Einträge mit dem Tag ‘Syrien’


#feministsarehot, #schauhin, Breaking Bad – die Blogschau

6. September 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 255 von 257 der Serie Die Blogschau

Eine ausführliche Besprechung von Marlene Streeruwitz´ Roman “Nachkommen” hat Melusine Barby für Gleisbauarbeiten verfasst.

#feministsarehot? Fallstricke lauern bei verkürzendem Hashtag-Aktivismus hier und da. Einen greift Heng bei Tea-riffic auf: “Als eine dieser berüchtigten haarigen, dicken, lesbischen_typenhassenden, nicht-weißen, veganen Feministinnen, vor denen seit Jahrzehnten in den Medien gewarnt wird, habe ich es endlos satt, dass sich von “Menschen wie mir” abgegrenzt werden muss.”

Ebenfalls bei Tea-riffic, aber ein anderes Hashtag: Angesichts von rassistischen Übernahmeversuchen des Hashtags #schauhin fordern die Aktivist_innen der Kampagne dazu auf, das Hashtag zurück zu erobern. Sie haben einen Film gedreht, der noch einmal zeigt, was es mit dem sogenannten “umgekehrten Rassismus” auf sich hat.

Nadia stellt bei Shehadistan den Film “The Women of The Assad Opposition” vor und verlinkt ihn netterweise auch direkt zum Anschauen.

Viele Links und Infos rund ums Thema “Nähen für große Größen” hat Ringelmiez zusammen getragen.

Im Mai sollte Simran Sodhi aus Berlin ausgewiesen werden, was zum Glück verhindert werden konnte. In einem Interview mit ihrem Team von With Wings and Roots erzählt sie von ihren Erfahrungen in diesem Prozess, vom Kampf gegen die Ausweisung und von ihrer Arbeit.

Es gibt ein neues Blog zu den Verschränkungen von Rassismus, Fat Shaming und Heterosexismus: Hier ist Schwarz Rund.

Platt sexistische Werbung und kein Ende – diesmal proudly presented von Borco, Herstellerfirma von Sierra Tequila und Paloma Lemonade. Genderfail kauft das nicht.

Einen Videobeitrag zum Thema “Haare, menschliche Grenzen und mixed People” hat Wurzelfrau für uns bereit gestellt.  Schwarz Rund hat diesen Beitrag aufgegriffen und dazu noch etwas aus ihrer Perspektive geschrieben.

Kontextfrei und Spaß dabei? Steinmädchen kritisiert die selbsterklärte Anti-Stigma-Kampagne Ich bin in Therapie, weil sie den Kontext ausblendet, in dem psychiatrische Diagnosen und das Reden von psychischer Krankheit stehen.

Welche Serienheld_innen geliebt und welche gehasst werden, hat auch mit Sexismus zu tun. Auch bei der weit und breit gefeierten Serie “Breaking Bad”, wie Antiprodukt zeigt.

Jayrôme hat auf seinem Blog eine neue Rubrik gestartet: “In Ein Hoch auf …! möchte ich Trans* und gender queer Menschen aus dem deutschsprachigen Raum, die meine Bewunderung hervorrufen, jeden Monat mit einem Text würdigen.” Den Anfang macht seine schöne Freundschaftserklärung an den Musiker MSOKE.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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(Weiterhin) Flüchtlingsproteste unterstützen und mehr im “Kurz notiert”

31. Oktober 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 171 von 249 der Serie Kurz notiert

Eine weitere Woche im “kurz verlinkt” und wir möchten euch weiterhin auf die andauernden Proteste von Flüchtlingen in Berlin und Frankfurt aufmerksam machen. Wenn es euch möglich ist, unterstützt bitte die Anliegen, verbreitet Informationen und helft vor Ort. Hilfreiche Links gibt es am Ende von Magdas gestrigen Artikel.

Schon vor zwei Wochen veröffentlichte Reuter online eine Bilderreihe und einen Text (auf Englisch) zu dem Protestmarsch der Flüchtlinge von Baden-Würtemberg nach Berlin.

Lana Wachowski, eine der Macher_innen hinter der Matrix-Triologie, hat eine Rede gehalten, in der sie von ihrem Aufwachsen als Trans*frau erzählt, dem Gefühl nirgends dazuzugehören und dem Aufgeben von einem Teil an Privatheit als bekannte Person um Sichtbarkeit zu schaffen. (Englisch)

Es gibt neues zum Thema Hebammen – und diesmal vielleicht endlich etwas erfreulicheres als sonst.

Beim Migazin wurden der Erfahrungsberichte zu racial profiling veröffentlicht, der erste unter dem Titel “Für mich ist die Polizei kein Freund und Helfer“. Gestern konnte dann wenigstens eine kleine gute Nachricht folgen: Nämlich, dass diese Praxis nicht mehr rechtlich erlaubt ist.

DieStandard berichtet über die sogenannte “Familialisierung von Pflegearbeit” und wie das besonders Frauen trifft.

In der gerade neu erschienen Zeitschrift an.schläge gibt es ein Interview mit der feministischen Aktivistin Rula Asad. Darin berichtet sie über die Frauenbewegung in Syrien, die sie im Aufschwung sieht. Das Gespräch gibt es auch online zu lesen.

Ganz viel tolle Musik gibt es auch endlich wieder auf die Ohren. Der neue Riot Grrrl Sampler hat seinen Weg ins Netz gefunden und begeistert (nicht nur) mit dem genialen Titel “mansplaining in the dancefloor“. Wie immer gibt es da ganz viele hervorragende Grrrl-Bands unterschiedlichster Genres zum freien Download – Da kann der Winter ja kommen.

An diesem Sonntag, dem 4.November jährt sich das öffentliche Bekanntwerden der NSU-Mordserie. Aus diesem Anlass findet in Berlin eine überregionale Demonstration unter dem Motto “Das Problem heißt Rassismus” statt:

Weitere Termine in Berlin und Göttingen  nach dem Klick:

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Endlich Feminismus 101 auf deutsch, aber keine Kekse mehr – die Blogschau

14. Juli 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 166 von 257 der Serie Die Blogschau

Diese Woche nicht nur hier Thema war „50 Shades of Grey“. Mina hat versucht es zu lesen und befindet: Dass Mädchen ihre Wünsche ignorieren müssen, nur um mit einem Jungen zusammen zu sein, ist eine furchtbar schlechte Botschaft. Les petits Plaisirs nimmt die „Satire“ von Spiegel Online auseinander.

In Frankreich haben Sexarbeiter_innen gegen die neuen Vorschläge in der Prostitutionspolitik protestiert. menschenhandel heute berichtet.

Erst 14 Jahre aber ein großes Vorbild: Julia Bluhm hat erfolgreich ans Teenie-Magazin Seventeen appelliert, in Zukunft auf durch Photoshop verschlankte Models zu verzichten. Mehr bei den Geeksisters.

Auch die Debatte ums Betreuungsgeld und Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht weiter. Deus ex Machina über den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt und Feministmum über den Alltag mit (geschlossenen) Kinderkrippen.

Bollocks and Bitches erzählt, wie sie zur Dickenaktivistin wurde und die Vor­speisen­platte sinniert über die Sätze, mit denen schon kleine Mädchen lernen, dass Frauen sich scheiße finden müssen.

Mit Mitte 20 noch nicht verheiratet und kinderlos, aber aufs Festival jetzt nur noch mit rückenschonenden Isomatten. Sind wir schon alt oder noch zu jung, fragt Ninia LaGrande.

Die Nerd-Songwriterin Marian Call will in Eurapa touren. Die Femgeeks wissen mehr. Ein kleiner Vorgeschmack:

Rassismus im deutschen Kinderfernsehen hat Joe Dramiga in den Sankoré Schriften dokumentiert und fragt sich, ob jemand das mit einer Master-Arbeit mal genauer untersuchen möchte.

Auf die Porträtserie afrikanischer, ferministischer Bloggerinnen im Ms. Magazine verweist derblogderkleinenethnologin.

Warum „es gut zu meinen“ nicht vor Kritik schützt, wenn mensch sich sexistisch und rassistisch verhält, erklärt stop! talking. Keine Kekse für Selbstverständliches.

Nachdem der „1000 Kreuze Marsch für das Leben“ sich einen neuen Namen gegeben hat, sucht auch das Gegenbündnis „1000 Kreuze in die Spree“ ein neues Motto!

In Syrien hat der Aktivist Hussein Ghrer nun einen Hungerstreik begonnen, um gegen seine Haft zu protestieren – seit vier Monaten ist er bereits ohne Verhandlung im Gefängnis. anders deutsch erklärt sich solidarisch mit dem Aufruf von Razan Ghazzawi, die selbst vor einiger Zeit verhaftet wurde (wir berichteten).

Finally Feminism 101 ist ein guter Startpunkt, über Feminismus zu lernen – auf Englisch. Inzwischen arbeitet aber das antiblog an der Übersetzung ins Deutsche. Acht Teile sind schon entstanden, jetzt ist die Frage, welcher Text der nächste wird?!

Und nach dem Klick noch die Termine, in Wuppertal und für Informatik-Interessierte: (mehr …)


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Offene Botschaft an Asma al-Assad: “Stoppen Sie Ihren Mann”

17. April 2012 von Nadia

Gestern wurde auf YouTube ein Video veröffentlicht, das einen offenen Appell an die syrische Präsidentengattin Asma al-Saddad enthält, sowie die Forderung, eine Online-Petition gegen die Gewalt in Syrien zu unterstützen. Die Autor_ innen fordern: “Wir erwarten, dass Sie sich für Frieden aussprechen und das Blutvergießen stoppen. Erheben Sie Ihre Stimme! Hören Sie auf, eine Zuschauerin zu sein!”

Hinter der Aktion sollen die Ehefrauen des deutschen und des britischen UN-Botschafters in New York, Huberta von Voss-Wittig und Sheila Lyall Grant, stehen. Es heißt, dass hochrangige UN-Mitarbeiter_innen die Petition bereits gezeichnet haben sollen. Einige Botschaften sind m.E. einigermaßen plakativ und pathetisch (“Manche Frauen kämpfen für ihr Erscheinungsbild, andere…”), aber die Aktion an sich ist sehr bemerkenswert. (Vorsicht: Das Video enthält einige Bilder, die explizit die Folgen der syrischen Gewalt zeigen.) (mehr …)


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PETA, VIVA und Swingerclubs: die Blogschau

25. Februar 2012 von Anna
Dieser Text ist Teil 149 von 257 der Serie Die Blogschau

Babykram & Kinderkacke erklärt uns, wie wir über die Organisation “Adopt a revolution” Revolutions_patinnen für die Aktivist_innen des Syrischen Frühlings werden können (der im Text verlinkte Beitrag aus der ZDF Mediathek ist dort anscheinend leider nicht mehr verfügbar geht wieder).

Theoriehappen gefällig? autotrans* & w.i.r. schreibt über Gewalt durch Sprache und “Verbindungen von Rassismus und Transphobie in LSBTI- Zusammenhängen”.

Ich kann mich denkwerkstatt nur aus vollstem Herzen anschließen: Bitte alle die Golden Girls schauen!

feministisches Bild aus Bügelperlen

Puzzlestücke zeigt, was Bügelperlen auch können

Afrikawissenschaft schreibt über die Dokumentation “Audre Lorde – The Berlin Years 1984 to 1992″, der dieses Jahr bei der Berlinale gezeigt wurde.

Nochmal Berlinale: Ingeborg Boxhammer berichtet in einem Gastbeitrag bei l-talk über die Filme, die sie gesehen hat.

Lena Schimmel analysiert die Frauenfeindlichkeit im neuen PETA Werbespot.

Die 2. Riot Grrrl Compilation zum freien Download verfügbar! Bitte einmal hier entlang.

“Ich sehe was, was du nicht siehst” heißt ein “Lightfaden”, der in Zusammenarbeit mit dem Genderkompetenzzentrum entstanden ist. In diesem werden unter anderem folgende Fragen geklärt: “Wie werden Diversitäten und Machtverschränkungen im Bild hergestellt? Warum ist eine Strichfigur automatisch ein Strichmännchen?” Mehr erfahren und den Comic bestellen könnt ihr bei 123comics

““Schwul” ist keine Beleidigung und sollte als solche auch nicht verwendet werden”, so das Statement vom Musiksender VIVA, nachdem dieser auf der zugehörigen facebook Fanpage hunderte entsprechender Kommentare gelöscht hat. Alexander von Beyme meint “Bravo, Viva”.

Katrin Schuster schreibt auf VOCER anlässlich des Falles eines Münchner Ehepaares, das in einer Sendung über Swingerclubs unverpixelt gezeigt wurde über die im Fernsehen allgegenwärtigen Kuppeleiformate und Sex-“Dokumentationen”.

Die Gitarre als Phallussymbol? Jap! Beweisfotos gibt’s bei ProChange.

milenskaya schreibt über eine etwas seltsame Printkampagne (“get noticed”) und Postfeminismus. Wie das zusammenhängt erfahrt ihr hier.

Termine haben wir wie immer nach dem Klick gesammelt: (mehr …)


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Väterhype, Saudi-Arabien und Weltfrauentag – kurz verlinkt

8. Februar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 138 von 249 der Serie Kurz notiert

Über Frau Liebe wurden wir auf eine Aktion von Amnesty International anlässlich des kommenden Weltfrauentags aufmerksam: Nähen für die Rechte von Frauen. Achtung, der Einsendeschluss ist schon in der nächsten Woche, also schnell ab an die Nadeln!

Eigentlich wollen sie mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und landen doch nur wieder im Büro – die neuen Väter. Dass es trotzdem einen Väterhype gibt, läge eher an geschickter Selbstinszenierung, so Jeanne Rubner in der Süddeutschen.

Apropos Büro:

Frauen sollen verpflichtet werden, vor einer Abtreibung einen Ultraschall auf eigene Kosten vornehmen zu lassen? Okay, aber dann sollten aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit Männer bevor sie Medikamente gegen Erektionsstörungen verschrieben bekommen sowohl rektal untersucht werden, als auch sich einem kardiologischen Belastungstest unterziehen. Das zumindest findet US Senatorin Janet Howell. Mehr dazu in der Huffington Post.

Neues von der Revolution: Letztes Jahr noch wurde Manal Al-Sharif verhaftet, weil sie in Saudi-Arabien Auto gefahren war. Nun verklagt sie mit einer weiteren Aktivistin die Regierung, da sie für Frauenfahrverbot keine rechtliche Grundlage sieht, wie Muslim Women News berichtet. Ein ausführliches Portrait von ihr gibt es bei der Global Mail.

In Ägypten stehe den Frauen ebenfalls ein langer Kampf bevor, schreibt Al Jazeera. Trotz ihres Einsatzes in der Revolution sind ihre Rechte weiter gefährdet – von der Militärregierung und den islamistischen Parteien.

Déjà vu dann in Syrien: Thelma Etim beantwortet in der Huffington Post die Frage, warum der Einsatz der syrischen Frauen medial nicht gewürdigt wird.

An-Sofie Dewinter, Tochter des belgischen Rechtspopulisten Filip Dewinter, möchte ein politisches Statement abgeben. Das tut sie bekleidet mit Bikini und Niqab. Die Fragezeichen in den Gesichtern können hier aufgelöst werden.

Zum Anhören:
Bei DRadio Wissen gibt’s ein Interview mit Hinrich Rosenbrock. Rosenbrock hat im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung Männerrechtler im Netz untersucht. Seine Ergebnisse sind in der Studie “Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung” veröffentlicht worden.

Zum Anschauen:
Ein Video bei tagesschau.de über eine Besserungsanstalt bei Baltimore. Dort entspannen die Insassen beim therapeutischen stricken. Schade nur, dass tagesschau.de im begleitenden Text gleich mehrmals von “Mädchenkram” schreibt…

Termine gibts nach dem Klick!
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Blick zurück für den Blick nach vorn – Frauen im Mittleren Osten

23. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 59 von 85 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rotes Buchcover mit einem Bild auf dem ca. 20 Mädchen und junge Frauen zu sehen sind.Mit den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vor knapp einem Jahr ist auch eine weitere Frage immer wieder aufgetaucht: Wie steht es um die Frauen in Nordafrika, bzw. dem Mittleren Osten? Das Buch “Women and the Family in the Middle East” beleuchtet historische Entwicklungen, von den zwanziger Jahren bis in die Achtziger. Betrachtet werden zehn Länder, vom Irak über Ägypten bis zum Sudan, sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Außen vor bleiben die Länder “ohne westlichen Einfluß” und Kolonialzeit, der Jemen und Saudi-Arabien, trotzdem ist dies schon ein weites Feld. Darüberhinaus werden die Themen Familie, Arbeit, Religion, Krieg & Revolutionen, Identität und Gesundheit & Erziehung betrachtet – eine umfassende Analyse gibt es daher nicht.

Stattdessen gleicht das Buch einem Puzzle, in dem sich wissenschaftliche Abhandlungen, persönliche Berichte und Fiktion in Form von Gedichten und Geschichten abwechseln. Die einzelnen Texte sind, so verschieden sie auch sind, stets gut zu lesen und verständlich. Der Versuch, das Buch in einem Rutsch zu lesen, muss an der Vielfalt der Themen allerdings scheitern. Umso mehr Sinn macht es, sich einzelne Texte herauszusuchen und mit dem heutigen Stand zu vergleichen. So wurde etwa in Libyen die radikale Gleichstellung von Männern und Frauen geplant. Dass es dazu niemals kam, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation.

The problem with “starting from reality” is that, without a clear policy of change, one tends to get stuck there. (Das Problem mit dem „Beginn in der Realität“ ist, dass man ohne klare Vorgaben zur Veränderung stecken bleibt.) (mehr …)


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Feministische Bloggerin in Syrien verhaftet

9. Dezember 2011 von Hannah

Am 4. Dezember haben syrische Sicherheitskräfte die Bloggerin Razan Ghazzawi verhaftet. Helga und ich trafen Razan im Mai bei einer Blogger-Konferenz in Kairo.

„Blogger werden überschätzt“, schrieb Razan Ghazzawi im Oktober auf ihrem Blog razanghazzawi.com. Razan ist eines der Gesichter der Revolte in Syrien: Scharfzüngig formuliert sie ihre Thesen und fährt gerne ihren Gastgebern über den Mund. Wenn das Essen nicht schmeckt genauso wie wenn sie sich von westlichen NGOs benutzt fühlt. Das kam in letzter Zeit häufiger vor.

Links Razans Gesicht, eine junge Frau mit braunen Locken, rechts auf gelb-weißem Hintergrund FREE RAZAN - Freedom Advocate Detained in Syria

Sie reiste von Konferenz zu Konferenz, sah aber zunehmend kritisch, dass gerade sie mit ihrem perfekten Englisch dorthin eingeladen wurde. „Aus irgendeinem Grund glauben die Leute, meine Anwesenheit auf Konferenzen sei nützlich“, schreibt sie. „Der arabische Frühling macht viele NGOs reich und diese NGOs müssen sich engagieren.“

Andere, mutigere sollten an ihrer Stelle auf den Konferenzen sitzen, fand Razan und verwies auf all die syrischen Aktivisten, die unbekannt in syrischen Gefängnissen gefoltert werden. Laut Amnesty International sind mindestens 180 politische Häftlinge seit Beginn der Revolte im Februar zu Tode gekommen.

Dabei war sie von Anfang an eine der Mutigsten. Als eine der wenigen benutzte sie ihren Klarnamen. Bis die Menschen in Syrien gegen das Assad-Regime auf die Straße gingen, schrieb sie in ihrem Blog über feministische Themen, auch über Homosexualität und wagte sich damit an ein Tabu in der syrischen Gesellschaft. Viele ihrer Freunde reagierten damals ablehnend. „Ich denke mittlerweile, dass es ein Fehler war über Lesben- und Schwulenthemen zu sprechen, bevor man Gender und Sexualität thematisiert, besonders in einem Land, wo es keinen Raum gibt, Tabus und Fehlinterpretationen zu dekonstruieren,“ sagte sie im Sommer in Kairo.

Seit Beginn der Revolte bloggt sie über das neue Syrien, das sie sich wünscht und setzt sich für die Opfer des Regimes ein. Eins ihrer wichtigsten Anliegen ist die Überwindung nationaler und ethnischer Identitäten. „Wenn wir uns als Syrer definieren, fördern wir damit nicht eine rassistische, nationale Identität als reine Araber?“ schreibt sie. Zusammen mit ihrem Mitstreiter Hussein Ghrer, der gerade nach einer 37tägigen Haft entlassen wurde, diskutierte sie in Kairo, wie man die Allawiten in die Revolte einbeziehen könne.

Nun ist sie selbst verhaftet worden. Ausgerechnet auf dem Weg zu einer Konferenz über Medienfreiheit in Amman, wurde sie an der syrisch-jordanischen Grenze festgenommen und am Mittwoch in das berüchtigte Adra Gefängnis in Damaskus überstellt. Dort wurde ihr Prozess erstmal auf morgen verschoben. Die Kampagne Free Razan ruft zu ihrer Freilassung auf.


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Von Entführungen bis zur neuen Frauenpartei – wie geht es weiter in Nordafrika?

31. Oktober 2011 von Helga

Ein halbes Jahr liegt der „arabische Frühling“ nun schon zurück – die Ergebnisse reichen von erfolgreich durchgeführten Wahlen bis hin zu immer brutaleren Auseinandersetzungen.

Die schlimmste Nachricht gleich zu Beginn: Der syrische Blogger und Frauenrechtsaktivist Hussein Ghrer ist seit einigen Tagen verschwunden. Wie Christoph Sydow von Alsharq traf ich Hussein im Mai beim Young Media Summit. Seine Befürchtung, verhaftet, eingesperrt und gefoltert zu werden, scheint sich jetzt leider erfüllt zu haben.

In Tunesien wurde vor einer Woche erstmals frei gewählt. Eine „Frauenquote“ zwang die Parteien, die Hälfte ihrer Listen mit Frauen zu besetzen. Herausgekommen sind 49 weibliche von 217 Abgeordneten der verfassungsgebenden Kommission insgesamt. Davon gehören die meisten allerdings der islamischen Partei Ennahda an. Deutschlandradio Kultur geht den möglichen Konsequenzen nach und der Guardian hat drei prominente Abgeordnete porträtiert.

Ex-Diktator Gaddafi ist inzwischen tot, für die libyschen Frauen geht der Kampf aber weiter. DRadio Wissen hat sich mit den Aussichten für die Frauenbewegung beschäftigt. Der Ethnologe Thomas Hüsken sieht „einen steinigen Weg“.

In Ägypten hatte das Militär nach der Revolution Protestiererinnen entwürdigenden „Jungfrauentests“ unterzogen. Nun klagt mit Samira Ibrahim erstmals eine Betroffene das Militär an. Der Global Post hat sie ihre Geschichte erzählt. Aufgrund dieser Erfahrungen sind Aktivistinnen besorgt, wie es nach den Wahlen ab dem 28. November weitergehen könnte. Der „Verband der arabischen Frauen“ hat daher mit einer Reihe weiterer NGO’s eine Frauenpartei gegründet, so derStandard.

Wenig Fortschritte gibt es dagegen im Jemen. Diktator Saleh hält sich weiter an der Macht. Unter den Protestierenden sind auch hier seit Monaten schon Frauen, inzwischen setzen sie deutliche Zeichen. Vergangene Woche verbrannten Aktivistinnen öffentlich ihre Schleier und Kopftücher, so Global Voices.


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Feministinnen von der Web-Stange: Blogschau zum Wochenende

18. Juni 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 116 von 257 der Serie Die Blogschau

Zum Blogthema der Woche, dem „Amina-Hoax“, schreiben Nadia Shehadeh bei Philibuster und Katharina beim Schafott.

Der „Elektrische Reporter“ beschäftigt sich mit dem Thema Männer und Frauen im Netz … na ja oder fast. Quoten braucht es nicht, die Mädchenmannschaft landet an der Kleiderstange und sonst ist auch alles super. Antje Schrupp, Annalist und liva2lox verdrehen die Augen. Das ungeschnittene Interview mit Anke Domscheit-Berg, die in dem Beitrag zu Wort kommt, gibt es übrigens hier zu sehen.

Gerda knows ít better hat in der Berliner Zeitung über die „Macht der Frauen“ gelesen und ist entsetzt.

Kopfweh statt Rausch hat „Between the Lines“ gesehen, einen Film über Hjira, das „dritte Geschlecht Indiens“.

Bei Jens Scholz gibt es eine kleine Lingustiklektion zu “Polyamory”.

Über eine Veranstaltung der Jusos Bonn mit einer Delegation von jungen Frauen aus Israel und Palästina im Frauenmuseum Bonn berichtet der Rheinsalon.

Das Missy Magazine erinnert an die Courage, ein feministisches Zeitungskollektivprojekt: Die erste Nummer erschien vor 35 Jahren, am 17. Juni 1976. 1984 wurde die Courage wieder eingestellt.

Abschließend noch ein Veranstaltungshinweis, ebenfalls bei den Missys, die auf das Sommercamp des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) für Schülerinnen hinweisen: Handy-App selbstgemacht!


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