengefunden, und wir haben gemeinsam auf das Jahr 2012 zurückgeblickt. Bei Tee und Muffins sprechen wir über Aktionen aus dem Jahr 2012, die uns gefallen haben, stellen fest, dass sich das vergangene Jahr auf jeden Fall sehr nach Backlash anfühlte – und erklären warum.

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(Keine) Brüste für Menschenrechte

30. Oktober 2012 von Magda

Seit nunmehr sieben Tagen befinden sich auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin Flüchtlingsaktivist_innen im Hungerstreik. Nachdem sie und andere einen rund 600 km Marsch von Würzburg nach Berlin zurück­gelegt haben, ein Protest­camp auf dem Oranienplatz errichteten, eine der größten Flüchtlings­rechts­demonstrationen seit Jahren in Berlin organisierten und die nigerianische Botschaft in Berlin besetzten, harren rund ein Dutzend der Aktivist_innen bei Minusgraden vor dem Brandenburger Tor aus. Die Polizei schikaniert sie mit immer neuen, absurden Auflagen und nimmt ihnen Decken weg; Schlaf­säcke und Iso­matten sind schon seit Tagen untersagt.

Die Polizei zeigt sich desinteressiert und steht teil­weise spöttisch neben den frierenden und erschöpften Aktivist_innen. Besonders nachts (wenn weniger solidarische Menschen beim Protestcamp sind), schreiten sie ein und nehmen Decken und Unter­lagen weg. Der zu­ständige Bezirk könnte eine Sonder­nutzung von Zelten oder Decken genehmigen, weigert sich jedoch. In sozialen Netz­werken schwirren (unbestätigte) Nachrichten rum, dass das Camp in der Nacht zum 30. Oktober endgültig geräumt werden soll (an­scheinend wegen eines Besuchs vom türkischen Regierungs­chef Erdogan, der im Hotel Adlon neben dem Pariser Platz übernachten soll). Es kann also sein, dass es bereits geräumt ist, wenn dieser Text erscheint.

Solidarische Menschen bringen seit dem ersten Tag (24. Oktober) Decken, heißes Wasser, Wärmeflaschen, Tee und vieles mehr mit, um den Hunger­streik etwas erträglicher zu machen. Als ich am Samstag mit ein paar Freundinnen hinfuhr, waren sehr weniger Unterstützer_innen vor Ort. Tourist_innen nahmen den Protest eher als Attraktion wahr und knipsten Fotos, nur selten wurden die aus­gelegten Flyer mit­genommen. Zu dem Zeit­punkt gab es schon ein paar Berichte in den klassischen Medien, aber auch nach mehreren Tagen war das mediale Echo einfach zu gering. Warum? Das erklärt die ZDF und zeigt auf, wie sie arbeiten: Menschen­rechts­verletzungen anzu­prangern oder Menschen­rechte zu stärken gehört nicht dazu, da an­scheinend nicht “relevant” genug. Nur wegen des Drucks aus sozialen Netz­werken hat ZDF letzt­endlich doch berichtet.

Besonders viel mobilisiert in den letzten Tagen haben Mitglieder der Piraten­partei. Böse Zungen mögen behaupten: Endlich haben auch sie mit­bekommen, dass es Aktionen von Flüchtlings­aktivist_innen gibt. Aber diese Kritik kann mensch auch andere Parteien oder Organisiationen richten.

Die Piratin Laura Dornheim forderte vorgestern z.B. Journalist_innen per Twitter auf, über die Hungerstreikenden zu berichten. Ein BILD-Journalist machte mit seiner Antwort allerdings klar, dass das nur interessant wäre, wenn der um­strittene politische Geschäfts­führer der Piraten­partei, Johannes Ponader, auch vor Ort sei. Das Angebot, dass Dornheim sich sogar oben ohne hin­stellen würde, beant­wortete der Journalist dann so: ”Wenn Du das wirklich machst, schnapp ich mir jetzt nen Fotografen und komme sofort. Deal?”

“Titten für Menschenrechte”

Eine Idee war geboren: Brüste zeigen für Menschen­rechte! Und mit dem Schlag­wort tits4humanrights (“Titten für Menschenrechte”) wurde für die Aktion in den Folge­stunden ordentlich Werbung gemacht, so dass gestern um Punkt 13 Uhr mehr Presse vor Ort war als insgesamt in den ver­gangenen sechs Tagen.

Laura Dornheim, Anke Domscheit-Berg, Julia Schramm und weitere Aktivist_innen machten es spannend: Um 13 Uhr zogen sie ihre Jacken und Pullis aus, zeigten ihre selbstbemalten T-Shirts mit der Aufschrift: “Menschenrechte statt Titten” und riefen der sensations­heischenden Presse zu: “Shame on you! Schande!”

Bild von @moglimoglimogli

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