Einträge mit dem Tag ‘Supreme Court’


Wer war… Rosa Parks?

25. Oktober 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 22 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

„Die einzige Sache die mich ärgert, ist, dass wir so lange mit dem Protest gewartet haben.“ (Rosa Parks über den Montgomery Bus Boycott)

Rosa Parks und Dr. Martin Luther King jr. (ca. 1955) via Wikimedia/Commons

Rosa Parks und Dr. Martin Luther King jr. (ca. 1955) via Wikimedia/Commons

Die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks (geboren Rosa Louise McCauley) kam am 4. Februar 1913 in einer ländlichen Gegend in Alabama zur Welt. Rosa und ihr Bruder wurden von ihrer Mutter, einer Lehrerin, allein groß gezogen und lange Zeit zu Hause unterrichtet. Parks begann als Näherin zu arbeiten und heiratete mit 19 Jahren Raymond Parks, ein Friseur, der in der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) aktiv war. Die NAACP ist eine Bürgerrechtsorganisation, die seit 1909 bis heute für die Rechte von Afroamerikaner_innen in den USA kämpft.

In den Südstaaten herrschte zu der Zeit noch eine strikte Trennung zwischen Weißen und Schwarzen im öffentlichen Bereichen wie Toiletten, Restaurants und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Als sich Rosa Parks an einem Dezembertag im Jahre 1955 weigerte, ihren Platz für einen weißen Mann frei zu machen, wurde sie verhaftet und später zu einer Geldstrafe verurteilt.

Martin Luther King jr., damals ein noch relativ unbekannter Prediger, organisierte mit unzähligen Aktivisten und Aktivistinnen den berühmten Montgomery Bus Boycott. Die von den Afroamerikaner_innen organisierten Fahrgemeinschaften in privaten Autos führten zu enormen finanziellen Verlusten für die Verkehrsbetriebe. Der über ein Jahr lang anhaltende Protest endete mit dem Urteil des US-amerikanischen Supreme Courts, das die Segregation in den Bussen beendete.

Parks war keinesfalls eine ältere müde Dame, die sich spontan dazu entschied, die rassistische Segregationspolitik herauszufordern. Ihr Handeln erwuchs aus jahrelangem aktiven Engagement in der Bürgerrechtsbewegung. Bereits seit 1943 arbeitete sie ehrenamtlich als Sekretärin für die NAACP.

Gestern vor fünf Jahren verstarb Rosa Parks mit 92 Jahren.

Lesetipp: Belinda Robnett (1997): „How Long? How Long? African American Women in the Struggle for Civil Rights.“ Oxford University Press.


Facebook | |


Neues von den bloggenden Ladies

7. August 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 70 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Kratzbürste und der Mädchenblog haben unterschiedliche Ansichten zu Iris Dankemeyers Artikel “Fuck Polyamory“.

Die Denkwerkstatt führte zum Thema “Feminisierungs-Krisen und Väterrechtlern” ein Interview mit Paul Scheibelhofer, Nachwuchswissenschaftler und Soziologe, der vorwiegend zu den Themen Männlichkeit, Migration, Rassismus und Jugend forscht. (Teil 1 und Teil 2).

Julia Seeliger antwortet auf Alice Schwarzers Brief an Kachelman und rät ihr in der taz zum Abtreten. Dodo vom Mädchenblog kritisiert die Art und Weise, wie Seeliger Kritik an Schwarzer übt.

Zu deutsch: Müssen Frauen nackt sein, um ins Met. Museum zu gelangen? Weniger als 5% der Künstler_innen im Bereich der Modernen Kunst sind Frauen, aber 85% der Nackten sind weiblich.

Annina von Girls Can Blog erinnert uns an ein bekanntes Bild der Guerrilla Girls von 1989. Neugierig, wie viele Künstlerinnen mehr als 15 Jahre später, im Jahr 2005, in der Modern and Contemporary Section des Metropolitan Museum mit ihren Werken vertreten sind? Achtung: Nicht zu viel erwarten.

DieStandard.at berichtet, dass der US-Senat der Ernennung von Elena Kagan als Oberste Richterin im US-amerikanischen Supreme Court zugestimmt hat. Drei der neun Supreme Court Richter_innen sind nun weiblich – das gab es zuvor noch nie in der amerikanischen Geschichte.

Der ZtG Blog weist auf ein kostenfreies Angebot zur Existenzgründung für arbeitslose Frauen von Akelei e.V. hin. Der Grundlagenkurs für Unternehmensgründerinnen findet vom 7. Oktober bis 10. November 2010 statt.

Queernews erinnert: Vor neun Jahren, am 1. August 2001, trat in Deutschland nach langen Diskussionen das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft in Kraft.

Und: InFemme hat ein feministisches Stück Putenfilet gefunden!

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Homosexualität, Sport, Laura Bush, US-Supreme Court, mehr zum Kopftuch und spätes Mutterglück

13. Mai 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 89 von 138 der Serie Kurz notiert

Hier bekommt ihr Informationen über eine Diskussionsveranstaltung (PDF) der Friedrich-Ebert Stiftung über den Umgang mit Homosexualität im Sport, die am 19. Mai in Berlin stattfinden soll.

Für Faz.net berichtet Eva Simeoni über den Kompromiss im Hijab-Streit zwischen FIFA und dem Olympischen Komitee des Iran: „Der Schleier reißt auf“. Eine Kurzversion der Lösung findet sich bei dieStandard.at unter dem Titel „Kappe statt Kopftuch“.

Die 50jährige Elena Kagan soll nach dem Willen von Präsident Barack Obama die neue US-Supreme Court Richterin werden.

Die Stadt Freiburg (Schweiz) kürzt Musliminnen wegen ihrer Kopfbedeckung die Sozialleistungen.

Eine Bulgarin ist im Alter von 62 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden.

Laura Bush, Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, ist neuerdings für die Homosexuellen-Ehe und Abtreibungsrechte. Hört, hört.


Facebook | |


“Wise Latina” im Supreme Court

15. Juli 2009 von Magda

Sonia Sotomayor ist momentan Richterin am United States Court of Appeals und wurde im Mai von Barack Obama für den amerikanischen Supreme Court nominiert. Sie wäre insgesamt die dritte Frau – und erste Latina –, die in der Geschichte der Vereinigten Staaten für den Supreme Court nominiert und auf Lebenszeit vereidigt wird. Momentan kann man unter anderem hier live die Anhörung von Sotomayor verfolgen, bei der sie eine Vielzahl an Fragen zu ihrer oftmals angezweifelten “Objektivität” beantworten muss (auf Feministing.com vermutet man, dass mit Objektivität wohl eher ‘weiß’ und ‘männlich’ gemeint ist). Folgender Satz hatte besonders weiße RepublikanerInnen zittern lassen:

“Ich hoffe, dass eine kluge Latina mit ihren reichen Erfahrungen häufiger zu besseren Urteilen gelangt als ein weißer Mann, der nicht ein solches Leben geführt hat”

Dass Sotomayor wohl lediglich darauf hinweist, dass eine Frau – und dazu noch Latina – wohl spezifische Erfahrungen macht, die ein weißer Mann aufgrund seiner priviligierten Position in einer rassistischen und sexistischen Gesellschaft nicht macht, ging unter dem entsetzten Aufschrei des sogenannten ‘reverse racism’ völlig unter. Stattdessen wurde mit ein wenig Sexismus hier und ein wenig Rassismus da geantwortet.

Bei der Anhörung heute sagte sie zu dem oben zitierten Satz Folgendes:

Damit ruderte sie dann doch wieder etwas zurück und verdeutlichte (oder revidierte?) ihre damalige Aussage. Ob das mit einem wirklichen Missverständnis ihrer Aussage zu tun hat oder doch eher damit, dass man den (meist) Herren bei der Anhörung so diplomatisch wie möglich entegegen treten wollte, ist da eher ungewiss. Was denkt ihr?


Facebook | |



Anzeige